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Lange. Be»aftion, Lrxedilion UN» Druckerei- SchulNraße r. _____________________________ u Anzeigenteil: H. Beck. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Nr. 103 Der Gtetzener Anzeige, erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich AirhenerLamilienblälter; »weimal wöchentl.Ureis- blatt für öen Kreis (Sicfoen (Dienstag und Freitag); zwermal monatl. Land» wirtschaftliche deitfragen yernsprech-Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Exvedüion 51 Kdreffe füt Depeschenr «nzetger Gießen. Die heutige Nummer umfaht 18 Seiten. Aus SrudL und Land. Gießen, 2. Mai 1908. ** Zu W ichernS Gedächtnis. Man schreibt uns: Es scheint säst, als ob die Nachwelt, wie bei so vielen großen Männern, Wicherns wirklichen Wert erst jetzt erkannt hätte und doch gab es zu seiner Zeit auch Leute, die die hervorragende Persönlichkeit Wicherns erkannten und sein weites Herz sür das Volk zu würdigen verstanden. Der preußische König, der Großherzog von Mecklenburg usw. waren öfters Gäste im Rauhen Hause. Wenn Wichern mit seinen Gästen im Rauhen Hause weilte, möglicherweise unter dec alten ehrwürdigen Kastanie, die die Geschichte des Rauhen Hauses miterlebt hat, dann ertönte plötzlich fröhlicher Kindergesang, die Gäste waren überrascht und entdeckten schließlich die kleinen Sänger in den Zweigen der Kastanie versteckt. Es wird vielleicht manchen Gießener interessieren, daß im Ga rten unserer Herberge zur Heimat, einer Anstalt, die seit 20 Jahren von Brüdern des Rauhen Hau; es geleitet wird, sich' ein Sp rößlin g dieses alten Baumes befindet, der die Höhe von 2 m schon erreicht hat. Der Gesang hat bei der Erziehung der geistig und sittlich verwahrlosten Kinder des Rauhen Hauses eine besondere Rolle gespielt. Die älteste Tochter Wicherns zeigte auch besondere Gaben für Musik. Von ihr sind eine Anzahl Lieder erschienen, die so recht die jugendliche Frische des Rauhen Hauses an sich' tragen. Die Gesangsabteilung des Evangelischen Arbeiter-Vereins bereitet einige dieser Gesänge zur Wlchernseier am 10. Mai vor. haus werden sie ein lernfreudiges und willensstarkes Geschlecht heranwachsend finden, dem keine greisenhafte Pedanterie den Schulgang zur Last macht und keine kurzsichtige Pädagogik die Energie zum Lebenskämpfe langsam, aber sicher zerbricht. Wenn s i c nicht geistig blindsind, so werde nsienach Deutschland zurückkehren mit dem guten Willen, mehr als bisher der Jugend zu geben, was der Jugend ist." — Das wäre in der Tat aufs fieudigste zu begrüßen. Lin deutsch-amerikanischer Lehreranrtausch. Der Austausch von Universitätsprofessoren zwischen Deutsch- land und Amerika, der seinerzeit auf Anregung unseres Kaisers ins Leben gerufen wurde, war ein Experiment, von dem man sich ui weiten Kreisen anfänglich nicht viel versprach. Auch der Austausch von deutschen und englischen Studenten, wie er durch eine Stiftung von Cecil Rhodes unmöglich wurde, konnte die Zweifler noch nicht überzeugen. Der Gedanke eines solchen Austausches scheint sich nun aber doch als fruchtbar erweisen zu wollen, und der Austausch von deutschen und fianzösischen Schülern, der bald darnach ins Werk gesetzt wurde, hatte schon sehr viel Bestechendes an sich. Inwiefern es sich bewährt hat, darüber läßt sich wohl noch kaum ein abschließendes Urteil abgeben, aber daß auf diesem Wege etwas wirklich Brauchbares zu erzielen ist, wer wollte das ohne weiteres bestreiten. Inzwischen ist man nun aus dem einmal eingeschlagenen Wege einen Schritt weiter fortgeschritten. Man will einen deutsch-amerikanischen Lehrer- austausch herbeiführen, und die langen Verhandlungen hierüber zwischen dem preußischen Kullusministerium und den Verein. Staaten haben schon, wie die „Köln. Ztg." erfährt, Erfolg gehabt. , Schon im kommenden Winter soll der erste Lehreraustausch stattfinden. Was man sich von diesem deutsch - amerikanischen Lehreraustausch verspricht, faßt der Washingtoner Korrespondent der „Köln. Ztg " in folgendem zusammen: „Die deutschen Lehrer aber werden im Laufe der acht Mo- nirte, die sie hier an einem College oder zur Not auch einer Nigh School zubringen sollen, die Erfahrung machen, daß Amerika sie ebensoviel lehren kann wie die ältesten Kulturstätten Europas. Gerade im Verkehr mit der Jugend des Landes werden sie die Jugend des amerikanischen Volksgeistes erkennen und den Zauber dieser Jugend genießen, der sich nicht beschreiben und nach Europa herübersenden läßt, der aber ansteckend wirkt auf jeden empfänglichen Geist und wohl das Geheimnis der wunderbaren Anpassungskraft dieses Volkes aufs einsachste erklärt. Tastend werden sie das Neuland unter ihren Füßen entdecken, werden andere Begriffe von Staat und Regierung, Schule und Kirche, Polizei und Beamte,ttum, bürgerlichen Berufen und sozialen Ständen in sich ausiiehmen und verstehen lernen, werden an ererbte Vorurteile abstreifen und werden der Freiheit des Denkens, wie die Hochschule sie lehrt, die Freiherr des Lebens, wie, Amerika sie lehrt, gleichschätzen lernen. Gewiß werden ihm auch die großen Unvollkommenheiten dieses jungen Volkes nicht entgehen; seinen Mangel an gemeinsamen Interessen, seine nationale Eitelkeit, die Mechanik seines Denkens, die alles über einen Kamm scheren möchte, seine Liebe zum Absurden und zu schrillen Wirkungen, seinen wenig entwickelten Kunstgeschmack w.rdcn ne schon m der Schulstube beobachten können. Doch sie werden glauben lernen, daß diese Unvollkommenheiten mit den Jahren der Reife verschwinden werden, wie Amerika selbst es glaubt, und werden in solch jugendmutigem Glauben aufs neue das Geheimnis seiner Straft erkennen. So wird ihnen auch der Bau des amerikanischen Unterrichtswefens gegenüber dem deuffchen nur wie ein rohgezimmertes Blockhaus erscheinen, denn er entbehrt sowohl einer gleichmäßig wissenschaftlich ausgebildeten Lehrerschaft wie einer einheitlichen und systematischen Gliederung. Aber in diesem Blockin Berlin eingetvoffen. Das Verfahren wird, roie es bestimmt heißt, nach Möglichkeit beschleunigt und mit jedem Nachdruck