C = ^3 = ‘s'l to W Wil 'M Hi sftS'-o ??? s ss e 5ZS? 8 GO SKy 2.3*5 2« a 6 ■?a ** r:5; 1-2 5 ^LS- ?LK- :I2? "J 2 r » rS-M® J *2^0 J * 5 s" iS U> -o £52- ??•: v3»® - s 2.2 ,S S.ef ■$'» cv? < -*» ii #t rr • r. ??*££ " n zn Sizilien bauert di? Agitatwn für Nasi fort. In Palermo fand mn Sonntag ttotz des Verbots der ll^slizei in den Strahn eine Kundgebung, die aber ohne Zusammenstoß verlies, statt. — dd)-t Oymnapasten erhielten wegen Vandalismen und Widerstandes mehrmonatliches " Dir begrüßen die Vorlage über die Heimarbeit mit großer ; Freude, obgleich sie erst ein sehr schüchterner Versuch ist, ; der deutlich die Unsicherheit verrät, nut der die Regierung an diese schwierige Materie herangegangen ist. Es ist der erste Schritt in - ein dunkles Land. Vorsicht ist daher dringend geboten. Wir find uns alle darin einig, daß weitere gesetzgeberische Schritte bald folgen müßen. Herr Geyer will alle Schaden der Heimarbeit dadurch beseitigen, daß er sie abschafft. Das ist eine Km: ä la Dr. Eisen« bart. (Heiterkeit.) Man schlägt jemandem den Kopf ab, dann ist er von allen Leiden befreit. Die Sozialdemokratie hofft durch De, seitigung der Heimarbeit mehr Arbeiter in ihre Organisationen zu belommen. Das ist des Pudels Stern. Wir sind auch Freunde der Arbeiterorganisationen, aber sie dürfen nicht aufgebaut fern auf vielen Tausenden von zertrümmerten Eristenzen. (Sehr richtig! links.) Der Redner wendet sich dann gegen die Ver. lintr Ausstellung für Heimarbeit, die vielfach enr ganz falsches Bild der Verhältnisie gegeben habe. Sie habe frei, lich das Verdienst gehabt, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Heimarbeit gelenkt zu haben. Im übrigen habe sie vielfach nur die ordinärsten Artikel vorgeführt, die in der geschäftsflauen Zeit aus Mange! an Aufträgen hergestellt werden. DieLöhne in bet Thüringer Spielwaren- industrie find auch sehr niedrig. Diese Industrie weist dieselben Schattenseiten auf, wie febe Heimarbeit. Aber sie enthält einen gesunden firm, sie ist eine ErwerbSsorm, die wirtschaftlich und sozial notwendig ist. Nur die Auswüchse müßen beseitigt werden. Daß die verschiedenartigen Verhältnisie der Heimindustrie bei der Novelle berücksichtigt, und daß nicht einheitlich vorgegangen wird, ist richtig. Es fragt sich nur, ob die dem Bundesrat gegebenen Vollmachten nicht auf dem Papier stehen bleiben, wie das bei der Invalidenversicherung für die Hausindustrie der Fall ist. Der Redner fordert die Ausdehnung der Gewerbe, anfsicht auf die ganze Hausindustrie, mich durch weibliche Beamte, die allgemeine Negisterpflicht und Ausdehnung der Krankenversicherungspflicht auf die ganze Familie in der Hausindustrie. (Beifall links.) Abg. Dr. Burckhardt (wirtsch. Vgg.): Ich muß die Behauptung zurückweisen, als ob die Berliner Heimarbeits-Ausstellung, ein falsches Bild ergeben habe. Es sind doch nur Stichproben gegeben worden. Die Ausstellung hat ganz heillose Zustände aufgedeckt. Sie ist auch von der Kaiserin besucht worden, und darauf ist es Wohl auch znrückzuführen, daß die v o 11 i egen de Novelle so rasch erschienen ist. Der Redner bespricht die Heimarbeit in der Zigarren, i n d u st r i e , vor allem im Ravensberger Bezirk. _ Die Löhne seien durchaus unzureichend und wohl die schlechtesten in ganz Deutschland. Es wäre aber unvernünftig, die Hausarbeit zu besei, tigen. Es würde dadurch großer Schaden entstehen, aber der Bun. dcSrat denke ja auch nicht daran. Durch Tarifvereinbarungen müssen die Löhne erhöht werden, auch müsicn die Heimarbeiter in die Krankenversicherung hereingezogen werden., Die Heim« arbeit auf demLande ist vorteilhafter als die in der Stadt. Auch die Lentenot wird dadurch bekämpft, weil die Leute durch ihre Heine Nebenbeichäftigung veranlaßt tverden, auf dem Lande zu bleiben. Der Gesetzentwurf ist nicht im Interesse der Unter, nehmet geschaffen worden, und wenn der Abg. Geyer behauptet habe, die Regierung und die bürgerlichen Parteien seien arbeitet, feindlich, so erkläre er ihm, daß im Gegenteil die Soz a l d e m o - iratie arbeiterfeindlich fei. (Beifall recksts.) Hofsent. lich werde sich in der Kommission ein gangbarer Weg zur Lösung der schwierigen Heimarbeiter frage finden. (Beifall.), Abg. D. Naumann (freis. Vgg.): (Beifall.) _ , X1 I Abg. Schiffer (8entr.) regt Heimarbeitetausschüsse an, spendet dem M rken des Grafen Posadolvsky Lob, wünscht den Zchnstundenlag auch für männliche Arbeiter, eine weitere Verkürzung der weiblichen Ar. beitszeit an den Tagen vor Sonn, und Festtagen und spricht dann besonders ausführlich über die Notwendigkeit von obligatorischen Arbeiterausschüssen mit geheimer Wahl u,w. Der zweite Teil seiner Rede ist ein allgemeiner Vortrag über das Koalitionsrecht. Abg. Everling (norl.)’ begrüßt die erfreuliche Aufnahme, die die Gewerbenovellen im ganzen Hause mit Ausnahme der Sozialdemokraten gefunden haben. Die Sozialdemokratie ist der sozialpolitische D r. Eisenbart. (Heiterkeit und Zustimmung.) 