Aus Stadt und Land. Gießen, 20. Oktober 1908. Die Volksschulen unseres Kreises. Die Kreislehrerkonferenz fand gestern unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Geheimerat Tr. Br e i dert statt. Außer sämtlichen Lehrerinnen und Lehrern des Kreises Gießen, nahmen Schulrat Kleinschmidt, Dekan Strack-Leihgestern und Kreis- asslstenzarzt Dr. Langermann, der Schularzt der Landorte, daran teil. Den statistischen Mitteilungen über die Schuloerhältnisse des Kreises sei folgendes entnommen: Es bestehen im .Kreise 79 Volksschulen, in denen die Kinder der verschiedenen Konfessionen gemeinsam unterrichtet werden. Nur in einer Schule — Stadt Gießer: — werden Knaben und Mädchen getrennt unterrichtet, sonst sind die Geschlechte vereinigt. Tie 79 Schulen zählen 221 Klassen. Im Frühjahr 1909 steht wiederum die Errichtung von etwa 10 Klassen im Kreise bevor, davon eine in Gießen. Von den 79 Volksschulen sind 34 einklassig, 24 zweiklassig. 10 dreiklassig, 4 vierklassig und 7 mehrklassig. Ohne Schulgeld sind 76 Gemeinden, während 3 Orte noch Schulgeld erheben. Aber auch bei diesen ist die baldige Beseitigung zu erwarten. Die Zahl der Lehrkräfte ,st 222, 208 Lehrer und 14 Lehrerinnen. Die Schüler- zahl ist fortgesetzt im Steigen begriffen und beträgt fehl 13 016, nämlich 6515 Mädchen und 6501 Knaben. Nach dem Bekenntnis sind 12 633 evangelisch, 269 katholisch, 110 israelitisch und 4 anderer Konfessionen. — An der Stadtschule in Gießen wirken 42 Lehrer, 12 Lehrerinnen. Die Schülerzahl beträgt 4738. Auf eine Lehrkraft entfallen in Gießen 47, in den Landorten etwa 60 Schüler im Durchschnitt. Allerdings gibt es auch Klassen mit bedeutend höherer Schülerzahl. Es gibt im Kreise 7 9 Fortbildungsschulen, 68 einklassige, 7 zweiklasiige, 4 mehr- klassige. Dazu kommen rroch die täusmännische Fortbildungsschule mit 6 Klassen und 162 Schülern und eine private Foribildungs- schule für Alädchen. Die Fortbildungsschulen zählen 1988 Schüler. Jrn Jahre 1907 wurden durch den Schularzt von 10 000 Schülern Der Landorte 2800 untersucht, der Gesundheitszustand der Schüler war gut. Große Fortschritte werden fortgesetzt auf dem Gebiete ocs Schulhausbaus geniacht, so wurden allein 1907 neun Neubauten eingeweiht. — An die amtlichen Mitteilungen, die Schulrat Kleinschmidt erstattete, schloß sich ein Vortrag des Haupt- lehrcrs B a ch * GroßcwLinden über Fichte, den großen Philosophen und Voltserzieher bei deutschen Bottes vor 100 Jahren. — Voraus gingen in der Turnhalle der Stadtlnabenschule tur- üerische und gesanglick-e Vorführungen mehrererStadt- Dienstag 30. Oktober 1908 Erstes Blatt TENS: ft« SftÄ anzunehmen. sandt wurde. Gießen, 21. Sept. 1908. Den Vereins abends. 158. Jahrgang gez. Eichenauer, Schriftführer. Mit vorzüglicher Hochachtung Nationalliberaler Verein Gießen I. V.: das Mauzdügelll durchaus ^^rnen. gez. C. Kaufmann, 1. Vorsitzender. Ausgefertigt: gez. Riedel, Sekretär. Der erweiterte Vorstand beschäftigte sich in einer Sitzung mit dieser Frage, worauf der Brief vom 21. September abge- ivnkohle, So&lenioinr, nö andere Llineraliv »er Garantie ausgeüchn ifliä&rine VraftSl te Referenzen/ [6131 öme, aMdM-aW rsbohrMiernehmeii Dortmund. An verehr!. Vorstand des Freisinnigen Vereins, Gießen. Im Anschluß an unser letztes Schreiben teilen wir Ihnen rrgebenst mit, daß der erweiterte Vorstand in seiner gestrigen Sitzung beschlossen hat, der demnächstigen Generalversammlung folgenden Antrag zur Annahme vorzuschlagcn: „Tic Kandidatur Gutfleisch wird unter der Bedingung unterstützt, daß 1. die Hälfte der Wahlmänner von dem nationalliberalen Verein aufgestellt wird und 2. daß der Freisinnige Verein Gießen auf ein Eintreten der Freisinnigen in Mainz für die Kandidatur Pagenstecher binwirkt." Wir bitten um baldgefällige Mitteilung, ob Herr Geh. Justizrat Dr. Gutfleisch nunmehr sich entschlossen hat, die Kandidatur anzunehmen. Mit vorzüglichster Hochachtung Der Vorstand des nat.-lib. Vereins Gießen gez. Kaufmann. gez. Dr. Kraus müll er. klärt, eine auf ihn fallende Wahl zum Landtage wiederum an- zunebmen. Jnvem wir unS beehren, Ihnen hiervon Kenntnis zu geben, politische Lagesscharr. Ter Zwischenfall von Casablanca. Es wird beftäligt, daß Jraiifrcid) gemäß seiner überlieferten Politik es nicht ablehnen würde, die Regelung der Deserteur- Angelegenheit einem Schiedsgericht anzuvertrauen. Angesichts des völligen Auseinandergehens der Berichte der französischen und deutschen Beamten über die tatsächlichen Vorkommnisse und den Rcchisstandpunkt ist aber Frankreich der Meinung, daß ein Schiedsgericht Die Frage im aaiuen Umfange behandeln müsset 1 ubern, füi .Feuilleton Gießen, 22. Sept. 1908. An Verehrlichen Vorstand der Nationalliberalen Partei, zu Händen des Herrn Rechtsanwalt Kaufmann. Hier. iche Finder wirb gebeten, aegeM Belohn abm TiejenwegLvau.