Mittwoch 21. Oktober 1908 Erstes Blatt to Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. wort folgte. Gießen, 26. Sept. 1908. to L K 3 iesein Tage des stillen, segens- D: 5 Gießen, den 30. September 1908. .nur wtiic«. geboren. Er wandte sich der Jurisprudenz zu und war zu- £ Ä So dv ts 158. Jahrgang ts 8 's' S s a IS rt f Ä s 5 ®a §=5 M .w 9r.3°9 hÄ 0*2 kZ SS Lan-tagrwahibewegung. Wahlbezirk Gießen-Stadt. (Schluß.) ^2 "'2. K 3 :a Cr 2.? a* ?oÄ2ä j^garn® «WA Nr. 248 Der »letzen« Lazetger erlchem» tägltd), außer Sonruag» - Beilagen: Dreimal wöchentlich Kletzener^amiltendlätter, iroeunal roödientl.Krels» blatt für den lttetr Gtetzen (Dienstag und Freitag); zwennal inonatl Land« vtrtlchaftttch« Seittragen tternlplech - Anschlüße: füi dir Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 tiöteflt tüt Tepe,dien: Anzeiger Gießen. Sh §?' 5's 5”"Cn s kS c2. 032 r. 'S K ■ a® &’5 6 f:;o2 s3 = 3* 1 •95 s i eS?3 @Fs O = ÜB C^-.Cc ’P' t$6.®5 . D F? - •» D *g s> » 1 Q mll' jss« r«?t Ä1H • -? " 2.9(5 K C 1 5 -•CO? 2 W.® « kaiserliche Familienleben birgt. I Eine solche Gelegenheit war die silberne Hochzeit des Kaiserpaares, die mit der Hochzeit seines zweiten Sohnes, des Prinzen Eitel Friedrich, zusammensiel. Eine solche Ge legenheit ist auch der morgige 50. Geburtstag der Kaiserin, denn an demseloen Tage findet auch die Vermählung des vierten Sohnes des Kaiserpaares, des Prinzen August Wil Helm, statt. So ist es auch dieses Mal ein Doppelsest, das in unserem Kaiserhause gefeiert wird. Auch das deutsche Volk nimmt herzlichsten Anteil an dieser Feier und wird an diesem Tage insonderheit der hohen Frau gedenken, die, ein Muster einer echt deutschen Gattin und Mutter, jetzt ihren 50. Geburtstag begeht. Das deutsche Volk Hal alle Veranlassung, an diesem Tage des stillen, segensreichen Wirkens seiner Kaiserin dankbar zu gedenken, denn wo es Leidenden und Bedürftigen zu Helsen gilt, in schweren Unglücksfällen und Lebensnöten, da ist Kaiserin Auguste Viktoria immer nir Stelle gewesen. Der sozialen Frage hat die Kaiserin jederzeit ein hervorragendes Interesse entgegengebracht. Mit echt weiblichem Empfinden und dabei doch mit einem klaren, scharfen Blick ist die Kaiserin schon an die Lösung mancher brennenden Fragen herangc- treten und hat hierbei die geeignetsten Mittel und Wege, zu finden gewußt, diese Fragen mit Erfolg zu lösen. Man denke nur an die unendlich segensreiche und unermüdliche Fürsorge der Kaiserin für die Kranken- und Siechenhäuser, die Lungenheilstätten, Säuglingsheime und an das rege Interesse der hohen Frau für die Besserstellung der Heimarbeiterinnen. So hat sich die Kaiserin ein eigenstes Gebiet " '' । ttifer, wie ihr die Kaiserin ein etge geschaffen, wo sie mit dem gleichen rastlosen E Gemahl, gutes zu wirken bestrebt ist. Die junge Brant, die am 21. April 1887 geborene Prinzessin Alexandra Viktoria von SchleSwig-Holstein-Sonder- burg-Glücksburg, die jetzt ihren Einzug in die deutsche Reichshauptstadt hält, wird in der Kaiserin nicht nur eine liebevolle Mutter, sondern auch ein schönes Vorbild aller weiblichen Tugenden finden. Prinz August Wilhelm, dem die Prinzessin die Hand zum Ehebunde reicht, ist am,29. Januar 1887 geboren, also nur wenige Monate älter als seine Braut. Er promovierte bekanntlich im Sommer dieses Jahres in Straßburg zum Dr. iur. .. , Mit dem Wunsche, daß die Kaiferrn noch lange dem deutschen Volke erhalten bleibe, verbindet sich der Wunsch, daß das junge Prinzenpaar aus dem Kaiserhause das Glück finden möge, das es erhofft und daß e5, wie unser Kaiserpaar, allezeit im Schoße seines Familienlebens eine Statte ruhigen und ungetrübten Glückes habe. Möge