158. Jahrgang Montag S2. Juni 1908 Erstes Blatt Nr. 144 Der Siebener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich StehenerKamilienblätter; zweimal wöcbentl.llrei?° , dlattfttr den Ureis Gietzen Mi : (Drenktäg und Freitag); ' zweimal monatL Land» wlrtiHastliche Settfragen 'weST Mk Bezugspreis: ” tW Md? monatlich 7S Pf., viertel- tostonpL/Inroinor M- Ivlivllvl M^inVlUvlSÄB8 ™ ® M M v ^8r V v VS auswärts 20 Pfennig. AM KM W Verantwortlich General-Anzeiger für Ohecheffen ISS. annalimc von Anzeigen 1 e 1 1 u. Land- und „Gerichts- & RoisNonidru« und Verlag der «rühl'schen Unw.-Such- and Stelndrnckere«. «. lange. Bc6atiion, Expedition und Binderei: Schuixrehe 1. Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten. Zusti; und presse. Im neuesten Heft der „Deutschen Juristcnzeitung" veröffentlicht der Dresdener Staatsanwalt Dr. Wulfsen über das gerade in diesen Tagen überaus aktuelle Thema „Justiz und Presse" einen Artikel, der uns nachdrücklichster Be- achtnng würdig erscheint. Nicht nur, weil er das nicht eben häufige Schauspiel zeigt, wie ein Jurist, und ein Staatsanwalt dazu, der Presse feinfühliges Verständnis entgegen- briugt und seine Fachgenvsscu zum gleichen Verständnis auffordert. Auch um der sachlichen Vorschläge willen verdiente dieser Aufsatz kommentiert und weitcrgegeben zu werden. Dr. Wulsfen geht von der Auffassung aus: Justiz und Presse sind zwei Kulturfaktoren, die gleiche Ziele haben, die aber nur leider einander zu wenig kennten. Die Juristen hätten keine Ahnung von dem Apparat der Tages- presse; sie beurteilen die ganze Presse zu sehr nach den Reportern, die im Gerichtssaal ihren Weg kreuzten; sie wüßten nicht, daß die Leistung des politischen Redakteurs an einem guten Blatt, des Kunst- und Theatcrroferenten der amtlichen Tätigkeit des Richters, des Staatsanwalts und VerwaltungSbeamten gleichwertig sei und eine nicht alltägliche Befähigung dazu gehöre, den neuesten politischen, literarischen. künstlerischen Begebnissen auf der Stelle mit einiger Gründlichkeit gerecht zu werden. Und die Widersprüche in den Aeußerungen dec verschiedenen Preßorgane? Lieber Himmel! Auch die Urteile der verschiedenen ^Gerichte sind widerspruchsvoll. Auch sonst hätten Presse und Justiz allerlei Gemeinsames: selbst in bezug auf Selbsi- bewußtsein und Verantwortung unterschieden sie sich sehr- wenig. Darum, meint der Staatsanwalt Dr. Wulfsen, sollten zunächst die Juristen sich mehr um die Presse küm- rnern. Sie sollten, wofern sie über journalistische Begabung verfügten, nach bestandenem zweiten Examen in der Presse Verwendung suchen. Dann würden sie leicht eine Ausbildung erlangen, die sie zu leitenden Stellungen (in der Presse, aber auch anderswo) befähigten. Und wörtlich: „Cs wäre sicher zum Vorteile des Staates, wenn, wie im Auslande vielfach geübt wird, in seinem Ministerium Juristen säßen, welche ihre Laufbahn durch die große Presse genommen haben. Damit wäre der Zwiespalt zwischen Presse und Bureaukratie im wesentlichen beseitigt und das Anseyen der Presse und ihrer Vertreter gehoben." Das wäre schon möglich; sintemalen es in Deutschland noch immer so steht, daß ein Titel oder die Aussicht aus späteren höheren Ausstieg die Leute erst vertraulich machen. Dr. Wulfsen regt dann noch an, daß die Presse ihre Reihen künftighin mehr als bisher durch ausgebildete Juristen ergänzen wöge. Tie Presse müsse eine eigene sachverständige juRittsche Meinung Haven, wie sie eben nur in der Presse ausgebildete Juristen vertreten könnten. „Gerade auf dem heute so wichtigen juristischen Gebiet darf die Presse den Juristen nicht nur als Sachverständigen vorführen." Auch dieser Rat ist so übel nicht; nur werden sich, fürchten wir, hier hart im engen Raum die Sachen stoßen. Zum eigenen juristischen Reisort dürfte zudem der Nur-Jurist als Redakteur an Beschäjtigungsmangel leiden. Frischer ins volle Menschenleben und, wie uns scheinen will, mit stärkerer Aussicht auf Erfolg greift Dr. Wulfsen mist anderen Vorschlägen. Er rät, was von den Justizver- v—Nkaltungen (ob nur aus menschenfreundlicher Rücksicht auf eine vielgeplagte Menschenschicht bisher verabsäumt worden ist, die Journalisten zum Laienrichteramt, vor allem beim Strafprozeß, einzuberufen. Tie Intelligenz auf der Geschwvrenenbank würbe dadurch einen Zuwachs erhalten; die Geschworenen würden dann vielleicht auch häufiger in die Beweisaufnahme eingreifen und so im Wettbewerb müßte sich zeigen, in welcher der beiden Mächte die wertvollsten Kräfte für Schaffung eines volkstümlichen Strafrechts und Strafprozesses bereit lägen. Auch die Notwendigkeit einer verbesserten Gerichtsverichterstattung würde bald allen einleuchten. Wozu wir bemerken möchten, daß diese Notwendigkeit allen einficOtigen Zeitungsleuten längst einleuchtet; weshalb die gewissenhaften und loyalen unter ihnen auch vor endgültigen Urteilen nur auf Grund der durchschnittlichen Zeitimgsreferate zurückscheuen. Staatsanwalt Dr. Wulsfen schließt: „Justiz und Presse sind, wie wir gesehen haben, in Gegenwart und Zukunst Jnteressegenossinnen. Möchten ihre Vertreter dies recht bald verstehen, möchten sie freiwillig und berufssreudig zueinander kommen und sich, wie es ehrlichen Streitern für die Ziele derselben Kultur zukommt, in gegenseitiger Achtung und Vertretung die Hand zu gemeinschaftlicher Geistesarbeit reichen!" „Ja, „ncöchten sie"! An der Bereitwilligkeit der Presse wird es, soweit wir die Dinge zu übersehen vermögen, nicht fehlen. .".■.T?—1 "■ 1 1 ,1 ■! I"1 1 —■'"■''T!".! KoUtische Lcrgesschatt. Marokko. Tie Madrider Blätter, namentlich die „Correspondeneia militare" melden, der spanische Minister des Auswärtigen habe den Ministerpräsidenten darüber verständigt, daß alle in Marokko beteiligten Mächte je ein Kriegsschiff nach den marokkanischen Gewässern entsenden mit Rücksicht auf die Ereignisse, die namentlich in Tanger zu erwarten seien. Der Grund dieser Schisfsentsendung sei einfach der, das Leben und Eigentum der Europäer in den Küstenstädten zu schützen. Tie Regierung hat den spanischen Schiffen in den marokkanischen Gewässern die Weisung gegeben, in den Kampf zwischen den beiden Sultanen in keiner Weise einzugreifen. Wenn aber irgend eine Behörde des Maghzen ihre Hilfe anrufe, um die Autorität des Maghzen zur Geltung zu bringen, aber auch nur in diesem Falle, würde die Unterstützung durch europäische Schiffe dieser Behörde gewährt werden. Deutsche» Reich. Der „Staatsanzcig er" veröffentlicht das Polizeikostengesetz vorn 3, Juni 1908. Der Gouverneur von Kiautschou, Vizeadmiral Truppe!, beabsichtigt im Herbst zu rü ckzu treten. Sein Nachfolger dürfte jedenfalls der Oberwerftdirektor der kaiserlichen Werft in Kiel, Konteradmiral v. Usedom werden, dessen Kommando bei der Werft im Herbst d. I. abläuft. Koloniales. Wie die Windhukcr Nachrichten mitteilten, ist der aus dem südafrikanischen Feldzuge bekannte Ovambo-Häuptling Rechale, nachdem er bereits mehrere Male toi gesagt worden, jetzt wirklich gestorben imb zwar im Delirium. — Wie verlautet, besteht in kolonialen Kreisen die Absicht, in der nächsten Zeit Stu dicnfahrtcn nach den deutschen Kolonien zu veranstalten. An diesen Studienreisen sollen Personen aus der Handels- und Gc- lehrtenwelt sowie auch einige Politiker teilnehmen. Zunächst sind die weniger bekannten afrikanischen Schutzgebiete, Togo und Kamerun, ausersehen. Ueber den Zeitpunkt der ersten Studienfahrt, an der sich übrigens Interessenten aus dem ganzen Reiche beteiligen werden, ist noch nichts genaues bekannt. Die Freie Studentenschaft in Berlin ist aufgelöst worden. Die