Nr. 17 Erscheint täglich mtt Ausnahme bei Sonntags. Die ^Gießener Famiüenblätter^ werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich betgelegt, das „Kretsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchenUtch. Der ^Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. 158. Jahrgang Dienstag, 81. Januar 1008 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhchen Rotationsdruck und Vertag bet Brsihl'lchen Unurersikäts - Brich- and etetnOrudctcL ÖL Bangt, Gießen. Redaktion, Expedition an» Druckerei: ®cf)ut* stratze 7. Expedition and Verlag - fcgs) 6L Redaktion: 113. Tel.-3ldi^ AnzetgerG'eßen. Deutscher Reichstag. 84. Sitzung, Montag, 20. Januar. Am Tische des Bundesrats: v. Bethmann-Hollweg, Dr. v. Jonquiöres. Das Haus ist schwach beseht. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Minuten. Er erhält die Ermächtigung, dem Kaiser die Geburtstags.Glück wünsche des Hauses zu überbringen. Die Diehseuchennovelle. Die erste Lesung der Novelle zu dem Gesetz, betr. die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen wird fortgesetzt. Abg. Scheidcmann (©03.): Die Vorlage hat gewiß wertvolle Bestimmungen, aber zum großen Teil erfüllt sie die Wünsche der Herren von der Rechten, die der Zolltarif, die Grenzsperre und die Fleischbeschau noch übrig gelassen haben; ja sie bringt eine geradezu gemeingefährliche Ergänzung des Vereinsgesetzes. Die außerordentliche Verbreitung der Rindertubcrkulose — bis zu 35 Prozent unseres Rindviehs — wird zugegeben; aber für die Stallkontrolle fehlt cs ja an Tierärzten, für sie ist ja kein Geld da; statt dessen überläßt man cS den Großgrundbesitzern, die ihren Befähigungsnachweis für die Landwirtschaft als Offiziere in den Kavallerieregimentern erbracht haben, und sucht die Bauern mit unglaublichen Belästigungen und Scherereien heim. Der Redner übt in dieser Beziehung, u. a. in bezug auf die Anmeldepflicht bei Seuchen verdacht, eine ähnliche Kritik wie die Vorredner v. Pfetten, Siebenbürgen und Lehmann. Der Redner kommt dann zu dem Teil seiner Kritik des Gesetzes, in der er von diesen Vor- rednern abwcicht. Jede unbequeme Versammlung wird man mit den Bestimmungen über die Maul, und Klauenseuche verbieten können. (Gelächter rechts.) Das ist eine Erweiterung des Ver» einSgesehes. Die Bestimmungen über die Einfuhr von seuchen- verdächtigem Fleischmatcrial usw. ist ein reiner Kautschukparagraph, eine Wünschelrute, die niemals versagen wird. Wie beim groben Ilnfugparagraphen wird es hier heißen: WaS man sonst von der Einfuhr nicht absperren kann, das spricht man als gift^angenden Gegenstand anl (Heiterkeit.) Scheidemann erzählt unter der Heiterkeit des Hauses eine Geschichte von einer Kuh und einem Tierarzt. Die Kuh bekam haarlose Stellen und der Tierarzt doktorte an ihr herum. Aber sie blieb trotzdem ganz «esund, nur die haarlosen Stellen vergrößerten sich. Da legte sich «.et Bauer einm tI eine Nacht im Stall auf die Lauer und stellte fest, daß der Esel der Kuh die braunen Haare abfraß. Scheide- mann erhält einen Ordnungsruf, weil er das preußische Abgeordnetenhaus eine verrückte Karikatur einer Volksvertretung nennt und schließt mit der Forderung, statt diesesGesetzes ein Gesetz gegen die verheerenden Wirkungen des preußischen Junkertums einzubringen mit dem Inhalt: Allgemeines usw. Wahlrecht für den preußischen Landtag. (Heiterkeit.) Abg. £ äffet (Np.): Herr Scheidemann hat vergessen, daß wir uns tmi dem Vichseuchengeseh beschäftigen. Wir erkennen die Vorzüge des Entwurfs gern an und werden einzelne Abänderun. gen in der Kommission beantragen. Wünschenswert ist ein Merk, blatt zur Erkennung der Tuberkulose. Herr Scheidemann ist an eine falsche Adresse gegangen, wenn er behauptet, daß der Entwurf den Großgrundbesitzern zu gute komme. Gerade die Viehzucht liegt in den Händen kleiner und mittlerer Besitzer. Herr Scheidemann will, wie ich auf den Anschlagsäulen gelesen haben, morgen in einer Versammlung von Arbeitslosen sprechen. Ich möchte ihn bitten, den Leuten zu sagen, daß es äußerst unflug ist, immer nach den Großst".dten zu strömen, und daß sie besser tun für ihr leibliches und geistiges Wohl, wenn- sie nach der heimatlichen Scholle zurück, kehren. (Beifall rechts.) Abg. Dr. Mugdan (freif. Vp.): Wir haben verschiedene Ve. denlen gea- \ das Gesetz, weil es uns in einzelnen Punkten zu weit ge'.L _ Agrarisch ist der Entwurf nicht. Eine solche Behauptung ist mindestens übertrieben. Man hätte den Entwurf nicht Vieh, seuchen-, sondern besser Tier seuchengesetz neunen sollen. Die Bestrebungen, unseren Viehstand zu sichern, sind in erster Linie für die kleineren und mittleren Besitzer von Vorteil. Es ist möglich, daß die scharfe Grenzkontrolle auch agrarische Vorteile schasst; aber das kann mich nicht hindern, sie zu fordern. Bei der Konflitte iu Asien. Nach längerer Panse scheinen jetzt wieder die Dinge 111 Asien die Aufmerksamkeit der politischen Welt in Anspruch »ehmen zu wollen, und zwar handelt cs sich diesmal nicht itur um Ostasien, sondern aucy in Vvrderasien spielen ßich Dinge ab, die leicht zu werteren Verwicklungen führen lönnten. Wie kürzlich gemeldet, haben türkische Truppen einen Einfall aus persisches Gebiet unter* »0mmen und sich nicht gescheut, den Gouverneur der Gwenzprovinz, den Prinzen Ferman, in seiner Residenz zu zernicren. ES hanoelt sich um einen krassen Bruch des Völkerrechtes, da keinerlei Grund zu irgendwelchem agressi- wen Vorgehen mit Waffengewalt vorlag, so daß die Sache in einem etwas eigentümlichen Lichte erscheint. Grenzsircitig- leiten zwischen Persien.und der Türkei gab es zwar schon seit Jahren, aber c5 ist dabei höchstens zu ganz unbedeuten* Len Plänkeleien zwischen den Grenzposten gekommen, ohne Laß weitere Folgen sich einstellten. Daß aber ein größerer Truppenteil im tiefsten Frieden die Grerrze in kriegerischer Wsicht überschreitet, daS i'liugt schier unglaublich, selbst wenn man die in Frage kommende Gegend berücksichtigt. Aller- Lings besteht zwischen Türken und Persern von jeher eine siefgehende Abneigung, die hauptsächlich auf religiösen Mo- Siven basiert, weil die einen der Richtung der Schiiten, die «nderen der Richtung der Sunditen angehören, die beide einander schroff gegenüberstehen. Die Dinge scheinen sick) inzwischen weiter zugespitzt zu haben, denn angeblich soll bic «llerdings wenig glaubwürdig klingende Nachricht bei der türkischen Gesandtschaft in Teheran eingelaufen sein, daß Lie Pforte die Mobilmachung der Truppen befohlen und die Reservisten zur Fahne einberufen habe. Me dem auch sei, jedenfalls ist die Situatwn in Vorderasien Derwickelt, und es wäre doch nicht so von der Hand zu weiseu, Laß die Türkei im Hinblick auf die inneren persischen Wirren Len Augenblick für gekommen erachtet, einige Grenzgebiete für sich mit Beschlag zu belegen. Ebenso scheint