die morgige Doppelseier in unserem Kaiserhause eine neue Quelle des Glückes und der Zufriedenheit werden, für unser Kaiserpaar, das Kaiserhaus und das deutsche Volt.E. A. gemeinen Kmnpfesstimmung einer Ablehnung unserer Forderung-. > aas Wort gereoet werben würde, schrieb privatim un;er_ 1. jöji finender den nachfolgenden Brief vom 26. L>eptember, auf den c>- Lries des Herrn Stadtverordneten Eichenauer alv dirette „v.t Mit Rücksicht darauf, daß dieses Schreiben (s. v. N. d. Bl.) ei- freunden in %—-u ~ . niae Irrtümer aufwies und weil zu befürchten war, daß auf dem bezügl. Schreiben dorthin geruht werten möge ahnlicheii Jn- am 26 u 27 SeM. in Worms abgehaltenen Parteitag des frei). Halts, wie wir solche auf Ihren Wunsch in der letzten Reichstags- Landävereins bie^e Jrr,..uur weite, getragen und in der all- mahl nach Alzey, Bingen, Marburg und Arolfen gerichtet haben. 4» «ezugSpret). W monatlich75viertel- . W Ä X A A läyrlich Mk. 2.20. durch vSk XrA V'/l '-/* 'Cx'Xv Xjk Abdole- u. Zweigstellen MM MM Wpä W tzÄ V & ’\4 A A M monatlich 65 BI., durch fcj XT F'i/A D W H ® W lv rd &■ F VX JT M M pH KS dieboslMk.2.-viertel- IBf MM W Ej W JF W M W M M LZ M fährt, ausschl. Beilellg. W Ä H yL t'w X;’"L fcj tiL M V'V l'Ar V'-vX Zeilenpreis: lokal IbB', Sy W 'v xr aus.oarls 20 Pienmq. L/ Beranirporllich ■ _ . , e .g wf ff aa füt Öen polinld)en Teil General-Anzeiger für Oberhessen für die LageSnuuliner Hotattonsöni» und Verlag ö« vrilhl'schen Untv.-Vuch- und Stcinörudcrci R. Sange. Redaktion. Lrped'.Non und vruckerel; Schnlftratze 7. Anzeigenteil : H." Beck bis vormittags 10 Uhr. । Verehr!. Vorstand des Freisinnigen Vereins, zu Händen des 2lu#lattd. Herrn Stadtverordneten Eichenauer, Hochwohlgeboren Qur KrisiS im Orient. Allgemein wird in London , r ., ro ©i«. bervoraehoben, daß das Schicksal der Konferenz in den Händen Wir bestätigen den Empfang Ihrer beiden Briefe vom TeuUcklands^li-ege. Die Entscheidung werde anläßlich der 23. 1. Mts. und teilen Ihnen ergebenst mit, baß der Vorstand -1 Anwesenheit Iswolskys in Berlin getroffen werden. Infolge- in seiner Sitzung am 29. 1. Mts. beschlossen bat, ber SDhtghebev« ■ oeffen sehen die Londoner politischen Kreise mit fieberhaftem ßn» oeriammlung mit Rücksicht daraus, daß die Zahl der Wahlmanner ' tereile den Besprechungen zwischen dem deutschen Reichskanzler eine ungerade ist, vorzuschlagen, daß von jebem Verem 28 Wahl- und dem russischen StaatSmanne entgegen. . männer aufgestellt werden, und ebenso j e ein neutraler Wahl- Ra ch de r Untersuchung des Zwischenfalles bei mann vorgeschlagen wirb. Unter die,en beiden letzten Wahl- ‘ es zwischen chinesischen und japa-- männern mag das Los entscheiden, wer in die gemeimome Wahler- Zusammensboß kam, verlangte China fiste aufgenommen wirb. Wir dürfen Sie wohl gleick;eckig darauf Bestrafung der Schuldigen. aufmerksam mack)en, daß der von Ihnen vorgeschlagene Herr Kommerzienrat Gall wegen seiner Eigenschaft als Mitglied der Ersten Kammer nicht Wahlmann fein kann. Bezüglich des zweiten Punktes unseres Schreibens vom 21. I. Mts. gestatten wir uns den Wunsch auszusprechen, daß außer den bisherigen persönlichen Bemühungen bei Ihren Partei- Mainz auch noch von Ihrem Verein aus ein dies- j abend , U*** "fi nächst in badischen Diensten tätig, dann im Elsaß, zuerst als Hilfsarbeiter bet der Regierung in Straßburg, dann als Prokin» im Kni^rhrtnio Ifeffor der Rechte an der dortigen Universität. Im Jahre 1882 Ellle vOppCijCICi IUI IiQI|CU^QL|C. wurde er in das preußische KultusuilNiiterium berufen als D«s innige Familienleben in unserem Kaiserhause ist s^ejeccnt Pcrfonalsragen an der Universität. An Ehrungen dem