Dienstag 20. Oktober 1908 Zweites Blatt Nr. 247 158. Jahrgang Erlcheinl tfigfid) mtt Ausnahme beS Sonntag-. Die Lietzener Zamlltendlätter" werden dem ,9lnjeiqer* otcnnol wöchentlich beigelegl. da- „Kretsbloti für Ocn Kreis Stehen'' zweimal wöchentlich. Die ..ranvwlrtfchastllchen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheften Rotationsdruck mtb Verlag der 8töt)Hd)en Universität- • Buch- und Stemdruckeret. 9L Lange, Sieben. Redaktion, Exveditton und Druckerei: Schul« stratze ?. Expedition und Verlag: 5L Redaktion: e-^112. Tel.-AdruAnzetgerGieben. 25u» Stadt und Land. Gießen, 20. Oktober 1908t ** Die freie Vereinigung der Krankenkassen Hessens hielt nm Sonntag vormittag in Darmstadt eine außerordentliche Versammlung unter dem Vorsitz von Streb-Offenbach ab, die von ea. 120 Delegierten besucht war. J.istizrat Dr. Fu ld-Mainz hielt einen Vortrag über die F u r s o r g e t a s s e für die Beamten und Bediensteten der Landgemeinden und Kommunalverbände. Nach lebhaft geführter Debatte wurde beschlossen, daß die Kassen die Fürsorge für ihre Beamten selbst übernehmen. Streb-Offenbach referierte über die Eingabe des Verbandes der Krankenkassen bei dem Ministerium betr. Erhöhung derHebgevühren für die Invalidenversicherung. Es wird eine Rejolution angenommen, nach der die 30 Ortskranlenlassen mit 90 000 Mitgliedern, welche der freien Vereinigung angehören, die Notwendigkeit der Erhöhung zurzeit nicht anerkennen, vielmehr befürchten, daß das jetzige fruchtbare Zusammenwirken Der Kranten- tassen mit der Landeovcr.icherungsanstatt eine St-rung erleidet. Tie Versammlung beauftragt den geschä,rsführeuden Ausschuß, bie;en Beschluß dem Gcoßh. Ministerium zur Kenntnis zu bringen. Geschäftsträger habe der britischen Regierung mitgeteilt,I Oberstleutnant er fei von feiner Regierung amtlich beauftragt, positiv kate- 'ruppe wurde als Abteil Quade üont Kommando der Schutz» Ableiinnasches in öen Generalstab der Armee er- be- im gorische Versicherung abzugebcn, dc.ß Bulgarien j.den möglichen Schritt tun werde, um den Krieg mit der Türkei zu zurückberu'en und wird Chet der Eilenbabnabreilunq des Groben Generalslabs; beim Kommando der Lchnhlrnppen im Reichs- lolonialamt tritt an Stelle des OberülenmanlS Qnade Cbeifi u. Glafenavp, bisher Jnfvekteur der Vrarine-Jnlaiiterie, und zwar als Konnnandenr der Schuytruppen. Glasenapps Nachfolger wird Oberst v. Bodtmgeii. Aus der Sozialdemokratie. Auf einer von dem LandcLvorstand der badischen Sozialdemokratie nach Karlsruhe znjainnleilberuienen Parteikonferenz, an der die jozialdcmolrauiche Landlagsiraknon, die Vertraueilsmänner der vierzehn badischen Neichsiagswahlkreise und Vertreter der Presse teilnahinen, be- richleten, ivie der „Volks'rcund" meldet, die Vertreter der Wahl» fteile mit .Ausnalnne eines einzigen, daß die Parteigenossen der einzelnen Streife die Nürnberger Erklärung der Sechsundsechzig billigen. Man gab dem Landesvorstand anheim, bei einem für die Landtagswahlaktion erlassenen Aufruf seinen Slandpimkl zu äußern. Neue Zehnmarkscheine. Die erst kürzlich in den Verkehr gelangten Zehnmarkichcine Huben zu zahlreichen Ausstellungen Veranlassung gegeben. Es wird darüber geklagt, daß die Scheins zu weich und lappig seien und deshalb leicht zerrissen, sie nähmen auch den Schmutz leicht an, wurden fiebrig und erschwerten so das Zählen. Wie wir hören, sind bereits Anordnungen getroffen, um eine 9lenausfl(ibe von Zehnmarkscheinen in die Wege zu leiten. Versuche und Proben hat man in der Relchsdrnckerei schon vor- genommen, doch ist eine endgültige Entscheidung noch nicht getroffen. Lin neuer 5aü Schücking. Unter dem Titel „In eigener Sache" veröffentlicht der kannte Marburger Völkerrechtsprofessor Dr. Walter Schücking 2lu$lanö. Marokko. Die „Nordd. Allgem. Zig." schreibt unter dem 19. Okt.: Ter französische und der spanische Botichaster übergaben heute dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Öen Entwurf eines Schreibens, das der Doyen des diplomatischen Korps in bet' Anerkennungs rage an Muley Hafid richten soll. Spitzberg en- Konferenz. Ter Berliner Korrespondent des «Sveiiska Tagblad" erfährt, daß Deutschland feine Bereitwilligkeit ausgesprochen habe an den in Christtania ftattsindenden Besprechungen betreffend Spitzbergen teilzunehmen, die zur Vorbereitung einer eoentuellen Konferenz dienen sollen. Das Befinden des Aieneliks von Abbessinien. Nach Aieldimgen ans Addis Abeba hat sich das Befinden Meneliks nach der vor kurzem eingetretenen Verschlimmerung neuerdings so gebessert, daß er in einer öffentlichen Audienz verschiedene Würdenträger empfangen konnte. Vor einigen Tagen war Menelik schon tot gesagt worden. „B. T." einige Tatsachen, die sicherlich berechtigtes Aufsehen erregen werden. Er erzählt folgende Episoden aus seiner llniber- fitätslehrertätigkeit: „Ich hatte als ganz junger Extraordinarius in Breslau eine