- Iciifllliii&t1?® gez. Metz, Justizrat, 1. Vorsitzender. (Schluß folgt.) Am 23, d. Mts. entnahmen wir mittags aus der Zeitung, daß Herr Dr. Gutfleisch bereits die Kandidatur angenommen, hat. Dies wurde uns mich bestätigt durch ein Schreiben des freis. vom 22. September, übermittelt durch Boten am 23. Empfang Ihrer gefl. Zuschrift vom 11. er. bestätigen wir unter dem Ausdruck verbindlichen Dankes. Herr Geh. Justizrat Dr. Gutfleisch hat nun in einer gestern abend stattgefundenen Vorstands-Versammlung unseres Vereins sich bereit er- wajchen u. bügeln wird Wenberg.LZeslL.lWl itchjchstklle teilt unentgeltlich [D*/( uub 'Auskunft M iiii Milch!«, itunben Mitwochs vor , treuen Lime L>, lll gerade sein sollte, würden wir Vorschlägen, Herrn Komm.-Rat Gail als neutralen Wahlmaun allein zu benennen. Bei einer geraden Wahlmännerzahl bitten wir, außer Herrn Kommerzienrat Gail, noch einen Herrn in Vorschlag zu bringen, welcher weder Ihrer noch unserer Partei angehört. Indem wir Ihren geschätzten Nachrichten gerne entgegensehen, zeichnen mit vorzüglicher Hochachtung Der Vorstand des Freisinnigen Vereins. I. A.: gez. Herm. Eichenauer, Schriftführer. Als Antwort auf unser inzwischen bei dem freis. Verein ein» gegangenes Schreiben erhielten wir noch spät abends das Schreiben oom 23. September. (Eingelaufen 23. 9. 08, abends 9 Uhr.) Gießen, 23. Sept. 1908. An verehrlichen Vorstand des Nationalliberalen Vereins zu Händen des Herrn Rechtsanwalt Kaufmann Hier. Nach Abgang unsere? Ihnen heute g'w'n 'i end Dur.. Voten übersandten Schreibens empfangen wir mit letzter Post Ihr ge- jckMtztes Schreiben vom 21. er. datiert, Poststempel 23. er. N. M. Ihrer bezüglich der Kandidatur Dr. Gutfleisch geftellten Bedingung betreffs der gleichen Zahl Wahlmänner haben wir durch den Ihnen in unserem Schreiben gemachten Vorschläge entsprochen, Da die Benennung zweier, bezw. eines neutralen Wahlmannes nur eine reine Formsache ist. Auf die uns unter pos. 2 gestellte Bedingung bedauert der Vorstand, zusolge seines gestern abend gefaßten Beschlusses, ablehnend antworten zu müssen. Wir sind nicht in der Lage, auf unsere Parteifreunde in Mainz irgend einen Einfluß ausüben zu können, da wir zum Voraus wissen, daß dieselben eine Einmischung in ihre Wahlangelegenheiten ablehnen würden. Nachdem wir bei den letzten drei Neichstagswahlen bedingungslos für Ihre Kandidaten mit der Aufbietung aller unserer Kräfte und Mittel eingetreten sind, überrascht diese uns gestellte Bedingung aufrichtig. Wir sehen daher einer baldgefälligen Mitteilung entgegen, ob Sie aus derselben beharren, und zeichnen inzwischen mit vorzüglichster Hochachtung Der Vorstand des Freisinnigen Vereins Li- ■NIIN 'SA’N Schrift a|s Erkennung. ! hoffen wir zuversichtlich, daß auch Ihre Generalversammlung I und selber keine faftchen rcxhaup^ungen Quntellcn. Als Beispiel der Kandidatur Gutsleisch wiederum zustimmen wird, und bitten'"" — 1— wir bann, die Lifte Ihrer Wahlmänner alsbald aufstellen zu wollen. Im Jahre 1902 nominierten untere beiden Vereine je 24 Wahlmänner, und die Herren Kommerzienrat Wilh. Gail und Stadtv. Emil Schwall wurden als neutrale Wahlmänner bezeichnet. Wenn dieiesmal die Zahl der Wahlmänner eine un- ücher Echarpes S p™»«sn eben naan> reicher AuswaM- a I. Salomon & Wahlbezirk Grünberg-Gießen. In unserem Wahlkreis hat seit einigen Wochen eine rege Agitation eingesetzt. Die Anhänger der vier Kandidaten sind in den letzten Tagen besonders eifrig tätig. Die antis. Partei hatte im Verein mit dem Bund der Landwirte am Sonntag in Grünberg im „Rappen" eine Versammlung für ihren Kandidaten Lutz (Elpenrod). Es sprachen die Reichstagsabgg. Lattmann und Köhler und Landtagsabg. Korell. Zugleich tagte in Grünberg eine Vertrauensmännerversammlung der Nationalliberalen, deren Kandidat Bürgermeister Lang (Odenhausen) ist. Eine allgemeine Wählerversammlung soll in Grünberg am nächsten Sonntag folgen. Arn gleichen Sonntag hält die 3. Partei in Grünberg eine allgemeine Wählerversammlung ab, bei der Dr. Sttecker (Bad-Nanheim) für den Kandidaten