Auflösung ist die Folge einer Versammlung, die die freie Studentenschaft am Freitag abhielt, um zu der Forderung des akademischen Senats auf Satzcingsänderung, ourch die nach Ansicht der Studentenschaft die Organisation in den Rahmen eines Vereins gezwängt würde, was mit völliger Auflösung beinahe gleichbedeutend wäre, Stellung zu nehmen. im »UNiwrjp w»rrmwwunu—iiirrrmxcwru—iwn■■ h, AusLan-. Ende des Studeuten'st r eiks in O esterreich. Der „Hochfchulkorrc.pondcuz" zufolge bes..'llos.cii XV Wiener deutschnationalen Studenten heute den Streit einzustellen. Weltfriedcnsidee. Im Haag hat sich ein Verein gebildet zur Verbreitung des internationalen Gedankens und zur Förderung der Friedensidee in allen Ländern. Ein Aufruf, den der Verein hier, verbreitet, ist von zahlreichen Schriftstellern, Künstlern und Politikern unter- zeicynet. Der Vizepräsident der zweiten Haager Friedenskonferenz, ehemaliger Minister Beaufort, wird dieses Unternehmen bei der holländischen Regierung befürworten. Die niederländische Negierung wird die Einführung der Amsterbamer Zeit als Normalzeit in der Kammer beantragen. Bisher hatte Holland die Greenwicher Zeit; die Amsterdamer Zeit geht 20 Minuten vor der Greenwicher Zeit resp. 40 Minuten nach der mitteleuropäischen. An der gestrigen Kundgebung der Frauen- st immrechtber i n u c u im Hyde-Park zu London nahmen auch etwa 30 Vertreterinnen des deutschen Frauenstimmrechtsbundes unter Führung von Frl. Annita Augsburg teil. In Wa r s ch a u wurden vom Kriegsgerichr w i e b e r neun Todesurteile gefällt. Das russische S ch w a r z e m e c r -Geschwader, das nach dem Kriege mit Japan eine teilweise Neugestaltung erfahren hat, wird in diesem Sommer zum erstenmal wieder in Aktion treten. Vier Panzerkreuzer und eine Torpedodivision werden im Juli von Sebastopol auslaufen, um eine Ucbungsfahrt zu unternehmen. Das Geschwader wird hierbei den türkischen Hasen Zunguudak, hinter dem die französischen Herallca-Kohlemnincn liegen, besuchen. Die russische Regierung hat diesen Besuch amtlich der Pforte angekündigt. Gegenden Mädchenhandel. Präsident. Roosevelt erklärte den Zutritt der Vereinigten Staaten zu der Pariser Konvention über die Unterdrückung des Mädchenhandels vom Mai 1904. Bulgarien u n d Serbien. In Belgrader politischen Kreisen spricht man von sehr gespannten Beziehungen zwischen Serbien und Bulgarien. Die bulgarische Presse hetzt zwar seit geraumer Zett gegen Serbien, nun soll aber angeblich auch die bulgarische Regierung Schritte bei der serbischen unternommen haben, sie möge dahin wirken, daß die serbischen Banden in Mace- donien sich zurückziehen. Es verlautet auch, man wolle die serbischen Staatsbürger aus Bulgarien ausweisen. Gestern sollte ein Meeting gegen Serbien abgehalten werden. Der Schluß Ser 35. Landtags. Darmstadt, 20. Juni. Heute nachmittag 121/2 Uhr wurde der 33. Landtag von S. K. H. dem Großherzog in feierlicher Weise geschlossen. Zu diesem Akte versammelten sich im Großherzoglichen Schlosse, um 12 Uhr die diensttuenden Mmmerherrn und Kammerjunker in dem Fahnensaal; um W Uhr die Mitglieder der Ersten Kammer in den Assemblöezimmern, die Mitglieder der Zweiten Kammer in den Russischen Zimmern, die Mitglieder des Staatsministerinms in dem Fahnensaal, die Hofstaaten und Adjutanten in dem Rampensaal. Die Zweite Kammer wurde durch den als Zeremonienmeister diensttuenden Kammerherrn von Homberg? zu Vach in den Thronsaal eingeführt. Nachdem die Zweite Kammer ihre Plätze eingenommen hatte, erfolgte die Einführung der Ersten Kammer durch den als Ober-Zeremonienmeister diensttuenden Hofniarschall Freiherrn von Ungern-Sternberg und hieraus diejenige der Räte der Ministerien durch den als Zeremonienmeister diensttuenden Kammerherrn Dr. Freiherr Schenk zu Schweinsberg. Die Erste Kammer erhielt ihre Plätze zur rechten, die Zweite Kammer zur linken Seite oes Thrones, diesem gegenüber; die Räte der Ministerien nahmen die Plätze zur Ititfen Seite des Thrones ein, in dem Raume zwischen diesem und den Spitzen der Abgeordneten zur Zweiten Kammer. S. K. H. der Großherzog begaben sicb auf die Meldung des Ober-Zeremonienmeisters, daß die Einführung der Versammlung stattgefunden habe, in den Thronsaal. Der Zug ging in folgender Ordnung: zwei Fouriere, die diensttuenden Kammerjunker, die. diensttuenden Kammerherrn, die Zeremonienmeister, der Oberzeremonienmeister, der Großherzog, der Staatsmiirister und die Minister der Finanzen und des Innern, die General- und Flügeladjutanten, die nicht funktionierenden Hofchargen. Bei Eintritt des Zuges in den Saal erhob sich die Versammlung von ihren Sitzen. Der vorantretende Dienst begab sich auf die linke Seite des Thrones. Die Fouriere nahmen zu beiden Seiten am Thronhimmel Stellung. Die Staatsminister, die Minister der Finanzen und des Innern und der dem Großherzog nachfolgende Dienst stellten sich zur Rechten des Thrones. S. K. H. der Gr 0 ßh e r z 0 g hielten alsdann von dem Throne folgende Anrede an die Stünde: Meine Herren Stände! Beim Schlüsse des 33. Landtages erfülle Ich eine angenehme Pflicht, Ihnen für Ihre Tätigkeit, die Sie den Aufgaben des Landes gewidmet haben, persönlich Meinen Dank auszusprechen. In den letzten Beratungen Ihrer Ausschüsse über die Revision des la n d st an d is ch e n Wahlgesetzes ist zu Meiner Befriedigung die Grundlage für eine Verständigung über die verfassungsrechtlichen Fragen gefunden worden. Zu Meinem Bedauern sind dagegen auch auf diesem Landtage die wichtigen Vorlagen wegen Revision der Ver w alt ungsge setze nur teilweise in Arbeit genommen worden. Nur die bisherigen Vorschnften der Landgemeindeordnung über die Rechtsverhältnisse der Bürgermeister in den größeren Landgemeinden sind hervorgetretenen Bedürsnissen entsprechend ergänzt worden, während die Gesetzesvorlage über die Verfassung und Verlvaltung der israelitischen Religionsgemeinschaften unbearbeitet geblieben ist. und der Gesetzentwurf über die Jagd in den Verhandlungen eine das Zustandekommen nicht erniöglichende Gestalt erhalten hat. Tie von Meiner Regierung erstrebte Neuregelung auf wichtigen Gebieten des öffentlichen Lebens ist hiernach leider nicht zu dem loünschenswerten Abschluß getommen. Der jährlich wiederkehrenden Beratung des Hauptvoranschlags der Staats-Einnahmen und -Ausgaben war wiederum ein erheblicher Teil Ihrer Arbeit gewidmet. Jrn Zusammenhang damit nnb im Anschluß an die im Jahre 1906 eingeleitete Ordnung des Reichshaushalts haben Sie sich in erfreulicher Erkenntnis von der Notwendigteit einer entsprechenden Neuordnung der finanziellen Verhältnisse des Landes und einer Aufbesserung der Bezüge der Staatsbeamten und der Volksschullehrer bereit gefunden, durch Ihre Zustimmung zu einer Abänderung der Gesetze über den Ilr tun den stempel und über die Bildung eines Ausglcichsfonds Ivie zu der Einführung von Zuschlägen zur R e i cy s e r b s ch a f t s st e u e r die Deckäcng der laufenden Ausgaben der Staatsverwaltung durch laufende Einnahmen zu erstreben und gleichzeitig neue Mittel zu schaffen für die Gewährung von Wohnungs ae ldzuf ch üssen an die Staatsbeamten, für die Erhöhung der Gehalte und Vergütungen des L e h r e r p e r s 0 n a l s und für die Aufbesserung der Bezüge der bedürftigen älteren Pensionäre und Beamten Hinterbliebenen. Für Ihr Eingehen auf die dahin gerichteten Vorschläge Meiner Regierung nnb für die dabei betätigte Opserlvillig- keit sage Ich Ihnen meinen Dank. Wenn weite Kreise der Beamtenschaft mit erneuten Vorstellungen wegen Besserung ihrer materiellen Lage im cinzelilen 00er Revision des Besoldungsgesetzes