Nr. 273 Zweites Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 19. November 1908 Erich ein! litgllch mit Ausnahme VeS Sonntag«. Die ..Wietzener ZamittenblStter" werden dem ,Qln$eiflcr* viermal wöchentlich betgelegf, das Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Sclt- ßrageu" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger Eeneral-Anzeiger für Oderheffen Rotationsdruck und vertag der Brüblich« UnwersuatS - Blich- und StembrudewL 9L Lange. Sieben. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- strabe 7. Expedition und Berlag. 5L Redaktion:«-ÄK 112. LeU-Adr^ AnzeigerDreben» Die Audienz des Reichrianzlers beim Kaiser. Aon grobem Interesse ist es, zu eriahren, ivie das Ausland die Anssprache zwischen dem Kaiser und dein Fürsten Bülow lern teilt. Von den uns heule vorliegenden Preßstmunen des Auslandes vom 18. Nov ist zunächst das »Wiener 5 r e m b e n • blatt* au nennen. Tort heibt es: „Ten heutigen Tag wird das deiitsche Volk dem Kaiser nicht vergessen, denn heule Haden auch diejenigen den Kaiser kennen gelernt, die ihn verkannt Haden. In dem kaiserlichen Willen und seiner feierlichen öst'enllichen Be- Lundnng ivird das deutsche Volk die stärkste Bürgschaft seiner Nnhe finden. Ueberall in Tenlschland und unter Teulschlands Freunden Hal inan mit Beruhigung vernommen, daß der Reichskanzler, der bisher die Verantwortung für die Reichspolitik getragen, sie im vollen Bcsitze des kaiserlichen Vertrauens iveiter tragen wird. Tab ober dem Kaiser sowie dem deutschen Volke auch der Kanzler sein Vertrauen gewahrt hat, wird allen zur Befriedigung gereichen, die in dem bewährtesten Ratgeber und Mitarbeiter des Kaisers Wilhelm eilte starke Bürgschaft für die sriedliche Entwicklung bet Dinge erblicken. Insbesondere wird diese Befriedigung in Oesterreich-Ungarn geteilt werden, wo man dem Fürsten Bülow das vollste Vertrauen zollt." Tie .91 e u e Freie Presse* nennt den gestrigen Tag mit der Anssprache im Dienen Palais einen glückverheißenden Tag für alle, für die Krone, für daS Volk und für den Kanzler. TaS Blatt wünscnt, daß das Ergebnis der gestrigen Aussprache zwischen Kaiser und Kanzler sich dauernd in der äußeren und inneren ReichSpolttik bewähre zu gleichem Vorteil für Kaiser und Reich. TaS ,91 e u e Wiener T a g b l a l t* schreibt : .Am Ende bei Krise kann Deutschland in sein polnisches Hauptbuch auss neue ein bedeutungsvolles Haben eintragen. DaS Wiener „Vaterland" schreibt: Man darf arme feinen, daß der Kaiser und der Kanzler sich vollkommen berfhinbigt baten und daß der Kaiser Erklärungen gab, durch die die Befürchtungen für die Zukunst im Dcuckck-cn Reiche zerstreut werten. Wenn man auch BüloivS innere Politik aus mand>t'n Gebieten verurteilt, besonders sein Verhalten gegen das Zentrum, und sein Vvr- gehen wider die Polen mißbilligt, so muß man doch erfreut fein, daß in so (djci?irriger Zeit wie der jetzigen die Leitung der Auswärtigen Angelegenheiten des Deutsck/cu Reiches der ruhigen, sicherest Hand ano er traut bleibt, in der sie sich seit Jahren bcfani>. Auch in der italienischen Presse finden wir günstige Beurteilungen der Lage. „Popolo Romano" begrüßt das Verbleiben des SteidjdHändlers Fürsten Bülow auf seinem Posten als eine Garantie deS Friedens. „El Messaggero" sagt, daß durch die gestrige Unterredung des Kaisers mit dem Reickiskanzlcr ein ernster Konflikt zwiscl-en Volk und Kaiser vermieden worden sei, daß aber das Volk unter keiner Bedingung weitere Eingriffe des Kaisers dulde. Die eng ischc Presse druckt große Befriedigung ans Über die Wendung, die die Sache genommen hat. Der „Standard" schreite über die Unterredung des jdaisers mit dem Fürsten von Büliow: In Allem, was er getan hat, wurde der teutfdje Kaiser von den reinsten patriotischen Impulsen geleitet; er ist der selbst- st>feste und unermüdlichste unter den deutschen Patrioten. Sein ganzes reines arbeitsreiches Leben war darauf gerichtet, Deutschlands Große auf einen noch hbl-eren Gipfel zn bringen, alle seine Träume und Gedanken galten dem Vaterlande, der Wahrung seiner Ehre und Würde, der Forderung seiner nationalen Interessen, der Sorge für die Zukunft, und trotz allem: ist es ihm gelungen, Deutsete lanb größer ju machen, als er es vvrgefunten. Er bewahrte die Nation vor den häßlichen Folgen eines kommerziellen Erfolges, nämlich davor, geldstolz und vulgär zu werden. Nie war es größer als es heute ist. Wir vertrauen darauf, daß die engere Verbindung der Repräsentanten der 9tation mit dem Minister das Ergebnis haben wird, eine sehr fühlbare Verringerung ter Friktionen herbeizusühren, welche die deutfck--englisck)en Beziehungen in unangenehmer Weise beeinflußten. — „Daily Telegraph" erklärt, die persönliche Bewunderung der Engländer für den Kaiser werde gewiß durch seine gestrige Haltung gegenüber dem Reichskanzler erhöht, dessen Vorgehen in einer Zeit besonderer Schwierigkeiten über jedes Lob erhaben sei. Er habe bewiesen, daß er einer jener treuen Ratgeber sei, die die pesten Stützen und Pfeiler der Krone bilden. Weit weniger günstig als die obigen Preßstimmen ist das NrteileinesfranzösischenDiplomaten. „Ich glaube nicht," so führte er aus, „daß die Erklärung, wie sie bisher vorliegt, die Erregung in Deutschland beenden w.rd. Sie ist nicht be- ftimnit genug und hält sich im Grunde nur in Grenzen der bestehenden Verfassung, die sich ja im vorliegenden Falle als unzureichend erwiesen bat Es fehlt das kräftige, erlösende Wort, das ein festes Vertrauen für die Zukunft giot. Unter diesen Umständen kann ich nach meiner, natürlich unverbindlichen persönlichen Meinung die Erklärung nicht als eine völlig befriedigende Losung ter für.Deutschland so wichtigen