führt werden. Dem Fürsten Eulenburg stehen als pi«htsbei- stände der Geheime Justtzrat Lämmel in Neu-Ruppin und der Justizrat Wvonker in Berlin zur Seite. Zu dem Ermittelungsverfahren gegen den Fürsten Eulenburg erfahren die Berliner Aiorgenblütter ferner, daß bic Gerichtskommission sofort nach ihrem Eintreffen eine Haussuchung vomalhm, bei der mehrere Briefschaften beschlagnahmt wurden. Der beigegebene Gerichtsarzt Hoffmann stellte fest, daß der Fürst wegen schweren Krankheitszustandes nicht tva us Port fähig iei. Dem Fürsten wurde in aller J-vrm mitgeteilt, daß gegen ihn die gerichtliche Voruntersuchung wegen Verdachtes des wissentlichen Meineides eröffnet sei. Der Fürst entgegnete, er sehe dem Fortgänge der Untersuchung mit Stube entgegen und wünsche nichts anderes als den Zeugen Riedel und Ernst gegenübevgestellt zu werden; er könne sich nicht erklären, wie diese zu ihren Llussagen gekommen feien. Harden war für gestern vormittag in der Straffache gegen den Fürsten Eulenburg wegen Meineides vor den Untersuchung^, richtet nach Moabit als Zeuge geladen. Das Versa hren, gegen Justizrat Dr. Bernstein in Aüünchen wegen Beleidigung des Fürsten Eulenburg ist bis zur Erledigung baa wegen Meineides gegen den Fürsten eingeleiteten Vorunter-, Anstand. Rücktritt Fritjof Nansens. In der gestrigen Sitzung des norwegischen Staatsrates wurde dem König das Gesuch Fritjof Nansens unterbreitet, der seine Enthebung von dem Posten des Gesandten in London, den er seit drei Jahren inne hat, erbittet. Das Gesuch wurde genehmigt. Niedermetzelung von Armeniern und Juden. Telegramme aus Tiflis melden, daß an der ttlrkisck-en Grenze furchtbare Armenier - und Judenmassakres stattgefun- ixn haben. Tausende fliehen nach Jelisawetpol und anderen russischen Städten, jedoch auch dort werden sie von Tartaren bedroht. Angeblich sind 10 000 bewaffnete Perser im Anmarsch, um die Ordnung wiederherzustellen. Eis wird befürchtet, daß sich die Kurden der Bewegung anschließen, und daß ein Grenz- frieg ausbricht. Persisches. Ein Teheraner Blatt brachte vor kurzem einen Artikel, in dem dem Schah ein lasterhaftes Privatleben vorgeworfen wurde. Der Redakteur wurde angeklagt, trat aber den Beweis der Wahrheit an für seine Behauptungen. Der Schah zog darauf die Klage zurück und die Zeitung erscheint wieder. Aufruhr in China. Nach einer Meldung aus Shang- h a i wurden in der chinesischen Stadt Hingshang von der durch die neuen Steuerdekrete empörten Bevölkerung das Gerichtsgebäude zerstört und die Gefangenen fieigelassen. Diese legten Feuer an di e Gebäude der französischen Mission. Der Aufruhr ist noch im Wachsen. Voruntersuchung gegen den Fürsten Luienlmrg. Gegen den Fürsten Philipp Euleubuvg ist auf Gruird der im Münchener Hardenprozeß erfolgten Zeugenaussagen die Voruntersuchung von der Staatsanwaltschaft beantragt und vom Gericht beschlossen worden, und zwar wegenWerdachtsdes wissentlichen Meineides. Es handelt sich dabei um die eidliche Aussage des Fürsten, feüurtei „Schmutzereien" getrieben zu haben, der die Aussagen der beiden Münchener Zeugen entgegensteh-en. Es hat sich gestertl, da Fürst Eulenburg krank ist, eine Gerichts- konrmission nach Liebenberg begeben, bestehend aus dem Unter* suchungsrichwv, Landgerichtsra' Schürdt, dem Protokollführer, dem Kriminallommissar 'Diane und Dem Gerichtsarzt, Medizinalrat Dr. G. Hoffmann. Die ärztliche Untersuchung hat ergeben, daß Fürst Eulenburg nicht transportfähig, sondern schwer krank ist. Es ist auch sestgestellt worden, daß das schwere Leiden schon seit Jahr und Tag besteht. Die StaatS- anwallfchaft hat sofort nach dem Däünchcner Prozeß das Ermittelungsverfahren eingeleitet und hat bann, ohne erst das Eintreffen der Münchener Akten abzuwarten, die Eröffnung der Voruntersuchung beantragt. Die Protokolle des Münchener Gerichts, insbesondere über die Zeugenaussagen sind auch jetzt noch nicht Prinz Emil von Schönaich Larolath f. Ter römische Imperator 9icro, int Nebensache Dichter, Schauspieler und Musikant, den begabte deutsche Primaner zum Helden ihres ersten bluttriesendeu Versdramas zu machen pflegen, ist ein unheilvolles Vorbild für gefürstete Künstler geworden: er hat die sck>öngeistigen Schöpfungen derer, die auf den Höhen der Menschheit wandeln, in Verruf gebracht oder wenigstens mit Vorurteil belastet Die Großen dieser Welt, die als Dichter oder Tonsetzer,' sD)laLer oder Bildhauer hervortteten, haben schwerer um Anerkennung und richtige Wertung ihrer Werke zu ringen, als die von Geburt Kleinen, die namenlos ihre künstlerische Laufbahn beginnen. Man hegt immer ein leises Mißtrauen gegen Gaben aus Fürstenhand und kann sich icbtoer gewöhnen, das Buch eines hochgestellten Mannes ohne Voreingenommenheit in die Hand zu nehmen. Dieses Schicksal ist auch dem nun leider verstorbenen Prinzen Emil zu Schönoich-Carolath nicht erspart geblieben, der als Lyriker wie als sJtoDctli)"t zu unseren Ersten und Besten gehörte. Unter seinen erzahfeuden Werken finden sich Meisterstücke, wie „Tie Sphinx", „Ton Juans Tod", „Die Kiesgrube", „Bürgerlicher Tod", „Der Heiland ber.Tiere", und viele andere, und einzelne seiner Gedichte und Lieder rechnen zu den schönsten, die das jüngere Tentsckstand beroorgebracht hat. Voll- und aleichwertig steht Schönaich--Carolaih neben Konrad Ferdinand Meyer, Th. -Storm, Klaus Gtroil) und Detlev von Liliencron, und doch — wer kennt daS künstlerische Lebenswerk dieses zu früh verblichenen tiefen und männlichen Geistes? Es läßt sich denken, daß der Dickterprinz schwere innere Kümpfe zu bestehen hatte, ehe er sich zu einheitlicher Weltanschauung burdjrang unb das vollkommene geistige Gleich- getvicht sand. Prinz und Dichter! Wenn der eine mit dem anderen im Streite lag, so mar es nicht immer der Dichter, der schließlich Sieger blieb. Hier der Trager eines alten Namens, der Besitzer reicher ebrlmirbtgcr Stammgüter, als Prinz geboren und erzogen, mit all ben Trieben und Lebensansichten, die schon int Blut liegen — unb dort der freigeistige Mensch das ungebundene Künsllerherz, der hochsttebende Gedankenflug