Nr. 79 Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 2. April 1908 BESSE /;WW AW* • m"MÄer. viermal wöchentlich AJOfc» AA MÄ jSk zA A, ,zA jährlich Mk. 3L0; ourch StetzenrrZamillenbüMer; M gA JB IwWyfA |Y fW^Ry MW JW Wf Slbljole- u. Zweigstellen tziveimalwüchenllrireis- W WAHM B fl V BLk M W B M @ MW B B fl W B M B monatlich 65 Pf.: durch vlalt för -enKrettGirtzen M W W WM W W W W W W M W W diePostM.2.-viertel- sggWlvnVIlVl 44lllvlUOgas fut die Redaktion 112, IMF WM Verantwortlich E E-neral-Anzeig-r für Kbechche» WS Lr»mWio Uh" rrot^oii-druS un» Verlag dervriihl'schen «Nlv.-Vuch. und Slelndrnüerel. R. Lauge. Utdattlvn, Wedltian UN» Druckerei- Schulstraß; 7. Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten. «sssss—H7ZM r !■■■■■■ ■■■ r~.. » ■■.■■■ —rTüiirrrr KotttLsche SagesJdjmu eine Auszeistnung des Staatssekretärs v. Tirpitz. Ter Kaiser hat auS Otranto folgendes Telegrainm an den Staatssekretär v. Tirpitz-Berlin gerichtet: ^Jhre Lieldung über die Annahme des Marineetats hat mich hoch erfreut. Ist doch hiermit ein sehr wichtiger Abschnitt im Aufbau der Marine erreicht worden. Das Bewußtsein des errungenen Erfolges im Dienste des Vaterlandes wird Ihnen und Ihren Mitarbeitern der beste Lohn für alles Mühen und Sorgen fein. CS ist mir aber ein persönliches Bedürfnis, meiner dankbaren Anerkennung Ihrer Verdienste sichtbaren Ausdruck zu geben. Ich habe deshalb beschlossen, Sie auS besonderem Vertrauen in das preußische Herrenhaus zu berufen. Indem ich Ihnen dies mitteile, ersuche ich Sie, mir Vorschläge zu Auszeichnungen für Ihre Mitarbeiter einzu- reichen. gez. Wilhelm I. R/ LaudLagr-LLimmiiligrbSkd. Berlin, 1. April. Je gründlicher das Herrenhaus den Etat kritisiert, um so rascher arbeitete das Abgeordnetenhaus an der Sekundärbahnvorlage. In kaum zloei Stunden war die Vorlage endgültig verabschiedet, aber nicht in der Gestalt, in der die Regierung sie Dem Haufe unterbreitet hatte, mn Antrag des Konservativen v. Arnim, von den zur Beschaffung von Betriebsmitteln geforderten 220 Millionen bl) Mill, zu streichen, sand in der zweiten Lesung die Mehrheit, und in der dritten wurde ein Antrag, Diesen Beschluß zu annullieren, mit einer knappen Mehrheit abgelehnt. Statt der 502 Mill, werden also voraussichtlich nur 452 Mill, für Eisenbahnzwecke aus Anleihe beschafft iverden. Es bleibe dahingestellt, ob die Begründung dieses Abstrichs mit der allgemeinen Finanzlage, die jetzt eine möglichst geringe Inanspruchnahme des Marktes zur Pflicht mache, wirklich triftig ist: die Gegner des Antrags Arnim iverden wohl recht behalten, wenn sie annehmen, daß die jetzt gestrichenen 50 Mill., die ohnehin erst 1909 den Anleihemarkt beschwert hätten, in diesem Jahre im Extraordi- narium des Etats wieder erscheinen werden. Es ist am Ende gleichgültig, ob jncm diese 50 Mill, im Jahre 1909 aus Anleihemitteln beschatt, oder ob man sie ins Etztra- ordinarium einstellt. Aus etatstechnischen Gründen "war her erste Modus zweifellos vorzuziehen, und angesichts her Tatsache, daß die Eifenbahnverwallung sich bei der Bemessung iyrer Forderungen eine sehr vorsichtige Reserve lluferlegc hat, war der