Frage, sondern nur als ein zlompromiß auf Zeit betrachten. Nach wie vor bleibt das Wichtigste dem Empfinden des Kaisers überlassen. Aus dem Gesagten ergibt sich eigentlich schon die Antwort auf Ihre zweite Frage, ob in Frankreich das Verbleiben des Reichskanzlers auf feinem Posten mit Freute begrüßt wird. Fürst Bülow ist uns als ein hervorragend geschickter Dipwmat teCannt, von dessen versöhnlichen Intentionen wir manche Probe erhalten haben, und der, wie er eben erst bewiesen hat, einen starken Einfluß auf den Kaiser ausüben taun. Solange er am Ruder ist, wsisen wir, mit wem wir es zu tun haben, und können hoffen, ehöaige Differenzen freundschaftlich zu erledigen. Ein unbetannler 9iad)folger mit geringerem Esinflnß müßte uns natürlich zunächst weniger erwünscht sein." Der T ivlontat schloß seine Ausfithrungen mit ter Versicherung, daß man in Frankreich dem einheitlichen Riitgen des deutschen Volkes um eine zeitgemäße Verfassung mit Achtung und Sympathie folge. Petit P a r i s i c n sagt, es handelte sich darum, festzustellen, daß sich die perfönlicae Gewalt dem nalwnalen Willen unterwirft. Der fori]er hat sich auch dem Willen seiner Nation unterworfen und erkennt au, daß das deutsche Parlament eine Autorität besitzt. Die game Welt Fann sich hierüber sehr freuen. Die sogenannte Liebesgabe an die Sranntwänbrenner. Ein praktischer Landwirt schreibt uns: Rach dem Branulweinsteiiergesetz vom 24. Juni 1887 unter» siegt ter Branntwein, ter in landwirtsckiaftlichen Brennereien hergcstellt toirb, einer Verbrauchsabgabe, a) einer unteren von 50 Mk. pro .v>ettoliier *) reinen Alkohol, b) einer höheren von 70 Mk. pro Hektoliter r. A. 9eins. Die Steuerbehörde fertigt nun z. B. aus ter Brennerei in W. b. G. 20 Hektoliter r. A. ab. Die Steuer ist vom Empfänger des Branntweins zu bezahlen. Der Brennereibesitzer 91. in A. b. G. erhält von ter Steuerbehörde einen Kpntingentschein Mtsgcstellt über 20 Hektoliter r. A. kn feiner Brennerei herze stellten Branntwein an feinem Kontingent aogeschrieben über 20x20 Mk. = vierhundert Mark. Dieser Kontingcntschein kann von Jedermann zur Zahlung von Branntweinsteuer usw. benutzt werten, und zwar zum vollen Wert von 400 Mk. Der Branntweinbrenner erhält also für den verkauften Branntwein den Kaufpreis (etwa 48 Mk. pro Hektoliter r. A. und den pro Hektoliter r. Ä. 20 Mk. be- tragenben, zusammen 400 Mk.) Kontingentsckiein. Vor Einfül)- rung ves Gesetzes vom 24. Juni 1887 erhielt der Branntweinbrenner etwa 40 Mk. für den Hektoliter r. A. Branntwein, heute erhält er etwa 8 Mk. mehr und noch die vom Staate in Gestalt eines Kontingentsckxincs von 20 Mk. pw Hektoliter r. A. gezahlte sogenannte Liebesgabe. Rach dem Gesetzentwurf, der dem Reichstag« demnächst vorgelegt werden wird, betrug, wie ausdrücklich in den Ausführungen zu temfetben gesagt ist, die sogenannte Liebesgabe jabc- lid) etwa 40 Millionen Mark. Berechnen wir einmal, was die kleinere Brennerei zu A. b. G. in den 20 Jahren seit Bestehen des Gesetzes in Liebesgabe erhalten hat. Die Brennerei A. b. G. hat cund 200 Hektoliter t. A. Kontingent und dasselbe alljährlich heissstellt ™ 200x20 gleich 4000 Mk. mal 20 gleich LOOOOMk. an blvntingentfdxincn Liebesgaben nmuxflrud emgesäckelt. Beden ken wir ater, daß es in D^utsckZland Brennereien von tiicl te'Heren Kontingenten gibt, so können wir uns ungefähr ein Bild davon machen, wo dte 40 mal 20 Millionen gleich 800 Millionen Diack Liebesgaben hingekommen sind. Nach dem enväbuten Gesetzenlivurs belreffeitd die Besteuerung des Arannllveins, soll, wie cs ausdrücklich darin heißt, bic sogenannte Liebesgabe abgesckiafft werten, aber — um jedenfalls den Herren Lieoesgabenuehmern die SackZ: weniger einpscnstich zu madjen — sollen an dieselben in weiteren zehn Jahren jährlich pw Hektoliter Kontingent 10 Mk. Entschädigung gezahlt werten. Wird dies eingeführt, so kostet dies nochntal 10 mal 20 gleich 200 Millionen Mark (20 Millionen Mark sind in dem wiederholt erwähnten Gesetzentwurf jährlich ausdrückltch dazu vorgesehen). Zusammen würde das teutid/e Volk 1000 Millionen — gleich einer Milliarde Mark als Liebesgabe in die Säckel ter Branntweinbrenner haben zahlen müssen, um endlich diese 9!ot- leitenden los zu werten. Auffalletld ist, dap oas Gesetz nicht schon mehr besprochen und aber auch in den lartdwirlschaftlick)en Kreisen mehr zur Kenntnis gebracht wird. Aulciliegesetze des Reichs. Rach einer Dcnl.cheift uocc bic feit lo<5 erlassenen Anleihegesetze des Reichs beziffern sich zur Zeil die Anleihekredite im Ganzen auf 4182 472 241 Mk. Hierzu sind bis Oktober durch Begebung ter verschietenen Schuldverschreibungen 4 035 137 770 M k. realisiert worden, so daß noch verfügbar sind 147 336 470 Mk. Das gesamte Schuldkapital betrug demnach am 1 Oktober 1908: an 1 Proz. Schuldverschreibungen 250 Mill. Mark, an 3V« prozentigen SQuildverschreibungen 1860 Mill. Mk., an 3 prozentigen Schuldverschreibungen 1783'/- Mill. Mark, an 31/2 p.vzentigen!Schatzoitweifungen 20 Mill. Mark, an 4 prozentigen Schatzanweifungen 310 Mill. Mark: ferner an interimistischen, unverzinslichen Schatzanweisungen 75 Mill. Mark, d.i. zusammen 4 328 500 000 Mark. Die tatsächliche Verzinsung stellt sich im Durchschnitt lzbearbeüungsgewrroe angehörenteu HandwerlsmeistLr sich in besonders eingerichteten Lehrkursen unter Leitung eures cv- fdienen Fachmannes mit den im Bekriebsüminc *Ser hessischen Mndwerker-ZentrakgenoffenftLäft arfpeft^cn Motoren und Wert- tzeuamaschinen vertrant machen lohnen. Wiedernnt wird in Offenbach in ben „Techn. Lehranstalten" ein Lehrkurs in der Installation von Schwachstrom-Aiitagert vorgesehen. Weiterhin wird bei entsprecl'mder Beteiligung ein Kurs