Erstes Blatt Mittwoch 23. Januar 1908 158. Jahrgang ‘Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten lut 25 50 Der Lietzener Anzeiger etlcbetm täglich, auß« Sonntags. - Beilagen: o ter mal wöchentlich in wollenen == Vk 0 Pfennig. 5 . sprechteilnehmcr L......----- lich bringen wird; erst bei mehr als ^Dienstag und Freitag); zweimal monatL (and» »nttchaftltchr öettfragen BezngSyreeS: monatlich 75 Pi., Dtertel- jälyrltd) Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- fährt, ausschl. Beslellg. Zeilenprers: lokal IbPf^ auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: «Ls»- isruerm-«»ir»uer iur wrcrvqicn ßtmaqme von Anzeigen V 1 • » * u. Land" und.lSenchts- gj Rotationsdruck und Verlag der vriihl'fchen Univ.-Vuch- und Steindruckerei. R. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schuiftratze 7. Anzeigenteu^^H."' HO <* “ Uhr nl '«alle#* »‘""ilienanit, ?' W™ Sultit [b,n Md Lhi» ~__A „ 500 „ „ 100 „ ilfw. -Tie Spannung von 100 bis 500 Kilometer Entfernung, innerhalb bereit gegenwärtig gleichmäßig die Gebühr von 1 Mi. gilt ift ziemlich groß. Auf Anregung au§ Hanbclskrcisen ,oll tun eine Zwischenstufe von 75 Pfg. für Gespräche auf Ent- iernungen von 100 bis 250 Kilometer eingeführt werden. Me Maßnahme wird nach dem bisherigen Verkehr einen Einnahme a u s f a l l von 130 000 Mk. mit sich bringen, burch . n aiio die Mebreinnahme aus den Ortsgebühren reichlich aus- ^glichen wird. Es ist anzunehmcn, daß die Ermäßigung zum großen Teile den Kreisen von Vorteil sein wird die durch llbschafsung der Pauschgebühren zu stärkeren Zahlungen im Ortsverkehr herangezogen werden. Für Gießen fällt in die neue 7o Psg. Zone der ganze rhe^ üsch-westfälische Jndustriebezirk mit ^üoeldorf, Barmen, Elber- !eld, Crefeld, Duisburg, Essen Dortiuund ferner Aachen Köln öonn, Trier, Saarbrücken, Metz, Straßburg (Els. , die ganze 'nheinpsalz, Worms, Mannheim, Heidelberg Karlsruhe, Stuttgart, Tübingen, Heilbronn, das nordwestliche^Bayern nnt Wurz- !urg, Bamberg, Fürth, Nürnberg, der größte ^eü von Thbrmgcn mit Meiningen, Eisenach, Gotl-a, Erftirt, ^^^!^ner Braunschweig, .Hannover, Osnabrück, Cassel, DnlesÄ^, Münster Westfalen) usw. Zusanlmenfasicnd kann behauptet.werden, da > den weitaus größten Teil der hiesigen p>>-rn- bie Reform eine Gebührenermäßigung mit iicy onngen wrro; erst bei mehr als 2000^Ortsgesprächen Mr uh öüebc für die jetzigen PausäMbul-ren-Teilnehmer eine Erhöhung (inlreten, die aber in vielen Fallen in der ^'rabwtzung der Gebühren für Gespräche nach auSwarts einen Ausgleich tutben hessische ZMite Kammer. Darmstadt, 21. Jan. Am Ministertisch: Minister des Innern Braun, Mini- sterialräte Becker, Usinger. Nach Eröffnung der Sitzung um lOVa Uhr verweist bas Daus eilte Anzahl „zur vorläufigen Beratung" gestellte Anträge und Vorstellungen an bie zuständigen Ausschüsse, darunter eine Vor- stelluiig um Errichtung eines AmtsaerichtS in Rüsselsheim, und um Erbauung einer Eisenbahn von Weinheim a. d. 23. nach Neaar- steinach, sowie ein dringlicher Antrag des Abg. Tr. ö" r e n a Y betr. bie Umleitung des Güterverkehrs von Mombach nach dem Niederrhein über die rechtsrheinische Linie. Abg Molthan begründet den letzteren anstelle des behinderten Antragstellers und weist auf die f dimere Schädigung der Gemeiiide Mombach hin; man müsse verlangen, daß die Regierung allen ihren Einfluß zur Beseitigung der ganz unverständlichen Umleitung der Güterzüge geltend mache. Abg. Adelung beklagt, daß. kein Vertreter bc5 Finanzministeriums zugegen sei, um sofort die Erklärung lster abzugeben, daß sie selbstverständlich für bie Beseitigung der Umleitung eintreten werden. Tie so hoch entwickelte landwirtschaftliche Kultur von Mombach werde dadurch aufs schwerste go- scl)üdigt. Abg. Bähr bespricht das mangelnde Entgegenkommen des preu ßis chen Ei senb a hnfisku s. Abg. Ulrich erklärt daS Verhalten desselben und besonders auch die Umleitung der landwirtsck)aftlick)en Produkte von Mombach über die rechtsrheinische Linie für eine „unerhörte Rücksichtslosigkeit" und verlangt, daß das ganze Haus geschlossen dagegen protestieren solle. Ter Abg. Bähr habe sich sehr milde ausgcdrückt, er hätte nur direkt sagen sollen, datz wir beim Abschluß deS GemcinschaftsvertrageS übcrS Ohr gehauen worden sind. Abg. Reinhart ist ganz damit einverstanden, daß die Regierung ihren stärksten Einfluß ausübe, um eine Abstellung vorhandener Mißstände m erreichen. Er müsse sich aber gegen dings auf Veranlassung von Reichstagsanregungen, die in Unkenntnis der wirklichen Verhältnisse eine unangemessene Verzinsung der Reichspostkapitalien annahmen. Die Zeetungsbei- lagen wurden im Preise verdoppelt. Nun kommt auch der Fernsprecher an die Reihe. Der Resormplan sieht zwar auch einige kleine Erleichterungen vor, aber zugleich bringt er ungeheure Verteuerungen eines bisher uneingeschränkten Verkehrs, an den man seit anderthalb Menschenaltern gewöhnt ist. Sehen wir nun einmal zu, wie der mene Tarif in bie Taschen der Fernsprechteilnehmer hineingreifen würoe! Tie Verbilligung für bie bisherigen Grunogebührenanschlüsse um 10 Mk. jährlich über um 2’/2 Mk. vierteliährlich kommt doch nur wenig in Betracht; daS wäre kein genügender Anlaß zu dieser Reform. Und da die meisten Teilnehmer über 400 Gespräche jährlich lüijrcn, so spielt wohl auch die Befreiung von deren Vorausbezahlung keine nennenswerte Rolle. Bei den Vauschgxbührenabonnenten von heute wird aber bie neue Gebührenordnung erstaunliche Aenderungen zeitigen, wenn )i2 nicht etwa auf bie meisten Gespräche verzichten wollem Gegenwärtig zahlen Vauschabonnenten in kleinen Siüdten mit 101 bis 200 Anschlüssen jährlich 120 Mk., und sie sprechen durchschnittlich rund 2000 mal im Jahre. Nach dem neuen Tarif würden es 50 Mk. Grundgebühr + 100 Mk. Gesprächsgebühr sein, also 150 Mk. im ganzen oder 30 Mk. mehr als jetzt. Bei dem kleinen Gesck)äftsmann des Städtchens, der noch mehr spricht als der Turchschnittsabonncnt, ist die Verteuerung meist noch weit größer. Wer jetzt für 150 Mk. 10 000 mal jährlich ober knapp 30 mal am Tage spricht — etwa jede Stunde dreimal, also in einem Geschäft mit mehreren Nebenanschlüssen und zahlreichen Personen gar nicht viel! — der hätte 540 Mk. jährlich zu zahlen. Der Akquisiteur und Agent, der Industrielle und Staufmaun, der Spediteur und Vermittler würden das sehr bitter empfinben. Bei 50 000 Gesprächen jährlich Hütte man fünf Anschlüsse zu bezahlen (= 500 Mk.) unb außerdem 2040 Mk. an Gesmäcbs- geoühren. Und bei dem Rekord von 100 000 Gesprächen jährlich wären es rund 5000 Mk. statt 180 Mk. Gewiß, es wird zweifellos heute manches entbehrliche Gespräch geführt, aber bas Geschäfts- und Privatleben hat auch seine wichtigen Imponderabilien, und man darf nicht vergessen, daß der telephonische Nachrichtenverkehr oft genug den Brief-, Personen- unb Güterverkehr in Bewegung setzt. Tie Aushebung der Zwei-Pfennig-- karte hat einen durchaus nicht immer unwichtigen Nachrichten- unb Geschäftsverkehr unterdrückt. Auch eine Verteuerung des Fernsprechers