Nr. 43 Donnerstag, 2V. Februar 1908 neu Erscheint ISgNch mit AuSnahmi bei Sonntags. Stören besetz trie Abg. Stadthagen (Soz.): Abg. Gröber (Zentr.): standen, lönsch gytpfieölt in Biergroßhandlung aschenbierhandlung 158. Jahrgang t Deutscher Reichstag. 105. Sitzung. Mittwoch, 19. Februar. Am Tische des Bundesrats: Dr. Nieberding, Hoffmann. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Minuten. Der Justizetat. (Zweiter Tag.) Die „Gießener ffamiltenbiatter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daS „Kretsblott für den Kreis Gießen" zweimal wö.^enllich. Der .hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal Redaktion. Expedition anft Druckerei i Schul- strotz» ? Lrvedition ie find sich ihrer Verantwortung gar nicht mehr bewußt. Da |oL man aber doch lieber gleich Unmündige an den Richtertisch Wen Die Justizverwaltung läßt sich von russischen S p lhe!n ins Handwerk pfuschen, die in ben Gefäng. „ "en umhergehen und Protokolle aufnehmen. Stadthagen stellt urteile gegen Studenten, die bei Widerstand gegen die Staats- Körperverletzung mit Geldstrafen davonkommen, t», n.JtrteiI(T gegen Arbeiter gegenüber. Er erklärt, die Justiz L- "'"t nur Klassenjustiz, sondern auch darüber hinaus demora- unerend. Ein Bruder des bekannten Kriegs- 8rot8 Romen sei im Jahre 1903 wegen infamer eines Bürgermeisters zu einem Jahr Gefängnis ver- worden, aber die Strafe noch heute nicht vollstreckt, weil cnien Verwandten eines hohen Staatsbeamten Han- Wn«. w^"^end jedem armen Teufel ein Strafaufschub über zwei Monate verweigert werde. Für Hurra-Patrioten und fnun.9§leutc werde im Urteil ein besonderes Recht ge» INatwn, ein Recht auf Verleumdung der Sozialdemokratie, fbrn* tIlyen lieht nach der Uhr; er hat zwei Stunden ge- aem-'lV ?r beginnt dann: Ich habe mich zum Wort öpt ü i ' um unsere Anträge zu begründen. Er spricht zu länhr * S1,011' blc Sondergerichte für Bureauangestellte, pin- ?k Arbeiterschaft und Gesinde fordert. Wenn irgendwo e Rechtsprechung notwendig ist, dann für die k. , ' «eder Heloten, die Bureauangestelltcn. Bei der For- Prtnhl0 bon Sondergerichten für das Arbeitsverhältnis auf dem tim Stadthagen die Ministerialverfügung über Legi- Porten für ausländische Arbeiter an. Wie darf tS" preußische Minister zum Minister von ganz . ,^'wland aufsp'.elen! Von Halunken und Einbrechern I- ^.ug' man eine Legitimationskarte nicht, wohl aber von auS- j ssiNen ehrlichen Arbeitern. Das ist ein Bruch der Ver- -tirfi x U re’n Bruch der Handelsverträge. Seit wann lassen wüte süddeutschen Staaten gefallen, daß Preußen für sie 23er» Wiingcn ergehen läßt? Die Arbeiter werden dadurch zum geradezu anfgepeitscht. Was gedenkt der Ver- R • » Reichskanzlers zu tun, uni diesen Einbruch i n b a 5 6 esetz zu verhindern? Ueberall Rechtlosigkeit und ^wsigkeit unter den Arbeitern, Klaffenjustiz in schlimmster - (Stadthagens Stimme überschlägt sich.) Eine Gesell- fn =>= Df.Ritseif5 I B iK Chouifenrkurse. Anaesthe; 4 4 2 4,0 0,9 1,9 4,9 4,5 4,8 Sonnenschein Bew. Himn^ > y 2» 9” 7’4 - & & 7 ein -Y- WNW NW W 740,7 741,0 742,5 s P ?* 80 92 91 — Kur echt mit Namenszug und Schutzmarke. j — Proben an Aerzte gratis.--- »arm. Chua. Inst Franktaft a.M..Moselstr32, CCQ ersten Autoritäten warm empfohlen, weil sie nicht nur den lokalen ra" Bolz sofort aufheben, sondern auch die Heilung -Inletten. Erhältlich in den Apotheken. Preis 1 Mk, t,„ Eine grobe Rücksichtslosigkeit gegen seine Mitmenschen mm- man darin erblicken, daß Leute, die an Lungentiiberkulose erkrank! sind, ihren Sputum aus den Trottoirs und in den Wegen der An- lagen auSwersen. Leider ist dies alltäglich morgens in der O|t- Anlage zu sehen. Abgesehen davon, daß der Anblick solchen Uns' wurss allein schon ekelerregend ist, so ist aiich dadurch eine 2üv steckungsgesahr gegeben, indem dieses Sekret nach dem Vertrocknen mit dem Staub der Skraben auigewirbelt wird und von den dlest Straße passierenden Personen eingeatmet werden mutz. Man bittet die Herren Aerzte, die Kranken anzuwelscn, das Sputum- glas ausschließlich zu benutzen. Aiich die Polizei dürste über soM Ungehörigkeilen ein wachsames Auge haben. Mögen dicie Zeiten dazu vcrhelien, daß diesem Uebelstand endlich einmal entgegen getreten wird. LSniverfttäts-Nachrrchten. —Die Berechtigungen der Akademie zu Franksurt a.M. haben eine neue Erweiterung erfahren. Bisher schon waren denjenigen Kandidaten des höheren Lehramts, die neuere Sprachen im Hauptoder Nebeuiach studieren, bei der Bewerbung um die Lehrbeiahigung Meteorologische Beovachtnngeu der Station Gießen. 