rein wiifenschaftliche Studie publiziert mit dem Titel „Der Staat vermeiden. Der „Köln. Ztg." wird aus Konstantinopel vom 18. Okt. telegraphiert: Die leitenden Kreise sind immer weniger geneigt, die Konferenz zu beschicken; sie würden jetzt eine unmittelbare Verständigung vorziehen. Die Presse verlangt einstimmig die Abschaffung der Kapitulationen als eine der unvermeidlichen Entschädigungen. Der bulgarische Ministerrat beschloß, die Svbranje ein- zuberusen und ihr folgenden Vorschlag zu unterbreiten: Bulgarien tritt die Eisenbahn vorläufig an die Orient-Gesellschaft wieder ab und erkennt unter gewissen Vorbehalten Die Rechte der Türkei auf die Eisenbahn an. Sodann soll die Eisenbahn durch Bulgarien von der Gese.lschaft angekauft toerden. Bulgarien hofft, die Türkei werde auf Grund dieser Vorschläge die Unabhängigkeit Bulgariens anerkennen. Mißstimmung gegen England. Nach Meldungen uuy Koicstantcnrp^ ist dort der bisher vorhandene jungtürkische Glauben an den Wert der englischen Fr euno schäft durch die Veröffentlichung des englisch-franzö,isch-russ.scheu Kongreß-Programms vollkommen erschüttert. Großbritannien, so sagt man jetzt, habe, wenn es nicht jedes Vertrauen und allen Einfluß in Konstantinopel verlieren wolle, jetzt nur noch zwei Wege vor sich: entweder müsse es den Türten sofort 15 Mill. Pfund Sterling borgen oder aber den Bulgaren für den Fall, daß diese die Türkei zum Kriege zwingen, mit dem Bombardement von Varna und Burgas drohen. Iswolsky. „Nowojc Wrernja"I oolsky wegen seiner Bemühungen, die Konferenz über die Balkanfragen zustande zu bringen, in scharfer Weise an, erklärt, die Konferenz könne nur England, Frankreich und Oesterreich, nicht aber Rußland nützen und besteht daraus, daß Rußland gegen die Einverleibung Bosniens und der Herzegowina ohne weiteres Einspruch hatte erheben müssen, auch wenn der Einspruch vor Der Hand keine praklischen Folgen haben könnte. Die Erkrankung de; jungen Zürsten Gito vsu Bismarck. Ter förpertiu/eZuscuuw^.wriicy des jungen Fürste nOtto von Bismarck während der Walhallaseier hat die allergrößte Teilnahmef ausgelöst, zumal die Befürchtung besteht, daß es sich nicht um einen vorübergehenden Ohnmachtsanfall, sondern um eine ernstere Er-c krankung handeln könnte. Der jugendliche Fürst wurde während^ der Rede des Reichskanzlers auf einer Tragbahre in das HauÄ des Walhalla-Kommissars überführt, hat sich hier aber trotz deS Beistandes mehrerer Münchener uni> Regensburger Aerzte nuef wenig erholt und mußte schrießlich mit einem Krankenwagen üti die Stadt zurückgebracht werden, wo er im Hotel „Grüner Kranz , mit seinem Erzieher, dem Grafen Plcssen, Quartier genommen, hatte. Als der Krankenwagen in der Stadt eintraf, wurde er sofort nach der Wohnung des Regierungspräsidenten der CLv»-> Pfalz, des Kämmerers von Aretin, dirigiert, der seine Räurntz dem kleinen Kranken in liebenswürdigster Weise bis zur Wieders Herstellung zur Verfügung gestellt hat. So ereignete sich der imposante Fall, daß Der Enkel Bismarcks am Tage der Enthüllung der Büste seines Großvaters im Hause eines Auge-s hörigen der klericklen Partei eine freundliche Heimstätte findet^ mit der der «alte Kanzler seinerzeit so heftige politische Kämpft zu bestehen hatte, gewiß ein schöner Zug, der über manche un-i erquickliche Dinge, die der Feier voraufgingen, einen versöhnens, den Schleier wirft. Wie der den jungen Fürsten behandeliida Arzt Dr. Raimund Gerster mitteilt, handelt es sich bei der Erkrankung offenbar um eine zu große körperliche Schwäche gegen»* über den vielgestaltigen Eindrücken, die in den beiden Tagen deI Regensburger Aufenthaltes auf ben Kranken eingestürmt waren- Der junge Fürst hatte eine weite Reise hinter sich und am?. Samstag abend Die Fcstvorstellung, bei der Kleist's „Prinz von! Homburg" gegeben wurde, besucht. Am Sonntag vormittag war er schon früh zur Walhalla gefahren, wo die patriotische Rede des Bayerischen Ministerpräsidenten mit dem erinnerungsreichen Appell an seinen Großvater eine starke Gemütsbewegung bei dem für sein Alter Träftig entwickelten Knaben hervorrief. Es famf hinzu, daß diese Gemütsbewegung durch seine exponierte Stellung an der Seite des Kanzlers, wv aller Augen auf ihn gericlstet waren, noch erhöht wurde, so daß der schließliche Zusammenbruch auf natürliche Weise zu erklären ist. Der Prinzregent Luitpold von Bayern, der von Dem Unfall in Kenntnis gesetzt wurde, erkundigte sich telegraphisch nach dem Befinden des jungen Fürsten, oer üvrigens seinem Vater, Herbert von Bismarck, wie aus denn Gesicht geschnitten ist und von dem alten Reichskanzler die großen blauen Augen geerbt hat. Auch der Reichskanzler von Bulow, Ministerpräsident v. Podcwils und die übrigen bayerischen Minister zogen vor ihrer Abreise von Regensourg bei dem Präsidenten v. Aretin persönlich Erkundigungen über das Befinden oes kleinen Patienten ein. Die