kann empfindliche Schädigungen zeitigen. Eine etwaige Reform müßte also sehr reiflich erwogen und geprüft werden. Die Denkschrift der Reichspost vermag von aem Vorhandensein eines zwingenden Anlasses zur Aenderung der seitherigen Gebührenordnung nicht zu überzeugen. In allererster Linie müßten bie Handelskammern gegen solche Verkehrserschwerungen Stellung nehmen. Tie Darmstädter Handelskammer crtlärle nach der „Tarmst. Ztg.", „daß es am erfreulichsten für Handel unb Gewerbe sein würde, wenn der seitherige Tarif beibchalten werden könnte. Sollte dies jedoch durchaus nicht angängig sein wegen der von der Reichspoftverwallung auf- gestellten Behauptung einer ihrer Leistung seitens der Gcfprächs- interessenten nicht entsprechenden Gegenleistung, so könnte sich bie Handelskammer nur unter bet Bedingung mit der gänzlichen Beseitigung des Pauschg-'bührentarlfs uno snuer Er etzuug burch Erhebung von Grund- und Gesprächsgebühren cinü^riianben erklären, wenn folgende Festsetzung der Gesprächsgebühren statt- finbet: Für jede Verbindung roirb eine Einzelgesprächsgebühr von 4 Pf. erhoben. Diese Gebühr muß sich, wenn in einem Rechnungsjahre von einem Anschluß aus mehr als 2000 Gespräche geführt würden, für die Gespräche von 2001 bis 6000 um je einen halben Pfennig auf 3Vs Psg. und für bie weiteren Gespräche um je 1 P g. auf 3 Pfg. ermäßig n. Hierdurch würde einesteils die Reichc-postverwaltung entsprechende Euinahmen erzielen, während anderenteils bie Verkehrsinteressenten nicht über Gebühr belastet werben würden." DaS deutsche F-crnsprechwefen hat sich seit der am 1. April 1300 in Kraft getretenen Gebühr en-Orbnrmg sehr stark entwickelt. Von 1881 bis Ende 1899 waren es bloß 195 078 angeschlossene FernspreMellen. In den folge-,iden sieben Jalnen wuchs diese Zahl um ca. 392 000, also aus 587 000 weitere Sprechstclleu. Mit Vahern und Württemberg waren eS noch beinahe 100 000 mehr. Es kommen von bcn 62 Millionen Einwohnern im Reich auf knapp 100 Menschen schon 1 Fern- precher. Es muß daher Pflicht der Reichspostverwaltting sein, Verkehrsmittel und -Weae nicht einznschränken, sondern nach Bedarf auSzubauen. Podbielski — der „Nichtfachmann" — hat auf diesem Gebiete doch unstreitig große Verdienste sich erworben ! __________ ber Fernspr--l»-btihrm wird in der S-ut-t. W nur für bie “großen ©eWäfte (W-r-nbLuirr. ^Skus. leuie usw.) in den Großstädten emtreten, tue etne Mehrbelastung Dohl vertragen können." | t prAH Tie Erhöhung der OrtStarife sollte 12 Millionen Mark herbeischassen. ES werden aber viel weniger sein. Em großer Verkehr von ca. 500 Millionen Poft endungen wurde damit aber aufs schwerste gesck)ädigt und teilweise vernichte^ Diese Maßregel bedeutet zugleich eine Un ahigkei serklarung drr Rci^- post ilnerseits auch nur teilweise dasselbe zu leisten, nms früher die Privatposten >wch mit Nutzen schassen konnten, bemerkt sehr richtig „Der Tag" dazu. Will man setzt mit Abiicht; dem Teil des Nachrichtenverkehrs, der sich nach der Unterdrückung der Zwci-Psemiigkarten wenigstens mittels des ^rn- spreckurs teilweise zu helfen suckst, auch das Lebenslicht ausbla en? Und das in einer Zeit drohenden wirtfchaftlicksen Niedergangs und empfindlicher Teuerung, wo man nach einer alten Regel der Staatsiöeislstit den Geschästsstvckungen gerade durch Verkehrserleichterungen vorbeugen muß! Was das Jahr 1900 an Reformen gebracht hat, wird anscheinend Stück für Stück wieder rückgängig gemacht. Ate Stan- psennigpostkarten und die billigen Ortsbrucksachentarife, die sich I vorzüglich bewährt hatten, wurden lurrerhand beseitigt, aller- ausgewogen. Tas Lelephonkapital der ReichSpost verzinst sich sehr gut, nicht mehr bloß mit vier, sondern bereits mit sechs v. H., wovon 2 Va v. H. als Ueberschuß über dem Normalzinssatz der Anleihen von 31/2 v. H. übrig bleiben. Tie Post un engeren Sinne — ohne Telephon und Telegraph — dürfte wohl eine Kapitalverzinsmig von 30—25 v. H. anstveisen. Ain Telegraph arbeitet die Post mit einem Defizit. In anderen Landern ist letzteres übrigens auch ber Fall. r, f,.r Umso erstaunlicher ist eö, baß man letzt die Pailschgebuhren beseitigen unb allgemein durch teuere Gesprächsgebühren ersetzen will in ber ausgesprochenen Absicht, bannt eine Einschräntung der Telephonbenutzung herbeizuführen. Wenn vereinzelt bie Pauschgebührenanschlüsse ungebührlich oft benützt werben, so mag man für solche Fälle eine Staffelung ber Pauschgebühren em- treten lassen; bas System selbst ist gut unb auch vom Standpunkt der Verwaltung durchaus berechtigt. Es ist deshalb berechtigt, weil es, richtig angewandt, den Verkehr, tn einem Maße belebt wie feine andere Methode der Tarifbemessung. Las ist der Grund, weshalb sich die Pauschgebührenbezahlung oder — was dasselbe ist — das System der Abonnements in Verkehrsanstalten aller Art durchgesetzt hat, besonders häufig bet Straßenbahnen, aber auch innerhalb der Elsenbahitverwaltung. Tie Monatskarten für die württembergischeli Eisenbahnen sind zwar der Pcrsonentarisresorm zum Opser gesallen, ledoch auch heute noch gibt es zahlreiche Abonnementskarten für Arbiter unb Schüler ans ben preußischen unb bcn übrigen beutscheii Eisenbahnen. Man kann also nicht sagen, baß bte Pauschgebubren auSbem Rahmen unserer ofsiziellen Tarifpvlitik herausnelcn. Unb man wirb es hoffentlich auch nicht als einen Grundsatz dieser Tarifpolitik statuieren, baß es weise sei, ben verkehr zu uertcuren, ohne bie Absicht einer Gewinnsteigerung, ju bem einzigen Zweck, bem Publikum bas Telephonieren abzngewohnen. Aus ber Reichs-Fahrkartcnstcuer hoffte man 50 Millionen herauszufchlagen. Aber nicht bie Hälfte biescr Summe wirb bas Reich heraus gewinnen, Preußen wirb vermutlich babci vcr- »tehencr§am«tenblAtrki iroeuual rvöchentLKteis» »latt für den «reis Stehen !ci!ße für sich schon ick 3s N. Dönges.” UMSTADT/ - Stützen - Treppen eit MÄhm stonkursverfahii' Dennögen bi Lusw. LolklM Rude» n'i inl°l5! m LemcinIchuldC"' 8ot|Wiueme= üeiche Berglen ' Mittwoch, Ski 1908, nach'int'^ dem Grobtserzoz- Gießen 3*n’^ anbrraunit. g>q «"-'»'M üeichSoorichla^"' des $fonfi'r'l3e[l; )M 16.