im ganzen an Sie herantzetreten sind, so glaube Ich Sie mit Meiner Regierung einig in der Ueber- zeugung, daß bei allem Wohlwollen für solche, an sich verltändlichen Wünsche jede stärkere Belastung des Landes wie ilberhaupt jede weitere Entwicklung einzelstautlichen Lebens zur unerläßlichen Voraussetzung hat eine vorherige gründliche, die finanziellen Kräfte der Einzelstaaten scho- itenbe Neuordnung und Gesundung der Reichs- finanzen. Dank dem in der Eisenbahngemeinschaft mit Prenßen gelegenen starken Rückhalt ist cs Ihnen möglich geworden, unter Ueberwinoung der aus weitgehender Inanspruchnahme des Staatskredits erwachsenen Bedenken, Mich mich auf diesem Landtage durch Bewilligung namhafter Mittel zum Neubau von Nebenbahnen in der Entwicklung der produktiven Kräfte des Landes zu unterstützen. Der einheitlichen Gestaltuilg der gemeinsamen Eisenbahnverwaltung und der Verbesserung der Lage Meiner Beamten in ihr diente Ihre Zustimmung zur Abänderung der gesetzlichen Bestimmungen Über tue Ruyegehaltsverhält- nisse und die Versorguntz der Hinterbliebenen der im hessischpreußischen Gemeinichaftsdienst angestellten Beamten, iüic diejenige zu einer Neuordnung der Anstellungs- und Bc- forderungsverhältnisse der höheren hessischen Staatseisenbeamten. Für besonders erfreulich erachte Ich, daß die untereinander zusammenhängenden Gesetzentwürfe über die Fürsorgekasse für die Beamten und Bediensteten dcr Landgemeinden und weiteren Kommunalverbande und über die Strasanteile zur Belohnung be^ Aussichtspersonals noch verabschiedet weroen konnten, durch die für eine große Zahl dieser Beamten und Bediensteten eine Mlsreichenoe Versicherung im Falle von Alter und Diensyrnfähigkeit, sowie für ihre Hinterbliebenen eine entsprechende Fürsorge sicher- gestellt wird. Auch in dem Zuslandekommen des Gesetzes über die W e r t z u w a ch s st e u e r vom 1-L Dezember 1907 erblicke JO einen sozialpolitischen Fortschritt, insofern dadurch die 'Gemeinden die Be^uanis erhalten haben, einen Teil der W^rtsteigerung an lief tzn ziehen, den der Grund und Boden infolge der natürlichen Entwicklung der Gemeinden erfährt. Zugleich sind durch die Einführung der Wertzuwachssteuer und der kommunalen Besitzwechselabgabe die Rechte der Gemeinden auf dem Gebiet der kommunalen Besteuerung wesentlich erweitert worden. Nicht minder begrüße Ich das Zustandekommen der Novelle zum Wohnungsfürsorgegesetz, nach der neben verstärkten Garantien für die Tätigkeit der Gemeinden die Möglichkeit der unmittelbaren Hingabe von Darlehen aus der Landeskreditkasse an gemeinnützige Bauvereine tritt und diesen hierdurch eine raschere und intensivere Arbeit gewährleistet ist. ' Auf dem Gebiete der Landwirtschaftspflege passen die das bisherige Gesetz abändernden Bestimmungen eines Feldbereinigungsgesetzes in der Hauptsache die Vorschriften des alten Gesetzes dem nunmehrigen Recht des Grundeigentums in formeller und sachlicher Hinsicht an. Ebenso soll das Abänderungsgesetz zum Bachgesetz den Wünschen der Wassernutzer auf Schutz ihrer Interessen gegenüber Dritten dienen. Ein Rückblick auf die Zeit der ablaufenden Landtagsperiode läßt zwei Ereignisse nicht übersehen, die in besonderer Weise bekundet haben, wie Ich Mich bei jeder kulturfördernden Tätigkeit der opferwilligen Hilfe Meiner getreuen Stände versichert halten kann. Die Feier des dreihundertjährigen Bestehens der Landesuniversität zu Anfang August vorigen Jahres war ein glanzvolles Zeugnis dafür, wie hoch mit Mir und seinen Vertretern das ganze Land den Segen bewertet, der von der altehrwürdigen Bildungsstätte für unser Volk ausgegangen ist. Der Ausdruck lebhafter Befriedigung, mit der Ich beim Schlüsse des vorigen Landtages Ihre Bewilligung eines erheblichen Teils der Mittel für die Landesausstellung für freie und angewandte Kunst erwähnen konnte, ist durch das schöne Gelingen des Unternehmens gerechtfertigt worden. Es bietet ein hocherfreuliches Bild von dem gewerblichen und künstlerischen Schaffen des Landes und verheißt reiche Früchte für dessen geistige und wirtschaftliche Entwicklung. Ich entlasse Sie, Meine Herren Stände, mit der Versicherung Meines fortdauernden Landessürstlichen Wohlwollens. Möchten die Ergebnisse Ihrer Beratungen zum Wohl Meines geliebten Landes gereichen! Staatsminister Dr. Ewald gab hierauf den Landtagsabschied bekannt und erklärte auf Allerhöchsten Befehl Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs den Landtag für geschlossen. S. E. Graf von Schlitz, gen. von Görtz, braute sodann ein begeistert aufgenommenes Hoch auf Seine Königliche Hoheit den Großherzog aus. Seine Königliche Hoheit der Großherzog verließen danach in Begleitung Allerhöchst- ihres Dienstes in derselben Ordnung wie beim Eintreten den Thronsaal. An der Hof Lasel nahmen 88 Herren teil, darunter die Mitglieder der Eilten und der Zweiten Ständekammer, mit Ausnahme der Sozialdemokraten. Die Tafel war im Kaisersaal mit Blumenschmuck, Silbergerät usw. hergerichtet. Zur Rechten des Großherzogs saß Gras v. Görtz-Schlitz, Erbprinz zu Löwenstein, Fürst v. Nstnburg-Wächtersbach, Fürst zu Solms-Lich u. a., zur Linken neben dem Großherzog: Frhr. Heyl zu Herrnsheim, Fürst zu Erbach-Schön- berg-Mernigerode, Fürst zu Jsenburg-Birsrein u. a. Dem Landesherrn gegenüber: Staatsminister Ewald, Präsident Haas, Finanzminister Dr. Gnauth, Minister Braun, Präsident Dr. Schmitt u. a. Die Tafelmusik stellte die Kapelle des Art.-Regts. 61. Das Menu lautete: 'Kraftbrühe nach Demidoff-Turbot nach Rouinviller Art — Damwildrücken — Feldhühnerpasteten — Champagnerpunsch — Masthuhnbraten — Salat — Junge Erbsen — Erdbeergefrorenes — Käsestangen. Dazu wurde eine reiche Auswahl von Rot- und Weißweinen, darunter "Nackenheimer Rotenburg-Do- mäne, sowie Röderer verabreicht. Während der Tafel brachte der Großherzog einen Toast auf die beiden Ständekammern aus. Der Präsident der Ersten Kammer, Graf Görtz- Schlitz, brachte ein dreimaliges Hoch auf den Großherzog und Präsident Geh. Rat Haas ein solches auf die Großherzogin und den Erbprinzen aus. Vas ttaiserpaar in Hamburg. Der Kaiser war am Freitag gegen Abend im Automobil über Lüneburg in Hamburg eingetroffen und war dort von den Bürgermeistern Dr. Burchard und O'Swald bewillkommnet worden. Am Samstag vormittag begab er sich zum Hagenbeckschen Tierpark (der übrigens zurzeit eine Reihe von überaus interessanten Vorstellungen mit nicht weniger als 8 3 Eisbären, etwa 25 Löwen und anderem wilden Getier an der Mainzer Landstraße in Frankfurt veranstaltet. D. R.) Er besichtigte u. a. die Völkerschaustellung Ceylon, in der er Dressurvorführungen beiwohnte, und eine Sammlung sehr wertvollen Materials als Anfang eines noch zu schaffenden ethnologischen Museums. Der Kaiser verlieh Hagenbeck den roten Vlerorden 4. Klasse mit der Krone. Von dort begab er sich nach Altona zu einem Frühstück beim kommandierenden General Freih. v. Vietinghoff. An dem Frühstück nahmen auch der Bürgermeister Dr. Burchard und Oberbürgermeister Dr. Tettenborn-Altona (früher in Homburg. D. R.) teil. Am Abend speiste der Kaiser beim preußischen Gesandten Grasen von Götzen mit den Bürgermeistern Dr. Burchardt und O'Swald und Generaldirektor Ballin. Um 10 Uhr begab er sich mit den Teilnehmern am Diner nach dem Uhlenhorster Fährhause, um die Huldigung der Ruder- svorlvereine auf der Alster entgegenzunehmen. Diese gestaltete sich bei einem wundervollen Sommerabend zu einem glanzvollen Festakt von großen eigenartigen und malerischen Reizen. Der Garten war über und über mit Lampions behängt. Die Ufer der Außenalster waren