Regensburger Lsfiziersoamen übersandten gestern früh einen prachtvollen Blumenstrauß. — Rach einer telephonischen Meldung aus Regensburg hält die Besserung in bem Le finden des jungen Fürsten v. Bismarck an. Es besticht Aussicht, Daß er morgen nach Friedrichsruh verbracht werden kann. Vie Krifls im Grient. ] Auf dem Balkan scheinen sich die Gemüter nach und nach , beruhigen zu wollen, und so sehr man auch anfänglich mit j dem Säbel gerasselt haben mag, so scheint man doch den i Degen wieder in die Scheide stecken zu wollen, ohne ihn mit Blut bespritzt zu haben. In den letzten Tagen verstärkte sich der Eindruck immer mehr, daß es doch noch zu einem Kriege zwischen Bulgarien und der Türkei kommen würde; insbesondere betrieb die Pforte auf das eifrigste । die schrittweise Mobilmachung, ein Korps folgte nach dem anderen, und beträchtliche Transporte von Geschützen und Munition gingen nach der bulgarc,chen Grenze ab, während anderseits Bulgarien selbst gleichfalls nicht müßig blieb und Gegenmaßnahmen traf. Ob die türkischen Rüstungen aber ganz em ft Gemeint waren, muß dahingestellt bleiben, denn einmal vollzog sich die Mobilisierung recht langsam, anderseits aber erweckte das ganze den Eindruck, als wenn die Psorte die Maßnahmen nur getroffen habe, um der Volksstimmung Genüge zu leisten und nicht einen noch schärferen Konflikt herauszubeschwören, der auch für die Gestaltung der inneren Verhältnisse leicht verhängnisvolle Folgen hätte nach sich ziehen können. Aber auch in Bulgarien waren die maßgebenden Stellen in ihrem Berantwortungs- gejühl einem blutigen Kriege abgeneigt und in einem Ministerrate beschloß man in der Frage der Orien.bahn ein ziemlich weitgehendes Entgegenkommen, das geeignet ivar, auch die Pforte zum großen Teit zu befriedigen. Diese mit einem Male austretende friedliche Stimmung hat ihren Grund in der Ueberlegung, Daß für diejenigen, die cs angeht, auf einer internationalen Konferenz, wie sie von verschiedenen Großmächten gewünscht wirb, nicht viel herauskommen würde. Vor allem ist man jetzt von der Konferenz' am wenigsten in der Türkei erbaut, weil man aus den veröffentlichten Programmpnnkten ersehen Hut, daß die Türkei wie immer die Zeche bezahlen müßte. Hierauf ist die wunderliche Kunde zurüctzuführen, die aus London kommt, und worin es heißt, die Pforte habe bei der englischen Regierung ungefragt, ob es nicht vielleicht besser wäre, die zwischen Oesterreich und der Türkei schwebenden Fragen direkt und schneller zu erledigen, als es auf einer internationalen Konferenz möglich wäre. Sir Edward Grey hat natürlich sehr schnell Ja und Amen gesagt, Weil ein derartiger Ausgang England begreiflicherweise viel lieber wäre, als eine große internationale Konferenz, bei der einige Staaten zwar ihre Schäflein ins Trockene bringen würden, speziell Rußland, während England leer ausgehen müßte. Die Türkei hat von ihrem Standpunkte aus sehr richtig gehandelt, Lumal ja auch die österreichische Rcgiemng von Anfang an die gleiche Ansicht vertreten hat. Unter diesen Umständen ist zu hoffen, daß auch zwischen Bulgarien und der Türkei eine Einigung erzielt wird, namentlich aus .dem Grunde, weil einige Mächte anfcheincnb nicht aussichtslos bemüht sind, zwischen den streitenden Parteien zu vermitteln. Wie aus Paris gemeldet Wird, soll nämlich die Zurückziehung der türkischen Mobilmachungsordre erfolgt sein, nachdem der französische 23otfcfyafler am Goldenen Horn, Herr Constans, in einer längeren Unterredung mit dem Großwefir darauf hingewiesen hatte, daß alle Truppenverschiebungen nach der bulgarischen Grenze hin als feindseliger Akt angesehen und Bulgarien veranlassen müßten, seinerseits mit Truppen die Grenze zu überschreiten. Gleichzeitig erklärte Constans, beauftragt zu sein, die friedlichen Absichten der bulgarischen Regierung zu versichern, Wooci er zweifellos nicht verfehlt Haden durfte, dringend vor einem Kriege zu Warnen. So scheinen sich die Wolken am Balkanhimmel wieder langsam zu teilen, denn die Schreierei der serbischen Gernegroße vermag niemand ernst zu nehmen. Zur Lage in Serbien und Montenegro. Wie die „Neue Freie Pre,se" meloet, i,r ihr Spezialkorrespondent am Freitag in Belgrad auf der Straße überfallen und tätlich beleidigt woroeu. Auf Weisung des Ministers des Auswärtigen Freiherrn v. Aehrenthal hat nun die österreich-ungarische Gesandtschaft in Belgrad von der serbischen Regierung auf das nachdrücklichste Genugtuung und Bestrafung der Täter gefordert. In Belgrad wurde der deutsche Militär-Attach4 auf der Straße verhaftet, weil mau ihn für einen Spion gehalten hatte. Er wurde natürlich sofort wieder freigelassen, nachdem er sich legitimiert hatte. Die „Voss. Ztg." metdct aus Wien: Es verlautet von ernstzunchmcnder, mit den Hosveryalinifsen vertrauter, unabhängiger serbischer Seite, daß es sich bei den Nachrichten von Meinungsverschiedenheiten zwischen dem