des Dichters! Das sind [eine kleinen Seelenkämpfe. Wie alle wahre Kunst im letzten Grunde nur Bekenntnis und Offenbarung der Persönlichkeit ist, so spiegeln auch dte Schöpfungen des Priitzen Ockstmaich^Earvlath ben Werde- und Entwicklungsgang des nut sich ringenden Menschen wieder. Wie der Dichter selbst über sich urteilte, zeigt ein Brief, den er an eine Dame schrieb, die ilpt an einem Vortragsabend nach seiner Meinung -über Gebülxr gefeiert hatte: „Ich bitte Sie dringend, nie etwas anderes in imc zu sehen, als nur den geistesverwandten Künstler, uuo alle Titulaturen beiseite zu lassen. Wenngleich öie, hochverehrte gnädige Frau, meine Leuchtkraft für spätere Zeiten allzu Iwch bewerten, so gebe ich deitnoch zu, daß ich mich stets bestrebt h.rbe, trotz aller Leidenschaft des Temperaments die Linien, welche das Gesetz der ewigen Schönheit vorzeichnet, ftreng innezuhalien. Dieses Eine gelang mir vielleicht besser, als manchen: meiner Zeitgenossen, doch es fiel mir leicht, »oeil mein Herz von der Jugend an der Romantik und dem Hellenentum eutgegengeschlagen." Es ivar gewiß ein Glück für den Dichter, daß er f:ch gans nach eigenem Gefallen ausleben und ohne äußeren Zlvang feinen Neigungen und Liebhabereien folgen tonnte. Ter Schönheitssinn wurde schon im Knaben geweckt. Geboren am 8. Aprll 1853 üt Breslau als einziger Sohn des Prinzen Karl und der Prin- tzesfin Emilie, geb. von Oppen-Gchlldeu, verbrachte er den Winter vielfach mit seinen Ettern in Italien, die ihren ständigen Wohnsitz in Wiesbaden hatten. Früh verlor er Vater und Mutter. Als Leutnant trat er in das Kur märkische Dragoner- Regiment 9ir. 14, doch konnte er im militärischen Leben keine Befriedigung finden. Er zog sich auf seine dänische Besitzung Paulsgaard zurück — seine Mutter war eine geborene Dänin — und von hier aus unternahm er große Reisen, die ihn nach Spanien, nach dem Orient und nach Afrika führten. Längere Zeit blieb er in Zürich, wo er Vorlesungen von Johannes Scherr besuchte-und herzlick)c Beziehungen zu Kvnrad Ferdinand Meyer anknüpfte, bic in einem lebhaften Briefwechsel bis zum Tode des großen Schweizer Dichters fortdauerten. Prinz Schönaich-Carvlath ist als glücklicher Gatte und Vater auf seinem prächtigen Besitztum Hasewvrf in Schleswig-Holstein gestorben. . Von den sechs Kindern, die seiner Ehe mit der aus Efthland stammenden Katharina von Knorring entsprossen, steht das älteste, die Prinzessin Margarete, bereits im 20. Lebensjahr. In diesem verlorenen Erdenwinkel des meerumschlungenen norddeutschen Landes wirkte und schaffte in genissinsamer stiller Arbeit das prinzliche Paar. Denn auch die Gattin des Dichters hat ein Feld künstlerischer Betätigung gefuiiden, die ibr selbst reiche Befriedigung, der Dorfbevölkerung aber lohnenden Erwerb gewährt. Das eigenste Merl der nun venvitweten Prin- zesfin ist es nämlich, daß> jetzt in den Häusern dort wieoer lustig die Webstühle schnurren, die solange verstaubt und vernachlässigt auf der Zftunpelkammer staiiden, daß weiße uiü» farbige Gewänder, mit eigenartigen nordischen Mustern geschmückt, m die weite Welt hinausgesäfickt iuerben. Diese Liebe zur Heimarbeit hat bie Prinzessin aus ihrem baltischen Vaterland mit* gebracht, aus dem so viele unnachahmliche Erzeugnisse des Kunstgewerbes zu uns kommen, und es ist dankenswert, daß sie diesen Haussleiß in ihrer neuen Heimat hegt und pflegt. Ter nun dahingegangene Dichter, der leidenschaftliche Naturfreund und eifrige Jäger lebte nicht abgeschlossen in seiner Gedankenwelt, sondern in steter Berührung mit anderen Menschen, mit der Bevölkerung des Landes und seiner Scholle. Unb das kam seiner Künst zugute. So manches seiner Gedichte mutet wie ein echtes Volkslied an. Zur Probe eins dieser sangbaren Lieder: Wenn dir ein Mägdlein recht gefällt, Uni) sie nimmt einen andern. Dann heißt es in die weite Welt Zu wandern. Ta draußen viele Mädchen sind. So viele blond und braune, Als Rosen blüh'n im Maienwind Am Zaune. Mit neuem Glück, an neuem Ort Zufrieden sind bie Mehrsten, Ost treibt ein zweiter Nagel fort Ten ersten. Wenn dir ein Acägdleia recht gefällt, Unb sie nimmt einen andern. Dann ift's am besten, aus der Welt Zu wandern. Weitere Pwben Schönaicher Lyrik finden unsere Leser in unseren heutigen Familienblättern. Fest wurzelte der Dichter in feiner ihm eigenen Erde und fetten sah ihn bfe garße Wett. Aher die Welt kam $u ihm. Viele Künstler unserer Tage haben in Haseldorf Einkehr gehalten! und unter dem gastlichen Dach des prlnzlichen Paares geweilt. Sie alle dachten wohl, einen stolzen und reichen Herrn zu finden, und sie fandeii einen bescheidenen Dichter uui> schlich reu Menschen. Die 9iach»oell wird den Tichre^Piinzen Euiil Schön- aich-Carolath nicht vergessen. * — D i e Akademie für Sozial- und Handels- Wissenschaften zu Frankfurt a. 9)1. roirb in den Pfingst- ierien unter Führung von Dozenten der Technik, Volkswirtjchaits- lehre unb Wirlfchaftsgeographle eine auf 10-12 Tage berechnete Exkursion zur Besichtigung von Hasenanlagen, Fabrik-, Bergwetts- und anderen Bettieben unternehmen, bei der insbesondere Genua, Marseille und Lyon besucht weiden jollen. — Internationale Ausste11ung für Volkskunst. Eine für 1909 in Berlin geplante Internationale Ausstellung iür Volkskunst erfreut sich bereits reger Teilnahme. In Deutschland iand sich besonders in Bayerii und Thüringeii Bereitioilligteil zur Förderung der Sache. Ente Anzahl Fürstinnen versprach für ihr i^and die Angelegenheit in die Hand zu nehmen und trat dem Ehrenkommitee bei, so die Königin von Rumänien, die Großherzogin von H e s s e n, die Regentin von Braunfchmeig, bir Fürstin von Schaumburg°Lippe. — Für die vom 20. bis 26. September in Köln stattsindende 8 0. Versammlung deutscher Naturforscher und A e r z t e sind Vorträge in Aussicht genommen von Prozessor Dr. Heim-Zürich (Teckenbau der Alpen), Major v. Parseoal-Berlm (Motorballons), Professor Tr. Stadler-Ptunchen (Albertus Magnus als Naturforscher), Geheimrat Proiessor Dr. Rubner-Berlin, Professor Dr. Hassert-Kolii (Kamertm), Professor Dr. Wiener-Leipzig (farbige Photographien) und Professor Dr. Losleiu-Liüuchen (Trypanosomen). — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Der VarietLkünftler u.Reklameheld Danny Gürtler hat bekanntlich sein Heine-Denkmal auch der Stadt F r a u k f u r t angeboten. Wie in Köln hat er aber auch dort einen ablehnenden Bescheid erhalten. Nun beabsichtigt Gürtler das Denkmal zunächst der Stadt Breslau aiuuöieten. — Das Neue Theater zu Berlin 'erzielte mit einer flotten Aufführung der oieraftigen Groteske Ramon der Abe n teurer von Ernst Prange unb Willy Rath (dem früheren FeuiU.