einheitlich mit Flambeaux und buntfarbigen Lampions beleuchtet und die Baumpartien mit bengal. Buntfeuer. Gegenüber dem Fährhause sprudelte ans dem Flusse heraus eine große bengalische Beleuchtungsfontäne. Es begann nun ein Lampionkorso des Allgemeinen Alsterklubs und des Norddeutschen Regattavercins. Die vielen Hunderte, mit farbigen Lampions behängten Boote defilierten und füllten dann allmählich den ganzen weiten Raum vor dem Fährhaus. Hiernach wurde ein Feuerwerk abgebrannt. Am Sonntag morgen traf auch die Kaiserin in Hamburg ein. UM 10 Uhr hielt der Kaiser an Bord der „Hohenzollern" Gottesdienst ab, dem Bürgermeister Dr. Burchard, Bürgermeister O'Swald und Generaldirektor Ballin beiwohnten. Am Sonntag nachmittag 21/2 Uhr begann auf der Rennbahn bei Hom das Sommerrennen des Hamburger Rennklubs. Im Kaiserpavillon fanden sich u. a. die Bürgermeister Dr. Burchard und O'Swald sowie Generaldirektor Ballin mit ihren Damen ein. Mit Hurrarufen begrüßt, erschienen gegen drei Uhr der Kronprinz, die Kronprinzessin, Prinz Eitel Friedrich mit Gemahlin, Prinz Adalbert und Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein. Um 3.15 Uhr trafen im offenen ä la Dau- mont gefahrenen Vierspänner die Majestäten cm. Der Kaiser trug den Ueberrock der Königsulanen, die Kaiserin eine blaß- grüne Robe. Das Rennen ging um eine silberne Peitsche, in dem Graf L. Henckels „Chamerops" unter Leutnant d. R. Dr. Riese siegte, und dann um den großen Hansapreis, das v. Weinbergs-Frankfurt Horizont 2 gewann. Es folgte das Kaiserin- August a-Jagdrennen, 6et dem 10 Pferde liefen. Erster wurde Herrn P. Meckenburgs Fuchshengst „Haltefest" unter Leutnant v. Baumbach. Um 5 Uhr verließen die Majestäten den Rennplatz. Der Kaiser geleitete die Kaiserin zum Dammtorbahn- Hof, von dem sie nach Posen abreiste. Der Kaiser begab sich an Bord der „Hohenzollern" und traf um 9 Uhr abends bei der Schleuse von Brunsbüttelkoog ein. Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberhesseu. L. Gießen, 20. Juni. Gegen die am 10. August 1907 vorgenommene Gemeinderatswahl zu Wölfersheim hat Christian Allwvhn reklamiert mit der Begründung, daß Wahlbeeinflunungen durch Spenden von Freibier vor und während der Wahl stattgefunden hätten. Der Kreisausschuß des Kreises Friedberg erklärte jedoch, die Reklamation für unbegründet und demgemäß die Wahl für gültig. Es wurde zwar festgestellt, daß vor der Wahl Freibier getrunken worden war, her Kreisausschuß hielt jedoch nicht für erwiesen, daß diese Spenden im Zusammenhang mit der Wahl erfolgt seien, und war weiter der Ansicht, daß, selbst wenn eine oder die andere Person durch das Spenden von Freibier hinsichtlich der Abgabe ihrer Stimme beeinflußt toorben sein sollte, eine solche Beeinfüy'sung für das Endergebnis der'Wahl ohne Bedeutung gewesen sein würkw infolge des großen Stimmenunterschiedes zwischen dem mit den wenigsten Stimmen Gewählten und dem Nichtge- rvählten, der die meisten stimmen auf sich vereinigt hatte. Gegen das Urteil des Kreisausschusses legte der Vertreter des Reklamanten Rekurs an den Provinzial-Ausschuß ein. Nachdem in der heutigen Sitzung durch die Aussagen der erschienenen Zeugen fest- gestellt wurde, daß das gespendete Freibier mit Bezug auf die Wahl gegeben rooroen war, wurde der Reklamation statt- gegeben und die Wähl aufgehoben unter Belastung der Gemeinde mit den Nisten. Das aus dem unteren Teil von Unter-Schmitten kommende Wasser fließt von jeher in einem Graben ab, der durch das Grundstück des Louis Eckhardt II. geht. Um diesen Graben im gesundheitlichen Interesse einer gründlichen Reinigung zu unterziehen, mußte das fragliche Grundstück betreten werden, wozu jedoch der Eigentümer die Erlaubnis verweigerte. Das Großherzogliche Kreisamt Büdingen erließ deshalb einen Polizeibefehl gegen Eckhardt mit der Auslage, den von der Gemeinde mit der Reinigung des Grabens beauftragten Personen das Betreten seines Grundstücks bei Meidung einer Geldstrafe von 20 Mk. zu gestatten. Den gegen diesen Polizeibefehl eingelegten Rekurs nahm Eckhardt heute zurück, so daß die Sache damit erledigt ist. Wie bei einer Reihe anderer Bahnhvfsanlagen, so ist auch zur Erweiterung des Bahnhofs Hirzenhain die Enteignung gewisser Grundstücke von der Königl. Eiseiu- bahndirektion Frankfurt a. M. beantragt worden, da über den Preis der zu gewährenden Entschädigung mit den Eigentümern eine Einigung nicht zu erzielen war. Gefordert wurden 1.80 bis 3 Mk. pro Quadratmeter, während die Lokälkommission 1.40 bis 2 Mk. für ausreichend hielt. Der Provinzial-Ausschuß ließ zunächst durch eine Kommission Augenschein an Ort und Stelle nehmen, um sodann heute über die Festsetzung der Entschädigung zu verhandeln. Nach iwchmaliger Anhörung der Parteivertreter schloß sich der Provinzial-Ausschuß in allen Stücken dem Gutachten der Lokalkommission an und entschied dementsprechend. Aus StaSt und Land. Gießen, 22. Juni 1908. — Sommeranfang. Gestern, am 21. Juni, erreichte der Frühling kalendermäßig sein Ende und der Sommer nahm seinen Anfang. An diesem Tage tritt die Sonne, abends 9 Uhr, in das Sternbild des Krebses ein und hat damit für unsere Erdhälfte ihren höchsten Stand erlangt. Man nennt dieses Ereignis solstitium aestivum, Sommer- Sonnenstillstand, im Gegensatz zu dem ein halbes Jahr später eintretenden solstitium brumale, Winter-Sonnenstillstand. Den 21. Juni bezeichnet man daher als den längsten, den 21. Dezember als den kürzesten Tag. Denn von nun an sinkt der höchste Punkt der Sonnenlaufbahn für uns immer tiefer herab, verweilt die Sonne überhaupt täglich immer weniger für uns sichtbar am Himmel, so daß die Tagesanfänge fortlaufend später, die Nachtanfänge ebenso früher eintreten, die Tagesdauer also beständig kurzer wird; am 21. Dezember tritt in dieser Abnahme ein Stillstand ein, die Sonne beginnt wieder höher zu steigen: die Tage nehmen wieder zu. **DieBismarck feier der Gießener Studentenschaft, die am Samstag, dem Tag der Sommersonnenwende, stattfand, nahm einen schönen Verlauf. Um 9 Uhr etwa begann der Fackelzug an Oswaldsgarten, der ein imposantes Bild bot. Sämtliche Korporationen, wohl zusammen 500 Fackelträger, nahmen daran teil und 4 Musikkorps begleiteten ihn. Der Zug bewegte sich durch die West-Anlage, den Seltersweg, Kreuzplatz, Mäusbnrg, Markt, Marktstraße und Neustadt, in denen das Publikum zahlreich Aufstellung genommen halte, zur Lahnbrücke und weiterhin zum Bismarckturm auf der Hardt. Auf dem Turm flammte bei Ankunft des Zuges ein mächtiges Flammenmeer auf und mächtig ertönte das Bismarcklied in die Nacht hinaus. Unter den SUängen des alten „Gaudeamus igitur" wurden dann auf der Rennbahn die Fackeln zusammengeworfen und bann ging es in der von Herrn Bichler zur Verfügung gestellten und ausgeschmückten Brauhalle zum Kommers. Als Gäste hatten sich u. a. eingefunben S. Magn. der Rektor Professor Dr. Leist mit zahlreichen Professoren, Oberst v. Müller und als Vertreter des Provinzialdirektors Regierungsassessor Froehlich. Um IO1/2 Uhr eröffnete der 1. Chargierte der Landsmannschaft „Darmftadtia" den Kommers mit einer Begrüßungsrede. Ein donnernder Salamander auf die Gäste schloß sich daran. Tie Rede auf Kaiser und Großherzog hielt ein Vertreter der Burschenschaft Germania, worauf Professor Dr. Rach- fahl das Wort zur Festrede ergriff. Mit begeisternden Morten legte er seinen jungen Kommilitonen ans Herz, sich durch nichts den Glauben an die großen Männer rauben zu lassen, die als treibendes Moment die Ideen, die im ganzen Volk verbreitet sind, verwirklichten. Er feierte dann Bismarck als einen