König Peter und dem Kronprinzen Georg um ein berechnetes Spiel im Königshaufe handle, Wobei der unverantwortliche Thronfolger mit Wissen der Regierung vorgeschoben werde, um die österreich-ungarische Regierung durch fortgesetzte Heraus- fordeningen zu reizen. Ernsthaste Kreise wollen wissen, daß für den Fall eines Dynastiewechsels der zweitältefte Sohn des Königs von Schweben ausersehen sei, eine Dynasrie Bernadotte in Serbien zu begründen. In der Nacht zum Sonntaa überschritt eine montenegrinische Bande die österreichische Grenze. Bei einem Zusammenstoß mit österreich-ungarischen Truppen blieben vier Tote auf dem Platze. Die Montenegriner äscherten ein bosnisches Dorf ein. Aus Cattaro Wird gemeldet, der österreichische Konsul in Antivari Wurde im Konsulat von Montenegrinern tätlich insultiert. 2 Panzerschiffe und G Torpedoboote sind nach , Cattaro abgegangen. \ Die Morgendlütter melden aus Wien: Aus verschiedenen Grenzpunkten wie Passau, Eger, Cattaro, Werden Konfiskationen bedeutender Sendungen von Waffen und Munition nach Serbien gemeldet. Die Konferenz. Das Reutersche Bur.an erfährt, daß das Programm, das eventuell zur Grundlage für die Erörterungen in der Konferenz bienen soll, jetzt Gegenstand der Beratung unter den verschiedenen Großmächten ist und daß J.alien bereits sein Einverständnis kundgegcbcn habe. Reuter ist ferner ermächtigt, zu crflärcn, dag weder die Dardanellenfrage noch die Frage der Angliederung Kretas an Griechenland vor die Konferenz kommen werbe. Beide Fragen sollen gemäß den Wünschen der türkischen Regierung erledigt werden. Des Weiteren erfährt das Reutersche Bureau, der bulgarische und die Agnaten" und hierin bei der Behandlung der wichtigen Frage, ob durch ein Staatsgesetz die Thronfolge geregelt werden kann, das Gottesgnadentum als unjuristischen Gesichtspunkt ab- gelchnt. Deshalb wurde ich von der „Kreuzztg." in einem Leitartikel scharf angegriffen. Der damalige, gegen mich immer sehr wohlwollende Ministerialdirektor verwarnte mich eindringlich: Ich könne lehren, was ich wolle, meine Lehrfreiheit solle nicht im geringsten angetastet werden, aber ich müsse immer mit der Möglichkeit rechnen, daß man eines Tages von meiner Lehrtätigkeit keinen Gebrauch mehr mache. . ." Das war im Jahre 1892. Dann eine Geschichte aus Dem Jahre 1897: Ein jüdischer Rechtskandidat hatte ihm geklagt, daß ihm von fünf Oberlandesgerichtspräfidenten ohne triftigen Grund, offenbar seines Judentums wegen, die Anstellung als Referendar versagt war. Schücking hatte ihm zu einer Einaabe an den Justizminifler geraten und, als er dafür ganz hilflos war, diese Eingabe als sein alter Lehrer für ihn im eigenen Namen gemacht. Seine Anstellung ist denn auch erfolgt, wenn er auch, statt nach Frankfurt a. M. zu kommen, nach Königsberg gehen mußte. . . Als Schücking dann wegen politischer Angelegenheiten nach Berlin reifte, besuchte er im Ministerium auch den Univerfitätsreserenten Geh. Rat Dr. Elster. Es handelte sich um Fachangelegenheiten; aber bald kam das Gespräch auf jenen jüdischen Schuler Schuckings von ehemals. Elster über» häuste ihn mit Vorwürfen, wie er es wagen könne, sich an ben Justizminifter zu roenben, und sagte dabei wörtlich: „Was geht Sie überhaupt dieser Nechtskandioat an, mischen Sie sich nicht in Angelegenheiten, die Sie nichts angehen! Die Sache sckyvebt noch, und Sie werden dafür noch eine disziplinarische Bestrafung erhalten." Diese trat bald ein, weil er in einer Marburger Wahlversammlung gegen die Enteignungsvorlage gesprochen hatte. Hierauf sagt Schücking wörtlich weiter: „Wock)enlang später kam plötzlich der Auftrag zu einer verantwortlichen disziplinarischen Vernehmung aus Berlin. Zwei Tage später wurde mir mitgeteilt, nach einem „Privatbrief" aus dem Ntinisterium hätte der Minister die Hoffnung geäußert, ich würde öffentlich das Ungehörige meines Verhaltens erklären und bedauern. Das mußte ich ablehnen. Dann bekam ich eine disziplinarische Strafverfügung, in der mir Verletzung des „einfachsten Pflicht- und Anstandsgefühls" und „verhetzende Agitation" vorgeworfen wurden.' Aber man beschränkte sich nicht auf diesen Verweis. Wie mir kurz darauf amtlich mitgeteilt wurde, daß es der Kultusminister gegenüber dem Justizminister als dringend wünschenswert bezeichnet, daß ich nicht mehr zur juristischen Prüfung in Kassel herangezogen würde. Dann aber erzählte man mir plötzlich von wohlgesinnter Seite, es sei auch eine Bewegung gegen meine Vorlesungen im Gange, weil ich dort politische Ausführungen machen solle." Zum Sckstusse heißt es: „Als dann im Marz die juristische Prüsungskommission für das neue Etatsjahr zusammengesetzt worden ist, hat man mich in Berlin für das ganze Jahr ausgeschaltet. Jeder akademische Lehrer weiß, daß eine solche Maßregel meistens eine schwere Schädigung der Lehrtätigkeit bedeutet." Die „National-Zeitung" bemerkt hierzu bitter: „In welchem Paschalii leben wir?" fragte Victor Hugo einmal unter Louis Philippe, als ein Drama des Dichters verboten wurde. Fast möchten wir auch so fragen . , , () Marburg, 19. Okt. Die Blättermeldung, der Univcrfi- tätskurator habe über die Vorlesungen des Prof. Schücking Übungen anst.llcn lassen, entbehrt ieber Begründung. Deutsches NerH. Bei der Reichslags-Erfatzwnht am 14. Oktober für den Wahlkreis Potsdam 4 ^Prenzlau-Angermünde) wurden nach der amtlichen Metdung insgesamt 16 766 gütige Stimmen abgegeben. Es erhiellen: Ober-Präsidialral v. W l n l c r i e l d - Vlenkni (kons.) 11 055 Stimmen, Pastor Scynudt-Natow (liberal) 2704 und Tapezierer Wels-Verlm (Soz.) 8033 Stimmen. Vier Stimmen waren zerfplitlert. v. Winterfeld ist somit gewählt. Kultusminister Dr. Holle ist seit einiger Zeit an Bronchien erkrankt. 2luf den dringenden Rat feiner Aerzte soll er sich fogleid) zur Kur nach Meran begeben. Ter preußischeLcmdtagZabgeordnete Dr. Licht (Bemkastel) ist tm Alter von 47 Jahren gestorben. (- Freunde der (- (—o78) ) (— Handel des der ’o Portugiesen «Serie I . 3 98.30 l'nnce-Henri-Eiseubahu Morse, 20. Oktober. Anfangskorse. 175.00 238.00 146.10 endenz • ungleichmässig. hcrgestellt. £ie Ausstellung München 1908 wurde geiieni tU 5 d> m. t d Fetische Messungen auf hoher See 1500 ML (- (— 120.50 120.40 4 4 (- (~ (- (- (— (— unseres 400 des Kreises nach gutem 3) 3) 1) (— (— (- (- (- . 22.60 . 147 40 . 123.00 Klammern () Königsberg Danzig Slellin Polen Breslau Berl>n Magdeburg Halte Leipzig 92.40 83.05 92.20 83)00 90.90 90.10 97 75 98.90 92.40 4) 4) 2) 4) 3- 4) 218.50 111.50 Harpeuer Bergwerk Laoraüütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . . 2) ) 1) ) ) ) ) ) Berliner llandelsges. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisen Lahn . . . Uottuardbahu . . . Lomoard. Eisenbahn Uesterr. btaatsoann . 4) 5) 2) 3) 1) ) ) 1) 175 165 170 166 172 160 H-0 175 165 170 172 185 170 174 4>'H Ungar Goldrente 4>6 Italien. Beute . und Abteilungsv.wsl.i i_ vatorium bei Potsdam Tv 4) 2) ) 1) 1) 4) 3) 3- 3) 2) 4) 6) ) Haier 152 i- 160 (— 162 (- 159 (— luO (— Elektnz. Lahuieyer . . . Elektriz. bchuckert . . . Escbweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Bamburg-Amenk. Paket». Earpener Bergwerk. . . Laurabutto...... .Xordd. Lloyd..... Ubeischles. Eisen-Industrie B.aunjchweig IKoiiotf Hamburg Hannover Tüyeldork Köln ! 'Mannheim Siratzburg StnUgarl München 'Lv e l t m a r k 314°/, 3% 3>i7« 3D,7< ff" 2) 1+ 2) 2) (+ 3) (- 3) . . 137 00 . . 176.80 . . 146.05 . . 108.90 204 ( — 202 (— 197 (— 201 (— 207 (— 204 (— 201 (— 202 (— wlgl: 166'/,' 16.) 169 165 185.30 105.50 187.75 19o.00 85.00 96.70 165.50 126.20 237.60 Berliner Canada E. B. . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . , Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . 202 199 197 202 200 210 202*/3 228 . 198.20 . 198.20 . 22.50 . 85.40 . 139.75 Danach fand bei Gastwirt R. Schlierbach eine feier statt, zu der die Gemeindevertretung und Uesterr Goldreute. . */. i'o Uesterr. bilberrente Da es aber viele mehr oder wenige minderwertige Nachahmungen gibt, deren Verpackung der echten Scotts Emulsion täuschend ähnlich nachgemacht wird, so achte man beim Einkauf genau auf unsere Fijcher- schutzmarke und weise alle diese Nachahmungen zurück. — Ern exotischer Wettbewerb. Wir lesen in der „Werkstatt der Kunst': Dem philippinischen Dichter Joss Rizal, der Ende deL vorigen Jahrhunderts durch schrlftslelleryche Säugten agitatorisch sür die Beireiung der Philippinen von der spanychen Herrscha't enitral und am 31. Dezember 1896 als Hochverräter standrechtlich erschossen wurde, sollte m 'Manlla, auf der Promenade „Va ihineta", cm Lenk m a l errichtet werden. Es hatte sich em Komitee gebildet utid im Jahre 1905 em internationales Preise ausichrelben zur Erlangung von Entwürjen erlassen. Tas Tenkinal sollte 425 000 Pik. losten; man tomue also annehnten, das; das Komitee sich im Besitz großer 'Mittel bejande, zumal es ollem an Preisen 30 000 Pik. ausietzte. Die verlockende 'Hingabe veranlaßte viele Künstler aller Länder, leider auch Teuyche, sich zu beteilige». Alle Mühen und Kosten ichetnen aber vergeblich geweseti zu jem, beim die Teilnehmer an dem Wettbewerb haben bis heute, also nach 3'/, Jahren, fein Wort mehr über ihre emgelicrertcn Arbeiten gehört! Ühm will sich das Teutsche Reich durch das Auswärtige Amt der geiährdeten Interessen der deutschen Teilnehmer an diesem erotischen Wettbewerbe annehmen. Tie Regierung trägt ja auch eine gewisse Mitschuld an dem Reiniall der deutschen Künstler, da der preußische Kultusminister seinerzeit in einem Schreiben an die Allgenieme Teuyche Kunstgenosjetischast die Teilnahme besonders etnptoyleti hatte. — Kleine Ehroni . o u s K,i i. .. u .. u — . i । e u i dj a f t. Tie letzte Nummer der Zeit „Der DJlor geil'1 ist wegen des Leu° artikels von Eduard Goldbeck „Anfang