»ges, “u aän-ltz Ns- ISiBüHäH? 6,6 ftCl'Kttt tt 6«ijtlbt tieb. Inrratiea muet (Bg »er rttuaget erbeten. !iib OUliWoiW - -l> leiben gfi. ngebote unter lös etter ünzeiger tri wird iaub. gewaidjä u- aui neu ntbürttli Säoltcitanlie 11 Ftbeisußhcrüi 4ait auger bta Herren* und Stuuro auöbeiicm. Ingebote unter M teuer Änzkiger erb. D »9 A.-G. Winzlar. ,c wünsch, m 5 • flme Mroerlub ES* ~ schuiE peötnfl. uni. 4U2 aifJ I V isssen 1906- 22. d-. W* billig iS zu verleibe», joh. dorneck ~ vöioengfliit g ciU «aem OunM , isynmanums M -atetit gegen müBHä L ti. jiident iit junger Da»' i werde». $ ;el-Knreus. tHai^büscin eilen: ochen grunolirij na- 1L Vinbeno.ai? 511 iaakeiiAq! 1 Ktou Hoimauu. satznbomaseA. UifliäiM S s ^-iuifnckcr Hof. )U'ußM« u, läoeicfiit. 48L 1HÄ *s^ J&s** j WapP31 1 * 13SÄ rLS ÄS mit. de« s-r» reife- 0. Dienstag 21. Januar iy08 Erstes Blatt 158. Jahrgang irr. 1 Der Lietzener Anzeiger «rschernl täglich, aufeet Sonntags - Beilagen: Viermal wöchentlich «tetzenerZLmilicnblätier; zweimal wöchentl.ürei5» blatt für den Urei» Gictzen sDtenStag und Freitag); jroeimal irionatl Land- »tttichaftliche Leittragen - Ä BezugSprer V monatlich 75Ps., viertel- IlvIl’VB' 11 jV !■ Wir▼ sS'sä K«rnlprech - Anschlüsser Kä M Verantwortlich jfit bte Redaktion 112, f e A _ für den politischen Teil: WU General-Anzetger für Gberhefsen WWW ui die Tagesinmi.ner RotatfonrdruS und Verlag deryrffhl'schen Uttiv.-Yüch- vnd Stein-nrckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. 8n eigenteü: H. Beck. NS vormittags 10 Uhr. • Stimmungsbild aus dem preutz. Abgeorduetenhauje. Der druische ziottenverein. Am Sonntag hat, tote bereits gemeldet, die außerordentliche Generalversammlung des deutschen Flottenvereins in Kassel stattgesunden und einen Ausgang genommen, wie man ihn im großen unb ganzen erwartet hatte. Das Präsidium, einschließlich des Generals Keim und des Fürsten zu Salm, Hut sein Amt niedergelegt und neben üblichen Dank überdies noch ein besonderes Vertrauensvotum erhalten. Gerade dieser letzte Punkt ist es, um den sich alles drehte und der schließlich einen vollständigen Aruch mit den Bayern herbeiführte. Die Morgenblätter veröffentlichen nun allerdings folgendes Telegramm aus Kassel: „Die Auffassung, als wenn die Bayern Qus dem Flottenverein ausgeschieden wären, ji.st irrtümlich. Die Bayern gehören ganz wie bisher dem Flottenverein an. Freiherr v. Würzburg." — Bon Onscheinend unterrichteter Seite wird dem Tageblatt versichert, die Bayern wollten nur einstweilen nicht die äußersten Konsequenzen ziehen, vielmehr solle erst in der nächsten Zeit eine außerordentliche Generalversammlung des bayerischen Landesverbandes nach München einberufen werden, die zu der veränderten Lage Stellung nehmen solle. Die in Kassel herrschende große Erregung war begreiflich, anderseits aber wäre es im Hinblick auf die ganze Situation mnd im Interesse der Sache doch wünschenswert gewesen, mann man trotzdem ruhig Blut bewahrt und einen Ausweg gewählt hätte, der keinen Keil in die Flottenbewegung zu treiben geeignet ist Der Vermittlungsoorschlag des früheren Oberlandesgerichtspräsidenten Hamm, der dem Präsidium für feinen hochherzigen und patriotischen Entschluß, zurückzutreten, (einen Dank ausspricht und demselben für seine Tätigkeit im Dienste deS Vaterlandes warme Anerkennung zollt, ein ausdrückliches Vertrauensvotum aber unterläßt, wäre diirchaus akzeptabel gewesen, aber die Wogen gingen zu hoch, als daß man derartigen Erwägungen Raum gegeben hätte. Es läßt sich nicht leugnen, daß im Kampfe der Geister auf beiden Seiten stark gesündigt worden ist. Daß es ein schwerer taktischer Fehler war, den zweifellos um den Flottenverein hoch- orrbienten General Keim an die Spitze der Geschäfte des sätze sich endlich mildern werden. Villelcht gelinge es dem neuen Präsidium, später eine neue Brücke nach Bayern hinüber zu schlagen. Während das Hauptorgan der Keimschen Richtung, die Tägliche Rundschau, sich eine Kritik noch vorbehält, schreiben die ihr gleichfalls nahestehenden Berliner Neuesten Nachrichten, es könne von einem Siege der Bayern keine Rede sein. Ihr Ziel, General Keim zu ver- drängen, hätten sie zwar erreicht, aber eine schwere Niederlage habe ihnen die öffentliche Dieinung in der Versammlung doch bereitet. — Die Münchener Neuesten Nachrichten erklären, daS Präsidium sei Schuld an der schlimmen Situation. Es hätte die Leitung der Kasseler Tagung gar nicht mehr übernehmen dürfen und habe dabei weiterhin einen bedauerlichen Mangel an Objektivität bekundet. Die Haltung der bayrischen DeUgirten sei unanfechtbar. Im Uebrtgen ist daran zu erinnern, daß auf der Deligierten-Versammlung vom 29. Dezember die Einberufung einer Hauptversammlung des bayrischen Landesverbandes alsbald nach der Kasseler Tagung ohnehin schon beschlossen worden ist. Stimmungsbild aus dem Reichstage. Berlin, 20. Jan. Die Viehseuchennovelle. Mehr und mehr nehmen die ersten Lesungen den Charakter von Kommissionsverhandlungen an. Die Wortführer der Parteien halten sich verpflichtet, bei jeder einzelnen Bestimmung eines Gesetzentwurfes ihr Sachverständnis in der gründlichsten Weise leuchten zu lassen, und nehmen dabei auch keine Rücksicht darauf, daß ihre Vorredner schon genau dieselben Gesichtspunkte vorgetragen haben. So unterscheidet sich die Plenarverhandlung von der Erörterung in der Kommission eigentlich nur noch dadurch, daß der Redner im Plenum die Paragraphen der Reihe nach vornimmt, während diese hernach in der Kommission jeder einzeln für sich durchberaten werden. Da nun bei dieser Art der Behandlung die Gründe und Gegengründe mit jeder weiteren Rede immer mehr den Reiz der Neuheit verlieren, kann man es