>110S Losch- lSschrciber de- Zur Klärung ber ganzen Frage wird es jedenfalls gut fein, neben dieser Verteidigung der Pläne der Neichspostverwaltung auch eine gegenteilige Ansicht zu hören. Wir fügen baljer an dieser Stelle folgende Darlegungen au, die uns von einem anderen, mitten im Gefchästsleben fteheiiden Herrn gemacht wurden: Die Aendernng der Fernsprechgebührenordnung. Ter erste deutsche Fernsprechgebührentarif von 1881 wies für Anschlüsse bis zwei Kilometer als jährlichen Abonnemcntü- beitrag 200 Mk. auf. Seit 1884 zahlte man einheitlich 150 Mark jährlich, die dann seit 1891 für Anschlüsse bis zu 5 Kilonteter vorn Vermittlungsamte gelten. Tie Gefprachsanzahl war dabei unbeschränkt. Ter gegenwärtige Tarif trat bann am 1. April 1900 in Kraft. Dieser Tarif sieht bekanntlich eine Pauschgebühr mit unbeschränkt vielen Gesprächen vor, als auch ein Abonnent mit nichtigerer Gruubgebühr unb mit Gebühren für jebcs einzelne Gespräch, beibes nach verschicbcncn Größenklassen bcS Teilnehmernetzes abaeftuft. Nun gebeult uns plötzlich bie Neichspostverwaltung mit einem neuen, völlig unerwarteten Tarif zu beglücken. Die zu bieiem Zweck heiausgegcbene Denkschrift begründet ihn wie folgt: „Die Paufchgebührenzahlung hat ohne Zweifel zu einer Benutzung der Anschlußleitimgen geführt, bie über bad Maß des wirtschaftlich Notwenbigen ober Nützlichen weit hinausgeht. Wie bie tägliche Erfahrung lehrt, werden bie Pauschgebühren- Anschlüsse oft zu Gesprächen benutzt, bie aller Wahrscheinlichkeit nacl) ohne Schaben für bie Sache unterbleiben könnten unb auch unterbleiben würden, wenn sie einzeln bezahlt werden müßten. Insbesondere wird vielfach, was -sich in einem Gespräch zusammensassen ließe, durch verschiedene Gespräche mitgetcilt.' Es wird der Reichspoftweiivaltnng also zu viel telephoniert, sagt mit Recht die ,/Frkf. ,Z PoOm Ncicys-Postamt veröffentlichten Denkschrift fallen alle ^cil- ncömcr nach Maßgabe des Gebrauchs, bcn sie vom Fernsprecher -,nneben, zur Gebül-renzahlung herangezogen werben. Es ist satistisch seftgeftellt, baß von einem Pauschgebührenanickstuß aus hu Durchschnitt fünf Mal mehr Ortsgespräche geführt werben, cls von einem Grunbgcbührenanfchluß. Unter bcn Pauschgc- lihreii-Teilnehmcrn gibt cs aber eine große Zahl von folchen, ie ihren Anschluß bcfonberS weit über den Turchichnitt hinaus, -mm Teil über 50 000 Mal im Jahre benutzen; ein Teilnelmier "ku in einem Jahre sogar 100 000 Ortsgespräche von 1 einer 'Lprcchstelle aus geführt. Diesem Unterschied in der Benutzung der Anschlüsse entspricht Die jetzt geltende Abstufung der Gebühren nicht. Die 8iC- läuft dal)er darauf hinaus, die wenig Sprechenden zu Litlaften und die Teilnehmer mit lebhaftem Verkehr dafür stärker U-Lranzuziehen, Zu diesem Zwecke wird außer der Beseitigung -er Pauschgebühren eine Ermäßigung der Grund gebühr »orgcidjlagcn unb zwar in allen Stufen gleichmäßig um je Ist Mari Für Gießen würbe sich bie Grundgebühr hiernach aui L0 Mk. lährlich stellen. Ferner soll bie Verpflichtung aus- ^ehoven werben, baß jährlich eine gewisse Miubestzahl von Orts- <..ci ächen (5. 3t. 400) bezahlt wirb, mögen biese ftattgefunben ijaben 'ober nicht. Eine Anrechnung ber Grunbgebuhr ans bie Zahl ber erfolgten Gespräche, von ber in bem betr. Artikel ljhi 3. bs. M,ts. bie Rebe ist, hat auch bisher Nicht stattge- funben. A11 Gesprächs gebühren soll ber bisherige Saß bon 5 Pfg. für bie ersten 2000 Verbindungen eines jeSen Rech- rilingsjatzres beibchalten werben, dagegen sollen für die fol- ccnbcn Verbii'.dungcn von 2001 bis 6000 nur je 4 Va Psist uno i^cr UOOO zu je 4 Pfg. erhoben werben. (Tic Konscrenz., bic laitcr bem Vorfitze Krätkes ’ am 7. Januar in Berlin Itattianö, lat inzwischen bekanntlich biesen Satz von 5 Pfg. einheitlich Luf 4 Pfg. ermäßigt unb bic Grunbgebühr bei weniger als L00 Anschlüsse auf 40 Mk. herabgesetzt. T. Rcb.) Von „einer «rheblichen Verteuerung" beS Fernsprechverkehrs kann hrernaa) rim allgemeinen nicht bie Rebe sein, denn der vorgeichlagene Laris stellt sich für alle Teilnehmer, bie jetzt schon Grunb- uns «GesprächSgebühreli zahlen, günstiger als ber bisherige, da er ri?.;:cn Ermäßignngcii von 10 Mk. (HcrabsctzunA der ^und- ^ebüyr) bis zu 30 Mk. (Hinzutritt des Fortfalls der 400 ^flichtgespräche) gewährt. Eine Gebührenermäßigung erfahren '•err.cr die jetzigen Pauschgebühren-Tcilnchmer mit nicht befon- 2er? starkem Verkehr; für die Pauschgebührcn-Teilnehmer mit: ,.ohcn Gefprächszahlcn tritt eine Erhöhung der Gebühren cm. Unter Zugrundelegung des bisherigen Verkehrs würde der Taris ■für 60,5 Prozent aller Teilnehmer eine Gebührenermäßigung itrgeben, für bie übrigen eine Erhöhung. In Wirklichkeit wirb »aber die Zahl der Gespräche bei den jetzigen Pauschgebühren- -äi.schlüssen erheblich zurückgehcu und demeiitsprechend der Pro- iienifatz der Teilnehmer, die künftig weniger zahlm werden !cls bisher, noch steigen. Nach den Bereümungen ber Postverwaltung soll ver neue 'Paris allerbingS eine Mehreiunahme von 1000 000 Mk. ergeben, bic jeboch zu einem Gebühren nachlaß im Fer nverkehr benutzt werden soll. Tic in Aussicht genommene Reform ber Fernsprechgebühren stellt somit keine „arge Belästigung für bic Abonnenten" bar, fonbern erstrebt nur eine gleichmäßigere i lllmstigung von Leistung unb Gegeiilcistung. Tic Fern aebühren betragen z. Zt. auf eine Entfernung dis 25 Kilometer einschl. 20 P>g. Eichener Anzei General-Anzeiger für Oberhessen gertitpred) • Anschlüße: toi die Redaktion 113, Brr tag u. Expedmon 51 Der zweite Hofball in dieser Saison findet heute wurde dem ab» auf Nach einer Meldung des New-York, 21. Jan. „New York Hera Id aus Rio de Janeiro entstanden die Großherzog Angersbach, Die Kammer nimmt nunmehr die in der vorigen Woche gebrochene Beratung über die Vorstellungen inbetreff der Kreisvrrmeffnngs'amter und der Kreisgeometer wieder auf. Abg. Wolf geht noch einmal sehr eingehend das Thema ein und polemisiert gegen den Äbg. Heidenreich, der mit seinem Antrag die Verbilligung der Vermessungsämter, die er anstrebe, nicht erreichen werde. Redner erklärt sich nach wie vor für das Festhalten an den selbständigen Kreisvermessungsämtern. Tie Meinung, daß sich das Institut selbst erhalten müßte, teile er nicht. Tas könnte nur dann der Fall sein, wenn der Staat auch die von den Kreisvcrmessungsämtern ?,u leistenden Arbeiten bezahlte. Redner bedauert, daß sich die Regierung so schroff gegen den Antrag Heidenreich erklärt habe, die Grundgedanken hätte man wohlwollend prüfen können. Redner führt dann noch zahlreiche Einzelheiten aus der Praxis an und befürwortet einen Zusatz zum Ausschußantrag: „und daß die Tagegebühren für Feldarbeiten bei allen Feldarbeiten 17 Mk. betragen und diejenigen für Zimmerarbeiten erheblich herabgesetzt werden sollen". Abg. Ulrich stellt dem Vorredner gegenüber fest, daß die Beschwerden der Bevölkerung in den letzten zwei Jahren nahezu verstummt sind; es hätten nach den Erhebungen der Regierung von über 1000 Gemeinden nur 62 Klagen über das Vermessungswesen erhoben. Ihm sei Vieles interessant gewesen, was der Vorredner aus der Geschäftspraxis seiner früheren Kollegen hier erzählt habe. Redner empfiehlt, sich auf den Boden des Materials der Regierung zu stellen und schlägt vor, die 30 bis 35 Aemter auf 40 bis 45 zu erhöhen und eine Einheitlichkeit der Organisation unter einem Ministerium zu erstreben. Darauf wird die Debatte abgebrochen und auf Mittwoch früh 9 Uhr vertagt. * Ter angebliche Vertrauensmißbrauch, den man zunächst dem Mitglied des Gesetzgebungsausschusses Abg. Tr. Fulda vorwarf, weil er Berichte über die vertraulichen Verhandlungen der 6eiben Gesetzgebungsausschüsse über die Wahlrechtsvorlage in sozialdemokratische Parteiblätter lancierte, veranlaßte den S e -- niorenkonvent der Zweiten Kammer zu einer weiteren Sitzung, da sich herausgestellt hatte, daß diese Mitteilungen gleichzeitig auch, in anderen Blättern erschienen waren. Es soll nunmehr die Erste