Nr.SI Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 16. April 1908 General-Anzeiger für Oberhefsen VezugSpreisr monatlich 7b Pi., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- jährl. ausjchl. Bestellg. ZerlenprerS: tokci.lbPf^ auswärts 20 Pfennig Verantwortlich für den polttlfchen Teil: (£. Anderion; f. Fellille- ton und .Vermischtes" P. Wittko; tüt .Stadt u. Land- und „Genchts- saal": E. Heß, tüi den Anzeigenteil: H. Beck. I I Imidhmt von Anzeigen -ü» dl« Lagesnu.nmer RoiationröruS und Verlag der Vrühl'fchen llntv.-Vuch- und Steindnrckerei. R. Lange. Redaktion, LxpedMon und Druckerei: Schulstratze 7. bti vormittags iu Ayr. Det Gießener Anzeiger erschein, täglich, außer SomuagL. - Verlagen: , pietmol wöchentlich &Ußener$amilitiitlätter; r-, «wermal wöchentl.UteiS' Ok blatt fürden Ureis Siehrn jDlenslag und Freitag); & ,wein,al monnll Land- 1 virtjchaftUche ddtfrngcn Rerntpred) - Anschlüsse: |fli die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 vdreNe iür Depeschen: Anzeiger Gießen. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Kotttißehe LeHgess^harr. Das Kafterpaar auf Korfu. Da das Wetter sich gestern herrlich gestaltete, wagte man endlich die I l l u m i n a t i o n, die am Ankunftstage des Kaisers unterblieben war. Die ganze Via ttiumphalis war mit Tausen- Den von farbigen Lampions geschmückt. Auf dieser Feststraße promenierten Tausende unter den Klängen der Musik-Kapellen. Paketen stiegen auf und die alte Felsenscstung erstrahlte in ma- gjscher Pracht. Das Kaiserpaar unternahm gestern mit der Prin- zhfin Viktoria Luise und den Prinzen Oslar und August Wilhelm iZl Automobil einen Ausflug nach P e l e k a und nahm hort den Tee ein. Die Landbewohner begrüßten die Kaiserfamilie mit freudigen Zurufen. Prinz Oskar ivirb Korfu Montag,mil Der Hohenzollern verlassen und nach Sizilien reisen. Auf ^sonderen Wunsch der Kaiserin ist die ursprünglich für den 28. April festgesetzte Abreise auf Anfang Mai vertagt worben. Ter Kaiser erhielt aus Anlaß des Brandes der Garnisonskirche zahlreiche Beileidsdepeschen. — In der gestrigen Sitzung der griechischen Kammer verlas der Präsident ein Schreiben des Deutschen Gesandten, in welchem dieser den Dank des Kaisers übermittelt für die Sympathiekundgebung der Kammer ani 11. April. In dem Schreiben heißt cs, der Kaiser habe mit großer Befriedigung von den liebenswürdigen und beredten Sorten Kenntnis genommen, die der Präsident unter Zustiiw oiung der Kammer an ihn gerichtet habe; er beauftrage seinen L.sandtcn, für diese verbindliche und angenehme Ausmerksam- !tii bei seiner Ankunft in Korfu seinen Dank auszusprechen. iritter Verbandstag der Vereins akademisch gebildeler Lebrer Teutlchlands. Zweiter Tag. Der Festvortrag von Dr. Friedrich Weber (München, Max- Gymnasium) behandelt das Thema: „Anteil des höheren Lehrer st andes am Geistesleben der deutschen Wat io n". In seinem Vorttage über „Die höheren deutschen Auslands schulen" wies der Direktor Dr. Gaster, Antwerpen, zunächst auf die gewaltige Zahl der deutschen Auslandsschulen hin: unter insgesamt 1200 befinden sich aber nur etwa 40 höhere L'hranstalten, von welchen acht die Berechtigung zur Ausstellung des Einsährig-Freiwilligen-Zengnisses haben. Darauf wurde folgende vom Gefamtvorstände beantragte Lutsch ließ un g einstimmig angenommen: „Der dritte Le» fxmbStag der Vereine akademisch gebildeter Lehrer Deutschlands imntt der Reichsregierung für die weitgehende Förderung des Rutschen Auslandsschulwesens und erhofft für die Zukunft im »eionbcrcn eine tatkräftige Unterstützung der höheren deutschen üitSlandSjchulcn, für welche dieselben Berechtigungen wie für Die, einheimischen Schulen gleicher Art zu erstreben sind. Er hofft, daß sämtliche deutsche Bundesstaaten die an den Aus- cmdsschulen verbrachte Dienstzett bei dem Rückttitte in den ) äinatlichcn Schuldienst auf das Dienstalter und die Pension B amrechnen. Er erwartet ans trationalen, wie aus Standes- B itch'ichten, daß sich das Interesse und die Mitarbett der höheren >mtsche,n Lehrerschaft auf dem Gebiete des deutschen Auslairds- ttulwesens noch stärker als bisher erweise." Nach der Frühstückspause gab Rektor Pros. Schaarschmidt, Chemnitz, den ein- R leitenden Bericht für eine Erörterung des auch für weitere Kreise iLiferes Volkes wichtigen Themas: Freiere Gestaltung des Un- lerrichts in der Erziehung auf der Oberstufe. - Die Spielzeit 1907/08 der Siegener Stadttheaters. Die erste Spielzeit im neuen Sladtthcater ist vorüber u-!>d es ist daher am Platze, einen Rückblick zu werfen auf ^8, was sie geboten hat. EZ sei versucht, aus der Er- I Meinungen Flucht den Pol des Ergebnisses zur Erkenntnis « in bringen, den diese Spielzeit gezeitigt hat. Rur ein kleines Häuflein Mißvergnügter war es, das Errichtung des neuen prunkvoll stattlichen Theatergebäudes «cht mit Freuden begrüßte, das sich nicht mit dem von der -ladtvertretung gutgeheißenen bühnenkünstlerischen Aufstiege k'"verstanden erkärte, das in dem Prachtbau eine lieber» Satzung erblickte sowohl der Theaterkunst überhaupt, wie der Dfraterkrast unseres Publikums im besonderen. Diese Miß- wrgnügten träumten von einem Saalbau, später von einem ^reinigten Konzert- und Schauspielhaus. Doch ein solcher Lau wäre wohl zu weit über die pekuniäre Kraft unserer || Burger gegangen. Und wenn wir auch gewiß noch erheblich ; . Mriedener, noch wesentlich stolzer sein könnten, hätten wir, "iben der neuen Aula, einen großen Saalbau (um wie viel 3 mftiger z. B. hätte sich m einem solchen die Gastgewerbl. Mssteüung ausgenommen), so haben doch die unter unseren Giustkenthusiasten, die den realen Verhältnissen das rechte Ver- il-indnis entgegenbringen, sich allmählich mit dem Bestehenden, d'M Erreichten abgefunden, ja einzelne unter ihnen gehören ^ate zu den treuesten und opferfreudigsten unserer Theater- " l^unde. Daß eine Stadt von der Größe