deutschen Volke schon längst zu einem schönen Vor-Auszeichnunaen hat es ihm in seiner langen Beamten- bilde geworden. In seiner Familie, im trauten Krerse , s^bn nickt aeschlt. Bei Genehmigung feines Abschieds- Stätte cd^er^Menschlichlcit'crrichlet? Hier^inb^unscr^Kaisc'r, geluch«? bcries ihn der a»!! L-b-n-zeit m Herren, wie er ost bekannt hat, die beste Erholung von den An- hauS und ernannte ihn zum Kroniyndikus. ftrengunnen und Mühen, die sein hoher Berus ihm auf- anArnrfnMrtt» erlegt. Von dem intimen, reinen Glücke dieses izamilien-I Eine neue Marokkoaote lebens dringt naturgemäß nur wenig an die Oefsentlich- ist jetzt den Mausten von 'eines Sckireibens ae-l äbr oercljrlidjet verein lajrewi, pqb ii vn. u.« ^11^... feit. Auf den vielen Reisen des Kaiferpaares, bei den offi- worden. Diefe Note iftin.der: Form eines Schreiben stNeiä^ta^wahIcn ohne jegliche Bedingung iur uniercn Kandidat^., ziellen Empfängen und den rein repräsentativen Besuchen halten, das an Muley Ha,id gelAukt werden folU Lie un cingctccten iei- Das entspricht nicht ganz oen Tatfack-cn 11. z. gc wird man immer nur den äußeren Glanz des Hofes sehen, erkennung Muley Ha,ibs als «ultan wird darin mit sorgen in dem wesentlichsten Punkte. Hinter dieser glänzenden Außenseite birgt sich aber das den Bedingungen vertnupst: Ausdrückliche Bestätigung der 3^ erlaube nur, Sie daran zu erinnern, dav gerade ....... assswssra »a±SÄs» sttzung der vom Machsen zu leistenden Entschädigungen ausfordern, Parole für den in der Stickiwahl stehenden freiiinnmen in Eaiablanca. Weiter wird verlangt, daß der neue Herrscher Mubidatcn auszugeben. Sie persönlich erklärten damals: „Wi. mr Sicherstellung der Freiheit unv Sicherheit der Verkehrs- _ die Freisinnigen in Gießen — können ja wohl an unterer mittel die erforderlichen Maßnahmen trifft und seinem l Parole mit Ihnen nichts mehr ändern, aber .......' Macht, die Regelung von »ragen, bte ne allein berühren Znze^ v-W-nüicht und von tzhren PatteisrennLu, für sich allein zu verfolgen. ©3 wirb angekundigt, daß gingen gegen unsere Parteifreunde ausgcspielt. Frankreich und Spanien sich Vorbehalten, die Buruckerstal- 3$ darf weiter darauf aufmerksam machen, baß auch Ihrem tung ihrer militärischen Ausgaben und die Zahlung einer itociten Wunsche am Stichwahltage entsprochen wurde und Schrei- Entschädigung sür die Ermorouug ihrer Staatsarigehörigen I hen bezw. Telegramme im Sinne Ihrer Aufforderung an unfere tu fordern, ebenso Wie die andern Staaten, die sich hinsichtlich Parteifreunde nach Marburg rc. gefandt wurden, ^ch darf alw Schließlich wird er an die Gründe erinnert, die es für ihn Das, was wir fordern, daß Sie Ihre Parteifreunde m empfehlenswert machen, darin einzuwstligen, ba$j sepiem Mainz zu einem Eintreten zugunsten des linksstehenden jlx. Bruder und Vorgänger eine angemeifene Lebenshaltung Pagcnstecher auffordern sollen, ist doch wahrhaftig nichts Uiu ermöglicht und den Beamten des früheren Machsen eine ge- billiges, und jedenfalls glaube ich annehmen zu dürfen, dg vei r-ch^ ^Handlung zu-ctt .vird. .......... V-«tich-s rr-ich. tt Der Kaiser hat dem scheidenden großbritannischen Bot-1 nach, mit Rücksicht auf die Vorkommnisse in den Stadtverordneten- schaster, Sir J-ranc L a s c e l l e s , bei seinem Ausscheiden aus dem Sitzungen der letzten Zeit vermeiden müssen im Jntereffe einer Dienst den schwarzen Adlerorden verliehen. Die Insignien des Kandidatur Gutfleisch. . . Ordens wurden dem Botschafter durch den Staatssekretär von Ich schreibe Ihnen das alles ganz von mir aus, um in Ic^rci l Sckwn überbracht. Im Hotel Adlon fand eine Abjchieds-Feicr I Stunde nichts unversucht gelassen