den an den Einzelheiten nicht so interessierten Mitgliedern des hohen Hauses nicht so sehr verdenken, wenn sie ihre Plätze im Sitzungssaale mit einem b?quemeren Sitze in einem der Erholungsräume des Hauses vertauschen oder sich im Lese- oder Schreibzimmer einer nützlichen Beschäftigung hingeben. .Heute passierte es einem solchen Abgeordneten, daß ihm jedesmal, so oft er den Kopf zur Saaltür hineinsteckte, um sich über den derzeitigen Stand der Verhandlung zu unterrichten, von der Rednertribüne das Wort Rindvieh! entgegenklang und er entsetzt die Tür wieder schloß. Vor acht Tagen schon war eine recht umfangreiche Aussprache über die Viehseuchennovelle gewesen und man hätte sie nach den noch ausstehenden Reden der Sozialdemokraten und des Freisinns füglich für erschöpft halten dürfen. Aber der postgewaltige Herr Krätke, der mit seinem Unterstaatssekretär Dr. Sydow um 4 Uhr, des langen Wartens in den Vundesratszimmern müde, seinen Platz auf der Estrade des Bundesrats im Sitzungssaale einnahm, räumte schließlich doch das Feld und muß zur Vertretung seines Telefunkenmonopols morgen noch einmal kommen. In der Beurteilung des Viehseuchengesetzentwurfs waren sich alle Redner in der Hauptsache einig. Nicht einmal der Sozialdemokrat Scheidemann verkannte die Notwendigkeit des von der Vorlage angestrebten Seuchenschutzes, und allen Parteien im Hause ohne Ausnahme gehen die diskretionären Befugnisse der Polizei zu weit. Das Ergebnis der Beratung in der 28gliedrigen Kommission kaim man danach vorauSsehen. Den Beigeschmack eines Polizeigesetzes wird man dem Entwurf nach Möglichkeit nehmen und im übrigen vielleicht die nichtbeamteten Tierärzte zur Ausführung der Seuchcn- kontrolle in weiterem Grade heranziehen. Die Freisinnigen Dr. Mugdan und Gothein benutzten die Gelegenheit zu kritischen Bemerkungen über die Art, wie die Sperrmaßregeln an der Grenze von der preußischen Regierung nach ihrer Meinung über das wirkliche Bedürfnis des Seuchenschutzes gehandhabt werden. Aber dem Gesetzentwurf selbst legten auch sie keine agrarisch-politische Tendenz bei. Nur die Sozialdemokratie weiß aus allen Blumen Honig zu saugen, und so brachte es denn Herr Scheidemann fertig, sich selbst bei den Viehseuchen einen Ordnungsruf zuzuziehen. Berlin, 20. Januar. Gähnende Leere im Unterhause: kaum ein Dutzend Abgeordnete sind zur Stelle, als die Spezialdebatie über den Agraretat wieder anhebt. Ein kurzes Intermezzo von einiger politischen Pikanterie: Der nationallwerale Abg. Dippe will bei der namentlichen Abstimmung am letzten Donnerstag mit „Ja" gestimmt haben, der ^^jyjf^Orer hat „Nein" gehört. Beide blieben bet ihrer Ansicht, aber da es sich um keinen welterschütternden Konflikt handelte, war die Saclve mit Rede und Gegenrede abgetan. Einen großen Raum in der Debatte nahm das Kapitel General- kommissionen ein, wie alljährlich. Wieder wurden die oft gehörten Klagen über die Organisationsmangel bet diesen Behörden laut, wieder forderten Redner aller Parteien die schleunige Beseitigung dieser Mängel. Wer auch diesmal blieb die Regierung unnahbar. Eine Neuordnung der Organisation der Generalkommissionen kann nicht eher als bei der geplanten allgemeinen Reorganisation der gesamten Ver- Vereins zu stellen, darüber dürfte man sich wohl m allen kinsichtigen Kreisen klar sein, beim seine Wahl hatte unbedingt politischen Beigeschmack im Hinblick auf die Vorgänge bei den letzten Reichstagswahlen und die Kölner Generalversammlung des Flottenvereins. Gewiß ist es nicht notwendig, daß ein derartiger Verein sich lediglich nach der Meinung und dem Standpunkte hoher Gönner richtet, ebensowenig soll er lediglich dazu da fein, der Regierung sklavisch Gefolgschaft zu leisten, d ann es soll sich um eine volkstümliche Bewegung handeln. Selber darin liegt noch nicht, daß man wie die Keimsche Richtung eS- tut, in der Agitation für die Flotte d«ie Reichsmarine herabsetzt und vor allem die verantwortlichen Leiter als vollständige Ignoranten hinstellt, weil sie den allzu weit gehenden Wünschen einiger Herren im Flottenverein wicht auf das Bereitwilligste nachkommen, sondern sich im Einblick auf die Finanzlage des Reiches auf das unbedingt t -forderliche beschränken zu müssen glauben. Darin liegt I k'iineswegs eine Preisgabe unserer Verteidigung zur See, doenn unsere Marineverwaltung dürfte fehr wohl wissen, wie- i weit sie mit ihrer Sparsamkeit zu gehen hat, zumal sie sehr wohl weiß, daß eventuell doch trotz aller finanzieller Kala- ; miitäten daS Geld aufgebracht worden wäre, um einen vermarkten und schnelleren Ausbau unserer Flotte herbeizuführen. Lrotzalledem kann eine lebhafte Agitation für den Flotten- ßjidanken in der Bevölkerung nichts schaden, im Gegenteil tonne inan eine sosche nur wünschen, um das Interesse für unsere Marine wach zu halten, unb man wird umso größere Erfolge erzielen, wenn man bie wünschenswerte Lebhaftigkeit mit weiser Mäßigung zu paaren verstehen wirb. Die Krisis im Flottenverein hat fraglos viel Schaden angerichtet, aber n.ian darf hoffen, baß man aus den Erfahrungen der letzten LIochen gelernt haben wirb, um eine neue unb gebeihliche lUera herbeizuführen. Das Resultat ber Kasseler General- m-rsammlung des Flotten-Vereins wirb in den Berliner Wendblättern erklärlicher Weise eifrig kommentiert und dabei nilt Ausnahme der dem Präsidium nahestehenden Blätter die Hoffnung ausgedrückt, daß bie Aera Keim befinltiv vorbei sei. So verlangt die K r e u z z e itu n g, baß General Keim unb seine fanatischen Anhänger aus bem Flotten-Verem ausscheiden, sonst werde er durch innere Stre.