sich auch jetzt tn Ostasien dre Lage Mzufpitzen, und zwar handelt es sich dabei nicht bloß um Die Beziehungen zwischen Japan u n d Amerika, sondern auch das Verhältnis zwischen Japan und China scheint sich wieder zu verschlechtern. Ursprünglich hatte man geglaubt, daß unter dem Losungswort „Asien den Asiaten" beioe Völker zusammenstehen wurden, um den Em- sluß der Westmächte, sowie Amerika, pruckzudarnmen. uieuerdinas toninicu wieder Meldungen, die zeigen, daß der alte Gegensatz zwischen beiden gelben Mächten wieder auszubrechen droht. Die Festsetzung Japans auf dem asiatischen Kontinent kann China nicht ganz gleichgültig sein. Tuberkulinimpfung kann man nicht mehr beharren; sie verteuert das Vieh und eine Vorimpfung hebt ihre Wirkung auf. Sie läßt sich nicht mehr wissenschaftlich begründen. Geändert müssen jetzt endlich die Bestimmungen über das oberschlesiscbe Ein- fuhrkontingcnt werden. Weshalb soll das. was nach Oberschlesien hincindars, über eine andere Grenze schädlich wirken? Ein Beweis dafür, daß durch tierische Erzeugnisse Seuchen verbreitet werden, ist bisher nicht erbracht. Daraufhin erfordert der zweite Teil des Entwurfs eine Aenderung. Tie Stallkontrolle ist unwirksam, weil wir zu wenig Tierärzte haben. Wir werden daher in der Kommission die Bevorzugung der beamteten Tierärzte zu beseitigen suchen. Große Frestde wird das Gesetz dem Land, wirt nicht bereiten. Ich habe mir die Mühe genommen, die Poli- zei.Verordnungen eines einzigen Jahres zu zahlen — es sind 1495, bei deren Nichtbefolgung der arme Landmann Strafe zahlen muß. Bei dem Kampf meiner L'ebe zur Hygiene und meiner Un. tust zu Polizeiverordnungcn siegt die letztere, wir haben in Deutsch, land schon Polizei und Polizeiverordnungen genug! Nach den bis. herigen Prinzipien sollte man sich lieber mit einem ganz kurzen Gesetze begnügen: § 1. Bei Viehseuchen darf sich die Polizei alles erlauben; S 2. Bei Viehseuchen hat jeder -er Polizei zu folgen; allerdings Dann § 3: Der Staat bezahlt all den Schaden, den je, mand durch Anordnungen der Polizei erleidetI Wir werden in der Kommission Mitarbeiten, daß die Tierhygiene auf dem Lande gefördert, der Kampf gegen Die Seuchen geführt wird, aber auch daran, daß nickst unter dem Vorgeben der hygienischen Maßregeln ein Polizeigesetz erlassen wird, unter dem schließlich datz ganze Land seufzt. Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg: In der vorigen Sitzung wurde mein Geleitwort vermißt. Es ist nicht mangelndes Interesse, sondern ich hielt die gedruckte Begründung für ausreichend. Dann wandelt aber auch das neue Gesek in seinen Grundsätzen in den Bahnen des alten. Schließlich handelt eS sich um eine Fülle von Einzelbestimmungen, die am besten in der Kommission erörtert werden. AuS der Debatte scheint mir hervorzugehen, daß alle Parteien bereit sind, an der Schaffung dieses Gesetzes mitzuarbeiten. Sogar der Abg. Scheidemann hat sich die Grundsätze des Gesetzes, daS jede Seuche zuerst konstatiert und dann lokalisiert werden muffe, zu eigen gemacht. Wenn er im übrigen gegen d i e Junker und das preußische Landtagswahlrecht polemisiert hat, und auf der andern Seite die bäuerlichen Besitzer seines Wohlwollens versicherte, so waren daS nur Ranken, die seine grundsätzliche Zustimmung verdecken sollten. Die wesentlichsten Bedenken waren die, daß die Bestimmungen deS Entwurfs z u scharf gefunden wurden. Man befurchtet, daß nicht nur die Tierhalter, sondern auch die unbeteiligte Bevölkerung dadurch übermäßig belästigt werden würde. Was sollte aber die Regierung hin? DaS bestehende Gesetz hat unzweifelhaft Gutes gewirkt. Die Viehseuchen haben abgenommen. Nun hat sich aber gezeigt, daß das geltende Gesetz mit dem gegenwärtigen Stande der biologischen und sanitären Forschung und mit den praktischen Erfahrungen nicht mehr im Einklang stand. Größere Organisationen und Körperschaften regten zu einer Revision an. Bei dieser Revision sind nun die Gesetzesbestimmungen mit dem Standpunkt der Forschungen und den Erfahrungen der Praxis in Einklang gebracht worden. Herr Mugdan bemängelte, daß das Gesetz auf Theorien a u f g e 6 a u t sei, deren absolute Rickitigkeit noch nicht bewiesen wäre. Aber auch bei der Bekämpfung vieler menschlicher Krankheiten stützt man sich auf Theorien, deren Richtigkeit noch nicht festgestellt ist. Wir mußte unsere Maßregeln zur Bekämpfung der Seuchen nach dem gegenwärtigen Stande der Wissen- schäft einrichten, ohne Rücksicht daraus, ob dieser Standpunkt nun Theorie ober vollkommene Wahrheit ist. Auch ich beklage es, wenn durch da? Gesetz eine weitgehende Belästigung des Tierhalters stattfinden sollte. Sicherlich sind aber nickst- energische, schwache Bestimmungen viel unangenehmer für die Bevölkerung als scharfe. Denn bei schwachen erfolglosen Maßregeln muß zum Beispiel die Quarantäne viel länger dauern, als bet scharfen, wirkungsvollen. WaS die Entschädigungsfrage anlangt, so ist ihre Voraussetzung und Höhe Sache des Reichsgesetzes, dagegen Ausbringung und Art der Feststellung von der Landesgesetzgebung zu regeln. In der T i e r a r z t f r a g e hat Herr Mugdan in gewisser Beziehung ja recht, aber dem Tierarzt wird doch eine Reihe sehr eingreifender und für den Tierhalter lästiger Funktionen zugewiesen, die, wenn sie Erfolg haben sollen, schnell durchgeführt werden müsien; liegt es da für Die Regierung nickst nahe, das dem Vertrauenstierarzt zu überweisen, auch vom Gesichtspunkt der Bevölkerung? In bezug auf das Abdeckereiwesen ist, wie der Staatsletretär mitteilt, ein Gesetzentwurf ausgearbei« t e t und dem Reicksgesundheitsamt zur Begutachtung zugestellt, der Bestimmungen über die Beseitigung der Kadaver enthalt und eine Bezirksabgrenzung, nach Art der bei den Schornsteinfegern und Schlachthausbetrieben, für die Gemeinden, die in sanitätSpoli. zeilich einwandfreier Weise die Abdeckerei in ihre Hand genommen haben. Abg Bindewald (Nfp.): Trotz Scheidemann haben neuerding- auch die Arbeiter ein größeres Verständnis für diese Frage. Von Liebesgaben ist natürlich feine Rede, im Gegenteil, der Landwirt har vom Gesetz nur höhere Kosten. Das Vorgehen an der Grenze kann nicht sckxrrf genug sein. Der Redner fordert auch die Aufnahme der Faulbrut der Biene in bas Gesetz; die Biene sei kem wilder Wurm, sondern ein nützliches Haustier. Die Tierimpfung müsse billiger werden, höchsten? 