Abstrich wirklich mcht am Platze. Natürlich brachte nicht nur die zweite, sondern auch Die dritte Lesung der Äerundärbahnvorlage wieder eine Reihe frommer Wünsche, die vor der .Hand doch nur schützbares Material für die Regierung bedeuten können. Herr von Locher schien mit einer ausführlicheren Eisenbahndebatte gerechnet zu haben, und so i,atie er denn außer der Seknn- bärbahnvorlage nichts weiter aus die Tagesordnung gesetzt, vo wird man erst am Doilnerstag in ore zweifellos recht ausgiebige Debatte über das Polizeikostengesetz hineinsteigen. Ru«, man hat jetzt ja Zeit, da das Herrenhaus noch immer m dem harten Etatsknochen he rum knabbert. Eine Schuldebatte, die nicht sowohl großen Stil als bedeutende Länge aufwies, beschäftigte am ersten Tage des neuen etatslosen Etatsjahres das Preußische Herrenhaus. Die Sache begann ziemlich harmlos: der Posener Oberbürgermeister Wilms verlangte stärkere Berüctsich- ügung der Provinzialmuseen, ein Wunsch, der bei Herrn Holle nur eine ziemlich .platonische Woylwollenserklarung mtage förderte, und Graf Häse ler trat aus militärischen örünben für eine Heraufsetzung des Beginns und Endes der oolksschulpflicht auf das 7. bezw. 5 Lebensjahr ein. Hier lcar Herr Holle entgegenkommender, freilich, verpflichten vollte er sich auch hier zu nichts. Run aber ging es los. Der Kieler Professor Reinke hielt eine große Rede pro domo; er verteidigte sich mehr weitschweifig als uber- Mgeud gegen den Vorwurf, daß er Äaats- und Polizei- lemait gegen die unbequemen M o n i st e n mobil zu machen »ersucht hebe. Aber er benutzte die Gelegenheit, wieder einmal von den „Jenenser Irrlehren" zu sprechen und die Woniften der Unwissenscbaftlichkeit, der Unwahrhaftigkeit >lnd Tenbenzmache zu zeiyen. Wenn er damit seine Forde- an den höheren Lehranstalten, aber auch an den ^yrerbildungsanstalten den biologischen Unterricht obliga- ^nich zu machen, begründete, so hieß das, eine an sich Ä . chge Forderung unverständig motivieren. Tie Ob- ptibiiät, deren sich Herr Reinke rühmte, kennzeichnet nichts ^uetl, als die Geschmacklosigkeit, den Monismus, dessen ifuyrer doch immerhin Männer von wissenschaftlichem Welt- Häckel sind, als eine „Kulttirgefahr" zu bezeichnen. 7-? ^einte uahm für sich in Anspruch, daß er einen „ob- >tnfen und tendenziösen" biologischen Unterricht fordere, --un, wenn Schüler des Herrn Reinke diesen Unterricht er» uien, wird er alles andere als objektiv und tendenzlos i ^i"en Fortschritt, eher einen Rückschritt bedeuten. &n r r Imogen wir die Bereitwilligkeit des Herrn •tL1.6, dieser Forderung zu entsprechen, nur mit einem li) sn?6"1 der Besorgnis zu quittieren. Er hat am eine Anweisung für Die Gestaltung des biolo- v u)en Unterrichts, der Demnächst auf Mmsch der Direk- r.-fen u^b der Lehrerkollegien ein geführt werden soll, er- !ien. teg wäre recht interessant, diese Anweisung kennen Ppi-fit lCt’ ^.ec Minister hofft, — und ein „Bravo" der begleitete diese Hoffnung — daß der biologische hirtüm vermöge dieser „maßgebenden" Anweisung so ü ■ c' man es von ihm erwarte". Das be- 'azrrfie^-f111 ?cr äZermuU.'