oder Ende' m Oesterreich konfisziert tvordeu. — Be» dem Besuche, den die Alitglieder des intertialionalen Elektriker »Kongresses heute der Universität Eambrldge abslatteten, wurden vier Teil- nehtner an dem Kongretz zu Ehretidoltoren ernannt, unter ihnen Protesjor Ennl W a r b u r g - Berlin. — Ein L e t st i k o w ° Z i m mer soll im Alarkischen Museum zu Berlin ein- gerichtet werden. Wie verlautet, hat die Verwaltung des Mär- tischcn Muleums alle Bilder und Sttzzen aus dem blachlav Walter ItestulowS angelauit und wird sür diese Werke em eigenes Zimmer ein richten, um so den 'Bialei- der märkischen Landschaft besoiiders for O. Heller ui Potsdam zu Versuchen über Schtoeremesjungen aut »ec loUO Ml.; dem ord. Honorarprofessor an ber V-eckner Universitut (— (- (— (— (— (- (- (- Mit der ruhigeren Beurteilung der politischen Lage nahm Getreidemarkt zu Beginn der Berichtswvche eine durchaus matte Haltung an, zumal Amerika eine ivenere starke Zunahme der Weizenbestände und niedrigere Preise meldete, während Rußland gletchzeilg nut billigeren Weizenangeboten herauskam. Außerdem sah man in der Herabsetzung der argentinischen Forderungen eme Bestätigung der bis dahin günstigen Aufjasjung hinsichtlich der Ernteaussichten dieses Landes. Neben diesen Umständen trug Mangel an neue Exportgelegenheit dazu bei, die ohnehin schwierige Lage des Warengeichäus zu verschärjen. Tie Stoclung im Aus- iuhrgefchäit macht sich um so empfindlicher bemerkbar, als sich auch das Inland infolge ungünstiger Mehlachatz - Verhältnisse zur Zeit wenig aufnahmefähig ertveist. Wohl bekundet Italien weiter Interesse für deutschen Weizen, aber die Gebote von dort ivaren meist so niedrig, daß trotz der med- ** Der Männer-Turnverein Gießen hielt am '(Sonntag sein Ab turnen ab. In Anbetracht der^vielen Turnfeste im verflossenen Sommer wurde von einem Turnen ,der aktiven Turner abgesehen und nur ein volkstümliches Wetturnen der Zöglinge bei recht reger Beteiligung abgehalten. .Hieran schloß sich ein Stafettenlauf der aktiven Turner, bei dem eine Strecke von 800 Meter in 2.13 Min. durchlaufen wurde. Tie Preisverteilung findet am kommenden Samstag abend auf der Kneipe im Tarmftäbter Hans statt. ” Der Gesangverein Harmonie beging am ver- sloffenen Samstag und Sonntag die Feier seines 62jähr. ^Bestehens. Der am Samstag abend im Vereinslokal Wigandt abgehaltene Kommers nahm einen schönen Verlauf. Tie mit ihm verbundene Ehrung des früheren Dirigenten und jetzigen Ehrenmitgliedes Lehrers Albach fand Ausdruck in anerkennenden Worten des 1. Vorsitzenden Arnend unter Ueberreichung einer Ehrenurkunde. Herr Albach dankte für die ihm zuteil gewordene Ehrung, den Wunsch anknüpfend, fernerhin doch noch mit den Geschicken des Vereins verbunden bleiben zu wollen. Am Sonntag nachmittag fanden sich die Sangesbrüder mit Familie auf dem Felsenkeller zusammen, um sich bei Konzert, Gesangsvorträgen, auch solchen humoristischen Inhalts, und Tanz zu vergnügen. Auch diese Veranstaltung nahm den besten Verlauf. Die unter Leitung des neuen Dirigenten Fischer zu Gehör gebrachten Gesangsvorträge zeugten von guter Schulung und wurden durch reichen Beifall belohnt. Herr Fischer erwies sich auch als Künstler am Klavier. Einige Beigaben verrieten bet ihm großes Können auf musikalischem Gebiete. ** Kinematograph. „Wer vieles bringt, bringt sedem etwas." So erklärt es sich, wenn das Theater Icb^ncer Bilder am Seltersweg seine Anzieyuugstvaft aus unsere Beoöllerung von Woche zu Woche, bei jedem Programmwechsel gesteigert sieht und besonders gegen Abend seine Vorführungen vor ausvertauftem.Hau,e vor sich gehen lasieu iann. Sehr wirkungsvoll ist die Serie des Festzuges vom 11. deutschen Turn fest in Frantsurt a. M. Wer in Frankfurt dieses Prunksiüct des Festes geieheu hat uno nun noch einmal die prächtigen Gruppen so lebenswahr, wie sie der Kinematograph nnibcrgibt, an sich oornberzieheu läßt, Hal gewiß seine Helle Freude an den kräftigen Gestalten der Hannoveraner, der Thüringer, der Sachsen usw. Außerdem bringt der Kinematograph in dieser Woche noch die attuelie Automobilwettfahrt Mwyork-Paris und bann vier verschiedene humoristische Epichden, von denen schwer zu sagen ist, was am meisten die Lachmustelu reizt: Nachbars Tcuiz-- vergnügeu, Trödlers Ersindung, Landrats Sohn geht ans den Bummel oder der leidenichaftliche Fechter. Sind die einzelnen Szenen auch manchmal fajt gar zu unmöglich, hier wird es Ereignis und die Besucher der Veranstaltung verleben ein hoch belustigendes Stündchen. Das jetzige Wocheuprogramm eignet sich auch besonders für unsere Jugend uno Iann für sie bestens emp,ohien werden. ** fta i) erpauoraina. Eine interessante Reise am -.malerischen Garda-See bietet das Institut in dieser Woche. In einer äußerst anziehenden Schilderung über die Reize des Gardxisees, seiner Gestade und Umgegend lesen wir: Rings um den See bekleidet