50 Pfennig pro Impfung. Die Entschädigung müsse von der Gesamtheit getragen werden, nicht bloß von der Landwirtschaft. Tas Gesetz möge man mehr auf da" Interesse der Landwirte als daS der Viehhändler einrichten. Abg. v. Sah-JaworSki (Pole) und Abg. Bogt (Crailsheim, wirtsch. Vgg.) äußern sich in derselben Weise, wie die anderen der Landwirtschaft angehörigen Redner. Sie sind im allgemeinen mit dem Entwurf einverstanden, wünschen aber eine Milderung der Polizeibefugnisse. Abg. Gothein (freif. Vgg.) tritt wie Mugdan für Abschaffung der Tuberkulinprobe ein, die ein ganz ungeeignetes Mittel zur Erkennung der Tubcrh'losc sei, und gegen die sich auch Professor Behring ausgesprochen hat. Sie sei ein Attentat gegen die deutsche Rinderzucht. Die Anzeigepklicht, die nicht nur dem Besitzer cmferieqt ist, sond m allen möglichen Personen, die mit dem Vieh irgendwie in Berührung kommen, muß sicherlich drückend wirken. Es ist niemand da, dem nachgewiesen werden kann, daß er eine Seuchengekahr erkennen mußte, es sind aber viele da, von denen man da? erwartet. Die Sperrverbote, besonders nach der Grenze hin, sollten durch daS Reich erlassen werden. In dieser Beziehung sollte die Zuständigkeit des Reiches festgestellt werden und nicht der Mackt- befugnt? der Einzelstaaten Überlasten werden. D«r Rei i skanster hat sich mich schon in dieser Beziehung ausgesprochen, trotzdem ist nichts geschehen. Da muß schließlich Mißtrauen die erste B ur aerpf licht werden. Herr Siebenbürger ist ein großer Optimist, wenn er glaubt, daß die Landwirtschaft unsere Bevölkerung ernähren kann. Wir haben allein im letzten Jahre für 1050 Millionen Mark mehr eingeführt als ausgeführt, und nach der Statistik ergibt sich, daß wir in jedem Jahre ein großes Manko an Großvieh haben. Bezeichnend und unhaltbar ist es, daß Preußen seine sämtlichen Sperren, die eS einmal einqeführt hat, aufrecht erhäst, auch wenn kein Scuchenverdacht mehr besteht. Hiergegen muß in das Gesetz eine Vorschrift ausgenommen werden. Ebenso muß die Blanketlvollmacht heraus, die das Gesetz für die Minister und Regierungspräsidenten enthält, einfach nichts vom Auslande mehr hereinzulassen. Die Kommission wird ja die uexmoriscken Bestimmungen beseitigen, seien Sie aber auch gerecht gegen das Ausland. Abg. Dr. Ricklin (Centr. Els) bespricht die Vorlage eingehend etwa im Sinne des Standpunktes der Abgg. v. Pfetten und Siebenbürger. Al>g. Wehl (natL) erhebt vom Standpunkt der Gerbereiindustrie Bedenken gegen den § 7 der Vorlage. Die Diskussion schließt. Die Vorlage geht nach einigen persönlichen Bemerkungen der Abgg. Siebenbürger (kons.) und Gothein (frs. Vgg.) an eine Kommission von 28 Mitgliedern. Morgen 1 Uhr: Telegraphengesetz, Majestätsbeleidigungsgesetz und Scheckgesetz. Schluß Uhr. und darum ist es auch begreiflich, wenn man in Peting daraus drängt, daß Japan die Mandschurei, die nominell China gehört, sobald als möglich räumen solle. Daran denkt man in Japan keineswegs, vielmehr spielt man sich als die Herren auf und erhebt sogar Protest gegen den Bau einer chinesischen Bahn von Sinminting bis Ankumen, inbe.rt man vorschiebt, daß dieser Bahnbau dem Inhalte des Pekinger Vertrages widerspräche. Daß Japan sich darauf einrichtet, seine Position in Ostasien in jeder Weise zu stärken, geht daraus hervor, daß es nach Newyorker Meldungen in der Mandschurei selbst, sowie auf den PeS- kadoresinseln starke Befestigungen angelegt habe. Nach alledem steht cs außer Frage, daß ernste Ereignisse im fernen Osten fichvorbereiten, die eine wesentliche Veränderung der Machtverhältnisse an den Gestaden des Stillen Ozeans zur Folge haben könnten, zumal auch der Gegensatz zwischen Amerika und Japan mithineinspielen würde. Den Yankees tonnte ein Konflikt zwischen Japan und China nur gelegen kommen, und die Pekinger Negierung würde sicherlich in Washington eifrige Unterstützung finden. Was wollen die Deutschsozialen? n. Aus der Tiskusfion. Herr Rechtsanwalt Kaufmann stellte zunächst die Behauptung des Redners, daß er in Kassel in einer Versammlung der Nationalliberalcn nicht habe spreck)en dürfen, richtig. Im übrigen erklärte Herr Kaufmann sich mit den politischen Ausführungen des Vorredners einverstanden. Die Belastung der stärkeren Schultern und Entlastung der schwäclieren seien indessen Thenicn, die die nationalliberale Partei schon 20 Jahre eher auf ihre Fahne geschrieben habe. Abg. Lattmann habe gesagt, daß seine Partei auf nationalem Boden stehe. Dem widerspreche jedoch die Unterstützung, die die deutichsoziale Partei dem Zentrum, der deutschfeindlichen Partei, habe angedeihen lasten. In Mcseritz habe sic sogar einen Polen unterstützt. Im Gießener Wahlkreise sei die politische Ausfassung Lattmanns vom dcutschsozialen Parteivorstande nicht in die Tat umgesetzt worden. (Zwischenrufe: „Ist nichr wahr!") Was Lattmann gegen den Hausierhandel sage, sei anzucrkcnncn, p verliehen fei es icdoa> nicht, daß die deutschsoziale Partei bei den letzten Wahlen in den Wahlkreis Wetzlar 60 Hausierer warf und mit ihrer Hilfe Wahlagitation trieb. Es stimme auch nicht, daß dem Abg. Schack die Priorität in der Frage der Pcnsionsveriichcrung zukommc, die nationalliberale Partei, die Konservativen und bic Freisinnigen hatten scl>on vorher diesbezügliche Anträge cmgebracht. Zum Schluß spricht der Redner seine Verwunderung darüber aus, daß die deutschsozialcn Zeitungen in ihrer Kampseswcsie recht wenig die Grundsätze der Sachlichkeit beobachteten, von denen Lattmann gesprochen habe. Die PartcUeitung des hiesigen Wahlkreises möge sich ein Muster an Herrn Lattmann nehmen wegen seiner sachlichen Kanipsesweise. t „ Abg. Lattmann widerspricht der Darstellung des Vorredners über die Vorgänge in Kassel. Der Vorwurf, daß die Deutschsozialen das Zentrum und einen Polen unterstützt haben, sei nicht zutreffend. Redner stellt die Anfrage an den Vorriwner, ob cs richtig sei, daß Herr Kaufmann bei dem sozialdemokratiichen Ulrich gewesen sei und gebeten habe, die Sozialdemokraten! möchten in Gießen den Nationalliberalen gegen Köhler unterstützen und dafür die Unterstützung der Sozialdemokratie m Aussicht gestellt habe. DaS sei Verrat! Als nächster Diskussionsredner hatte sich Herr Krumm (Soz.) zum Wort gemelder. Er führte etwa folgend^ aus: In den Familienftreit zwischen Nationalliberalen und Deutfch- sozialen wolle er sich nicht cinnnjchen; sie hätten in manchen Punkten dieselbe Coulcur. Wenn die Herren auf den logen. Stimmenfang gegangen seien, so wolle er daran erinnern, daß auch im hiesigen Kreise der Bund der Landwirte sich an die sozialdemokratischen Wähler gewandt habe. „Ein echter zeutjajer mag feinen Sozen leiden, aber seine Stimme nimmt er gern. In einem will Redner dem Abg. Lattmann Recht geben, daß nämlich die Liberalen im Punkte Diskussionsfreiheit nicht gerade die allerbesten seien. Was den Vorwurf des Terrorismus der Sozialdemokraten angehe, so stünden 90 Proz. diel er rplle als Schwindel fest und 10 Proz. seien entstellt, aufgebauicht und verallgemeinert. „Was würden Sie sagen, wenn ich ansuhren wollte, in Grünberg, Dettenhausen Haven sich Fälle ereignet, wo der größte Terrorismus gegen Sozialdemokraten vorgckommen ist. Wenn so etwas vorkommt, was für Beweise haben Sie, daß die Partei damit einverstanden ist. Es gibt in, leder