'Sie, will die Heimarbeit ausrotten, wenigstens in der Zigarrenindusttie. ycute werden aber viele Tausende m Sachsen sagen: Gott sei Tank, dax es jetzt so wenige Sozialdemokraten im Reichstage gibt! (Gelaap ter der Sozialdemokraten. Lebhafte Zustimmung.) Gewih, Miß. stände sind vorhanden, aber man kann ihnen nicht mit einem Mar- den GarauS machen. Die Arbeiter lieben die Heimindustrie, weil sie das Familienleben fördert. Der Redner schildert die Verhältnisse an dem Beispiele der K r e f e l d e r H a u s : n d u . st r i e, wo er seiner Zeit den Uebergang von der Hand- zur JJca, schinenarbeit mitgemacht hat. Naumann hat zu schwarz gemalt Nicht überall ist das Wort „Schlafstube" Ironie und nicht, überall schaut eitel Sorge aus der Heimarbeit heraus. Ich bin m viele Heimarbeiterwohnungen gegangen, nicht geführt von Fabrikanten, und habe eine eigene Anschauung mir gebildet. Die Vorlagen müssen in der Kommission noch so geändert werden, daß sie dem Lebensbedürfnis der Arbeiter entsprechen. Die Wohltat dars aber nicht durch Schikanen zur Plage werden. (Beifall.). Abg. Günther (freis. Vp.): Die schwierige Materie läßt sich nicht auf einmal regeln Würde man die Heimarbeit ab schaffen, so wären schwere wirr, schaftliche Erschütterungen unausbleiblich. Man darf nicht immer nur die dunklen Seiten der Heimarbeit malen. Der Redner bespricht die Verhältnisse der Spitzen- und S t i ck e r e 11 n duft r i e i m s ä ch s i s ch e n V o g t l a n d e , seinem Plauener Wahl- bezirk. Die Ausdehnung dieser Hausindustrie hat den Wohlstank der Bevölkerung sehr gehoben. Man darf nicht schematiich vorgehen, ein Uebereifer ist ganz unangebracht. Auch die Beamten- und Handwerkertöchter in der Plauener Spitzensabrikation haben ein Recht auf Arbeit. Lohndrücker sind sie nicht. Das schablonen. hafte Verbot der Heimarbeit würde diese Jndusttie nach dem Auslände drängen. Schon jetzt werden Bestrebungen gemachc, sie nach Amerika zu verpflanzen. Für die Fortbildungsschulen der Arbei. terinnen betont der Redner die Bedeutung der Hauswirtschaft I i ch e n Ausbildung und äußerte besondere Wunsche für Saisonindustrien. ;v ** Mg. Stadthagen (Soz.): Wir denken nicht an eine Kur ä la Eisenbart. Geher hat das Verbor nur für die Tabakheimarbeit gcforderr. Mit Ausnahme einer kümmerlichen Verordnung für die Konfektionsindustrie ist überhaupt noch nichts geschehen. Die Scharfmacher loben die Vor. lagen über den Daus, das beweist, daß sie für die Arbeiter unbrauchbar sind. Man will waschen, aber nicht naß machen. Die widersinnigen Bestimmungen des Entwurfs zeigen, daß die Regie, rung vollständig in den Banden des Scharfmacherverbandes ist. Abg. Erzberger (Zentr.) verteidigt die Berliner Heimarbeiterausstellung, die durchaus keinen tendenziösen Charakter gehabt habe. Der Redner lobt die Be- i strebungen des Berliner Käuferbundes, der in die Schlupfwinkel der Heimarbeiter eindringe und Gutes schaffe. Tie Vorlagen gehen an eine Kommission von 28 Mitgliedern. Ootttidche Tagesseha«. Ablehnung des Sprachenparagraphen. Die Vereinsgesetzkommission des Reichstags kam am Montag endlich nach viertägiger Debatte zur A b ft i m m u n g über Den Sprachenparagraph (§ 7), der bekanntlich bestimmt, dass die Verhandlungen in öffentlichen Versammlungen in deutscher Sprache zu führen und daß Ausnahmen nur mit Genehmigung der Landeszentralbehörde zulässig sind. Hierzu lagen vor ein Eintrag der Polen, als deutsche Sprache jede Sprache zu erklären, die innerhalb des deutschen Reiches von Neichsangehörrgen als Muttersprache gesprochen wird, ein Anttag Graes (Wirtsch. Vgg.), die Gewerkschaftsversammlungen nicht unter den § < &u stellen, und ein Vermittlungsantrag Dr. Müller-Meunngen. ^>n der Abstimmung wurde zunächst der Antrag der Polen mit den 15 Stimmen der Blockparteien gegen 12 Stimmen des Zentrums der Sozialdemokratte und der Polen abgelehnt. Ter Antrag Graes wurde mit 14 gegen 13 Stimmen ab gelehnt. ^ann kamen der Antrag Dr. Muller-Meiningen zur Abstim nung. -^er Absatz 1 des Antrages, der bestimmt, daß Verhanolungen in ösfentlicl)en Versammlungen in der Regel in deutscher Sprache zu sührcn sind, wurde gleichfalls abgelehnt. Tann aber murcen die Absätze 2 bis 5, die Die Anmeloesrist für sremchprachige Versammlungen regeln und außerdem' bestimmen, daß ,otzne Die / Auch ich werde mich in meinen Ausführungen auf die Hans, Industrie beschränken. Nachdem der SCbg. Geyer ans seinen Lebenserfahrungen heraus ein dunkles Bild der Heimindustrie entrollt hat, hat heute Herr Enders versucht, die Hausindustrie von ihrer hellen und lichten Seite zu zeichnen. Ich will auch nicht in Abrede stellen, daß es in der Hausindustrie helle und lichte Punkte gibt Gerade die vorzüglichsten Einzel, leistungen entftanrmen sehr häufig der Hausindustrie. Das gilt sowohl von der Steinschleiferei, von der Uhren-, der Wäsche. inbu]ü ie, der Hausschneiderei, der QualitätSzigarrenfabrikacion usw. Wir finden, daß in dieser Hausindustrie vielfach viel Aktti- rateres geleistet wird, als in der Fabrik. (Beifall.) Bedauerlich ist aber, daß selbst die beste Hausindustrie, wenn ste sich sogar dem Kunstgewerbe nähert, immer noch die Tendenz hat, die Löhne^ niedriger zu hatten als m der Fabrik. Das Typisch^ für die Haus, Industrie ist der billige Durchschnitt der Ware (Zustimmung), und alles das, was unterhalb des billigen Durchschnitts, so daß man bei ihrer Beurteilung zunächst von einer Warenbeurteilung aus. gehen muß. Da war die Berliner Ausstellung der sachlich richtige Weg. Kein Mem'ch wird Hausindustrie aus bloßer Statistik ^greifen, auch nicht aus bloßem Mitleid; man muß vor dem lebendigen Auge haben, was die,Hausindustrie herftellt; der Blick auf die Ware genügt, um zu ' Dentsciies Ncieh. Berlin, 2. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die südwestasrikanischcEisenbahnOtoxin-Groot-' so nie in, welche bekanntlich von der Southwestasrim Eompany gebaut wird, hat nach einer an amtlicher Stelle cingetrofscnei, Depesche den Endpunkt Grootfonrein erreicht. Kattowitz, 2. BLärz. Tie deutschen Beamten in Russisch- Polen haben nach der Annahme der Enteignuugsvorlage durch Arbeiter und polnische Komitees eine Aufforderung zur Landes- verlasfung mit Todesdrohungen erhalten. Aus diesem Anlaß hat nun in Kattowitz gestern eine Versammlung der Betroffenen Wenn heule die gesetzgebenden Faktoren daran gehen, die Hausarbeit gesetzlich zu regeln, so wäre es ein großer Fehler, zu glauben, daß man damit allein gute Zustände in der Heimarbeit schaffen könne. Das ist auf diesem Gebiete ausgeschlossen. Slot» ständekannman nickt mit Inspektionen und Ge- setzen regulieren. (Beifall links.) Das zeigt sich am besten, wenn man die einzelnen Bestimmungen näher betrachtet. Da sind z. B. die Anforderungen an den Raum. Was ist denn ein Schlaf- raum? Bei einer 'Bevölkerungsschicht, bei der mindestens die f>älfte in Einzimmerwohnungen lebt, verbietet sich der Begriff Schlafraum von selbst. Ncin stellt sich die Gesetzgebung hin und erklärt, der Schlafraum müsse reserviert bleiben. Woher sollen denn die Leute die Schlafstube nehmen, die das Gesetz Vorsicht? Aehnlich ist eS mit der Bestimmung über das nötige Luftauantum im Arbeitsraume. Was nützt die Bestimmung, wenn für vier Arbeiter das Luftquantum ausreicht und nun noch vier andere Lungen mitatmen von Personen, die nicht beschäftigt sind? Nun sollen die Leute gar noch bestraft werden. Sie sollen von dem unzureichenden Lohne noch dafür Strafe zahlen, daß sie sich mit einer schleckten Wohnung begnügen muffen. Die Einschränkung d er'Kinderarbeit ist absolut notwendig. Hier gibt c5 kein Zurück! Die Einschränkung muß bis in die letzte Ecke durchge- führt werden. Die ganzen Unterschiede zwischen eigenen und fremden Kindern sind zwecklos. Sage man doch cm fad), daß Kinder unter 13 Jahren in der Heimarbeit nicht beschäftigt werden dürfen. Dann wissen die Leute wenigstens, tooran sie sind. Aber wer soll das kontrollieren? Die Schule? Ich mochte wissen, ob die Lehrer in den Landgemeinden das gern übernehmen möchten. (Sehr wahr!). Also die Ortsbehörde! Das ist aber sehr oft die allerintercssierteste Stelle. Der Ortsvorstand wird sich hüten, die Hausindustriellen in die anderen Gemeinden zu treiben und die Mietswohnungen in seiner eigenen Gemeinde teer zu machen. Ja, wenn die Gewerbeinspektion soviel Kräfte ausdrückliche fönroilligung der Veranstalt-rz ^>el d-s L-it-rs einer öffentlichen Versammlung m einer niclftdeut)chcn Sprache nicht verhandelt werden dars. mit 15 gegen 2 6—n °"g°n°EN- Tie Mebrbeit bestand aus Freisinn und Antiblock. Der Achatz b, naa) welchem die Landesgesetzgebung die Einhaltung der obigen Bestimmungen ganz oder teillveise erlassen kann, lourde wreher ab gelehnt In der Gesamtabstimmung wurde bann sowohl der § 7 ber Vorlage wie die übrig gebliebenen Absätze des Antrages D r. M ü l l e r - M et nm ge. n m 11 16 gegen 11 Stimmen abgelehnt. Es ist beim § 7 im Vereinsgesetz also ein Vakuum entstauben. konnte man darüber reden, für diese Aufgabe neue Kratt 6 et anzustellen. (Sehr wahr!) Jedes neue Stuck (Setocrbcor: i 'ft ja nichts als der Schrei nach immer neuen Funktionären nicht emeGewerbebehörde in Deutschland mogle 'die sich auf Selbsttätigkeit der beteiligten t v etie aufbaut, solange toirb all unser Vorschnstsmale -al etwas totes bleiben. Der auSsicktsvollste Punkt der Novelle vt '>e Forderung eines Registers; aber nicht nur der Zwilchen- meister, sondern aller in der Hausindustrie beschäftigten Arbeiter- kreise. Dadurch würde die v e r s ch a m t e H a u si ’n d u ft r i e, dieTöchtervon Beamten, die sich ihr Stuck Nadelgeld dazu erwerben, der unlautere Wettbewerb für die wirklichen Haus- industriellen ausgemerzt werden. Falsche Sentimentalität darf es da nicht geben. Vor allem aber, diese Liste zur öffentlichen Eingckt- nahme ausgelegt, würde die O r g a n i s a t i o n d e r H e i m - arbeitet erleichtern und schließlich hangt alles, was wir hier planen, doch davon ab, ob die Leute selbst gewillt sind, an ber Besserung ihrer Lage mitzuarbeiten. Bleiben sie jchlafs und indolent, fatalistisch wie die Türken, pessimistisch ihrem Schicksal er- geben, diese Hausindustriellen, deren Sprichlvort ist, anders wird es immer, besser wird es nie, diese Leute, die die Hunde mucn lasten, weil ihr ganzes Leben nichts ist als eine monotone Kotte ewiger unauskömmlicher Arbeit, solange nützen alle Gesetze nichts. Ob Sozialdemokraten, ZeutrumSmann, ob Hirsch-Dunckenancr, helfe wer helfen kann, daß überhaupt erst Lebenswille in bjeie Schichten hineinkommt. Organisation, barmt Lohntar,fe ausgearbeitet werben können. Möglich find sie auch in den kompliziertesten Hausindustrien, das hat die Berliner Ausstellung gelehrt. Taritabmack ungen — wer daran mitarbeitet, verdient sich einen Lohn des Vaterlandes und erleichtert das Gewissen der Nation. Denn das ist keine Frage der Parteien, n i ch t B I o ck o d e r A ntiblock. (Sehr wahr!) In dieser Frage sehen wir die Men- fcken den Menschen gegenüber, nur als Frage bette t n e n Menschlichkeit muffen wir sie auch als Gesetzgeber betrachten! unausführbar. In Berlin sollen 190 000 Heimarbeiterinnen sein; diese in Fabriken überzuführen, ist sachlich schon unmöglich, weil ein großes Fabriksystem auf dem teuren Pflaster der Großstadt nicht mehr möglich ist. Verbietet man die Heimarbeit, Jo treibt man viele von ihnen vollständig derberufsmäßi- gen Schande oder vollständig der Armenpflege zu. (Sehr wahr!) Heute leben sie mit der einen Hand von der Armenpflege, mit der anderen vom hausgcwerblichen Unternehmer __ das letzte Stück bürgerlicher Selbstachtung! Ein allgemeines Verbot ist also unmöglich; partielle Verbote können aus gesundheitlichen und ähnlichen Gründen nötig