der Linksliberalen Bürgermeister Sann (Weitershain) spricht. Es läßt sich noch nicht mit Sicherheit sagen, welche Partei die meiste Aussicht hat, ihren Kandidaten durchzubringen. Wahlbezirk Darmstadt-Stadt. Die Nattonallibnale Partei hatce für Montag Abend im großen Turnhallensaal eine allgemeine Wä h l e r v e r s a m m- lung einberufen, die sehr zahlreich besucht war. Den Vorsitz führte Professor Dr. Neßling, der namens der Partei den beiden bisherigen Vertretern für ihre aufopfernde Arbeit wärmsten Dank aussprach. In einem allgemeinen Blick auf die politische Lage beleuchtete der Redner dann die Stellungnahme der hessischen Freisinnigen, die im Gegensatz zu ihren Parteigenossen im Reich mit den Sozialdemokraten zusammengingen und sich damit von den übrigen bürgerlichen Wiblern trennten. Bürgermeister Dr. Glässing gab danach ein kurzes Bild über die jüngste Tätigkeit des Landtags und seine Anteilnahme daran, so sei er bei Beratung der Verwaltungsgesetzrevision im Ausschuß energisch für das freie Selbstverwaltungsrecht eingetreten. Bei Besprechung Der Wahlrechtsvorlage führte er aus, daß die Behauptungen der Freisinnigen von dev Preisgabe irgend welcher Volksrechte im Antrag Glässing den Tatsachen völlig widersprechend seien. Der Ausschuß der Zweiten Kammer habe alle Darauf hinzielenden Vorschläge der Regierung uno der Ersten Kammer rundweg abgelehnt und kein Jota von Volksrechten preisgegeben. Redner sucht das an der Land der Verfassung nack^uweifen und legt dar, zu welchen Konsequenzen das vermeintliche Recht der Zweiten Kammer zur BudgewerWeigerung führen würde. Der einzigen Konzession an die Erste Kammer, die in der gesetzlichen Festlegung des bisherigen Gewohnheitsrechts der Rckommunika.ion liegt,ftonDen zahlreiche Vorteile in der Wahlrechtsvorlage gegenüber, z. B. purd) Erweiterung der Ersten Kammer durch Zuwahl von beruflichen Vertretern. Reichstagsabg. Dr. Osann sprach zuerst sein Bedauern dariiber aus, daß die Linkslioeralen mit so schveren Angriffen gegen die Nationalliberalen in den Wahlkampf einge- treten sind und ihnen zuriefen: „Ihr seid Reaktionäre, Ihr seid Verräter an den Volks rechten!" Ein solcher Vorwurf müsse auf die Seele eines Politikers fallen, der gerade sein ganzes Wirken in den Dienst seines Volkes gestellt habe und an dessen Wohlergehen arbeiten will. Es habe früher auch in den Reihen der Nationalliberalen eine starke Gegnerschaft gegen das direkte Wahlrecht gegeben, aber heute könne die Partei mit Stolz jagen, daß sie das direkte Wahlrede für unser Volk erkämpfen uno erreichen will. Er selber haoe stets erklärt, daß er es nicht um jeden Preis wolle, sondern mit auf das äußerste Maß beschränkten Konzessionen an die Erste Kammer. Der Hauptangriff der Freisinnigen sei durch die Darlegungen Dr. Glässings und die jetzt Durch die Presse gehende Aufklärung über Das Budgetrecht der Zweiten Kammer widerlegt. Es sei als falsch erwiesen, daß diese allein das Recht der Budgetablehnung besitzen. Wenn sich die Franks. Zlg. über Iben Ton in Dem gegeiuvärtigcn Wahlkampf behage, so stimme er dem xu, aber das Blatt sollte bann auch seinen Korre,pondeten um) Mitarbeitern empfehlen, sich des Tones zu befleißigen, die es selbst den gegneriidjen Parteien empfiehlt I und selber feine fa sichen rcx Hausungen auiitellen. Als Beispiel I für den „Ton" führt Redner einen von dem Blatte abgedruckten Artikel gegen den Frhrn. von Heyl an und spricht als Ersitzender Der Partei Die schärfste Verwahrung dagegen aus. Wer so im öficntlid)cn Interesse tätig gewesen und in Den sozialpolitischen Einrichtungen bahnbrechend für seine Arbeiter vorgegangen sei, wer seit langen Jahren hunderttausenDe für Woh- 'nungsgelegeilheit feiner Arbeiter ausgegeoen habe, dem sollte man solch haltlose Borwürfe nicht madjen. Und solche Vorwürfe würben von der Franks. Ztg. and) anderen Mitgliedern der Ersten Kammer, den Darin befindlichen Vertretern der Kirche, der Unweriität und Der höchsten Gerichtsbeamlen gemacht, die als „ausgezeichnete lOÜnner" in die Erste Kammer berufen wurden. Der Redner geht dann auf die fajpn im Regierungsblatt zurückgewiesene Behauptung Korells näher ein, daß daS Hauptverdienst an Der liberalen Gesetzgebung Hessens bei den drei Freisinnigen und den sieben Soziatdemotraten in der Kammer gelegen habe. Er erkennt die eifrige Mitarbeit Dr. Gutfleischs bei Der Wertzu- wachssteuer und Rühls beim Jagdgesetz an, weiß auer von positiver