Nr. 128 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich StehenerFamilienblätter; zweimal wöchentl.Ureis- blatt für ben Kreis ©ießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Laute vtttfchaftliche Seitfragen Fernjprech - Anschlüsse; für die Redaktion 112, Verlag u, Expedition 61 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnuininer Ml vormUtags 10 Uhr. Erstes Blatt 158. Jahrgang Dienstag 2. Juni 1908 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rofafion$&ru(! und Verlag der Vrühpschen Unlv.-Vuch- und Ztelndruüerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrasze 7. Bezugspreis: monatlich 75Ps., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestetlg. Zeilenpreis: lokot IbPf^ auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; s. Feuilleton und .Vermischtes* P. Wittko; für .Stadt u. Land" und „Gerichtssaal": E. Heß; iür den Anreigenteil: H. Beck. aviei. ®iuen Parieren l*eren >• Rndolpb 2’ Sdlersw^ ;i »0*1, As SW' "Zs-L Rasiel- Apparalt« neueiter uni 1 wahrtester wie Melk, £ Lirove äiaiac^ liQDÜQin^üDi;;? plus ultra, «omiort, Stcar.,^ ■i-ioetfe Lichadw Kancrmeiikr es Garaime. mfilien, Ham * bncibcmaidjmtiL Vartschneidvnchr ndcjcheercn kk n Peluebr na ntie geschMn. 8 Reinig, cengeichäit, Gitta elteröweg 30. WMMr nd u. Helferi i Müll'er |'jn. minaen iwürlllj Dienstboten! MM Fritz fflilller's ertr.eftlicbe irkett hlspäne, IHM* flbSin^ w ‘5ll w>* Vortl ium Besten^ ienHaus6^ * argewinne °;e * m8000 & L Mk. oOOÖ W' nn*w * ml J000 81 um,v 5tav Ek Die heulige^Iummer umfatzt 10 Seiten. vor -er Landtagswahl in Preußen. Der Tag der Entscheidung m Preußen rückt heran: am Mittwoch toirb von den Urwählern das Los über die künftigen Geschicke Preußens geworfen. Ob die Wahlreform, die längst unaufschiebbar geworbene, nun endlich zum Abschluß kommt, ob man in den überaus wichtigen Schulfragen (das Schulunterhaltungsgesetz bot ja nur erst ein „erstes notdürftiges Fundament") weiter rücken wird — das und so manches andere wird in den kommenden fünf Jahren zu entscheiden sein. Bedeutsamer als seit langer Zeit sind so oie Aufgaben, die dem neuen Abgeordnetenhause gestellt sind, und dringlicher denn je ist's, daß an diesem 3. Juni ein jeder Preuße seine Pflicht tut. Worauf kommt's denn überhaupt, wenn man die Dinge unter liberalem Gesichtswinkel sieht, bei den heutigen preußischen Wahlen an? Daß die bisherige konservativ-klerikale Mehrheit gebrückt wirb; baß ben einen wie ben anberen soviel Sitze abgenommen werben, baß bie Konservativen nicht mehr nach Belieben ä beux mains spielen können im preußischen Lanb- tag. Daß von ihm die Uebermacht der zu Schutz und Trutz verbundenen Kräfte des Beharrens genommen wird. Freilich so klar das Ziel und so leicht zu übersehen, so schwierig wird es vielleicht im einzelnen sein, es zu erreichen. Das Zentrum ist — erst die letzten Reichstagswahlen haben es wieder gelehrt — aus seinem sozusagen angestammten Besitz schwer herauszudrängen. Für die Partei der Mitte arbeitet vie organisierte streitbare Kirche, arbeitet mit ihr auch die Schule. Bleibt also nur die Möglichkeit des „indirekten Balls". Soll heißen: nach dem Muster der ReichstaHs- wahlen das Zentrum zu schwächen, inbem man ferne Alliierten schwächt. Aber auch bas ist in biesem Fall nicht so ganz einfach. In weiten Gebieten der Monarchie ist der konservative Besitz so stark verankert, daß ihn loszulösen fast zur Unmöglichkeit wird. Und anderswo findet er Stütze ..unb Hinterhalt an den behördlichen Organen, sür die die strikten Neutralitätserklärungen des Ministerpräsidenten und des Ministers des Innern überhaupt nicht zu existieren scheinen. Dennoch braucht man nicht mutlos zu werden. Es hat sich doch — vwn ziemlich vereinzelten Fällen abgesehen, wo örtliche Besonderheiten und überkommene Vorstellungen Berücksichtigung erheischten — etwas wie eine liberale Gemeinbürgschaft herausgebildet. Mit Sicherheit ist so zu erwarten, daß, wenn am Wahltag ein jeber feine Pflicht tut, der Erfolg nicht fehlen wird. Das scheint — bie hochtrabenben Rebensarten der „Kreuzztg." ändern daran nidjt das geringste — auch in den Kreisen der liberalen Gegner befürchtet zu werden. Die stolze Zuversicht von ehedem ist im Schwinden; immer häufiger werden die Fälle, wo konservative Kandidaten und Redner ihr Herz entdecken und sich mehr oder minder verklausuliert zugunsten einer Wahlresorm aussprechen. Das zeugt doch wohl dafür, daß das Verlangen nach solcher Reform gleichwie die Forderungen auf dem Gebiet der Schule einem Zug der Zeit entsprechen. Diesen Zug der Zeit zu unterstreichen und nach Kräften zu fördern, sind alle gehalten. Für das Fernbleiben von der Wahl gibt es keine Entschuldigung. Großes steht auf dem Spiel. Für Preußen, aber durch Preußen auch für das Reich. Da darf niemand säumen und lässig sich drücken. Unter Umständen kann ja auch schon die Tatsache, daß möglichst zahlreicye nationalliberale Wahlmänner gewählt werden, erhebliche Bedeutung aewinnen. Darum: ein stolzer Kampfpreis ist heimzu- bringen, Preußen, tut Eure Pflicht! Deutsches Resch. Puttkamers Austritt aus dem Reichs- drenste. Den Berliner Abendblättern zufolge reichte Gouverneur D. v. Puttkarner beim Reichskanzler em Gesuch um Verabschiedung aus dem Reichsdienst ein. vom hessischen Umrsiverein. (Oiiginal»Öcriii i des Eigener Umcigers.) Die am 7. Mai abgehaltene ungewöhnlich leblM be- sucht- Hauptversammlung des Kuuswercms Ker das Gr°s,h°r- zogturn Hessen, über bie ui diesem Blatt schon kurz bericytel toorben ist, stand unter dem Zeichen der Rewrm. Wichtige Anträge, bie alle demselben 3U zustveteen, dem neues Leben zu verleihen und in allen Teilen des £ftnbe3 nfme| I - ierene für ihn zu wecken, waren sowohl vom Ausschuß als von Mitgliedern eingegangen. Einstimmige Annahnie wnd ein vom Ausschuß beantragter Zumbzu ben ^atzungen, wonach Ausschuß beschlichen bart, baß statt ber bisher üblichen ycr losuna von an gekauften Kunstwerken wieder neben derselben Anrechtscheine unter die Mitglieder verlost werden wlen,welck)e ten Gewinner berechtigen und verpflichten, binnen bestlmmter ^'it für ben betreffenden Geldbetrag Kunstwerke, bie ich Kunst- ns verbraucht werden sollen. Damit werden.'^di„sts>;adr einer mal niemand über daS Veremsolatt zu bettagem Lwmmi Schlüsse einen ^9 der ^r,o.il. - nver Gvpflogenheilen, inb zugleich der Forderungen oes g 18öi Ql3 lang ine bei ber Grnnonng bu rcV?, x, ,^.7-. hen Anspr>ichen lewäbrt und nachahmenswert gellen teuften, Den u-Nsprauna der heutigen Kuuftpslege aber nicht mehr ^nugen -J™ d°» MÄWnS. Nbt b« ebenen “olt, ,,»ur H°rst-lluug und B-,cha„ung Dienst sich der Kunstverein durch bl. Schaffung jenes Fonds künstlerische Sauer. gestellt hat, würoigen Ausdruck veincihen Durch Talen. bewilligt worden. Hiervon entfallen auf persönliche Ausgaben 12 000 Mark, an sachlichen Ausgaben sind vorgesehen für Bureaukosten 2000 Mark, für staatliche Aufwendungen in besonderen Fällen für die Erhaltung und Wiederherstellung sowie die Aufnahmen nichtstaatlicher Baudenkmäler, Altertümer und beweglicher Denkmäler, für Ausgrabungen, sodann für Erwerbungen für das Tenkmalarchiv zusammen 1OOOO Mark. Dieser Fonds dient in der Regel zur Gewährung von Staatszuschüssen in kleineren Beträgen. Für solche Anforderungen, die jeweils den Betrag von 3000 Mark überschreiten, sind in besonderen Posten zusammen 12 000 Mark eingestellt. Diese Summe verteilt sich wie folgt: für die Karmeliterkirche in Hirschhorn (als zweite Rate von 9000 Mark) 5000 Mark, für das Rathaus in Büdingen (als erste Rate von 8000 Mack) 3500 Mark, für bie Katharinenkirche in Oppenheim 3500 Mark. Ferner ist noch ein Betrag von 1500 Mark für einen Jahresbericht der Organe der Denkmalpflege eingestellt, der, mit Abbildungen ausgestattet, über das, was auf dem Gebiete ber Denkmalpflege seit dem Erlaß des Denkmalschutzgesetzes in Hessen geschehen ist, zum ersten Mal Rechenschaft ablegen soll. ** Die 2 7. Hauptversammlung des Vogelsberger Höhenklubs findet am Sonntag, 14. Juni, zu Nidda statt. Von 10 Uhr ab ist Frühstück und Frühschoppen im Gambrinus, worauf um 11 Uhr die 2. Hauptversammlung dortselbft beginnt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. Bericht über bie Tätigkeit des Gesamtvereins im abge- laufenen Vereinsiahr. Wahl des Orts für bie nächste Hauptversammlung. Beschlußfassung über bie eingebrachten Anträge: a) Antrag bes Zweigvereins Alsfeld: Bewilligung eines Beitrags von 50 Mk. zur Aufstellung von Bänken, b) Anträge des Zweigvereins Frankfurt: 1. Herausgabe einer neuen Spezialkarte des Oberwaldes sowie einer Touren - Karte von Oberhessen. 2. Erneuerung ber Wegmarkierung; speziell der Routen: Taufstein-Geiselstein-Lanzenhain und Taufstein-Geiselstein-Eichelhain-Hopf- mannsfew-Lauterbach. c) Anträge des Zweigvereins Gedern: Nach Fertigstellung des Bismarckturmes auf dem Taufstein: Ausführung des Baues des Ernst Ludwig- Turmes auf der Herchenhainerhöhe durch den Vogelsberger Höhenklub, wenn ber Verkehrsverein Vogelsberg als Zweigverein dem V. H. C. beitritt, d) Anträge bes Zweigvereins T a u f st e i n z u G i e ß e n: 1. Die Hauptversammlung wolle bie Mittel für die innere Herstellung bes Klubhauses bewilligen und bie Art und Weise ber Ausführung bem Zentralausschuß überlassen. 2. Der Zentralausschuß soll bie Eisenbahnbirektion Frankfurt um einen jährlichen Unterstützungsbeitrag zur Erschließung bes Vogelsbergs ersuchen, e) Anträge des Zentralausschusses: 1. Neubruck ber Satzungen und Ermächtigung des Vorstandes zur Vornahme von redaktionellen Aenderungen. 2. Einfügung eines Absatzes 3 zu § 11: Für den Vorstand zeichnet rechtsverbindlich der Vorsitzende und ein Mitglied des Vorstandes. 