dieser großen Männer, der das Sehnen des deutschen Volkes verwirklichte und das Deutsche Reich schuf. — Nach dieser mit Begeisterung aufgenommenen Rede folgte die auf die Universität, die von einem Hasso-Rhenanen gehalten wurde. Der Rektor erwiderte mit warmen Worten. Um 1/22 Uhr war der oftizielle Teil Ku Ende, aber noch längere Zeit blieb man zur Fidelitas zusammen. ** Das Fest der Buchdrucker. Ueberall in Deutschland, wo die schwarze Kunst verbreitet ist — und wo wäre das in unserem Zeitalter nicht der Fall — feiern in diesen Tagen ihre Junger zu Ehren ihres Altmeisters das Johannisfest. Der hiesige Ortsverein des deutschen Buchdruckerverbandes aber war in diesem Jahre in der Sage, mit dieser Feier noch eine andere zu verbinden, nämlich sein 40jähriges Stiftungsfest. So lange, also über ein Menschenalter, ist es her, daß die „Typographia" von 13 Buchdruckern gegründet wurde, und heute zählt sie genau sechsmal so viel, der beste Beweis, daß die Gründung eine gute war und zugleich ein erfreuliches Zeichen der wachsenden Bedeutung Gießens als Druckstadt. Diese Bedeutung konnte man auch aus den gedruckten Festgaben ersehen, die in den verschiedenen hiesigen Ossizinen hergestellt worden waren. Das Fest wurde eingeleitet durch einen Herrenkommers am Samstag Abend im Gewerkschaftshaus, zu dem die Mitglieder, Vertreter der Prinzipale, der auswärtigen Verbandsvereme und der hiesigen Gewerkschaften zahlreich erschienen waren. Der Saal war mit Blumen und Fahnenarrangements in den Buchdrucker- farben Purpur, Gold, Blau, Silber und Schwarz reich geschmückt und bald herrschte eine ungezwungene, durch keinen Mißton getrübte Fröhlichkeit. Wie es bei derartigen Gelegenheiten bei uns löbliche Sitte ist, gab man der Festesfreude in zahlreichen Festansprachen Ausdruck, von denen wir vor allem die herzliche Begrüßungsansprache des Ortsoereinsvorsitzenden Herrn Holland erwähnen wollen. Nach ihm kam ein von Herrn Braun vorgetragener Prolog zu Gehör, in dem der Verfasser, Herr Schreiber, in packenden Worten ein poetisches Bild von Geschichte und Streben des Vereins gab. Weiter sprachen die Herren Höpfner — der kurz der vergangenen Zeiten gedachte und ein Hoch auj den Verband der Buchdrucker ausbrachte —, Herr Braun im Namen der Festkommission und unter Ueberreichung eines Bildes, sowie für die auswärtigen Ortsvereine die Herren Weber- Marburg, Bergmann-Frankfurt, Röhrs heim-Wetzlar (unter Ueberreichung einer Ehrentafel) und Lip ski-Bad- Nauheim. Herr Prokurist Will überbrachte den Glückwunsch der Brühl'schen Druckerei. Herr Keßler sprach auf die Solidarität der hiesigen Arbeiterschaft und Herr Andreas warf einen humoristischen Rückblick auf die verstossenen vierzig Vereinsjahre und Herr Belz sprach als einziger noch lebender Gründer des Vereins von den vergangenen schönen Zeiten. Dazwischen gab es gemeinsamen Gesang, bei dem außer allgemeinen Liedern ein von Herrn Höpfner verfaßtes gefangen wurde, das Leben und Taten der Alten des Vereins treffend und humorvoll schilderte. Daß bie hiesigen Buchdrucker aber außer einigen Dichtern auch über gute Sänger und Komiker verfügen, bewiesen die Herren Diesholz durch seine hübschen Baritonsolos und Herr Noll durch einige gut vorgetragene humoristische Gesänge. So verlief der "Abend in angenehmem Wechsel nur allzu rasch und spät, sehr spät war e§, als die Teilnehmer nach Hause gingen, um zu dem Sonntagsfrühschoppen neue Kräfte zu sammeln. — Der Sonntagnachmittag vereinigte die Gießener Buchdrucker mit ihren inzwischen zahlreich eingetroffenen Kollegen aus Bad-Nauheim, Friedberg, Butzbach, Wetzlar, Marburg, Dillenburg, Fulda, Frankfurt usw., und ihren Familienangehörigen im Philosophenwald, dessen Saalbau der Bedeutung des Tages entsprechend geschmückt war, und die Teilnehmerschar kaum zu fassen vermochte. Nach einem von Herrn Weller gewidmeter Typographia-Marsch begrüßte der Vorsitzende des OrtSvereins Gießen die Erschienenen, besonders die auswärtigen Gäste, an deren Spitze der Vorsitzende des Gauverbandes, Karl D 0 m i n e - Frankfurt. Frl. Höpfner trug bann ben vom Mitgliebe E. Höpfner verfaßten Willkommensgruß in vollenbeter Form vor, worauf Gauvorsteher C. Domino das Wort zur Festrede ergriff. Redner verbreitete sich im Hinblick auf das 42jährige Bestehen des Buchdruckerverbandes sehr eingehend über die hauptsächlichsten Momente aus der Geschichte des letzteren, sowie über bie ber Typographia Gießen, berührte bie Wanblungen, bie baS Buchgewerbe in dieser Zeit durchgeniacht, hob das Unter» stützungskassemvesen des Verbandes (seit seinem Bestehen gewährte derselbe seinen hilfsbedürftigen Mitgliedern rund 30 Millionen Mark Unterstützung) hervor, ferner die zwischen Prinzipalen und Gehilfen bestehende Tarifgemeinschaft und feierte am Schluß feiner mit allseitigem Beifall aufgenommenen Rede die Jubilare des Ortsvereins Gießen. Sein Hoch galt dem Jubelverein, den Jubilaren und dem deutschen Buchdruckerverbände. Nach dem Gesang ber Festhymne folgte ein Kinberreigen, besten kleine und kleinsten Mitwirkenben mit Bretzeln beschenkt würben. Herr Braun feierte hierauf die« jenigen Mitglieber ber Typographia, bie auf eine mehr als 25jährige Mitgliedschaft im Verbände zurückblicken rannen, bie Jüngeren ermahnenb, stets bas, was bie Alten errungeu^ hoch zu halten. Den Jubilaren wurden als Slnerfennung für ihre treue Mitgliedschaft Diplome überreicht. Es erhielten Diplome folgende Mitglieder: Herrn. Elle (36jähr. Mitgliedschaft), Alwin Andreas (34jähr. Mitgliedschaft), Otto Ettel und Th. Loos (je 33jähr. Mitgliedschaft), Adolf Hensel, 9(ug. Holland, Ernst Höpfner, Mich. Keßler und Heinr. Krieger (je 30jähr. Mitgliedschaft. Als ältestes Mitglied dankte Herr Elle für die seinen Mitjudilaren und ihm gewordene Auszeichnung. Der übrige Teil des Programms : Preisquadräteln (ein speziell von Buchdruckern geübtes Spiel), Tombola, komische Vorträge, Solo- und Chorgesang, wickelte sich glatt ab, worauf mit einem Tänzchen die Feier schloß. — Circus Schumann. Zur Eröffnungsvorstellung am Samstag abend hatte sich der Circus Schumann beinahe bis auf den letzten Platz gefüllt, und dabei faßt das große Zelt eine ganz gewaltige Menschenmenge. Es ist ganz erstaunlich, wie hübsch, geschmackvoll und vor allem praktisch dieses Zelt und die sich unmittelbar daran anschließenden Restaurationsräume und Marställe eingerichtet sind. Von ben behaglichen und bequemen Sitzen aus und bei diesen vortrefflichen Darbietungen hat man kaum den Eindruck, in einem vorübergehenden Zeltzirkus zu sitzen. Das Programm ist so reichhaltig und unterhaltend und wickelt sich so exakt ab, daß man feine wirkliche Freude an allem hat. Es ist an dieser Stelle nicht möglich, auf alle Einzelheiten des schönen Programms einzugehen. Ganz allerliebst wirkten die komischen Entrees der beiden Zwerg-Auguste Sicard und Pips; große Heiterkeit rief ferner Clown William mit feinem musikalischen Pferde „Männe" hervor. Auch bie übrigen Clowns machten recht wirkungsvolle Späße. Einen wundervollen Anblick gewährte das Fahnenpferb Liebling, bas von Herrn Direktor Schumann vorgeführt wurde, ebenso der unsagbar stolze Trakehner Wallach Alfonso, der von Herrn Direktor Schumann geritten wurde. Sehr hübsch waren auch die Leistungen von Domino, dem Bettpferbe, bas mit Rock, Beinkleib unb Pantoffeln bie Manege betritt, sich ein Logis sucht, sein Bett herbeiholt, bas Nachtlicht an» steckt, sich auskleibet unb bann richtig zu Bett geht. Eine der erstaunlichsten Leistungen ber Dressur, bie man sich denken kann. Montag, 22. Juni, abends 8'A Uhr Große Sport-Vorstellung 3826 mit vollständig neuem Programm.