19. 19. 20. V l ' I n n n Maschinenbau,Elektrotachnik.ü^ il ECnniKUm uiny”n Automobllbau, Brückenbau. SLttgcsLnröt. (ftor Form und Inhalt aller niitcc bin er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber kemerle' Verantwortung) Aus das Eingesandt aus Grüningen in Nr. 36 des „Gieß. Anz." wird hiermit aus Steinbach abschließend solgendes Crto^Jt läßt ties blicken, wenn der Anwalt, der Grünmger Interessen zur Zurückweisung einer durchaus sachlichen Erörterung des Gegners seiner Ideen zu Schimpfwortes greisen, zu müssen sich gedrängt fühlt. „Wer schimpft, Hal unrecht', lagt das Sprichwort, das sich auch hier wieder bewahrheitet. Im übrigen ist die Angelegenheit durch die Garbenteicher unb Steiiibacher Eingabe an die Hohe Zweite Kammer der Stände und durch die von Watzenborn .und Steinbach aus^ gegangenen Eingesandts im „Gieß. Anz." bor_ der H^Ü^uttichleit so" geklärt, daß keine Veranlassung mehr besteht, einen Mann, der sich nicht belehren lassen will, in öffentlichen Blattern über seine Irrtümer auszuklären. Wir werden ihm nicht mehr er* widern und dürfen es ruhig dem Urteil der Hoffentlich kett üb erlassen, zu entscheiden, ob er, der mit seinen Grüningern und Tors-Gillern völlig allein steht, die Kirchturmpolitik treibt, die er uns vorwirft, oder wir, die wir uns nut Albach, Garben- teich, Hausen, Watzenborn-Steinberg und Schiffenberg völlig cutcr essen der Allgemeinheit. Als politische Parteien kommen in Bremen nur liberale und Sozialdemokraten in Betracht. Man hätte daher meinen sollen, daß es sich bei einer dortigen Wahlresorm nur um eine solche handeln könnte, deren Ziel die Einsül)rung des allgemeinen, direkten und geheimen Wahlrechtes, also des Reichstagsmahlrechts, wäre. Mer nichts von alledem. Trotzdem sich der bremische Reichstagsabgeordnete Hormann für die Einführung des Reichstagswaylrechtes in Preußen mit Händen und F-üßen einsetzte, verlangen für Bremen selbst die enragier- testen Freisinnigen dort nur eine Reform des geltenden Klassenwahlrechts, nicht aber feine grundsätzliche Beseitigung zu Gunsten, des Reichstagswahlrcchts. Es wird diese Haltung der Liberalen damit motiviert, daß die Bürgerschaft nicht nur gesetzgeberische, sondern auch administrative Befugnisse habe, doch läßt sich eigentlich nicht recht cinsehen, weshalb sich diese letzteren nicht ebenso gut oder vielleicht noch besser von Männern wahrnehmen ließen, die ihre Berufung in die Bürgerschaft allgemeinen, direkten und geheimen Wahlen verdanken. . , Der Freisinn verkörpert also da, wo es sich, tote in Bremen, um seine eigenste Domäne han.delt, keineswegs immer die Forderungen, die er z. B. für Preußen erhebt. Der bremische Antrag auf Reform des Wahlsystems, den die Linke Ende Januar cinbrachte, will die Zusammensetzung der Bürgerschaft mir dahin ändern, daß von ihren 150 Mitgliedern die Akademiker 8, die Kaufleute 26, die Gewerbetreibenden 12 und die Landwirte 4 Vertreter zu stellen hätten, während die übrigen 100 Mandate aus allgemeinen -und direkten Wahlen mit geheimer Abstimmung hervorgehen sollen. Zwar ist dieser Antrag bisher weder im Senat, noch in der Bürgerschaft zur Beratung gelangt, wo er, nachdem das Hauptorgan Bremens, die „Weser- Zeitung", energisch für ihn ein getreten, unzweifelhaft angenommen worden wäre. Er gewinnt aber jetzt eine gewisse aktuelle Bedeutung dadurch, daß nur auf seiner Grundlage politische Ereignisse verständlich werden, die gegenwärtig die Bürger Bremens bewegen, und die zu einem scharfen Konflikt zwischen Bürgerschaft und Senat Der Kampf um