Arbeit der Sozialdemokraten nichts zu berichten, dagegen erinnert er nebenuei an die Mitaroeit feiner Partei bei wichtigen Verträgen, wie Wahlrecht, Fürsorgegefetz und die Verwaltungsgesetze und betont, daß die ganze liberale Gesetzgebung der 70er Jahre nicht von den Linksliberalen, sondern von den Nationalliberalen ausgegangen seien. Im kommenden Landtag werde die Partei an oie Pensionsverhältnisse Der Lehrer, Witwen unD Waisen Herangehen unD Den Lehrern das passive Wahlredst geben, aber auch oen gerechten Ansoroerungen des Mittelstandes und der Landwirtschaft Folge geben. Die Partei habe auch vielfach nid)t nur bei Den Deutsch-sozialen und Dem Zentrum, sondern auch bei Den Freisinnigen Anerkennung gesunden, oft seien echte Freisinnige zu ihm gekommen und hätten ihn gebeten, ihre Ince ress en in Der Kammer zu vertreten, oder ihm Material geliefert, befondcrs zu seinen fozialpolitifchsen AuseinanDersetzungen mit der Sozialdemokratie. Er habe auch in Angriffen auf die Regierung nicht zurüclgehalten, wo ein solcher notwendig erschien. Der Redner beleud)tet Dann noch das Bündnis dex Freisinnigen! mit der Sozialdemokratie und sdftießt mit Der Versicherung, Daß chn in feiner Lotigkeit Der Gedanke geleitet habe. Dem Volke jU Dienen und am Blühen und Gedeihen des Vaterlandes plit* ’TW ,l" hauchabgehoüv. iu7(ti Louis Reitz Ww., 31,1)., Neub. «r.-Leibel nimmt noch Sunbcn aa zwischen 7-10 Uhr KelterSiveg 81 van zuarbeiten. Wahlbezirk Worms-Stadt. In einer Versammlung des hiesigen jungnationalliberalen Vereins wurde nach der „Worms. Ztg." darauf hingewiesen, daß durch die Enttvicklung, die die Wahlrechtssrage in Hessen genommen hat, leider zwischen keinen Parteien so heftige Kämpfe sich abspielen, wie eben zwischen diationalliberalen und Linksliberalen. Es wurde ohne Widerspruch Die Meinung zum Ausdruck gebracht, daß Die große Aenderung, Die in Der Stellung Der nationalliberalen Landespartei zur Wahlrechtssrage eingetreten ist, sehr zu bc-- dauern sei; denn die Zugeständnisse, Die man der ersten Kammer madjen will, seien viel zu groß. Eine neue Parteigruppierung im kommenden Landtag? In einer zu Michelbach abgehaltenen Versammlung des Bundes der Landwirte wies Forstmeister Dr. Weber die Ausstreuung seiner Gegner zurück, daß er auch im nächsten Landtag parteilos bleiben werde und führte aus, daß ihm die unerhörte Kampfesweise zweier Abgeordneter, die sich in der Kammer und im öffentlichen Leben als Die Führer des hessischen Bauernbundes bezeichnen, ihm es unmöglich gemacht habe, sich der bäuerlichen Gruppe im Landtag anzuschließen. Aber in feiner Weise könne ihm mangelhafte Vertretung der Interessen seiner Wähler zum Vorwurf gemacht werden. Im Gegenteil, er sei stets mit voller Ueberzcugung für das Wohl Der hessischen Bauern und des Hess. Mittelstandes eingetreten. Jedenfalls werde aber der kommende Landtag ein anderes Gesicht zeigen, denn es sei beschlossene Sache, daß im nächsten Landtage eine Parteigruppe zusammentreten werde, die lediglich aus dem Boden des Programms des Bundes der Landwirte steht und in erster Linie wirtschaftliche Ziele verfolgt. Nach diesen Ausführungen ist anzunehmen, daß im nächsten Landtag die Fraktion des Bauernbundes (Hess. Volkspartei) nicht mehr vorhanden ist und an ihre Stelle zwei neue Parteigruppen treten, eine deutsch-soziale und Die des Bundes der, Landwirte. Nr. 247 Der Oteyener »nzelger jnwinrj- ä Ä vezugöpretS: erschein« täglich, außer monatlich 7b viertel» Sonntags. - Beilagen: ▲ a Bk, a ▲ a. a ▲ A a A A jährlich Mk. 2.20; Durch eessinIrntlltl 21 Im4lIuC1 zweimal monatl Land» BL, vr&w M «*■! Ml jEäy Zeilenpreis:lokalIbPj^ wirlschaslltch« dcitlragcB M ‘W Nr W auswärts 20 Pienntg. Ferulprech - Anschlüße: y Verantwortlich füi Die Redaktion 112, /18a. < für Den politischen Teil, SS? General-Ametger für Oberhesen Annahme von Anzeigen ” ** ’ 6 I Mr Die Lagesnummer Rotationsdruck und Verlag öct vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinöruderei R. Lange. RedaMon, Expedition und Vruckerei: §chnlstratze ?. K“ etnCnteiiö Wct bis vormittags 10 Uhr. Ruhestörungen in Böhmen. In den letzten Tagen ist es in verschiedenen Orten Böhmens xu ernsten Ruhestörungen gekommen. In Gablonz wiederholten sich die Zusammenstöße zwischen Sozialdemokraten und Deutfch- Ralionalen. Die Gendarmerie stellte die Riihe wieder her. In Budweis drohte es anläßlich der Bekränzung des Kaiser Franz Joseph-TenkmalS durch die