unseres Gießen sich iöier so glanzvollen Stätte der Bühnenkunst erfreut, das ver- J*nft sie der ganz ungewöhnlichen Munifizenz nicht allein des 1 ‘apitalfräftigeren Teiles ihrer Bürgerschaft, sondern weitester ^rgerkreise. Die hochherzige Beihilfe selbst der gering Be- ^ttelten ist vornehmlich rühmenswert. Dank „der Kräfte Rh vereintem Streben" ist jetzt das Gießener Stadttheater M und dran, einen ehrenvollen Ruf sich 311 erwerben weit die rot-weißen Grenzpfähle hinaus, und steht heute schon M) seine Leistungen vielen Städten voran, die an Ein- ^hnerzahl bedeutend größer sind. Mancher durch die Be- '^ntschast mit vielen deutschen Theatern und durch sonstige reche Theatererfahrungen zu strenger Kritik geneigte aus- rv ntige Besucher hctt' sich erfreut darüber geäußert, was bwennQmCbHi^ rceId)c geschmackvolle Ausstattung hier ge- Direktor Steingoetter hatte bei der Ergänzung und Verehrung seines Personals das Augenmerk vernünftigerweise W auf bie Masse, sondern auf die Beschaffenheit gelegt, Wem er sich nicht zu sehr in der Hoffnung wiegte, der An den Vortrag schloß sich eine längere Aussprache über das Für und Wider der Bewegungsfreiheit auf der Oberstufe. Zuletzt wurde folgende Entschließung des Dr. Schröder- Hamburg einflimmig angenommen. Der dritte Verbandstag nimmt mit Dank Kenntnis von den Ausführungen des Berichterstatters und beschließt, die vorgeschlagenen Thesen zunächst dem Gesamtvorstande zur Vorberatung zu überweisen mit dem Auftrage, dem vierten Verbandstage gegebenenfalls weitere Vorschläge über diese wichtige Frage vorzulegen. Den Schlußvortrag hielt Oberlehrer Dr. Ullrich, Berlin, über die Lehrerbibliotheken der höherenSchnlen,ihre Bedeutung für Schule und Wissenschaft und ihre zweckmäßigste künftige Gestaltung. Der Abend vereinte die Teilnehmer am Verbandstage zu einem Festmahle in den Stäumen des „Wilhelmsgartens". Dentsctzes Nerctz. Nordsee und Ostsee. Wie die „Post" hört, sind die Verhandlungen über die Aufrechterhaltung des Status q u 0 in der Nordsee und Ostsee nunmehr abgeschlossen. Der Inhalt beider Abkommen steht fest. Es handelt sich jetzt nur noch darum, an die Fassung des Vertrages die redaktionelle Feile zu legen, sowie die Förmlichkeiten wegen der Zeichnungs- Vollmachten zu erledigen. Es ist darnach anzunehmen, daß der Vertrag bereits in den nächsten Tagen unterzeichnet und dann der Oefsentlichkeit übergeben werden wird. Auszeichnung. Der Kaiser hat durch Erlaß vom 23. März an 14 im Betriebe der Hamburg-Bremer Afrikalinie beschäftigte bezw. beschäftigt gewesene Personen die Südwest- afrika-Denkmünze in Stahl verliehen. Todesfall. Der konservative Reichstagsabg. Zindler ist gestern in Posen an den Folgen einer Zuckerkrankheit gestorben. Zindler vertrat den Wahlkreis Colmar-Czarnikau-Fi- lehne seit 1903 im Reichstage. Die Regierung von Reuß j. L. hat nach längerem Widerstande die Zulassung der Feuerbestattung im Fürstentum genehmigt. AttsSand. Monarchenbesuche in Oesterreich. Wie die „Zeit" meldet, werden in diesem Sommer die Könige von England, Spanien, Dänemark, Schweden uni). Norwegen sowie Präsident Fal- liöves den Kaiser Franz Josef in Ischl besuchen. — Die Erregung unter den Ruthenen im Lande ist noch im Wachsen. In Przymisl mußte die Sicherheitsbehörde für die Durchfahrt des Zuges mit der Leick>e Potickes Vorsickfts- maßregeln tref jen. In Hadyniowze veranstalteten ruthenische Radikale für den Attentäter Siezynski, der als Held gefeiert wurde, Geldsammlungen. Vez^.ri Eokal stellten die Bauern aus Freude über die Ermordung des Statthalters die Feldarbeit ein. Wie ein Lemberger Blatt meldet, hat der Neickisrats-Avgeordnete Budzynowsky unmitleloar nach Dem Attentat auf den Statthalter an den deutschen Reichskanzler Fürsten Bülow eine Depesche mit den Worten gerichtet: Vivat fequens! — Den Blättern zufolge sind die drei verhafteten Schwestern des Studenten Siczynski, der den Grafen Potocki ermordete, und fein Freund Zamora, frei gelassen worden. Fürst Bülow beim Papste. Gestern vormittag begab sich der Reick-sianzler Fürst Bülow von dem Hotel Slegina, dem interimistischen Sitz der preußischen Gesandtschaft, in Begleitung des Gesandten 0. Mühlberg nach dem Vatikan, wo er in e 1 n ft ü n b i g c r Audienz vom Papste empfangen wurde. Der Audienz folgte ein Besuch des Fürsten bei dem ®arbinal» .-r*trrri VTMTTT“ — '-- -'' II III iIMl IIIIWIIffltagMBM XgffllMMmBWIW' Theaterbau werde an sich schon eine sinanziell beträchtliche Zugkraft ausüben. Diese Hoffnung hat sich allerdings auch erfüllt und zwar in um so höherem Maße, als das Publikum sich für die neuen Kräfte zu erwärmen vermochte. Allerdings erschwerten die an sich günstigen akustischen Verhältnisse des neuen Hauses namentlich im Anfang die harmonische Abtönung. Regie wie Darsteller mußten erst für das neue Haus gültige besondere akustische Erfahrungen sammeln. Dazu trat nicht wenig störend die unentwickelte ober vec- bildete Sprachtechnlk manches sonst recht brauchbaren neuen Mitgliedes. Der Theaterrahmen war im allgemeinen wohl gelungen, gediegen und das Auge erfreuend, zuweilen so prunkvoll, daß die Gefahr besteht, das von vornherein verwöhnte Publikum werde immer anspruchsvoller werden, lieber die Maßen kühn war es, sich gleich m der ersten Spielzeit an Aufgaben heranzuwagen, die 311 den schwierigsten gehören, die sich einem Theaterleiter zu bieten vermögen. Es sei nur erinnert an Shakespeares .Wintermärchen" und .Lear", Ibsens .diordische Heerfahrt", Schillers .Fieseo", Kleists „Kätchen". Werke von so ungewöhnlichen szenischen Erfordernissen konnten unmöglich gleich beim ersten Wurf voll gelingen. Zweifellos wäre es weit angemessener gewesen, hätte man fürs erste von solchen Aufgaben sich noch fern gehalten und sich mit leichter in Szene zu setzenden Werken von gleichen literarischem Wert vorerst begnügt. So kam es denn, daß .Die lustigen Weiber", .Wilhelm