__________ Zum ersten Mal! Zum ersten Mal! Oer weisse Leiter. Grober Sportakt mit elektrischen Lrchtestekten ausgefübrt von Herrn Direktor M. Schumann. Avis: Diese Nummer war in den grölzlen Städten Deutsch- lands das Tagesgesvräch.____. Zum ersten Mal! ÄVdllllti das Soldatenpfcrd. Zum ersten Mal! (ülowii Mltzoitt mit seinen dressierten Gänsen. Alles Nähere siehe Plakate. 105242 Inhaber Mtesser zu haben, ist Der Wächter Joses' StlkowSN ber Wtrk- tn die schastSaenossensckaft der Berliner Grundbesitzer- ** AuS dem Bureau 'des Stadttheaters. wird gemeldet vom Schlachtviehhose in Straßburg (Els.) cnn Märkte. Nur noch 4 Tage. Nur noch 4 Tage. Kolosseum liessen Telefon 644 200 Personen Max Schumann Oswaldsgarten :: GIESSEN :: Oswaldsgarten ob er sein Mandat bis zum Ende ausüben kann steht nach dem Mainz. Journ. heute schon fest, daß von riner Wiederwahl nicht mehr die Rede sein kann. (Danach scheint das Zentrum von seinem bisherigen Schützling nichts Garüen- und Sommer-Theater Montag, den 22. Juni Walltorstr. 36-38 (früher Cafe Leib) Liebigshöhe Dienstag, den 23. Juni Grosses Kavallerie-Konzert der ganzen Kapelle des Leib-Dragoner-Regiments (2. Grokb. Nr, 24 aus Darmstadt unter Leitung ihres Stabstrompeters Herrn A. Rtthlemann. Anfang nachmittags 4-/, Ubr. Eintritt 40 Pfg. NB. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im großen Saale statl. __ Der M Wra Giessen bietet durch seine Geschäftsstelle Löberstr.6 dem reisenden Publikum Gelegenheit, sich durch kostenlose Auskünfte über Bäder, Sommerfrischen und lourengebiete näher zu unterrichten. Führer und Pläne stellen in grosse* Zähl ®ur Verfügung. «74 ganz aufgehört haben. * Furchtbare Hagelwetter gingen über die Stadt > Bamberg nieder und richteten in Garten und Feldern enormen1 Schaden an. Auch Blitzschläge haben Schaden angerichtet. Juc meisten Telephonleitungen sind dort zerstört. Aehnliche Nach-j richten kommen aus allen südsränkischen Bezirken — Auch tn der, Altmark sind schwere Gewitter nut vagelschauern niedergegangen. In Bietzen schlug der Blitz in den Turm der Kirche und setzte ihn in B r a n d. Der Guthof bei Wendemark ist durch Blitzschlag vollständig eingeäschert worden. Große Mengen Ge-, • !, 40 Rinder und etwa 15 Pferde wurden ein Raub der — In Vienau wurden mehrere Rinder aus der Weide In Vienau wurden mehrere Rinder aus der Weide mc scMiöa. Die meisten Flußtäler sind über-i Der Eisenbahnverkehr ist vielfach unterbrochen. Ini vuv , ’jjl a u 11 b waren am 20. ds. Mts. nur 6 Grad Eelfius Festtages hervorhob. Der laute Beifall, der feinen WortenU^me. _ull ;lvu; :.. , . aufmerksam lauschenden Menge und das auf da§ deutsche elektrischen Leitungen zerstört und viele Gebäude beschädigt. Lied ausgebrachte Hoch bewiesen, daß der Redner wohl * Der Aufstieg des Grafen Zeppelin. Graf aus aller Herzen gesprochen hatte. Eine der Festjungfrauen Zepelin konnte zunächst den für Samstag geplanten Ausstieg' überreichte daran anschließend dem Fahnenträger bic eines sehr heftigen Weststurmes nicht uiiternehmen. Nach neue Fahne, ihn in einem schwungvollen Gedichte zu 5 Uhr hatte sich aber, wie aus Friedrichshafen am Bodensee ge- tr°uer Vflicktermlluna ermanne uo, den gesamten Verein meldet wird, der Sturm lowe.t gelegt, dar, die eFc Auffahrt 1. I ‘raitr Hmtcr uu 11g Clin ). b i h,, L.,.. ncucn Luftschiss dort statt,mdcn konnte. J-n-ihaw liebe» 19 3n Philadelphia brach an Bortd des Frachtdampsers „Areadia" von der Haniburg-Ämerika-Linie durch eine Mtzoswn Feuer aus, durch welches ein Mann umkam. und über 20Mann verletzt wurden. Tas Feuer konnte bald gelöscht^ werden, richtete aber erheblichen Materialschaden an. Die Polizei glaubt, daß bie Katastrophe auf eilt Verbrechen zuruckzüfuhren sei. Wie es h.'ißt, ist im Schiffsraum eine Metallbüchse mit einer elektrisaien Vorrichtung ausgestattet, gefunden worden. Man halt es nicht für ausgeschlossen, daß die Bombe bereits in Hamburg durch streikende Awbeiter int Schiffsraum medergelegt wurde. Der Sä)aden jdio apf 1,00 000 Toilar geschätzt. Der verletzte erste Offizier des Schiffes befindet sich aus dem Wege der Besserung. Pferde ] Circus 1 s.chaftSgenossenschaft der Berliner Grundbesitzervereine verhaftet worden. Beobachtungen der Berliner Kriminalpolizei hatten ergeben, daß in bem, Wachbezirke ShtkowSkis in den letzten Monaten die meisten Brände, 26 an der Zahl, in bestimmten Nachtstunden ausbrachen und daß sie stets von Sytowski zuerst entdeckt und gemeldet wurden, sodaß er in den Besitz der Feuerprämie gelangte.' Da Sytkowski anfangs des Monats mehrfach vor ober nach dem Auskommen beS Brandes gesehen wurde, und da das positive Verdachtsmaterial sich verdichtet hatte, wurde zur Verhaftung geschritten. Auffällig ist nun, baß seit ber Verhaftung Sytkowskis bic Brände in seinem Wachbezirke' mehr wissen zu wollen. Red.). , ** Messerheld. Gelegentlich ber MMarcksfeier aus der Harbt am verflossenen Samstag abenb kam es in später stunde zwischen dem Friseurgehilfen Al. und bem Kvmmis H. von hier, welche früher schon einmal einen Streit gehabt hatten, zu einem Wortwechsel. Beide begaben sich in den Hof, um den Streit auszufechtAi, und hier verseM M. vem H. nilt einem Dost einen Stich in den-Leib.—-Der .Schwerverletzte wurde ... chirurg. Klinik verbracht und gleich einer Operation unternwrfen. Lebensgefahr soll nicht mehr bestehen. Der Tater, dem alsbald von Unbeteiligten atzch eine Tracht Prügel verabfolgt worben war, wurde verhaftet. Wre die polizeilichen Feststellungen ergeben, hat M. auch einem weiteren jungen Manne, ber dem H. zu Hilfe geeilt war, einen Stich in ben Fuß versetzt. ** S chnelle Justiz. Am verflossenen Samstag fuhr em junger Mensch, ber anscheins des Fahrens noch nicht recht kundig, auf dem Kirchenplatz mit seinem Fahrrad einen Herrn um, wobei er allerdings auch zu Falle kam. Der Herr applizierte dem unvorsichtigen Fahrer sofort eine Ohrfeige, die der junge Mann ruhig hinnahm und damit war ber Fall erledigt. △ Heuchelheim, 21. Juni. Unter allyemeiner Beteiligung der Bevölkerung sowie zahlreich erschienener Gaste aus nah Und fern feierte heute ber Gesangverein „Germania" sein fünfunbzwanzibjähriges Stiftungsfest, mit bem zugleich die Weihe einer neuen Veremsfahne verbunden war. Nachmittag gegen 2 Uhr nahm ber Festzug, aus hiesigen und auswärtigen Gesang- und sonstigen Vereinen bestehend, am westlichen Ende des Ortes Aufstellung. Unter den Klängen zweier Musikkapellen bewegte sich der ein recht abwechselungsreiches Bild bietende Zug, in dem besonders die Festjungfrauen in ihrer schmucken Tracht und ------ der Festwagen angenehm auf liefen, durch die reich geschmuck- treibe, ten Dorsstraßen nach dem außerordentlich günstig gelegenen 0 ammen. und stattlich herausg-putzten Festplatz. Hier angckommcn. Flammen . hielt Lehrer W o l H ch mibt, der Dirigent d°s estgebenden Vereins, die Festrede, tn der er die doppelte Bedeutung des - ' " ' * ~ ----- In San Sebastian und Bilbao hat der L-turrn die Ipitunnrn ’-erftnrf lind tticle Gebäude beschädigt. um die Prämie von 3000 Mark. Heute ringen: Frl. Schönburg, Wien gegen Frl. Muranki, Ungarn Frl. Philippi, Aachen gegen Frl. Tabau, Belgien Entscheidungs-Kampf: "3B Frl. Haag, Stuttgart gegen Fl. Hanlon, Elsaß Vorher das Riesenweitstadt-Programm In dem schönsten und prächtigsten Garten von Gießen täglich großes Eamilien-Konzert des beitrenomnncrten Müds taa-Mdn M. Bei ungünstiger Witterung finden die Konzerte im Restaurant statt. Es ladet ergebenst ein Albert Rappmann, Direktor 11. Schriftliche Angebote unt. 0521/ an den Gieß. Anz. erbeten. Welcher j. Herr erteilt gegen frei Vogii3 ein. Mädchen von 12 Jahren Silauieriintericljt ? . 