zu haben, was zur Klärung I statt, wo Lascelles in seiner Antwort auf eine Ansprache u. a. I ^er Sachlage dient. I sagte: Das Scheideii sei immer herb. Sein Abschied werde ge-I Videant coniules re. , .... trübt durch den Gedanken, daß feilt Scheiden von Berlin den Mit der festen Ueberzeugung, daß auch Sie alles reiflich I Schluß seiner Carriere bedeute. Er werde jedoch stets dankbar prüfen werden, verbleibe ich mit vorzüglicher Hochachtung I zurückblicken auf die Liebenswürdigkeit, die ihm stets von allen Ihr sehr ergebener I Deutschen bis in die höchsten Kreise hinaus entgegengebracht wor- gCj. C. Kaufmann, Rechtsanwalt, den sei. Er habe die Genugtuung gehabt, daß während ferner Gießen 28 Sept. 1908. Änb M&‘Ä'nV™n.1'U’ IÄ totoVmit So^Dlgeboren s°°rn R-chtsvmv-lt K-usm-nn einer warmen Empfehlung feines Nachfolgers, Sir Edward ^tbaHm. RechtSanwalt! I Goschen. „. , . .. . I otvrp fttonnMüten Reiten vom 26. cr. kamen am Samstag k;fÄÄbauf ÄtfÄ” '-L btie’8'S k*%9XÄ'ta,'w,n etbeicn unb 1,114 Deutschen Sclmtzgebiete erkannte im Disziplinarprozesse gegen den bekannt war ? nämlich: Einflußreiche dortige Vorstand z>. D. des Kaiserlichen .GouvernenientS zu Togo, freunde im Vor stand bemühen sich irn Interesse nuel Wistuba, wegen Disziplinarvergehens auf Dienstent- ^te unöt m Q^ur ' Q g en ft c r durch Bewahru ng L)olitißcÄe Sacieszcbcru. lassung und auf Belastung von zwei Dritteln der Penfwn auf I ' b r wohlwollenden N e u t r a l i t ä t, aber einige andere P £ m.h°f 1-. ■ .... Häm. Fürst °°n Bismarck H-. sich v°n d-m «bitte Wnnte sind einer solchen N-utt-l.iüt d°st Der frühere Direktor im preußischen Mmisterium für Unwohlsein in Regensburg soweit erholt, daß er am Nachmittag erfolgen wirb. Das ist der Eindruck, welchen ich aus geistliche, Unterrichts, und Medizinalangelegenheiten Friedrich bei kühlem, sonnigem fetter eme Spazierfahrt machen ton e. L Unterredungen gewonnen habe! Sie werden einsehen, daß Theodor Allhoff, ist gestern, Dienstag, abend um 7 Uhr w h xechtsdeputati 0 n der Iweit e n s a chs. wir getan ^^^§°vochan^n?d^e auch^ di^ ^esten^ politischen seiner Wohnung in Steglitz gestorben. Die Ursache ^Lammcr hat in ihrer ^weiten Seiung ^ ^ran^ niS überwinben Eönnen. Und speziell in Mainz ist Todes ist auf eine Blutung zurückzuführen, die bereits in- grundlegenden Paragraphen 10, betreffend duErhöhung^der ^isinn die Eigeiibrödelei immer groß, und man laßt sich dort folge eines längeren Leibens am Sonntag vor acht Tagen Plural stimmen von 1 auf 4 mit 13 Stimmen gegen wi ^^rhalb wenig ober gar nicht chineinreden. eingetreten war und eine Herzschwäche im Gefolge hatte, Een ^^nial-Jnstitut in Hamburg. In ^en^ Bedin^ng^rfül?/Än, ^nb bttte^nun um recht baldige an der auch Althoff starb. Roch gestern hatte sich ber ^01)^ roart ^taüt5^erretär3 ^erllbur0 unb b€5jBtfreCbmirate Sreufing, 'benfen nach dem Befinden des Erkrankten erkundigen lasten. Uebei des Vertteters des Reichsmarineamts, sand gestern vormittag - bekannter HPachtung Ihr ergebenster bi« leisten Stunden Atthosss tritt Wofeflor Prnszkowski der i^d-^°^Wckh.l^mn°tmmz^u ^ssnnng H Eich-nau-r. in diesen Tagen sehr viel in der Umgebung des Verstorbenen gefungenen Motette verbreitete sich Senator Dr. Melle In unserer Borstanbssitzung vom 26- S^pdember wurde nach weilte, einem Mitarbeiter des ,B. folgendes mit: Alt» ^r die Ziele des Instituts, worauf Exzellenz Dernlmrg in Vorlegung der bis dahin eingegangenen ^rrespondenz der na Uphoff war bis zu seiner letzten Dlinute bei vollem Bewußtsein, längerer Rede die Glückwünsche ter Neiü-sregierung barbrachte, folgende Brief vom 30. September abgefandt. In den letzten Tagen war er sehr