Kammer benachrichtigt werden, daß die erfolgte Veröffentlichung durch ein Mißverständnis zweier Abgeordneter erfolgt sei. ti'Uwoe ’n ihren, y je fünf ttstcheii sorvie in Tie Ein Preisger Heimat-, sichligune Hauser i Preisnern 1908 itatt an Geh. 5 finben bu Gartenbau orte imm slandmL i zur Sorbe und baß eine befb sich auch bei Gart abend im Alten Palais zu Darmstadt statt. ** Pfarrpersonalien. S. K. H. der haben dem Pfarrverwaller Johs. Hoehne zu die coang. Pfarrstelle daselbst übertragen. ** Lehrerpersonalien. Uebertragen Aus Stadt und Cand. Gießen, 22. Jan. 1908. Vom Gießener Juftizgebändc. Im I u st i z g e b ä u d e soll die Einführung einer Zentralheizung erfolgen, für die im neuen Staatsvoranschlag 24 200 Mark und ferner für eine Hausbeschließer- wohuung beim Justizgebäude 10 000 Mark angefordert werden. Die Heizung im Justizgebäude wird in Ansehung der für das Schwurgericht bestimmten Räume durch eine Warmluftanlage, im übrigen durch 55 meist alte, abgenutzte, sehr verschiedenartige Lesen bewerkstelligt. Diese Einrichtung gibt, wie zur Begründung der Forderung betont wird, schon seit langem zu berechtigten Ablagen Veranlassung; denn abgesehen von der hierdurch bedingten erhöhten Feuersgefahr, dem un- verhältnißuiäßig großen Kohlenvcrbranch und der ungleichen Erwährmurrg der einzelnen Räumlichkeiten, bildet die Besorgung so zahlreicher Feiierungsanlagen eine kaum zu bewältigende Aufgabe für den Hausbeschließer. Eine Abhilfe läßt sich nur durch die Einführung einer Zentralheizung schaffen, deren Betriebskosten sich nicht höher belaufen werden als die der jetzigen Lokalheizung. — Die Errichtung des Hausbeschließergebäudes ist, da im ehemaligen Justizgebäude die Räume längst unzureichend sind, auf dem daran angrenzenden Gartengelände in einer Lage geplant, daß von dem Neubau aus die vordere Seite und die Eingangstür des Justizgebäudes übersehen werben kann. 3 um 9teubau eines Amtsgerichtsgebäudes werden für Erwerbung von Gelände für den Bauplatz 60 000 Mk. gefordert. Zur Erläuterung dieser Forderung wird bemerkt: rüchte über ein geplantes Attentat auf die amerikanische Kriegsflotte dadurch, daß ein deutscher Dampfer Chemikalien für Zündholzfabrikation gebracht hatte. Auch nach Meinung von Marineautoritäten war fein ernstes anarchistisches Attentat geplant. Die Aus- sührung eines solchen wäre in amerikanischen Häfen leichter gewesen. Deutsches ReLetz. Berlin, 21. Januar. Tas Abgeordnetenhaus setzte heute die zweite Etatberatung fort und verwies zunächst den Etat der Seehandlung an die Budgetkommifsion zurück. Tann wurde der Etat der Münzveriva ltung und eine Anzahl kleinere Etats erledigt. Hierauf wurde die Debatte über den Landivirtschafls-Etat fortgesetzt und die ordentlichen Ausgaben genehmigt. Nächste Sitzung Donnerstag. Konservative Bankdiskont-Interpellation, Automobil-Antrag, Antrag Hitze (Zentrum) wegen Sienbcrung des Einkommensteuergesetzes und Fortsetzilng der Etatberatung. ^"«11 iörigJ^nt, In dem Justizgebäude in Gießen sind in dem Erdgeschoß daS Amtsgericht, in den beiden oberen Geschossen das Land, gericht und die Staatsanwaltschaft nntergebracht. Für dies, sämtlichen Behörden sind die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten unzureichend. Am schlimmsten ist der Platzmangel bei dem Amtsgericht. Obwohl für die Zwecke der Grundbuch- anlegung besondere Räume in einem benachbarten Hause crmietet, der Amtsanwalt und sein Personal in den für das Schwurgericht bestimmten Räumen im obersten Geschoß untergebracht und im Erdgeschoß alle irgend in Betracht kommenden Räumlichkeiten, wie Beratungszimmer usiv. zur Unterbringung von Beamten herangezogen worden sind, fehlt es an der erforderlichen Anzahl von Richterzimmern, ein zureichenden Lokalitäten für die beiden Gerichtsfchreibereien, für die Akten, die Bibliothek usw., nicht minder an geeigneten Warteräumen für Anwälte und Publikum. Unter Zugrundelegung bei dermaligen Bedürfnisse würden für das Amtsgericht das Landgericht li. die Staatsanwaltschaft zusammen etwa 40 neue Dienst- räuine zu beschaffen sein. In dem jetzigen Juslizgebäu.de ist dies nicht angängig. Es muß daher ein Neubau auf zu eriverbendem Nachbargelände in Aussicht genommen werden, der lediglich den Zwecken des Amtsgerichts zu dienen hätte, während das jetzige Gebäude ausschließlich dem Landgericht und der Staatsanwaltschaft bei diesem Gericht zu überiveisen wäre. Ilitta sand nicht statt. Trupps von Demonstranten veranstak- teten Um-züge. Auf der Marschall- und Krvnprinzenbrucke sowie in der Karlstraße und ber Königgrätzerstraße ereigneten sich ernstere Zusammenstöße mit ber Polizei, Siebte blanke Waffe gebrauchte. Die Exzebenten waren meist halbwüchsige Burschen. Vor einem Hause am Schiffbauerbamm er* hielt ein Schutzmann einen Schuß in ben Mantelkragen. Er selbst wurde Nicht verletzt. Tie Hauptexzedenten wurden ver- haftet. — lieber die Vorgänge m Hannover wird uns gemeldet: Mittags waren etwa 600 Arbeitslose vor dem Ge- schästshause einer Zeitung versammelt, um den dort ausgegebenen „Arbeitsmarkt" in Empfang zu nehmen. Einer der Arbeitslosen wurde gegen einen die Ruhe aufrecht erhaltenden Schutzmann tätlich, so daß der Beamte gezwungen wurde, von dem Säbel Gebrauch zu machen. Daraufhin drangen mehrere Arbeitslose mit offenem Messer auf ben Beamten em. Einer ber Exzedenten wurde so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus gebracht werben mußte. AusLassd, London, 20. Jan. In dem Wahlkreise Mittel- Devonshire, wo ber konservative Tcn.ifceformer am Samstag den Liberalen das Mandat entriß, brachen große U n =- ruhen aus, die bis Sonntag abend anbauerten. Während der Nacht von Samstag auf Sonntag waren die kleinen Städte und Dörfer m diesem Wahlkreis fast im Kriegs- zustand. Tie Unruhen erreichten ihren Höhepunkt in Newton-Abbot, wo viele Gewa lttaten verübt würben. Em hervorragendes Mitglied der lokalen konservaliven Organisation würbe tot aus dem Fluß gezogen. Er scheint das Opfer eines politischen Attentates geworden zu sein. Eine liberale Volksmenge bewarf die Häuser ber Konservativen mit Steinen und griff den konservativen Klub in Newton Avbot an. Gestern mußten viele Opfer der Unruhen ins Krankenhaiis gebracht werden. — Eine Kriegslist der Frauenrechtlerinnen ist von einer Zeitung entdeckt worden. Es wnr beschlossen worben, daß eine der Frauenrechtlerinnen in Niänncr- kleidern das Parlament betreten und eine Rede halten sollte. Zii diesem Zwecke war eine Wahlrechtlerm bestimmt worden, die mit einem sozialistischen Abgeordneten große Aehnlichkeit hat. Hüll, 21. Jan. In einer heute abgehaltenen Versammlung ber Arbeiterpartei würbe ein sozialistischer Antrag eingebracht, bas Statut ber Partei dahin abzuälidern. baß als ihr letztes Ziel bie B e s e it i g u ng bes Kapitalismus und bic Verstaatlichung des Eigentums auf- z u st eilen sei; ber Eintrag würbe mit 951 000 gegen 910000 Stimmen abgelehnt. Paris, 21. Jan. Abbul Asis hat seinen älteren Brub er 2)1 u l e i) NIu Hamed, den er seit seiner