- tigkeiten für immer lahm gelegt. Auch die Deutsche Tageszeitung hält den destnitiven Verzicht Keims für erforderlich, Damit der Flotten-Verein nicht wieder in solcher Weise m die tzarteipolitik eingreife. Die Vossische Zeitung bemerkt, voraussichtlich werden sich die Gemüter inzwischen soweit beruhigen, daß inTanzig das Präsidium mit Männern besetzt wird, bie an dem frampf gegen bas System nicht persönlich beteiligt gewesen sioid, aber auch nichts mit Herrn Keim und seinem System nemein haben. Unter diesen Umständen wurden dann wohl circh die Bayern wieder dem Verein beitreten und Prinz Rupprecht wieder daS Protektorat übernehmen. Die Germania gefürchtet eine Wiederwahl Keims und führt weiter ans, die Kluft zwischen Nord und Süd sei m Kassel nicht überbrückt sondern verlieft worben. Es werbe Sache aller Beteiligten lein, zu zeigen, baß bie maßgebenben Faktoren im deutschen Li-A; vch nicht mit bem Flottenverein ibentiftjieren vvi, a . v , Zlt 1 en aefährlichen Chauvinismus bes Systems waltung erfolgen, ©a erklärte ber K-im verwerfen? Die Post hofft, baß die Gegen-1Immerzu will er, sowett es möglich, lnZ dnitn dnrch em Zwischengesetz bie Hauptmängel, aozuneuen ,uchen. Tie ausgedehnte Erörterung über das ländliche Fortbildungsschul- ivesen, die Fachschulen, Haushaltsschulen und dergleichen brachte den erfreulichen Beweis, wie reges Interesse Regierung und Volksvertretung diesen wichtigen Fragen zuwenden. Allerdings erklärte £err v. Arnim, daß man an die allgemeine Einführung des obligatorifä-en Fortbildungs- schu tunte reich ts iwch nicht gehen könne, weil einmal nicht genug Lehrkräfte vorhanden, zum andern aber auch das Be- biirsnis nicht überall erwiesen sei. Der Rest der Sitzuikg galt der Erörterung einer Reihe unwesentlicherer Minsche, und gegen 4 Uhr vertagte sich das Haus. geboten sei. 'S Deutsches Reich. Berlin, 20. Jan. Die B u d g e t ko m m iss io n deS Abgeordnetenhauses genehmigte nach kurzer Debatte den ForitverwaltungSetat und sodann debattews die Extraordinarien oes Auswärtigen, der Lottcrieverivaltung, der Staatsarchive, ber Ober-Rechnungslainmer und des Kriegsministeriums. Berlin, 21. Jan. Gegen biß Neuordnung der Fernsprechgebühren haben der Zentral-Ausschuß Berliner kaufmännischer und gewerblicher Industrieller und der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller in ihrer Plenarversammlung am 20. d. Mts. energisch Stellung genommen und mit allen gegen 5 Stimmen eine entsprechende Resolution bo Kiel, 21. Jan. Die Handelskammer beschloß, eine Petition an den Reichstag zu richten, er möge von dem Vorschläge des Reichspostamts wegen Älenderung der Fern- sprechgebühren-Ordnung absehen und die bisherige Art der Bezahlung der Pauschalgebührey, sowie Grundgebühren unb Einzelgesprüche beibehalten. Breslau, 21. Jan. Amtliche deutsche Erhebungen haben die überraschende Feststellung ergeben, daß nach derpol- nischenBoykott-ErklärungeinewesentlicheStei-' gerung der deutschen Warenausfuhr nach Rußland eingetreten ist. , Die Morgenblätter melden aus Essen a. d. R.: Einzelne Zechen des Ruhrbezirks nehmen Lohnkürzungen vor. Auf Zeche „Zentrum" und auf Zeche „Eiberg" wurden die Gedinge um ö bis 30 Pfg. herabgesetzt. , f Weimar, 20. Jan. Der Kaiserliche Generalkomul a. D. Geheimer Rcgicrungsrat Dr. v. Eckhardt, ein geb. Livländer, ist gestorben. S t u t t g a r t, 20. Jan. Eine stark besuchte Vertrauens» männerversammlung des 9. Württembergischeni Reichstagswahtkreises nahm nach einem Vortrage über die politische Lage folgende Resol.i'tion an: „Die Vertrauensmänner der Äolkspartei des 9. Württembergüchen Reichstags- Wahlkreises bedauern, daß der Reichskanzler seine öflentlicg gemachte Zusage einer Mitberücksichtigung der liberalen Staatsauffassung nunmehr in seiner preußischen Politik öi- fentlichverleugnet und sich nicht einmal gegen diellnsitl- lichkeitenderkontrolliertenStimmenabgabe ausgesprochen hat. Sie erklären, daß angesichts der veräicherten Taktik des Reichskanzlers nunmehr ein verstärktes Mttz- rrauen der Linken gegen die Politik und die P er» son des Reichskanzlers und eine Aenderung der Taktik Aus K.asr uito fcano. Gießen, Hl. Jan. 1908. ” Vom Großh. Hofe. II. KK. HH. der Großherzog und die Großherzogin besuchten am Samstag den Liederabend der Darmstädter Mannergesangvereine in der Turnhalle am Woogsplatz, wo sie bis 1115 Uhr nachts blieben. ’• I. K. H. die Großherzogin wohnte am Sonntag mit Prinzessin Dorothea zu Solms-Lich dem Gottesdienste in der Schloßkirche bei. Zum Besuch im Neuen Palais trafen n. d. Darmst. Ztg. am Montag abend ein Prinz und Prinzessin Reinhard zu Solms-Hohensolms-Lich. ** Die Bilder-Ausstellung in der Lesehalle enthält diesen Monat laut Katalog 42 neue Nummern. Es^ seien davon besonders genannt: Dürer „Das Wappen mit dem Toms- kvps", Rembrmtdt „Familieubildnis" und „Jakobs Segen", jianael „Madonna im Grünen", Murillo „Geldzählende Kinder', ^er- [rord) „Das Kvnzert", A. van de Velde „EiSbelustigung", Anüune Pesire „Am Klavier", Fr. Boucher „Venus, Mer^ir und Amor , Adolf Menzet „Tlieatre Gtzmnase zu Paris", Munkascy „Tre Erzählung", Volknmrui „Ter Rhein bei Bingen'', Daur „Beschneite Höhen", F. v. Uhde „Auf dem Heimweg". Ter Stereoscop- Apparat zeigt Ansichten aus Italien. ,,, . Geflügel-Ausstellung. Der hiestge Gesluged Verein ist mit der Verband sgeflügel-Aus st ellung der vberhes fischen Geflügelzüchter beauftragt worden. Sre wird vom 8.