Deutschen zu Konflikten zwischen den Deutschen und den Tschechen zu kommen. Der Polizei und der Gendarmerie gelang es, die beiden Parteien zu trennen. In Teplitz saiiden blutige Zusammenstöße zwischen den Deutsch- Nationalen und den Sozialdemokraten statt. SediS Perioneii wurden verletzt, davon eine schwer. Tie Polizei und die Gendarmerie zerstreuten die üstenge. Zehn Personen wurden verhastcl, von denen acht aber wieder sreigelassen wurden. In Kailsbad landen auch Ansammlungen vor Dem tschechischen Veremshause flau: eine Fensterscheibe wurde durch Steinwür'e eingeschlogeu Da oie Wiederholung von Temonslralionen befürchtet ivird, wurde die Gendarmerie verstärkt. In Prag iDiirben bei den UeberiäUcn die deutschen Studenten auch von semgekleldeten Damen angegriffen und mißhandelt. Bier deutsche Sludcnlen ivurden blutig verletzt, ebenso sechs Wachleute; ein Polizeiinspektor wurde schwer verwundet. Im deutschen Kasino wurde eine Rettungsstation eingerichtet. DaS deutsche Theater mit seinen nackten Aiauern und offene« Türen, inmitten der Trottoire voll Glassplitter, sieht grausig aus. Tie Demonstranten riefen: .Hoch die Revolutionl Serbien ist mit uns 1“ 80 Tschechen wurden verhaltet. Landtagrwahlbewegung. Wahlbezirk Gießen-Stadt. Der Sozialdemokratische Wahlverein hat gestern mit großer Mehrheit beschlossen, die eigene Kandidatur für den Landtag aufzugeben und bedingungslos für Geh. Just i z r a t Dr. Gut fleisch einzutreten. Ter Vorftalip des nalionaliiberalen Vereins übergibt Uns folgende Tarstellung dev Verhandlungen, die zwischen der freisinnigen und nationalliveralcn Partei wegen einer gemeinsamen Lundtagskandidatur schwebten. Zur Aufklärung: lieber unseren Beschluß, bei der diesmaligen Landtagswahl, die freisinnige Partei in Gießen nicht zu unterstützen, sind in Der Bürgerfchaft unrichtige Angaben verbreitet worden. Wir geben daher nachfolgend das vorhandene Material bekannt und legen die Gründe Dar, die uns zü diesem Schritt führten. Auf eine mündliche Anfrag? der Herren Stadtverordneten Eidrenauer und Jughardt wurde eine Vorstundssitzung zwecks vorläufiger Beantwortung dieser Anfrage abgehalten und folgender Brief vom 11. September an den freisinnigen Verein gesandt: Gießen, 11. Sept. 1908. An den Freisinnigen Verein, Gießen! Die dem unterzeichneten Vorsitzenden im Auftrage Ihres Vereins von den Herren Stadtbv. Eichenauer und Jughardt unterbreitete Anfrage, ob wir geneigt seien, mit Den Freisinnigen zusammen Die KandiDatur des Herrn Geh. Justizrat Dr. Gut- fleisch für die Wahl zum Landtage zu unterstützen, hat derselbe der geftrigen Vorstandssitzung des nat.-lib. Vereins vorgetragen. Diese hat beschlossen, die Angelegenheit einer Ende September einzuberufenden Aritgliederverfammlung befürwortend vorzulegen. . , „ Wir bitten bis dahin um die feste Mitteilung, ob Herr Geh. Justizrat Dr. Gutfleijch sich bereit erklärt, die Wahl bestimmt M Iä stands-SiizoDg CtbOh——-7 ’ Sanger-Chor , .,-n-Berems Hieve. $taSSer -Ws Tn Reiche Auswahl in vielen Neuheiten lür Herbst und Winter. *• 75 pf, 85 pf. 100 pf, 150 pf. 200 pf. 1—2 jährig ■9 jährig 100 pf, 150 pf, 175pf. Paar 45—65 Pfg. 75 pf, 90 pf. 100 pf, 125 pf 150 pt ylasche mizlu# L^ugiv Neueste Erfindung! Grösste Schonung der Wäsche! Vollkommen selbsttätig! Bequem! Kein Reiben! Ueberraschender Erfolg! und Socken: Rein wollene gestrickte Damen-Strümpfe schwarz und lederfarbig Rein wollene gewebte Damen-Strümpfe Rein wollene gestrickte Herren-Socken Kleine Tagcschrontk. Am Samstag erhielten 400 Rollenarbetler bei den pfälzischen Eisenbahnen wegen Arbeitsmangel ihre Kündigung aus den 24. Oktober. In 2 andsb erg a. d. W. verübte aus Furcht vor einer kleinen Straie der Ulan HentschelSel d st mord. Er kroch in einen aus dem Felde stehenden Strohhani en und setzte diesen in Brand. Hentschel erlitt lebensg esährliche Verletzungen, an denen er starb. In der Ortschaft Kalten-Lengsfeld in Sachsen Meiningen brach in einem Gaslhause Feuer aus, das sich rasch ver- 3—ojährig 5—7jährig 7-r-9 jährig 9—14jährig 65—90 Pig~ 80^-130 PtgTlOO—lTO Pfg! 15—190 Ptg. Geriel)tssacrt. Karlsruhe, 19. Ott. Tie Revisionsverhandlung im Prozeß Herzog-Molitor findet am 12. November vormittags 9 Uhr vor dem ersten Stra'jenal des Reichsgerichts in Leipzig statt. Tas vorinstanzliche Urteil gegen den Eheiredaltenr der „Badischen Presse" Albert Herzog wegen Beleidigung von iZrl. Olga 'Moluor lautete aus 1 Jahr lAeiängnis. Besonders preiswert empfehlen unsere Fabrikate in Strümpfen Reinwollene gestrickte, schwarze und lederfarbige Kinder-Strümpfe Telefon 662. A. Holterhoff Söhne Telefon 662. 