3. Die Hauptversammlung wolle dem Mehraufwand von ca. 2500 Mk. bei dem Ausbau des Klubhauses, die durch unbedingt notwendige Abweichungen von dem Bauplan und durch Verlegung der Aborte in einen besonderen Anbau veranlaßt waren, nachträglich Genehmigung erteilen. Aufnahme der neugegrüiibeten Zweigvereine Büdingen, Gießen, Orten- berg und Vilbel. Feststellung des Voranschlags für 1908/09. Ergänzungswahl des Vorstandes des Gesamtvereins. Anschließend an die geschäftlichen Verhandlungen findet ein gemeinsames Mittagessen um 1 Uhr im Gambrinus statt. Nach dem Essen soll bei günstiger Witterung ein gemeinschaftlicher Spaziergang nach Bad Salzhausen und dort ein Besuch des Kurkouzertes der Kapelle des Thüring. Ulanen-Regts. Nr. 6 unternommen werden. Ter Voranschlag für 1908/09 schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 2100 Mk. ab. nehmens macht. Es war ein großer Entschluß, über den so beträchtlich angewachsenen Fonds zu verfügen, aber er wurde erleichtert durch die Erwägung, daß nirgends im Lande eine große Ausgabe von solcher Bedeutung und Eigenart gestellt sei. So haben auch die anderen im Kunstverein berrrelcnen Städte neidlos der Landeshauptstadt den Vorteil und den Ruhm der ernsten Verwendung des Dispositionsfonds zugestanden. Inzwischen hat Die neue Ansammlung des Fonds bereits begonnen. Wieder wird es eine Reihe von Jahren dauern, bis seine Verwendung in Frage kommen kann, und wenn der Beschluß dieses Jahres, von Ansammlung abgesehen und auch das dafür vorgesehene Fünftel anderen Zwecken mzuwcnteu, sich öfters wiederholt, fo wird die Frist sich noch wesentlich verlängern. Jedenfalls Cann man bei Zeiten sich darüber klar werben, welche künstlerischen Aufgaben, nun auch außerhalb der Hauptstadt, das Land wirb stellen tonnen. Denn cs m nicht mehr als billig, daß bei der nächsten Verwendung des Fonds andere Teile des Landes in erster Linie in Betracht grogen werden, und sicher werden die Vertreter der Hauptstadt bann ebenso loyal solchen Ansprüchen cntgegen.'oimnen, wie diesmal die Mainzer, Offenbacher, Wormser und Gießener den |u woyioe- gvündeten des Vorortes. Eines darf man zuversichtlich erwarten, und das ist die Haupsiaa>e: Daß es bann wie jetzt, vielleicht noch in höherem Sinne, eine blühende l;_ fische Kunst geben und daß es nicht schwer fallen wird, unter GmDeskindern Die Künstler zu finden, bie Dem Hochsinnigen Gedanken, in dessen von Kunstwerkcll zur Ausschmückung ... Plätzen, von Kirchen, Fest- und Versarnmlungchalen rc. an-1 zuregen. Gerade damit hatte man dem Verein von Anfang an einen bedeutenden Einfluß auf das Künstleben des ganzen Landes, ein Mäzenatentum im großen Stil ermöglichen wollen, ohne sich zunächst Gebauten darüber zu machen, ob man auf kürzere oder längere Zeit Kapital anfamnieln, in kleinen Dofen ober mit seltenen, reichen Gaben die hessische Kunst füttern folle. Tie Praxis hat für das letztere entsch.eden. Bei Ansammlung von je Vs der Jahreseinnahme ließen sich in kurzen Fristen nur Betrüge erzielen, d e für bedeutende, des Vereins würdige Kunstzwecke nicht ausreichten. Man zögerte also immer von neuem und wartete auf eine große Gelegenheck. So hat man erst beinahe 20 Jahre nach der Gründung des Vereins sich entschließen können, den Fonds, der nun aus über 30000 Mark angewachsen war, zum erften Male zu verwenden. Höhere Kräfte ais die beschcebenen Mittel eines Kunftverems hatten inzwischen einen Aufschwung ter hessischen Kunst herbergeführt, den man sich bei ter Gründung tev Vereins mcht batte träumen lassen Große künstlerische Aufgaben, namhafte einheimische Künstler waren Da; eine herrliche Gelegenheit zu einer willkommenen Mitwirkung des Vereins war geboten Eie bedeutendste architektonische Schöpfung, die Hessen in ben letzten Jahren hat enlsteheu sehen, Messels Museumsbau, war aus reichen plastischen Schmuck berechnet, der gegenüber den Museumsstücken älterer Zeit das Können der Gegenwart würdig darstellen sollte. In dem herrlichen, wecken Raum der turenhalle, in dem säMgegliederten ^reppenbau, findet das Auge des kimstempsänglichen Besuchers leicht die PunM, an denen ter entwerfende Künstler die Mitwirkung ter btltenten Kunst vorgesehen hat. Und sobald die Gewährung, der Mittel in Aussicht stand, war auch das Programm da. Hessische Künstler sollen hier schöne mW hoh, Aufgaben finten. Mit einer Marmorbüste des Großherzogs und zwei Bronzestatuen, deren Motto man nicht ängstlich bevormundend un voraus seftlegte, wirb Ludwig Habich teu feierlichen Repräsentattonsraum zwifchen den Treppmläufen mW der großen Prachtlür im Hinter- arund schmücken, Robert dauer das Treppengeländer mit marmornen Kinderfiguren ausstatten; auf der Hohe ter Treppe, iuo ' sich brettere Flächen entwickeln, werden, in Bronze oder öffentlicher Bauten undi Terrakotta ausgeführt, Tierfiguren von Gaul Ausstellung finden, der seit seiner Mitarbeit am Kaiser Wilhelm-Denkmal zu Berlin als einer ber bedeutendsten Tierdarsteller unserer Zeit anerkannt ist. Und baß keine dieser künstlerischen Aufgaben die andere stört, diese Kunstwerke miteinander mW mit Den Formen der Arcksttekten zu einer höheren Einheit verschmelzen, dafür wird die Bestimmung sorgen, daß ter Verein bie Summe von 30 000 Mk. „ter Bauleitung zur Verfügung stellt," also