.ig, daß es sich hier um ein Danaer- bealnft « ^ber '/jarten wir's ao! Die weitaus ge- * 4 W war öiq des. Breslauer Oberbürgermeisters Bender, der mit Gründen, die den Nagel auf den Kopf trafen, gegen die burea akratische S t a a t § a u f f i d) t Über die Volksschulen zu Felde zog und vom Minister mehr Respekt vor der Freiheit der Selbstverwaltung auf dem Gebiet der Schule verlangte. Mit vollem Neckt Dürfte Herrn Bender das Wort von ^ber „Hypertrophie der AufsichtsfÜhrung des Staates" über die Schulen prägen; die Beispiele, die er dafür anführte, erwiesen aufs schlagenste die Berechtigung seiner Vorwürfe. Herrn Holles Verteidigung ging über eine lahme, alles Wesentliche außer acht lassende Wortklauberei nicht hinaus. Die beste Kritik seiner Stellungnahme war, daß ihm Graf Mirbach ostentativ den Beifall der Rechten zu Füßen legte. Graf Häseler, der stets militärische Interessen im Auge hat, dabei aber nicht über die Schnur zu hauen pflegt, wies auf die auch von anderen Leuten anerkannte Notwendigkeit einer Verbesserung des ländlichen Turnunterrichts hin; eine Reihe mehr oder weniger interessanter Wünsche schlossen sich an. Dann kam noch eine große Debatte über die Vereinfachung des Geschäftsganges der P r v- vinzialbehörben, die ein Antrag des Fürsten Hatzfeld, selbst eines Verwaltungsveancten, forderte. " Der sehr verstänbigeil Begründung des Antrags durch den ehe- rnackgen schlesischen Lberpräsckenten wußte Herr v. Mollke nicht viel mehr als die in Preußen neuerbing» immer beliebter werdende Parole des Krähwinkler Lanosturmö gegen- überzustecken: „Immer langsam voran!" Der Antrag fand fand schließlich in einer etwas allgemeineren Fassung Annahme. Das ist fein großer Erfolg, aber es ist immerhin, wenn man bedenkt, daß ihn das Herrenhaus zum Beschluß erhob, ein Erfolg. Schließlich müssen ja oie Notwendigkeiten modernen Staatsiebens auch über das Ersetz der Trägheit preußischen SÄrreaukratengeiftes den Sieg da- vontragen. So endete der Schlußlag Der EtatSberatuna im Herrenhause, und die elatslose, Die schreckliche Zeit hört der Vergangenheit an. Emden, 1. Aprii. A-tchstagSni^wahi. Fegier (freisinnige Verein gnng) erhielt 12 687 Stimmen und Gtocneveld (öeutlchsozial) 9015 Stimmen. Fcgtcr ist somit gewählt. — Die W a h l p r ü i u n g s k o »i ,u i s i io l, des Reichstages erklärte heule die Wahleii der Abgg. Schrvartz (Sozial- bemofiat, Lüveck) und Tr. Gorck OKitioiinUibeial, Lirhilmrschen- Stelnburg) iür gallig. — Die v erst arkle Just izko>,lmiisioll de» Ab- g e o r d ii e t e u h a u s e s stellte heule iu zweiter Ilestuig des Gesetzentwurfes betr. die H a s l p f l i ch l bea Staates und der ftom in u iiflluerbanbe für ihre Beamten im wesentlichen die Regierunge Vorlage iviebcv her. TaS ganze Gesetz wuvöe angenommen. Der Jnst-.zlnlnisler und die Vertreter des Finarlz- und des Kultusministeriums erklärten, im nachstjätzrigell Elal werde em Fonds erscheinen, aus dem kleinere und iveniger leistungs- iävige Gemeiiiden bei der Haltung für ihre Lehrer unterstützt werden sollen. Hamburg, 1. April. Die Bürgerschaft genehinigte in der heutigen Sitzung gemäg dem Anträge des Senates die Errichtung eines St o i o n i a 11 ii n 11 u t s in