Partei. Elemente, die man am liebsten los sein möchte. Die haben auch Sie. Herr Lattmann hat gesagt, wir wären die größten H-einde deS Arbeiterstandes, aber selbst BiSmarck hat gesagt, daß ohne Sozialdemokratie auch keine Sozialrcsorm acEommen wäre/ Redner berührt dann die Frage des Besähigungsnachwecies und geht im weiteren Verlaufe seiner Rede auch auf die Erbschaftssteuer ein und hebt hervor, daß die Sozialdemokraten bei 2000 Mk. 1 Proz. (?) zu erheben beantragt hätten. Wir nehmen es nicht tragisch, wenn Sic uns Feinde der Arbeiter nennen! Die Landwirtschaftskammer der Provinz Brandenburg hat vorge- schlagen, die Ermäßigung der Arbcitcrfahrkarten aufzuyebcn und beit kleinen Leuten damit die Gelegenheit zu nehmen, nach einer Station zu fahren, um Einkäufe zu machen. Theorie und Praxis. Tie Arbeiterschaft, soweit sie politisch denkt, kommt zur Sozialdemokratie. Die anderen bedauern wir, daß sie sich vor den Wagen der Kapitalisten spannen lassen. Der folgende Diskussionsredner, Herr Rupp au" Nieder^ Walgern widerspricht als Handwerker einzelnen Ausführungen^ des Vorredners, insbesondere den über den Vefähigungsnachivei^ und erinnert daran, baß die Sozialdemokraten gegen alle sozialpolitischen Gesetze gestimmt hätten. (Zwischenrufe: Altes 3cug!‘ Weils nicht genug war. Große Unruhe.) Herr Singer hat einmal gesagt: Es fällt mir nicht ein, den Arbeitern eine E)ftra-, wurst zu braten. (Zurufe: Schwindler! Lügner!) Das- !Daiw»J burger Echo schrieb 1901, als ein Riesenbaur eröffnet wurde: Zweifellos wird dieses Riesenlager viele kleine (Stiftenden zu Grunde richten: er tut ein gutes Werk, wenn er die kleinen Existenzen aufsaugt. Der nächste Redner, Herr Pfarrer Hofmann war bei der Unruhe im Saale gar nicht zu verstehen. Nach ihm ergriff Herr Rechtsanwalt Kaufmann nochmals das Wort und bezeichnete es als unzutreffend, daß er Herrn Ulrich um sozialdemokratische Wahlhilfe gebeten und Unterstützung den Sozialdemokraten zugesagt habe. Er habe Herrn Ulrich nur gebeten, dahin zu wirken, Laß die Stimmenthaltung aufgehoben würde. Er erinnere daran, daß der Führer der Deutschsozialen erklärt habe: „Darüber wollen wir uns nicht streiten." Auch von dieser Partei wurde um Stimmen für die Deutsch sozialen angehalten. Ist es denn schlimm, wenn wir von den Sozialdemokraten verlangen, für uns zu stimmen oder ist es nicht schlimmer, wenn man, wie Herr Dr. Werner als Führer, erklärt: Wenn wir nicht in die Stichwahl kommen, geben wir die Parole für die Sozialdemokratie aus. Abg. Köhler habe gesagt, es solle für die Sozialdemokratie gestimmt toerben. „Ich habe," so führt Redner aus, „schriftliche und mündliche Beweise dafür, daß in^Bcsttenhausen und Launsbach Herr Köhler gesagt hat: Wühlt den Sozialdemokraten!" Nach diesen Ausführungen entbrannte ein heftiger, persönlicher Wortwechsel zwischen Herrn Oberlehrer Dr. Werner, dem Vorsitzenden der Versammlung, und Herrn Rechtsanwalt Kaufmann. Man hörte mehrfach Rufe wie: Gemeine Lüge. Nachdem sich die Erregung wieder einigermaßen gelegt hatte, teilte Herr Lehrer Kling mit, daß Herr Abg. Köhler zur fraglichen Zeit (1903) noch gar nicht zur Partei gehört habe. Redner teilt nach Zeitungsausschnitten mit, daß damals beschlossen worden fei, sich in der Stichwahl der Stimmenabgabe zu enthalten, weil man mit den Nationalliberalen Kampf geführt habe. (Große Unruhe. Die weiteren Ausführungen des Redners werden hierdurch unverständlich.) Herr Krumm teilt mit, daß seine Partei von den Deutsch- sozialen durch den Abgeordneten Köhler nicht um Stimmen gebeten worden sei. Wohl aber seien am Wahltage die Sozialdemokraten durch Flugblatt aufgcfordert, für Köhler zu stimmen. Herr Prof. Dr. Kinkel stellt fest, daß es auch Germanen gebe, die den Antisemitismus nicht billigten. In seinem Schlußworte führte Herr Abg. Sattmann etwa folgendes aus: Herr Kaufmann hat gesagt, Liebermann v. Sonnenberg hätte bekannt, daß er bei den Sozialdemokraten um Stimmen . angehalten habe. Das sei nicht wahr. Er habe nur zu Bebel gesagt: Es ist richtig, daß wir sozialdemokratische Stimmen erhalten haben. Bezüglich des Antisemitismus führte Redner aus: Aus der Erfahrung des praktischen Lebens heraus hat sich unendlich viel Widerstand und Wut gegen die Macht des Judentums entwickelt. Redner schildert dann, wie auch er in jungen Jahren nationalliberal gewesen sei: er sei aber aus der Partei ausgetreten, schweren Herzens, als er gesehen habe, wie die Partei auf allen Gebieten versage. Ihr fehle ein richtiges Parteiprogramm. Redner schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf das deutsche Vaterland. Ans Stadt und Land. Gießen, 21. Januar. ** In Audienz empfangen wurden am Samstag von S. K. H. dem Groß Herzog u. a. Elfendahndirektor Zimmermann von Gießen, Lehrer Reu hl von Trais- Horloff, Oberamtsrichter Warthorst von Friedberg und Lehrer Blank von Gonterskirchen. "Ernannt wurde der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Schlitz Joh. Konr. Müller zürn Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Mainz. ** Der Vorstand des Landwirtschafts- kammer-Ausschuf ses für Oberhessen hielt am Samstag eine längere Sitzung hier ab, an der auch der Vorsitzende der Landwirtschaitskammer, Geh. Regierungsrat Haas, teilnahm. Neben der Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten wurde auch Beschluß über einige Fragen gefaßt, die allgemeines Jnterosse haben und auf die daher kurz hingewiesen werden soll. Bekanntlich hatte der landw. Verein für Oberhessen die Bullen auf den Bullenstationen und die Weidetiere in Setbswersicherung genommen und hierfür einen Fonds gebildet, der mit zirka 12 000 Mk. auf den Landwirtschaftslammerausschuß übergegangen ist. Tie vorgelegte Rechnung ergibt auch für 1907 einen weiteren Ueberschuß von zirka 2000 Mk., so daß die Selbstversicherung auch in Zukunft fortgesetzt werden soll. Bezüglich der Stellung der Zuchtvereine zur Landwirtschaftskammer wurde beschlossen, Normalsatzungen für sic zu entwerfen, und wenn die Zuchtvereine diese .Satzungen annehmen und anerkennen, sie als anerkannte Vereine an den Landwirtschaftskammerausschuß anzugliedern und ihnen dann auch das Recht zuzuerkennen, Zuchtviehbescheinigungen auszustellen. Bezüglich der Fortsetzung der Sortenanbauversuche wurde mitgeteilt, daß die Landwirtschaft klammer den Anträgen des Ausschusses entgegenkommen wolle, und daß insbes. die Versuchsfelder an den landw. Winterschulen wie seither unterstützt werden sollen.