—10. Februar If. Js. mit einer Verlosung m den Lokalitäten des Windhoscs abgchalien. Tie hessisckie Landtvirt- jchaitsiammer hat 10 Ehrenpreise gestiftet, ebenso haben saft lumtliche Geflügeivereine von Oberhessen solche zugesagt. Dreje Ausstellung wird zeigen, wie sehr sich in den letzten Jahren die Geslügelzucht in Oberhessen gehoben hat, denn man wrrd meistens nur erstklaisiae Tiere zu sehen bekommen. Der Meldeschluß ist auf den 25. Januar 1908 festgesetzt. Anmeldeformulare werden noch bei dem ersten Vorsitzenden Wcinhändler Schwan abgegeben. . ,. ,. r ., Lich, 21. Jan. Dor kurzem wurden hier bie sterbtichen Ueberreste der Frau ixä Groß!). Bürgermeisters formet zu Grabe getragen. Ter für unsere Stadt ganz ungewvhn- lich große Leichrnzug sowie die zahlreichen Kranzspenden waren wohl der beste Beweis dafür, welch große Wertschlitzung bie Verstorbene in weiteren Kreisen genoß. Tem gab auch der amtierende Geiftlick)e Stistsdcchant Klingelhöffer am Grabe in tiefergreisenden Worten Ausdruck. Lich, 20. Jan. Aus dem Hofgut Conhausen erhielt heute der Linecht Peter aus Birklar, jetzt wohnhaft in Hattenrod, von einem vor kurzer Zeit neu angesck>afsten Pferde einen Schlag vor den Kops, so daß das Hirn verletzt wurde. r. H u n g e n, 20. Jan. Bei der Hantierung an einem Benzinmotor in einem hiesigen Geschäft entstand eine Explosion, wobei der Inhaber und ein Lehrling im Gesicht verletzt wurden. I. Geiß-Nidda, 20. Jan. Ein bedauerlicher Unglücks fall ereignete sich am Samstag abend bei der ersten Generalversammlung des neugegründeten Turrwereins. Als in vorgerückter Stunde noch Pyramiden gestellt werden sollten, fielen einige der judcnsalls noch nicht genügend durchgeübten Leute aus schon betn.chuick-er L)öhe herab. Einer bavvn, Otto Scherer, Sohn des Lmidtvirts Konrad Scherer II., brach ein; ü bin, y,i 3uu. pvi Vc Wl 1897 b Unsere die stä tragten aus bi das 5' und U liegt n zu bii werden im Lai sitzungen geben uns doch befriedigende Ausblicke für die kom-i wende Saison. . Seit Jahren wird in den beteiligten Kreisen lebhafte Stiegt über die im Baugewerbe herrschenden Mißstände geführt und namentlich darauf hmgewiescn, das; gerade diesem Gewerbe sich besonders oft ungenügend vorgebildete, in anderen Berufen gescheiterte Existenzen zuwenden, ohne daß sich nach der Lage der Gesetzgebung eine Möglichkeit zur Ausschließung dieser technisch und häufig moralisch ungeeigneten Elemente biete, so sehr dies auch wegen der für die Bauarbeiter, wie für das Publikum daraus erwachsenden Gefahren zu wünschen wäre. Die ständigen Bestrebungen der Handwerkskammern haben denn auch zur Annahme eines Gesetzentwurfs geführt, wonach Bauunternehmern und Bauleitern der Gewerbebetrieb untersagt werden kann, wenn Tatsachen vorliegen, welche die Unzuverlässigkeit des Gewerbetreibenden hinsichtlich dieses Gewerbebetriebes dartun. Der Untersuchung muß die Anhörung von Sachverständigen, deren Ernennung bei handwerksmäßigen Gewerbebetrieben nach Anhörung der Handwerkskammer erfolgt, vorangchen. Ein Mangel an theoretischer oder praktischer Vorbildung kann aber bei den Personen nicht geltend gemacht werden, die die in der Gewerbe-Ordnung vorgeschriebene Mei st er Prüfung in dem Don ihnen. ausgeübten Gewerbe bestanden haben. Mit diesen Bestimmungen soll insbesondere ein wirksamerer Schutz den am Bau beteiligten Arbeitern gegen Unfälle gewährleistet werden. Gegen wertergehende Forderungen nach dieser Richtung bestehen bie~ aller schwersten Bedenken. Die Baukontrolle z. T. in die Hände von gewählten Arbeitnehmern zu legen, muß die größten Unzuträglichkeiten im Gefolge haben. Auf der Baustelle darf nur Einer Herr sein, soll die Autorität nicht verloren gehen, das ist der Meister, der auch die Verantwortung zu tragen hat. Der zurzeit dem Reichstag vorliegende Gesetzentwurf über die Sicherung der Bauforderungen dürfte weiterhin geeignet sein, eine Reihe von Mißständen zu beseitigen, insbes. dem Kleinhandwerker die Früchte seiner Arbeit an Neubauten zu sichern. Wenn ich auch nicht verkennen will, daß der Gesetzentwurf vielleicht nicht alle Wünsche, die das Baugewerbe hat, erfüllen kann, so dürste er doch im allgemeinen geeignet sein; eine gesunde Bauweise fördern zu helfen. In einer Anzahl von Wünschen, die wir dem Reichstag unterbreitet habens haben wir insbesondere auch ausgesprochen, daß die Baufor- berintgen bei solchen Neubauten, bie an Stelle eines abgebrochenen ober zerstörten Gebäubes errichtet werden, einen gleichen Schutz genießen sollen, wie Neubauten, bie auf unbebauten Gruubstücken aufgeführt werden. In den letzten Tagen hat denn auch die Kommission durch Annahme eines dahingehenden Antrags diesen Wünschen Rechnung getragen. Die Bekleidungsgewerbe haben insbesondere unter der großen Konkurrenz der Industrie zu leiden. Die Maßschneidereien können nur schwer gegen die immer mehr überwiegende Konfektion aufkommen. Insbesondere ist cs bei letzterer oft die erhebliche Verbilligung der angebotenen Ware, welche den Maßschneidereien einen Teil der Kundschaft hinwegnehmen. Ganz besonders aber ist es das Schuhmachergewerbe, das unter der erdrückenden Konkurrenz der Großindustrie zu leiden hat. Während auf dem Lande noch mehr die von den Schuhmachern hergestellte Ware bevorzugt wird, ist nicht zu leugnen, daß bei den Schuhmachern in den Städten und deren Umgebung das Anfertigen für die Kundschaft finnbig im Abnehmen begriffen war. Vielleicht ist es mit ein Erfolg, der in den letzten Jahren betätigten Bestrebungen nach besonderer Ausbildung des Nachwuchses im Handwerk, wenn heute wieder, wenn auch langsam, die Nachfrage nach guter Maßarbeit reger geworden ist. Die Nahrungsmittelgewerbe haben wie alle anderen ebenfalls unter dem Anwachsen der Konkurrenz zu leiden. Besondere Klagen kommen von diesen Seiten, daß bei Lieferungen für staatliche und kommunale Institute vielfach von einem Verdienst keine Rede mehr sein könne. Ungünstig werden insbesondere die Preise beeinflußt durch die Konkurrenz der Brotfabriken, der Konsumvereine und der