Hamburg im Anschluß an die wisjenfchaiilichen Anuallcn und das Borlejungswejen nach dem Abkommen des Senates mit dem Reichslolonialanit rind bewilligte die criorderlichen einmaligen lanienden Mittel. Tas Institut soll ziw Ausbildiulg von jährlich zwanzig Stolonialbeamleii dienen. Deutsches Nerch. Berlin, 1. Apru. An der Produktenbörse herrschte heute große Erregung über das Kompromiß zum Börsengesetz, das die Interessen dcc Produktenbörse vollständig opfert. In zahlreichen Gruppen wurde erivogen, ob man nicht nach Erledigung der laufenden Geschäfte, das heißt im Herbst, die Produktenbörse schließen solle. Eine ähnliche Maßregel tüiicbe bekanntlich schon bei dem Inkrafttreten dcS jetzigen Börsengesetzes ergriffen. — Ter „Reichscmz." veröffentlicht die Uedereinkunft zwischen dem Deutschen Reiche und Argentinien, Ocsterreich-Ungarn, Belgien, Brasilien, Chile, China, Costarica, Kuba, Tänelnark, Ecuador, Spanien, den Bereinigten Staaten von Amerika, den bereinigten Staaten von Mexiko, Aethiopien, Fraiikreich, Großbritannien, Griechenland, Gtiateniala, Italien, Japan, Liixemdurg, Riontenegro, Shcaragna, 9loriucgen, Paragilay, Niederlanden, Peru, Persien, Portugal, Rumänien, Rußland, Salvador, Serbien, Schweden, Schweiz, der Türkei, Bulgarien, Llegypten und Uruguay über die Errichtung des internationalen landwirtschaftlichen Instituts in 9!oin. Aus StaSt und Laud. G t e i»e n, 2. April 1908. •* Tageskalender für Donnerstag. Gastwirtsgewerbe- und KochkunstaussteUung in der Turnhalle (den ganzen Tag geöffnet). ** Parlamentarisches. Der Gesetzgebungs- aus sch u ß der ersten Kammer lcar am Dienstag nachmittag zu einer Beratung über den I a g d g e s e tz e n t w u r s zusammen. Es fand indes nur eine vorläufige allgemeine Aussprache über die hauprsüchlichften Bestimmungen des Gesetzeniwurses statt. Die nähere Entscheidung wird erst in einer werteren, Demnächst ftattfinbenben Sitzung getroffen werden. — Der Finanzausschuß der ztoeiten Kammer wird Mitte dieses Monats wieder zu einer Beratung zusammentreten, um in erster Linie das ^.n r s o r g e g e s e tz für die Hinterbliebenen der Gemeindeoeamten. fertig zu stellen. Die Kammer hegt die bestimmte Absicht, diesen Ge- setzeirtwnrf auf jeden Falk noch in Der gegenwärtigen agung zu verabschieden. Auch die neue N e b e n b a h n v o l a g e und eine ^eihe anderer Gesetzentwürfe gedenkt der Ausschuß noch bis zu der PleMrtagung der zweiten Kammer im Mai fertig M MlleL, ** Psarrpersonalien. Se. Kgl. Hol), der Groß- Herzog haben den evang. Parrer Wilh. R. Möller zu Rendel auf sein Nachsuchen zwecks Uebernahme einer Pfarc- slelle nm Hessischen Diakomssenhaus zu Kassel auS dem Dienst der hessischen evang. Landeskirche entlassen. ** Le hra m tsperso n a lie n. S. K. Jq. der Großherzog haben dem Oberlelsrer an dem Wolfgang Ernsl-Gynr- nasium zu Büdingen Dr. Hch. Wittekind und dein Obev- lehrer an dem Neuen Gymnasium zu Darmstadt Dr. Karl L>attemer den Charakter als Pcofessor verliefen, den O.er-i teurer an der höheren Bürgerschule zu Dieburg Prof. Ernst Seeger zum Oberlehrer an bem Realgymnasium zu Darmstadt, den Oberlehrer an bem Lehrerseminar zu