- Die Ausstellung in Stuttgart soll in diesem Jahre nur mit Ziegen beschickt werden. Im Anschluß au die Vorstandssitzung fand mit den Vertretern der oberhessischen Kreisämter eine Besprechung über die Frage statt: Ob nicht die Körungen, welche seither einerseits von den Kreis- körkommissionen, andererseits von den Körkommissionen des Landwirtschaftskammeranrschusses für die Herdbücher vorgenommen wurden, von einer Kommission vor- gerwmmen werden könnten, damit eine Einheitlichkeit in den Zuchtbestrebungen erzielt und Unkosten erspart würden. Da die Vertreter der Kreisümter den Intentionen des Landwirtschaftskammerausschusses entgegenkommen, sollen Maßnahmen zur Verwirklichung getroffen werden. x Leihgestern, 19. Jan. Am Soirntag wurde im Lokale des Gastwirts Grimmel eine Kaninchen- Züchter-Versammlung abgchalten, in der Fritz Pannecke aus Klein-Linden die Bedeutung der Kaninchenzucht im wirtschaftlichen Leben klarlegte. Es wurden verschiedene Rassetiere vorgeführt, was lebhaftes Interesse erweckte. Darauf wurde zur Gründung eines Kaninchenzüchtervereins geschritten, die auch zustande kam. Die Anwesenheit der Kollegen aus Klein-Linden und Allen- dorf sowie einige von Gastwirt Grimmel vorgetragene Musikstücke trugen dazu bei, daß die Versammlung in angeregter Stimmung verlief. -r- Butzbach, 19. Jan. Heute fand hier die schon vor einigen Wochen angeiündigte Versammlung der G e f a n g e n - A u f s e h e r des Großyerzogtums int Saale des „Gasthauses zum goldenen Löwen" statt. Die Versammlung war sehr zahlreich besucht, alle dienstfreien Gefangen- Aufseher aus dem Großherzogtum waren erschienen, etwa 70 an der Zahl. Heute abend um 8 Uhr fand eine zweite Versammlung der heute mittag dienstlicy verhtnoec. gc- Msenen Aulseher stau, die auch sehr gut besucht war. Zweck der Zusammenkunft war, einen Verein zu gründen, der auch nach kurzer Diskussion unter allgemeiner Beteiligung gegründet wurde. Die Statuten wurden festgelegt und der .Vorstand gewählt, mit dem Verein ist gleichzeitig eine Sterbekasse verbunden worden. Als .Vereinsorgan wurde die hessische Beamten-Zeitung" bestimmt, deren Vertreter anwesend war. Die nächste Hauptversammlung findet im Juli statt. Mit einem Hoch auf S. K. H. den Großherzog schloß die Versammlung. Die Mitglieder blieben alsdann noch zu einem gemütlichen Stündchen versammelt. • — Büdingen, 18. Jan. Wir hatten heute das Vergnügen, im dichtbesetzten Saale des „Fürstenhofes" den schlichten Worten eines Afrikakämpfers ütfer seine Erlebnisse in Südwestafrika zu lauschen. Feldwebel Craemer vom 81. Jnf.-Regt. in Frankfurt war es, der auf Veranlassung des hiesigen Militär- und Veteranenvereins uns diese Freude bereitete. Ausgehend von den Ursachen, die zum Hererofeldzuge führten, ließ er die Zuhörer die Ausreise nach dem Kriegsschauplätze im Geiste miterleben, einzelne Episoden von der Seereise besonders anschaulich schildernd. Nachdem er über Land und Leute, Bodenverhältnisse, Klima u. dgl. gesprochen, verbreitete er sich über die Schwierigkeit der Kriegführung in dem bis dahin noch unwirllichen Lande. Er zeigte, mit welcher Tapferkeit, ja Raffiniertheit unsere Gegner gekämpft und schilderte die unbeschreiblichen Anstrengungen und Entbehrungen, die unsäglichen Leiden, die unsere Truppen in dem wasserarmen Lande auszustehen hatten. Achtzehn Monate ohne Bett, achtzehn Monate nicht aus den Kleidern zu kommen, ohne gutes Trinkwasser, oftmals ohne jegliches Wasser in glühender Sonnenhitze auszuhalten, immer gewärtig des Angriffes zu sein, das sei keine Kleinigkeit. Besonders die Kämpfe am Waterberge seien für die Truppen außerordentlich aufreibend gewesen. Zum Schlüsse wandte sich Redner gegen das verbreitete Gerücht, daß von feiten unserer Krieger gegen wehrlose Frauen und Kinder unmenschlich vorgegangen worden sei. An zu Herzen sprechenden selbsterlebten Beispielen zeigte er, daß auch unter dem Rock des scheinbar rauhen Kriegsmannes ein für seine Mitmenschen warm empfindendes Herz schlägt und daß unsere Truppen den Vorwurf der Bestialität nicht verdient hätten. Er wies ihn mit Entrüstung zurück. Reicher Beifall wurde dem Redner zuteil. O Laubach, 20. Jan. Der Leitung des Oberlehrers Weißbart verdankt der hiesige Zweigverein des V. H. C. die Verdoppelung seiner Mitgliederzahl, die jetzt nahezu 70 beträgt, in den letzten Jahren. Seiner Anregung ist es zu verdanken, daß gestern abend Dr. M o r d z i b l, Assistent am mineralogischen Institut der Universität Gießen, im Solmser Hof einen Vortrag über „Vulkanausbrüche mit besonderer Berücksichtigung der Entstehung des Vogelsbergs" hielt, zu dem nicht nur die Mitglieder mit ihren Angehörigen zahlreich, sondern auch 60—70 Nichtmitglieder erschienen waren. Redner gab an Hand der Wandkarte einen Ueberblick über die Verbreitung der jetzt noch tätigen Vulkane, besprach ihre Entstehung und die jüngsten Ausbrüche. Darauf ging er näher auf seine Studien im Vogelsberge ein. Entweder zeige sich sechsseitiger Säulenbasalt, wie in Alsfeld, in Homberg aber sei die Lava meist in Schichten übereinander geflossen, wie man deutlich in der Nähe des Jägerhauses, ebenso bei Weickartshain erkenne. Wie die Lava den Sandstein übergossen, zeigte er bei einem Fundstück von Münzenberg, das, aus der Tertiärzeit stammend, den Abdruck eines Baumblattes aus der tropischen Zeit erkennen ließ. Der Vortrag zeichnete sich durch Lebendigkeit und Anschaulichkeit aus. Letztere wurde unterstützt durch die Vorführung von etwa 40 Lichtbildern, die Landschaften mit tätigen Vulkanen, wie auch Telle des Erdinnern sehen ließen. Reicher Beifall lohnte den Vortragenden. O Rodheima. d. Bieber, 20. Jim. In unserer Torfstraße sah man heute nachmittag zum erstenmal einen Totenwagen, dem em last unab,ehvarer Trauerzug folgte. Es galt, unseren alten, von jedermann hochgeschätzten Gutsherrn Freiherrn van der Hoop nach seiner letzten Ruhestätte zu überführen. Das so lange verstümmle Glöcklern der „Schmitke", das in alter Zeit die Arbeitsstunde des Gutes antündigte, rief aus seinem ehernen Munde ihm den letzten Scheidegruß zu. Die Mitglieder unserer Gemeindevertretung trugen vom Früdhossportal aus den Sarg zur Gruft der Freiherrlichen Familie. Eine zu Herzen gehende Predigt unjeres Pfarrers Vömel auf Grund des Pfalmwortes: „Schlecht und rechts das behüte mich; denn ich harre deiner", (Pf. 25, 21), ließ so recht die Wertschätzung und großen Verdienste des Verblichenen nm alle gemeinnützigen Bestrebungen unserer Gemeinde ertennen. Im Namen der Gemeindevertretung, der Spar- und Tarlehnskosse, des älteren Turnvereins und der freiwilligen Feuerwehr wurden prachtvolle Kränze niedergelegt. Getreide- Wochenbericht der Preisberichtspelle des Teuticyen Landwirtschaftsrats vom 14. bis 20. Januar 1908. Tie Berichte vom Auslanoe waren in der Berichtswoche keineswegs geeignet, das Interesse im Getreidegeschckst sonderlich anzuregen. Wenn auch zweifellos auf dem Weltmärkte ein Bedürfnis für um,augreiche Exporlleistungen vorhanden ist, so war man doch keineswegs daraus gefaßt, daß Nord-Amerika seinen Export im bisherigen Umfange fortsetzen werde. Daß dies auch in der letzten Woche der Fall war, verstimmte umiomehr, als nun