Mittwoch 15. April 1908 158. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 90 Lricheinl täglich mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger für Overhesfen Fleischpreife in Gießen Handel Wlt ^7» 3% Portugiesen Serie I Portugiesen HI 3% 82.40 iSOrse, 15 61.50 Möbel-Fabrik Darmstadt Gelseukirchou Bergwerk . 193.2V Hamburg-Amerik. PaketA 111.50 Elektnz. Sehuckert . Eschweiler Bergwerk ütörse, 15. April, 1.15 Uhr. 91.50 | Elektriz. Lahineyer . . Höchste Schlachtviehpreise m Frankfurt a. 9)1. Ochsen Kälber Schweine 61.00 61.90 94 80 87.45 95.30 149.40 49.20 85.50 66.40 95.30 119.75 106.50 208.50 Harpener Bergwerk. . . Laurabütte Eordd. Llojd . ... . Obeischles. Eisen-Iudustrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat Bank . . Ditikouto-Kommaudit . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien Baltimore- und Ohio- Kisenlahn Gottnardbahn Lomoard. Eisenbahn . . Uesterr. Staats bahn . . . Pnuce-Henn-Eiseubahn . 197.50 214.50 97.50 99,10 162.50- 126.30 233.40 138.00 176.00 139 80 198.75 Ss8il Ny*"» 22.80 145.50 120.00 *0 Oesterr. Silberrente Ungar. Goldrente . . Italien. Bente . . . 81.90 91.85 81.90 90 60 91.50 98 80 9925 93.30 4*/b?< 4% 1 nehmnng, bi? doch in erster Linie auf ihre Kosten kommen will, ganz von selbst veranlassen, die richtigen, d. h. die rentablen, Limen in Angriff zu nehmen und dasiir zu sorgen, daß der Früh- und FcierabenDverkehr, der sich durch die ganze Längsrichtung der Stadl wälzt, in bejchlcilnigter Form bewältigt wird. Billige Abonnements, Arbeiter- und Schülerfahrkarten ergeben sich daraus ganz von selbst. Ebcn'.o em besonderer verstärkter Sommerverkehr auf die Bierdör'er und namentlich an den Braldesrand für Spaziergänger. Nahe liegt endlich eine Vereinbarung mit der Reichspost im Sinne der rallonelleren Verbindung des Poslverkehrs zwischen den beiden Postämtern. Tie Elektrisierung der Biebenalbcchn dürfte auch nur eine Frage der Zeit sein. In der legten Stadtverordneten-Versanrnrlung, wo man sich über alle Detail'ragen nur andeulungSiveise und unverbindlich äußern konnte, ist das Wort gefallen: .Ter Kostenpunkt ist und bleibt die Hauptsache!" Ich stimme dem durchaus zu. Ich warne eindringlich vor einer gewissen Großmannssucht, wie sie sich gelegentlich geltend macht. Alan muß den Mut haben, auch einmal zu „bremsen" und m den berauschenden Wem der Begeisterung ernüchterndes Wasser zu gießen. Wir Gießener sind noch lange keine Großstädter. Nur unsere Steuersätze siud recht großspurige. Unsere kommunatpolillsche Arbeit, die dem Gedeihen und dein Fortschritt der Stadt, nicht aber dem Haschen nach einer billigen und oberflächlichen Poputanlät gewidmet sem soll, muß derartig sein, daß wir unsere Beschlüsse vor der Ge,amlheit der Steuerzahler, auch der der nächsten Generation, ernsthaft veranlivorten können. Tes» wegen verträgt die ganze Angelegenheit, die vielleicht bisher mehr als' unbedingt'notwendig verschleppt worden ist, auch heute noch feine Ueberstürznng. In jedem Falle sollte man sich fürs erste, da em diSlutabler Plan noch gar Nicht vorliegt, nicht über die Limen- iührimg ainregen und nicht den Egoismus einzelner Stadtteile ent- iesfeln. Das sind alles curae posteriores. Auch darf man nicht die ichivierige Frage, ob Kommunalisierung oder Akttenbeirieb, mit Schlagworten 'abtun. Wir alle miteniander verstehen von der Sache vorläiisig herzlich wemg. Zuoerlälstge Unterlagen iür eine gründliche Arbeit bekommen wir erst durch auswärtige Experten und durch Offerten privater Gesellschaften, die sich gegebenen Falles bereit erklären, das Unternehmen ourchzuführen. Deren Pläne, Kalkulationen und Bertragsvorjchläge werden auch dann nicht umlauft erbeten sein, wenn man sie nicht akzeptiert, sondern selbst- Itändig vorgeht. Cb unsere nächsten Ziele wirklich ohne zu große Cpser finanzieller Natur verwirklicht werden können, das legen wir am be|ien daraus, wie sich routinierte Fachleute und Spezial- firmen zu ihnen verhalten. Prinzipien gibt es auf dieiem Gebiete überhaupt nicht, und alle Vergleiche mit anderen Städten müssen hinken. Werkstätten iür Handwerkskunst Georg Ehrhardt & Söhne Bochum Guss . . . Buderus E. W. . . Tenden z ruhig. i£er4iiis°/e russ.Staatsanl. 