Thron-' besteigung im Jahre 1894 gefangen gehalten hatte, nunmehr frei gegeben. Muhameb erfreut sich bei ben Nomaden Nordmaroklos großer Beliebheit. Die Voss. Ztg. meldet au§ Tanger: Nach hier umlaufenden Gerüchten hätten bie Franzosen bei Settat eine Nieberlage erlitten und 35 Tote und 35 Verivunbete gehabt. Es heißt ferner, baß sie Settat wegen Munitionsmangel hätten aufgeben müssen. Petersburg, 22. Jan. Eine Vorlage, betreffend die Erneuerung der russischen Flotte wirb demnächst ber Reichsduma zugehen. Das Marineministerium beansprucht für biefen Zweck 41/2 Milliarben Mark, bie auf 15 Jahre verteilt werben sollen. Die Duma wirb bie Vorlage in bieser Fassung ablehnen. Li bau, 21. Jan. Neuerdings ist eine Matrosenmeuterei ausgebrochen, die jedoch vom Militär unterdrückt würbe. Zahlreiche Verhaftungen würben vorgenommen. itl®blt,' ber»“5 in I*”1 --W' ~ Mindidce tuipan' el werben to1 Pttüe rrß, 'Miel fünfte 'Ji° 3 Preis n nut D- ' o. M. «'ll in Gieven in Beän' Scknew ©ult. mit 242 238 W o $eiri hi Giev< 3. Aill)- Gieße" ! Hch. Heß Medaille Jean Ro tzeichnve Kir herv> Will). ® eine höd ** ! des Ae für 19t vonh' straße berg i Verlsiltr straße ge mit Siu bewerb i gelangte! der ar gelegne dem ist Sienog ’M Me maßlosen Uebertrcibungen bes Abg. Ulrich verwahren, die er nur als Entgleisungen dieses gewiegten Parlamentariers bezeichnen könne. Tcim derselbe kenne genau die Vorteile, bie wir bei ber Gemeinschaft erreicht haben. Auch die Arbeiter- - Verhältnisse seien bei der Gemeinschaft wesentlich bessere geworden. .. Präsident Haas weist darauf hin, daß mit derartigen schroffen Ausdrücken nichts erreicht, sondern nur die Stimmung noch mehr verbittert werde. Minister Braun erklärt, obgleich er in der Sache nicht zuständig sei, so wolle er doch als Mitglied der Regierung entschieden Verwahrung einlegen gegen die Bemerkung, daß die Regierung beim Abschluß des Gemeinschaftsvertrags „übers Ohr gehauen" wurde. Er frage den Herrn Präsidenten, ob bieser den wiederholt gebrauchten Ausdruck gehört hat und für zulässig hält, den Abg. Ulrich noch mehr unterstrichen hat. Es sei nicht des Redners Sache, festzustellen, ob diese Ausdrücke noch varlamentarisch erlaubt sind, er müsse aber für seine Perfon und im Namen der Regierung aufs schärfste und nachdrücklichste Verwahrung einlegen. Präsident Haas erklärt, er habe den gerügten Ausdruck nicht gehört. Wenn er gefallen sei, so muffe er ihn als parlamentarisch unzulässig bezeichnen und zwar, umsomehr, als ja auch die Mehrheit des Hauses dadurch betroffen wird. Abg. Ulrich bemerkt, daß er sich mit den optimistischen Anschauungen des Abg. Reinhart nicht einverstanden erklären könne. Er bleibe bei feinen Ausführungen und sei überzeugt, daß Preußen sich auch nicht bedenken würde, ähnliche Verträge wie mit Hessen auch mit anderen süddeutschen Bundesstaaten abzuschließen. PreußeA' würde vielmehr alle zehn. Fmger darnach lecken, wenn es noch mehr solcher Verrruge abschließen könnte. Die anderen Staaten würden sich dafür bedanken. Auch in Offenbach sei zuerst eine Menge Leute mit dem Vertrag zufrieden gewesen, jetzt, nach den neuen Umleitungsprojekten, finde man doch ein großes Loch darin. Abg. Köhler bringt ebenfalls Beschwerden gegen den preuß. Eisenbahnfiskus vor. Der Vertreter Hessens in Berlin fei, zu alt „um sich noch auf die Hinterbeine zu stellen". Tort müßte ein Jüngerer für die hessischen Interessen eintreten. Abg. Raab meint, Preußen scheine es geradezu auf eine systematische Schädigung der hessischen Interessen abgesehen zu haben. Abg. Breidenbach beklagt bei dieser Gelegenheit, daß trotz aller Beschwerden und Klagen die schweren Mißstände auf dem Bahnhof zu Friedberg noch immer nicht abgestellt wurden, trotzdem sie allseitig als ber Abhilfe bedürftig anerkannt wurden. Präsident Haas unterbricht den Redner und bemerkt, es werde mit dieser Bemerkung einem befreundeten Bundesstaat eine böswillige Absicht unterschoben, er müsse dem Redner eine Rüge erteilen. Abg. Bähr polemisiert in umständlicher Weise gegen den Finanzminister und meint, derselbe sei wohl nur deshalb nicht zur heutigen Sitzung erschienen, um der Tebatte aus bem Wege zu gehen. Ministerialrat Tr. Becker erwidert, der Minifler habe auch noch anderes zu tun, als in der Kammer Rede zu stehn, er sei in einer anderen wichtigen Sitzung beschäftigt. Uebrigens habe doch kein Mensch wissen können, daß der vorliegende Gegenstand nicht, wie sonst stets üblich, einfach dem zuständigen Ausschuß überwiesen werden würde. Aus die Bemerkungen des Abg. Bähr, der Minister sei der Tebatte absichtlich aus dem Wege gegangen, die Regierung denke, laßt nur die in der Kämmer immer reden, wir machen doch, was wir wollen, sowie auf die vom Redner noch unterstrichenen gerügten Worte des Abg. Raab bezüglich der systematischen Ausbeutung Hessens erwidert Redner, er müsse es ablehnen, aus das Niveau des Abg. Bähr herabzusteigen. Derartige Beleidigungen der Negierung sollte auch ein Abgeordneter nicht aussprechen, der nicht zu den Gelehrten des Hauses gehört und von denen der Abg. Bähr einmal sagte, sie verständen es, ihre Rügen in feinere Formen zu kleiden. (Heiterkeit und Bravo!) Nach weiteren tSernerfunken ber Abgg. Ulrich, Bähr und einer Entgegnung des Ministerialrats Dr. Becker schließt bic Debatte. Weil ein Antrag auf Verweisung des Antrags Dr. Frc- nay an einen Ausschuß nicht gestellt wurde, wird geschäftsord- nungsmäßig der Präsident einen Referenten dafür bestimmen. Lehrer Jak. Jacquernar zu Velbert (Rlxsinpreußen) eine Lehrerstclle an ber Genieinbefchule zu Flomborn. Erledigt ist bie mit einem cvang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber Gemeinbeschule zu Lindenstruth. 2)lit der Stelle ist Lektordienst verbunden. ** Für ibi e Sitzung ber StadtverordneteN4 Versammlung am Donnerstag, 23. Jan., nachm. 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung vorgesehen: 1. Auslosung von Schuldverschreibungen. 2. Baugesuch von Otto Schaaf für den Seltersweg. 3. Baugesuch der Firma Winn u. Co. für die Bahnhofstraße. 4. Gesuch von H. Musch um Genehmigung zur Einrichtung eines Kellerraums auf früheren Stadtbachgelände. 5. Gesuch des W. Kilbinger um Genehmigung zur Ueberbrückung des Schoorgrabens in der Süd-Anlage. 6. Tieferlegung eines Entwässerungsgrabens bei der Irrenanstalt. 7. Schutzstreifen bei ber Irrenanstalt. 8. Beleuchtung des Schlachthofes. 9. Beleuchtung des Polizeigesängiiisses. 10. Gesuch des Georg Bichler um Verpachtung eines städtischen Flutgrabens zur Füllung seiner Eisteiche. 11. Abortanlage bei ber Stabtknabenschule. 12. Untersuchung der Blitzableiter. 13. Genehmigung von Rechnungen. 14. Viehzählung, hier Vergütung an bie Zähler. 15. Tie Ausführung bes Reichsgesetzes bei Abänderung der Gewerbeordnung Dom 30. Juni 1900. 16. Beurlaubungen der städtischen Arbeiter. 17. Voranschlag der höheren uno erweiterten Mädchenschule. 18. Voranschläge für Straßenbauten für 1908. 19. Herstellung eines Bürgersteigs an der Nordseite der Marburger Straße. 