Bensheim jDr. Hch.. Made zum Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Ätainz, und die nachstehend aufgeführten Lehramtsassessoren zu Oberlehrern an ben beigesiigten Lehranstalten vom 1. April 1908 ab ernannt: D. Dr. Theodor Friedrich an dem Oslergymnasium zu Mainz, Rich. Vogel an dem Gymnasium zu Osfen- bach, Sublo., Diehl an dem Realgymnasium zu Darmstadt, Dr. Will). Gundel an dem Landgrai-Ludwigs-Gymnasium zu Gießen, Hans Will an der Realschule zu Alsfeld, Dr. Wilh. Schmidt an dem Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darnistadt, Ludiv. Barth an dem Realgymnasium und der Obcrrealschule zu Gießen, Herin. Wämser an der höh. Bürgerschule zu Lauterbach, Friedr. Fe icke r t an der höh. Bürgerschule zu Reichelsheim, Jak. Müller an der höh. Bürgerschule zu Laugen, Hugo Hahn an der höh. Bürgerschule zu Pfungstadt, Lr. Cito Keller an dec Realschule zu Oppenheim, Gerh. Beisinger an der Oberrealschule zu Worms. S. K. H. der Großherzog haben den Oberlehrer an der höheren Burgersd/iile zu Dieburg Karl Rouge zum Oberlehrer an der Nealich.ne^ zu Michelstadt, den Ovtriehrer an der Realschule zu Äirchelstadt Jak. Mals y zum Ooerührer an der höheren Bürgerschule zu Dieburg, ben Oberlehrer an der Realschule zu Wimpsen Awsessor Jak. Sieben zum Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Mainz, den Oberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey Dr. Hch. Masst ng zum Oberlehrer an dem Realgyninasium z,u Darmstadt, den Oberlehrer an dem Realgyninasium und der Oberrcalschule zu Gießen Professor Ludm. Dietrich zum Oberlehrer an dem Neuen Gymnasium zu Davurstadt, den Oberlehrer an der Realschule und Dein Pwgymnasium zu Alzey Dr. Herrn. Lotz zum Oberlehrer an der Realschule zu Heppenheim, den Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Oberrcalschule zu Gießen Dr. Ferd. Werner zum Oberlehrer an der Oberrealschule zu Worms, den Oberlehrer an der lchheren Bürgerschule zu Alzey Otto Weißgerber zum Oberlehrer an der höheren Bürger- (SckMer--Su)ule zu Friedberg, den ersten Lehrer und Rektor an der höheren. Bürger-' rü' -si >. 'Schul,. H.H. Bal se r zum eriien Lehrer und Retwr an der lMcren Bütgerschule zu Alzey und ben LehramtsasfLsfor Dr. Otto Münch zu Gießen zum Oberlehrer an der höh. und etro. Mädchenschule zu Gießen ernannt. Durch Entschließung des Großh. Ministeriums des Innern wurden die Lebramtsreferendarc Gg. Appel zu Büdingen, Tr. Adolf Beck zu Mainz, Hch Becker zu Isfeld, Ludw. Colin zu Darmstadt, Adam Dorr zu Neu-Jfenburg, Karl D ö r s a m zu Oisenbach, Jos. Friedrich uno Gustav Grimm zu Mainz, Dr. Gg. Heußcl und Hans Hinrichs zu Darmstadt, Wilh. Jaeob zu Alzey, Dr. Eugen Mannheimer zu Mainz, Matthäus Mühleisen zu Neu-Isenburg, Fritz M u l ch zu Offenbach, Wendel Pfeifer zu Becrfewen, Jak. R o d r i a u zu Mainz, Hans Schlosser zu Gießen, Wilh. Schmidt zu Belgrano, Dr. Franz Stroh zu Groß-Biebcrau, Aüx. Weide zu Gros--Gerau und G§. Zimmermann zu Gießen zu Lehramtsaisessoren ernannt. ** Bauaufseher. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben die Bauaufseheraspiranten Friedr. Marx aus Gießen, Heinr. Schlapp aus Staufenberg, Gg. Kolb aus Trebur, Aug. Knapp auS Dieburg und Emil Walther aus Langd zu Hochbauaufsehern ernannt. *• Le hrerzus am men fünfte. Auch in diesem Jahre werden wieder zahcreiche Zusammenkünfte von Lehrern, die geinemfüm das Seminar besucht haben, stattfinDen. So treffen sich die Friedberger 1868 er am 21. April in Mainz, während die Aizeyer von 1883, die Bensheimer von 1888 und 1893 und die Friedberger von 1898 sich über Ort und Zeit noch nicht schlüssig geworden sind. ** Aus dem Bureau des StadttheaterK. Es sei auch an dieser Stecke auf die letzte Schulervorstellung der Spielzeit am nächsten Samstag nachmittag hingewiesen. Es gelangt Hebbels „Gyges und sein Ring" zur Auf- sührunb bei Volkspreisen. — Tie Abonnenten, die noch Gutscheine besitzen, seien aufmerksam gemacht, daß die Gutscheine an den beiden letzten Sonntagaöendvorstellungen („Flotte Weiber" und „Maria Smart" mit Frl. Grete Höcker vorn Mainzer Stadttheatcr als Gast) Gül- tißkeit haben. Auch sei daraus hingewiesen, daß Lilien- sems „Großer Tag" nur noch im Freckagabonnement und „Krieg i m F r i e d e n" nur im» Dienstagabonnement zur Aufführung gelangen. ** Eine neue Touristenvereinigung ist hier im Entstehen begriffen. Durch die kürzliche Anwesenheit der Sektion Frankfurt des Vogelsberger Höhenklubs Hal die in hiesigen Wanderkreisen schon längere Zeit erwogene Absicht, auch hier eine Sektion des SUitbS auf möglichst breiter Grundlage ins Leben zu rufen, feste Gestalt gewonnen. Die Verwirklichung dieses Planes soll in einer morgen abend statlsindenden Zusammenkunft erfolgen (s. Inserat). Die neue Sektion stellt sich die Aufgabe, die der Touristik bis jetzt noch fernstehenden Kreise für sie zu interessieren und hofft, nut ihren Bestrebungen in der Bürgerschaft Anklang zu sinden. lp Hirzenhain, 31. März. Das „Eisenwerk Hugo Buderus" und die „Buderus sch en Holz- und Bw- saltwerke M a r ga r e t et a I" sind beide dieser Tage in eine Aktiengesellschaft mir beschränkter Haftpflicht umgewandelt worden. 0 Aus dem Vogelsberg, 1. April. Mit einem Frühlingsgewitter hat sich aestern der März verabschiedet. Um die Mittagsstunde erfolgte ein mehrmaliges intensives Blitzen, das starker Donner begleitete. Dem ersten Gewitter reihten sich noä) andere an. Nicht aber sind den Gewittern warme Tage gefolgt; die Arrieregarden M Whnters treten .wieder aufs Im VogelMerg waren noch nicht die Reste des letzten Schneefalls hinweg getaut, da zeigte sich heute wieder eine geschlossene, neue Schnee- decke. Im Tarife des Tages schneite es wiederholt. Die Frühjahrsbestellung, die schon dcgonnen, ruht wieder. Ja, der April ist nicht so gut, er schneit dem Bauer auf den Hut. hoffentlich bewahrheitet sich nicht die andere Apri-lregel: Aprilschnee tut Frucht und Weinstock weh. (li.) Elpenrod, 1. April. Das vierjährige Töchterchen Kömpf, das beim Heckenverbrennen so schwere Brandwunden erlitten, ist noch am Abend desselben Tages in der Klinik zu Gießen seinen Wunden erlegen. Die Ettern konnten es nur als Leiche wieder mitnehmen. x Ober-Ohmen, 1. April. In welchem Schwung das Heckenverbrennen stand, zeigt die Anzahl der beim Hecken- und Nainanzünden in hiesigem