südliche Vegetation die herrliche Useriandschast, nanieiitlich ist die Westseite, von Salo bis hinauf nu die österreichische. Grenze durch Kultur aus alpi- nischer Wildheit in einem Zaubergarien umgewandelt, in dem Orangen, Zitronenbäume, Maulbeeren, Feigen, Mandeln, Wein, Granaten, Myrthen, Agaven usw. au,s üppigste igedeiheu, während die Osttuste hauptsächlich der Oiiventultur gewidmet ist. Das reizende, fruchtbare und stark beüölterte Gestade, das sich von Gargano bis Salo zwischen dem See und dem Gebirge erstreckt, gilt für den wärmsten Punkt Norditaliens. Diese herrliche Gegend aus eigener Anschauung kennen zu lernen, ist nur wenigen vergönnt; deshalb sollte niemand versäumen, sich alle diese Schönheiten im Panorama anzusehen. ** In Ameriia verstorbene Hessen. Justus Pfarrer aus Weckesheim, 91 Jahre alt, zu Brooklyn, N.-A. — Leonhard D. Schmitt aus Heppenheim cl d. B., oO Jahre alt, zu Newyork. RB. Darmstadt, 19. Ott. Die hessische Schutz, ma nn s schule, die vor einigen Jahren zur Ausbildung eines tüchtigen Polizeipersonals für die hessischen Städte in Darmstadt gegründet wurde, hat heute vormittag ihren Herbstkursus begonnen. An dem Kursus nehmen außer fünf Darmstädter Schutzleuten noch vier Mainzer, drei Offen- bacher und ein Wormser Polizeilommissar-'Anwärter teil. ? Rodheim a. d. Bieber, 19. Okt. Die Freiwillige 'Feuerwehr führte gestern ihre sehr interessante Schluß- probe vor. Es lag folgender Plan zu Grunde. Das alte Schulgebäude brennt; während des Unterrichts ist ein Kamin- brand ausgebrochen, wodurch für die beiden Klassen der Ausgang durch da§ Treppenhaus unmöglich geworden ist. Es erhielten die Steiger die Aufgabe, die Schüler durch Leitern zil retten. Tie Uebung lockte bald eine größere Menge Zuschauer an, die mit großem Interesse der äußerst rührigen aufopfernden Tätigkeit der jungen Wehr folgten. Dazu trat noch eine unliebsame Störung ein, denn die Hy- dranten-Mannschaft findet beim Aufsehen de§ Standrohres, daß der Hydrant versagt, infolgedessen muß die Spritzen- Mannschaft die Löscharbeit allein übernehmen und da? Wasser aus dem etwa 200 Meter entfernten Biberbach mittels Zu- bringet beschaffen. In kaum 8 Minuten war die Verbindung mit dem Biberbach hergestellt, und da inzwischen der Rohrmeister den Hydranten wieder in Stand gesetzt, konnte das Objekt mit 4 Schlauchlinien abgelöscht werden, kleine Rach- Z.)an$cL Konkurse in Heiien. lieber das Vermögen des Kaufmanns Ferdinand Wrl11ch in Nidda wurde am 14.Oki. dasKoukursveriahren eiöfinel. Kau'mann Kudwig otor£ m Nidda wuide zum Konkursverivalier ernannt. Konlurssorder- ungen sind bis zum 1. Nov. bei dem Amisgencht plioda anzu- meiden. — lieber das Vermögen des Bailuniemehmers peiurich Käm niete r von ^angftadi wurde am 8. Ottober das Konkurs- vermhren eröfjnet. Nechisanwali Justlziat Wolft m Eroß-Unyiadt wurde zam Konkursveiivalier ernannt. Kontursiorderungeu sind bi5 zum 5. 9lov. bei dem Amtsgericht Grop°llmstadt anzumelden. — lieber das vermögen der üarma Gustav Atanrer Nach- iolger zu Heppenheim ivnrde am 6. Ott. dasKonkurLver'ähren erölinci, da der Gläubiger 'JJlattm Brinimann zu Bremen den Auirag au, Eröffnung des Veriahieus geftellt und jeine Forderung und Die Zahlungsemstellimg der Gemeinschuldueriu glaubhau gemacht Hal. RechisanwaU Dr. Ni e tz zu Zeppenheim wurde zum KoutursverwaUer ernannt. Sionturstoröerimgen sind bis zum 10. Won. bei dem Amtsgericht Heppenheim anzumelden. — Lieber den Nachlaß des Lunchermeisters tzlikolaus Schuh 11. m Rhein - D ü rkhei m wurde am 16. Okt. das Kontursveriahren eröffnet, da der Nachlaß überschuldet i|t und der Nachlakverwalier die Eröffnung des Kontursver'ahreus bcamragt hat. Viotarsgehilie Jean Ripp in Osthoien wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurswrderungen sind bis zum 13. Nov. bei dem Amtsgericht Osthoien anzumeldeii. Vor dem Witttcr ist mir immer bange. Meine Kinder und so -art und empfindlich! Im Sommer geht'S ja, aber sowie einmal der Oktober kommt, dann husten sie und alle paar Tage nuiü eins -u Hause bleiben, weil es erkältet in. — Aber Liebste, warum geben Sie denn den Kindern nicht n-agä achte Sodener Mineral-Pastillen ? Sehen Sie meine -trabanten an — kerngesund nicht wahr? Die trienen aud)^,vans ächte Sodener mit auf den Schulweg, -vano achte Lodener mit aufs Eis und auf Lpazierklänge. Versuchen Lie s nur einmal,dieSchachtel kostet uur8üP,emug und ist überall erhältlich. hv-’Vii immer noch mäßig angeboten und der Einkauf durch hohe Wasser- srachten sehr erschwert, zumal die Forderungen ziemlich leit geblieben sind. Taoegen zeigte sich von Rullland vermehrtes An- nebot, wovon in' vereinzelten Fällen Gebrauch gemacht wurde. Wesentlich billiger war zeitweise russische Gerste angeboten, doch lauteten die Forderungen zum -Lchlns; ivteber hoher. Acais ist bei knappem Material nach wie vor preishaliend. Es stellten sich die