Messel selbst zur ordnenden und leitenden Instanz des ganzen Unter» Aus SLcrSL und Land. Gießen, 2. Juni 1908. ** Ordensverleihung. S. K. H. ber Großherzog haben bem Fürstl. Haushofmeister Michael Schoen zu Schönberg bie Krone zum Silbernen Kreuz bes Verbienstorbens Philipps bes Großmütigen und bem Kam- merbieuer Philipp Dubois zu Schönberg bas Silberne Kreuz bes genannten Ordens verliehen. ** Die Denkmalpflege in Hessen. Im Hauptvoranschlag für bas Jahr 1908 sind für Denkmalpflege im ganzen 37 500 Mark eingestellt mW von ben Lanbstänben AuflösungbespreußischenAbgeorbneten- Hauses. Der „Staatsanzei^er" veröffentlicht eine königliche Verorbnung vom 1. Ium, burch bie bas preußische Ab- georbnetenhaus ausgelöst wirb. Der erste Jugenbgerichtshof in Berlin ist gestern am Amtsgericht Berlin-Mitte eröffnet worben. Der neue amerikanische Botschafterin Berlin, Hill, ist für ben Fall, baß ber republikanische Präsi- bentschaftskanbibat, Kriegssekretär Tast, aus bem Wahlkampf als Sieger hervorgehen sollte, für bas von biesem bann neu zu bilbenoe Kabinett als Staatssekretär bes Auswärtigen in Aussicht genommen. Das Weingesetz wirb, einer Melbung ber „Köln. Ztg." zufolge, voraussichtlich mit kurzer Frist mit ein- gehenber Begrünbung vom Reichsamt des Innern bem Bunbesrat vorgelegt werben. Es kann baher erwartet werben, baß ber Bundesrat bald nach ber Sommerpause über ben Gesetzentwurf Beschluß fassen wirb, so baß ber Entwurf bem Reichstage gleich bei bessen Zusammentritt im Laufe bes Oktobers vorgelegt Werben wirb. Oberstleutnant Quabe, ber ben Staatssekretär bes Reichskolonialamtes auf seiner Reise nach Deutsch-Ostafrika begleitete, soll seinen Abschied' einreichen wollen. Man bringt in kolonialen Kreiseii diesen Wechsel im Oberkommando ber Schutztruppe in Zusammenhang mit Differenzen, die während ber ost afrikanischen Reise Dernburgs ihren Anfang genommen haben sollen. 23er b anb berbeutschen Buchbrucker. Die zurzeit in Köln tagenbe 6. Generalversammlung bes Ver- banbes ber beutschen Buchbrucker hat gestern nach ber „Köln. Ztg." bie von Leipzig vorgeschlagene, von ber Verbanbsleitung gebilligte Entschließung einsttmmig angenommen, bie bcchin geht, baß ber Verbanb auch ferner auf bem grunbsätzlichen Stanbpunkt ber gewerkschaftlichen Neutralität unb in gleichem Sinne ber Solibarität zur allgemeinen Arbeiterschaft stehe, baß aber ber Anschluß an bie Generalkommission ber Gewerkschaften Deutschlanbs not- wenbig sei. Der Antrag wurde einstimmig angenommen, nachdem Berlin einen Zusatz, baß von allen Organen bes Verbanbes bie Beschlüsse unb gewerkschaftlichen Verträge zu befolgen seien, zurückgezogen hatte. Ausland. Ein Zarenbesuch in England? In letzter Zett ist auffallend viel von Reifeplänen des Zaren die Rebe gewesen, ohi^ daß ttch auch nur eine dieser Meldungen bewahrheitet hätte. Auch jetzt wieder spricht man von einem Zarenbesuchc. Wie man der „Polit. Korresp." aus London meldet, verlautet dort in gut unterrichteten Kreisen, daß für den Herbst d. Js. ein achttägiger Aufenthalt des Zarenpaares in Windsor in Aussicht gestellt sei. Heute siedelt übrigens die Kaiserliche Famitte nach Peterhof über. Nach der Entrevue in Reval beabsichtigt der Kaiser mit der Kaiserin eine Kreuzfahrt in den finnischen Schären zu unternehmen. L , Der serbische Kronprinz. Amtlich wird die Meldung eines Berliner Blattes, wonach der serbische Kronprinz die Bandenbewegung unterstütze, als böswillige 83erleumdung be- zeichnet. $ neue persische Kabinett ist bereits zusammengestellt. Das Innere übernimmt Muschir es Saltaneh, das Aeußere der frühere Gesandte in London Ala es Saltaneh. x Heuchelheim, 1. Juni. Am verflossenen Sonntag beging, wie schon kurz berichtet wurde, der hiesige Kriegerverein das Fest seiner Fahnenweihe. In Anbetracht einer vom hiesigen Gesangverein „(Sermania* in großem Stil geplanten Festlichkeit, die zudem auch noch gleich nach Pfingsten stattftnden soll, nahm der Kriegerverein von einer größeren Feier Abstand und beschloß, die Fahnenweihe in einem kleineren Rahmen zu begehen. So versanunelten sich denn die Vereinsmiiglieder mit ihren Angehörigen am Sonntag nachmittag im Saale der Wirtschaft „zum Treppchen", wo der Vorsitzende des Vereins unter Zugrundelegung der Fahneninschrift „In Treue fest, im Sturme treu 1" eine der Bedeutung des Tages entsprechende Ansprache hielt. Konzert, Gesang und Tanz hielten die Erschienenen bis in später Stunde zusammen und verlief die Feier, die durch keinen Mißton getrübt wurde, zu aller Zufriedenheit. — Richt uninteressant dürfte wohl ein Hinweis auf die vom hiesigen Kriegerverein seit seines Bestehens als Vereinsbanner benutzte Fahne sein, die, wenn sie reden könnte, uns von manchem bewegten Tag vergangener Zeiten zu erzählen vermöchte, blickt sie doch auf eine fast 200jährige Vergangenheit zurück. Wie nämlich die Fahne durch Aufschrift nachweist, wurde sie im Jahre 1722 unter der Regierung des Landgrafen Ernst Ludwig, dessen Namenszug sic