20. Gesuch des Ph. Heinr. Keller um Erlaubnis zuw Schankwirtschaftsbetriebe auf der Eisbahn. 21. Desgleichen des Moritz von Zwerger für das Haus Burggraben 9. 22. Desgll des Karl Röfinger für das Haus West-Anlage 64. 23. Desgl. des Jakob stttstl für das HauS Neuenweg 28. 24. Desgl. des Ludwig gen. Georg Ehrhardt für das Haus Ludwigsplatz 15. 25. Desgl. deS Eberhard Vianden für Saitbgraf Philipp-Platz 10. ** Ausstellung für bas Gastwirts-Gewerbs und Kochkunst-Ausstellung. Bisher sind aus Gießen und ber Provinz bie Anmeldungen verhältnismäßig spärlich. Was aber zur Anmeldung gekommen ist, verspricht eine ganz außergewöhnliche Augenweide zu bieten. Nicht weniger als sechs Prunk- und Hochzeitstafeln sind bisher von Gießener 'Ausstellern in Aussicht gestellt, darunter zwei von ben beiden hiesigen Kellnervereinigungen, bie gegenseitig in Konkurrenz treten wollen. Oie hiesigen Metzger haben sich vereinigt, um einen hochmodern eingerichteten eleganten Metzgerladen mit allen technischen und maschinellen Einrichtungen für den Handverkauf auszustellen. Besonders zu begrüßen würde es sein, wenn, der Anregung des geschästSführenden Ausschußes entsprechend, es sich ermöglichen ließe, neben der Kochschul- Abteilung der Aliceschule auch die beiden Klassen der Kochschule unserer Stadtmädchenschule an der Ausstellung zu beteiligen. Die Nachfrage nach Ausstellungsräumen hat besonders von außerhalb unserer Provinz von Tag zu Tag zugenommen, so daß die Interessenten aus Gießen und Oberhessen, die die Ausstellung beschicken wollen, gut tun, mit ihren Anmeldungen nicht zurückzuhalten, da die Auswahl günstiger Plätze immer knapper wird. Die Anmeldungen werden der Reihe nach berücksichtigt. — In der gestrigen Liste der Ehrenförderer sind Regierungsrat We lcke r von hier, Hoftraiteur Poser von Reuß und Bahnhofsrestaurateur Fritz Avieny in Butzbach nachzutragen. ** Der Gastwirt Peter Prell, der Inhaber der „Stadt Mainz", ist am Montag abend gestorben. Mit ihm ist ein Gießener Original aus dem Leben geschieden, das weit über unsere Provinz hinaus bekannt war. Prell war in Krefeld geboren. Er war gelernter Seidenweber, diente beim Kaiserin Augusta-Regiment, das damals in Coblenz in Garnison lag, und hat den Feldzug von 1870/71 mit» gemacht. Verwundet wurde er nach Gießen ins Lazarett verbracht, in bem er feine spätere Gattin kennen lernte, eine Gießener Bürgerstochter, bie als freiwillige Krankenpflegerin tätig war. Nach Beenbigung des Krieges heiratete Prell und übernahm bas Gasthaus zur „Stabt Mainz" am Kreuz- platz, das bic Prellschen Eheleute bald zu hoher Blüte brachten. „Pitter", wie man den Wirt zur „Stadt Mainz" nannte, hatte stets vorzüglich gepflegte Biere und feine Frau hielt auf eine gute Küche, aber das allein veranlaßte nicht die zahlreichen Gäste, Offiziere, Professoren, Studenten, Kaufleute, Handwerker und Landwirte, in der „Stadt Mainz* Einkehr zu halten. Anziehungskraft übte die originelle Derb- heit aus, womit der Prell seine Gäste zu behandeln pflegte. Besonders waren eS bie „Reiseonkels", bie in Gießen zu tun hatten, bie gern und oft in der „Stadt Mainz" Gast machten, um sich über die jokosen Em- und Ausfälle des Wirtes zu amüsieren. Mancher Reisende blieb, wenn er „Pitter" gerade bei guter Laune antraf, bis zur späten Stunde sitzen und nicht selten kam es vor, daß die Gäste über die Barschheit des Wirtes Tränen lachten. Viele Episoden aus Prells bester Zeit sind heute noch bekannt, die verdienten, von einem Chronisten verzeichnet zu werben. Peter Prell, bem seine Gattin im Tode vorausgegangen war, hat m ben letzten politifcb« Cagesfcbatu Demonstrationen Arbeitsloser. In Berlin und Hannover haben gestern Temonstrationen Ar- bettsloier stattgefunden. Als sich in Berlin gestern nachmittag gegen 4 Uhr ungefähr 2000 Arbeitslose gegenüber dem Reichs- tagsgebaude auf dem Schiffbauerbamm zmammengefunden hatten und von der Polizei zerstreut werden sollten, wurden von dem Neubau des Operettentheaters Ziegel gegen die Polizisten geworfen, worauf die Schutzleute blank zogen. Während eine Anzahl Schutzleute von der Brücke aus auf bic Temoii- einhieb, drang auf der anderen Seite eine Abteilung berittener Schutzleute ein, die ebenfalls blank gezogen hatte Wie die in der Nähe befindlicl)en Personen behaupten, soll auch em Fe ue rw e r ks kö r pe r explodiert lern, der vielleicht von den Schutzleuten für einen Schuß gehalten wurde, woraus diese auf färntiidje Leute einschlugen von denen eine Anzahl am Kvpfe verwundet wurden. — Tie Polizei jperrte die Arbeit auf dem Neubau. — Ein- zweite Meldung besagt: Tie von etwa 8500 Personen besuchten Versammlungen von Arbeitslosen wurden teilweise wegen Lokaiübersüllung xrotv Sellich geschlossen. Die einberufene Anarchistenversamm - Dorfeld. Es ladet freundlichst ein ö LVUliyVI^VIIVI veewoej Programm: Geistliche Mnsikauiiührmig des Leipzig. Soloquartetts für Kirchen-31usik unter Mitwirkung des HerrnOrganisten 0. Görlach zu Giessen, zum 8esieu lies Mlgemsiuen Vereins liir Armen- und Krankenpilege, am 29. Januar 1908, abends 8 Unr, - in der Stadtkirche zu Giessen OrigLnai-DrahtnreldungeA. Bochu in, 22. Jan. Wie der „Bergknappe"", das Organ der christlichen Gewcrtvereine, mitteilt, hat der Bochumer Verein eine lOproz. Lohnherabsctzu ng angekündigt. Gleichzeitig sind auch auf den Zechen des Bochumer Bezirks die Schicht- löhne um 40 Pfg. gekürzt worden. M a g d e b u r g , 22. Jan. Hier fand eine von der freisinnigen Vereinigung cinberufene Volksversammlung statt, in welcher Theodor Barth unter dem stürmischen Beifall einer mehr als 2OOOköpfigcn Zuhörerschaft über die Wahlrechts fra ge sprach ES wurde eine Resolution angenommen, in welcher jebe weitere U n t e r st ü 1) u n g der Bülowscken Blockpolitik durch freisinnige Parteien als eine charakterlose Verleugnung der demokratischen Grundsätze bezeichnet und ein Zusammenwirken aller demokratischen Elemente verlangt wird, um die r e a k t i o n ä r e n W i d e r st ä n de g e g e n e l n e g r u n d- liche Wahlreform in Preußen zu durchbrech em Zwei sozialdemokratische Redner erklärten sich für em Zusammengehen mit dem Liberalismus un Kamps um das Wahlrecht aus. Paris 22 Jan. Ter Disziplinarrat der Advokatenkammer beschloß, den A'n t i m i l i t a r i ft e n Herve, der kürzlich zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde, aus der Liste der Advokaten zu streichen. . Toulon, 22. Jan. An Bord des Panzerschiffes Victor Cxi.