Preise hir inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro *' u * u" das Mehr ( + ) dezw. Weniger beigeiügt ist, iuie Weizen zu ehren. - geschlosj < Haupt mannsc de» Professor ,1t r: etp ausgefochten wurde._____________________________________ Sport. — Frankfurt a. M., 18. Okk. .Heute fand der Herbstgautag des Gau IX des Deutschen Radfahrerbundes start. Die Präsenzliste ergibt die Anwesenheit von 7ö Delegierten und 17 Gauoor standsmitgliedern. Der 1. Gauvorsitzende Skis st erstattete den Jahresbericht, der von einer regen sportlichen Täligteit im Gau Zeugnis gibt. Der Kaisenberrcht des Gauzahlmeisters $>. llllr ich ergibt in Einnahmen und Ausgaben 15 519.17 Mk. Das Gauvermögen beträgt 4 93/.39 Mt., Der Reservefonds 1300 sJJt£. und der Karten- und Tourenbuchfonds 3127.60 Mk. Der Mitgliederbestand beträgt 2301 Mitglieder, wovon 1439 üt 60 Vereinen und 862 Einzelfahrer. Reucingetreten sind 7 Vereine. Der Bericht der Gau,ahrwarte gibt genauen Auftchluß über alle sportliche Veranstaltungen, Saat- tonkurrenzen, Gautouren, Gauwanderfahrt, Gaupreistouren, Manmchails-Stafettenfahrt, Dauerfahrt u. a. m. An Preiswanderfahrten des D. R.-B. über 1000 Kckometer beteiligten sich 6 Gaumitglieder und errangen die Bundesplakette. Bundespreistouren über 6 Stunden wurden von 3 Fahrern mit 175.2 Kilometer geiahren. Der Vertreter für Rechts,chutz im Gau Dr. Haberlmg berichtete über 24 Fälle, in denen feine Amtstätigkeit in Anspruch genommen wurde. Die Neuwahl des Gauvorstandes ergibt die Wiederwahl als 1. Gauvorfitzenden Äug. Stifst, 2. Gauoor- sitzcnden Sames ^Darmstadt), 1. Gauschristsührer H. Biersack (Frankfurt), 2. Gauschriftführer Mantke (Frankfurt), 1. Gau- fahrwart K. Schmitt (Darmstadt), Vertreter für Rechtsschutz Dr. Haberling (Mainz), Pressevertreter Jos. Jäger iCronberg). Gaukassierer wird Grützmacher (Darmstadt), Saalfahrwart Gg. Schmitt (Offenbach), Tourenfahrwart Furkel (Frankfurt). Die Bezirksvorsitzenden Braun (Laasphe) und W. Dietrich-Hahn (Siegen, iverden vom Gautag bestätigt. Der Nordbezirk und der Bczirl Siegen stellen infolge ihrer geographischen Lage zur Zentrale des Gaues den Antrag, der Gautag wolle beschließen, beim Bundesvorstand den Antrag unterstützen, die Bezirke vom Gau IX zu trennen unter Gründung eines neuen Gaues IXa, welchem Wunsch entsprochen wird. Beichsanleihe do. Konsole . . do. . < Hessen . . . überliessen . 3-6 Portugiesen „ III 4 Vi °/, russ.btaatsanl. 190u 4'/»u/0 Japan. Staatsanleihe 4-6 Conv. Türken von 1903 Türkeulose....... 4-6 G riech. Monopol-Anl. . 4-6 äussere Argentinier . o°/e Mexikaner . . . 4>av/0 Uiuueseu .... Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W..... Tendenz: geschäftslos. 222 (— 1) . tpreise: Weizen: Berlin Tez. 2uö.00 (— 1.00), Budapest Okt. 203.40 t-j- 2.30). Paris Okt. 184.55 (— 3.35). Liverpool Dez. 171.95 (-s- 1.50). Chicago Tez. 152.60 (— 3.7o). Roggen: Berlin Dez. 176.75 (— 1.50). Hafer: Berlin Dez. 165.25 (— O.ö)u 'Mk. D 'S- 19 g 19 —» o •Q L *C « c 5 'S => <= --. ■s= «' •s-S, Z - Z o - Z 4> -ja jr- “ ua 0 — 0 a o >-• .5-°® — 2 — -n — C w w o *a N L M O o'^ a » SS-5B3- .2ßve- C C >ri Z4Z ZL-ß . CfS I*.. . . ..— C3 ■“ = E ti ** A? — a N 2 b = B^3 13 ^- ^55 «cr? ta 64 ■Q oericnte E*i = ZL>-L 1) ) 4) 4) 2) 41 3j 4) 2'/,! E o « — C O — 'S' '—* Z L Q «o_ LZ II 4) ö) 2) 3) 1/ ÄQo X e ^Jzr'S ÄS o S rt öQ’»i! d' «E 2 ..Haler 4°- l— =h JW J w 1 nV\ 1(,o - 175 » 16d 4-9 9h hh8 O0en bti , -'udda wurde am '"Mu tiiöivm ol0r nai,llL Slonlutiioiber. 'Ubgtt'chl iltioöa aiuu. 'W'iiere Hernrrch Dttüber oas Konkurs. '20**lln ^rog-Unriladl -oiitursiorderuiigeu sind ^Umiladl anzumelden. IIav Maurer Mch. l. Vaskoukursvermhren nanu zu Lremen den eUi und jeiite .jorderung Ijulöneiin glaudhan ge- eppeuyeuu wurde zum eruugeu sind bis zum i aujuineldeu. - Uebei laus Schuh 1L in • das KonlursveWM >d der 9!achkatzverwaliec nagt Hai. Noiarsgehiki! ikursveuvalier euiamii v. bei dem Amlsgerichl F '21+ 3 16(11— 4 175 ~ 165 - 170 -4 172 US 185 - 170 174 H — O B O "2 n$i (TO ■ « 3 u — "2's's's o s 5 c a N^BNK ’• -o _ > Z 5 £ '-Z> ’h O 'N — -X) JOZ)X> Ä «-PSC2CSS s i-> — :oecce^ »'ch 8?*s‘C rW ?ÜS‘« ,ev b--«"L^ :.Oi(9Q ■ 114 l~ \ vu‘ 104.03 (_ .) J-;’ *4 1^60 Ult» V°>«: Äerlm ^ - <3-•= — g\g-~,c = *■*•>=> ’e'je ZZZtS EDrZL-LSttS^A y.55 ~-§=-S3=^sf=5 3 .s A s -r E=«-S! ZQ^- Ä-B.S L) OJ> E 2 -5> S a e = S ö? c± 5 -= ä --■ Z lO O —< w 9'Sg = »WH s«4 C. 2-=s5m” 2 äg x «11$ LLkJo«sJxLZ^ y_* W D «A _ Ti der Hank für Hande) en. )ber, 1,1b Uhr. Laiuneyer. . . 120.60 icbuckert. . . 120.40' • Bergwerk . . —- heu Bergwerk . 18ö i- Aiuenk. P&k»V- ^Oö.» 9&3d 22.0) liamielsges. iter Bank . Bank . . Asiat» Bank i-Komuiaudit, t Bank . - itieu . re- nnd Ohio- .ahn . • • Ibahn . . • 1. hieeubahn . , 126.20 , , 237.6J . .137.0) . , 176.8.1 , . 146,0) .108.« heigwetk. - ■ Iw) )ji , . . • ■ 86.0: i. 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