190a Vaui0 japau. Staatsanleihe 4% Conv. Türken von 1903 Türkenlose Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . d°/e Mexikaner . . . 4 A °lo Chinesen . . . . Aktien: Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UntversitätS - Buch- und Stetndrnckerei. R. Lange, Gießen. 50 Kg. Schlachtgewicht 77—81 Atk. % Kg.Schlachtgew. 86—98 Pi. , 61-00 „ . 215 00 . 112.10 Redaktion. Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion: 112. Tel.-Adr.tAnzeigcrGießen. 3>j°/e Oberhessen . 4% Oesterr. 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Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheineil monatlich zweunaL litt a monatlich L. sucht U idsebti iessen. len untA jq. iS 6UU^1 erbeiia-cE . stelle senerjj^ rd 145» HÄ 'ALrchUchs Nachrichten. Sottesdienst. Am Gründonnerstag, den 16. April. Jn der Stadtkirche. Abends 6 Uhr: Beichte und hell. Abendmahl für Matthäus- und Alarkusgemenide. Anmeldung vorher bei dem P'arrer der Gemeinde erbeten. Pfarrer D. Schloss er. 3n der Zohanneskirche. Vormittags 9'/, Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Kukasgememde. Pfarrer B e ch t 0 1 s h e i m e r. Abends 78/< Uhr: Beichte und heil. Abendmahl für Lutas- und Johannesgemeinde. Anmeldung vorher bei dem P'arrer jeder Gemeinde erbeten. Pfarrer Ausfe 1 d. Karfreitag, den 17. April. Kollekte für die evangelischen Anstalten zu Jerusalem. 3n der Stadtkirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11'/« Uhr: Kinderkirche für Matthäus- und Markusgemelnde. Pfarrer Schwade. Abends 6 Uhr: Liturgischer Gottesdienst. Pfarrer D. Schlosser. 3n der Zohannerkirche. Vormittags 91/« Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Johannes- gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Telefonische Kaar-soei'äcr-te des Gieasenei Anzeigers, mitgetoUt von der Bank filr und Industrie, Giessen. Äpg eleganter taprMe nach Mass. Erstklassige Verarbeitung. Tadelloser Sitz. Grosses Stofflager. a"/» J. Pfeffer, Marktplatz. 6 die schwebenden politischen Fragen von Beiden aller denselben Gesichtspunkten betrachtet würden. D iiie sich die Erklärungen Tittonis in der italienischen Kammer ■; 1 vielen Punkten mit denen des Fürsten v. Bülow im Reichs- ige decken, so hätten auch die mündlichen Besprechungen zwischen men gemeinsame Gesichtspunkte und Ziele ergeben. Das ent- iit nreche auch dem Geist des Dreibundes, dessen Ziel nach wie ter die Aufrechterhaltung des Friedens und des Status quo ■ v. Jnbezug auf die Beziehungen Oesterreich-Ungarns und 3 sliens habe es keiner Vermittelung Deutschlands bebnrft, ■ :a es eines der unbestreitbaren Verdienste Giolittis und Tit- sk iuris sei, die Beziehungen zwischen Oesterreich-Uygarn und ualien wieder freundlich und vertrauensvoll gestaltet zu haben imd dies ihr Bestreben sei durch die ebenfalls loyale bundes- undliche Haltung des Ministers Freiherrn v. Aehrenthal geädert worden. Dieses Zusantmenstehen der Treibnndmächte und deren An- :eherung an den russischen Standpunkt hat wohl mit dazu bei- ■ tragen, daß England, das fich abseits hielt und mit Sonder- Federungen auftrat, die leicht den Stein ins Rollen bringen Junten, in den wesentlichsten Punkten einlenkte, sodaß nunmehr ■liier Konfliktstoff beseitigt ist. lieber die weitere Gestaltung der iinge bür;te man sich jetzt in Rom klar