-Red. des Frank'. Gen. Anz. einen vollen Heiterkeitseriolg. Tas Stück parodiert die Detektivirücke imb erzielt zugleich mit denselben Mitteln seine Wirkriug. Das ergibt mit nicht allzugroßen Unkosten an Geist zugleich Ulkstimmung und Spannung. In allen Gesährnissen, die meist verliebter Art sind, bewährt sich Ramon als gewiegter Schurke. Er bringt es bis zum Prasü)enten einer südamerikaiiischen Republik, und mit der Höllenmaschine, die ihn verderben soll, entwaffnet er seine Gegner. — Die preußische Akademie der Wissenschaften bewilligte dem Oberlehrer Dr. Ernst Gerland in Homburg vor der Hohe als erste Rate zur Bearbeitung und ^Herausgabe eines Corpus notitiaram episcopatuum ecclesiae orieutaLis graecaeque 1000 SDlt — Am 1. Mai wurde die große Berliner Kun st- ausstellung eröffnet. Ter Präsident der Ausstellimg O. H. Engel hielt eine Ansprache, worauf Unterstaatsiekretär Weoer die Ausstellmig mit einem Hoch auf den Kaiser für eröffnet erklärte. Gleichzeitig erfolgte auch in Dresden in Gegeiuvart des Königs von Lachsen die Eröffnung der dortigen großen Kunstausstellung. Hieran schloß sich ein Rundgang durch die Aiisstellung sowie diirch die Sonderausstellungen „Alt Japan unb ferne Kunst" unb _Dis Kultur unter den sachsifchen Kurfürsten". 91.201 Elektriz. Lahineyet 81.55 93.10 l'nnee-Henn-Eiseubahu . 118.50 153.70 1 leutsciie Bank 233.00 218.00 112.1U Elektriz. Schlickert . . Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk Harpenei Bergwerk Laurabütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . l'iirkenlose . . . . 200.70 . 210.20 . 23.60 . 95.60 . 150.00 91.10 81.55 90.70 91.50 98 55 Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . , Tendenz: fest. . 163.00 . 124.80 . 232.70 , 136.00 . 175.50 . 139.00 . 198.30 . 86.70 . 17j.0C . 23 55 . 158.00 60.70 62.20 94.90 86.80 95.10 149.80 49.10 85.00 65.30 95.30 3^°/< 3-L 3/5 °/( ■6% WA Wa do. Konsols do. Hessen . . Oberhessen ou/e Mexikaner 4>i°/0 Chinesen . . Aktien: Bochum Guss . . . Buderus E. W. . . lenden;: fest. Berliner Cunada E. B. . Darmstädter Bank . Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommandit . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- EisenLahn . . . . Gotthard bahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Uesterr. titaatsuahu . . Oskar Cohn im Plädoyer: ,„Jch ersuche den hohen Gerichtshof, bei Beurteilung der Sachlage in geeignete Erwägung zu ziehen, daß zwischen den Kriminalbeamten und den 5) e h l e r u in Berlin ein fast unaufhörlicher Krieg stattsindet. Bei diesen Worten lehnte sich der Beisitzenbe Landgerichtsrat Dr. Krßler zu seinem Nachbar hinüber und bemerkte halblaut: „Und mit den Berliner Rechtsanwälten!" Der Verteidiger erblickte darin eine strafbare Handlung und beantragte, die Aeußerung zu protokollieren." Der Vorsitzende ersuchte den Gerichtsschreiber, die Aeußerung zu Protokoll zu nehmen. Der Verteidiger beantragte, das Protokoll vorzulesen. Ter Gerichtshof beschloß, den Antrag abzulehnen. Rechtsanwalt Dr. Cohn legte darauf wegen Beleidigung des ganzen Berliner Rechtsanwaltsstandes die Verteidigung nieder. Beisitzender Landgerichtsrat Kaeprpfe: „Na, dann schön." Rechtsanwalt Cohn fand darin eine zweite Beleidigung und verließ sofort den Saal. Im Anwaltszimmer wurde sofort beschlossen, den Vorgang dum Vorstand der Berliner Anwaltskammer mitzuteilen, mit dem Ersuchen, einen Strafantrag wegen Beleidigung der Berliner Rechtsanwälte zu stellen. * M e t) r kann mein nicht verlange n. In den „Rodnchee Nachrichten findet sich iolgende Ehreneiklärung: „Tie beleidigenden Aeugerungen, iueld)e ich am zweiten Osterfeiertag, dem 20. d. M., im Gasthof „Hum Schwan" gegen Herrn Max Hohnbaum getan habe, erkläre ich hiermit öffentlich als eine infame Büberei meinerjeUs, wie man fich eine solche nicht gemeiner und niederträchtiger denken kann, und nehme dieselben hiermit reuevoll und mit dem Ausdruck Heilten Bedauerns zurück. Außerdem büße ich meine Beleidigungen burd) 39^)01119 von 200 Mark, welche ich binnen vier Wochen au tue städtische Krankenkasse zu Rodach entrichte. Christian Hoffmann, Maurer." * Professor Werner Sombart, der bekannte Volkswirtschaftler und geistreiche Kritiker des Kapitalismus, Verfasser eines vortrefflichen Handbuches der „Volkswirtschaft im 19. Jahrhundert", hat jüngst tm Gegensätze zu feinen früheren seltsam törichte Ausführungen über die „SteCtarne“ gemacht und unter anderem gejagt: „Was ist uns, die die ganze Sache nichts angeht, die Reklame? Nun ich denke, darauf kann die Antmort nur lauten: em Aergerms, und zwar ein großes. Die Reklame ist jene Erscheinung dec mobernen „Kultur", an der aber auch beim besten Willen nichts als Widerwärtiges gefunden werden kann. Sie ist als Gaiizes wie in ihren Teilen und in allen ihren Formen für jeden Menschen von Geschmack rundweg ekelhast. Schon daß sie überhaupt da ist, die Tatsache, daß man Reklame macht, wirkt abstoßend. Jede Anpreisung nun gar zum Zwecke des Gewinns ist em Greuel für jedes noch unverdorbene Gemüt." Dieselbe Zeitschrift, an deren Spitze der Name Prof. Sombarts prangt, wandte sich, wie der „Voss. Zig." geichrieben wird, an einen Berliner Großindustriellen um Jnieraie, erhielt aber folgende Antwort: „Wir empfingen Ihr geschätztes Schreiben vom 12. c. Da die Reklame jene. Erscheinung der modernen Kultur ist, an der auch beim besten Willen nichts als Widerivärtiges ge'unben werden kann, die alls Ganzes wie m ihren Teilen und ift allen ihren Formen für jeden Menschen