1(15233 vtgh. in d. Gcschäftsst. d. Gieß. Anz. Tüchtiger Wagner kann sich in einer Kreisstadt a. d. Vabn selbständig machen. Haus mit Wertstatt u Hof um Platze. Schriftliche Angeb. unter 3819 an den Gießner Anzeiger erb. Zu der am Dienstag, 23. Juni, stattfindenden Operettenauf- führung von ^Fledermaus" gibt sich lebhaftes Jnteresie kund. Die Hauptkräfte, die in der „Lustigen Witwe" mitwirkten, sind wiederum an erster Stelle beschäftigt und für Zusammenspiel und Aufführung ist von Direktion und Regie derart vorgesorgt worden, daß ein genußreicher Abend verbürgt werden kann. Nochmals sei erwähnt, daß die Studierenden an der Abendkasie ermäßigte Eintrittspreise genießen. ** Stadttheater-Abo unement. Wie aus dem Anzeigenteil zu ersehen ist, wirb heute das Abonnement auf die kommende Spielzeit eröffnet. Die Abonnementspreise sind auf den meisten Plätzen uugeändert geblieben, nur bei wenigen haben, gemäß den Erfahrungen, die im letzten Winter bezüglich der größeren oder geringeren Beliebtheit der Plätze gemacht waren, kleine Verschiebungen stattge- fuuden: ermäßigt wurden die Preise für das 3. Parkett iint> die zweite Mittelreihe des zweiten Rangs, erhöht die Preise für die vier ersten Sperrsitzreihen des 1. Rangs die erste Reihe des 2. Rangs. Wichtig ist die Bestimmung daß die Abonnenten des vorigen Winters em Anrecht auf Beibehaltung ihrer Plätze erworben haben, nur müssen sie der Bürgermeisterei spätestens bis zum 4. Juli mitteilen, daß sie von diesem Recht Gebrauch machen. Man darf wohl jedem Abonnenten, der seinen Wünschen einigermaßen ennprechende Plätze besitzt, den Rat erteilen, diese Plätze nicht allzu eilig aufzugeben, in der Hoffnung, noch bessere zu erhalten: denn alle Wünsche und Anforderungen befriedigende Plätze werden doch wahrscheinlich kaum tret werden. Wer also wechseln möchte, sei es nun mit dem Platz oder etwa mit dem Abonnementstag, der verzichte aus seine bisherigen Plätze nur unter der ausdrücklichen Bedingung, daß er die anderen, von ihm bevorzugten Plätze '.und zwar an dem gewünschten Abonnementstag auch wirk- er VTncgiequuuHB culluiptnu, ............rtrtHfirthl,v rnnntc lich erhalten kann. aber im Hinblick auf das die Fahne zierende Bildniv der bem, neuen■ Es machte. — Ein Kavallerie-Konzert der Kapelle des ~eib- Germania zur Einigkeit auffordemd. >Dw hierauf von den Dert)-d-ei)enc Wmdungen iiber ber Halle, imb zeigte eine tadellose dragoner - Regiments Nr. 24 aus Darmstadt findet am einzelnen Gesangvereinen zu Gehör gebrcuhten Chore zeigten k aber mit Rücksicht auf die trübe Witterung bereits Di-nStaa nachmittag auf der LiebigShöhe statt. durchweg, daß man mehr denn ze auch auf dem ^anoe 0 10 Mnuten nach der Halle zurück. Die Landung erfolgte Dienstag naeyniiiiug UU| ■ ® r k . wo die aesanglichen Verhältnisfe oft ungünstig beeinflußt { ' Das neue Luftschiff zeigt, was Stabilität, Fahrt und «.«LS s&ä Stea schwang. Der Entscheibungskarnpf zwischen Frl. H a a g - Stuttgart Durch drei auf dem Festplatze angelegte ^an<)bvdm . " Lustschisses beginnen, was 14 Tage in Anspruch nehmen und Frl. Koslowsky- Ostpreußen war autzerst interegant Beid^. ^g^r gesorgt worden, daß ne tanzluftige ^-ugenb auf ^re ~ Übend sand ein Essen ber Ehrengäste des Grasen Damen sind technisch,,'^ an Kwst ebenbürtig und es bauerte xäm, und mehrere am Abend von Mitgliedern durste. ^b nv l°no em^n württernbergifche Kriegseine Gesamtzeit von 47 Minuten, ehe es Irl. F^^wsky qelang, hiesigen Turnerschaft bei bengalischer Beleuchtung ge- { ^^eral v. Marchtaler bei, während der preußische Kriegs- WüÄ'ÄÄ &e 'Lhlg°l»ng«i? ÄeWÄ SÄ ©cnerol ». ».* bereit, nach Berlin .urüd- W' Lanlon durch Hüftenschwung. Frl. Knorr-Rheinland beluftigungen sorgten hur Unterhaltung undgekehri war. besiegte Frl. S ch ö n b n r g - Wien durch Halbnelson in 14 Mm. wechselung. Schade nur, daß die allgemeine ^ftfr.ude durch Kleine Tageschronri. Abendvorstellung. Die äußerst gewandte Schlesierin Frl. Richter öftere Regenschauer gestört wurde. Jniolge des Ausbruches der Ala ul- und Klauenseuche besiegte die starke Ungarin Frl. Maranky in 17 Minuten durch Ortenberg, 21. Juni. Die Mitgliederversammlung ^rbot der Tüsseldorser Regierungspräsident bis auf iveiteres die "inen Kopfzug aus dem Stand mit Eindrücken der Brücke. FA. des Kriegerverbandes Hafsia tagte heute hier unter Schaltung ber großen Viehniärkte in 9tenß und ^.inslaken. Nelson-London unterlag nach 16 Min. 55 Sek. der Ost^ Vorsitz von General Has. Sämtliche 5ü-Bezirke-waren | ' Tas Erlöschen der M a n l - ^n n d K l a u en s en ch e prenßin Frl. Koslowsky durch Halbnelson am Boden M-l. vertreten. Ter Vorsitzende begrüßte zunächst die Anwile.nbcn, be- P bilippi-Aachen besiegte Frl. Haag-Stuttgart durch Halb- sonders die beiden Grasen Ltollberg-droßla und ^tollverg-Wec- nelson in 15 Minuten. Auf ben heutigen Enlsck>eidungskampf „igerobe. Ter sck)on verössentlichle Rechen,chastsoeriait wie der zwischen Frl. H a a g - Stuttgart und Frl. H anlon-Elsaß ist Kassenbericht des Kam. Wal deck er sanden cmltimmigc man sehr gespannt. Da beide Gegnerinnen äußerst gewandt und nQ1;me. hieraus mürben zmHchst bic Amrage des Pra,ibiumv kräftige Mngerinnen sind, wird dieser Kamps hochiiileresfant werden. Geraten und angenommen. 1. Tie Mitglieder bet Mtiegeroeremc * * Das Gauturufest in Lich litt am gestrigen können nicht gleichzeitig freien Gewerbeailen angeyoren, so lange * T°g° unter b« Ungunst bev Witterung fiel aber fcofj. ““ ÄÄ dem und erfreulicherweise bfonberS m turnenscher Beziehung k^tr^Mreer E-°r^ bH Verbands- un» «er. befriedigend aus. Nach dem Festzug fanden allgemeine Llad- einslätigleit durch geeignete Kameraden tunlichst zu fördern, ms- Übungen und Keulenschwingen statt, und hieran anschließend besondere durch solche, welche als Arbeitgeber oder^ckrbeiweMMr das Musterriegenturncn, an den. 57 Riegen teilnah.nen. Di- °d°- - and-rer^.g-m^ besten Resultate erzielten bei den Riegen der Turner Wetzlar, ~ in Form eingehender Belehrung gedacht. Auch der Antrag Gießen, Mtv., Großen-Linden, Alsfeld und Steinberg, bei belrWe gleichm,äßige Abfassung.aller Statuten wurde angenommen, den ^öqlinqen Wetzlar, Gießen Mtv. und Tv., Gambach und den Kosten eines Vortrages leistet der Worbanb 8i litt.., »u Frankfurt a. M., 22. Juni. (Ong.-Telegr. des „Gieß. Li-insurih. Der Prot-ktor des Festes der Füch -u Soln.s- tzu^ LichMwM^n dri W, ffÄtfÄÄX Lich wohnte nut seiner rdamilie dem ö‘cltc lungere Zeit bet. daille, finden einstimmige Annahme. ^ie Referaw M.^3.80-24.25, Uansas Atk. 23.00—23.50, Roggen (hiesiger) (Ausführlicher Bericht folgt). über das Jahrbuch, die Prinz Ludwig-, die Ernst-Ludwig- unb bie y<^ 20.25—20.50 Gerste (Wetterauer) Mk. 20.75—21.75, Frauien- • * Aus dem Justizdiensi. S. K. H. der Großherzog Eleonoren-Stistung, den Kyfshäuserbimd,.die .^cri*i^punn9;™^nn selber Mk. 21.00-22.50, Haser 16.75-17 50, Mais Mk. Io 90-16.00. sein Nachfuchen bis zur Wiederherltellung seiner Oestindheit, wurde O b e r - I n g e l h e i m a. Rh. gewahlc. ganzen ^^ 29.75—30.00,1.Qualität Atk. 28.75—29.00, Weizenkleie Atk. 11.25 unter Anerkennung seiner treuen Dienste, in den Riiheltand ca. 120 delegierte anmejenb. Krilsrat Böckmann-Budlngen, hiZ'mjx. 11,40, Roggeukleie Aik. 12.75—13.00, Ataiskeime Mt. 12.90 versetzt und den Gefängnisverwalter in Pension Ernst M uth sowie Bürgermeister Hebbel- Ortenberg ^hatten die Gaste -u 13.10, Franken, Pfälzer, Ried Mk.00.00-00.00. Alles per m Darmstadt zum Verwalter am Praum-ialarr-sthaus in ^inn e.2-.Suni. L-armstadt ernannt. . | nnniP N^-.inst.ittuna nahni einen würdigen Verlauf. _ Of, 9toticrungen der heutigen Biehmarktpre 1 se. Zum • • Vom Oberhessischen Ausftellungshaufe. L——--------------saZfTZ Perkause standen: 514 Ochsen, 4 aus Oesterreich, 47 Bullen/ Man teilt uns mit, „daß der Verkauf des ElternschlafzimmerS .. 