auch trägt, angefertigt. Soweit sich durch Nachfrage ermitteln läßt, diente sic ursprünglich der aus Ortsbürgern von Heuchelheim, Rodheim und Fellingshausen zusammengesetzten Bürger wehr. Alte, den Gcmeindcakten einverleibte Rechnungen weisen darauf hin, daß diese Bürgerwehr tatsächlich bestanden, und die Familienbezeichnungen „Hauptmanns" und „Feldwebels" lassen mit Sicherheit einen Schluß darüber zu, in wessen Händen die Ehrenstellen zum Teile geruht haben. § Ruppertenrod, 1. Juni. Nach einem Vortrag des Oberrevisors der Genossenschaftskassen Hessens Lehr aus Darmstadt, den er am vorgestrigen Abend in der hiesigen Gastwirtschaft ,,Zur Krone" hielt, wurde hier eine Spar- un d Darlehn skasse m. b. H. gegründet. Der Kasse traten sofort 27 Mitglieder bei. Zum" Vorsitzenden wurde Bäckermeister Philippi, zum Rechner Gastwirt Nau, zum Kontrolleur H. Otterbein gewählt. Zum engeren Vorstand gehören Metzgermeister Völzing, Mühlcubesitzer Nahrgang und Landwirt Otterbein. r. Hungen, 1. Juni. Das diesjährige Oberhes- fische B a u e r n f e st soll in Büdingen am 12. Juli abgehalten werden. — Ferner wollen die „Vereinigten Landwirte für Frankfurt a. M. und Umgegend" in der südlichen Wetterau ein Baucrnfest im Laufe dieses Sommers veranstalten. Zeit und Ort hierfür sind noch nicht bestimmt. r. G e d e r n, 1. Junt. Unter Milwirkuug des Fürsten ^Stolberg-Wernigerode, der Einwohnerschaft sowie Freunden und Verehrern des Generals von Fransecky, der am 16. Nov. 1807 hier geboren wurde, ist dem Heerführer hier in seinem Geburtsorte ein würdiges Denkmal errichtet worden. General v. Fransecky war einer der hervorragendsten Heerführer, er hat in hervorragender Weise die Geschichte des Deutschen Reiches mit schmieden helfen. Nach 'einer strengen Ausbildung avancierte er in kurzen Intervallen zum General und wurde vom König von Preußen mit den höchsten Orden dekoriert. Im Jahre 1849 wurde er zum Major im Gencralstabc befördert, führte 1860—64 bie_ 7. Jnfanteriebrigade bei. Königgrätz und Blumenau, 1870 das 2. Armeekorps. Seine kriegerischen Heldentaten sind in der Geschichte des Reiches mit ehernen Lettern verzeichnet. — Bei der heutigen Denkmalsenthüllung führte der Festredner, Geh. Reg.-Rat Schönfeld- Schotten die einzelnen Daten seines Heldenlebens auf. Nach der Festrede gab der Fürst von Stolberg-Wernigerode den Befehl zur Enthüllung des Denkmals. Die Tochter des Gene rals, Freifrau von Buttler, schritt hierauf zum Denkmal ihres verdienten Vaters und legte einen Kranz nieder. Nach der Besichtigung des Denkmals, eine Neliestafel aus Bronze mit umgebender Quadermauer aus Vogelsberger Basalt in schönem, modernen Stil, durch die anwesenden Herrschaften, legten noch Kränze nieder die Offiziere des Jnf.-Regts. Nr. 26 sowie eine Abordnung des Militärvereins „Fransecky"-Magdeburg. — Gedern hat mit Errichtung dieses Denkmals eine hervorragende Zierde erhalten und einer hohen Ehrenpflicht genügt. △ Aus dem Ohmtal, 1. Juni. Noch immer nicht ist der Lauf der projektierten Ohmtalbahn endgültig entschieden. Tas muß doch eigentlich nach dem Schwanken der verschiedenen Projekte auffallen und zwar umsomehr, als die Eisenbahnbaufirma Lenz u. Co. durch ihre wiederholten Vermessungen festgestellt, daß das einzig richtige Projekt das ursprüngliche, von der Mücke über Merlau, Wettsaasen und weiter dem Ohmtal hinauf gehende sei. Bereits ist auch diese Linie einer genaueren Vermessung unterzogen worden. Nun tritt neuerdings wieder das Projekt über Groß-Eichen auf. Groß-Felda soll eine Stichbahn zur Ohmtalbahn erhallen. Gegenwärtig nimmt ein /Ingenieur genannter Firma Vermessungen zu" dieser Stichbahn vor. Bäder und Reisen. Die Nhön. Schon längst erhebt sich die Lerche in die reine, blaue Lust, um dein Schöpfer ihr Morgenlied zu singen. Die Erde hat sich mit irischem Grün geschmückt, und auch in den Gebirgstälern sind jetzt die letzten Zeichen des Winters verschmnnden. Ter Frühling hat scine Herrschaft angetreten. Der Frohsinn, der sich überall in der yiatur bemerkbar macht, er überträgt sich auch auf das frühlingsfrohe Menschenherz. Das Wandern faim jetzt seinen Ansang nehnten. „Wen: Gott ivill rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt". So schrieb Frhr. von Eichendorfs m jenem bekannten Gedichte, das man mit Recht em Volkslied genannt hat. Wenn die Sonne ihre warnten Strahleit auf die Erde nieoer- sendet, dann greisen Viele zu Rucksack und Bergstock, und hinatls geht es durch die grünen Wälder und ailf die hohen Berge. Mtt erneuter Kraft kehrt man zur Berufsarbeit zurück. Während einzelne Gebirge in der Reisezeit voii Touristen überflutet sind, gibt es atidere, die in dieser Hinsicht seither etwas stiesniütterlich behandelt wurden, Vogelsberg und Rhön. Gerade das Rhöngebirge galt bis vor tvenigeit Jahren als abgelegen, es war wenig gekannt tind daher vielsach verkannt. Der Waiiderer siitdcl atich hier kein bleibendes und bestechendes Bild, wie es das Hochgebirge zu bieten vermag. Die