sein. (Sehr wahr!) . _ „ - Jedes Warenhaus ist eine Hausmdustrieausstellrmg (Sehr richtig I), dem, überall dort, wo d i e fabelhaft billigen Preise angezeigt find, wo Artikel als G e f ch e n i e d a s l x e b e Weihnachtsfest verschönen sollen, überall stehl HauS- industrie. (Sehr richtigI) Diese billigen Preise m den Warenhäusern könnten nicht sein, wenn nicht elende Lohne im Hintergründe wären, und ich werde in dieser Frage so lange nicht an den guten Willen der Majorität des deuftchen Volkes glauben, als sie sich nicht abgewohnen, billigen S ch u n b z u k a u f e n. (Beifall.) Wer bicfcn billigen Schund tauft, tut zur Verbreitung dieser Hausindustrie soviel, bah wir mit unserer Gesctzesarbeit dem nickt nachkommen können (Bei- fall), was durch Mangelan Geschmackundstttl-.chem Bewußtsein beim Einkauf an Fehlern gemacht wird. Die Hausindustrieftage ist in allererster Linie nicht eine yrage der Profitwut der Unternehmer, wie die Sozia.demokraten meinen. Die eigentlichen großen Gewinner sitzen gar nicht tn der Hausindustrie, sondern die Unternehmer der HuuSindustrie sind zu einem guten Teil Leute, die auch mit dem halben vtenmo rechnen müssen, um durchs Leben zu kommen. Die ganze BolkS° kuttur hat noch soviel Zuge und Tendenz auf Uns o l»o i - tät, auf ben Schern einer Ware, die keine Ware ist Da sollen die Kinder in den nettesten SonntagSbluien er- scheinen, und die Blusen sollen nichts kosten! Das geht nur auf Kosten ber Arbeitskräfte. (Lebh. Zustimmung.) Und daS können Sie nur Fach für Fach durchgehen. Wenn man die ganze Hausindustrie Deutschlands hier vor unS hätte, dann würde man sagen: Was i st das für ein Volk von Qualitätsminderwertigkeiten (Sehr richtig!), daß die Menschen in ihren Häusern das alles aufstapeln wollen! Sie haben keinen Geschmack für das, was wirklich reell ist, denn das wirklich Reelle stammt aus reeller Arbeit und wird reell bezahlt. Aber hier sind wir an der Grenze, wo keine Gesetzgebung etwas machen kann. Ter Gedanke, die Heimarbeit vollständig zu verbieten, wird vielfältig vertreten, und keineswegs bloß von den Sozialdemokraten. Dieses Verbot wäre ganz gut, wenn es durchführ, bar wäre, und mich würden in feiner Weise die Hinweise auf den sittlichen Wert des Familienlebens in der Heimarbeit abhalten. Wer wie ich aus dem Gebiete der sächsischen Heimarbeit stammt, hat darüber doch zum Teil recht kritische Gedanken. Aber bei einem völligen Verbot könnten zunächst diejenigen, die bloß imstande sind, in der Hausindustrie zu arbeiten, den Uebergang in die Fabrik nicht mitmachen. Gerade die Elendesten würden betroffen. Ein allgemeines Verbot halte ich auch technisch für stattgefunden. Es wurde beschlossen, an den Reichskanzler und den Warschauer General-Konsul sich um Schutzmaßnahmen zu wenden. Ausland. London, 2. Marz. Die Reibungen unter den yohcjn Persönlichkeiten der Flotte nehmen kein Ende. Leute berichtet ein Marine-Korrespondent von einer Mitteilung Lord Beresfords, des OberiomNiandierenden der Kanalflotte, an die Flaggoffiziere und Kapitäne, die bei der Admiralität der- rnaßen Anstoß erregt habe, daß sie aus denBefehlsbüchern der Flotte gestrichen wurden. Paris, 3. März. Dem Mefsidvr zufolge soll die beabsichtigte Zusammenkunft des Königs Eduard und des Königs Viktor Emanuel vornehmlich einer Besprcch- >ung der mazedonischen Frage gelten. Italien soll dabei für ein Zusammengehen mit England und Frankreich gewonnen werden. New York, 3. März. Während der Untersuchung, die sich Mit den Mißständen in der Unions-Marine beschäf tigte, entstand ein heftiger Wort streit zwischen Admiral Capps und Kapitän Sims über die Kriegstüchtigkcit der Schlachtschiffe, die bei Letztere in Abrede gestellt hatte. hat auch esezrn! bemertt. es die Bibliothek geblieben ist. J 031 Bünde zu oen sind dabei ' Soldaten 25us Stadt und Land. (ä> i e b e i-., 3. März 1908. • * Tageskalender für Dienstag, 3. Aiärz.'Stadttheater: ,Der Bibliothekar". Anfang 8 Uhr. Kolosseum: Maskenball. * • In Audienz empfangen wurde am Samstag von Sr. Kgl.Hoh. dem Großherzog u. a. Steuerkonimlsfür Kn ab von Homberg. Ordensangelegenheit. S. K. H. der Groß- Herzog haben dem außerordentlichen Professor und Umver- sitätsmusikdirektor Dr. Fritz Volbach in Tübingen das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grotz- mütigen verliehen. * • Entlassen wurde die Lehrerin an der höheren Mädchenschule zu Mainz Anna Bickel auf ihr Nachsuchen aus dem Schuldienste. Der Gesetzgebungsausschuß der zweiten Kammer wird am Freitag, den 6. März, nachmittags wieder zu einer Beratung zusammentreten. Alls der Tagesordnung steht außer der Verlesung und Genehm migung des Berichts über die beiden Anträge Köhler, betr. die Aufhebung der sog. Schlippeschen Erlasse noch die Beratung der Regierungsvorlage, betr. das Wohnungs- fürsorgegesetz für Unbemittelte und die Vorlage, betr. die Einverleibung der Gemeinde Kastel zu Mainz. ** Ein soziales Grabdenkmal wurde vor einiger Zeit auf unserem neuen Friedhof am Itodberg errichtet. Das von dem Bildhauer August Bauer in Düsseldorf, einem begabten jungen Künstler, ausgesührtc Denkmal ist dem verstorbenen Großindustriellen Karl Klings por errichtet und bitdel eine künstlerische Sehenswürdigkeit unseres großzügig angelegten Gemeindefriedhofs. Es stellt den Eingang zu einem nioituincntal.cn Grab dar, nach Art der altägyptischen Grabstätten, ähnlich wie das berühmte Kunstwerk Bartholomes „aux morls" auf dem Pöre Lachaise in Paris. In einer Ecke der Türnische steht das brennende Tonlämpchen bereit für den, der eintreten will, um dem hier