1 svf SurA tz.n 0 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 1021 Kühe, Fersen, Stiere und -I. Darmstadt der erste ' Zurückziehung einer Revifloii durch ben 0 aus Dänemark, 355 Kälber, 290 -chase und Hammel, im Oberhessifchen Ausstellungshause zu ’ Rus- Staatsanwalt. Zm Prozeß gegen Dr. Heinrich Ilgen- 00 Schase aus Oesterreich, 00 Ziegen, 00 Schweine. Bezahlt Verkauf einer Zimmereinrichtung m der ganzen s'->ernii§aeber der Wochenschrift „Das Blau- wurde sür 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1.Qualitat7o—71 Mk., stelluna gewesen ist und vielleicht deshalb eine gute Vor- stein, den Herausgeber d l ersten 2. Qual 68-72 Atk., 3. Qual. 53-60Alk.; Bullen I.Qual. 63 bis bebeutunu für di ganze „oberhessische" Sache dort jein buch" (Verlag Eoneordia m Lerlm) der von der^ ersteny. uua 6O'_63'IJif.; W 1-öuaL 73-75Tlf 2.gria jeöeutrnig für oie ganze „oueiyqi W , Strafkammer des Landgerichts II zu Berlin von der Anklage oz-65 Mk. 3. Qual. 46-48 Alk, 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Quast durfte - Der wegen Gotteslästerung aus 8 166 f r e i g e f pr 0 d) e n qo-OOML Rälbei: 1. Qital.96-98 W, (Sine Reichstagsersatzwahl in Hessen? ^r g er Staatsanwalt die von ihm eingelegte Revision 2. Qual. 86—95 Pfg., Lebendgewicht 51—56 Pfg-, ^chlaait- Reichstagsabgeordnete K e ll er-S teinb ocke n h e im, der den wurde, at bir totaai^Qi1 / « s^ainmen gewicht 72-75 Psq. Schafe: 1.Qual. 82-00,2.Qual. 74—7o Pfg.,, Wahlkreis Bmgen-Alzen vertritt, ist erkrankt. Es ist fraglich, jetzt zurückgezogen Dr. Ilgenstetn hatte m semer ,hann en ge Q0_00 Schweine i. Qiial/63-00Pfg.,Lebdgew. , 9 f nuSüben kann jedenfalls reichskritischen Wochenschrift, deren Tonart sich durch unbeirr- ^00,0 Pfg., 2. Qu. 62-00,0 Psg., Lebendgew. 49—09,0 Pfg., ob er fein Mandat bis zum Ende ausuben kann, j I \ ) J auszeichnet, den preuß. Kultusmimster Dr. Holle $ Qual. 54-56 Psg. Lebendgeiv. 00 Pig. Geschäft bei Hornvieh menen feiner Stellungnahme zu dem unbegreiflichen Vorgehen mittelmäßig. Ueberstand erheblich, bei Bullen und Kühen ferner. ÄSrXtoimU*“ ges-n blc ->utz°r°rdentftu°mm-h nut, re.» o-n-rr. über lich gemeinnützig- Gesellschnst zur ^^'^'oli-clkirckic^ün Griginal-Vkahtmeldungen. bUbung beft.g angesv.ffen und oon emer .M'Mrche nn $(|§ Großherzngstche Paar ^01ä.ClU“n 9sffiä*tec als Brandstifter. Unter dein begab sich heute >m Automobil zum Besuch des Grafen dringenden Verdachte, wiederholt Brandstiftungen begangen' Stolberg-Roßla nach Ortenberg m Oberhessen. Bahnhofstraße 26 Giessen Bahnhofstraße 26 Billigste und Beste Bezugsquelle liir alle Koloniaiwareo iuxynr frischer guter Qualität. Rheinisches Kaufes $NF“ Auf Wunsch Zusendung frei HanS oder Bahnhof hier. 05223; Gr. 3-Z.-W. mit Gart. z. y. Näh. Schottstr. 15, I. St., links. 3039) 3-Zimmer Wohnung mit Kabinett an rub. Leute zu verm. Konrad Damm, Liebigstraffe. 3049) Schöne 3-Zimmer-Wohnung an ruhige Kamme zu oermieten. Näheres West-Anlage 02, p. 3449) Mansardenwohnung, 3 Z., zu verm. Ätäh. Löwengasse 28. Marktplatz 11. 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Feinste Transparentseife.......Pfund 18 Feinste Silberseife.......... „ 20 Gelbe Bleichseife.......... „ 23 Weiße Kernseife.......... 26 Sparkernseife............4 Stück 29 Toiletten-Blumenscife ........ 3 , 25 Glyzerinseife............3 „ 25 ff. Mandclseife...........3 „ 25 Cappusseife............Stück 23 la« Reisstärke.......Psd. KG ff. Seifenpulver...........5 Pack 23 Krystallsoda............3 Pfund 10 Chlorkalk.............3 Pack 10 Kaiserbläu.............4 Beutel 10 Schmirgel-Leinen..........3 Bogen 10 Aufnehmer............3 Stück 35 Union-Wichse............4 Schachteln 10 Auftragbürsten...........3 Stück 10 Emaille-Ofenpolitur.........3 Dosen 20 Zeichnung auf »M.000.000 4°|0 Deutsche Schutzgehiefsanieihe von 1908 unter Bürgschaft des Deutschen Reiches für die Verzinsung und Tilgung, Beginn der Tilgung im Jahre 1913, Gesamtkündigung bis zum Jahre 1923 ausgeschlossen. Die Zeichnung findet am Dienstag den 30. Juni 1908 zum Preise von SS $|q statt. Anmeldungen hierauf nehme ich von heute ab entgegen. Im Etat für das ostafrikanische Schutzgebiet auf das Rechnungsjahr 1908 sind Mk, 20,000.000.— zum Mali im 3*i iiÄBH te Wrtaiscta ZMMÄM vorgesehen und zwar a) entweder gegen Barzahlung von Mk, 105.— b) oder gegen Lieferung von 4% Deutscher Schutzgebietsanleihe zum Preise von e^°|o und Barvergütung von Mk. 6.— für je nominal Mk. 100.- Anteile. Die Einreichung resp. Umtausch der Stücke, und zwar vom 20. Juni bis 2. Juli kann durch mich kostenlos erfolgen. Telephon 209. Alicestrasse 2. Baruch Strauss Bankgeschäft. 3423] Wohnung von 8 Zimmern mit allem Zubehör (evtl, getrennt in 6 und 2 Zimmer) zum 1. Juli oder später zu vermieten. Moltkestr. 2. Professor Kassel. 6-Zimmer- Wohnung, Slephanstr. 27 part., mit Bad u. 2 Mansardenz., Gasu. elektr. Licht, der Uicmeit entspr. einger., sowie tzZimmer-Wvhnungen, Gocthcstr. 69, mit Bad, Gas und elektr. Licht, der Neuzeit entspr. einger. per 1. Oft. zu vermieten. 3583] Näh. 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Es werden wieder je 21 Abonnementsvorstellungen am Dienstag (Beginn 8 Uhr), Mittwoch (BeginnN Uhr) und Freitag (Beginn 8 Uhr) stattfinden, und zwar werden nur ^Abonnements auf alle 21 Vorstellungen eines Wochentags (Vollabonnements) ausgegeben. I Jede Loge wird zunächst nur im ganzen vergeben. Gegenüber dcrm Vorjahr.haben, un- i^clne Prcisverschiebungen, teils Erhöhungen, teils Herabsetzungen stattgefundem Das Abonncmentsgeld ist entweder vor der ersten Vorstellung voll oder zur Hälfte vor der ersten, zur anderen Hälfte vor der 11. Vorstellung zu entrichten. An Alleinstehendes. 1 Zimmer m. Kabin. u. Küche neu hergericht. per 1. Juli evtl. spät, zu vermieten. 05138)_______ Seltersweg 9. | Möbl. Zimmer 3828] Möbl. Ztmnrer sofort zu vermieten. Bahnbosstr. 59, 1, 05240] Einfach möbl. Zimmer zu vermieten. Grabenstr. 4, III, 05233] Schöne Schlafstelle frei. ______H. 'Müller, Neuenweg 2. 05221] Möbl.lZimmer mit Pension zu vermieten. Ludwigstraffe 12 1, 05236] Solide Arbeiter können Kost u. 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Juli in der Weise, daß die Wünsche der Abonnenten und der Zeichner des Theaterbaucs in erster Linie berücksichtigt werden und im übrigen die Reihenfolge der Anmeldungen entscheidet. v«/ Fleissige, Ä knie aus allen Ständen egal wo wohnhaft können sich eine sichere Existenz od. auch einen lohnenden Nebenverdienst durch den Verkauf ait Private auf d. Lande erwerben. Offerten unter 3£. 8. 1480 postlagernd Nidda i. Hessen, t06218 Att°ZE-Weißbinder gesucht. Baugeschüit Webrum, 3806)_________________Ebelstraffe 39. Einige Zementeure und Hilfsarbeiter f. sof. ges. 3812 Meld. Bureau Walltorstr. 75. Klinik Ließen. 1 Wärter und 1 Wärterin zum 1. Juli gesucht._______ LB10/a Medizinische Klinik. «urtwa a A-chrvmsche gelugt. Georg Hebttreit, Klinikstr. 21. ________________(3825)________________ MltrfdüL» w- cincnl Pferde Mucht. (3768 Bäckermeister Wtlb. Löber. Jung. Bursche f. leichte Arb.ges. 05222] H. Müller, Neuenweg 2. ÄWiiSFg H. Kühn, Papierhandlung. HauSbürfchchcn gesucht. [3733 o'. 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