Warenhäuser, durch diese Gründungen des Großkapitals, denen gegenüber die Handwerksbetriebe naturgemäß einen schwierigen Stand haben. Was ich im übrigen von der Preissteigerung der Rohmaterialien, der ungünstigen Beeinflussung der Geld- und Kreditverhältnisse vorhin für das Baugewerbe gesagt habe, das gilt selbstverständlich für alle übrigen Gewerbe. Was nun die Frage der Lehrlingsverhältnisse an- geht, die die gesamten Gewerbe betrifft, so wird hierüber ein anderer Referent berichten. Hinsichtlich der Frage der Lehrstellenvermittlung haben wir die Einrichtung getroffen, daß solche durch das Bureau der Kammer erfolgen könne. Sic erfolgen weiter durch die städtischen und privaten Arbeitsämter, die Zentralstelle für die Gewerbe, durch einzelne Innungen und den Aliceverein, Abteilung für schulentlassene Waisen. Interessant ist ein Nachweis über das Prüfungswesen im Kammerbezirk, das uns die Wirkung des Handwerkergesetzes von 1897 auf diesem Gebiete vor Augen führt. Beteiligt bei diesen Prüfungen sind einmal die Kammer selbst, die Ortsgewerbevereine und Innungen des Landes. Es haben die Gesellenprüfung bestanden in 1902 1903 1904 1905 1906 1907 1056 1564 1546 1806 1882 1863 Aus dem Jahre 1907 stehen noch 4 Ausschüsse aus, so daß voraussichtlich die Prüfungszahl aus 1906 wiederum übcr- Ichvitten wird. inen <ß)üne ßWtei M iul( *tVril A; - machen möge durch Ankauf alten bäuerischen Hausrates, der doch unseren städtischen Räumen nie zur Zierde gereichen könne, dagegen dem alten Bauernhause meist seinen höchsten Reiz verleihe. Immer mehr verschwinde aus den Bauernhäusern der altehrwürdige Webstuhl, dem man heute eigentlich nur noch im Schtitzerlande begegne, das alte Mobiliar, das alte Geschirr. Einige ganz köstliche Einblicke in alte oberhess. Gemächer mit ihren ehrwürdigen Schränken, Truhen, Tischen, Stühlen, Uhren, Lampen :c. gewährte uns Prest. Walde, während hetite das oberhess. Bauernhaus zumeist mit Tannenholz- und Nußbaummobeln aus städtischen Abzahlungsgeschäften kläglich angefüllt werde. Der deutsche Bauer halte ja gewöhnlich mit großer Zähigkeit, mit Fleiß und Treue am Alten fest, an der Eigenart der Väter und Vorväter, und noch mehr als der Bauer sonstwo im Reiche dec bei uns in Oberhcssen. Doch gar bedauerlich sei es, wenn auch er, freilich immer noch weniger als der Bauer in anderen deutschen Gauen, von seiner alten Innenausstattung, von seiner ursprünglichen Tracht sich trenne. Um so wichtiger ist es, mitzuarbeiten an der Aufrechterhaltung des guten Alten, an der Eigenart auch der oberhess. Markte und Feste, an dec Bewahrung der ganzen oberhess. bäuerl.DOriginalität all io ihrer Mannigfaltigkeit. schul": % .mflt ob ®er Vortrag, den Prof. Walbe übrigens zu kürzen beabsichtigt hatte, um damit aber auf energischen Widerstand der Versammelten zu stoßen, wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen, und Geh. Hofrat Prof. Dr. Haupt stattete dem Darmstädter gelehrten Architekten den Dank aller Anwesenden ab. Auch wir ziveifeln mit Prof. Haupt nicht daran, daß die beiden Montagsvorträge Prof. Waldes beitragen werden an der Förderung des teilnahmsvollen 93er* "andmsses der Städter für das oberhess. Land und seine Bevölkerung. Sein. Der jrntge Verein besteht erst fett etwa einem halben Jahr und hat sich in dieser Zeit als recht aufstrebend und lebensfähig erwiesen. — Die Stadt Nidda hat in unserer Gemarkung ein Quellen gebiet, umfassend etma 1300 Quadratmeter, zur Ergänzung ihrer Wasserleitung angvfauft. Schon stund der Eisenbahnfiskus, der bisherige Wasserabnehmer der Stadt Nidda, mit dem Eigentümer in Unterhandlung, um sich von seiner bisherigen Wasierliferantin unabhängig zu machen. Das rechtzeitige Eingreifen der Stadt Nidda sicherte dieser ihren bisherigen guten Kunden. Tas Quellengebiet wird mit 5000 Mrnck bezahlt. r. Scho tten, 21. Jan. Als Nachfeier von Kaisers Geburtstag findet hier in der Turnhalle vorn 1.—3. Februar ein Festspiel, „Der deutsch-französische Krieg von 1870/71", statt. Das Festspiel kommt in vier Abteilungen mit 27 lebenden Bildern zur Vorführung, ca. 70 Personen wirken mit. O Laubach, 19. Jan. Am Freitag beging ber MissionSvere in (Heidenmission) sein 50jührigeS Stiftungsfest. Seit 50 Jahren haben im ersten evang. Pfarrhause unter den Geistlichen Schick, Draudt und Nebel Frauen und Jungfrauen zum Besten der Heidenmission Kleidungsstücke gefertigt und den Missionarsfrauen zugeschickt. Bei der Feier waren 45 Teilnehmerinnen, worunter auch die Gräfin Mutter erschienen. Die beiden Pfarrerstochter trugen ein von Pfarrer Nebel verfaßtes, auf die Mission sich beziehendes dramatisiertes Gedicht vor, das allgemeinen Beifall fand. () Marburg, 20. Jcm. Für bie hiesige Universität werden im Staatshaushaltsetat bei den einmaligen außerorbcnt- l^hen Ausgaben diesmal 106 600 Mk. gefordert, gegen 77 500 Bdark im Vorjahre. Verwendet sollen werden 10 000 Mk. für Erbauung eines Tierstalles beim hygienischen Institut, für Unterbringung der Tiere, an denen Pros. v. Behring Versuche mit neuen Impfstoffen anstellen will. 