rundweg ekelhaft ist, fo können mir uns nicht eiitfchließen, Ihrer Offerte' näher zu treten. Jede Au- öcige in Ihrem Blatte ziim Zwecke des Gewinns betrachten wir als ein Greuel für die unverdorbenen Gemüter Ihrer iZcfer." Die Antwort ist gut I Derjenige, der sie wegen |emer kindlichen Anschauungen über den Wert der Reklame hluunterfchlucken muß, ist bekanntlich Professor an der Berliner Handelshochschule! — Eure sehr hübsche Persiflage der Sombarlschen Reklame-Theorie oer- öffentlichle auch der „Ulk". w. Wetzlar, 29. April. Unsere im Jahre 1857 gegründete Kreissparka sse hat sich in den 50 Jahren ihres Bestehens aus kleinen Anfängen zu einem großen gemeinnützigen Institut entwickelt. Sparkasseneinlage, wie Aktivkapitalicn hatten Ende 1907 die Summe von 11 Millionen Mark überschritten. Der Neservefond stieg auf 984 769 Mk. Die in sämtlichen Landbürgermeistereien deS Kreises eingerichteten Nebenstellen der Kreissparkasse (mit Hörnsheim 8) haben sich eines lebhaften Zuspruches zu erfreuen. Die bei der Kreissparkasse eingerichtete Pfennigsparkasse ist trotz ihres verfolgten gemeinnützigen Charakters auch im verflossenen Jahr wieder wenig in Anspruch genommen worden. " Nati onallibera le Versammlung. Man schreibt uns: Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, findet am Dienstag abend im Hotel „Einhorn" eine vom jungliberalen Verein veranstaltete öffentliche Versammlung statt, in der Herr O. Riedel über „Blockpolitik und Liberalismus“ sprechen wirb. Der junge Redner hat sich seit der letzten Reichstagswahl als einer der eifrigsten Bekämpfet: des Antisemitismus im hiesigen Wahlkreise bereits einen Namen gemacht und ist auf dem Lande wegen seiner ruhigen, klaren und anregenden Sprechweise gern gesehen. Das von ihm gewählte Thema dürfte nach den Parteitagen von Kassel, Frankfurt und Mägde- bürg geeignet sein, die weitesten Kreise zu interessieren, um« iomehr, als unbeschränkte Redefreiheit zugesichert wird. •• Opern-Vorstellung. Nächsten Freitag, 8. Mai, gastiert die Darmstädter Hofoper im Stadttheater im „Waffenschmied“. ** Das Kolosseum feiert heute einen JubiläumStag. Ein Jahr ist darüber hingegangen, feit dieser Tempel der zehnten Muse feine Pforten geöffnet hat. Begegnete das Unternehmen damals einem gewissen Mißtrauen, heute wird allgemein anerkannt, daß die KoloffeumSleitung die berechtigten Erwartungen erfüllt hat, die an die Spezialitäten- bühne einer Mittelstadt geknüpft werden können. Eine ganze Reihe von Programmen muß als hervorragend bezeichnet werden und stand den Leistungen, die sonst nur in den großen Städten zu sehen sind, keineswegs nach. Kein Wunder, daß das Publikum den Darbietungen seine volle Aufmerksamkeü schenkt. Zahlreiche, bis auf- den letzten Platz ausverkaufte Vorstellungen geben Zeugnis davon. Mehrere Gastspiele berühmter Brettlsterne bedeuteten für Gießen geradezu ein Er- dignis; so die Saharet, Otto Reutter, Danny Gürtler und andere. DaS Künstlerpersonal wird von einer eigenen gut geschulten und mit Geschick geleiteten Kapelle wirkungsvoll unterstützt. Ein Kinematograph, ferner die Vorführung von Lichtbildern und mancherlei Verbesserungen im Saal und auf der Bühne bieten auch während der Pausen Abwechselung und gestalten den Aufenthalt angenehm und unterhaltend. Vielleicht bringt der zweite Koloffeumsjahrgang auch eine neuzeitliche Heizungs- und Entlüftungsanlage l Tas ist freilich ein Wechsel auf die Zukunft. Gut wäre es aber doch, wenn er eingelöst würde — auch für das Unternehmen selbst. Dahingegen hat sich das zweite Jahr schon jetzt mit einem tadellosen neuen Programm vorteilhaft eingeführt. Es ist mit Geschmack zusammengestellt und weist auch einige Schlager auf. Emgeleitet wird es durch Mstr. Charles mit einem Balauzierakt. Dieser offenbar fischblütige Künstler zeigt ganz verblüffende Tricks, die manchmal ordentlich gefährlich aussehen. ES folgen die dr e i H o n n e y-G ir ls, ein Damen- Tanz- und Gesangsterzett. Sie erscheinen noch einmal mit verschiedenen Tanzauffuhrungen, die ihnen den Beifall der Zuschauer eintragen. Der Star des Programms ist wohl Carlo Almado, ein Fußkünstler von erstaunlicher Gewandtheit. Sein Spiel mit vier großen Puppen ist originell und kaum zu übertreffen. Ein etwa drei Nieter langer Tisch dient ihm buchstäblich als Spielball seiner Füße, während er eine Balanzierschaukel, von zwei ausgewachsenen Männern besetzt, in Kreisbewegungen von beängstigender Geschwindigkeit auf feinen Füßen tanzen läßt. Zu angenehmer Abwechselung kommt bann ein gar fescher Tyroler Bua, Fr äule in N elly de Meglio, der tüchtig jodeln und singen kann. Eine ganz reizende Dresiurnunnner bildet den Schluß des ersten Programmabteilung. Marguerita Gilton mit ihren Tauben, die als Akrobaten, Turner, Seiltänzer und im Kutschierwagen auftreten, erntet reichen wohlverdienten Beifall. Den zweiten Teil eröffnen Ritter und Carras mit ihrem urbrolligen, exzentrischen Militärakt, einer guten turnerischen Leistung nm Doppelreck. Dann setzt der Gesang wieder ein mit Gusti Perla, einer Wiener Soubrette. Der Homorist Hermann Kunz hat die Lacher entschieden auf seiner Seite. Nlit den teilweise noch nicht gesehenen Jongleurleistungen Tilli Kaisers schließen die Darbietungen. Sie sind so reichhaltig und vielgestaltig, daß sie wohl für jeden Geschmack etwas bieten werden. Die Koloffeumsdirektion wird ihr zweites Geschäftsjahr jedenfalls mit ailsverkauften Vorstellungen beginnen können. B. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteüt von der Bank (Ur Handel und Industrie, Giessen. Gerichts "Griesheim, 1, Mai. Im Novbr. vorigen Jahres erkrankte öa§ 6 j a l) r i g e Töchterchen des Taglöhners Ehelius. Das schwächliche Kind war aus der Schule nach Hause gekommen klagte über Kopfweh und gab auf Befragen ber Ellern an, von iemem Mehrer einen Schlag gegen den Kops erhallen zu haben. Nach einem kurzen Krankenlager von 2 Wochen verstarb das Kind Gegen den Lehrer Malt aus Griesheim ivurde nun von dein Baier des Kindes Anklage wegen Körperverletzung erhoben. In der bei der Strafkammer zu Darmstadt Ende voriger Woche stattgefundenen Verhandlung wurde der Angeklagte freige- spräche n, weil die Anklage jeder tatsächlichen Beweisunterlage entbehrte. Lehrer Niall stellie entschieden in Abrede, das Kind ge- züchligt zu haben, da er gar keine Veranlassung dazu gehabt. Zu. dem er b die Sektion als Todesursache Lungen- und Gehirn- tubein. , sowie Fehlen jeder Spur einer1 äußeren Verletzung. Selbst oon den Angehörigen, der Krankenschwester und dem behandelnden Arzte sind diesbezügliche Wahrnehmungeii nicht gemacht worden. Von den als Zeugen vernommenen Schulgenossinnen Halle niemand etrvas von einer Züchtigung wahrgenommen bis aus 2 Kinder, die darüber ganz unbestimmt lautende Aussagen machten. Nach dem ganzen Ergebnis der Verhandlung konnte fest- geuetli werden, daß die Beschuldigung sich nur auf eine Aeußerung des im Fieberwahn redenden Kindes gründete. B e r nb u r g , 30. April. Ter ' Leutnant und Bataillonsadjutant Bullrich vom Bernburger Bataillon war seinerzeit vom Kriegsgericht in Halle wegen tätlicher Beleidigung eines wachhabenden Unteroffiziers, der vom Gericht als Vorgesetzter angesehen wurde, zu einem Jahre Festungshaft und lenltentlailung verurteilt worden. Tas Oberkriegsgericht hat letzt den Leutnant nach Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils f r e v gesprochen. M agdeburg, 30. April. Der Musketier Reidt vom 6. Jnsanterleregiment, der als Adventist an allen Sonnabenden andauernd den Gehorsam verweigert, wurde voiti hiesigen Kriegsgericht zu 3 Pt o ii a t e n Gefängnis verurteilt. Ties ist bereits die dritte Bestrafung des Adveiitislen. Summe 13 (8) 11 (7j — 2(1) A n m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel ber Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. 5ordd. Lloyd .... 95.5s Obeischles. Eisen-Industrie 9.'.70 4>o Uesterr. Goldrente. . 4llt% Uesterr. Silberrente 4>v Ungar. Goldrente . . 4-z Italien. Rente . . . 3/o Portugiesen Serie I 3% Portugiesen „ III 4 XA °/, russ.Staatsanl. 19Uo 4^uy0 japan. Staatsanleihe 4 >6 Conv. Türken von 1003 Türkenlose...... 4/o Griech. Monopol-Aul. . i % äussere Argentinier . Börse, 2. Mai. Antangskurse. Frankfurter Börse, 2. Mai, 1.15 Uhr. Reichsanleihe ** Kunstoerein. Die erst seit 3 Wochen ausgestellte Kollektion von A. Lüdecke-München und eine Anzahl andere Gemälde bleiben nur noch morgen Sonntag ausgestellt, von Montag an wird wieder ein größerer Wechsel der Gemälde vorgenommen. Am Montag, Dienstag und Mittwoch bleibt die Ausstellung geschlossen. ** Stenographie. Der Gabelsbergersche Stenographen- Berein Gießen eröffnet am Dienstag, 5. Mai, einen Anfänger- kursus für Dainen und am 4. Mai einen gleichen für Herren, worauf aufmerksam gemacht toirb. fi.-B. Darmstadt, 1. Mai. Bei den Erdarbeiten auf dem Gelände des neuen Bahnhofs wurde der Stoßzahn eines Mammuts zutage gefördert. Der interessante Fund wurde sofort der Verwaltung des Landesmuseums gemeldet. Offenbach, 1. Mai. Der auf dem Stadthause bis auf Weiteres zur Einsicht ausliegende Voranschlag für da? Jahr 1908 weist eine Erhöhung der Kommun al st euer um 30,6 Prozent auf. Erhoben werden für das laufende Etatsjahr 153,7 Prozent gegen 123,1 Prozent in den Vorjahren. Die eifrig fortgesetzten Bücherrevisionen haben ergeben, daß sich die G e s a m t s u m m e der von dem früheren Stadtlassenrechner Grebe unterschlagenen städtischen Gelder aus über 80 000 Mark beläuft. In dem Verhalten der beiden Verhafteten hat sich bis jetzt noch nichts geändert; der junge Grebe hält seine Behauptung, an den Unterschlagungen unbeteiligt zu sein, in vollem Umfange aufrecht und gab auch bei seiner gestrigen Vernehniung durch den Untersuchungsrichter an, die fehlenden Gelder seien ihm gestohlen worden. Dec frühere Stadtkassenrechner Grebe gestand dagegen ein, eä sei wohl möglich, daß er Gelder im Betrage von 80 000 Mark unterschlagen habe; auch würde er alle Veruntreuttngen, die ihm nachgewiesen werden können, nicht bestreiten. Die Untersuchung ist jetzt so iveit gediehen, daß nur noch die ausführlichen Gutachten dec Bücherrevisoren ausstehen. — Nach .einet Mitteilung des „Offenbacher Abendblattes- wurde eine Kommtssioii des städtischen Arbeiteransschusses bei der Bürgermeisterei wegen der Feier am 1. Mai vorstellig. Die Kommission echieU den Bescheid, daß einer Arbeitsruhe in den Betrieben, in uci.en 3-- angängig sei, nichts im Wege stände. Eine Mitgliedei.vci,anunlung beschloß darauf, heute nachinütag die Arbeit ruhen zu lassen. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 1. Mai. Ein dummer Jungenstreich. Im vorigen Dttmot ivac oer 1 3 j a l> r i g e Schüler K. S. hier bei einem Gärtner aushilfsweise als Laufbursche tätig. Er bekam den Auftrag, der Mutter seines Dietistherrn einen Korb Kartoffeln und 5 Mark zu bringen. Die Kartoffeln lieferte er ab, das Geld behielt er aber für sich und verwendete es zu Naschereien. Einige Tage später hatte er einen Blumenkranz abzuliefern: es wurde ihm eine auf 3 Mark lautende Quittung mitgehen, die er auf 3,50 Mark abanberte und die 50 Pfg. für sich behielt, dkach den Angaben seines Lehrers besitzt er die zur Erkenntnis der Strafbarkeit seines Tuns enorderlick)e Einsicht. Er wurde wegen llrkundenfälschung im einheitlichen Zusammentreffen mit Betrug und llnterMagung zu 8 Tagen Gefängnis verurteilt Eine Maffenverurteilung. Tie mit der SttoiuroHc Der Wehrpli.icyngen beauftragten Behörden haben noch und nach angezeigt, daß 25 junge Leute aus Der Provinz Ober Hessen fich Der Wehrpflicht entzogen haben. Es erging deshalb gegen sie Antlage unter der Anschuldigung, daß sie in der Absicht, sich dem Eintritt in das stehenOe Heer bezw. der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubnis das Deutsche Reich verkästen haben, bezw. nach erreichtem militärischen Alter sich außerhalb des BunOesgebiets aushatten. Nachdem die Ladung durch Veröffentlichung ui den Zeitungen und durch Anschlag an die Gerichtstaiel erfolgt war, wurden sämtliche zu Geldstrafen von je 300 Mart verurteilt und das im Inland? befinblidje Vermögen derselben, soweit es zur Deckung twn