öa$ Wahlrecht in Bremen. en zu treten sncken Frau Steg er hat wiederholt von dem Reichtum und I dem wertvollen Schmuck der Gräfin Wartensleben erzählt. In Berlin wurde der „Direktor" Martin B all, der Geschäftsführer der Netlame-Gesellschaft „Berliner Auchtellungs- Galerie", unter dem Verdacht des Meineids unb Verleitung dazu in Untersuchungshaft genommen. Ball soll auch v er- "ud)t haben, verschiedene Personen um sehr hohe mummen zu bringen. Es- soll sich um eine Gesellschaft von Bettugem handeln. I Zn S t. Gallen luurüe ein internationaler Gauner verhaftet. Er gestand ein, in Wien eine ganze Reihe von Zuwelendieb- stählen unb raffinierten Einbrüchen begangen zu ixtben. Genen den Verhafteten, der unter allen möglichen Ramen, als ^n-1 genieur, Künstmaler unb Arzt, tätig war, l^°n reiche intcntaticnale Steckbriefe erlassen worden. Durch die Beschlagnahme der Korrespondenz glaubt man einer großen I Schwindlerbande auf die Spur gekommen zu sein. ' Als der Czenstochauer Industrielle Josef Bauerertz mit feiner i Tochter auf seinem Wagen an der Station Myszkow (Polen) vorüber fuhr, wurde eine Bombe geworfen. Bauerertz wurde schwer verwundet, feine Tochter blieb unverletzt. . Am Mittwoch sind gleichzeitig in Wien tote in Subitalien, besonders in der ddähe des Aetna unb in Kalabrien, Erdstöße verspürt worden. . . Am 18. Februar brannte das königliche Theater in | Windsor mit seinem gesamten Material ab. Pariser Blätter behaupten, daß der deutsche Kronprinz zum großen Automobilpreis nach Dieppe m ö-rantreta) kommen werde. Von zuverlässiger Seite wird dazu bekannt gegeben, daß diese Wiclimng' vorläufig jeden Anhaltspunktes entbehrt. Ein Brandunglück hat die Funken-Telegraphen-Statwn am E i f f c 11 u r m zu Paris empfindlich geschädigt Ter Schaden wird auf 200 000 Franks geschätzt. Der Brand entstand im Tlynamoraum, svähreud versucht mürbe, den Funkenverkehr Laris- Takar illizuleiten. Das für den Dynamomitrieb erforderliche Petroleum entzündete sich und in wenigen Augenblicken war die Baracke mit ihrem kostbaren Inhalt verloren. , Ein Unglücksfall höchst merkwürdiger Art hat, wie aus Pottsville in Pemiwtvauien telegraphiert wird, die Arbeller der dortigen Midvalletz-Kohleiigruben betroffen. Sie schlugen die schwache Gesteins-Umhüllung eines unterirdischen SeeschlammrMens an und bie ausfließenden Schlamm-Massen versperrten die Ausgange des Bergwerks. 28 Bergleute sind eiugeschloNen Um sie zu befreien, muß ein neuer Zugang bis zu 3oO rMß tief gegraben werden. Man fürchtet, baß sie verhungern, ehe es möglich ist, auch bei Anipannung aller Kräfte diese Arbeit im Französifcheu und Engtischen, zwei an der Akademie verbrachte Semester auf die vorgeschriebene Studienzeit anzurechnen. Durch Ministerial-Erlaß ist ein Glcickies nun auch für b' ' - DCi’higi worden, die fiel) auf die Obertchrcrinn' zösifchen oder Englischen vorbereiteu wollen stnden auch Vorlesitngen und Ucbungcn auf dem Gebiete der Temperatur am 18.—19. Niedrigste „„ 18.—19. Februar 1908 Barometer aut 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Ferichtigkeit Wiiidrlchtung Windstärke Wetter laufen, <^®inerq| k.- d°i b- 3 SS SS«« »;>n * »«Alt gerupften 3 ^«5 ein wenig ^H'gen San« Ido eigenartigen N Zeil Ihle Saniecur ’Wotuc sch »neinheitlic ^^nlscheidnng J Ich in allen “ dieser Entsch ^nffung ^prozentuale, ^O bnmit ein ‘ r’i!ncc uefpnir Äehrh 5'4* Slbün: X *9 dm c**, Mil! ? gegen bie A Mftioi mit | Mtz der I kKhn9ebüi tMF- Bei eoÄ too* p|erntiii«il KZS sK rfNofHor LS Die he»n vorMgra Anläölich *ng der 21 jch in der ge, Di habe, s"" Deutung dieser Aqibiverschiedcl siebet flott jum M den bicheric Bier barer Zuzah in Vorzugsaktien liliolhen, ©tami ron gewShnlichen Seife .Ctaminak Dsnechie bei der kl Recht der vo eiümmbetrageS i 1 kiidfioerständlich Hrfammlung gene Her eingelrage Bei solchen i miet den Aktionö LiiMjorität geht sizuölanimaklia tuidenanspruchs Fäien zusammen «itzS anderes alt lec Forderungsree 6, d. h, der Akiic lOOOO Mk. versü m 6000#. 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