auch Argentinien den Ueberschuß seiner großen Ernte in stärkerem '.Nutze auf, den Weg zu bringen beginnt. Tie argentmischen Ablader paßten sich der schwächeren Stimmung mit einer neuerlichen Ermäßigung ihrer Forderungen an, und die damit zusammenhängende Ermattung der amerikanischen Märkte übertrug |id) auch out Westeuropa. Rußlands Mariage blieb durch diese Verhältnisse unberührt. In Teutschlano ist wieder mildes Wetter zur Herrschaft gelangt, das die Saaten nach kurzer Dauer ihrer ichützenden Schneedecke beraubt hat, andererseits aber vor allem am Rhein die Hoffnung auf Wasserzufuhren erweckte, und daher bei den Käufern Zurückhaltung hervorrief. Aber auch die ausländischen Absatzgebiete haben dem deutschen Markt zuletzt wieder ihre Unterstützung entzogen, und da die Mühlen infolge unbefriedigenden Mehlabsatzes wenig Neigung zur Vergrößerung ihrer wohl kaum drückenden Ziohswffbestände zeigten, so hat der Warenabsatz im allgemeinen wieder einen schleppenden Charakter angenommen, was nicht ohne Wirkung auf die Preise blieb, zumal vereinzelt mehr Anaebot vvm Jnlande vorzuliegen schien. Mangel au Unternehmungslust war auch am Lieserungsmarkte der Anlaß für ein langsames Weichen des Weizenpreises, der sich gegenüber letzter Woche per Mai um ö1/? Mk. niedriger stellt. Roggen zeigte U ansangs widerstandsfähiger, da der Bezug vom Auslande keine Veroilligung erfahren hat, mußte abeta schließlich auch nachgeben, als Die Nachfrage auch für diesen Artikel geringer würbe und t iwas mehr Angebot vom Jnlande herauskam. »schließlich machte üch ur gewissem Matze auch die schwächere Haltung des Wetzen-. markteZ Mloar« sodaß Mochoggen nach Md such .4 Mk. vWior. Es stellten sich die Preise für inländische letzten Markttage: Weizen ( ( 2) Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Mai 174.75 (- 2.75) 'Mk. 167 (- ) 175 (- ) 173 (— 2) 180 173 172 176 176 1821/, 1H7 200 190 196 165 164'e 163 162 loü Getreid" a~ Hafer 160 (— 4> (- 4) (- 2) (- 2) (- 4) (- ) <- ) (— ; 221.75 (— 5.50). Budapest April 215.70 (-j- 0,55). Pans Jan. 185.45 (— 2.85). Liverpool 'Marz 175,10 (— 7.80). Ehicago '.1)1 at 157.80 (— 5.60). Roggen: Berlin 'Mai 211.50 (— 4.60). Haser: Berlin sJJlai Im Hafergeschäst war das 'vermehrte Angebot selbst bei ent«, gegen kommenden Forderungen nur schwer nntcrjubringen. Mais und Gerste behaupten ihren hohen Preisstand, der aber ebenso wie Befürchtungen wegen der Beschaffenheit des amerikanischen Mais dazu beiträgt, das Geschäft darin einzuschrönken. Königsberg 225 (- 2) 201 (- 2) Danzig 235 (— ) 200 (- 5) Stettin 220 (— 2) 203 (- 3> Posen 231 (— 1) 201 (- 3) Breslau 230 (— 3) 211 (— Berlin 220 (— 1) 207 (— 2) Rlagdeburg 216 (+ 2) 209 (- > Halle 218 (- ) 212 (- 4) Leipzig 222 (- 2) 216 (- 4) Hamburg 215 (4- 1) 198 (- ) Hannober 220 (4- 5) 215 (-j- 3) Braunschweig 215 (- ) 210 (— ) Düsseldorf 224 (— 1) 206 (- 4) Köln 2221/» (-4i/o) 205 (- 21/,) Frankfurt a.M. 229 (— 2) 211 (- ) 'Mannheim 237 (— 3) 217 (- ) Straßburg 227'/, (- ) 210 (- ) Stuttgart 242*/, (H-21/,) 220 (- ) Rlüilchen 24J (-f- 2) 213 (~ ) Märkte. fc. Frankfurt a. M., 20. Jan. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpre ij e. Weizen Alk. 22.75—23.00, Kurhessijcher'Mk. 23.00—00.00, La Plala 'Dlf. 24.00—25.50, Kansas Mk. 24.00—25.50, Roggen (hiesiger) Mk. 21.00—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 20.75—21.75, Frauteu- ielber 'Mk. 00.00-00.00, Haser 17.75—18.75, Mens 'Mk. 16.00—16.25. Weizenmehl Alk. 32.75—33.00, 00—00, 2. Qualität 'Mk. 31.75 bis Alk. 32.00, 3. Qualität Mk. 30.25—30.50, Roggenmehl 0 'Mk. 32.00—32.50,1.Qualität Mk. 31.00—31.50, Weizeukleie 'Mk. 11.25 bis 'Mk. 11.50, Roggenkleie Alk. 12.00—12.25, Maiökeime Mk. 11.75 bis Ä 12.25, Fraukerl, Pfälzer, Ried 9)lf. 21.75—22..T5 Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 20 . Jan. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Auz."). s2lmtl. 9totievungen der heutigen Biehmark tpreis e. Zum Berkaliie ftanbcit: 484 Ochsen, 132 aus Oesterreich, 40 Bullen, 11 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 1026 Kühe, Fersen, Stiere und Rinber, 0 aus Dänemark, 337 Kälber, 423 Schafe unb Hammel, 00 Schafe aus Oesterreich, 00 Ziegen, 1952 Schweine. Bezahlt würbe für lOOPfimb Schlachtgewichl. Ochsen 1. Qualität 78—80 Mk., 2. Qual 67—70 'Mk., 3. Qual. 58—64Alk.; Bullen 1.Qual. 68 bis 70 'Mk., 2. Qual. 63—65 'Ulf.; Kühe 1. Qual, t>9—71 Ulf., 2.C.ual, 64—66 'Mk., 3. dual. 46- 48 Pit, 4. dual. 00—00 'Mk., 5. dual. 00—00 Alk. Kälber: 1. dual.*92—95 Pfg., Ledenbgewichl54—57 Pf., 2. dual. 77—86 Pfg., Lebendgewicht 44—50 Pfg., Schlachtgewicht 60-65 Pfg. Schafe: 1. dual. 78—00, 2. diial. 60—64 Pfg., 3. dual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. dual. 60—61 Pfg., Lebbgew. 60,5—00.00 Pfg., 2. du. 58 - 59 Pfg., Lebeubgew. 47,5—48 Psg., 3. dual. 50—53 Pfg. Lebeubgew. 00 Pig. Geschält bei Hornvieh erheblicher Ueberstanb, bet Kleinvieh gut, kein Ueberstaub, Schiveme gebrückt, Ueberslairb bebeuteub. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Hank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfnrter Börse, 21. Januar. 1.15 Uhr. 3^°/0 Reichsanleihe . . 92.90 V>% do. . . 81.80 3>4°/o Konsols . « . . 93.50 3% do 81.80 d^°/0 Hessen 91.80 3/4 °/0 Oberhessen . . . 92.00 4 % Uesterr. Goldrente. . 98 00 4l/e ?6 Oesterr. Silberrente 98.50 4% Ungar. Goldrente . . 93 70 4% Italien. Reute . . . 103.90 3-6 Portugiesen Serie I 62.00 3-6 Portugiesen „ 111 63.30 4 x/a o/o russ. Staatsaul. 190o 94 85 % japan. Staatsanleihe 87.50 4 % Uouv.Türken von l‘JU3 95.60 '1 ürkenlose 145 8u 4-6 Grieeh. ilonopol-Anl. . 49.60 4-6 äussere Argentinier . 85.75 ö°/0 Älexiuauer .... 63.70 4>tu/0 Chinesen .... 95.10 Aktien: Bochum Guss 198.00 Buderus E. W —.— 1enden<: ruhig. Berliner Börse, 21 Cauada E. B 156.70 Darmstädter Bank . . . —.— Deutsche Bank .... 231.40 Dortmunder-Union C. . . 59.75 Dresdner Bank ... — Tendenz • schwach. EJektriz. Lahmeyer . . . 123.OG Elektriz. Schachert . . . 106 00 Eschweiler Bergwerk . . 206 50 Gelsenkirchen Bergwerk . 187.50 Hamburg-Amerik. l'aketl. 117.00 tiarpener Bergwerk. . . 203.00 Laurahütte 217.00 Nordd. Lloyd 105.40 Obeischles. Eiseu-Iudnstrie 98.75 Berliner Haudelsges. . 157.50 Darmstädter Bank . . . 126.60 Deutsche Bank .... 231.20 Deutsch-Asiat Bank . . 137.50 Diskouto-Komuiaudit. . . 172.30 Dresdner Bauk .... 168 20 Kreditaktien 200.50 Baltimore- und Ohio- Eiseniahii 89.10 Gotthard bahn —.— Lomoard. Eisenbahn . . 27 50 Uesterr. Staats Dann . . . 145.00 Pnuce-Henri-Eisenbahn . 118,50 . Januar. Anfangskurse. Uarpener Bergwerk. . . 202 20 i,auraiiiitte —.— Lombarden E. B. ... —.— Nordd. Lloyd 105.10 i nrkeiüose ..... 145.20 Bon Hans zu Haus pslauzr sich die Erkenntnis vom Wert des Biofon fort! Die Unterschritt des nachstehenden Briefes ist amtlich beglaubigt: Wrtt,lock, den o. Juli 190/. Die Polizei-Verwaltung, I. LI. Kutznack, Pol.