für Monteure ufro. von Licht- itno Kraftanlagen abg^I-ten. Ein Meisterkurs für Wagner in Crainfeld (Oberhessen) ist, besonderer: Wünschen entfizredjenb, in der Zeit vom 23. November bis 12. Tezemocr tf. Js. in Aus- - in-n Holsschnitzturse art einzelnen halben Wochen- tegen finden in diesem Winter sowohl in Reinhcim als auch in Beerfelden statt. Kurse in gewerblicher Buchführung tonnen sowohl in Darmstadt, als auch an anderen Orten bei entsprechender Beteiligung veranstaltet werden. Bon der Gvoßh. Zentralstelle für bte Gewerbe werden Anmeldungen zu diesen Meisterkursen schon jetzt entg-egcngeiumuncn, ond, wird etwa gewünschte Auskunft schriftlich und ntündlich bereitwilligst erteilt ** Zeitig die Rechnungen aus stellen und pünktlich sie bezahlen! Mit dem Schluffe d. I. sind für den Handwerker eine Reihe von Verpflichtungen fällig, zu denen er baren Geldes dringend bedarf. Die Tatsache, daß der Handwerker oft über seine Verhältnisse und ungewöhnlich lang Kredit gewähren muß, bedeutet für ihn eine schwere Schädigung. Im Interesse des Handwerkerstandes kann deshalb nicht oft genug darauf hmgewiesen werden, daß der Handwerker mtr dann konkurrenzfähig und wirtschaftlich selbständig bleiben kann, toenn er Löhne und Einkäufe pünktlich zu bezahlen imstande ist. Deswegen muß immer wieder daran erinnert werden: „Bezahlt den Handwerkern die fälligen Rechnungen!" Es darf hierbei aber nicht verkannt werden, daß auch von den Handwerkern selbst auf pünktlicheren Eingang ihrer Außenstände dadurch hingewirkt werden kann, daß sie die Buchführung nicht als Nebensache ansehen und ihre Rechnungen nicht erst dann ausschreiben, wenn die Kasse leer ist oder nach so langer Zeit, daß die Kunden die Lieferung beinahe schon vergessen haben. Darum ergeht ebenso dringend das Mahnwort: „Handwerker, seid nicht nachlässig im Aus stellen der Rechnungen!" Jeder für seinen Teil, Publikum und Handwerker mögen beitragen, einen Uebelstand zu beseitigen, der schwer empfunden wird und doch verhältnismäßig leicht bei gutem Willen abgeftetlt werden kann. Man wird nicht fehl gehen in der Annahme, daß fein Kunde etwas darin finden wird, wenn mit Ablieferung der Arbeit, für Reparaturen vielleicht monatlich, Rechnung ausgestellt wird, sofern dieses allgemein zur Einführung gelangt; liegt es doch im Interesse beider Teile, schon um Streitigkeiten zu vermeiden. "Warnung für Hundebesitzer. Bei dem in diesem Jahre so geringen Ergebnis der Niederjagd ist es den Jagdpächtern umsomehr angelegen, das Raubzeug mit ollen nur möglichen Mitteln zu vermindern, um den geringen Bestand an Hasen, Hühnern usm. nicht ganz ausrotten zu lassen. Infolgedessen wird in den meisten Revieren, besonders nm diese Jahreszeit mit Fallen, Schwanenhals und Tellereisen, öfters auch mit Giftbrocken gearbeitet und liegt es daher int Interesse aller Hundebclltzer, die Hunde im Wald anzuleinen, um ihre Lieblinge bei Wald- spoziergüngen vor Schaden zu bewahren. Besonders die Teckel und Foxterriers, die nun einmal das Jagen nicht lassen tonnen, sind dabei in steter Gefahr, in ein für Füchse gestelltes Eisen zu geraten, oder gar einen Giftbrocken auf- zunehmen. Es kann daher nicht genug gewarnt werden, die Hunde im Walde, besonders aber in Schonungen und dichtem Unterholz frei laufen, bezw. jagen zu lassen, ganz abgesehen davon, daß sich der Besitzer des Hundes dadurch straffällig macht. Wenn also der „Waldmann" oder der „Fox" und wie sie alle heißen, den Spaziergang tnitmachen soll, dann im Walde an die „Seine"; es wird dadurch den Hundebesitzern sowohl wie auch dem Jagdpüchter mancher Verdruß erspart werden. —n. Rödgen, 17. Nov. Vorgestern hielt hier Missionar Gsell von der Baseler Missionsgesellschaft einen lehrreichen Vortrag über die M i s s i o n s t ä t i g l c i t unter denNeger - Völkern an der Gold käste. Er schilderte Land und Leute, die Lebensweise der Bewohner, die körperliche und geistige Not der Heidenwelt, die Leiden und Freuden der dort wirkenden Missionare. Nerschiedeue von Negerhänden hergestellte Gegenstände erregten das besondere Interesse der Zuhörer und boten Ausgangspunkte für die aus der Fälle der persönlichen Erfahrung geschöpften Betrachtungen. ltz Lang-Göns, 18. Nov. Von altersher stand hier bie Kä sepr o du k tio n in großer Blüte. Mindestens ein Drittel der Einwohnerschaft widmete sich diesem Erwerbszweig. Ein Teil der Händler kauft die „Käsematten" auf den umliegenden Dörfern ein. In unserer Zeit ist dnrck) die Milchlteserung die „Käsematte" sehr knapp geworden und infolgedessen mancher Käsereibesitzer gezwungen, seinen Betrieb bedeutend einzuschränken. (n.) Hungen, 18. Nov In den letzten Jahren hielt es schwer, Holzhauer zu bekommen, da anderweit Beschäftigung genug geboten war. Seit aber die Elisenburg wieder still liegt, auf Grube Friedrich der Betrieb langsamer geht, die Feldbereinigungen gemacht sind, har man jetzt mehr als genug Arbeiter zum Holzfällen. Jeder sucht sich eine Malerarbeit zu sichern, denn die Zeiten sind nicht glänzend. 