arbeitsfreudig. Vor ach,! Vizeadmiral Breusing sprach im Namen des Nei^marinenmts. > Tagen erlitt er eine starke Darmblutung, aber alle fanden, daß es ihm wieder vorzüglich ginge und erwarteten, daß seine eiserne Natur auch den letzten Anfall überliehen würde. Gestern trat Herzschwäche ein und um 7 Uhr abends verschied er ruhig. Geheime Rat Althoff, der ein ganzes Viertel- jahihundert im preußiichcn Kultusministerium tätig war, galt s. Zt. als einer der ausgeprägtesten Charakterköpfe in der ganzen preußischen Bureaukratie. Er ivar, wie die v Bost. Ztg/ einmal schrieb, mehr als ein Durchschnitts- Kanton (Storbforcaj, wo ®cl)cimtat. .Ec halt- den Reiz der Perlönlichk-il. und er n^>°^Trup^n^«n«n . verstand seine Persönlichkeit durchzusetzen, wenn es sein inuvte, I --- auch gegen seinen vorgesetzten Alinistcr. Althoff, der einstmals so sehr gefürchtete Allgewaltige im Kultusministerium, hat sich nicht lange der Ruhe seines Alters erfreuen dürfen. Nm 23. September vor. Js. war er in den Ruhestand getreten, jetzt, ein Jahr später, hat ihn cm rascher Tod im Alter von 69 Jahren ereilt. Althoff war im Februar 1839 Herrn Stadtverordneten Eichenauer! Sehr geehrter Herr Stadtverordneter! Im Anichluß an Ihre letzten beiden geschätzten Schreibe, vom 23. ds. Mts. erlaube ich mir, bevor ich die AngelegLN^.! dem Vorstände bezw. ber Mitgliederversammlung übergebe, e.. privatim aus meiner persönlichen Erfahrung und Ennnerun-: aus einen Irrtum aufmerksam zu machen, ber Ihrem verehrlicpei, Spanien überreicht Verein in seinem letzten Schreiben unterlaufen ist. v - - •- I Ihr verelfrlicher Verein fcpreibt, batz cr bei den drei letzter, s: Z weien Erörterung darüber aussetzte, ob ich es überhaupt mit dem Wohle der Stadt gut meine. Ich glaube ernst versichern zu können, daß laum ein Abgeordneter uiid Kandidat zur Zweiten Kammer in Hessen so schwer wie ich durch d.c Ausübung beS öffentlichen Mandates belastet ist. Nur das Pflicht gefühl und der Wunsch, einer treuen Anlstingerschast, zu der ich auch Ihren Verein rechnete, durch unverdrossene Fortarbeii mich tut meinen alten Tagen meinen Dank abzustatten, ixit in d zm Wiederannahme meiner Kandidatur beroo i?u, deren Sorgen uu al tztr viele unserer Mitbürger weit leichter n tragen feil' würd > Justizrat Dr. Gutfleisch Hier. „Gießener Anzeigers" (Nr. 229) über Im Interesse der bevorstehenden Wahlarbeiten bitten wir Sie um Ihre baldgesl. Entschließung, damit wir die Angelegenheit unserer Mitgliederversammlung rechtzeitig vorlegen können. Mit vorzüglichster Hochachtung! Der Vorstand des Nationalliberalen Vereins. als für mich. In der Hoffnung, daß Sie mir dies glauben, begrüße ich Sie mit aufrichtiger Hocksachtung und Ergebenheit. Gießen, den 14. Oktober 1908. gez. Dr. Gutfleisch. An demselben Abend fand unsere Mitgliederversammlung statt, die, wie gesagt, mit großer Einmütigkeit sich auf den Standpunkt stellte, daß ein Zusammengehen mit den Freisinnigen in Gießen nicht möglich sei, weil die maßlosen, verletzenden und durchaus unbegründeten Angriffe, die auf dem Wormser Parteitag im allgemeinen und insbesondere von Herrn Pfarrer Korell in Worms, in der „Hilfe", der „Hess. Lib. Wochenschrift", der „Franks. Ztg." gerichtet worden waren, unsere Parteiehre aufs gröblichste verletzen mußten. Dazu kam, daß auch die freijinnigcn Vertreter Gießens in Worms einer Resolution ohne jedwede einschränkende Erklärung zustimmten, die eine Bekämpfung unserer Partei im ganzen Lande verlangte. Ter Vorstand des Nationalliberalen Vereins Gießen. C. Kaufmann, Dr. Krausmüller, 1. Vorsitzender. 