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Geschäft gering, stiller als sonst. handel. Deutsche Reichsbank. Welch ein bedeutender Wandel in den Geldverhältnissen namentlich der gleichen Periode des Vorjahres gegenüber eingetreten ist, zeigt sich bei wenigem so drastisch wie beim Reichsbankausweis. Der Betrag steuerpflichtiger Noten beziffert sich nur noch auf 8 664 000 Mk., am 30. September hatte er noch 320.64 Mill. Mr. betragen, in der ersten Oktoberwoche sich auf 167.13 Mill. Mk. ermäßigt; in der gleichen Zeit des Vorjahres aber war das Institut mit 234.49 Mill. Mk. in der Notensteuer. Der Wechselbestand hat sich um 99.60 Mill, vermindert, gegen 86.44 Mill, im Vorjahr. Gleichzeitig hat der Lombard um 19.61 Mill. (1907: 5.88 Mill.) abgenommen. Von den 394 Mill. Mk., um die sich die Anlage in Wechseln und Lombard in den letzten 3 Septemberwochen vermehrt hatte, sind somit bisher bereits 330 Mill. Mk. zurückgeslosscn. Ter Effckten- bestand, der in den letzten Wochen anhaltendes Wachsen aufwies, ist diesmal um 4.74 Mill, vermindert, gegen eine 'Abnahme von 31.36 Mill. Mk. vor einem Jahr. Ter Bestand geht noch um 16 Mill. Mk. über die gleiche Vorjahrszeit hinaus. Dem Metallbestand, dem in der letzten Septemberwoche 110.22 Mill. Mk. entzogen worden waren, sind, nachdem die erste Oktoberwoche bereits 5.60 Mill. Mk. Zuwachs gebracht hatte, weitere 30.22 Mill. Mk. zugcflossen, gegen 37.98 Mill. Mk. im vorigen Jahr. Der Metallvorrat ist gegenwärtig um 301 Mill. Mk. größer als int Vorjahre und 347 Mill. Mk. größer als vor zwei Jahren. Bei der unveränderten Billigkeit des Geldstandes am offenen Markt kann man damit rechnen, daß die Reichsbank in der dritten Woche bereits wieder über eine größere steuerfreie Notenreserve verfügen wird. — Die Dividende der Reichsbank ist mit etwa 8 Proz. in Aussicht zu nehmen gegen 9.89 Proz. im Vorjahre. breitete unb in kurzer Zeit zwanzig Häuser | * * '1 Aus dem Alpenvorland wird starker W e t t e r st u r z gemeldet. Abends und nachts wurden beittqe et e Ur t s ch e E n t- ta bring en verzeichnet. In den Hochlagen der Alpen tft N e u- ichnee eingetreten, die Temperatur ift her qcnmren. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Heuen am Mittwoch den 21. Oktober: Fortdauer der trockenen Witterung. Heiter. Kalt. Nachts leichter Frost. Starke östliche Winde. Airchttche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Mittwoch, den 21. Oktober, abends 8 Uhr 'm Johannes- aal Vortrag des Pastors Rambaud aus Lulttch über bie evangelische Kirche in Belgien. , \A/intorl/lir für Kranke. 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Schlosser eine in denRahmen des Festes passende Predigt hielt. Ter gemischte Chor des Vereins, der sich recht erfreulich entwickelt hat, sang unter Leitung seines Dirigenten Musiklehrer Gern hardt „Gott ist mein Lied" von Beethoven und den erhaben schlichten ochtstimmigen Chor „Hör uns" von Mehul. Abends fand ein Familienabend in Steins Garten statt, der außerordentlich gut besucht war. Auch hier war es der gemischte Chor, der mit Gesangsvorträgen, Deklamationen, Theater u. dgl. (in reicher Fälle geboten) den Festteilnehmern genußreiche Stunden bereitete. Die im -aufe des Abends von Pfarrer Bechtolsheimer gehaltene Festansprache, die die Arbeit der Evang. Arbeitervereine, besonders auf dem Gebiete sozialer Selbsthilfe und ethischer Kultur würdigte, fand reichen Beifall. ** 5.0 jähriges Dienstjubiläum. Am 18. d. M. waren es 50 Jahre, daß der in hiesigen Kreisen wohlbekannte Konrad Schneider aus Wiejeck — „der alte Konrad" — als Gartenarbeiter in den botanischen Garten eintrat. Aus Anlaß dieses Tages wurde ihm von S. K. H. dem Großherzog das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „für 50jährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Von der Direktion des botanischen Gartens erhielt er ein ansehnliches Geldgeschenk. •• Renitente Burschen. In verflossener Nacht wurden von einem Schutzmanne zwei Bergleute betroffen, von denen einer eine Uebertretung beging und notiert werden sollte. Die Burschen griffen dabet den Schutzmann tätlich an, beleidigten ihn in der gemeinsten Art und bedrohten ihn mit dem Messer. Die Burschen wurden schließlich verhaftet und machten, als sie ihre Nolle