8 Aus dem Krei se Al s f eld, 18. Nov. Die Kr cis - lehrerbibliothek hat eine Neugestaltung durch Kreisschulinspektor Eck erfahren, dergestalt, daß statt der Zweig- ltellen, wie seither, letzt die Ausgabe der Bücher von einer Zentralstelle in Alsfeld aus erfolgt. Zum Bibliothekar wurde Hauptlehrer Rudolf ernannt, dem zwei junge Kollegen in der Verwaltung der Bibliothek zur Seite stehen. Durch den vom Kreisausschuß der Bibliothek zugewandten Betrag von 200 Mark wird die Bibliothek weiteren Ausbau erfahren, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. — Gegenwärtig stellt die Kreis- schulbehörde in den größeren Gemeinden des Kreises Erhebungen an, ob man der Gründung einer Hau« Haltungsschule — wohl einer Wanderhaushaltungsschule wie im Kreise Gießen — das nötige Interesse entgegenbringe. Der Zweck und Nutzen einer solchen Schule steht so außer allem Zweifel, daß er keines Beweises bedarf. Unserer weiblichen Jugend fehlt jede weitere Ausbildung nach der Schulentlassung. Erstaunlich ist die Unkenntnis von der Führung eines Haushaltes, von der Erziehung der Kinder und von der Wichtigkeit der Familie überhaupt, mit der jo viele Mädchen vom Lande in die Ehe treten. Hier bedeutet die Haushaltungsschnle einen Fall zur Hebung der Volkswohlfahrt von großer Wichtigkeit X Ruppertenrod, 18. Nov. Ulster den hiesigen Schälern herrscht zurzeit in starkem Grade die Mumps; in der Oberklafje von 70 Schülern sind bereits 24 ertrankt. Auch m der Nachbargememde Groß-Eichen tritt diese Epidemie unter den Schülern heftig auf. r.Rainrod, 18. Nov. Der Betrieb airf dem I. N ickel- schen Basaltwerk wird demnächst eröffnet werden, wodurch einer Anzahl Arbeiter dauernde Winterbeschäftigung geboten ist. — Die hiesige Gemeinde hat im letzten Sommer wiederum eine neue Brücke über die Nidda gebaut, eine andere über den Mühlbach ist umgebaut und verbreitert worden. Zu letzterer leistete der Kreis einen Beitrag. — Ueber die im Sommer der Benutzung übergebene Wasserleitung herrscht einstimmiges Lob. Es ist zwar zu befürchten, daß der nächste Kommunalsteuerzettel etwas höher ausfällt, die Steuerkraft im allgemeinen hat sich aber wesentlich gehoben. Mit den seit den letzten Jahren geschaffenen fortschrittlichen Kulturwerken ist die Bevölkerung einmütig einverstanden, da auch bei uns die Einsicht besteht, daß Stillstand Rückschritt bedeutet. — Ein Wahrzeichen des Dorfes, das Gern ei n de w ir ts h a us, befindet sich in der letzten Pachtperiode, danach soll es zum Abbruch verkauft iverden. Zum Bedauern manches alten auswärtigen Rain- röders, der seine Winterabende in jungen Jahren beim Solo oder Lotto im Gememdewictshaus verbrachte. Vielleicht kann es noch eine Generation aushalten? X. Aus dem Vogelsberg, 18. Nov. Die Forstbehörde nimmt sich jetzt des Vogelschutzes an und es steht zu hoffen, daß ihre Bestrebung von Erfolg begleitet wird, iveil diese den Hebel an der richtigen Stelle anjetjt, nämlich der Schaffung von Nisthöhlen in den Waldungen. In den Gemeindewaldilngen von Ruppertenrod, Ober-Ohmen n. a. kommen gegenwärtig Nistkästen für Stare, Meisen usw. zum Aufhängen. Diese Nistkästen sind sehr praktisch und lchön aus Birkenholz angefertigt. Die Nisthöhlen dieser Kästen entsprechen genau den von Höhlenbereitern des Waldes hergestellten Röhren. Von diesen Bcrlepschen Nisthöhlen sind tn unserem Hessen bereits 9300 staatlicherseits beschafft worden. Davon waren 70 bis 80 Prozent im ersten Jahre bezogen. (d.) Aus dem Vogelsberg, 18. Nov. Der überaus niedrige Wasserstand der Bäche in diesem Herbst und die Aussicht auf den Winter veranlaßt viele Müller resp. Triebwerks- befitzer, zur Anschaffung von Motoren, da sie andernfalls den Betrieb stilleren müßten. Eine wesentliche Verteuerung der Betriebskouen ist bamit verbunden. Vielfach wird gewünscht, daß das Lißberger Elektrizitätswerk bald in Angriff genommen werden möge. Wer sich einen Motor angejchasst hat, ist später um so schwerer zum Anschluß an das Werk zu bewegen. □ Wenings. 18. Nov. Die 60jährige Frau Elisabeth Schwab von Bmdsachsen besuchte gestern ihre in Usenborn verheiratete Tochter. Als sie gegen Abend den Heimweg antrat, wurde sie vor einem Hohlweg von einem schwarzbärtigen Manne niedergeschlagen und alsbald kniete der Unhold auf der Frau und bedrohte sie mit dem Meffer. Die kräftige Frau erwehrte sich des Angreifers und entfloh. Die Gendarmerie fahndet nach verschiedenen verdächtigen Subjekten. w. Mainz, 18. Nov. Die Stadtveroronetenversamm- lnng bewilligte heute für die Hinterbliebenen der Opfer der Zeche „R a d b o d" 1000 Mk. mit der Bestimmung, daß, falls es nötig werden sollte, später noch weitere Zuwendungen gemacht werden. — In oer gleichen Sitzung wurden sür die N o t st a n d s a r b e i t e n 25 000 Mk. bewilligt. 0. Rodheim a. d. Bieber, 18. Noo. Unsere Quell - wasserversorgnng hat sich bisher auf das beste bewährt. Infolge der Trockcnperiode versiegten ringsum die Brunnen, ja in Krofdorf, Vetzberg und Gleiberg machte sich sogar ein empfindlicher Wassermangel geltend. Selbst der Biebcrbach zeigte einen solch liefen Wasserstau!), daß seine 11 Mühlen nur sehr schwach ihren Betrieb aufrecht erhalten konnten. Unsere Wasserleitung dagegen hat in keiner Weise versagt, sie spendete stets dieselbe gleiche Wasferfülle. Ihre Quellen, in der Gemarkung Königsberg gelegen, versorgen Bieber und Rodhcim mit vorzüglichem Trinkwasser. Niemand möchte mehr dieses kostbare Kleinod entbehren. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ter B ä r q e r m e i sl e r Wagner von Obertiefenbach wurde wegen U n t e r f ch I a g u n g amtlicher Gelder verhaftet. Wagner ist Kreistags- und Krersausschußnntglied des Oberlahnlieises. — Landrat Büchling in Limburg hat die Anstellung von Schulärzten im Streife beantragt. — Das Konzert, über das in Nr. 27 unter Friedberg berichtet tourbc, hat in Bad-Nauheim flattgefunben. Dar Grubenunglück bei Hamm. Neuerdings wird von verschiedenen Seiten die Meinung vertreten, daß das erschütternde Unheils aus der Zeche Radbod mit ben Er d beb en im Vogtland? zusammen hinge. Demgegenüber steht die Ansicht, daß einzig und allein die grobe Nachlässigkeit im Betriebe als Ursache -zu betrachten sei. Die genauen Einzelheiten werden jedenfalls erst durch die zu erwartende Gerichtsverhandlung klargcstelll werden. Im preußischen Abgeordneten Hause wird die