1. Schriftführer. ♦ Wahlbezirk Grünberg-Gießen. Das in u-iuduurg jeroriueic ^urgurnieiftcr Sann sei von seiner Kandidatur zurückgetreten, ist grundlos. Herr Sann hält ebenso wie seine Freunde, seine Kandidatur unbebingt aufrecht. Wahlkreis Schotten-Laubach. Von den Anhängern des antisemitischen Kanoidaten Lehrer Link-Rudingshain und denen des seitherigen Abgeordneten werden in den Orten dos Vogelsoergs Wulnerversammlungen ^gehalten. Forstmeister Dr. Weöer ist van den Nationalliberalen und dem Bund der Landwirte aufgestellt. Infolge seiner regen Tätigkeit im Landtag um» feines groüiügigcn Lißoerger Projekts hat er große Sympaihien im Wahlkreis. Für Link kommt seine langjährige Tätigkeit int landlia>en Genossenschaftswesen in Betraust. Tie Anhänger der Kanoioatur Link fua-en die Wiederwahl oes Dr. Webev-konradsdorf dadurch zu erschweren, daß sie ihn als den „Vater" des General-zkulturplans für den Vogcisberg bezeichnen. Es herrscht infolge davon in manchen Orten eine Erregung und Erbitterung, wie xur Zeit der Greoenhainer Volksversammlung, in der seinerzeit Dr. Wcöer nieoergeiujrien wurde. Nun ist aber Dr. Weoer an der Ausstellung des Generalkultnr- Plans gar nicht beteiligt gewesen, wohl ajcr hat er für die energische Förderung der Bodenkultur irn Vogelsberg viel getan. Nllivcrjitäts-Nttehrichten. — Austausch - Professoren. Im Wintersemester werden nach den „Beil. Atadem. Rachr." wieder zwei ameManische Pro'esforen an der Berliner Universität Vorlesungen hatten und zwar der Professor au der Harward - Unversitat zu Cambridge, Mass., William Morus Tavis aus dem Gebieie der Geographie imO Geologie, und der Professor an der Columbia- Umversttäl zu New-Hort Felix Adler, der von den Trustees dieser Universität als driner Roojevett - Professor abgeorduet ist, über Probleme m Amerika (Regentage, Einwanderung usw.). „Zeppelin I". Aus Friedrichshafen wird uns unterm 20. gemeldet: In der großen Halle in Manzell ist man seit heute früh mit der Füllung des Zeppelinfcheu Ballons beschädigt, um von morgen ,ruh an zum Aufstieg bereit zu jein. Der König und die Königin von Württemberg werden bem Aufstieg beiwohnen. Ziel und Dauer der Fahrt werden noch geheim gehalten. — Den Aufstiegen des Luitschisses darf man mit besonderem I ttcres,e entgegensehen, weil eine ganz neue Art der Seitensteuerung dabei erp.obi werden soll. Das große Hea- ,teuer soll ganz fört,allen, cte Seitensteuerung lediglich mit Hilfe der Unis uno rechts zwischen den Stabilitats- slo,sen angebrachten Steuersiächen bewirkt werden, die un- gekuppelt lausen, d. h. jedes für sich bewegbar sein werden. Die Höhenjieuerung ist die gleiche, auch die Länge des Luftschiffes (136 Meter), dagegen wiro der Durchmesser nur 11.7 Meier betragen. J..,oige die,er schlankeren Form und seiner größeren Lange erwartet man eine weit g r ö- ßere Ge s ch w i n d i g t e 11 als bei den früheren Au,stiegen. Vermischte». * DieFahrtdurchdiebreunen den Wälder Nordamerikas, über die wir in den letzten Tagen venchieventlich berichteten, wird aus Newhork mit allen ihren Schrecken ge- fchiloert. Seit Wochen schon dauern diese furchterlwstn Brände nut unverminderter Heftigkeit und die meist deutschen Bewohner können kaum das Leben retten. Der Eisenbahnzug sollte den vier Städten, tue vom Feuer fast vollständig zerstört waren, Rettung bringen. Bereits zwei Tage lang währte die Feuersbrunst in den Städten Metz, Pulaski, Millersburg und Po, en, und trotz der heldenhaften Anstrengungen der Einwohner, die Flammen zu ersticken, brach das feurige Element mit wilder Kraft los und zerstörte alle Häuser. Als der Hilfszug, der die von allen Mitteln entblößten Geretteten aufnehmen sollte, in Metz eintraf, fand er taum vierzig Einwohner vor, die in nasfe