'Ferner 43 800 Mk. für Anbauten der medizinischen Klinik, 1000 Mk. für Herstellung einer Dienstwohnung, sowie 15 800 Mk. für Einrichtungen und Anschaffungen in der chirurgischen Klinik. Bei den dauernden Ausgaben werden 21597 Mk. mehr gefordert, die sich auf bie verschiedenen Fakultäten und Institute verteilen. h. Frankfurt a. M., 20. Jan. Im Hauptbahnhof entgleisten heute früh beim Rangieren zwei große leere vier- Lchsige Schnellzugswagen und sperrten längere Zeit das Hauptgleise, weil ein Wagen sich quer gestellt hatte. Die Taunus- itnb Bebraer Züge erlitten Verspätungen, bis das Hindernis beseitigt war. — Einer Dame, bie gestern von Köln hier eingetroffen war, würbe unterwegs das Handtäschchen gestohlen, in dem sich außer Fahrgeld Schmucksachen im Werte von 3000 Mk. befanden. w. Hanau, 21. Jan. (Tel.) Auf der Südseite des Hanauer Ostbahnhofs ereignete sich heute vormittag 51/2 Uhr ein größeres Eisenba hn-Unglück. Ter von Erbach tommenüe Personenzug 456 stieß bei der Einfahrt auf Gleis 3 auf eine dort haltende Maschine nebst Packtragen, die entgleisten und stark beschädigt wurden. Elf Reisende und drei Zugbeamte wurden leicht verletzt. Sie erlitten Kvpswulidcn, Quetschungen und Houtab- schürfmrgcn. Bis tauf den Zugführer, ber ins Krankenhaus kam, tonnten sich bie Verletzten sämtlich nach Hause begeben. Die Strecke nach Babenhausen ist auf etwa drei Stunden gesperrt, der Verkehr wird durch Hülsszüge aufrecht erhalten. — Schuld an dem Unglück trägt der Steliwerlswärter, ber das Stctl- rcerf antöeinenb zu früh aus freie Fahrt stellte. ** Der Burschenschaftsk ommers, ber morgen abenb hier zum Gedenken der Wiedererrichtung des deutschen Kaiserreichs ftattfinbet, erleidet in seinem Programm in >o lern eine Abänderung, als die Marburger Burschenschaften an ihm toegen eines Todesfalles nicht teilnehnveu. Infolgedessen findet auch der Umzug durch die Stadt nicht statt. Tie Leitung des Kommerses hat die Burschenschaft Germania. Worte des Ministerialrats Dr. Usinger in Schl:; gesunden, die beit Handwerkern bie günstige Perspektive eröffnet habe, daß Hessen in bezug auf bie praktische Förderung des Handwerks nach wie vor an bet Spitze der brutschen Bundesstaaten stehen werbe. Auch S. K. H. der Großherzogi -sei dem Handwerk aufrichtig zugetan und habe sich ihm alstzeit als aufrichtiger und wohlgesinnter Protektor erwiesen. Er glaube deshalb den 2. hessischen Handwerkertag nicht besser eröffnen zu können als mit dem Rufe: „S. K. H. der Großherzog lebe hoch!" — Tic Veriammlnng stimmte lebhaft in den Hochruf ein. Gewerberat Falck fuhr bann fort, der Hanbwerkertag solle zu einer allgemeinen Aussprache über bie Lage des Handwerks bienen, die daraus zu folgernden Beschlüsse müsse später die Handwerks kämmet fassen. Er bitte, alle kleinlichen Bedenken bei Seite zu lassen und seine Meinung srank und frei zu äußern. Ministerialrat Dr. Usinger dankt bem Vorsitzenden im Namen der Regierung und der anwesenden Vertreter staatlicher Behörden für bie ihnen gewordene Einladung und Begrüßung. Daß die Großh. Regierung Fragen, die den Handwerkerstand seit Jahren bewegten, mit Aufmerksamkeit verfolge und das Handwerk zu fördern bestrebt sei, brauche er wohl nicht nochmals ausdrücklich hervorzuheben. Nach den auetrennenben Worten des Vorsitzenden könne er annehmen, daß alle, die nicht unmögliches von der Regierung und ihrer Hilfe verlangten und welche die Verhältnisse nicht nach Einzelvorgängen, sondern in ihrer Gesamtlage beurteilten, sich hiervon schon durch eigene Erfahrung überzeugt hätten. Hock^crsrculich sei cs, daß sich das Handwerk mehr wie srüher wieder auf die ihm innewohnende unverwüstliche Kraft, damit auf sich selbst besonnen und bezüglich feiner Gesamtleistungen in den letzten Jahren einen schönen Schritt vorwärts gemacht habe. Mit dieser Entwicklung gehe Hand in Hand das gesetzgeberische Bestreben, dem Handwerk sozial die für cs notwendige Stellung in unserem Erwerbs- und Wirtschasts- leben wieder zu verschaffen. Taß die hierauf bezüglichen Fragen heute zur Diskussion kamen, sei der Handwerkerkammer zu danken, bereit stetige, ruhige und innerhalb der Grenzen des Erreichbaren sick) bewegende Tätigkeit die seitherigen Erfolge zum großen Teil zu danken seien. Tcr Redner schloß mit der Versicherung, daß die Handwerker in Verfolg gerechtfertigter Wünsche und Bestre- brnrgen in ihrer Regierung stets eine bereitwillige Förderin haben würden. . Nach diesen mit Beifall dufgcnomnicnen Worten begrüßte Beig. H eh l i gen st ac d t die Anwesenden im Namen der Stadt. Der Oberbürgermieister habe ityit beauftragt, sein lebhaftes Bedauern auszusprechen, daß er durch andere dringende Geschäfte an der Teilnahme verhindert sei. Er betonte das warme Jntereffe der Stadt Gießen für das Handwerk uni) gab der Freude Ausdruck, daß Gießen zum Tagungsort des 2. hessischen Hcmdwerkcr- tages ausersehen worden sei. Sodann begrüßte er die Teilnehmer im s)?anien des Ortsgewerbevereins Gießen, ber zu seinem Teil an der Förderung und Hebung des Handwerks beizutragen suche. Er schloß seine warmherzige Begrüßungsansprache mit den besten Wünschen für einen guten Erfolg der Tagung und gab ber Hoffnung Ausdruck, baß die Teilnehmer eine angenehme Erinnerung an Gießen mit nach Hause nehmen möchten. Tas Handwerkskammer-Mitglied Stadtv. Pc tri-Gießen begrüßte im Namen dcr hiesigen Handwerker und wies auf die wachsenden Anforderungen hin, die von allen Seiten an die Handwerker gestellt würben. Er schloß mit einem Glück auf für Den Erwlg bcc Tagung. Sodann erstattete Syndikus En gelb ach folgenden Bericht über die Lage bes Handwerks, feine Aufgaben und Ziele: Ich will den zuversichtlichen Ton, mit dem dcr Vorsitzende vorhin geschlossen hat, nach keiner Richtung hin abschwächeu, aber wir müssen uns vergegenwärtigen, daß wir augenblicklich in einer Zeit uns befinden, in der die Wirkung der Preis- teigerungen dcr letzten Jahre immer noch lebhaft ungünstig ist. Es liegt auf der Hand, daß der Kleingewerbetreibende in -rster Linie unter den Folgen verteuerter Einkaufspreise zu leiden hat, daß der Jnbnstrielle, der Großkausmanii, viel leichter über solche hinauskommt. Unter der Verteuerung aller Lebensbedinguu- gen ber letzten Jahre leidend, hat das Jahr 1907 für das Handwerk im allgemeinen recht ungünstig abgeschnitten. Insbesondere