™ faiiden gestern nachmittag Schieß versuche mit dem • n 4 7-Millimetergeschütz statt. „Eines der Geer plodi er te, nachdem wenige Schüße daraus abge- waren. Verletzt wurde niemand, trotzdem die trümmer weithin flogen. Monaten seines Lebens schwer leiden muffen, so daß man ifyn die ewige Ruhe von Herzen wünschen kann. Seine Binder, 2 Söhne und 2 Töchter, beweinen einen um sie “reu sorgenden Vater. •• Vortrag. Wir machen nochmals aufmerksam auf dm heute abend 81/t Uhr im Cafö Ebel stattfindenden Vor- ircag des Bodenreformers A. Pohlman-Hohenaspe. — Das Gießener Kolosseum, dessen gegenwär- lazes Programm übrigens recht gut ist und einen Besuch d urchaus verdient, veranstaltet am nächsten Mittwoch, 29. Jan., im seinen sämtlichen Räumen einen großen Subskription Maskenball, 311 dem, wie uns von der Direktion mit- gjüeilt wird, ein besonderes Komitee schon seit längerer Zeit : größere Vorbereitungen trifft. Der Saal wird eine der Grundidee des Balles „Em Hof-Maskenball beim Kaiser von £apaiifl entsprechende Dekoration erhalten, zwei Ballorchester Haffe® (coffeinhaltig) wöchentlich frisch gebrannt, von hervorragender Güte unb| Wohlgeschmack empfiehlt das Pfund zu 100, 120, 140, 160, 180, 200 Pfg. I355 Kooert Stuhl, Neustadt 23. Kindes hatten nichts bemerkt, da der "junge Mensch bei ihnen zur Miete wohnte. — Selbstbezichtigung. Ein hiesiger Vereinsdiener meldete sich gestern bei der Kriminalpolizei und verlangte verhaftet zu werden, weil er die erhobenen Mitgliederbeiträge von 40 —50 Mk. unt erschlagen und für sich verbraucht habe. Seinem Wunsche wurde der Geringfügigkeit des Objektes wegen nicht entsprochen, wohl aber wurde Anzeige gegen ihn erhoben. r Schotten, 20. Jan. Auf Veranlassung des Proseffors Bender in Frankfurt a. M. hat sich dort ein Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs gebildet, der heule bereits 170 Mitglieder zählt. Diese Sektion unternahm heute einen Ausf luq auf den Hoherodskopl, den 45 Herren aus Frankfurt schlossen sich noch einige aus Scholten, Nldda 20. an. Bei prachtvollem Winter- metler err-ichte man kurz nach 12 Uhr das Klubhaus, woselbst einige Skier aus Gießen bereits anwesend waren. Während des Mittagessens begrüßte Forstmeister Diesenbach, der Vorsitzende des Gesanuvereins, die Sektion Franksurt auss herzlichste, worauf Prol. Bender erwiderte, daß die Liebe zur Heimat es fertig gebracht habe, eine so stattliche Anzahl Oberhesjen m Frankfurt zu einer Sektion des V.H.K. zu vereinigen. Und dieses neue Glied des Vereins wolle es sich angelegen sein lassen, die schöne Heimat recht 01t in großer Anzahl zu besuchen. „Vater Bender" ist em Genie, empfänglich für alle E.«drucke, weiß er immer neue Freude zu bereiten. DieSektion birgt innerhalb ihrer Mitglieder Kräile, die sofort ein abwechslungsreiches Programm leiten können. Von besonderem Interesse war ein neues Hejsenlied, das ein Mu- glied dieser Sektion gestiftet hat. Um 5 Uhr langte man wieder m Schonen an, wo int Gaslhause zur „Traube" ein zwangloses gemütliches Zusammensein ualuand, woran auch Schollener teil-- nahmeii. Sier begrüßte noch der Vorsitzende der Sektion Schotten Dr. Scheibel die neue Sektion Franksurt; Proiessor Bender wendete sich, die Gelegenheit benutzend, an Landiagsabg. Dr. Weber, er möge doch anregen, daß Schotten von Frankfurt aus besser, d. h. rascher zu erreichen wäre. Em Mitbegründer des V.P.K., Rendant Wolsschmidi zu Schollen, begrüßte die neue Sektion herzlich und erörterte die eigentliche Gründung des Vereins, wobei pch heraus stellte, daß er selbst un Jahre 1882 die erste Tneb- •t°n bfc Mhm i" ^ngersba^ en wurde ben -'"Mußen) tini ,m‘ Erledigi e Oehrerslelle an 11 der Stelle \\\ i)t <>- Ä tu "“"’s* ' cs nn l ±bli '»la ‘ ‘»"9 k ÄnbeiiiDm tl,b«u auf i“ inintn «« W. dielt sich übcv das' Benchänen auf und bezeichnete dieses als flegel- und schlotenhaft und zwar so, daß es G. hören mußte. G. sprang sofort auf W. zu und dieser erhob sich in der Annahme, er werde vor die Türe gebeten. In diesem Moment er. hielt er von G. einen Schlag ins Gesicht, der von W. nicht erwiedert wurde, da er eine allgemeine Prügelei verhüten wollte. Am andern Morgen ließ W. seinem Gegner eine schwere Pistolen- forderung überbringen, die aber vom Ehrengericht nicht genehmigt wurde. Dieses chielt einen Zweikampf mit Säbeln ohne Binden umd Bandagen für angezeigt, welchem Spruch sich W. fügte. W. focht mit den Waffen des Korps Hassia und G. auf solche der Resormburschenschaft Arminia hier. W. trug mehrere leichte Verletzungen davon, während G. unverletzt blieb. W., der Reserveoffizier ist, hat das Kriegsgericht in Düsseldorf zu einer Festungshaftftrase von vier ALonaten verurteilt, während G. sich vor der Strafkammer verantworten mußte. Ta er durch sein Verhalten den ganzen Vorfall hervorgerufen hat, hielt das Gericht für ihn eine Festungshaftstrafe von f ü n f M 0 n a t e n f ür angezeigt. Die Stenographen - Gesellschaft Gabelsberger Mittwoch, den 23. d. Mts., abends '/-» Uhr, i> ihrem V-reinSlekai „Hotel Einhor»" für Domen und Herren Lehrgänge für Stenographie u. Schreibmaschine. Gefl. Anmeldungen an den 1. Vorsitzenden, Wolfftr. 4, oder H Beginn des Unterrichts erbeten. K. ließen, 18. Iammr 1U08- Vorstand. h ItirpäTIiisÄi. (Medizinische Klinik, Klinikstratze) Sprechstunde: Jeden Donnerstag abend 6—7 Uhr. Unentgeltliche Untersuchung von Lungenkranken und Atme- iirigen von Lungenkranken. . Ausgabe von Atleilen für Mutua6uic m ^euitattei. Ratschläge für Kranke und ihre Angehörigen »ur-bermeiouug Don Ansteckung. ’eiorbneten« naLm. 4 Ul)r, ir W von Schuld slll bin Selters» für bie Bllhnhoj» tigung zur Gin- ichgelänbe. 5. & liberbrüclung bti ^Mg eines Lchutzstteisen fy ckilhofes. 9. !&, bes Georg BiÄa ur Mung feinet tischule. 12. Un- von Rechnung. r. 15. Tie W> c Gewerbeorbnuiu er slübtischen ät- titcilen Müdcher, r 1908. 19. S» ! ber Murburgll n Grliuibnis zur . Tcsgleichen bd .. 64. 23. Tcsgl 21 Desgl. M llubioigsdüch lö. Wivv-M 11 ritz-Gewcrbt sind aus ®ießn ismätzig spärlich spricht eine gtm| licht weniger als er von Gießenci i von ben beide' ig in fionfunen: sich vereinigt, un Metzgerlaben riil en für ben Hand« tu würbe es fein, ; Ausschusses ent» -n bet Kochschul- fassen der Koch- iussiellung zu b-' nien hat befonber= Zag jugenommen, iderheßen, die w ir5n Anmelbunge» wer Platze immer , ber Reihe n°4 ber Wensorbela slraiieur Pai'el^ X m 8* i P--» * war» t . . ” 1870/» -SÄ S-v ’m ver°nl,°^s' ie ong'" pfleg!! behäng" p r.-S BW* y * au5 t jinP I am Altar, vorderes Schiff, vordere Empore . . H. mittleres Schiff, zweite^Empore^...... LLI. hinteres Schiff und hintere Empore .... Die MltsMeder 2nSätee'der e™tcn Ättoe zu je 1 Mark beziehen, so lange noch welche zur Verfügung stehen. Karten sind nur in der Musikahen-Handlung von E. Challier zu haben. LV Z1 Die schönste Zierde l?hKöÄigLC Mor.Hfema^n,L Magier, Schurig. A. Becker. Preise der Pliitze: 2 Mk. 1 Mk. 50 Pfg. Morgen Donnerstag abend: 0427 MrelzvM. Morgens: Wellfleisch mit Kraut. WL. Jochem, Air Wlvtmiihle.' für den Menschen ist ein schöner Haarwuchs. Um tun solches zu erzielen, kaufe man echtes obue künstliche Zutaten, h Flasche 50 Pfg. Allein echt zu haben bet; 3^ SÄ. Ressler, Boss-Schlächter. ieder war. Zur Dirtüssion in der Versammlung der veutjchsozialen. Bei der am Sonntag in der deutschsozialen Versammlung herrschenden Unruhe sind manche Ausstihrungen der einzelnen Dlskussionsrediier unverständlich geblieben. Wir werden nun un Hinblick hierauf um Veröffentlichung nachstehender Zuschriften O^^^He'rr Oberlehrer Dr. Werner schreibt: „In Ihrem Tis- kusüonsbericht findet sich die Behanplung