Ruhenden seine Trauer kund zu geben. Zwei Gestalten haben sich eingesunden, ein Arbeiter im Schurzfell und eine Frau in leichtem Gewand. Die Inschrift sagt, was das Menschenpaar am Grabe dessen, der ihnen mehr als ein guter Mann gewesen ist, zu bedeuten hat. Sie klingt wie ein Zitat auf einen Lobspruch auf den Verstorbenen, der hier seine 'Ruhestätte gefunden . . . „und Arbeit und Liebe dein Erden- wallen bis zur Pforte einiger Morgenhelle". Die Körper der beiden trauernden Personen sind wundervoll durchgebildet und zu einander in Beziehung gesetzt. Den starken Arbcitsmann, das Symbol der unentwegten Arbeitstreite des Eittjchlafeiten, läßt die Trauer um den Brotherrn auf daS Zurschaustellen seiner Leibeskraft verzichten. Die Knie leicht gebeugt, die Hände in den Schoß gekreuzt, das Haupt mit dem fein geschnittenen Gesicht gesenkt, steht die trauernde Arbeit neben der weiblichen Gestalt, der trauernden Liebe, denn von Liebe für Familie, Untergebene, Freunde und Gesellschaft getrieben, hat der Verstorbene seine Arbeit getan. Zn denkbar günstigster und wir- tungsvolllter Weise hat der Schöpfer des Klingspor-Monumcnts Architektur und Plastik in Harmonie zn einander zu versehen gewußt. Earrara-Marmor hat das Material zu dem Denkmal geliefert, durch das die Stadt Gießen um ein Meisterwerk der Kunst bereichert wurde. * Die General-Versammlung der Lesehalle, die am Freitag^ abend im Hotel Schütz tagte, war überaus schlecht besucht. Geh. Hofrat Professor Dr. Haupt erstattete den Jahresbericht, wobei er konstatierte, daß unsere Lesehalle im großen Ganzen ini abgelaufenen Jahre seine Aufgaben wieder erfüllt Ijat, daß man über mangelnden Besuch des Lesesaales nicht klagen könne und daß auch die Bibliothek besonders den Winter über /benufct worden sei. Trotz des frischen Zuges, dessen »ich die vom Verein unterhaltene Einrichtung erfreue, sei aber cm. rechter Fortschritt nicht zu verzeichnen. Es sei unbedingt notig, zu erwägen, wie darin Wandel geschaffen werden könne. ~ie Bibliothek sei auf einem Punkt angelangt, daß Bücher nicht 'liehr , angelchasft werden können, weil cs an dem nötigen Raum ' lw. wangelt. Schon habe man die Universitäts-Bibliothek alsJymale der Lesehalle eingerichtet und dort einen Teil von , ^brn in Reserve lagern. Es sei dies ein unleidliches -Verhältnis, da die Bücher, die verlangt werden, und nicht im -rorhauschen sind, erst von der Universitätsbibliothek geholt werden müssen, so daß es häufig passiert, daß der Besteller auf die Werke verzichtet. Es sei nötig, daß ui diesem Jahre handel geschafsen itnrb, zwar habe die Stadt für die Zwecke ■ m L-xi einen Teil der biaume der jetzigen Gewerbeschule in Aus licht gestellt, aber es scheine, als ob sie in diesem Jahre noch Nicht frei würden. Der Vorstand habe inzwischen sein Augenmerk ans die jetzige Ohrenklinik gerichtet, die ihrer Lage nach zur Unterbringung der Bibliothek sehr geeignet fei und wan werde versuchen, diese Räume zu erhaltm, sobald die alte Klinik, die ja, wie nian höre, an die Stadt übergehen solle, m deren Besitz istz Die Mitgtiederzahl des Vereins ist bedaw.r- .acherweise durch Wegzüge zurückgegangen. Trotzdem haben sich ine Einnahmen des Vereins im abgelaufenen Jahre mit 3100 Mk. ftiDtt auf der gleichen Höhe gehalten wie im Vorjahr. Die '.gütlichen Aufgaben bestehen in 1630 Mk. für Besoldungen, • Bücher und Zeitungen (gegen 1665 Mk. ffnn ^0 Mk. für den Buchbinder (gegen 1100 Mk.). lieber die Benutzung der von deni Lesehallenverein ge - fchassenen Einrichtungen berichtet Dr. Fr i t s ch e im Speziellen: danach sind ausgelichen gewesen in 1907: Erzählende Literatur, .gebundene Zeitschriften ic. 21 247 Bände, 4497 Bände mein alö im Vorjahr Dagegen ist erheblich zurückgegangen die Benutzung der belehrenden, populär wissenschaftlich gehaltenen tcratur, aHern bie Bände mit naturwissenschaftlichem und tech Nilchem Inhalt um 500, und zwar weil wegen Raummangels nicht auf der Höhe ^ntereflieren dürfte, daß nach außerhalb verliehen worden sind. Das Lesezimmer .verfchicdeneii Tageszeiten andere Stammgäste, alle Schichten unserer Bevölkerung vertreten, finoen sich ein. Tie ausgestellterr, immer ive frnben die weitgehendste Beachtung der Besuch i Die unter Verschluß gehaltenen toertvotlereu Läupg zur Ansicht verlangt. Dr. Fritsche bement, es ui rührend, yi beobachten, wie viel Bildungs- uno Schönheits-t durst in unserem Volke vorhanden sei und man müsse sich ernstlich bemühen, dem entgegen zu kommen. Auch als Fremdenaufenthalt, für Leute die zur Bahn wollen, aber noch Zeit zum Zuge, haben, dient die Lesehalle, für welchen Zweck Reise- literätur und Adreßbücher dort ausliegen. Es fei“ ein gutes Zeugnis für unsere Bevölkerung, daß Entwendungen und Störungen in dem Lesezimmer fast gar nicht vor kommen. Das Publikum übe eine Selbstkontrolle, die mustergültig fei. Dr. Fritfn Feldzug 1870/71 aufgeführt. * Darmstadt, 1. März. Am Samstag, 7. März vorm. 11 Uhr wirb im „Städtischen Saalbau" in Darmstadt durch den Großherzog bie 2. Lanbesverbands- Geflügel- unb Vogel-Ausstellung eröffnet werben. Die Ausstellung miib_ sich zu einer bei glänzenbsten gestalten, bie je die Residenz gesehen hat, weist doch der Katalog nahezu 900 Nummern auf. Sie wird ein Spiegelbild sein von dem gegenwärtigen Stand der Geflügelzucht in Hessen. Hierbei verdient hervorgchoben zu werden, daß die ländlicheri Geflügelzüchter in erfreulicher Weise ihr Interesse an der Geflügelzucht durch zahlreiche Beschickung der Ausstellung zu^ erfeniieu gegeben haben, ein Beweis dafür, daß die Geflügelzuchtvereine