Jnter- terpellation über das Grubenunglück schon Ende dieser Woche verhandelt werd en, ^während sie im Reichstage jedenfalls erst lUKij- Lesung der Finanzgesetze erfolgen wird. Eingehende Erörterungen und Beratungen haben in den letzten Tagen sowohl im Preußischen Handelsministerium und im Reichs- amt des Innern als auch zwischen den beiden Behörden stattgefunden. Von dein Massengrab der Verunglückten wurden durch Gendarmerieloachtmeisterdie rvtenSchleifen von den Kränzen der -Sozialdemokraten entfernt, weil sie folgende Inschrift trugen: Für Gier unb Kapital gefallen in der Schlacht auf Radbod 1908. Wie der Lowe verzehrt das Wild in der Wüste, so fressen die Reichen die Arbeiter. Den Opfern bet Katastrophe auf Radbod 1908. Aus Lens strndte das Bureau der Nationalen Berga rbeiter- vereinigungvon Frankreich an den Reichstagsabgeordnelen Sachse folgendes Telegramm: ./Tiefbewegt von der schrecklichen Kata- sirvphe von Hamm sprechen wir im Namen der Nationalen Berg- arbeitervciemigung von Frankreich den Familien der Opfer unser herzliches Beileid aus." Der Bürgermeister von Billy-Mo ntigny zu Frankreich richtete an ben Bürgermeister von Ham in namens des Gemeinderats und der Einwohnerschaft von Titly-Montignu ein Beile i d s sch reiben, in frent des großherzigen Verhaltens' der iveftsalpchen Rettiiugsinannschast bei Gelegenheit des Grub-ii- ungludy__ von Eourrieres gedacht wild. Dem Schreiben ivarcn fimrsig pranks beigeschlossen. c ich nimmt überhaupt sehr großen Anteil an dem Unheil. Su za u ne esprös, die treffliche sranzosiscke Schau- lüielerut, hat dein B. folgendes Telegramm gesandt: „Wenn irgenbciue Beranstaltioig zugunsten der Opfer des Unglücks in bnn westwlnchen. Bergwerk geplant werden sollte, so bin ich mit Vergnügen bereit, noch Berlin zu kommen und hierbei mi tzuw ir ke u." , DiD deut s ch e li Kolonien im Ausla nd veransraltcn ebwlo w, die guten deutschen Zeitungen A-mislungeu für die AnM^rigen. Auch einige der größeren deutschen Städte wie Frankfurt, Düsseldorf u. a. bewilligten zum Teil namhafte Summen, um der drückenden Not zu steuern. Tie Stadt Mainz stiftete in ihrer gestrigen Stadtvcrordnetensitzung 1000 Mk. Die Sammlung des Gießener Anzeigers: Bisher quittiert Mk. 776.50, Ungenannt 1.—, Ungenannt 1.—, Pro,. Tr. K. 20.-, E. K. 2.—, B. E. 2.50, L. H. 5.—, Henny Weigand 3.—, T. Sn. 5 —, Tr. K. 10.—, Bankier Jakob Grünewald 30—, T. B. 1.—, I. M. 20.—, G. K. 20.—, G. Becker 5.— Zusammen Mk. 902.—. Bulgarien. Mit dem jüngsten Königreiche unseres Kontinents beschäftigte sich der zweite Vortragsabend der Gesellschaft für Erd- und Völlcrkunde, die hierzu einen tüchtigen Kenner von Land und Leuten in dem Pfarrer Sic. Tr. Schwarzlose-Frankfurt a. M. gewonnen hatte. Das Erstaunen, das die eiter gif (fs und ziel- bewußte Beschlagnahme der ostrurnelischen Eisenbahn durch die bulgarische Regierung vor einigen Wochen in der ganzen Welt hervvrrief, ist nad) Ansicht des Vortragenden eine Folge der Unterschätzung, mit der man unter dem Einfluß der österreichischen Presse die Balkanstaaten und ihre Bewohner zu beurteilen sich angewöhnt hat. Er führte aus, wie wenig dies ungünstige Bild, das man sich hierzulande von ben dortigen Verhältnissen macht, gerade auf die Bulgaren, die „Preußen des Balkans", zutrifft, ^chon über die Größe des Landes dürsten irrige Vorstellungen bestehen. Bulgarien ist so groß wie die beiden Königreiche Bayern und Württemberg zusammen, wovon Vs auf Ostrumelien oder, wie es bei den Bulgaren genannt wird, Südbulgarien entfällt. Taß die maßgebenden Kreise Europas über die Stimmung der Balkanvölker von jeher schlecht informiert waren, zeigte sich schon darin, baß der Berliner Kongreß Südbulgarien, das von dem gefeierten „Rhein der Bulgaren", der Maritza, durchströmt wird, und über eine Million Eiiiwohner bulgarischer Abstammung besitzt, dem Stammlandc vorenthicli. Daß die bulgarische Volksstim- ntuttg darauf hindrängen würde, bei erster Gelegenheit diesen unhaltbaren Zustand zu beseitigen, lag auf der Hand. Große Verdienste um den kulturellen Aufschwung Bulgariens hat sich der erste Fürst, Prinz Alexander von Hessen, erworben, an den das Volk noch heute mit geradezu rührender Anhänglichkeit denkt. Er hat den Grund gelegt, auf dem fein 'äcachfolger weiterbauenl unb zu glänzenden Resultaten gelangen konnte. Fürst Ferdinand, jetzt Zar aller Bulgaren, hat itamentlich durch Schaffung guter Verkehrsmittel und durch Hebung des Schulwesens, nicht zum wenigsten auch durch sein diplomatisches Geschick, bereits Großes geleistet. Seine Haupistadt Sofia (mit dem Ton auf der ersten Silbe) gleicht im Aeußeren mit ihrer elektrischen Bahn, den staatlichen unb kirchlichen Pruulvauten, ben Denkmälern unb prächtigen Villenstraßen einer völlig modernen europäischen Stadt. Bulgarien ist ein Soldatenstaat ersten Ranges. Bedürfnislos, abgehärtet, von guter Disziplin, gut ausgebildet und geführt, stellt fein Heer eine Macht dar, die Beachtung fordert unb verdient. Die militari)dj-en Lasten trägt das Volk gerne. • Wer nicht mit der Waffe bient, zahlt 10 Jahre lang eine Wehr steuer, dic sich zwisck)-en 10 und 200 Franken bewegt. Tie günstige Lage des Landes am Schwarzen Meere wird durch Bewilligung großer Summen zum Ausbau der modernen Kriegs- und Handelshäfen zu Varna und Burgas dem allgemeinen Wohl dienstbar gemacht. Infolgedessen ist der nationale Aufschwung des Landes in den Jahren seiner Selbständigkeit ein ganz ungeahnter gewesen. Wo vor 30 Jahren noch absolute Unkultur herrschte, da sprechen tausende von Anzeichen von geistiger und ökonomischer Erstarkung eine beredte Sprache. Dabei ist das Land in der glücklichen Lage, feinen Großgrundbesitz, keine