-Sekr. Wiiiuoa (Dotse), den 17. Juni 1907. Meine Frau ljat zweimal täglich Biown nut Kakao getrunken. Dieselbe bat vor einem yaljr eine ichwere Entbindung nut großem Blutverlust burchgemacm, lublte nch fett ber Zett matt, schtan unb nervös unb tonnte bisher trotz guter Ptlege nicht recht zu Kräften tonunen. Seit dem Gebrauch ocs.idwioti tu leooch das AUgeuleulbesiuden ein besseres geworben, Ü? lühll sich kräftiger, der Schlat wurde besser und hat sie in Uber 62 Ptund angenommen. — Dieie Besserung ist ent- Ichieben dem Biown zuzum-reiben und habe ich schon meine De- rannten am btetes Nahruultel aufmerksam gemacht. - Ich werde äu. ben Sonunersenen 3 Pakete '^lojon kommen lassen, um eine Lrio)oii-Kur «egen'Nerbosuät zu machen. Hochachtungsvoll! Ls. Haber, Mehrer, -öioion tu in Apotheken, Drogerien mw. bas Paket zu drei Mark erhältlich, welches für ca. 14 Lage ausreicht. b-ft Erstarrt in Eis ruh» Strom und Bäche e und Wintervergnügen aller Art, Schlittenvartien, Eislauf Lralle unb Kränzchen nehmen ben Menschen in Anspruch. Wie aber bezahlen solch ein Bergmägen mir Lagen schweren Unbehagens, weil sie unvorsichtig waren, weil sie ftch erkalteten 1110)1 gleich die rechte Abwehr gebrauchten? Wer wirklich bas 'Malheur hat, ertaltet von wich einem Vergnügen veunzutomnieu, der nehme gleich ein paar Fays echte Sodener Eneral-4-a)Ulleii — werden ihm die denkbar beiten Diensre ^iiten. Sie und zu haben m allen Apotheken, Drogerien und W Mineralwasierhandlungen für 85 Pfennig die Schachtel, lh"/„ Seiterswcg 22 1. Etage. s"» Ausstellung : Alter Kleister. Eintritt 20 Pfg. ■ er Wintprklir für Warme geschützte Lage am R 8[ Südabh. d. Taunus. Behagl. eingericht. kl. ?'T71 <<3*x KflÄ BSSk SySfc Aust. Spezialhtiilanstalt. Centr. Heiz. Mi Z gft! u. Beleuchtung, neue Gesellschaftsräume, wanne und kalte Liegehalle. Sorgsame H ELW W teLläiy B Bcliamll. u. Vrrpu-uuus. DiätEcur. B VB’S» i Dependance für Mindeibcmittclte.) Prospekt e franko -w ZspSsasi W M & ■ 'ii-': W i-zfä Ät K IW; ta M w W M I I W M»W WD» DI '.K'"I m1 i U i Grosse Gdegenheitskäufe Ausführliche Preisliste folgt. Ausführliche Preisliste folgt. Der Verkauf dieser Waren beginnt Donnerstag, dten 2X Jam^ar in Baumwoll-Waren, Weisswaren, Wäsche, Bettwaren und Ansstattungs -Artikeln zu aussergetfiföhsiSich hshigen Preisen. i Einkaufs- Selegenheit rar Brautleute ?5> Temperatur c er CD E s ä - o crS* o P. 'S S Ö o wuo'S 'S Q *$ s Pz Ps& — K S3» CD o CO 'Barometer am 0u reduziert o » CD H o Q.-* 00 6? L.? s => er S _7? e* Ö 2 co s V» — 2^2 MU.= ® - s E er O - r* W D 5 s o- y> o <22^ S « . p’ o — » Lo S <2 o" *5v CD CO — 5 S. &a D ö 5d’ Ub erici?en von den Jahren 1896, 1897 und 1899 sind folgende Stücte gezogen worden: a. vom 1896 er Arrlehen. Lit. Q. 62, 120, 154, 161, 208, 219 zu ff 445, 616, R. 16, 66, 98, 110, 134, 322, 338 zu . . . L. 86, 165, 173; 189, 239, 242 253, 295, 333, 404, 444 468, 481 zu . . . _ T. 82, 185, 214, 306, 307, 308, 316, 375, 403, 432, 473 649, 698, 738 zu...... U. 72, 156, 170, 198, 216, 282 zu •Sit I " \ " tt । " b. vom 1897 er Anlcben. V. 6, 8, 117, 118 zu...... W. 72, 88, 94 zu ...... X. 93, 127, 193, 198, 235, 301, 360, 382 zu Y. 102, 141, 150, 170, 185, 201, 206, 207, 212 zu L 4, 14, 79 zu....... c. vom 1899 er Auleben. Serie I. Nr. 36, 97 au..... 1 . L „ 181, 210, 278, 283 zu . - L „ 366, 389, 425, 469, 479 zu . . I. „ 513, 560, 574, 615, 641, 679 zu . , L „ 736, 767, 798 zu . . ' . . ioo Mr. 200 „ 1000 2000 100 Mk. 200 „ 500 „ 1000 „ 2000 „ 2000 Mk. 1000 , 500 „ 200 „ 100 „ f Es wird dies unter deni Anfügen zur Kenntnis der Besitzer ■bet Schuldverschreibungen gebracht, dah die Einlösung der Schuldverschreibungen a. des 1896 er und 1897 er Anleb eus bei der Stadtkasse Gietzen, bei der Mitteldeutschen Kreditbank in Frankfurt a. M. und bei der Dresdener Bank daselbst; b. des 1899 er AnlcbenS bet der Stadttaffe (Ziehen, bei der Mitteldeutschen Strcbitbanf, Filiale Gtehen und bei dem Bankhause Gebr. Zteustadt, zu Frankfurt a. M. .«folgen kann, foroie, das; die Verzinsung am 15. Mai 1908 aufhört. Giehen, den 18. Januar 1908. Ba/X Grohh. Bürgermeisterei Gießen. I c c u m. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförfterei Lich. >, Ntoutag, den 27. Januar, vormittags 9*/3 Ubr *hn Distrikt Mcilbach: Scheiter, Nm.: 490 Buchen, 2 Eichen; Knüppel, Rm.: 98 Buchen, 17 Eichen; Stöcke, Nm.: 157 Buchen, 16 Eichen; Reiöholz-Wellen: 4120 Buchen, 280 Eichen. 2 Eichen-Stammholz --- 0,49 Fstm. (26 u. 29 cm. Durchm.); 23 Buchen Ltammholz = 24,94 Fstm. (40 bis 55 cm. Durchm., 4 bis 8,8 Mtr. Lange); 17 Erlen-Stammholz — 3,97 Fstm. <20 bis 24 cm. Durchm.); 3 Eizbecr-Srammholz — 0,80 Fstm. (22 bis24em. Durchm.); 1 Fichten-Stammholz — 2,15 Fstm. (38 cm. Durchm., 19 Mtr. Länge); 12 Fichten - Stammholz .= 2,05 Fstm. (13 bis H cm. Durchm.); 9 Fjchteu-Dcrbstaugeu \= 0,95 Fstm. (9 biö 12 cm. Durchm^. i Die Zusammenkunft ist aus der Straße Lich-Hattenrod, wo Dieselbe vom Vicinalweg Burkhardsfelden-Niederbessingcn gekreuzt swird. Fast alles Nutzholz kommt bei Beginn der Versteigerung ‘äum Ausgebot. Dienstag, den 28. Januar, vormittags 9'/- Ubr ‘im Distrikt Höler: i Scheiter, Rm.: 379 Buchen, 4 Eichen, 11 Nadelholz lKiesern); Knüppelholz, Rm.. 116 Buchen, -14 Eichen, 10 Nadelholz; Stockholz, Rm.: 157 Buchen, 35 Eichen, 12 Nadelholz; / Retöholz-Wellen: 7760 Buchen, 1880 Eichen, 2360 ^tadelholz isast «ur Fichten». I 13 Eicheu-Stammholz — 3,36 Fstm.; 52 Fichten - Stamm bolz = 11,51 Fstm.; 136 Fichten-Derbstangen = 7,26 Fstm. Die Busammenkunsr ist aus der Hauvtschnelße im Höler, nahe dem Ausgang nach Lich zu, wo Wingerteweg und Hauptschneihe sich kreuzen. B1«/, Holzversteigerung, Dounerstag, d. 23. Jan. 1908, von vorm. 10 Uhr an, 'jod im Anneröder Gemeinde -- Wald tn den Abteilungen !15, 18, 22, 23, 26 folgendes Holz versteigert werden: i 47 rm Kiefern-Rundscheit 2 n Eiche-Knüppel <218 , Kiefern. , 20 „ Fichte- „ dabei 11 rm 3 und 4 m lange 19,5 hdt. Kiefern-Wellen 18,9 „ Fichte- „ 47 rm Kiefern--Stöcke „ 12 , Fichte- , Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße am Pfarrweg. 421 Slnnccob, den 16. Januar 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. /________________________Horn.