auf dem Lande segensreich gewirkt haben. Ein Besuch der Ausstellung dürfte sich selbst für die an den äußersten Grenzen des Landes wohnenden Aussteller und Züchter lohnen, zumal am Sonntag, 8. März, die 2. Laudesverbands-Versaminlung in dem 600 Personen fassenden „Kaisersaal" zu Darmstadt stattfindet. R. B. Darmstadt, 29. Febr. Ter Provinzial-Ansschuß verhandelte heute u. a. bie Klage bes OrtsarmenverbaNbtt Gießen gegen ben Lanbarmcnvcrbanb Erbach wegen Ersa', von Vcrpslcgungskoftcn für bie 20 jährige Anna Abt von Nie- bcr-Kinzig. Die erhobene Klage mürbe als unbegründet Der* nwrfcn unter Verurteilung bes Klägers in bic Kosten bes Vcr- fahrens sowie einer Gebühr Don 25 Mk. — Der Stubent Gusto» Christiansen aus Mühlhansen i. Ty. hatte bekanntlich Dor einiger Zeit eine chemische Golblosung hergestellt unb dazu neun Zehnmarkstücke gebraucht, bie bei ihrer Lösung in WnigSwasser natürlich bcbcutcnb an Golbgchalt Derkor e n. Diese Golbstücke nahm ber Stubent bann zur Beza hlung s e r n e r K o l l e g i c n g e l b e r an ber hiesigen Hochschule. Der Rechner nahm das Gelb, merkte sich aber bie betr. Persönlichkeit unb bie Feststellung ergab, daß bic Gclbstticke zusammen nahezu 17 Mk. Golbwert Deiloren hatten. Auf ©rnnb bes § 150 Str.-G.-B. war Anzeige gegen ben Stubenten erlösten worben. Die Strafkammer Derurlcilte ihn gestern öu orei Tagen Gefängnis. Das Gericht nahm 5u jein en Gunsten an, baß es iich nur um einen unbesonnenen Streich handele, nicht um einen absichtlich zum Zwecke ber Vcrmögcnsbc- rcichcrung Dersuchten Betrug. -sä. Darmstadt, 2. März. Der 40 Jahre alte Fabrikarbeiter Georg Horneff aus Gunbernhausen wurde am Samstag abenb, als er mit seinem Fuhrwerk vom Felde Wurzeln holen wollte, von einem Zuge der Bahn Darmstadt— Groß-Zimmern überfahren unb verstümmelt. Der lieber** fahrens war seit 20 Jahren bei Merck beschäftigt unb Vater von drei Kindern. 'm abend M) entn die Fei» ;c*i Sorgten jii die erste dn« sie Hai in in lnWeit^ et7 < Litern S 6tg ■'i«? *fc ?“9cnbeit, i ?§^ntttcjjc iS Slss SX» druäe des £ Ebenen on der hiesig '•**‘1 *N d Landen fiti ^wirljchastlj^ sichte, reliH il$ölfcrfuntn den. Aon k: rcbühr eti)ot?r. ,..... i«'i. ^rhaltungs« I ■ Vortrag üto I äden Ü)(är,Htt> I vird au unjeta Monaten rottiy ii Äalljttn hakL ildors übcruagG tonn aus ©itjjt narfuug ijt scj. :n gilO'd, fiu let, ca. aus 1üj ährt, beim je haben wir ta t großen SW ie slnjicu jolla der Sic olitijcfjc GmieÄ t ijt, jo Wü ■ hvijenllich c üinanjangelf® ultlajseu: erjon des Sc erljolteu. — & Suli in den tia Säume eine II« nute Schule hi« ^mühuiig n & as notige juiN i bic genannte end stürzte iir, einer brennen« ich einen Bein- rtöschte, ist tu ldmirtschaiil, jt für etwa ach' nstog sand tK bei der endgiliiz ihren Sih 8 ihshain wirb ffl om 7.-9.* 71 aufgejührt- E .bau" i" Darv tbe 5 verband eröffnet »ff®8, alünzendsten 8® -ist doch der S; irö ein W der GesliiM zu werden,W r W ihr , Beschickung ? n Beweis W: m Lande W ü«»,K ,[«jii »*' “ «fit , ■£&**£ > Avsten 5 feJ 40 3*5 --"»L «* ! wcg- aerissen. Tie Leichen der Opfer wurden im Spckal des Lotichberg- Uiitemehuiens in Goppensteiu aufgebahrt. Unter denen, die bei dem Lawinensturz in Goppenstein unitcunen, beitnöet )uü and) em Reichsdeutscher namens Richter, Buchhalter des Spitals der Unter, nehmuna — ferner wird heute von Lawinenstürzen in Ti?ol^gemeldet: Alle Orlsäiafteoi im Waldertal (Tirol) sind wegen Schneeverwehungen vom Verkehr übgejdmUten, -r-ie Äobner der Ortschaft Al)0in sind wegen Lawineiigefahr ge- fLüdjlet. Durch Lawinen sind dort 2 Personen ums Leben gekommen. Alehvere andere wurden verletzt. ' Vorn Karneval in Köln. Bei voi-wiegend sehr günstigem Wetter herrschte am Sonntag und Montag ziemlich reges, aber- zumeist lediglich rohes, sinnloses Karnevastreiben m einige» Zentralen der Altstadtstraßen. Wahrend die Aiaskenballe den üblichen Verlauf nahmen, gestaltete sich das Reftaurautleben ni ehr lärmend als intereffant. Weiingleich bei dem R o f c n ni o n t a g s - M a s k e n z rr g, von der traditionellen, einheitlichen Idee abgefehen, und foimt der Betätigung des Humors setteiis der Eätizelgruppen aller Spielraum freigegeben roary ist die handel. Deutsche Reichsbaiik. Öleuefren Meldimgen zufolge hat sich bet der Reichsbank in den letzten Tagen ivlder Erwarten der Status ungünstiger gestaltet. Die Anfprüche waren am Freitag und Sanislag groß, nanieullich in Lombard. Ta dürfte es mog- licherweife am ilächsten Donnerstag ivieder keine Dlskonterniäßigung geben und wenn doch, nur eine folche von Vlt Proz. Norddeutscher Lloyd. Tie Aktien dieser Gesellschaft, die am Samstag »om 103,20 notierten, sind am Montag bis 101,. 0 zniückgegangen. Als Ursache darf wohl mit angegeben werden, die Ausführung m dem Proipekt über 25 Mill. Mk. neue Cbligntionen. Es wird darin nämlid) u. a. mitgeteilt, daß das Tampierlonto m 1907 nad) Abschieibungen voraussichtlich auf 179 Mill. M. (im Borjahre 161 Mill. Aik.j geivachsen ist. Das Beteiligungskonto ist durch Ausbau der Zeche Emjcher Lippe und durch den Aiiieil an Der Hamburg-Bremei-Airiia-Lmie auf 35 Aiill. Mk. (30 Mill. Mk.) gestiegen. Die Dividende des Lloyd fei mit höchstens 5 Prozent , Piozcnt) m cvmiuten. Märkte. fc. Frankfurt a. M., b. März. Heu- und StrohNiarkt. (Org.