Industrie, feinen Kapitalismus, wohl aber ein allgemeines Wahlrecht zu besitzen. Tas Volk, geistig regsam, sparsam, fleißig, von ljober Vaterlandsliebe beseelt und seiner hohen fruüurnunion auf dem Balkan sich bewußt, ist zu allen Opfern, die des Vaterlandes W)hl erfordert, bereit. Das bereits Erreichte läßt von dem jungen Kulturvolk das Beste für seine weitere EntwiÄelung erhoffen, und sicher wird Bul^ garten dazu berufen fein, bei her weiteren Gestaltung der Bev- hältnisse im Balkan einscheidend mitzuwirken. Vermischtes. * Der schwarze Mann kommt. Die leidige Unsitte des Erschreckens der Kinder war.gestern in Landshut in Bayern vou höchst bedauenswerien Folgen begleitet. Daß zweijährige Knäbchen eines Bahnbediensteten nämlich wurde von einem Schulmädchen dadurch erschreckt, daß c5 ihm sagte: „Der schwarze Mann kommt und nimmt dich mit." Infolgedessen erschrak das Kind vor dem des Weges fomnicnbcn Schornsteinfeger so, daß es in Krämpfe verfiel und nach Verlauf einiger Stunden starb. * Dilemma. Junger Manu (der vor dem Heiraten steht): „Der Müller sagt: „Ich als echter Freimd rate dir ab vom Heiraten!" Der Meier sagt: „Ich als echter Freund rate dir, heirate!" Nun möchte ich nur wissen, welcher von den beiden der falsche Kexl ist." * Nobel. Baüernbursche: „Und dos war a nobles Wirtshaus, wo du gestern in der Residenz die Rauferei hattest'?" — „Ja, sehr fein muß es dort g wesen sein; erst heut hat mir der Bader a großmächtiges Stück Goldleiste aus ’m Schädel 'zogen!" Kleine Tageschronik. An dem H a m m e rhä u s e n e r Tunnel zwischen Schalka- mühle und Brügge (Westfalen) ft ü r 51 r das Gewölbe auf eine Länge von sieben Metern c i n. Personen wurden; nicht verletzt. Auf dem Bahnhof von Waldfee ist ein Pc.rsonenzug auf einen Güterzug gestoßen. Drei Passagiere wurden erheblilb mehrere andere leichter verletzt. Tie Ursache des Unglücks wird auf falsche W e i oben wird unter der Voraussetzung, daß die osttrreicksiscl>-un.garische Regierung eine Erhöhung des Tavises zuläßt und das llcbcrcintommen von 1903 nicht angetaftd wird. Schließlich stimmte die Versammlung der even- tuell-.rr Ausnahme einer Anleihe für Investitionen uni> zur Rückzahlung des Kaufschillings zu, wobei ebenfalls die dreiprozentigen Prioritäten nicht beeinträchtigt werden dürfen. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 19. Rov. (Telegr. Orig.- Bericht des ^Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viebmarkl- preise. Zum Verkaufe standen: 31 Ochsen, 3 aus Oesterreich 0 Bullen, 0 aus Oesterreich, 404 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, J095 Kalber, 463 Schafe und Hammel, 1545 Schweine, 10 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 00 Schastämmer. Bezahlt wurden für ICO Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 78—80 Mk., 2. Qualität 70—72 Mk., 3. Qualität 60—62 Mk.; Bullen: 1 Qual. 66—68, 2. Qual. 62—64; Kühe 1. Qualität 70—72 Alk., 2. Qual. 62—64 DIL, 3. Qual. 50—52 Alk., 4. Qual. 00—00 Alk., 5. Qual. 00—00 Alk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht : Kälber 1. Qualität 92 bis 95 Pfg., Lebendgewicht 55—56 Pfg., 2. Qualität 85-92 Pfg., Lebendgewicht 50-54 Pfg., Schtachtgew. 70—72 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgeiv. 70 bis 72 Pfg., 2. Qual. 50—54 Pfg. Schweine: 1. Qual. 73—00 Pf., Lebendgewicht 57,5—00 Pf., 2. Qual. 72—72 Pf., Lebendgewicht 57 0-00 Pfg., 3. Qual. 66—68 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. Geschäft bet Hornvieh gedrückt, Uebecstand unbedeutend, bei Klemvieh gedrückt, kein Uebcrstand. x Kirchhain, 19. Nov. Auf dem heutigen V i e h m a r k t standen rund 150 Kühe, Rinder und Kälber zum Verkauf. Tie Preise waren schleppend. Dem Schwememarkt waren etwa 350 Ferkel und Läufer zugefahren. Ferkel kosteten 24—34 Mk., Läufer 40 - 60 Alk. und größere Ware 70—110 Alk. per Paar. Tas Geschäft blieb flau.___________________________________________ Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag den 19. November abends 8 Uhr im Markussaal: B i b e l st u n d e. (1. Joh. 3). Pfarrer Schwabe. Israelitische Religionrgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). SamStaq den 21. November 1908: Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Feier des Geburtstags Sr. Sgl. Hoheit des Grotzherzogö. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbatausgang 5.25 Uhr. „ Israelitische Religionrgesellschast. ' Gottesdienst. Sabbatfeier am 21. November 1908: Freitag abend 4.10 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Feier deö Geburtstags Sr. Kgl. Hoheit des GroßherzogS. Predigt. NachinittagS 3.30 Uhr. Sabbat-Ausgang 5.25 Uhr. Wocheugottcsdienst: Morgens 7.00 Uhr, abends 7.00 Uhr. Lingeßan-t. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttkel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Landkarten und kein Ende.') Nachdem Herr Tr. S. in seinem gestrigen Eingesandt abermals das Wort zu obigem Gegenstand ergriffen hat, wird er genauen, daß auch diejemgen in aller Kürze sich äußern, die tagtäglich an der Sache mtereifiert sind. Wtr lehnen es natürlich ab, uns in bei Oeffentltchkett mit ihm zu streiten über seine gestrigen Angaben und bemerken nur, daß die hier m Frage kommenden Verhältnisse sich noch mancherlei Modifikationen gefallen lassen müssen, luemi sie den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen sollen. Wohl aber fühlen wir uns verpflichtet, öffentlich unseren aufrichtigen Tank auszusprechen der Stadtverwaltung für ihr Wohlwollen und ihr Interesse unserer Schule gegenüber, sowie den Herren Stadtverordneten, die — dem Bericht des Gieß. Anz. nach zu mteilen - in warmer und den Tatsachen entsprechender Weise