verspielt sahen, einen Bestechungsversuch. Einer hatte ein feststehendes Messer, das ihm mit Gewalt aus der Hand entrissen werden mußte, sonst hatte er sicher dem Beamten gegenüber Gebrauch davon gemacht. (pBad-Nauheim,19. Okt. Der Aussichtsturm auf dem staatlichen Wasserbehälter auf dem Gold st ein ist im Rohbau fertiggestellt. Er soll bis 1. Mai 1909 eröffnet werden. Man genießt von seiner Höhe einen schönen Rundblick über die Wetterau, das Usatal und den Taunus. cp Münzenberg, 19. Okt. Im Laufe dieses Sommers ist unsere Burgruine, die wegen ihrer beiden Türme das „Wetterauer Tintenfaß" genannt wird, fortgesetzt stark besucht worden. Hierzu trägt seit den letzten Jahren die Bahnstrecke Butzbach-Lich viel bei. Fortgesetzt werden auch an der Ruine umfangreiche Erhaltungsarbeiten vorgenommen, so a. B. 1907 allein für rund 10 000 Mk. In diesem Jahre wurden im Innern der Türme Arbeiten aus- aeführt. L-eider ist jetzt durch den neuen Fahrplan der Linie Lich-Butzbach die seither so günstige Zugverbindung wesentlich verschlechtert worden. Tie Gemeinden haben deshalb bereits Eingaben an die Firma Lenz u. Co. und die Behörden gemacht. > x Schadenbach, 19. Ott. Seit Donnerstag, 15. Okt., hat sich der älteste Sohn einer hiesigen wohlhabenden Familie hier von zu Hause entfernt und ist auch bis heute noch nicht zurückgekehrt. Alle Nachforschungen waren bis jetzt vergeblich. Ta der Vermißte schon längere Zeit an Schwermut leidet und dieserhalb menschenscheu geworden ist, so befürchtet man, daß er sich ein Leid angetan hat. + Bleidenrod, 19. Okt. Trotz der denkbar schlechtesten Trinkwasservcrhältnisse kann sich unser Gemeindevorstand immer noch nicht entschließen, sich an das Wasserwerk zu Bernsfeld-Atzenhain, was unter sehr günstigen Bedingungen möglich wäre, anzuschließen. Neuerdings hat auf die Beschwerde unseres Lehrers hin wieder eine Untersuchung des Trintwassers durch Großh. Kreisgesundheitsamt LUsseld stattgefunoen. Hoffentlich wird jetzt recht bald Abhilfe in irgend einer Weise geschaffen tverden müssen. = Da rmstadt, 19. Oft. Der für den 14. November d. I. angclündigte Verkaufstag im Schlosse begegnet wohl allgemeiner Sympathie, denn wer ist noch nicht trt Berührung getommen mit der mannigfaltigen Not solcher, die allein auf die Wohltätigteit Privater angewiesen sind. Viel geschieht vom Staate, den Städten, den wohltätigen Vereinen und nicht zuletzt den Versicherungsgesellschaften und Krankenkassen, und doch bleibt noch so viel Nor in der Bevölkerung, daß jeder, der das Herz auf dem rechten Fleck hat, zur Hilfe getrieben wird. Eben deshalb freuen wir uns auch dieser neuen Anregung der Wohltätigkeit, die den armen, an Tuberkulose Erkrankten des Hessenlandes gerade dort helfen will, wo weitere Unterstützung aufhört. s. Darmstadt, 19. Ott. Nach fünfjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit als Beigeordneter der hre,rgen Stadt ist heute Kaufmann Philipp Kah 1 ert, dessen Barer früher Bürgermeister war, von seinem Amt zurückgetreten und fand aus dieser Veranlassung heute vormittag 12 Uhr in Anwesenheit der Bürgermeisterei und der städtischen Beamten im Rathause eine würdige Abschied sfeier statt. Oberbürgermeister Morneweq widmete dem Ausscheidenden für seine Verdienste um die Vaterstadt ehrende Worte, wöbet er erwähnte, daß Kahlert auch 20 Jahre als Stadtverordneter für das Wohl der Stadt tätig war. Herr Kahlert dankte gerührt für die ihm dargebrachte Ehrung. .. g Krofdorf, 19. Okt. Der Turnverein hielt gestern im Lokale de§ Gastwirts Hoffmann feine Herbstversammlung ab. Bezügl. des für Weihnachten vorgesehenen Balles konnte noch nicht bestimmt festgelegt roerben, ob ,er auf Burg Gleiberg ober in den Räumen des Krofdorfer großen SaaleS abgehalten wirb. Cvm Herborn, 19. Okt. Es wird nach und nach mehr Sitte, daß sich reiche Leute alte Burgen kaufen, in Stand setzen lassen und als Wohnstätte benutzen. Auch die bei unserem Orte gelegene Burg Beilstein ging in den Besitz eines reichen Amerikaners über, der sie renovieren läßt, um sie als Wohnstätte zu benutzen. [] Marburg, 19. Olt. Noch immer ist die Frage, ob und in welcher Weise der Wiederaufbau der allen Herren mühle neben der Universität erfolgt, noch nicht erledigt. Bei der Bürgerschaft in Umlauf gesetzte Listen gegen ben Wiederaufbau haben zahlreiche Unterschriften gefunden, obgleich von anderer Seite großer Wert auf die Wiederherstellung des als historisches Bauwerk