________________________ Fichten-Holzversteigerung. Mittwoch den 29. Januar I. I. werden aus den Doma- mialwalddistrikren Horfacker und Zebnrutcn (ca. 4 km von Station Schotten) versteigert: 424 Fichtenftämme = 247 Fm. rrnd zwar 15 Stück mit über 30 cm Atittendurchmefser --- 23 Fm., 40 desgl. von 25—29 cm Mdchm. — 43 Fm., 130 desgl. von 20—24 cm Mdchm. — 97 Fm., 239 desgl. von 12—19 cm Ltdchm. — 84 Fm.; ferner 31 Rm. Flchtennutrknüppcl -3m lang. Zusammenkunft um 10 Uhr vorm. auf der KreiSslraße Betzenrod—Altenhain am Eingang in den Distr. Horsacker. Verzeichnisse des Stammholzes können bei rechtzeitiger Bestellung durch die unterzeichnete Stelle bezogen werden. Schotten, 18. Januar 1908. B21/. Grotzherzogltche Oberförfterei Feldkrücken. Die sendach. Emser s. X toÄ 80 Pfg. mildernd, langem Katarrhen vorbeugend. ’fe <«« Emser Msbel» ' Lösend, den Hustenreiz mit bis 77ernDurchm. ÜB’8/. zum Auögebot. B’-Vi mit 475 Der Arrssichtsrat «nd der Vorstand. Wer gezwungen oder freiwillig dem Genuss von Bohnenkaffee entsagt, Ueberall zu haben [8S“/i in Paketen von 200 gr. Inhalt zu 10 Pfennig. trinke 500 25 I Dl Thompson’5 Seifenpuiver la Ang. Waag Seltersweg 60 und Kreuzplats 6. 52 „ 41 „ 39 „ Bezirkssparkasse Gießen. Doering. epochemachende wisaenaehaft- 3,8 rm Eichen-Werkscheiter. Das Eichenschnitttzolz kommt meist zu Beglnn derVersteigcrung Mrepp$i6iii Berliner Pfannkuchen und Kaffee per Tasse 10 Pfg., zu haben bei Wilb. tiimmer, Dnckermstr., 2071 Löwengasse 27. U I i iHMiM! Im Stricken sowie Anstriacn von Strümpfen empfehle ich mich angelegentllchst. 478 Strickgarne (teste Qualitäten) habe stets vorrätig. SW Preise billigst. Eraestise Höpfner Roonstrasre 20. «7 I Schnitt-, Bau- it “ 87fml Wagnerholz. 4 „ -109 „ - 17 , 330 Fichten ,/ 20 5liefernu. Lärchen^ Obligationen 4 Va % verzinst. Im übrigen bleibt der Zinsfuß unverändert. Rod he im a. d. Bieber, den 18. Januar 1908. Telefon 593. Frankl'. Str. 93. Aezirkssparkaffe Gießen. Die am 1. Januar I. I. fällig gewesenen Zinsen von ausgeliehenen Kapitalien können nur noch in den nächsten 8 Tagen ohne Kosten bezahlt werde». Gießen, am 18. Januar 1908. spart Arbeit, Zeit, Geld. Samstag, den 25. l. Mts. von abends 8ya Uhr ab im Kolosseum Feier desAlterhöchsten GebmlstagesSr.MaJestät desKai^rs verbunden mit dem 34. Stitogfct te Vereins. Kur Mitglieder mit ihren eigenen Familienange-^ hörigen und vom Vorstand cingeladene Gäste haben Zutritt. Hassia- und Vereinsabzeichen, sowie Orden und Ehrenzeichen stnd anzulegcu. VM/, Ein Zusatz von Kaiser - Otto - Kaffee zum Bohnen- oder Malz-Kaffee ergiebt das gesündeste, bekömmlichste Hausgeiräok! liehe Errungenschaft, ein Vorbeugungsmittel gegen infektiöse Krankheiten, bei Epidemien u. s. w., ist Formamint Es gewährleistet sicheren Schutt MulSvß* Ansteckung, indem es die Krankheitserreger, die £J9ylll.e.ü& Ivfil vernichtet. Von hervorragenden Aerrten glänzend begutachtet und erprobt, insbesondere auch bei Hals- und Rachen- erkrankungen. Bequemer in der Anwendung und zuverlässiger in der Wirkung als Gurgelwässer. — Erhältlich in den Apotheken L Flasche von 50 Tabletten 1,75 M. — Broschüren gratis von BAUER & CIE., BERLIN SW. 48. Bau- und Nutzholzversteigerukz der Gräflichen Oberförfterei Arnsburg. Mittwoch, den 29. Jaunar 1908, nach Zusammenkunft 9V9 U6r vormittags im Kloster, werden versteigert in den Distrikten: Hard, Hein, Seewald, Seeberg, Seife und Kolnhäuserkopf (il z. in dieser Reihenfolge): „ l. Stamme. F & s b a tra k. Heute und morgen: gepökeltes Rttid fleisch 45 Pfg. Alle WM-W wie Jb'eKToeiiuiifcanin- Scotte Emuiulon, Haematogen, Bioson, Sanatcfcn sowie ia. mcßizinal-Lebertran lose ausgewogen und in Probeflaschen von 50 Pfg. an. erhalten Sie stets frisch aus der |194 Eisenbauanstalt bABafsTADT. Dachstühle — gen-iotete Träger — Stützen — moderne Fassadej -— Hallen — Treppe« etc. Der Vergleichsvorschlag und die Erklärung des Gläubigerausschusses sind auf derGerichts- schreiberel des KonkurSgecichts zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Gießen, den 16. Jan. 1908. Dosch. GerichtSschrciber des Grotzherzoglichen ^lmtsgerichtS. „Donnerstag frfih“ trifft eine Sendung Wer LjeWt ein bei: [223 üeorg Waiieufels nur Marktplatz No. 21 gegenüber der Engel-Apotheke. Bcftcllnngen erbitte frübzcitigl Holzversteigeruug. ES werden versteigert: t . 1. Dicnötag den 28. Fanuar d. I. aus dem Dlstrikt Hotrod der Forslwartet Reinhardtzhain Scheiter Rm.: 467 Buche, 16 Hainbuche, 23 Eiche, 2 Erle. Knüppel Rm.: 82 Buche, 6 Halnbuche, 14 Eiche, 4 Erle, 2 Fichte. Rcista Rm.: 379 Buche, 46 Elche. Stvltc Rm.: 78 Buche, 13 Elche, 2 Fichte. . , Zusammenkunft vormittags 9 Uhr im Dlstrikt Hoherod aus der Hermannschneise bei Brennholz Nr. 697. _ 2. Mittwoch den 29. Januar d. I. bcl Herrn Wirt Max Becker in Beltershain von vormittags 9 Uhr au aus den Dlstrlkten Sohlioald, Alter Haag, Ochfensrall, Wirberger Waldlache, Laubachc" kom, BelterSbainer Wald, Slemkaule, Hain, Börntuger Berg, Kaul- hfiin und Steinweg der Forstwartei Reinhardshain: Scherter Rm.: 208 Buche, 3 Hainbuche, 66 Eiche, 10 Birke, 5 Aspe, iS Kleier. Knüppel Rm.: 251 Buche, 5 Hainbuche, 68 Eiche, 2 Erle, N Kleser, 6 Lärche, 20 Fichte. Lnüppelreisig Rm.: 102 Buche, 68 Kreier, 56 Fichte. Gewöhnliches Reisig Rm.: 650 Buche, 312 Elche. Stöcke Rm.: 63 Buche, 38 Eiche, 3 Aspe, 4ö Kiefer, 29 sichte. Die Stunmiem des zur Versteigerung kormnerrden Holzes sind blau unterstrichen. Bai/i Grün berg, 20. Januar 1908. Grogh. Oberförfterei Grünberg. Schober. s« Soralfiger der befindet sich bei 3 44^ 2. Stangen. r TT „ ttt Of — iGOfm I »u Sparren, Leiterbäumen, Ge- 2900 t>-lchten I., II. u. III.Kl.—192km. s ruitttangen rc. geeiglret. 3. Schichtnutzbolz. Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Verurögen des Kaufinanns Ludw. Sommer zu Klein-Linden ist infolge eines von dem Gemcinschuldner gemachten Vorschlags zu einem Zwangsvergleiche Verglcichs- termin auf Mittwoch, den 12. Febr. 1908, nachmittags 3 Uhr, vor dem Grostherzogl. Tlmtsgericht Gießen Zimmer Nr. 18. anberaumt. Der Termin steht auch zur Prüfung der nachträglich angemeldcten von Heinrich Franck Söhne in Ludwigsburg. (1 Liter ----- 1 bis P/2 Pfg.) Gebrauchsanweisung auf dem Paket. Beim ersten Perluch nur ein abgetfrichener Chlölkel voll auf 1 Liter Waber. [hv16/t Pakete ä 25 und 50 Pfg. überall käuflich. Vom 1. Januar d. Js. an werden die Einlngen ohne Ausnahme, mit 4%, und Darlehen gegen Um mit meinem Lager der noch vorhandenen ---- baumwollenen, halbwollenen und wollenen — Winter-Unterzeuge möglichst zu räumen, gewähre, bei den an und für sich schon sehr billigen Preisen nocSi 10 pCt. Nachlass. 393 m Stobert Neustadt 23. DÜTHOMPSQN'S 11 wwsaBKroi en ♦SEIFENPULVER Die fer*“-1 !»««< * Alt wieder, 1 2arlegM wir l)dl tcrejiant gcsOdtt „Te Ailzcigcr Poslbehö ordinlng Richtigst Reschäsh terejse l Bei die „Eil denn iü jetzt sch' die gän vom M nehmer madicn, statistisch im Tur als vor bührcii-; die ihrci zum Tei ha', in Lprechstk Ties die jetzt form, la entlasten heranzuz ccr Lau vorgeschl Mack. ' 50 Mk. gehoben t (jci .;chcc haben ol bis Zahl nom 3. b- fiuibui. An G 5 Vg. si mmgsjahr Senden Lk über 600 unter bei Hai inziv auf 4 $ 500 W erWiche, im filigei Tarif fiel 0cipiad)§ Ei gebühr) Alichtgrs ferner b: dcts ftar hohe» & Unter Zr für ßo,f ergeben, aber die Dnschlüsst örnisatz als biZbe Nach -Laris af Sehen, du bcnudt iv ^mitten ^onnent ^bmäguni Tie i I