für die Bedürfnisse unserer Schule eingetreten sind. Im übrigen erklären wir, daß wir Herrn Tr. S. als Anwalt für unsere Interessen entschieden ablebnen, und glauben, daß auch er als Nichtlehrer besser getan hätte, die Erörterung über die Frage, ob Karten von der Völkerwanderung und Nordfranlreich (cil'etü) für die Volksschule nötig sii d, den zunächst Interessierten, den Fachleuten zu überlassen, lieber ferne Bemerkungen, die pädagogische Bedeutung deS Herrn Jaun betreffend, werden sich die Leser des „G. A." em richtiges Urteil gebildet haben, zumal Herr Tr. S. nicht einmal den Alut Ijat, seinen Nomen zu nennen. Tainit ist die Sache für uns m der OesseuUichkeit ein- für allemal abgetan. Die Lehrerinnen und Lehrer der Bezirksschu^e an der We st- Anlage. Die Uiiterzeichneten bedauern aufs tiefste die Verhandlungen der letzten Stadtverordneten-Versammlung über hiesige Volksfchul- Verhältnisse. Sie verzichteti jedoch darauf, diese Vorkommnisse öffentlich zu erörtern. Sie Richtigstellung wird an der geeigneten stelle erfolgen. G t e ß e u, 19. November 1908. Zahlreiche Gießener Lehrer. •) Nachdem im nachstehenden die Lehrer, als die zunächst Be- teiligten, zum Wort gekommen finb, schließen wir ine Diskussion über die leidige Kartenangelegenheit. Red. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Frenag den 30. November: Wechselnde Bewölkung. Niederschläge, in den höheren Lagen Schnee. ElioaS kälter. Griginal-Drahtmel-nngen. ta. Main-, 19. Nov. Auf dem hiesigen Bahnhof xrssiertc gestern abend M) Uhr ein llnylücksfall mit tödlichem Ausgang. Beim Abgang eines Zuges wollte der Geschäftsreisende Stein ans Wiesbaden noch ausspringen und geriet dabei zwischen den Lauftritt und den Bahnsteig. Er kam zu Fall und tvar sofort tot Wien, 19. Nob. Nach telegraphischen Meldungen aus Cettinje hält dort die kriegerische Stimmung an. Alt und jung rüstet, da der Kr r e a sürunvermeidlicsi angesehen wird. In Antivari werden große Vorräte von Munition und Proviant angefahren. P a r i s, 19. Nov. Wie das „Echo de Paris" aus Madrid meldet, wird der Besuch deö englischen Königs- paares in San Sebastian erfolgen. Es bestätigt sich, daß der Besuch des d e u t s ch e n K a i s e r s in Viao erfolgen wird und zwar wird die Begegnung dort noch vor derjenigen des Königs Alfons mit König Eduard stattfinden. London, 19. Nov. Tie Times meldet aus Konstantinopel: Tas Programm der Pforte für die internationale Balkan-Konferenz, wird den Signatarmächten des Ber-. [incr Vertrages heute überreicht inerten. Tas Programm umfaßt folgende sieben Punkte: 1. Feststellung ber itaatdred)didjen Verhältnisse Östrumclicns. 2. Feststellung ter staatsrechtlichen Ver-- hältnijse Bulgariens sowie des Betrages, den Bulgarien ter Türkei wegen der Nachzahlung des bulgarischen Tributes und Beteiligung an ter Dette publiaue schultet, ebemo ter rückständigen Summe des ostrumelischcn Tributes. 3. Feststellung der staalsrechlltchen Ve» höltnisse Bosniens und ter Herzegowina. 4. Feststellung der Kompeitsationen für Serbien und Awntenegro, vorausgesetzt, daß diese Kompensationen in voller Uevereinsttmmung mit den Interessen der Türkei stehen. 5. Abschaffung der Artikel 23 und 61 des Berliner Vertrages in Anbetracht der Tatsache, daß diese Artikel bereits burd> die Einführung ter konstitutionellen Regierung in ter Türkei hinfällig geworden sind. 6. Abänderung ter Kapi- Dilationen auf der bereits angenommenen Basis. 7. Die Türkei wird leine Opposition machen bei Beratung einer Abänderung des Artikels 29 des Berliner Vertrages. London, 19. Nov. „Daily Telegraph" meldet aus Konstantinopel: Die Regierung habe gestern das Angebot der deutschen Firma Ehrhardt für Lieferung von 160000 Schrappnells und Granaten für Schnellfeuer- Geschütze angenommen. Tas Anerbieten war bedeutend niedriger als das der übrigen Firnren. Der Auftrag beziffert sich auf 316000 türkische Pfund. London, 19. Nov. „Daily Telegraph" läßt sich aus Petersburg die tendenziöse Ncacbricht melden, der deutsche Gesandte in Teheran habe dem Schah vorgescLlagcn, ihn gegen die konstitutionelle Partei zu schützen. Als Entgelt hierfür verlangt er die Gleichstellung der deutschen Bank mit der russischen und englischen. Belgrad, 19. Nov. Gestern abend fand unter dem Vorsitz des Königs im königlichen Palais ein Kriegsra t statt, an dem der Kronprinz sowie sämtliche Generale und Regiments-Kommandeure der in Belgrad stationierten Truppenteile teilnahmen. Die Zufuhr von Kriegsmaterial hält an. Wie die Blätter melden, stehen 30 000 Freiwillige vollständig kriegsmäßig ausgerüstet, bereit, um auf das erste Zeichen in Bosnien und die Herzegowina einzusallen. I Gesetzlich darf C‘/( MAG Gl-Fläschchen nachfüllen. ,MAGGlsgute, sparsame Küche V' 7* In MAGGI-Original-Flaschen nichts anderes als echte MAGGI-Würze in Verkehr gebracht werden. Man lasse daher beim Kaufmann MAGGI-Würze nur in Bekanntmachung. Das vierte Ziel Gemeindesteuer 1908, sowie das Schulgeld für das Hi. Quartal 1908 für Realgymnasium und Ober real- schule, für Gymnanalvorschule, für höhere und erweiterte Mädchenschule, sind binnen acht Tagen bei Vermeidung der Beitreibung zu zahlen. lB10/n Gießen, 15. 9lou€mbcr 1908. Stadtkasse Gießen. Doevfer. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Londots jüc 1909 liegt vom 21. d. Mts. ab acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf hiesigem Bürgermeisterei-Bureau offen. Londorf, den 18. November 1908. 6686 Großh. Bürgermeisterei Londorf. A u m a n n. Bekanntmachung. Der Boranfchlag der Gemeinde Weickartshain pro 1909 liegt vom 23. ds. Mts. an acht Tage lang auf dem Burger- melstereibureau zur Einsicht der Jntereffenten offen. Weickartshain, den 18. November 1908. Großh. Bürgermeisterei Weickartshain. 