-Tel d. Eneß. Anz.) Angeiahren waren 10 Wagen Heu, 3 Wage>i Stroh. Bezahlt tvurbe für Heu Mk. 3.30—3.00, für Stroh Alk. 2.60—2.70, Alaschinen-Langstroh Mk. 2.10—2.40. Alles für 50 kg Tendenz flott. haben trotz aller Belehrung (das bekannte Kinderschutzmerkblatt wurde soviel wie möglich an die Interessenten verteilt), eher zu- als abgenommen. Aus dem Kreise der Lehrer wurde die Gewerbeinspektion mehrmals auf die Nachteile bestehender Kinderbeschäftigungen hin- geroiefen, unter anderem wurde auch über landwirtsch. Befchäftigung geklagt und mitgeteilt, daß in einem Dorfe einige Leute ihre Kinder trotz aiisdrucklicher Urlaubsverweigerung beim,Dreschen" von der Schule ferngehaltcn hätten; dabei hatten sie dem Lehrer offen erklärt, die Schulstrafe sei im Vergleich zu dem Lohn für einen Erwachsenen, den sie für das Kind einstellen müßten, gering. Mehrere Eltern hallen fogar ihre Kinder aus oer Schule behalten, um sie anderen Leuten gegen Lohn und Bezahlung der.Schulstrafe" beim Drefcheu Hellen zustasfen. Ueber die einzelnen Beschäftigungsarten lesen wir in dein Bericht das Folgende: Im Sommer 1907 wurden 2 schulpflichtige Kinder bei verbotenen gewerblichen Arbeiten angetroffen. Darunter war ein Junge, der Sonntags nachmittags seinem Vater beim Sortieren von GeWellchcn in einem Häulelager half. Als der Beaiitte den Vater aus das Neichsgesetz zum Schtitze der Kmder aufmerksam machte, wonach aiich die vorliegende Arbeit verboten wäre, zeigte öteser auf emen benachbarte» Festplatz hin und erwiderte ivÖrtlich folgendes: „Herr Inspektor, ich habe hier mein Kind unterAusstchl. Die 'Arbeit, die es verrichtet, ist leicht und nicht gesundheitsschädlich. Drüben auf dem Juxplatz vergeuden ferne Kameraden mit Karussel- fahren und Nafchen viel Geld, sie sehen und hören dort gewiß nichts Vorteilhaftes, und nun soll ich von Staats wegen mem eigenes Kind zum Alüßigang aiihalten, das verstehe ich nicht." Im Berkehrsgewerbe ergaben dieHerbslverzeichnlsfe ferne Veichäfligmigeii. Während des Sommers aber maßte auf ergangene Beschwerde bei Schulbehörde hm gegen einen Fuhrunternehmer Anzeige erhoben werden, weil er fortgesetzt seinen Sohn die Schule schwänzen lien und ihn nachts mit Pferd und Wage» ganz allein ftimdenwegs weit forifchickte. Tie Gerichtsverhanblung steht noch aus. Mit einer eigentlichen WerkstälteuarBeit wurden im ganzen 95 Schulkinder beschäftigt, 60 Kmder mit Smhlsitzflechten und 26 mit Garnspule», während sich der Rest auf Tüieiikleben, Zigarren- bei altem husten, chron. Verschleimung, Asthma, Atemnot, pronchiülkatarrh, Racheiüatarrh etc. wurden in der letzten Zeit mit einer neuen, aus Süd'Amerika staimnenden, bisher in Europa noch völlig unbekannten, giftfreien Heilpflanze, der Punaria ascochingae erzielt. Wir haben es unter» nommen, diese eigenartige Droge, die in ihrer Heimat fchon lange in dem Ruse eines Spezifikums gegen Asthma und chron. Bronchittc steht, in Deutschland einzufiihren und sie zu dieseui Jweae zuvor von einer ganzen Anzahl ärztlicher Autoritäten auf ihren therapeutischen Wert hin prüfen lassen. Die erzielten Resultate waren tn vielen Fällen geradezu verblüffend und übertrafen selbst die höchsten Cnvartungeii. Auch uv» feiten zahlreicher Patienten liegen bereits Aeußerungen vor, aus denen die Zuinedenhett über die gehabte» guten Erfolge hervorgeht. Richt fette» wird uns hierbei über Fälle berichtet, die jahrelang jeder Behandlung trotzten und deren Heilung bei Anwendung der Punaria ascochingae in kürzester Zeit herbeigefuhrt wurde. ^.. . Im Juterefse der schnellen Einführung des Mittels und in Erwägung des Uinstandes, daß ein von dem Patienten selbst an- gestellter Versuch weit mehr zu überzeugen vernwg, tute alle euipfehleuden Worte, haben mir uns entschloßen, eine größere Anzahl kostenfreie proben an alle bteienigen zum Versand zu bringen, die sich für die Sache interessieren. Wir senden jedem, der und seine Adresse einschickt und fernem Briese 20 Pf. in Briefmarken für Porto beifügt, eine solche Probe und fügen derselben nebst der Gebrauchsanweisung eine Aiizahl ärztlicher Gutacht'.'N und Anerkennungsschreiben von Patienten bei. Möge jeder, der an einem chron. Katarrh rc. der Ältmnngsorgane erkrankt ist, in seinem eigenen Jnteresfe den ihm ksstenloK gebetenen Versuch machen- er wird denselben nie bereuen. Brockhaus & So., Berlin-Halensee. kistennageln, Tabakentrlppen und Putzlumpemiäheli verteilt. Tie Arbeit des G a r n j p ii l e n s tu den Hauswebereien nidet nur im Winter statt. Es sind verfchiedene Umfragen über Die Schwere diefer Arbeit und ihre Nachteile für die betreffenden Schulkinder feilend der Gewerbernfpekiion veranstaltet worden. Tie Ergebnisse waren aber derartig widersprechend, daß demnächst noch iveitere Feststellungen erfolgen müßen. Wie schon früher erwähnt, haben die Borfchriiten des Kmderfchutzgesetzes nicht genügt, Die Verwendung von Kindern zum Stuhlslechten m dem Mage em- zuschränken wie es int Jmeresfe der Gefmidheit, sowie insbesondere einer besser zu handhabenden Überwachung der Beschästigungen wünschenswert wäre. Es ist daher auf Grund des § 39 des Kinder- ichutzgejetzes mit Genehmigung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern im laufenden Jahr eine PolizewerordniNig für den Kreis Alsfeld mit verschärnen Bestiinniungen erlaßen worden. Sie schreibt m der Hauptsache vor, daß nur Kinder über 12 Jahre von ihren Eltern in Werkitätlen mit gewerblichen Arbeiten und nur zu ganz beftimmten Tagessliinden von 5—7 Uhr nachmittags beschäftigt luerben dürfen. In den Ferien ist die Arbeit auch voi- Nilltags von 9—11 Uhr erlaubt. Durch die Festlegung der Arbeitszeit wird den revidierenden Beamten die Kontrolle wesentlich er- leichtert. Zum Zettungstragen wurden 177 Schulkinder von ihren Eltern venvendel. Botengänge besorgten insgesamt 123 Kinder. lieber1 die Frage, ob die Agenten