geworden sein, nachdem iiiiaft Bülow vor reichlich zwei Wochen seine Visitenkarte in ?. Wien abgegeben und mit Baron Aehrenthal über die gleiche Frage < .lgehend tonferiert hatte. Die Besprechungen in Rom bilden lüher eine Ergänzung der Wiener Kvnferenzen und beide Er- Mnljnisse zeigen löieber einmal-Die Festigkeit des schon oft tot- W ^sagten Dreibundes. Um dies noch deutlicher darzutun, wird l.il|t Bülow auch mit deut italienischen Niinisterpräsidenten Gio- ;iti gelegentlich seines Aufenthaltes m Venedig zusammentreffen, :r.b dies ist um so bemerienswerter, als bisher von gewisser Seite ttMentlich verbreitet wurde, Giolitti, der im Grunde seines . rzens wenig dreibundfreundlich gesinnt sei, wäre absichtlich wenige ingc vor dem Eintreffen Bülows abgereist, um diesem nicht ju begegnen: diese neue Entrevue in Venedig dürfte daher auch u.it£ mißgünstigen Stimmen zum Schweigen bringen. zalM ' . zürst Bülow in Hom. Tie Agenzia Stefani veröffentlicht folgende Erklärung, ; Fürst v. Bülow in einer Unterredung abgegeben hat: „Ucbcr Zweck seiner Reise seien allerlei phaiuastfiche Versionen i gebreitet worden. Er habe vor allem die Besuche seiner ver- » ihnen Freunde Giolitti und Tittoni in 5)omburg v. d. H. und j«den-Baden erwidern wollen, was er bis jetzt wegen Häufung Sei Geschäfte und Arbeiten in der inneren Politik habe verblieben müssen. Er kehre auch immer gern nach der ewigen Ltadt zuruck, wo er solange gelebt und jetzt Eigentum erworben • habe, so daß er von sich sagen könne: Eivis romanus sum. 3n politischer Einsicht seien die Mächte jetzt vor allem bemüht, dutch Ausgleich zwischen den englischen und russischen Vor- idflägen über die Reformen in Atazedonien zur mög- j hchsten Beseitigung des in diesem Lande herrschenden Zustandes btt Erregung beizutragen. Es stehe zu hoffen, daß ein prak- I ii chcs Resultat erreicht werde. Deutschland habe auch heute ml Laltan fein direktes loiales Interesse, aber den Wunsch, | die Einigkeit der Mächte in den Balkanfragen aufrecht er- I jalten und fein Anlaß zu einem Konflikt gegeben werde. Der 1 besuch Kaiser Wilhelms II. in Venedig sei ein neuer fi örweis seiner Freundschaft und seiner Zuneigung für Italien. | 2ei Kaiser habe von feinem Aufenthalt in Italien die besten ndrucke mitgenommen." Aus den Unterredungen des Fürsten 5. Bülow mit dem Minister Tittoni sei hervorgegangen. Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 Kg. 62 Pig. Schwarzbrot 2 Kg. 58 Pfg t iWuiitisi RcianifttM# längeiotttEl . 5ru1erbra ft»* Jsraelltizche ... gemeinde. Gottesdienst in de.' Iynügoge (Südanlage). Donuerstag den 16. und Freitag den 17. April 1908: Pasiahfest. 1. Tag. Borabeud: 7 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags: 4.00 Uhr. 2. Tag. Vorabend: 8.00 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Predigt. AbcndS: 7.00 Uhr. ____________ Tie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Giebener Fleisch- und Brotpreise am 13. 'April 1908. ________________ Ivie elektrische Straßenbahn in Gießen. Bon Professor Dr. M. Biermer. (Schluß.) Indessen wäre es verfehlt, aus diesen Vergleichen ohne weiteres Schluß zu ziehen, man müsse auch bei uns sofort mil der iigmen Regie beginnen. Tie genannten Städte sind Großstädte, ic wollten ihre Elektrizitätswerke während der Tageszeiten, wo der iiehwerbrauch verhältnismäßig geringfügig 511 sein pflegt, für Straft« Decke besser ausnutzen. 