Sttafen und Kvstcn erforderlich ist, mit Beschlag belegt. Der Heuwageu. Im Letzten Svmnter fuhr der L a »t 0 10 i r t H. L. G. von Ulfa auf einer sehr sckMalen Straße mit einem Heuwagen, auf dem seine Fran saß. Er sah einen andern Laitdwirt, wie dieser mit einem ebenfalls mit Heu beladenen Wagen in die ©trage ein- biegen wollte und rief ihm zu, er möge aithatten, bis er vorbei fei. Als Dreier der Aufforderung nicht nachlam und G. für das Leben feiner Frau fürchtete, sprang er vor ihn und suchte ihn znrück- zuhallen, wobei er ihm einen Peitschen,chlag gegeben Haven soll. Tas Schöffengericht maß dem Gegner des Angeklagten die Schuld zu und erfannte auf Freisprechung, Da, wenn er tatsächlich auch geschlagen haben sollte, eine in Bestürzung erfolgte lieber,djrcilung Der Notwehr vorltegt, für die der Angeklagte iticht zu bestrafen sei. Der Verletzte als Nebenkläger focht Das Urteil an. Auf Grund erneuter Beweisaufnahme hielt Das Berufungsgericht für festgestellt, daß der Angeklagte tastächsich geschlagen hat; es erachtete aber Die Voraus,etzungen der Notwehr nicht für gegeben, Da der Verletzte ausgennchcn ist und der Angeklagte ochie Schaden zu nehmen, hatte Vorverfahren können und auch gefahren ist, so Daß anzunehmen ist, er have sich lediglich von ,einem Zorn Hinreisen lassen. Nach einer Polizeivervrdnung hätte er selbst an einer geeigneten Stelle beiseite fahren unD hatten müssen. Unter Diesen Umftänben mußte auf Strafe erianiU werden, die mit 5 Mark bemessen wurde. KräulerweiN'Handel. Dem Inhaber der Firma E. K'. in Hannover und bereit Rei- lenbcn H. H. gingen Strafbefehle über je 20 Mark zu, weil der Reisende Geheiutmittel hausierens verkauft l)at, die von Der Firma effettuiert wurden. Auf Grund ihres Ein,pruchs fand Verhandlung vor dem Schöffengericht statt. Da bestritten wurde, daß es sich um ein Gel-eimmittel handelt, hatte das KtLisgefunbheus- amt das Mittel zu begutachten. Es handelt sich um einen sogenann- ten Kräuterwein, der zur Beseitigung von Nkagenleiden und deren Begletter,cheinungen, schlaflosigteu, Rheumatismus, Skrofeln, MandelentHÜndung und alle möglichen Leiden empfohlen wird. Der Sachverständige erklärte, das Mittel bestehe aus Wasser, Zucker und Alkoholzusatz unter Beimengung von Bitterstoffen und ist nicht imstande, Die angegebenen Ucbel zu heilen, überdies sei der Preis im Verhältnis zu den Herstellungskosten viel zu hoch. Der Rei,eirde hatte m dem Orte 'Rödgen allein an einem Tchge 100 Flaschen abgesetzt. Festgestelltermaßen hat sich ein Magen- leidenDer nach Verabreichung des Mittels schlechter geftchll als zuvor und ist es geeignet, das körperliche Befinden der Kttider erheblich zu gefährden. 'Rach dem Ergebnis der Verhandlung ist der Kräuterwein als Geheimmittel aufzufaffen und da er im ttmhcrziehen verkauft wurde, ist der Reffende in ziveifacher Beziehung strafbar. Das Schöffengericht beließ es deshalb bei der straft uiid die Angeklagten wchten das Urteil an. Der Staals- anmalt hielt angesichts des Umstandes, daß die Firma einen großen Verdienst erzielt, deren Sttafe nickst für ^hoch genug und beantragte 150 Aeart Geldstrafe. Da Die Sachlage eingehende Prüfung erfordert, wurde die UrteilerntiinDung auf 8 Tage ausgesetzt. VeLttMi!-- ta.mmer des Landgerichts Bertip, 1 DeinerRechtsanwalt Ar. . 123.50 . 111.50 . 213.00 . 195.00 Hamburg - Amerik. PaketL 110.60 Harpener Bergwerk. . . 201.20 Laurahdtte...... 209.50 — D i e U n i d e r fj t ä t Zürich feierte am Mittwoch ihren 7 5. Geburtstag. Sie ist am 29. April 1833 eröffnet worden. Die Anregung zur Gründung einer Universität ging von Der Tag- fatzung zu Luzern 1832 aus, auf der Der WaaDtlänDer MonnarD Die GrünDung einer eidgenössischen Universität empfahl. Die Universität zählte bei ihrer Eröffnung 8 orDentllche unD 16 außerordentliche Proiessoren und 161 Studierende. Heule wirken an ihr 77 Professoren und Die Zahl der Studierenden beträgt 1489. Ter erste Rektor war der betaimte Naturphilojoph Lorenz Oken. Bei der Feier, Die mit einem akaDennjchen Akt anhob und mit einem Kommers schloß, hielt Der Rektor Proiessor Klemer eine Rede über die Ergebnisse Der physikalischen Forschungen Der letzten zehn Jahre. Mit Genugtuung ward auch Der Volksabstimmung vom vergangenen Sonntag gedacht, in der das Zürichensche Volk Die 'Mutet für Den Bau eines neuen Unioerjitcitsgebäu des beioilligte. Und ireudige Ueberraschung bereitete die Mitteilung, daß Abegg-Arter, Der Verwaltungspräsident der Schweizerischen Kreditanstalt, für Die Universität eine Stiftung von 250 OOu Franken errichte, Deren Zinsen zum Teile Dem Pensionsfonds der Dozenten zugute kommen soll.__________ Mcherttl. Uedersicht derCodesMe Lö.Staöt Sieben. 16. Woche. Vom 12. bis 18. April 19u8. Einwohnerzahl: angenommen zu 30 400 sinkt. 1600 Mann Alilitär.) Sterblichkeitsziffer: 22,23°/,,, nach Abzug von 8 Ortsfremden: 8,88 u/qo. Kinder ES starbe>i an: Zusammen: Erwachsene 1. : tm Lebensjahr vom 2.—15. Jahr Diphtherie 1 (1) _ — 1(1) Tuberkulose 1 (1) 1 (1) — Blutvergiftung 2(2) 2(2) _ Lungenentzüridung 1 1 — Herzentzündung KD 1 (1) — — Embolie 1 (1) 1 (1) —— _ Mandelabszeß 1(1) 1 (1) — — Krebs 1 1 — — Altersschwäche 2 2 — Ertrinken 1 _ _ 1 im Wochenbett Kl) 1(1) — Neubau der Zrreuausialt bei Gietzeu. Unter Hinweis auf denMinistcrialerlaß vom 16. Juni 1893 werden die nachstehendenRohbauarbciten für folgendeGebäude LoS 1 Direktorwohnung , 2 Oberarztwohnung „ 3 Kapelle getrennt nach Handwertstiteln zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. I. Erd- und Mauerarbeit. Los 1: 280 cbm ErdauShub, 207 cbm Bruchsteinmauerwerk, 100 qm Sockelverblendung, 190 cbm Backstein-- mauerwerk, 145 qm Försterdecken, 305 qm Balkenstickung. — Los 2: 170 cbm Erdaushub, 170 cbm Bruchsteinmauerwerk, 90 qm Sockelverblendung, 171 cbm Backsteinmauerwerk, 120 qm Försterdecken, 240 qm Balkenstickung. — Los 3: 220 cbm Erdaushub, 262 cbm Bruchsteinmauerwerk, 95 qm Sockelverblendung, 390 cbm Backsteinmauerwerk, 242 qm Färsterdecken, 162 qm Balkenstickung. II. Steinhauerarbeit iu Bafaltlava. Los 1: 0,5 cbm Unterlagsteine, 11,0 cbm