Tell" und .Maria Stuart", die sich wett leichter in Szene setzen lassen als die genannten Werke, szenisch die weitaus gelungensten klassischen Abende dieses Winters boten. Der wesentlich ver- wickeltere Bühnenbetrieb mußte eben notgedrungen manchen Versager aufweisen. Doch die sieben Spieli»,onate waren trotzdem reich an Vorstellungen, die das Prädikat vorzüglich verdienten. Es sei nur erinnert an die .Die Nabensteinerin", den .Dieb", Lindaus .Anderen" und Ibsens .Wildente". Demgernäß blieb die Theatcrlust des Publikums anöauemb groß. Dir. Steingoetter hat, trotz bet erheblichen, höchst wertvollen Neuanschaffungen unb eines verhältnismäßig gerabeju glänzenben Gagenetats, gewiß auch finanziell nicht ungünstig ben ersten Winter im neuen Hause abgeschlossen. Die Zett bec bangen Morgenröte bes neuen Hauses ist vorüber unb die Wolkenlojigkeit seiner zukünftigen Tage beinahe gesichert. Die Umwandlung des neuen Personals für den verflossenen Winter war durchgreifend. Sie mag Dir. Steingoetter au5 künstlerischen Gründen nötig erschienen sein. Immerhin wurde der Weggang der Damen Bayrhammer, Donecker und Staatssekretär Merry del Val- Während i>:r etwa dreiviertel Stunden dauernden Unterhalttmg des Reichskanzlers mit beni Kardinal wurden die Fürsttn Bülow, nach ihr der Gesandte von Flotow und Professor v. Zienvers von dem Papste empfangen. — Lord Tweedmouth erklärte gestern in einer in der königlichen Marineschule zu Dartmouth gehaltenen Rede: Seine Trennung vom Flottendienst dura> Versetzung auf einen l^hercn Posten fei ein schwerer Schlag für ihn geivefen. Er wüiifck-e jedoch, ganz ausdrücklich, zu erklären, baß der Grund der Veränderung nid# eine schlechte Verwaltung seinerseits, sondern ein rein politischer gewesen sei. Asquith sei von der Ueberzeuaung durchdrungen, daß die Chefs der großen Verival- tungen Mitglieder des Unterhauses sein müßten, um dort den Volksvertretern öiechenschaft oblegen zu können. — D ie Lage in dem Bezirk Urmia ruft Besorgnis hervor. In den letzten Tagen wurden über 2 0 M a n n getötet Der Handelsverkehr ist gehemmt. Gestern wurden vier Dörfer überfallen, wobei adjt Mann gelötet und elf .verwundet wurden; gegen 1500 Schafe und viele Habe wurde geraubt. Die Doribewohner flüchteten in die Stadt. Einflußreiche Persönlichkeiten verlangen vom Gouverneur die Ergreifung energiidjer Maßregeln. Letzterer wandte sich nach Teheran mit der Bitte, entweder Truppen zu entienben, oder ihn seines Amtes zu entheben. Tenkmalsenthüllung in Moskau., Jmt Kr.ml zu Moskau sand gestern an der Stelle, wo Großfürst Sergius Ale- xaudrvwttsch seinen Tod sand, in Gegenwart der Großfürstin Wttive Elisabech Feodvrvwna, des Groß ürsten Waldaimir Alexan- drowttsd), des Groß Herzogs und der Großherzogin von Hessen, sowie ander.r hodMilcllter Persönttchietten die seitliche E n t h ü 1 l u n g d e s D e u 1 m a l e s f ür den Verstorbenen statt. Antijapanisches aus Korea. Aus Soeul wird gemeldet, daß im Südwestgebiet R c v 0 l u i i 0 n c t e tätig sind. Zwei Minister reidjten ihre Demission ein. Die antijapanische Bewegung ist im Wad#en begriffen; das Militär würbe verstärkt Parlamentarisches aus Rußland. Die Duma pvüstc gestern das Budget b:r Kanzlei des Verl ehr ^Ministeriums, wobei die Budgetkommission 11 000 Rubel zu streichen beantragte, da das Ministerium diese ungesetzlich, nämlich zehn Tage vor der Einberufung der Duma, zur allerhöchsten Betätigung vorgelegt t;abe. Graf Bobrinski (Gemäßigte Nech.e), wies daraus hin, daß es Die Pllicht der Duma sei, die Grundgesetze zu stützen und baburd) dem Monarchen, ber die Besolgung der Gruuvgesetze befehle, ihre Evgebenhett zu beweisen: er beantrage daher, den obigen 11000 Rubeln noch einen Rubel hin zu zu fügen,, um dadurch die Budgetrechte ber Duma zu betonen. 2ic äußerste Rechte ließ erklären, sie werde den Saal verlassen müssen, da ein derartiger Beschluß die selbstherrlichen Rechte des Monarchen verletze. Düs ries auf den Bänken des Zentrums großen Lärm hervor; Zurufe „ö i:iaus" würden laut Die rußer ste Re chte verließ wahrend der Abstimmung den Sitzungssaal., Die Duma nahm ein)rimmig den Antrag Bobrinsky an und bestätigte ferner den Etat der Verwaltung der Waffeeivcge unb Chausseen, von dem laut Vorlage der Budgetkommisiion 1300 000 Rubel gestrichen wurden. Aus Srusr und LanS. Gießen, 16. April 1908. "Aus dem Militär-Wochenblatt. Schellenberg, Lt. im Jnst.-Leibregk. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, in bas Gren.-Negt. König Friebrich ber Große (3. Ostpreuß.) Nr. 4 versetzt. Schellenberg mit Recht von ben meisten ernsthaften Theaterfreunben anfangs schwer beklagt. Doch bie Neurekrutierung bes Bühnenpersonals war bem Direktor auch biesmal so sehr geglückt, baß matt bie von uns Gegangenen balb keineswegs in bem Maße vermißte, als man es befürchtet hatte. Das neue Personal flanb an Wert hinter bem auSgeschiebenen keineswegs zurück; im Gegenteil, bie an Stelle von Kost unb Kober engagierten Herren Weingärtner unb Roben übertrafen ihre Vorgänger um ein sehr Be- beutenbes. Es erwies sich somit, baß sich ein bem schönen Hause angemessener künstlerischer Betrieb mit ben oorhanbenen Kräften erzielen ließ. Unb ba Dir. Steingoetter nicht bem Waldpächter gleicht, ber bie schönsten Elchen aus seinem Bestaube abholzt, ba bie bebeutenbsten ber neu gewonnenen Künstler mit Ausnahme nur bes Frl. Sylva unb ber Frau 23 0 ne, die wir freilich beide ungern scheiden sahen, uns auch für die nächste Spielzeit erhalten bleiben, so darf man, so soweit die Leistungsfähigkeit des Personals in Frage kommt, ber Zukunft mit einiger Beruhigung entgegen sehen, ziimal von ben für nächsten Winter neu Engagierten bas gaslierenbe Frl. Albrecht ben besten Einbruck machte, während wir allerdings von der aus Mainz zu uns kommenden Taine erheblich weniger uns versprechen können. Doch auch mancher der schwächeren