Tücl>er eingehüllt, dem brennenden Atem des sie umringenden Feuers noch widerstanden hatten. Als der Zug weiterfahren wollte, ergriffen die Feuer massen auch den Bahuoamm und es war unmöglich, weiter vorzudringen. Der Zug fuhr in rasender Hast nach der zerstörten Stadt zurück. Die Fahrt hat der Lolomotw- sührer Foster selbst beschrieben: „Mit Volldampf ging es rückwärts, und ich hörte die Todesfchreie der fast erstickten Passagiere, die in den glühend heißen Wagen waren. Nahe bei dem Tors Nowincli erreichte die Schreckens! ahrt ihr gewaltsames Ende. Die Maschine brach durch eine brennende Brüne durch und Der schwer beschädigte Zug war in große Flammenmassen gehüllt. Die Wagen konnten nicht mehr von der Stelle bewegt werden und es war unmöglich, etwas für die Passagiere zu tun. Der Heizer, der Schaf fuer und ich selbst suchten im Wasserkasten der Lokomotive Zuflucht, bis das Wasser schließlich zu heiß wurde und wir uns nicht mehr dort halten konnten. Nun suchten der Schaffner und ich einen vcrzwei selten Ausweg zur Rettung. Mit zwei Passagieren, von denen wir später einen verloren, frodien wir hinweg über den glühenden Boden, der ganz mit Rauch und Asche bedeckt war und von dem immerfort Flammen emporzungclten. Es war eine furchtbare Zeit, die wir überstanden, ehe wir Posen erreichten." Die drei Geretteten haben entsetzliche Brandwunden davongetragen, die anderen scheinen alle in der furchtbaren Glut ihren Untergang gefunden zu haben. Die Leiche des Heizers wurde nahe bet der Maschine gefunden, außerdem 16 andere verbrannte und verkohlte Skelette. CK. 21 nt e v 11 a n i j dj e v o t n b e n 11 n n c n - UI f. Die Silagen über bas „hazing", bie verschiebenen unb oh recht »inangenehmen Prozeduren, Denen die .Fuchst" an den amerlkanljcheu Uiuvei- fitäien unterworfen werden, find schon recht all, ohne daß sie Den Unfug bisher hätten beseitigen können. Unb nun werben Beschwerden laut — bie sich gegen dieselbe Unsitte bei den Studentinnen wenden — die erstaun le Well erfährt daraus überhaupt erst, daß unb worin sie besieht. Sie ist freilich, verglichen mit den Martern, Denen die etubeuien Öfter ausgesetzt werben, recht harm- loö. machen sich bie älteren Slubenimneii in manchen Colleges 5« B. den Spaß, die Neulinge, wenn bie Glocke 311m Frühstück ei- tont, 311 zwingen, nach Schnciderart auf bem «oben zu sitzen, unnono „Home, Sweet Home' 311 singen, euianber nut winzigen ■teeloffcln zu lütieut, ronlnenb ihnen bie Augen verbunöen tvciben unb Woher aus Bronze-Teekesseln zu schlürfen. Ten Slubentmnen machte Dieser Uli viel Spaß, aber bie Präsibentin eines Colleges ui Philadelphia, AI iß Caich Thomas, erklärte ihnen in einer An- prad c >!'it itvengem Vorwurf, baß solches Beginnen „unschön, imvoniehm, fmb; ch unb gemein'1 sei und „geradezu als gesell- laja'iiiu Verbrechen für loeibliche Studenten' gellen und aiisge- roitet werden muffe. a * Ein Zeppelin-Verslein ist im Fremdeubuchc aus dem Ritzlicheler .Horn zu lesen: „Das Lcnkproblem, es war nicht leicht. Tu Zeppelin hast's ja erreicht. Nun lehre Mich, gescheiter Mann, Wie man die Frauen lenken kann." * Landschullehrer (beim Gleichnis vom guten Hirten): „Wenn ihr meine kleinen Schafe seid, was bin ich dann?" — Antwort: „Ein großes Sck)af." Tic Marktpreise für Vieh und Frucht uud die Gießener Fleisch- und Brotprcise am 19 Oktober 1908. Brotprelse m Gießen ©etreibepreife in Mannhei nt Höchste Schlachlviehprcise ui Frankfurt a. 9)L Fleischpreise in Gießen Ochsen Kalber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 79—81 Pik. Kg.Schlachtgeiv. 