Rhön ivirkl aber in ihrer Schmucklosigteit und Einsachheil anziehend nnb anheimelnd aus den, der die Einsamkeit nut ihrer beglückenden Ruhe liebt. Es müssen ja nicht Gletscher und Seen sein, auch Berg nnb Tal mit anmutigen Wiesen nnb den eilenben Gebirgsbächlein können Auge utib Gemüt des Ratursreundes befriedigen. Die höchste Erhebtuig der kuppenreichen Rhön, die Milseburg, ist voit Fiilda ans leicht zti erreichen. Schon von weither ist jener getvaltige Phonolttfetsen lichtbar, der dein Wanderer eine unvergleichlich schöne Fernsicht gestaltet. Atich der Botaniker siubel hier eine reiche Ausbeute. Ent gut markierter Weg führt an dem Grabenhos vorbei nach Abtsroda, einem idyllisch gelegenen Töcs- chen am Fuße der großen Wasserkuppe. Es ist ein herrlicher Anblick, wenn die Viehherden am Abend die Bergwieseu verladen, um zu ihren Ställen zurückzukehren. Das Dorfglöcklein läutet im Tale, uiid die Nacht konnnt von den Bergen hernieder. In allen Teilen dieses Gebirges ist für den bescheidenen Wanderer billige und mite Unterkünfte zu haben. Bescheidenheit in den Ansprüchen bezüglich Quartier und Verpflegung ist ja eine Eigen- schäft, die man bei einem echten Touristen voraussetzen darf. Von Abtsroda atis ist man bald auf dem höchsten Punkt der ganzen Rhön, der Wasserkuppe, die eine Höhe von 950'm erreicht. Der Turm neben dem Schntzhaus, bas von Mai bis Oktober geöffnet ist, bietet einen herrlichen Fernblick. An der Fuldagtielle vorbei gelangt man halb zu bem roten Moor, dem zweitgrößten Hochmoor der Rhön. Der hier gewonnene Sehlammtorf wird in vielen Badeorten zur Bereitung von Moorbädern verwendet. Auch siuden sich hier feltene Pflanzen, wie der insektenfressende Soimen- tan und andere. Tas Wundern in diesem Teil, der fogenaunteit holten ober langen Rhön, ist jeboch während des Hochsommers nicht empfehlenswert. Lohnender sind in dieser Zeit Tottren in der inalbgebirgigen Rhön, die ihren höchsten Punkt im Dommersfeld erreicht und durch den Himmeldiinkberg mit der hohen Rhön und dem Kreuzberg verbundeii ist. Der letztgenannte Berg sollte von jedem Rhönbesucher bestiegen werden. Hat man einen weiten Marsch zurückgelegt und diesen gewaltigen Berg erreicht, so bietet das alte Franziskanerkloster die verdiente Erguickung und Ruhe. Frater Anselm, der Pförtner, Öffnet die Klostertüre. Mit großer Behäbigkeit und offensichtlicher Gutmütigkeit reicht er den Gästen in den üblichen Maßkrügen das von den Mönchen selbstgebraute, ungesvundete Bier. Nach dem einfachen, aber vorzüglichen Abendbrot sitzen die Fremden plaudernd im Refektorium, bis um 10 Uhr Anselm an die Hausordnung erinnert. Ein solcher Abend bringt bald die Mühen eines Aufstieges in Vergessenheit, der vielleicht von Bischofsheim über die Kniebreche unternommen wurde. Bischofsheim bildet den Mittelvunkt der Holzschnitzindiistrie des gesamten Gebirges. Aus der bortigen Holz- schnitzschule, die jedermann besichtigen kann, sind schon namhafte Künstler hervorgegangcn. Ter Lehrer, Valentin Gilbert, ist selbst ein Kind der Rhön. Ans bescheidenen Verhältnissen hervorgegangen, erteilt er seit Jahren den Unterricht im Zeichnen und Modellieren und leistet in jeder Art hervorragende?. So bietet dieses arme, verkannte Gebirge noch maiich herrlichen Genuß, der hier nicht erwähnt werden konnte. Arm ist die Rhön von jeher gewesen. Das bezeugen die Ortsbezeichnungen wie Wustensachjen, Schmalnau, Sparbrod, Türrhof, Wenigentrist, Wildflecken und andere. ... Tas; „das Land der armen Leute", wie der Knltnrhistorifer R>ehl die hohe Rhön nennt, viele Auswanderer liefert, bedarf keines Beweises. Doch ist der uuvcrdrosseiie Blut des Rhöners bei dem steten Kampf mit der Natur fast sprichwörtlich. Nur durch äußerste Not gezwilngen, verlassen die Leute den Boden der Heimat uub kehren, wenn genügend Geld verdient ist, wieder dorthin zurück. Einer der besten Rhönkemier, der verstorbene Pfarrer Höhl, den man durch eine Gedenktafel auf dem Kreuzberg geehrt hat, sagt: „Wer die Liebe zur Heimat bewahrt, der kann auch in der Fremde nicht zu Grunde gehen". _______ H. Wagner-Bad-Nauheim. Getreide-Wochenbericht der Preisbcrichtstelle des Deutschen Landwirtschastsrats vom 26. Mai bis 5. Juni 1908. Zu Anfang der Berichtswoche riefen Klagen über Dürre in Rumänien, Ungarn und im Süden Rußlands Beunruhigung hervor und bewirkten allenthalben ein weiteres Anziehen der Preise. Eine weitere Stütze sand die feste Stimmung in der hier während der erften Tage herrschenden kühlen und regnerischen Witterung, die bei der zum Teil ohnehin rückständigen Saatenentwickelun'g Besorgnisse wegen einer Verspätung der Ernte erweckte, ein Umstand, der diesmal um so schwerer ins Gewicht fallen würde, als die Versorgung allgemein sehr knapp bemessen ist und die Export- leifhmgen der überseeischen Bezugsguellen von Woche zu Woche abnehmen. Daraus erklärt es sich, daß die erwähnten Wettersorgen nicht nur das Kaufinteresse für Herbstlieferungen steigerten, sondern auch den Wert