Kräfte der vergangenen Spielzeit, manchem Mauerblümchen gewann das Publikum Reize ab, und war durchweg ziifrieden. Es auch für die nächste Spielzeit zu regem Besuche anzulocken gibt es zwei Mittel: reger Spielplan und sorgsame Ausfeilimg der Vorstellungen. Künstlerisch ist e§, den Kunstfreund durch das zweite Mittel zu befriedigen; aber der Abonnent, der Bürge für das finanzielle Wohl des Theaters, verlangt sein Recht der Abwechselilng. Eme klug ausgleichende Verwenüung beider Mittel ist das einzig mögliche unb im Interesse bes günstigen Bestanbes richtige. An Reichtum und Abwechselung hat es, bas muß man bei objektiver Beurteilung ber hiesigen Verhältnisse rott ber neueren bramatischen Probuktion anerkenne»,, unter bet Direktion Steingoetter nie gefehlt, unb mit Genugtuung sei bie Versorgung beS Spielplancs mit bemerkenswerten Neuheiten hervorgehoben. Freilich würben wir gern einmal auch etwas von Hugo 0. HofmannSthal, Paul Ernst unb Eulen- berg, von Strinbberg, Shaw und Maeterlinck sehen. Immerhin, unter Berücksichtigung der vorhandenen Theaterkräfte bot auch der letzte Spielplan die denkbar mannigfaltigste Abwechselung. Möge die neue Spielzeit im nächsten Herbste alle berechtigten neuen Wünsche erfüllen! P. W- „nb iül > 8eei •tat GerichtssM«L. I). Frankfurt a. M., Io. April. Die Strafkammer verurteilte den Kau,mann Wilhelm Kimp el, der Angestellte um Kautionen in Höhe von 80u Ml. geprellt und andere Schivin, beleien verübt hat, wegen fortgesetzten Letruaes und Beoeug^ Versuches zu 5 Jahren Gefängnis. — Das Schöffengericht vcrurteilre ocn Larrdtoict AurenS Herr aus Weißtirchen uia) de,1«i Ehefrau Christine Her r, die 20 bis 35 Prozent Wasser enthaltende Milch verkauft haben, zu 50 bezw. 1UÖ Mart Geldstrafe. X Hanau, 15. April. Die Strafkammer verurteilte den Bauunternehmer Heinrich August Kümmel aus Bleichen- b a di (Obcrhcssen) wegen Fälschung zweier Wechsel zu 7 Monaten Gefängnis. Vor kurzem hatte l»Mmmcl toegai tzypo- thekenfchwindeleien zum Nachteil einiger Einwohner aus M lieb buchen bei Hanau zwei Jahre Gefängnis eichalten. Görli tz, 15. April. Die Strafkammer verurteilte den früheren Tafelglashütrenbesitzcr Clecmann aus Rauscha wegen Kvnkursvergehens und Wechsclsälschung, wodurch er die Reichsbank nm 100000 Mavk geschädigt hatte, zu 2 Jahr ein Monat Gefängnis und drei Jahr Ehrverlust. Der Angeklagte wurde sofort verhaftet. Svoct. — Kaiser Wilhelm hat der Daimler Motorengesellschcüt in Marienielde bei Berlin und den A d l er w e rk e n, vorm. Yeimich Kleyer Attieugejellfchast in Frankiurl a. SJ)L, die Staats- Medaille i n Gold mit der Inschrift „für gewerbliche Leistungen' verliehen. verwand T^tjiiche j Ntttfien Ted un A I -DieO l'ü&i „Nove Wüschast, du Irin gering gi&g führt ■ innige Su Rruung en 1-2! aus die W:in ihiabei Ach in diese 1 chBöhme Wwre öertli WM man, i Mthe zu kÄerg mii fc:t Gelehrt fci, daß es Winberg I fr1:, in der j K die Rui, Mristischei Dchs Schilde * Eine aus f pichen Süt Nehmens i ^Lzeanog ion einei ton zurück ^Nieejo «Die Zorscl ; “Minier 4lcinb Nig, Vermischtes. * Kühne Ausbrecher. In Pensa (Rußland) erdolchten 11 politische Arrestanten 2 Aufseher des Gouvernements- Gefängnisses und verwundeten einen dritten, worauf sie (wie im Gießener Kiuematographentheater die französischen Galaeren- sträflinge) durch eine in die Decke einer Zelle gebrochen« Oeffnung das Dach erstiegen. Von dort warfen sie in den Jnnenhof eine Bombe und begannen sich dann an Tauen, die sie aus Bettbezügen hergestellt hatten, an der Kerkecmaucr herunterzulafsen. Als der erste Arrestant hierbei von der Schutzwache erschossen wurde, warfen sie eine zw eite Bonlbe von bedeutender Sprengkraft und suchten, durch du Rauchivolken gedeckt, zu entkommen. Sie erreichten ein freies Feld; aber während des nun folgenden Zusammenstoßes mit der Schutzwache und mit Posizeimannschaften wurden wertere 7 erschossen. 3 Arrestanten ist die Flucht gelungen. * Die bösen Fremdwörter. In unserer alten Stadt, in der der Born der Wissenschaft reichlich fließt, wohnten — so erzählt der „Tgl. Rösch." ein Leser — als gute und getreue Nachbarn lange Jahrzehnte zwei Bürger, ein Schuhmacher und ein Klempner ihres Zeichens, einander gegenüber. Lei und Freud, wie das Leben in den Familien es mit pH brachte, trugen sie treulich gemeinsam. Nur in einem verllandeu sich die Männer nicht. Der Schuhmacher war liberal, der Klempner konservativ. Hin und her tauschten sie ihre gegen* teiligcn Meinungen aus über alles, was dem Volke fromm e oder nicht frommte und oft gab es wohl erregte Diskurse. Bei einem solchen meinte schließlich der Konservative zu dem Liberalen: „Ja, lieber N., wir sind allezeit gute Nachbarn gewesen und wollens auch bleiben. Aber in der Politik verliehen wir uns nicht. Da sind wir nun mal politische Antilopen. Die beiden treuen Nachbarn deckt längst der Rasen, aber dck Wort ist ui dem Gedächtnis der Nachwelt aufbewahrt geb lC# den und hierzulande ein geflügeltes Wort geworden. Kleine Tageschronik. Der Erpresser, der den Kommerzienrat Ludowici m M ü n d) c n solange hcimgesucht hat, wurde jetzt von Den\ Knaben, die ex jemeLzsit zu dW* Salzitatrbtattenkll oitftÜW# " o vm ~ er Wikh erm-Re giment. Heute morgen 10 Uhr fand auf dem Hofe der alten Kaserne die Vereidigung der am 1. April eingetrctenen Einjahrig-Freiwilligen statt. Nachdem unter Führung des Leutnants Holli die Fahnen- scktion eingetrofsen war, erfolgte unter der Anwesenheit des Majors Mohr die Vereidigung. Es lind am 1. April einschließlich der Staatseinjährigen 73 Freiwillige bei dem hiesigen Regiment ein» getreten. Ihre Ausbildung wurde Leutnant Kienitz übertragen. ** Landwirtfchaftskammer. Am Mittwoch fand in Darmstadt eine Sitzung der Kommission II, die sich mit Handel, Verkehr und Versicherungswesen befaßte, statt. Nach Konstituierung der Kommission, zu deren Vorsitzenden Bürgermeister Hahn -Heßloch, Oekonomierat Frits ch-Dilshofen und Landwirt Adolf Hensel- Dortelweil als Mitglieder gewählt wurden, trat man in die Beratung ein. Zunächst wurde der Entwurf der Satzungen für Versicherung von Weide-, Aus- stellungs- und Faseltiercn durchgesprochen und beschlossen, einen Fonds zu gründen, der die Landwirtfchaftskammer in die Lage versetzt, die Selbstversicherung von Weide-, Ausstellungs- und Faseltieren zu ermöglichen. Zum Antrag Lutz-Elpenrod betreffend Vertrag mit der Norddeutschen Hagelversicherung sprach sich die Kommission dahin aus, daß der Vertrag, den der Hessische Staat mit der Norddeutschen Hagelversicherung abgeschlossen hat, nach Ablauf nicht mehr erneuert werden soll. Weiter lehnte die Kommission einen weiteren Antrag Lutz, daß der Hessische Staat eine eigene Hagelversicherung schaffe, ab. Ein Schreiben der Eisenbahndirektion Mainz betreffen» An nahme von getrockneten Acpfeln und Pflaumen in den See- hafeir-Ausnahmetarif beschied die Kommisiion abschlägig. Es liege nicht im Interesse der Landwirtschaft, daß von den Hafenptätzen Obst ?c. importiert werde. Der Antrag des Dr. Dahlinger, daß die Landwirtschaftskammer mit dem Allgemeinen 2)Lut)u)en Versicherungsverein in Stuttgart betreffend einer Haftpflichtversicherung einen Vertrag eingehe, wurde ebenfalls abgelehnt mit der Begründung, daß der Landw. Berufs- gcnossenschast für das Großherzogtum Hessen keine Konkurrenz gemacht werden dürfe. Zum Schluß wurde die Tarifierung von Aeie und Maiskleie nach „Tarif 3" gutgehcißen. *• Karfreitagsgottesdienst. Aist Karfreitag, abends 6 Uhr, wird in dem liturgischen Gottesdienst in der Stadtkirche das schöne Werk von I. Haydn: „Die sieben Worte deS Erlösers am Kreuzt, an dessen Aufführung sich neulich die Gemeinde so sehr erbaute, noch linmal gesungen werden. ** Zu Demuth8 Tod. Unserer früherer Oberbürgermeister, Finanzminister Gnauth Exz. ließ am Grabe seines langjährigen treuen Mitarbeiters während feiner hiesigen Tätigkeit, Kanzleirat De muth, als letzten Gruß ein prachtvolles Palmenarrangement niederlegen. ** Der Turnverein veranstaltet auch in diesem Jahr wieder am Karfreitag einen Turngang. Es soll ein halbtägiger Gang werden und zwar! über den Jägerpsad nach Kloster Arnsburg und Sich. (Siehe Inserat.) '* Kun st verein. Die Mitglieder des Kunstvereins werden auf die im Inseratenteil angesagte ordentliche Hauptversammlung hingcwiefen, die am Donnerstag, 7. Mai, in Darmstadt stattsindet. Ferner können wir den Mitgliedern des Kunstoereins mitteilen, daß vom nächsten Monat ab, in Bad-Nauh eim vom Kunstverein für das Großherzogtuin Hessen einige Ausstellungen veranstaltet werden, zu denen auch die Mitglieder des Gießener Kunslvereins freien Eintritt haben. ** E i n bedauerlicher Unglücksfall, der ein junges Menschenleben forderte, ereignete sich gestern vormittag an der Rodheimer Straße. Das vierjährige Söhnchen des im Gehöfte der Möserschen Mühle wohnenden Straßenwarts Karl Weller war morgens gegen 91/2 Uhr zum Spielen in den Hof gegangen und wurde dann vermißt. Tie Angehörigen suchten vergebens die ganze Stadt ab. Gegen 33A Uhr, als eine Frau mit ihren Kindern nach dem Sand gehen wollte, bemerkte ein Kind im Wasser an der Schleuse am Eingerinn der Lahn zur Stadtbach eine Hand und teilte dies seiner Mutter mit. Diese besah sich auch die Stelle und bemerkte die Hand und den Arm eines Kindes im Wasser. Sie machte den Bewohnern des Gehöftes Mitteilung nnd hier konnte dann der Vater des vermißten Jungen selbst die Leiche seines Kindes bergen. Jedenfalls hatte der Junge auf der Mauer der Schleuse gespielt und war kopf- 'iber in das Wasser gestürzt und ertrunken. ** Diebstahl. In einem Hause der Roonstraße wurden gestern aus dem Treppenbau ein Paar Stiesel gestohlen. Verdächtigt wird ein Handwertsbursche, der zur kritischen Zeit im oberen^ Stock des Hauses bettelte. — Heuchelheim, 15. April. Die stete Zunahme der Bewohnerzahl unseres Dorfes hat die Errichtung einer weiteren 7. Schulklasse zur Folge gehabt. Die neue Klasse wird einstweilen in einem Mietsraum untergebcacht. Wir haben hier bereits zwei Schulhäuser, dazu befindet sich ein Lehrsaal au, bem Rathause. Wie verlautet, soll ein weiteres SchulhauS mit zwei Lehrsälen im Garten an der neuen Schule im Lause dieses Jahres erbaut werden, zumal auch eine 8. Schulklasse Dohl nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. fc. Butzbach, 15. April. Oekonom Friedrich Fenchel von Griedel, Mitglied der Großh. Landwirtschaftskammer, ist von einer Anzahl angesehener Landwirte als Landtagskandidat für den hiesigen Bezirk aufgestellt worden. Der Bund der Landwirte wird voraussichtlich diese Kandidatur unterstützen. Ten Butzbacher Bezirk vertrat seither der Abgeordnete Joutz-Butzbach. Friedberg, 15. April. Direktor W 0 daegc , Leiter der hiesigen Taubimmmen-Anstalt, ist vergangene nacht plötzlich 0 er- schieden. Obwohl in der letzten Zeit leidend, erwartete doch niemand ein so schnelles Ende, des stets pflichttreuen Anstaltsleiters und Lehrers. Neber 30 Jahre lang versah er sein Amt jum Wohle und stiegen der Anstalt und ihrer Zöglinge. Vor Kurzem war es ihm noch vergönnt mit seiner Frau im Kreise seiner Farnuie oie silberne Hochzeit zu feiern. (Ob. Anz.) >< Laubach, 15. April. Palmarum-Trararum gilt für ben Schnepf e n ft r c ch. In den hiesigen Waldungen war die Schnepfenjagd ziemlich ergiebig, etwa -10 Stück, wovon 25 aus die grast. Wasungen ö)inmen. Ein richtiger Jäger 1 Hießt schon stach dem 5. April nicht mehr .euch sie, ein alter Jägersmann a- s.an bici’11T ailf eine Schnepfe, die ein vollkommen aus- tzedUdetcs Ei bei sich trug und wohl bei uns genistet hätte. JJtaii klagt forcwähvend über die Abnahme des delikaten Sumpfvogels, dann sollte man auch Die Erfahrung des alten Jägersmannes sich zu nutzen machen und nicht bis zum Mai aus ihn knallen. =cn^-d bcm Vogelsberg, 15. April. Die