einer- Zeitung als selbständige Zellungshändler oder Bedienstele eines anderen Betriebes anzujehen Und, ist von einem Gerichte folgende Entscheidung gefällt worden. Ter Agent einer Zeitung war wegen der Befchäftigung feiner eigenen noch nicht 12 Jahie alten Kinder mit Austragen von Blättern angezeigt ivorden. Das Gericht aber sah ihn als selb- iiandlgen Filiaueiter an und sprach ihn irei, indem es von folgenden Erlvägungen ausging. Der Agent habe zwar einen fchiinlichen Penrag mit der Expedition. Tiefer enthalte aber fein direktes Verbot für ihn noch andere Zeitungen zu vertreiben. Er felbst bestelle zu Beginn eines jeden Monats eine ganz bestimmte Anzahl von Zeitungen und bezahle sie auch. Er treibe fomu das Geschän auf eigene Rechnung und nur er fei der Expedition des Blattes gegenüber verpflichtet. Tie durch ihn beziehenden Aboimenteu iuären lediglich feine Kunden. Eigentlich sei nur er allein der Abonneiit von jouiidso viel Exeniplaren, die er dann ivieder auf eigene Rechnung und Gefahr vertreibe. An diefer felbfiänbigen Stellung gegenüber der Expedition uermöge auch der Umstand nichts zii ändern, daß er für das Exemplar un Alonat nicht mehr als 10 Pfennig Tiägerlohn veilangen öüvie. Ties bilde bloß cme nebensächliche Bestimmung des Vertrages zwischen lhni und öei Expedinon, von der leine g-.nzc Recknsnellnug allein nubt abbänge. Uindcrschutz in Gderhesien. Ter Jahresbericht der Großh. (Seroerbe- > nspek11on über b i e Durchführung bes Äinber- käiutzgefetzes ist erfd)ienen und bringt roieberum intereffemte Mitleilungeu über die geiverbliche Kinderarbeit in der Provinz Oberhefsen: Tie Berroendung von fchulpflichligen Kindern zu geroerblichen Arbeite» ist i» Oberhefsen im Jahre 1907, rote schon seither, verhältnismäßig gering gewesen. Bon insgesamt 47 085 Bolksschul- knldern wuiden nur 404 gezählt, die gewerbliche Arbeiteii ver° richteten, das sind 0,88 Proz. sämtlicher Bolksschüler. Die Mehrzahl dieser Kinder war ivlederilin mit Zeilungsiiagen bejchäittgt. Sieht man vo» diesen, die sich auf die ganze Provinz verteilen, ob, lo beschränkte sich die gewerbliche Kinderarbeit im wesentlichen auf die lediglich Botengänge befolgenden, also im Freien beschauigten Kinder in den Stadien Friedberg, Bad Nauheim und Gießen, sowie auf die in den Wohnuiigen ihrer Eltern Stühle flechtenden und Garn spiilende» Kinder in einigen Dörfern der Kreise Alsfeld und Lauterbach. Bon deu gewerblich tätigen Kindern entsielen mtf den Kreis: Die Durchführung Oes Gesetzes ist auf ferne besonderen Schwieiigfeileli gefloßen. Die Klagen der Eltern aber über die Einmischung des Staates in ihre Faniilienrechle, ihre u>id auch der fremde» Ärbeitgeber Ab»eigu»g gegen das Kmderschiitzgesetz opreiplM der vereinigten zranklurter Ztadttheater. Opernhaus. Dienstag den 3. März, abends halb 7 Uhr: „Lohengrin." Mittivoch den 4. Alärz, abends halb 8 Uhr: „Madame Biilterfly." TomierSlag den 5. Alärz'"-: „Tie Jüdin." Freitag den 6. Alärz geschloffen. Samstag den 7. Aiärz: „Ein Walzertraiini." Soiintac Den 8. März, nachmittags halb 4 Ubr : „Die lustige Witwe." Abends 7 Uhr: „Ter Prophet." Alonlag den 9. Alärz, abends halb 8 Uhr. „Salome." Schauspielhaus. Dienstag den 3. yjiarj ’): „Ter Dieb." Mittwoch der 4. März: „Tie Nibelungen." Tonnerstag den 5. Alärz, abends halb 8 Uhr: „Nathan der Weise." Freitag Öen G. März: „Du Rabenslemerin." Samstag den 7. März: Zum 70. Geburtstage voii -aboli L Arrouge: Neu einslubiert: „Doltor Klaiis." Sonntag öen 8. März, nachmulags halb 4 Uhr: „(im Falllsjement." Abenb» 7 Uhr: „Doktor 5UanS." Alonlag ben 9. Aiärz: „Moberue Diplomaten." *) Anfang, roemi nicht anbers bemerft, abenbs um 7 Uhr. LZviaitSfichtliche Witteruug für ycneii am Mittwoch bcu 4. Aiärz 1908: Heuer und trocken. Slachis Frost, am Tage Er. ivärinunq. Oesilickie Winde. Berlin, Atärz. Zu der BlanerinetOung, der Staatssekretär des ßieichsjchatzainies Sydow plane eine Erhöhung der Postgebühicn für Zellimgsbeiörderung und eine Erhöhung bet Wortlaxe für inla»bische Telegramme, erfährt bie „Deutsche Tageszeitung", bng bieje ÜDlitteilung vollkommen ber Begrünblrng entbehrt. Stuttgart, 2. März. Tcr liberale Landesverband für Württemberg nahm in seiner gestrigen Bertrcter- ü\riammlmtg einstimmig eine Erklärung an, in der es^ heißt: Der liberale Landesverband Württembergs betrachtet die Wahl- rechtserklärnng Bülows vom 10. Januar als eine bewußteArüskiernligdesdeiufchenLiberalismus und einen Verzicht auf dessen Vertrauen und M i t- arboil. Teshalb ist das schärfste Rüßtranen gegen! Bülvws Politik and} im Reiche geboten, und es muß von den für Fortschritt und Freiheit in den Reichstag entsandten Abgeordneten erwartet werden, daß sie von den Forderungen beS LiberalisM'us nichts preisgeben. 1907 1906 ___ Ortschaften Kinder Ortschaften Kinder Dießen . . . 26 126 21 112 Älsield 12 80 13 78 Büdingen...... 7 23 7 26 Friedberg...... 21 120 20 128 Lauterbach . 8 38 8 36 Schollen . . 4 17 4 16__ Sumnia: 78 404 73 396 um die während meines Ausverkaufes entstandenen Restbesiände ordnen zu können, bleibt mein Geschäft einige Tage geschlossen. Ich bitte meine verehrl. Kundschaft mit Einkäufen bis dahin gütigst warten zu wollen. 1411 Ernst Bloedner. Volks-Konzert Kofiosseusta Telefon 644 zur Feier des Rudolf Mofse, Köln. SS"/.< 5 Zimmer B1/«] Chirurg. Klinik. ÜLttiid langer gesucht. (1343 1313] Neustadt 24. Neustadt 11. au »ernt | Möbl. Zimmer stunden erteilt. BV3 Stadt. Armenamt. Wir suchen einen 11414 Ij&den etc. 3 Zimmer 2 vorzüal. Geigen s. 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