aber hatten die gesamten Baugewerbe unter der Verteuerung des Geldes und der Erschwerung des Kredits zu leiden und zwar in einem Maße, der in einzelnen Städten den Charakter einer wirtschaftlichen Krise angenommen hat. Tie Diskonto-Politik der Neichsbcmk hat unserem Handwerk die schwersten Opfer auferlegt und umso empfindlicher waren diese Opfer, als schon in normalen Zeiten die .Kreditverhältnisse im Baugewerbe recht schwierig sind. Die Folgen zeigten sich in einer Verringerung der Bautätigkeit und rückwirkend in dem Rückgang der Verdienst- und Einkommenverhältnisse der meisten Baugewerbetreibenden. Die Gestehungskosten waren durch die Preissteigerung aller Rohstoffe _ erheblich höher geworben, die verminderte Bautätigkeit verschärfte die Konkurrenz, so daß gegcn- über den erhöhten Gestehungskosten eine Preiserhöhung für die äst liefernden Arbeiten meistens nicht durchzuführen war. Auch die Arbeiterfrage läßt vielfach zu wünschen übrig. Die stark in Anspruch genommenen industriellen Betriebe hatten fortgesetzt die Arbeitskräfte herangezogen, so daß in manchen Zweigen d es Handwerks das Angebot von Arbeitern die Nachfrage nicht erreichte. Der Sommer dürfte aber wieder bessere Verhältnisse bringen, die Spannung auf dem Kapitalmärkte «Kämt zu weichen, die Herabsetzung des Bankdiskonts, die Er- llurungen vom Regierungstische in einer der letzten Ncichstags- St* Nieten^ „Mi 4 ^vitnniei- ft La Lä SS Zweiter hessischer handwerkertag. _ v Gießen, 20. Januar. xer zweite hessische Hanbwerkertag, ben bie hessische Hani>- Werkskammer einberuscn hatte, fanb heute vormittag im hiesigen Neuen Saalbau statt. Es waren wohl über 400 Handwerker aus allen Teilen bes Laiches erschienen unb auch bie Behörden be- ^oeten ihr reges Interesse am Wohlergehen bes Handwerks durch bie Entsendung von besonderen Vertretern. Tie Großh. StaatsregiLrung war durch beit Vorsitzenden ber Ministeriat- abtedung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, Mmistcrial- A'1- Finger unb Regierungsrat Dr. Wagner vertreten, bie Großh. Zentralstelle für Die Gewerbe burch Ncgierungsrat Noack unb Gewerberat Reuter, bie Minifterialbauabteilung burch Baurat Wagner, bie Provinzialdirektion unb bas Kreisamt Gießen burch Regterui^srat Welcker, die Stabt Gießen durch Beig. Heyligen- staedt unb bie Stabtvv. Heichelheim, Jann, Krumm, Löber, Schaff- staedt, Simon, Troß unb Winn, das Kreisamt Schotten durch Kreisamtmcmn Haber körn, die hessische Handwerker-Zenttal- genoisenschast durch Direktor Dr. Paesch usw. Dec Vorsitzende der Handweriskammer, Gewerberat Falck von Mainz, eröffnete die Tagung mit herzlicher Begrüßung der Anwesenden und gab seiner Freude Ausdruck, daß die Tagung so mißerordcntlich stark besucht sei. Insbesondere begrüßte er bw Vertreter ber Behörben. Tie Regierung habe ja ber Lage dcs hessischen Handwerks stets reges Interesse entgegengebracht und es zu fördern gesucht. Freudigen Widerhall hatten die stellt ! beliA ni Förderen! sich «nleI Unters schule, t & Mer K N Mt, LI der Sch" teilen, d ordentM der Lehr Mnden sorderliv zur Äui SchlohÄ Etörunc Tortsüh Arbeite, die M Möglich glaube artigkei bes Hai lassen. Au kurse günstig Ausbai die Te schätzen haben ! AleSner Feuilleton. bte an b?n größeren Heerstraßen, haben hoch ummauerte I JerstäruntiLmpr-k- da- V "e S ÄÄ "*"* WNLSMWWWDUW Bauernhaus und führte namentlich sehr hübsche Exempel trachen. Geradezu verächtlich nennt er aus dem Württembergischen vor, wie aus bem Schwarz- 7 VC?rCn 311 blc^en nituuen Schönheiten manches älteren walde, wo Mensch und Tier und Korn cinträchtiglich unter - cr -oauernhauses den stumpfsinnigen rohen Ziegel- einem Dache beisammen sind, wie bei uns vielfach auch im Housbau hauptsächlich in den Bahnhofstraßen einer bedauerlich Vimelsberge, während in der Metterau diese Dreieinigkeit großen Anzahl Städten benachbarter Dörfer. Es ist sehr nicht fejW, sondern eine reinliche Scheidung getroffen bemerkenswert, daß sich die gute alte Tradition, namentlich wrrd. Wie vor acht Tagen bei Gelegenheit des Lichtbilder- auch in ber mannichfaltigen und volkskünillenschen Gestalluna ssäs w ■»" fcSÄ Bauart des niedersächsischen, fränkischen u!ib hessischen ™?Ctf be^e,‘iec ^chst zweifelhaften Segnungen Bauernhauses demonstriert hatte, führte er uns m ^6^" /onnte. Dadurch aber ward ber wundervolle ursprüng- Wort und Bild in das ober hessische Bauernhaus, zeigte uns f 3 c’3 cincr g^ßen Reihe oberhessischer Ortschaften zer- dessen Tapeten und dessen Mobiliar einst und jetzt, sowie ' lnbem „man bort, ohne Rücksicht auf die besonderen besonders reiches unb vielfältiges Bildermaierial Skalen Umstände, bie Umgebung, die Landschaft, den unterstützt, hie Abbrenzung der oberhessischen Bauerngrund- Städten das nachahmte, was man in diesen zumeist schon nlh ^-apCten ül ben Räumen bes westlichen als unbrauchbar und veraltet beseitigt hatte. Es ist da un- 4Ubo ?fkqen|el!1eECt£lteeiim "Ech »icl Schönes und Reizvolles geradezu barbarisch ver- phantastischLMustcr^Ler^Sen So. ™Qnct)cr Stiautr verkaufte an Prof. Walbe beklagte, wie phantasielos, im Verhältnis zu Orotzltadtilche Sammler seinen altvaterischen prächtigen Haus- den rruheren Wündbekleidungsiünstlern, die ländlichen Wem- ™ ' Ot>CC C an ba§ Germanische Atuseum zu Nürnberg, brnder unserer Tage sind, ^ehr lebhaft vor Augen geführt ’FU0 mat!. beu^e bl,L(^ ganze oberhess. Zinimerfluchtcn wandern ^bhTeCmiCr^KÄtl^rern-burrd) bte Walbefche Bilder- ^ONN. Ein Bauer m PohlgÖns hat eines ber schönsten ober. in bcr ^6^111111^ sllscheu Baueinhauser vor einigen wenigen Jahren auf das Bauernhauses und seines entsetzlichste verstümmelt durch Uebertünchung, Versetzung und attCTieQUÄ ^Fenstern, Toren w. w? ÄiJ Sxgen unerngesriedigt au der Straße. Andere, naattnUich Mabnuno" •” be^ef^cn Sorten die eindringliche ' nant£ntll£9 -»iahnung, daß doch memand sich ,um Rlltschuldige» an diesem Lchön Ba», ä' bebb: pe "M'i Wohnung Stieaueniii CDjxübe- Sra »wei u- 1- üvril ifcöl mit aik Water z, Stauet fiiiieut, 5:3unm ^eranöi 1- APN, ,~yra tlt bie z k>ab, ei baiö eue , Die v wnegeh. Mil 3M »um i.; ^rmietei j-ypiiiii iväre, ,. geführt, hS hbenben i’-Wl 'S muh1?!"1 tilg bei r,Ä a "* sicher •®as L LK ™ «M$h* r- «r auch di, .