21uch verfügten sie bereits über eine zu- -erlässige Terkehrsstatistik und klare Rentabilitätsziffern. Alles das - ii)lt vorläufig in der Aitttelstadt Gießen. Trotzdem sind die Er- otzrnngen jeiier Großstädte beachtenswert genug und bieten hin- leichende Griindlagen iür den vorsichtigen Abschluß von Konzessiont« '.Erträgen. So kurzsichtige und langiristige Privilegien, wie man je früher privaten Gas- und Straßenbahn-Gesellschaften erteilt tat, auf Grund deren die Aktionäre den Rahm abschöpften, ohne sie sich ihrer Pflichten dein Publikuni gegenüber hinreichend 'kniißt geblieben mären, schließt heute fein vernünftiger Magistrat neijr ad. Außerordentlich wichtig ist auch die Stlpiitterung eines Korf auf oder Heimfallsrechts. Vielleicht kann man auch daran knien, daß die Stadt einen Teil der Aktien übernimmt und diesen ilktienbesitz und damit ihren Einfluß planmäßig verstärkt. Eine old)e unmittelbare finanzielle Subvention des privaten Unter- 'Eimers ist auch in der mehr mittelbaren Form denkoar, daß die ^0 innuine mit ihrem billigen Kredit die Ausnahme einer Obli- >ttioiis|chuld der Aktiengesellichaft erleichtert. Derartige mäßige fper sind jedenfalls viel'iveniger riskant als der Eigenbetrieb auf Mtlsche Rechnung. Natürlich wollen auch die Aktionäre etwas verdienen und iiien geiviß einen Anspruch Darauf, sich für die mageren Jahre ■'ek ersten Zeit, wo alles noch ungewiß ist, und vieles noch an§- Erebtert werden muß, schadlos zu halten. Je roeniger wir finanziell 'Ei'ragen, desto freudiger können wir dem Privatkapital eine gute teilte, die ja nicht aus dem, so wie so über Gebühr in Anspruch imoinmeneu, Stadtsäckel fließt, gönnen. Die Hauptsache ist Die l'erbefferung unseres Verkehrs ohne städtisches finanzielles Risiko- denn rott außerdem noch unser Elettrizitätswerk rentabel er lachen können, sind wir, auch vom fiskalischen Standpunkte aus •t£rad)tet, keineswegs leer ausgegangen. .Die zahlreichen Freunde der städtischen Regie, die heute in Süßen über die Majorität verfügen, übersehen — wie mir dünkt 7" immer wiederum, daß sich bas, mas für eine Großstadt richtig Hi für eine kleine und Mittelstadt noch lange nicht zu eignen 'raucht. Für ein Geiueinwesen in der mäßigen Größe von Gießen !t auch eine namhafte Vermehrung der von der Stadt zu be- 'iCenben Beamtenschar nicht unbedenklich. Wir haben in dieser °^lehnng gerade in Der allerjüngsten Zeit recht eigenartige Beob- chiungen gemacht. Sie lassen es nicht besonders verlockend er» ’-Nnen, Die Zahl der von uns abhängigen Funktionäre, zumal, ihnen em Koalitiousrecht zusteht, ohne Not zu vergrößern. :iti 'ätabtoorftanb steht viel unabhängiger Da, wenn nicht er, fon- die Privatgesellschaft, die Gehälter, Löhne und Arbeitszeilcn Miert. Außerdem kann er bei ausbrechenden Streitigkeiten '"Eieln, während er sonst selbst Partei sein Mich. Es bestehen bei "'s zu gemütliche Beziehungen und zu viel rcin-lofale Wunsche. A durfte deshalb vesier jein, ivenn man sich, was Linienführung mL Tarifsätze anbetrifft, nut der zu konzessionierenden Geselsichalt 'Ul gewisse Ainidesiforderuiigeu lestlegt und damit uferlosen Plcuien, "r. ohne Rücksicht auf ihre finaiiziellen Konjegiienzeii in gewrfsen vkjnksvereineii alsbald eine rührige Vertretung finden, vorbaut. -Jlen braucht sich Dabei durchaus nicht Dem privaten „Dividenden- Mgrigeii Unternehmertum" mit gebunDeiien Händen auszutteaern. ':cl? bctgenart unseres Stadtplanes und der täglichen Bewegung tu wirrer stark fluktuierenden Bevölkerung wird die private Unter» Eingesandt. (Für Form und Inhalt i.i. l ..».u vi.