geltenden Gebäudes gelegt wird. Die heutige Anwesenheit des Oberbaurates Busch aus Berlin wird mit der Frage in Zusammenhang gebracht. Uttivcrditäts-Nachricyten. he. Hanau, 20. Ott. Ter Kgl. Landbau,uspeklor o. D., Pro sessor Ernst Petersen, Direktor der hiesigen Zeichenakadenue wurde an die Unlerrichtsanstalt des König!. Kunslgewerbenmseums in Berlin beruien. G^iLZNlaL-SrahtttreLottlrseri. Eröffnung des prcuß. Landtags. Berlin, 20. Okt. Der preußische Landtag wurde heute mittag 12 Uhr im weißen Saale des Königlichen -Schlosses durch'den Kuiser eröffnet. Tie Thronrede erinnert zunächst daran, daß die preußische Städteordnung an der Entwicklung der Selbstverwaltung hervorragend bc.eck.g^ sei. Sie kündigt sodann an, daß das Wahlrecht zum Abgeordnetenhause eine organische Fortentwicklung au,zuweisen habe, die sowohl dem wirtschaftlichen Aufschwung als auch der Bilduna und dem politischen Verständnis entspräche. Weiter wird an- gekündigt, daß die Entwürfe wegen Aufbesserung des Tiensl- einkommens der Staatsbeamten, Geistlichen uno Vol.sschul- lehrer, die Neuordnung des Wohnungsgeldzuschusses und eine UeberarbeAung des Besolduugs Systems der unmittelbaren Staatsbeam.en corbcrcitit w..roen. Düse Neugestaltungen erfordern einen Mehraufwand von 2uO Millionen Mark. Mit Rücksicht auf den ungünstigen Stand der Finanzen ist es deshalb unabweislich, daß ein Teil durch eine erhöhte Steuerbelastung von Vermögen und Einkommen in den höheren Stufen aufgebracht wird. Auch wird eine zweckmäßiger geordnete Steuer auf die Kup.tal-Erwerbs- Gesellschaften angestrebt. Die ungünstige Lage der Reichsund Staatssinanzen erfordert wei,e Sparsamkeit. Daher wird der neue Etat mit äußerster Vor,icht ausgestellt. Die Thronrede geht dann zu der Vorlage zum Mädchenschulwesen, der Unterstützung der Kleinbahnen und dem Ausbau der Eisenbahnen über. Endlich kommt sie auf die neuesten Vorkommniste im Orient zu sprechen, die die ernste Beachtung der Mächte verdienten. Das Reich wird in Gemeinschaft mit einen Verbündeten sür eine friedliche Beilegung der Differenzen ein treten. Paris, 20. Okt. Als Nachfolger des zurückgetretenen Marinerninifters Thomson werden der Unterstaatssekretär des Krieges Cheron und Admiral Fournier genannt. Paris, 20. Okt. Nach einer Meldung ^des „Eclair" aus Tanger Halle El Glaui einen Brief an den Sultan Abdul A s l's gerichtet mit dem Ersuchen, sich in Marrakesch wieder zum Sultan ausrufen zu lassen. Er solle auch Marrake'ch zur Hauptstadt des Reiches machen. Abdul Asis hat bisher noch keinen Entschluß gelaßt. Paris, 20. Okt. Wie der „Eclair" aus Rom meldet, ist ein Militärballon bei einer Fahrt über Rovigo aus einer .Höhe von 240 Meter abgestürzt und völlig zertrümmert worden. Der Insasse, Hauptmann Aguglia, erlitt schwere Verletzungen. London, 20. Okt. Wie „Daily Telegraph" erfährt, fei die österreichische Regierung mit der Pforte bereits zu einer Verständigung über bie Annexion Bosniens und der .Herzegowina gelangt. Man habe sich dahin geeinigt, daß die interessierten Mächte in der Konferenz nur noch die vollzogene Tatsache zu ratifizieren hätten. Petersburg, 20. Okt. Nach der „Börsenztg." begannen in Konstantinopel bereits Verhandlungen zwischen der Türkei und Oesterreich mit dem Inhalt, daß Oesterreich Bulgarien im Kriegsfälle nicht unterstützen und der Türkei gegenüber freundschaftliche Neutralität bewahren soll. Außerdem soll Oesterreich der Türkei eine große Anleihe garantieren, wenn die Angliederung Bosniens und der Herzegowina als vollzogene Tatsache anerkannt wird. Aus offiziellen Kreisen verlautet, daß Italien sich dem zwischen England, Rußland und Frankreich getroffenen Uebereinkommen angeschlossen habe. A m Zustandekommen der Konferenz wird allgemein g c * zweifelt. Schwarz u. weiss rein- mnfn Paar 15 Pfg., 25 Pfg., wollene gestrickte -t>d>üy-^irUinpie 35 Ptg., 50 Plg.u.55 Pfg. 6 <35 B ü 12» a la (Dependance für Minderbemittelte.) i Prospekte franko '■■’ys?llr. M. Schalze-Kahlcyss. Nervenarzt. >®ySi3He®SHH Sanatorium Hofhelm im Taunus. Kolosseum Giessen N Wählen 08795, als Salome-Tänzerin 5156] 3-Zimmerwohnung zu ver- mleten iiu Seitenbau Liebigstr. 63. das 73este (08771 (ss13/,0 Magdeburg. Man beachte besonders die Schutzmarke „Haus“. >5767 bei Pirr. rrtn;ß 3, 4 und 5-Zimmer, sowie Laden mit Zub. zu verm. L. Huhn 5146) (Hut 2« u. 3=3immtr=yiol)n Ä [6050 sofort zu vermieten. K. 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