«ftflfttf üb« n witftt roaterb? ’Sf“! Mw der G-, S.J?- Ugemanen getigna |en- 3n einer 3$, unterbreitet Haber, 'n ba.B die Baufoi. £ nnes abgebroche, M einen gleicher 3ie auf unbebaute, iten Tagm hat dm, dahingehenden A«. msbesondue unter '• Tie Maßschneibr- mehr übertoiegenbi e» bei letztem oh Ware, welche der imvegnehmen. Ga.ii ?rbe, das unter bei u leiden hat. Wb den Schuhmacher: :u leugnen, daß eren Umgebung bc; Äbnchmm begriff« n den letzten Jahm libübung des Nach wenn auch [angfaa, geworben ist. haben wie alle ar- loickirren; zu leider len, baß bei Liest ifhtute vielfach vo: Ungünstig merbc die Äonkuirenz k Sarenbäider, bint egenüber die Lmd Stand Haden. Weigerung btt nfluffung bei Geld Meide gesagt hck ewerde. lerdältnisse^ ) wird hierüber n envermittlunt ß solche durch .rfolgen weiter burc bic Zentralstelle P mb den Alicevercir Prusungswest' -s (ianbroetfergeie^ fuhrt. 'Sdeihglk ter selbst, die m in )08 1907 $2 1863 . 1 ÄusM'ie aus, » [906 wiederum M Kntauf *"* diW" j , alten « meh- ««””* «Nh* »* * -S *<**« °°'Ä, in< )tt $a Hima. »s 3^*5 g->; “•JÄ yll: ral)tiEici0uBis^n« Köln, 21. Jan. Der rheinische Städtebund beschloß in seiner gestrigen Tagung, auf der 69 Städte vertreten waren, beim Handelsminister gegen bie besondere Staatsaufsicht der Elektrizitätswerke auf deren Kosten zu protestieren. Der Städtebund ersucht weiter den Minister um Freigabe der Filialsteuer. Kiel, 21. Jan. Zu einem vom Prinzen Adalbert tn der Seebadeanstalt hier veranstalteten K o st Ü m f e st erschien, nachdem der Kronprinz und Prinz Joachim bereits cingctroffcn waren, unerwartet der Kaiser. Während der Polonaise legte der Monarch seinen schwarzen Domino ab und trat in den Saal im KostÜm des Großen Kurfürsten. Dem kaiserlichen, Hofzuge war ein Automobilzug von 11 Wagen unter Führung des' Prinzen Heinrich bis Plön entgegen gefahren, um den Monarchen, mit Gefolge im Automobil nach Kiel zu bringen. Tanger, 21. Jan. Die Gesetzlosigkeit nimmt hier in Besorgnis erregender Weise z u. Die Bevölkerung plündert die Weizenmagazine ber spanischen Regierung unb bebroht die Behörden mit Totschlägen. Vn ucrmu’trn | ö Zimmer | fil. Esa^e. Schöne 6-Zimnterwohnung mit Bad, Manfarbeuzilmuer u. Zn- i»chör per 1. April zu vermieten. Rah. 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Januar 1908 Windhof, den 21. Januar 1908 Beerdigung findet Donnerstag, den 23. Januar, nachmittags 3% Uhr von der Kapelle des alten Friedhofs aus statt nach langem und schwerem, mit grosser Geduld getragenem Leiden im 61. Lebensjahr. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und nach dem Hinscheiden meiner innigst- geliebten Frau, unserer guten Schwester, Schwägerin und Tante Barsksagimg. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während dei Krankheit und bei der Beerdigung unseres lieben, unvergess liehen Gatten, Vaters, Bruders und Schwagers FreismiM Lettin. „Die Ortsgruppe Giesten des Bundes deutscher Bodenresormer har an uns eine Eiuladuug zu dem am iv‘nh Mittwoch, den 22. ds. Mts., abends 8*/a Uhr, nn Cafs Ebel 'jlaliffndenden Vortrag d. Herrn A.Pohlmauu- Hohenaspe, über: Zlc vkhn-rrr Stellung Les z-odk»s im lüirild):.ftülfbtii‘ ergehen lassen. Wir bitten unsere Ntligtieder um zahlreiches Erscheinen. Ter Vorstand. äu>—600 i)it g. doppelte Sicherst. Zinsen u. g. Provis. sof. z. leihen ge . Oss.unter 0410 an die Erp. d. Bl. Verkauf von Kaffee-Resten solange Vorrat [417 Pfund «s Pfennig Buchthal’s Kaffee-Magazin, Seite rswsg 14. Herrn Christian Oriiil sagen wir Allen unseren tiefgefühltesten Dank. i™ to Hasiwle m Mh und IqW ntit0lSftCrn uerjcöieb nad) schwerem Leiden unser Ehren- Kollege Prell. ^erstorbenen, langjähriger Vorsitzender unseres Vereins, der stets mit allen Kräften für die Interessen pfirPtlhpÄ d J.nf . lülXb ein dauerrches! efyrenbeß Gedächtnis bewahrt werden. 40« >ir bitten unsere Mitglieder nm recht zahlreiche Beteiligung bei der am Donnerstag stattfind^Becrdigung^ ____ Der Vorstand. Frau Luise Börmer geb. RühEng sagen wir hierdurch aufrichtigen Dank. Bekanntmachung, Neuen-Bäue 25, Zlmmer Jlr. 2 zu jedermanns Einsicht osten. Gienen, den 18. Januar 1908. B“/ Die Armen'Devutatton der Stadt Gießen. & Die glückliche Geburt eines Mädchens 30 & zeigen an T ft* Dr- Knell und Frau. « Baten cia-Apsclfinen per Dutzend 30, 40, 50, 70 und 100 Pfg. slnen per Dutzend 80 und 100 Pfg. Mcsfina-Citronen per Dutzend 60 und 70 Pfg. Frische Trauben per Pfund 60 Pfg. empfehlen Gebrüder Berte: __Bahnhofstraße 27. a’Vii 10—12000 Mk. auf gute Hypothek gesucht. Schrott. Angebote unter 487 an den Eichener Anzeiger erbet. Wer leiht Familienvater Meßen. ZI,Burgers m fester Position 6 dis 700.Utt.ncg. Sicherheit. — Offerten unter 6402 an den Gieß. Anz. erb. XfftT" Bügei-Kursau. ""AL Lein- und Glanzbügeln erlernt man in 4 Wochen gründlich nach- mittags. [011] Lindenplatz 511. werden in jeder lulHa v ^4.»^»Stellung ausgcstopst I. (Sclzcnleuchter, Schulstr. 11. 6-5nüÖWk.°u'f«Z Schriftl. Angebote unter 0387 an den Giegener Anzeiger erb. W Giessen, den 20. Januar 1908 Bit einer Hand können Herren, Damen u. 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