|Ci ölubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Einsender dieses war heute Zeuge eines Schauspiels, das jeden Menschen, der noch etwas Gemüt hat, aufs höchste empören muß. Kurz nach 12 Uhr ging ich durch den Seltersweg und mußte es mit anschen und anhören, wie eine Rotte — nun, ich will sie Menschen nennen — es sich angelegen sein ließ, eine stadtbekannte, alte Persönlichkeit durch anhaltendes Pfeifen und Johlen in die höchste Wut zu bringen; sogar eine erwachsene Angehörige des sogenannten zarten Geschlechts beteiligte sich an dem Unfug. Es hat mich tief beschämt, datz ich einem vorübergehenden Arbeiter vom Lande nichts entgegnen konnte, als er, offenbar angeekelt von dem Anblick und empört über die Roheit der Beteiligten, zu mir sagte: „Es gibt doch nichts roheres als die ftädttschen Buben." Dabei trägt die Jugend noch nicht den Hauptteil der Schuld, da sie die Sache in jugendlichem Leichtsinn und Unverstand mehr als einen harmlosen Scherz auffatzt; hoffentlich nehmen aber doch Eltern, Lehrer und Erzieher Gelegenheit, sie nachdrücklichst über die Pflichten gegen das Alter aufzuklären, auch wenn dieses uns in ärmlichem Gewände entgegentritt. Anders verhält es sich aber mit den Erwachsenen, die in solchen Füllen meistens die Anstister sind. Wenn sie von dem, was ihnen im Elternhaus, in Schule und Kirche hundert- und tausendmal gesagt worden ist, sich nicht so viel ins Leben bineingerettet haben, daß sie sich solcher Roheit und solchen Unfugs schämen, dann sollte das anständige Publikum sich diese Ungehörigkeiten von ihnen verbitten; denn es wirft auch, auf die gesamte Bewohnerschaft ein eigentümliches Licht, wenn sich unter ihren Augen ein so beschämendes Schauspiel des öfteren wiederholen kann. Und sollte nicht auch die P 0 l i - Sei in der Lage sein, hier Abhilfe zu schaffen? Ich bin fest überzeugt, daß ein paar Anzeigen genügen würden, dem alten Mann seine Ruhe zu verschaffen. Wir haben ja Paragraphen über „groben Unfug" usw. in Fülle, und ich kann mir kaum ein größeres „öffentliches Aergernis" denken, als wenn man sehen muß, wie halbwüchsige und erwachsene Rohlinge sich erfrechen, Das Alter zu verhöhnen und zum Besten zu haben. Gießen, den 14. April. Valentin Müller. ii gute roii ffläii LiidiNÜMM«!! 5 solides M HiUisM 5® cd-AnlWl^ lh .ieieritt9| Vormittags ll1/, Uhr: Kindertirche für die Lukasgemelnde. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 6 Uhr: Siehe Stadtkirche. Die Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der MatlhäusgemeiuDe findet am 2. Cfterfetertag im AbenDgottes- bienft statt. Am 1. Osterfeiertag wird eine Kollekte für Die Kirchenkasie erhoben werden. katholische Gemeinde. Gottesdienst. Freitag, ben 17. April, Eharfreitag: Vormittags von 77, Uhr an '. Anbetung des Allerheiligflen. , um 91/J Uhr: verstörte Alesse. Nachmittags um 5/, Uhr: Predigt; Darauf Passions-Andacht. Getreidepreise in 9)1 annhei m Weizen 100 Kg. ^2.v0-00.00 Aik. Roggen 100 Kg. 19.75-00.00 Mk. ’/, Kg. 76-84 Pfg. '/, , 70-76 , „ 60-76 , April 1908 Barometer auf 0° reduziert C fr der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative [ Feuchtigkeit Wnidrichtung _ Windstärke Wetter 14. 2“ 747,8 10,0 4,6 50 ESE 2 Sonnenschein 14. 8" 748,8 6,8 5.4 73 NNE 4 Bew. Himmel 16. 714 749,6 8,1 6,8 85 N 2 Sonnenschein Höchste Tempe -atuv a n 14. bis 15. Api -il = 4-10,6 0 C. Niedrigste 14. „ 15. „ — 4- 0,8 u C. Bekanntmachung. Behufs Vornahme von Kabelarbeiten ift.dao Kabel in der Südanlage, von SclterSweg bis Göthestrahe, Bleichitraste und Löberttraste von Bleichstratze bis Götheslratze am sechzehnten dieses Monats von zehn Uhr vormittags bis fünf Uhr nachmittags ausgeschaltet und die Stromlieferung unterbrochen, was wir hiermit den anliegenden Konsumenten zur Kenntnis bringen. Gietzen, den 14. April 1908. [Bw/< Stadt. Elektrizitätswerk Gienen gez. Stolte. Statt Karten. Die Geburt eines Töchterchens zeigen hocherfreut an Kreisamtmann Kangermann und Frau Hedy, geb. Lorbach. Giessen, den 14. April 1908. [2503 (Rossmanns Normalsheffiln „Hostegos keine Fussleiden mehr! Breite .vemynftymässe — FuSsb'We'dung, 8rrMIsagi' Landau (Pfalz) IMHk Wilhelm Jong Ml., 14M] JtiLl.-Linden-tiiessen. für kompl. Wohnungs ■ Einrichtungen in allen Preislagen. 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