geplante heue Vogelsbergbahn, die „O hmtalbah n", von der man feit ihrer neuen Absteckung kurz vor Weihnachten des vorigen Jahres nicljty gcl'url, iückr wicoer in den Vordergrund des Jnteresies. »orgegem ivurbe^bie projektierte Strecke von den Kreisräten un& Schotten im Verein mir mehreren Ingenieuren besichtigt. o Höchst ii. d. Nidder, 15. April. Ein zehnjähriger cungc Ijuiete an der Nidder junge Gänschen. An einem floljcn’ User rutschte der Knabe aus und stürzte kopfüber in ?cn, r eine alte Frau schreiend Hilfe aus dem Dorfe aerbeigeholt, war Der Knabe schon untergesunken. Nach einer Stunde sano man die Sei ch c. Worms, 15. April. In Der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten üab Oberbürgermeister Kö h 1 c r auf Du- Interpellation per 10ziatdcm0krati 1 chen Stadtverordneten wegen des Rechts des höchst besteuerten Grundbesitzers aui Sitz und Stimme DntMr förrb IjSrabst'dÄiN ZM7'. NNseWstÄMg^n Hdimorbeitn Sein Uebcrttnit zur Konfektion wird für ihn zu einer Notwendig Beit, weil der ftÄstische Klcidorhändler, der Hausierer und tz-' Tetaisveisendc ihm einen Kunden nach, beit andern entfremden Derselbe Konfeftivnär aber, der ihm die Kundschaft zerstört, qi-lt ihm wiederum Arbeit. Denn für den Konfektionär empfiehlt e sich, die Arbeit auf die Dörfer hinanszugeben, weil bet Dorf' schneid er billiger arbeiten kann, als der Kleuischneider in der (Stobt wo die Kosten des Lebensunterhalts viel größer sind. Und aus billige Arbeitslräste ist die Kvni'ektion angewiesen, da sie Haupt, sächlich Massenartikel liefert für die breitesten und ärmeren Sclnchn ii der Bevölkerung. Im fchwffen Gegensatz dazu ist das Gebiet der Leder, induftrie eng begrenzt. Ihre Zentrale und ihr Ausgangspunkt ist die Stadt O,senvach und sie dehnt sich nicht weit üuer ben Kreis Offenbach aus. Daß die Porteseuillefabrikation gerade in Offenbach Fuß fatzte, könnte merkwürdig erscheinen, wenn nian bedenkt. Daß eine Luxusindustrie wie Die Portefeuilleindufttie ein großstädtisches und zahlungsfähiges. Publilum mit 1 einer cm Ichmack zu ihrem Gcocitzen nötig hat. Offenbach zählte aber zue, zeit der Entstehung dieser Jnd.'.strie in Den /Oer Jahren des 18. Jahrhunderts noch keine 50JU Einwohner. Ncur seine gunftige Sage in der Nachüarschast Frankfurts, der bedeutendsten Handel-, zentrale des damaligen Deutfasiands, machte Die Entwicklung bei Ledrrwcrreninbnstrie möglich. Daß in Frankfurt selbst (em Diauir’ für die neue Industrie vorljanden war, lag an den erstarrten Ge> wcrbeverhültniffen biei'er Smdt, die noch ganz von zünftigen An. schauungen beherrscht waren. Man ließ hier kein neues Gewerbe auflommen, das irgendwie in das Aroeitsfeld einer bestehenden Zunft eingriif. Anfangs war in der Ofienbacher Lederwarc.i- industrie der Fabrik- bezw. Dianufa.turoeirieo vertzerrschcnd, dem sich I Puter itccij der Handwerisoetrieo zugesellt. Mit dem wach, sendeit Geschäftsgang, insbesondere als mait in den jOer Iah.ai des borlgen Jahrhunderts sich darauf verlegte, neuen der Quatiüü. wäre auch geringere Massenware abzusetzen, sah man sie, infolge des eintretenden Ärbeitermangets genötigt, mehr und mehr die ländliche Bevöllerung der Umgebung zur Heimarbeit heranzu. ziehen. Vorher hirtte man meist nur kränklichen und älteren Arbeitern, die in der Stade oder deren nächsten Umgebung wohnten, erlaubt, zu Hause zu arbeiten. Von da an aber begann sich oie Hausiridlistig? auch auf entferntere Ortschaften auszuDehnen, ein Prozeß, der sich heute noch immer fortsetzt. Durch die rapide Entivicklung der Leoerwarenindustrie erhielt das gewerbliche Leo en in Oss erwach ein völlig verändertes Äus. sehen. Noch im Anfang deZ vorigen Jahrhultderts war es ganz von der meist lleingewerblichen Textilindustrie veherrscht, die von den srauzösiichen Refugiös nach Offenbach gebracht worden war Die von England ausgehende Umwälzung der Technik der Texlil. induftrie im Verein nut der Zunahme des Großbetriebs, bann aber nicht zuletzt der Umstand, daß das Aufblühen der Leder, induftrie der Textilindustrie den Nachwncl)s an Arbeitslrchten wegnahm, haben Den Niedergang der Steren in Offenbach Der» arilaßt. Die alte hausgewsrbliche Tätigkeit wurde durch eint neue ersetzt, wodurch zugleich größere Violstände verhindert wurden, wie sie anderwärts durch die Verdrängung der l-ausgewerblicl-en Produltwn üt der Textilbranche hervorgeoufen worden find. nacy Der FM- Zkg. r>te Mrmrung ginW L ul W v ' ’ Straskssjn ib onbetc Sbi» jraontnjeni üjhKten n;6!* >ent Äajirn» i deziv. 1O mcr veriuM 1 auS öl eit» eiet WrW Imme! Wtgsi» ivohncr aul r- M irr venirifdl! > aus MMN ich er dir 8^ tc, zu 2 3 em <<»«• $L>eM .»erbliche llbi >i> 3(§ en, «a* ffa \ Blfen I» ’ j -h ««W % Auußr «ttd Wi{fen;d)aft — Die Oertlichkeit von Goethes „Novelle". Narthes „Novelle" erzählt bekanntlich von einer fürstlichen > sellschaft, die von dem Schlosse aus einen Ausflug nach ner in geringer Entfernung gelegenen Ruine unternimmt. ; Lei Weg führt sie durch eine Stadt, in der gerade Jahrmarkt , itl Einige Buden geraten in Prand, in der entstehenden nrwirrung entkommt ein Lowe aus der Menagerie und } indjtet aus die Ruine. Dort wird er von einem wunder- 8denen Knaben gezähmt. Bisher wußte man wohl, daß ■■ »ethe in dieser Dichtung Erinnerungen an seinen Aufent- nü in Böhmen im Jahre 1810 verwertet hatte, über die ^mauere Oertlichkeit jebod) bestand keine Klarheit. Vielfach iiubte man, daß es sich um die Kurstadt Teplitz handle, Lo Goethe zu dieser Zeck weilte, und in deren Nähe der sthloßberg mit einer Ruine sich befindet. Nun hat der .lager Gelehrte Dr. Wukadinovic den sicheren Nachweis erricht, daß es sich um das Fürstl. Lobkowitzsche Schloß . .je überg bei Komotau in Böhmen handelt. Die nabt, in der gerade Jahrntarkt ist, ist die alte Bergstadt eriif, die Ruine der „H a s s e n st e i n" bei.Kaaden. Alle rakteristischen Merkmale des Hassenstein finden