der alten Ernte günstig beeinflußten. Daß der Getreidehandel der Versorgungsfrage dauernd seine Aufmerksamkeit schenkt, beweist der Umstand, daß trotz inzwischen niedergegangener Regen in einem großen Teil der bedrohten Gebiete und der außer- ordeutlich günstigen Wltterimg, die seit einigen Tagen die Entwickelung der Saatcii in Deutschland wesentlich gefördert haben dürfte, nur verhältnismäßig geringe Preisverluste zu verzeichnen waren, als sich die Käufer, durch bessere Wettermeldungen veranlaßt, vom Markte znrückzogen. Auch vermochte das schleppende Warengeschäft, worüber im ganzen Lande geklagt ivird, keine sonderlichen Preisveräuderungen herbeizusühreu, zumal meist nur wenig Ware auf die Märkte gelangt, und auch das Wenige den guali- tatwen Anforderungen selten entspricht. Für Hafer'hält die Provinz fortgesetzt an ihren Forderungen fest, die aber gegenwärtig weder im Konsum, noch beim Export zu erzielen sind, 'so daß das Geschäft in diesem Artikel wieder nur sehr geringen Umfang erreichte. Die weiter gestiegenen Forderungen für Mais führten nur vereinzelt zu Abschlüssen, da sich der Konsum ablehnend verhält. Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide nm letzten Markttage: Weizen Roggen Hafer Königsberg 223 (- ) 183 (- 5) 156 (— ) Danzig 223 (- 33: 1 190 (- 4) 161 (— 1) Stettin 219 (- ] l 189 (- 2) 162 ( — ) Posen 221 (- ) 182 (- ) 157 (— ) Breslau 218 (- ) 183 (- ) 157 (— ) Berlin 218 (- 4: ) 193 (— 2) 178 (— ) Magdeburg 214 (- ) 194 (— ) 162 (— 2) Halle 215 (- ij ' 194 (— 2) 160 (- ) Leipzig 216 (+ 2j i 197 (+ 1) 160 (— 1) Rostock 215 ( — 2| । 189 (— 2) 165 (- 4* Hamburg 213 (+ 1) 194 (+ 1) 176 (— L Hannover 215 (— 1) i 196 (— 2) 165 (+ 3) Braunschweig 211 - 1. > 193 (- ) 162 (+ 1) Düsseldorf 217 (- 1) 200 (- ) 172 (4- 5» Köln 215 (- ) 195 (— ) 1727» (- Frankfurt a.M. 217 (-!'/>) 205 (— 2) 177'4 (— 2»/J Mannheim 226 (- 2) 205 (- ) 175 (— 2] Straßburg 222'/, (-2 '/,) 195 (- 27,) 1827, (—274 Stuttgart 232'/, (- 1 — 185 (— j München 230 (- 2) 198 (- ) 182 (- 2) Weltmarktpreise: Weizen : Berlin Mai 218.25 (— 3.25) Budapest Cft. 188.10 (-j- 2,80). Parts Juni 181.90 (— 5.70)' Liverpool Jult 169,50 (- ). Chicago Juli 138.50 (— 0 50) Roggen: Berlm Julr 193.- (- 2.50). Hafer: Berlin Juli 165.— (— 1.75) 'Dir. Märkte. — Kartofselmarkt - Bericht vom 1. Juni 1908. Friedberg tHessen): Rote Sorte Dlf. 1.90-2.30, Magnum bomnn 2.30—2.5o, weiße runde 1.90—2.30, Gelbfleijchige, rote, 0.00 bis 0.00, weiße 0.00-0.00. Frankfurt a. Dl.: Rote Sorte Dlf. 2.00—0.00, Magnum bonum 2.50-0.00, weiße runde 2.00—0.00, Ge tfleischige, rote, 2.50, weiße 3.50. Wiesbaden: Dlagnum boii.au 2.75—0.00, weiße runde 2.60, Gelbfleischige rote 0.00, weiß 3.00. Dl annhei m: Magnum bonum Dlf. 2.40—2.50, Gelb- fli-tschi blaue 3.50 bis 3.60, iote 4.00—4.10. Köln: Rote Daber .. f. 0.00—0.00, andere rote Sorten 0.00, Dlagnum bonum 2.75 bis . .80, weiße runde 0.00—0.00, Gelbfleischige rote 2.40—2.50, weiße 2.-.5—2.80. Tort m und: Dlagnum bonum Dlf. 3.10,' weiße runde 2.70. Gelbfleischige, blaue 0.00, rote 2.95, weiße 3.90—0.00. Dl ü n st e r : Dlagnum bonum 2.60—2.75, Gelbfleischige rote 2.90 bis 3.10, weiße 3.65—4.00 Hagen: Dlagnum bonum 2.85—0.00, weiße runde c.00—0.00, Gelbfleischige weiße 3.70. Saarlouis: Role Sorte 2.40, Dlagnum bonum Dlf. 0.00, weiße runde Dlf. 2.40. Frankenthal: Rote Sorten 2.30, Dlagnum bonum 2.50, weiße runde 2.40, Gelbfleischige blaue 3.00, rote 3.00, weiße 3.25. W1111ch b. Krese 1 d: Rote Sorte 0.00, Dlagnum bonum 2.80—3.00, Gelbfleischige, rote 2.80 bis 3.00, weihe 2.70—2.90, K e in pen : Dlagnum bonum 2.60 - 0.00, Gelbste gasige rote 3.20. Saarlouis: Rote Sorten 2.40, Dlagnum bonum 0.00, weiße runde 2.40. Dl ünchen: Dlagnum bonum 2.40, Gelbfleischige weiße 2.00. (Alles per 50 Kllogr.). am 1. 1908. Ä S r/r S < Tic Marktpreise für Biet, und Frucht und die Gießener Fleisch- nnd Brotprcise * D i c T r i n k g e l d e r f r a g c. Wir haben zur kniff- ltchen Frage der.Trinkgelder im Anschlüsse an eine dieser Tage wieder einmal beschlossene Forderung des Verband-, tages der Angestellten des Gastwirtegewerbes einige Bemerkungen gemacht, die mehrfach ausgenommen und erörtert worden sind. Nun fordern die 'Berliner N. Nachr. das Publikum auf, die anerkannte Misere wenigstens nicht ständig zu verschlechtern und geben eine Zuschrift wieder, die lautet: Als Norm darf cs in Deittschtand angesehen werden, zehn Prozent der Rechnung als Trinkgeld zu geben; in Cafes und ähnlichen Lokalen, wo die Zahlung eine Mark meist nicht erreicht, sind zehn Pfennig aus die Person das übliche, völlig ausreichende Trinkgeld. Hieran sollte nun aber auch unbedingt sestgehalten werden. In Wahrheit sieht es leider ganz anders aus. Leute, die in der glücklichen Lage sind, nur gelegentlich bei besonderen, mehr oder weniger festlichen Gelegenheiten Restaurants oder Hotels aufsuchen zu müssen, neigen dazu, diesen Satz oft wesentlich zu überschreiten. Und gewöhnlich sind das gerade solche Leute, die am