6692s Knoß. _________ Dr. Oetkers Gesundheits-Kuchen. Zutaten: 100 g Butter, 100 x Zucker, 4 Eier, das weiße zu Schnee geschlagen, V0 n Weizenmehl, IVackchen Dr —etter Backpulver, das abgeriebene Gelbe einer halben Zitrone, 4 Eßlöffel voll Milch. — Zubereitung: Die Butter rühre zu Sahne, gib Zucker, Eigelb, Milch, Mehl, letzteres trat dem Backpulver gemischt, hinzu und zuletzt das Zitronen- gelb und den Eierschnee. Fülle die Mane in die gefettete Form und backe den Kuchen in ca. s/< Stunden. Dr. Oetker’s Schokoladeii-Küchlein. Zutaten: SO g Mandeln, 250 g Zucker, 1B g Schokolade, 1 Päckchen Dr. Ccttet’d Vanillin Zucktr, b Eiweiß. Zu° bereitunn: Schlage das Eiweiß zu Schnee, füge die mit der Haut gehackten Mandeln, den Zucker, die geriebene Schokolade und den Vanillin-Zucker hinzu, setze mit einem Löffel Hänichen auf ein Blech, welches mit Wachs emge- rieben ist, oder auf kleine Oblaten und backe bei gelinter Hitze. ngic,u Zum baldigen EinirUt wird em verheirateter FaSs^ik-FGrises* mittleren Alters für dauernd gesucht. Offerten mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften über bisherige Tätigkeit sind unter 6690 an die Geschäftsstellc de§ Gießener Anzeigers zu richten. Gelegenhtits -Kauf. Ein großer Posten Data«' and Mer • Wäscht teils Reisemuster, 6549 •fcWF’ autzergewöhnttch billig. I. Kaan jr., Krenzpl. 10. Verlag von Emil Roth in Giessen. Im foiiHimift MdrihAß Erzählungen und Schilderiingen aus dem Leben im Bergforslhaufe und im Bergwalde. Der deutschen Knabenwelt gewidmet von äilbert LUcmjchmtdt. a"/u 4 Bände mit vier Farbendruckblldern und zahlreichen Text- Jllustrationen in Originalbaud ä Mk. 4.—. Inhalt. 1. Band: 11 Ankunft in Falkenhorst. 2) Abend | im Forfihause. 3) Auf froher Streife im Frühlingswalde. | 4) Mancherlei Abenteuer. Heimkehr. 5) Psingftzeit m Fatteu- horst. 6) Sommerlcben in Faikenhorst. 7) Zur Herbjtzeit in Falkenhorst. 8) In harter Winterszeit. Inhalt. 2. Baud: 1) O wie wunderschön ist die Frühlingszeit! 2) Sommerleben, Sommer tust! 3) Ach der Herbst ist da! 4) Winterszeit, falte Zeil! Inhalt. 3. Band: 1) Der Lenz ist angekommen. 2) Tra- rira, nun ist der Sommer da. 3) Run steigt der Herbst irisch von den Bergen nieder. 4) Der Winter brach mit'Macht ins Land. Inhalt. 4. Band: Lieblicher Frühling, du nahst! 2) Sommerherrlichkeit lächelt weit und breit. 3) Nun kommt der Herbit, der rüft’ge Jägersmann. 4) Der Winter ist ein rechter 'Mann'. Jeder Band ist in sich abgeschlonen und einzeln für sich käuflich. Eiff-M-taMi welche von Qualitäten ä 60 und 70 Pfg. per Pfund aussortiert wurden, liefert das Pfund zu 40 Pfg. bei 10 Pfund ä Pfd. 37 Psg. netto. 159// Georg Wakenfels, nur Marktplatz 21. Telefon 46. Gegenüber der Engelavotheke. ßäflifle Haare ™Q®„eb?n Armen beseitigt schnell Äaru's ,J)cpilaCor". (6öb2 Central-Drogerie, Schulstraße. Fr eetoanSt. Schweinefleisch 48 Psg. B1- ia K 129/08. [B5/u Donnerstag, den 26. Novbr. 1908, nachmittags 3 Uhr, wird auf hiesigem Ortsgericht die vordem 'Namen d. Withelmötlarenaar u. (Eberrau geb. Bnngert stehende Parzelle der Ojeumrfunn Gienen 6/13l/io — 422 qm Hoireite am Stechloh, löentifdj nut Liebtg- straße 17 öfsentllcy meistbietend versteigert werten. Gießen, den 4. Siovember 1908. Gr. Orrsgericht Gtegen. Gros. K 101/08 B-"7io Donucrötag, d. 26. Rov. 1908, nachmittags 3 Uhr, sollen in unserem An.tszimmer die dem Berlagsbuchhändler Otto Roth und Kindern gehörigen Grundstücke Fl. 2 9er. 274 ---- 328 qm G3rab- gartc» rechts der Chaussee auf die herrschaftliche Wiese Jü 2 9ir. 27u — 273 qm Hosreue daselbst zwecks Auseinandersetzung der Gemeinschaft öffeiitlidj versteigert werden. Auswärtige Bieter münen ihre 3ai)iung»iäl)ißtcit Nachweisen. Giegen, 21. Oktober 1908. Großherzogliches Ortsgericht _________I. B.: Keller.______ K 139/U8 Bu/U Donnerstag, den 3. Dezbr. 1908, nachmltlags 3 Uhr, werben dre vor dem Uiamen des Caöp. Heinzerttng in Glegen, zu dessen Ltoncurslnasse gehörige Grunü- stücke der Gemartüng Gießen: 13/49,2 — 26b qm Hosreue auf dem Heegurauch im -sand- tauiermeg 13/49,4 = 849 qm Grabgarten das. 13/49^ = 118 qm Hofraum mit Stall dai. 13/49,6 = 211 qm Ho freite das. 13/49,8 = 381 qin Gravgarten das. auf hiesigem Ortögencht dijentUcb meistbietend versteigert. Gießen, den 1L November 1808. Gr. Ortsgericht Gießen. __________Gros.__________ Versteigerung. Freitag, den 20. 9lov. l. zis. nadiut. 3 Udr sollen un städt. P,andlolale,Selterswe^M,dahier die wegen rückst. Ortorranrcn- kafsebetträaegesiänoeten Gegen- stände: Möoet all. tzlrt, Sekretäre, Lchrelblliche, Som's, Kteider- schranke mib vieles andere versteigert werden. (GUtxi Gemmecker, Vfarwmci^er. LebenSsrischc Schellfische allerfernstc Tclikatcß-Ware sind eiugctroften bet 15803 Georg Wädeniels Atarktplatz 21 Telefon 46 gegenüber der Engelavochete. 6694, Gänse! ff.jg.sette,Hafermaft, sauber geruort, i—10 Pfd. ä Pfo. 45—48-^ ig.,tagt. fr. geschlacht. vers. geg. 'Jiadjii. A. Grigull, Ganfe- master.,Gr.FrledrtchovorfO|tpr. Gießeiler UsUans Walltorstr. 43. Telefon 614. Labnfüchc, Schellfische, Cabliau Zander, Rotznngcn uiw. uittK frisch vom Fang, billigst. 09594!___________M. Simon. Ziim West! Eine große Auswahl m gewöhnlichen wie besseren Kxänsen empfiehlt 109597 Wilh. Gerhard neben dem alten Friedhof, sowie Samstag: Markttaube 1. Lchellfische kcbenvsrisch, [orbrn rin» :rtroflfrtt unö billigst bei Ailgyß Wlilienscls Marttveatz 17. 16128s Telefon 262. B!ütenmchr 109238 per Psd. 18 Pfg. Fst. Blütenmehl, vcr Pid. 20 Pfg. Schwcinefchuial», Pfd. 66 Pfg. Pr. weihe Kernseife, Pw. 27 Pig., gelbe Pfd. 26 Pfg. 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