sich in ethes Schilderung wieder. — Eine schottische Südpolarexpedition. -c uns aus London berichtet wird, ist der Plan einer ottischen Südpolarexpedition gesichert. Die Leitung des । Icrnehmens übernimmt Dr. William S. Bruce vom Schot- scheu Ozeanographischen Laboratorium, der erst im letzten röst von einer Forschungsreise aus den nördlichen Polar- i.lioneii zurückkehrte. Der Erpeditionsplan umfaßt zu- luchst Tiefseeforschungen im südlichen Polarmeer; dann Uen die Forschungen auf das Wedellmeer ausgedehnt und üc Küstenlinien aufgenommen werden. Ein Versuch, das Erftklafs. Fahrräder u. Zubehör!. lief, billigst, a.a. Teilz. Bertr. ''«»«Rias 5c.XaJ JlUr leim jihlI ■utewn 21 6,°n jüniiiM«, I £in, neues :6W& ■ den 50er Kl Denders \ iHon iiqjjL und M simorbeü lichen unb'2 dmgtbung e2| bet begonn ijj i auviudehig,vl rrenindusiri ! Demnixiiti i»i ibertd war tim «MUi mich! irortc k| Technik cast-, Grochxlrieti, fei sblühen dn iäD. an ArdMch . in Ofitn-M »■' tourte öuq e, vechindmrÄiI er hausM^. in worben in! itl» i, i Ä lanäder! Frische Vogelsberger Stück 7 Psg. 12499 Cemrat - Molkerei, _____Bahnbofftraße 43._____ Empfehle mein reines, klares Matur-Eis § $iu. I«k. gelfenbein. große südliche Polarsestland zu durchqueren, wird btmn oas Unternehmen abschtießen. Tie Kosten der Expedition werden auf 800 000 Mark geschätzt; weitere Sunmicn sollen zur Ausrüstung eines zweiten Schiffes dienen. Die Dauer der Reise, deren Hauptzweck die Fortsetzung der seiirev^eit von der Scotia gemachten Forschungen bildet, ist auf über zwei Jahre berechnet. Handel und Verkehr, VolksrVLrt^aft. • Neue Reichsbank st eile. Am 1. Mar d. I. wird in Dülken eine von der Neichsbankstelle in Ereield abhängige ReichS- banknebenstelle mit Kafsenemrichtung und beschränktem GtroverkelTr eröffnet werden. — Zur Emission der neuen heimischen Anleihen. Es liegt bis jetzt noch immer keine offizielle Mitteilung vor, wie hoch die Gesamtzerchnung für die neuen Anleihen ausgefallen ist. Nach den Acckteilmigen des KüusvVlNnnS sind etwa 270 Millwncn mit Sperre und 440 Millionen frei gezsichnet worden. Die Sperranleiyen werden voll und die anderen Anleihen mit 50 Prozent berücksichtigt werden. Man glaubt, daß die 120 Millionen übernommen weroeu, während die übrige Summe der Anleihe von 530 Millionen bereits als kassiert angeschen wird. — Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft Berlin. Wir haben jüngst darauf hingewiesen, daß die Aktien der A. E. G. in der letzten Zeit eine ziemlich naml-afle Steigerung erfuhren. Als Ursack-e der Aoance hieß es, daß neben den anderen Systemen nunmehr auch die A. E. G.-Turbine int deutjchen Kricgs- schissbau Verwendung finden solle. Ferner wurde als stimulierend angegeben, daß das Unternehmen bei der Eleltrisieruug der bayrischen Staatsbahn jedenfalls herangezogeu würde, gleichwie bei ähnlichen Projekten auf preußischen Bahnstrecken usw. Ferner hieß es, daß eine Käpitaloergrößerung in nächster Aussicht stehe. Es faiw nun vorgestern eine Aussicht^ratssiching statt, in welcher u. a. mitgeteilt wurde, daß die Fakturierung im lausenden Geschäftsjahr wieder höher sei als in dem so sehr begünfügten Vorjahre. Auch werde 0er Direktion anheüngestellt, wenn es an- gez.igt erscheine, 15 Millionen Mark 4',? °,'o tger Obligationen auszugeben. slhtn crsiihrt man, daß die A. E. G. nach dem siatus vorläufig keinen Geldbedarf hat. 9tur für den Fall, daß das eine oder das andere der fchvebenden Projelte perfekt werden soll, sollen die Mittel hierfür gesiehert sein. kirchliche NachrichSen. Katl}vnju/v Wvüivtuoc. Gottesdienst. SamStag, den 18. April, Karsamstag: Vormittags um 7 Uhr beginnen die heiligen Weihen. „ r 8l/a „ Hochamt. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Israelitische BeUgicK; gemeinde. Gottesdienst in der Lynagoge (Südanlage). Samstag den 18. April 1908: Vorabend 7.00 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbatausgang 8.15 Uhr. Märkte. -th. Gießen, 15. April. Der heutige Schweine markt hatte einen Auftrieb von 3u0—350 Stück, meistens Ferkel. Obschon bei dem schonen Wetter viele Landwirte an den Markt gekommen waren, ging der Handel trotz der kleinen Antriebs des Marktes recht flau, so daß die niedrigen Preise der letzten Stärkte unverändert biteben. Obschon der Bedarf und die Nachfrage in ietten Schweinen in den letzten Tatzen wieder lebhafter war — oui den großen Fleischmärkten Frankfurt und 5tötn zogen die Preise um 1.50 und 2 Mk. für den Zentner an — so blieben sie doch in unserer Gegend ebenfalls unverändert. tc. F rank stn r t a. Ai., 15. April. (Tetegr. Ortg.-Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche lllotierungen der heutigen Diehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 29 Ochsen, 0 anS Oesterreich 4 Bullen, 0 aus Oesterreich, 78 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 2011 Kälber, 97 Schaie und Hammel, 1835 Schweine, 7 Ziegen, 7ö Ziegenlämmer, 104 Schallämmer. Bezahlt wurden iür 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 77—81 Mk., 2. Qualität 69—72 Alk., 3. Qualität 00—00 Alk.; Bullen: 1. Qual. 65—68, 2. Qual. 00—00; Kühe 1. Qualität 70—72 Alk., 2. Qual. 64—66 Alk., 3. Qual. 44—46 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Dual. 00—00 Mk. Beznblt wurden für das Pfund Schlacht^ gewicht: Kälber 1. Qualität 86 bis 98 Psg., Lebendgewicht 65—58 Psg., 2. Qualität 87 — 95 Psg., Lebendgewicht 52-56 Psg., Schlachtgew. 00—OO Pfg.; Schcrfe : 1. Qual. Schlachtgew. 