glatte und Profile Hausteine, 2,7 cbm Treppenstufen. — Los 2: 0,5 cbm Unterlagsteine, 6,6 cbm glatte u. Profile Hausteine, 2,5 cbm Treppenstufen. — Los 3: 0,6 cbm Unterlagsteine, 4,2 cbm glatte u. Profile Hausteine, 4,1 cbm Treppenstufen. II a. Steinhauerarbeit iu rötlichem Sandstein. Los 3: 21,2 cbm IV. Zimmerarbeit. Los 1: 44 cbm Tannenholz zu liefern, 2500 lfd. m Hölzer zu verzimmern, 53 qm glatte Gesimse, 305 qm Deckenschalung, 140 qm rauhen Fußboden, 41 Stufen Treppen. — Los 2: 50 cbm Tannenholz zu liefern, 2250 lfd. m Hölzer zu verzimmern, 52 qm glatte Gesimse, 250 qm Deckenschalung, 120 qm rauhen Fußboden, 38 Stufen Treppen. — Los 3: 58 cbm Tannenholz zu liefern, 3000 lfd. m Hölzer zu verzimmern, 90 qm glatte Gesimse, 205 qm Dcckenschalung, 65 qm rauhen Fußboden, 38 Stufen Treppen. V. Trägerlieferung. Los 1: 4000 kg. — Los 2: 3750 kg. — Los 3: 8000 kg. VI. Grobfchlosserarbeit. Los 1: 300 kg Anker, Klammern 2C., 150 kg Schrauben, 400 kg Rundeisen. — Los 2: 300 kg Anker, Klammern rc., 200 kg Schrauben, 300 kg Rundesten. — Los 3: 600 kg Anker, Klammern 2c„ 250 kg Schrauben, 300 kg Rundesten. VIß. Dachdeckerarbeit. Los 1: 425 qm Schieferdach m. Schalung. — Los 2: 355 qm Schieferdach ui. Schalung. — Los 3: 540 qm Schieferdach m. Schalung. VIII. Speuglerarbeit. Los 1: 70 lfd. m Hängekandel, 24 lfd. m Abfallrohre. - - Los 2: 58 lfd. m Hängekandel, 18 lfd. m Abfallrohre. — Los 3: 120 lfd. m Hängekandel, 42 lfd. m Abfallrohre. IX. Biitzableiteranlage. Los 1: 150 lfd. m Leitungen aus Kupferdcaht. — Los 2: 100 lfd. m Leitungen aus Kupferdraht. — Los 3: 95 lfd. ra Leitungen aus Kupferdraht. Es kann auf ein oder mehrere Lose angcboten werocn. — Zeichnungen und Verdingungsunterlagen können auf unserem Baubureau (Licher Str.) eingesehen, letztere (ohne Zeichnungen) dort her (solange der Vorrat reicht) gegen Erstattung der Selbstkosten bezogen werden. Die Angebote sind nach Losen und Titeln getrennt, in besonderen Umschlägen, verschlossen und mit genau entsp^cchender Aufschrift (Vü9 und Titel) versehen, porto- und bcsteügeldfrei spätestens bis zum Samstag den 23. Mai 1908, vorm. 11 Uhr bei uns einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Bewerber statlfindet. Zuschlagsfrist: 4 Wochen. Gießen, am 30. April 1908. Großheczoglichcs Hochbauamt Gießen. Neubureau Irrenanstalt. I. SB.: Schön. [B=/s Achteilig I Triumph-Fahrräder, Ersatz- und Zubehörteile in nrofeer Auswahl zu konkurrenzlos billigen Preisen, sowie gebrauchte Fahrräder von Mark au 12833] Ludwig AH, Hausen bei Giessen. Verlag wn 6mil Die WMsWiche Naturkunde Ein Leitfaden für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen sowie zum Selbstunterricht. Verfaßt von Professor Dr. Paul Gisevfiis, DirektordcS landwirtschaftlichen Instituts der Universität Gießen Preis gehestet Mk. 2.40, gebunden Mk. 3.—. Die ländliche Fortbildungsschule,.1JW, SJo. Der Verfasser leitet die Kurse öur Ausbildung von ländlichen Fortb.-Schullehrern an der Umveriitat gewicht liegt dabei naturgemäß darauf, die ^atur^m°e tti öet evrrb.-Schule der Landwirrfthaft dienstbar öu machen, ^L>er in dem Kursus behandelte tston wurde m dem vorliegenden Leitfaden zusammengefavt, um tue tn Gießen ^esawuw t n L sahrungen auch weiteren Kreisen zugangl^ zu machen.... Der de.n Forib.-Schullehrer dargebotene Sion gehr naN^ge- niätz über den Stoffumsang hlnaus, den die einzelne Schule ihren Schülern darbietet. Ausgabe der einzelnen Fortb^Säiule bleibt es, den lokalen Verhältnissen nach die Stofiauswahl tm einzelnen zu treffen." Inhalt: Der Boden ^Beitandlelle, Ult sieimng, Eigenschaften, Arten, Schichten und 6^5^0- der Dünger (Haupt- u. Beidunger), Landwirtichaftl.Pslanzemunoe (Besiandteile der Pflanze, yalinfruchte, Schmet^llngSblutler, andere Futterpflanzen, Wurzelsruchie, Oel-, LLiesenpslanzen, schädliche Pflanzen), Landwirtschastliche ^er künde, lBaii, Ernährung, Gesundheitspflege, Tierzucht, Ictlchver Wendung, schädliche Tiere). Das Buch wird empfohlen. KiMaiifapli Gießen Seltersweg 75 Von heute ab: Neues grossartiges Programm. Geöffnet von 2 Uhr mittags bis 10 Uhr abends. L Platz 70 Psg., II. Platz 50 Pfg., III. Platz 30 Pfg. ,451 Ei,*,. Kinder und Militär aus allen Plätzen die Halste. Versteigerung. Montag, den l.ds.Mts.namm. 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Deutschen Turnfeste zu Frankfurt a. M. vom 18. öis 23. Juli sich in die Listen, welche bis spätestens 15. Juni abgesandt werden müssen, einzuzeichnen. Bei rechtzeitiger Anmeldung besondere Vergünstigungen. Die Listen liegen auf bei Turnwart Karl Heuser, Kreuzplatz 5, sowie in der Turnhalle. v2ib__Der Vorstand. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermü zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 1. Mai 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. M e c u m. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Hausen, Kreis Gietzen. Von 72 beteiligten Grundeigentümern, welche zusammen 131,8930 ha Fläche besitzen, ist unterschriftlich die Einleitung des Feldbereinigungsversahrens für die Gemarkung Hausen beantragt worden. B3;6 Da an dem Unternehmen im ganzen 209 Grundeigentümer mit 217,8227 ha Fläche beteiligt sind, liegt die für das Zustande- fqmmeit des Unternehmens gesetzlich erforderliche Mehrheit von mehr wie ein Fünfteil der beteiligten Grundcigenlüiner, welche mehr als die Halste der beteiligten Fläche besitzen, vor. Der Antrag mit den Zustinnnungserklärungen nebst Ergebnis und Zusammenstellung liegt vom 6. bis einschließlich 13. Mai 1908 auf der Großherzoglichen Bürgermeisterei Hausen zur Einsicht offen. Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit des Ergebnisses sind nach Art. 11 deS Feldbereinigungsgesetzes bei Meldung späterer Nichtberücksichtigung binnen 14 Tagen, von der Veröffentlichung im Kreisblatt au gerechnet, mittelst schriftlicher Beschwerde bei Grobherzoglichem Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe in Darmstadt geltend zu machen. Friedberg, den 27. April 1908. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär gez. Schnitlspahn, Kreisamtmann. .