des Herrn Kanfmann, ich habe gesagt, in einer Stichwahl zwischen Natlib. und Soz. gäbe untere Parteileitung die Weisung aus, nie diese zu stimmen. Ich lege Wert darauf daß seslgeslelll wird, daß ich in der Verjammlnna eine derartige Aeutzernng heftig b e st r i 11 e n und niemals etwas derartiges gedacht, gejchiveige denn gesagt habe." Herr Lehrer Kling schreibt: Auf die Aenßerungen des Herrn Rechtsamvalts Kaufmann über unsere Stichwahlparole von 1903 führte ich etwa iolgenves aus: Ich habe s.Zt. in emer Versammlung in Henchelhenn Herrn R -A. Kaufmaiin gegenüber schon emmal erklärt, daß wir bei der Stichwahl 1903 unsere Anhänger nicht aiügeiordert hätten, für Herrn Krumm zu stimmen. Tic Sache verhält sich vielmehr so: Der Wahlausschuß für die Kandidatur Köhler hatte im Hinblick auf die gehässige Kamp'esiveise der Liberalen W a h l e n 1 h a l t u n g proklamiert. Nun erhielten wir aber kurz vor dem Snchivahltage von unserer Parteileitung — wir gehörten damals noch zur Deutschen Reformparlei (Zimmer- mann'jche Richlungj — eine Depesche, worin wir aii'gewrdeit wilrdeii, für den nationalen Kandidaten einzutreten, -ter Inhalt bieser Depesche wurde am nächsten Tage int Gießener Anzeiger bekannt gegeben. Vorstehende Darstellung kann ich auch nhen» mäßig belegen. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 21. Januar. Ein Duell. Zwischen dem Ingenieur Pb G unÄ dem Berg- assefsorR W aus Essen fand am 31. Oktober vorigen Jahres auf dem Winphof ein Zwei kämpf statt, der folgende Vor ge- • (V. fnnr. i'.ti V#* '»Dnrftf limt 90 V.Z.A werden konzertieren usw. *• Verein Kanaria. Auf der 3. allg. AnssteNung erhielten kreise: in der allgemeinen Klasse: 1. Preis mit 305 Punkte W. Müller in Siegberg nut vergold. Medaille, 2. Preis mit 292 Punkte Rob. Guschel in Elnishor.i Holstein) nut vergold. Medaille, 3; Preis mit 267 Punkte F. H. Veil tn Seifhennersdorf (wachsen mit silb. Atcdaille, 4. Preis mit 250 Puiikte Joh. Amsbutz m Höchst ci. M. mit sitb. Medaille, 5. Preis mit 249 Punkte Karl Gn mb et ir. Gienen mit sitb. Medaille, 6. Preis mit 244 Piuikte H. Birkholz in Berlin mit silb. Atedailie, 7. Preis mit 242 Punkte Karl Schneider in Gießen nut silb. Medaille, 8. Preis nut 242 Punkte C u|t. Schlick tn Lüdenscheid mit silb. Medaille, sowie 9. Preis mit 242 Pnnkte Ed. Bergfeld m Berkesetd tWests.), 10. Preis mit W8 Punkle Wilh. Müller in Gießen und 11.Preis mit 237 Punkte L Petri in Gießen. In der Sei bst znchlt lasse: 1. Karl Gumbel j7a Gießen 271 Punkte, 2. Wilh. Atüller in Gießen 249 Punkte, " A Wilh. Leichtweis in Gießen 248 Punkte, 4. Earl Schneider tu I Niesten 234 Punkte, 5. Jak. Koch in Gießen 218 Punkte und 6. jjd) Heß ui Gießen 209 Punkte. Außerdem erhielten die fuberne »lebaille für bestes Hohl Karl Gümbet in Gießen, für beste Knorre I ^ecm Rohrbach in Gießen. Vereinsehrenpreise erhielten: 1. Wilhelm -eichtweis in Gießen, 2. H. Kröch in Gießen. Außerdem erhielten kur hervorragende Leistungen die lilbcrue Medaille Aug. Felstng und I AZilh. Atayer in Gießen, H. Rau in Trohe für ansgeslop'te Vogel c-me höchst lobende Anerkennuiig sowie Ehren: iplom. ** Ländliche Heimatpflege. Von dem Vorsitzenden i t«s Kreisailsschusses zu Friedberg Geh. Rcgierungsrat Feh ist s ir 1908 folgender Wettbewerb für B l u m en, chmua non Häusern an den Ortsdurchfahrten der Krets- snr a ß e n i n d e n L a n d g e m e i n d e n d e s Kr e i s e s oc r i e d- lvcr g ausgeschriebert worden: Diejenigen 3 Lamwrte, die int Verhältnis zur Zahl aller an der Ortsdurchfahrt der Krets- s icaße gelegenen Häuser die meisten Häuser und die meisten Fenster rnt Blumenschmuck versehen haben, sollen in einen engeren Wett- b?roerb eintreten. In jedem dieser 3, in den engeren Wettbewerb q-lrtugtcn Orte werden für den schönsten Blumenschmuck her an den Ortsdurchfahrten der Kreis st ra ßew » aielegenen Häuser je fünf Preise ausgese tz t. Anßer- hxnt ist ein weiterer Wettbewerb für die fünf am besten und I hönften eingefriedigten, aiigelegten und gepflegten Haus- oder ?! o r g ä r t e n , die an den Ortsdurchfahrten gelegen find, v o n i e fünf Preisen ausgeschrieben worben. Die Preise kftcheii in Gegenständen für Blumenzucht und Aufbewahrung, i owie in heimatlichen Bildwerken im Gesamtwerte von 2Ö0 Mk. •Sie Einteilung und Zuteilung der Preise erfolgt durch em Preisgericht, das von dem Vorstände des Vereins sur ländliche Heimat-, Wohlfahrt- und Kunstpslege bezeichnet wird Die Be- s icLtiaung der in engeren Wettbewerb kommenden Ortschaften, Häuser und Gartenanlagen und die Preisverteilung durch das Preisgericht findet in der Zeit vom 15. Jutt bis Ende August 1908 statt. Anmeldungen zum Wettbewerb sind bu- 1. Infi l. Js. an Geh. Regierungsrat Fey zu Friedberg zu richten. Hofsentlich smden diese Bestrebungen, die darauf hmzielen, den ^mn für Gartenbau und Blumenzucht, sowie für Verschönerung der Land- ortc immer mehr zu entwickeln und zu fördern, über all Be^ sündnis und recht viele Beteiligung. Erwähnt sei noch, datz auch w Förderung von Bygelschutzhecken MM-i vorg^-h-n sind. ljiiö daß in einer Anzahl von Orten des Kreises bereits Vereine bestehen, die nicht nur den Vogelschutz betreiben, wudern i ich auch den Blumenschmuck der Häuser und die Verbesserung ber Gartenbauanlagen zur Aufgabe gestellt hcwen. ** Sitliichteitsverbreche n.. (Seltern wurde em PMos@|phenwald. Morgen Donnerstag: Schlachtfest. MoraenL: Wellfleisch mit Kraut, abends: Metrcliuvve. 0424 ES labet freundlichst ein F. Harnickel. Restaurant Karlsruh. Morgen Donnerstag: 517 Metzelsuppe. Kleine Tageschronik. In Berlin wurde der Graf Arz-Vasegg verhaftet, der wegen Betruges in der Affäre der Frau Lewandowski und des erschosseneii Offiziers Schmidt verwickelt ist. Graf Johann Arz-Vasegg hatte, ehe er vor drei Jahren Wien wegen zahlreicher Schulden verließ, einige unangenehme Affären. Im Jahre 1902 war er angeklagt, im Wartezimmer eines Arztes einer Patientin einen Vrillantring gestohlen zu haben. Er leugnete die Tat, wurde jedoch zu zwei Monaten Gefängnis und zum Verlust des Adels verurteilt. Später setzte er die Aufhebung des Urteils und die gänzliche Einstellung des Verfahrens durch. Trotzdeni ging damals seine Verlobung mit einer Millionenbraut zurück. 1904 versuchten zwei Burschen unter Beschuldigung eines Sittlichkeitsverbrechens Geld vom Grafen zu erpressen. Er wußte sie so lange hinzuhalten, bis sie verhaftet wurden. Bald nachher verließ der Graf Wien, worauf zahlreiche Gläubiger Straf-An- zeigen gegen ibn erstatteten. , T(erehlrehe Nachrichten, tevaiißeüiche emetnoe. Donnerstag den 23. Januar, abends 8 Uhr, im Matthäus- saal: Bibel stunde. (Offenb. Johs. Kap. 20.) Plärrer D. Schlosser. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 22 Jan. Schweinemarkt. (Org.- Tel. des Gieß. Anz.) Zum Verkanie standen 1585 Schweine. Bezahlt wurden: für Schweine 1. Qual. 60—61 Pfg., Lebendgewicht 48,5 bis 00,0 Pfg.; ^Qualität 58—59 Pig., Lebendgewicht 47,5—48Pfg.; 3. Qual. 50-53 P'q. 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