92—95 Pf. V, , „ 71-73 , */, Kg. 78-86 Pfg. V, , 70-80 , ’/. „ 68 - 84 ,_____ Weizeii 1UU Mg. 21.7d — 22.00 Hit. Roggen 100 Kg. 17.o0-17.57 Mk. Lveitzviot 2 Mg. 62 P,g. Dchivarzvrot 2 Kg. ü8 P'g. £engefanOt, Großen-Linderi, „1. >.u. .u Sinter naht mit braufcn, zum Schrecken aller armen Leute uno des reisenden Puvlikarns, besonders aver den Aroeitern und solchen, die Aiaeiterzuge benutzen mühen. Wie uverm^ßig in Den|duen da geheizt wird, ist wohl jedem zur Genüge üctaimt, so, daß einem jeden Die Zuhue klappern. Um 5,43 lu>r gJ}t in ^rieiwerg i. H. eilt Aroellerzug ab, fällig in Gießen um 6,40 Uhr, also ,ast eine Stunoe Fcchr- zell, ich meine. Da könnte Doch Der DCir. Zug, nach jedes Laien Ansicht, etnigtrmauen geheizt fein. Tics ist jcooch nicht der Fall, fonderii derselbe tumnit in Gießen, in vollständig ungeheiztem Zustande mit feinem frierenden Puviikum an. Als ich in Gießen nach der llr,ache fragte, erhielt ich zur Antwort, daß die Heizung des Zuges eingefroren feu In- kann es nicht verstehen, wie bei etne.it Per,ouenzuge der Main-Wefer-Bahn die Heizung einfricren kann, da die Kälte doch gestern und heute erst 3 bezw. 6 Gvad betrug. Was soll Denn dies im Winter geucn, wenn die Kalte mitunter 18—2U Grad beträgt. Da würde ich der Bahnverwauung ten Vorfch^g machen, jeoer einzelnen Person Pelzmanlel, Kragen und Mü.ze zur Verfügung zu stellen. Damit man sich Dock) nur ein wenig erwärmt uno sick) vor erfrieren schützen kann. — Hoffentlich genügen diese Zellen, die ^ahnverwallung auf diese iieve.stunoe aujmerliam zu machen unD für baloige Avhllfe Sorge zu tragen. jiuniheihUau/ndüen. Geboren: Herrn Pfarrer yv. Beruocn und Fran Sophie geb. A.ahl m Bübeshcun (Oderhesien) em Sohn. — Herrn Piarrer Jaeger unb Frau Etsveth geb. Leisler m Romrob eine Tochter. — Herrn Rektor St. Hentze unb ^rau m 'Diarüiug em Sohn. Verlobt: ^tl. pelenc von Ktetzel nut Herrn Pfarier Lubivig Wahl in Queck. — Frl. Tina Storr mit Herrn Stau Schneider li: BaD-Nauhetm. — Frl. Irma Zach mit Herrn Al Verl Flörsheim in Zranliurt a. Ai. — Zrl. Katharina Bellmg in Geilshausen mü Herrn Slomab Engel in Bnßielb. Vermählt: Herr Heinz Fey unb Frau Rest Fey, geb. Pietz, Lauterbach unb Sonchosen (Allgau). Gest 0 rben: Herr Grubeii-Aufseher a. D. Friedrich Freitag nt Ehringshausen. — Herr Architekt Fritz Nick in Tarmstadt. — Frau Anna Strack, geb. Kares, Wilive Des Großh. Forstmeisters vubiuig Strack, m Nidda. — Frau iDkirie Dtununel Wwe., geb. Freuiib, in Tarmitabt. Airchliche nad^ridyten» iLvangetifche ue-ii^iiiuc. Donnerstag, den 22. Ollober, abends 8 Uhr, im MarknS- jaal: Bibelstunde. (1. Johann.-Brlet, Kap. 2.) Piarrer Schwabe. der Station Gießen. Oktober Wetter 1908 20. 2-r> 753,9 +6,7 2.9 39 E 4 Sonnenschein 20. 9" 754,7 0,2 3,1 68 NE 4 Klarer Himmel 21. 7as 755,8 -4,1 2,5 75 ENE 2 » • Höch sie Tempk tatui 111t 1£ .-20. Cftobe r — t- 6,8 ° C. Niedrigste , , 19.—20. „ - — 3,5u ( . Hande) 92.25 | Lleklnz. LaUiueyer d^u/, Portugiesen Serie 1 d/’o d?6 Portugiesen 111 99.40 120.00 120.10 22.80 147 20 123.00 237.30 56.60 145.7 b 197.70 198.30 22.90 85.30 139.30 83.05 92.30 83.00 90.90 90 10 97 80 99.U0 92.40 Llektriz. ächuckert . Escbweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Uainuurg - Amerik 1 uketl liarpeuer Bergwerk. Luurauutte..... .\urdd. Llujd . . . . Ubcischlts. Eisen-Indnstrie Beniner uunueisges. . . Darmstädter Bann . . . i'cutsuhti Bauk . . Deutscu-Asiat Bauk . . Diökuutu-hommaudiL . Diesuuer Barni . . . . Kieuitaktaen..... Baiiimuie- und Uhio- Liseulahu..... Gottbarduahu..... Lomüara. -Eisenbahn . . Gesten. Staaubulm . . . l'nuce-lieun-Biaeubahu . Oktober. Anfangskarse. iiurpeuei Bergwerk. . ..auranütte .... . umbardeu E. B. . . .Xordd. 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