80 bis CO Pia., 2. Qnal. 72—74 Pfg. Schweine: 1. Qual. 61—CO Pf., Lebendgewicht 48,0—00 Pf., 2. Qual. 60—00 Pf., Lebendgewicht 47,5-00 Pfg-, 3. Qual. 5 2—00 Pig., Lebendgeivicht 00—00, Pfg. Geschäft bet Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, fein Ueberstand. Limburg a. b Lahn, 15.April. Fruchtmarkt. Turch- schirittspreiS pro Malter. Roter Weizeic (liassauischer) 17,00 Alk., weißer Weizen 00,00 Alk., Korn 14,30 Alk., Gerste 11,10 Mk., Haie^ 7.50—8.00 Mk., Erb seil 6,00 Mk., Kartoffeln 0,00 Mk. Giesrener TSeLterDiettst. Boranssichtliche Vitrerung für Hessen am Freitag den 17. April: Fortdauernd heiter und trocken. Nachts kühl. Am Tage ziemlich warin. Frische nördliche bis östliche Winde. Berlin, 16. Zlpril. Das Alltglied der Alademie der Künste Maler Fritz Werner ist im 81. Lebensjahr gestorben. Stilttgart, 16. April. Der Generalleutnant Freiherr von Starkloff ivurde zum Jnspcktr'iir der 3. Kavallerie- Jnspellion mit dein Sitz in Münster i. W. ernannt. Salzburg, 16. April. Die hiesige katholische Kirchenzeitung meldet, der Papst habe augeorduet, daß der aufgehobene Orden der heiligen Cäcilie ivieder e i n geführt werde. Außerdem soll ein Orden des heiligen Thomas von Aguüw für Verdienste um die katholische Literatur neu gv- stistct werden. Wien, 16. April. Wie uiüerrichteterseits versichert wird, steht es noch nicht endgültig fest, ob Kaiser Wilhelm den Kriegshasen von Pola besuchen wird. Sollte dies der Fall sein, so würde ein Erzherzog den Kaiser in Pola erwarten, um ihn daselbst namens deS Kaisers Franz Josef zu begrüßen. Wien, 16. April. Entgegen den von einzelnen Blättern verbreiteten Alarmnachrichlcu über eine angeblich bevorstehende innerpolitische Krise wird an maßgebender Stelle versichert, daß zwar die Frage der Ossiziersgehalter noch einige Schwierigkeiten bereite, daß die (Situation aber absolut nicht kritisch sei. Es steht zu erioarteit, daß die Delegationen auch hierzu ihre Zustimmung geben werden, sobald die Budgets in den beiden Parlamenten erledigt sind. Paris, 16. April. Der „Matin" ist ermächtigt, die Nachricht, Präsident Falliöres werde im Laufe dieses Sommers dem Kaiser Franz Josef einen Besuch in Ischl machen, als unzutreffend zu bezeichnen. Narbonne, 16. April. In der letzten Nacht explodierten vor der Wohnung Bürgermeisters und in dem (Werten eines wohlhabenden Grundbesitzers zwei Bomben, die aber nur geringen Materialschaden anrtchtetcn. Ferner fand man ixr dem Haige ei .es Ligcndümcrr eine dritte Bombe, deren Lunte audgegangtn war. Man vermutet, daß diese Attentate mit dem AuSstandc der Landarbeiter in Zusammenhang stehen, der seit 30 Tagen dauert. Dublin, 16. April. John Redmond, der Führer der Irländer, erklärte, die Veränderungen im Kabinett würden auch eine Aenderung in der Haltung der Iren gegenüber der liberalen Partei nach sich ziehen. Die Irländer könnten unmöglich für Churchill stimmen. Stockholni, 16. April. Der Besuch König Eduards ist auf den 26. d§. Mi§. festgesetzt worden. Derjenige des Präsidenten FalliöreS ivlrd in der ersten Woche beS August staltfiliden. Athen, 16. Aprll. Hier zirkulieren ncuerbings Gerüchte, daß König Eduard von C u g l a n d im Laufe des Sommers e i n e M i t t e l m e c r s a h r t u u t c r n e h m e n und Griechenland, sowie Konstantinopel besuchen werde. New York, 16. April. Ein 2 a m m b r u ch 15 Meilen oberhalb von Sxlena im Staate Montana hat die Zerstörung von zwei Ortschaften zur Folge gehabt. Reiter sprengten mit ütrl)nB Ä. ßiicliacker. || 1. Henptgewinn: 20,000 1 Ziehung W. April. £3288 Bar gewinne ohne Abaog Ith 2960 Gewinne: @10,800 L VSlOSäL M.} Portou. Liste 3?Pf Osseriere billigst 1915 Hhgtenifche Bedarfsartikel. 1 Qtiiiitr. Katalog gratis u. franko. Versandhaus Befer ne. Frankfurt a. M. Postfach 197. ihvv'J__________ | hochprozentigen H scin^cmahlcnen EA kohlensauren ® S. Schamaberg, Marburg. Telephon 262. Prima frische echte FlRkslilter MrWen prima neue gutkochende grche x. titixt Lixsex empfehle billigst. [469 August WaUeußets, Marktplatz 15. Telephon 390. Dutzend 70 Pfg. L. Steinhäuser onen Achtung! Wer eine Herren- o. Damen- 1«: c, Wecker, Regulator zu Ostern oderKonfirmation braucht, der besichtige mein Schaufenster Löwengasfe 20. Für jede Uhr wirb zwei Jahre Garantie geleistet. Eig. Repar.-Werkst. 031121 J. Horn eck. Ailaz vM Emil |g| iB Sieft» Dir loiilrtfjifflljt RMkvxde Ein Leitfaden für Lehrer a» lündlichc« FortbildrmgHschuten sowie zum Selbstunterricht. Versaßt von Prost'sior Dr. Paul Eistv'us, Direktor des lmidwirtschastlichen Instituts der Universität Gießen | Preis geheftet Mik. 2.40, gebunden Mk. 3.—. Die ländliche Fortbildnugsfchule, 1907, No. 8: | Der Verfasser leitet die Kurse zur Ausbildung von ländlichen B Fortb -Schullehrern an der Universität Gießen. Das Hauptgewicht liegt dabet naturgemäß darauf, die Naturkunde in der Zonb.-Schule der Landwirtschaft dienstbar zu machen, „Der in dem Kursus behandelte Stoff wurde in dem vorliegenden Leitfaden zusammengesaßt, um die in Gießen gesammelten Erfahrungen auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen.... Der dem Fortb.-Schullehrer dargcbotene Stoff geht naturgemäß über den Stoyumsana hinaus, den die einzelne Schule 8 ihren Schülern darbietet. Aufgabe der einzelnen Fortb.-Schule I bleibt es, den lokalen Verhältnissen nach bte StoffauSwahl im | emzelnen $u treffen." Inhalt: Der Boden (Bestandteile, (Snt- B fiebung, Eigen schoflen, Arten, Schichten und Feldarbeit), der fl Dünger (Haupt- u. Beidünger), Landwirtschastt. Pflanzenkunde e (Bestandteile der Pflanze, Halmfrüchte, Schmetterlingsblütler, § andere Futterpflanzen, Wurzelfrüchte, Oel°, Gespinst-, Fabrik-, E Wiesenpflanzen, schädliche Pflanzen), Landwirtschaftliche Tier- 8 künde, (Bau, Ernährung, Gesundheitspflege, Tierzucht, Milchoer- f wendung, schädliche Tiere). DsS Buch wird empfohlen. ^atorreiiier Apfelwein in Flaschen und Gebinden liefert jedes Quantum frei HauS [2530 H. Trechsler Steinstr. 48. Telefon 581, Wirten und Wiederverkäufern _________hoher Rabatt._________ Kunstdünger Saat- u. Speisekartoffeln frühe u. späte, enwfiehlt 02740) K. Sier, Dammstr. 46. 03137) Ein junne« Hahn iu^igfr abzugeben. Ltaiser-Ällee 33. Ein schönes Eichen-Pult billig abzugeben. 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