ehesten Grttud hätten, ihre Groschen zusammenzuhalten. Der echte Kavalier hat es nicht nötig, und verzichtet auch selbstverständlich darauf, sich in den Augen des Kellners durch ein Trinkgeld, das den üblichen Satz überschreitet, zum feinen Mann zu stempeln. Anders der kleine Mann, der törichterweise glaubt, jeden berechneten Bückling des Kellners besonders honorieren müssen. Die Folge aber ist, daß durch solches Verhalten die Trinkgelder eine immer größere Höhe erreichen, daß auch der, der innerlich gegen diese unbequeme Steuer wettert, mit- zumachcn beinahe gezwungen wird. Ein Uebcrmaß im Trinkgeldergeben ist ebensowenig am Platze und ebenso unfein, wie ein schmutziges Knausern, so lange die Bediensteten in öffentlichen Lokalen, Gasträumen usw. auf diese Art der Bezahlung angewiesen sind. Für die bevorstehende Reisezeit ist es sehr angebracht, daß jedermann für sich zu der Trinkgelderfrage Stellung nimmt und sich bei der Handhabung grundsätzlich durch nichts aus dem Gleichgewicht bringen läßt. Man vermeide es, die Dienste dieser Angestellten in außergewöhnlicher Weise in Anspruch zu nehmen, Verkehre mit ihnen freundlich, aber bestimmt, und es wird eine seltene Ausnahme sein, wenn ein Bedienter es wagt, uns mangelhaft zu betreuen oder uns unfreundliche Gesichter zu machen. Und in diesem Falle scheue man vor einer ernsten Beschwerde nicht zurück. Der Sorge um die zahlreichen Hände, die sich uns bei der Abreise aus dem Hotel verlangend entgegenstrecken, ivird man am besten durch die vielfach angewandte Praxis eutgehen, daß man bei Bezahlung der Rechnung zehn Prozent zur Verteilung an die Dienstboten hinzufügt. Damit haben wir unsere Schuldigkeit getan, eine ehrliche Arbeit ehrlich und genügend bezahlt. Und wer danach bei langen Gesichtern der Kellner, Pförtner und Hausdiener noch das beschämende Empfinden hat, in deren Augen nicht als Kavalier zu gelten, dem kann nicht geholfen werden — der ist auch keiner. Sport. — Radlerverein „B o r u f f i a". Bei dem Vereinsrennen des Radlervereins „Borussia" am 31. Mai 1903, Abendstern-Biedcr und zurück holten den 1. Preis Ad. Heck, 2. Preis Peter Sviebnann 3. Preis H. Schott, 4. Preis Ad. Flick in der I. Klasse, den 1. Preis in der II. Klasse W. Hamel. Sandel. — H o u b en S o h n Earl Df t.°G es., Aachen, Fabi- i» patentierter Gasbade- und Gasheizofen %. V Generalversammlung vom 30. Mai er. wurden sämtliche ©eoen' stände der Tagesordnung einstimmig genehmigt. Die Aussicht? für das laufende Geschäftsjahr wurdet, als günstig bezeichnet gs auf 6 °/0 festgesetzte Dividende ist sofort zahlbar. ' e Höchste Schlachtviehpreife in Frankfurt a. Dl. Fleischvreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 80—83 Dlf. '/, Kg.Schlachtgeiv. 98—lOODf. 7, „ „ 63-64 „ 7. Kg. 76-84 Pfg. 7, „ 70—80 , V, „ 60-76 Getreidepreise in Dl a n n h e i m Brotpreise in Gießen Weizen 100 Kg. 22.70—23.00 Dlf. Roggen 100 Kg. 20.25-00.00 Dlf. Weißbrot 2 Kg. 62 P,g. Schwarzbrot 2 KgPst 58 Frankfurter 8Sör«e 2. Juni, 1.15 Ubr. 91.651 Elektriz. Laluneyer . Elektriz. Schuckert 3?< 3% Portugiesen Serie I . Portugiesen 35. III 89.75 Ungar. Goldrente Italien. Rente . 212.70 110.00 119.40 108.00 Uarpener Bergwerk Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . 1‘iirkenlose . . . 4% 4% 62.60 63 75 95.60 89.90 96.10 150.00 51.50 86.75 66.40 96.90 83.15 91.90 83.15 90.80 91.50 98 90 99.15 93.70 Berliner llandelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . 195.25 209.50 94.50 97.80 161.20 123.75 231.50 4% Üesterr. Goldrente. . 4*/6 % üesterr. Silberrente Reichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen . . . Oberhessen Hamburg-Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. . . Laurahütte...... Nordd. Lloyd..... Obeischles. Eisen-Industrie 136.60 . 174.10 138.10 ’ 197.50 Aktien: Bochum Guss . . . Buderus E. W. . . Tendenz: fest. Berliner Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz fest. . 157.70 . 124.10 . 231.50 . 59.00 . 138.10 Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . Gotthardbahu ..... Lombard. Eisenbahn . . 2&30 Üesterr. Staatsbahn . . . 147.2o Priuee-Henri-Eisenbahn . 118-00 4 Vz u/0 russ.Staatsanl. 1905 4yau'O japan. Staatsanleihe 4% Gonv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3"/o Mexikaner . . . 4>$70 Chinesen . . . . Börse, 2. Juni. Anfangskurse. . . 195.00 209.50 26.20 . 94.50 . . 149.20 TeJefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Eschweiler Bergwerk . . 204.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 187.40 .....- - - ' 110.00 £orRoos FlatulhrPillen ■~.x Vor?-,.,, , _ Brißindscirachte:tlt.id. Apctheken Bush Dppks. Nair. HhaLt IcMaj.je 4 Fenchel-ffeffem KilmmdöL je 3 Iß Ws feiert ^beray; N]es.] quets-1 le, Tur Schau Sänger B.I Ziiuiuii ’iniiimi •iimnii iiuinni ■■iinnn 'nimm iiiiimn ÜB '.Ü'.UUU i Hiiiim ‘«nnnn «mm '••III empfehl. braune von Grösste Auswahl Kreuzplatz 13 Kreuzplatz 13 Fast alkoholfrei! 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