Felde von der Gendarmerie zu Ruppertenrod angetroffenen Jungen, Kehn an der Zahl. Sic sind aus der Schule entlassen. Seit dieser Zeit sind die Heckenfeuer auf einmal verschwunden. Schade, daß schvil vorher manche Hecke durch Feuer vernichtet wurde. (?) Mücke, 1. April. Ter bislang in unserer Gegend unbekannte Fahrraddieb'stahl scheint nun auch hier seine Liebhaber zu finden. Ein Radfahrer kehrte in einer hiestgen Wirtschaft ein. Als er heraustrat und sein Rad beftetgen wollte, war es fort. Alles Suchen danach war erfolglos. Möglicherweise hat sich auch vielleicht ein Schall' einen Scherz erlaubt, der allerdings in diesem Falle unangebracht wäre. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 31. März. Er will nicht gebettelt haben. Der Kellner H. Th. aus Gladenbach hat ein Urteil des Schöffengerichts Bad-Nauheim, nach welchem er wegen Bettelns zu 4 Wochen Hast und Uebcrweisung an die Landespvlizeibehördc zur Unterbringung in ein Arbeitshaus verurteilt worden ist, angefochten. Er kann nicht verstehen, wie man in seinem Verhalten eine strafbare Handlung erblicken kann, da er doch nur um Arbeit nachgesragt habe, bei welcher Gelegenheit ihm unerbetene Gaben zugeflossen seien. Tos Schöffengericht hatte festgestellt, daß er zu Bad-Nauheim von einer Wirtschaft zur anderen gegangen ist und an mindestens vier Stellen zu erkennen gegeben )at, daß es ihm nickst um Arbeit zu tun sei, es ihm vielmehr tur aus Erlangung einer Gabe ankomme. Uebrigens wurde fein Verhalten allseits als Betteln aufgefaßt und in einem Fall hat er ausdrücklich um Unterstützung gebeten. Zur Begründung seiner Berufung gab er an, er beziehe eine hohe Militär Pension und könne nachweisen, daß er tu einem Zeitraum von zwei Monaten annähernd 200 Mk. erhalten hat, so daß er nicht zu betteln brauche. Es wurde jedoch von dem Gericht wenig Gewicht aus diese Angaben gelegt; Tatsache ist, daß er bereits 38 Vorstrafen hat, darunter eine große Anzahl wegen Bettelns und ist erst kürzlich nach Verbüßung einer Bettolstrafe entlassen worden, auch hat er schon mit dem Arbeitshaus Belannrfchalt gemacht. Tie Strafkammer hielt die vom Schöffengericht getroffene Maßnahme der 2lrbeitsyansüberweijung, gegen die ftch die Berufung hauptsächlich richtet, für angebracht, zumal feststeht, daß er sich vagabundierend in der Well nmhertreibt und gelegentlich des Bettelns, Diebstähle und Gewalttätigkeiten begeht. Dos Urteil mußte deshalb bestätigt werden. Dec §aü hirschel. L Im Januar 1906 lies von dem 1. Direktor der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft in Friedberg, Oe.wno- mierar Schiente, eine Anzeige gegen oen 2. Dirertor, Land- tagsabgeordnelcn OÜo' i i i n; c 1 - Friedberg bei der piefigen Staatsanwaltschaft wegen Unterschlagung von Genossenschastsgelderu ein. Infolge dieser Anzeige nahm Hirschel auf seine Veranlassung Urlaub, Schienke dagegen kündigte den Posten auf den 1. Mat 190ö und ging ebenfalls in Urlaub. Während der Untersuchung, die sich sehr in die Sänge zog, wurde Hirschel im Juni 1906 von der Hauptgenosfenschaft als erster unö alleiniger Direkter bestellt. Das Ergebnis der Untersuchung war, daß An- ktage gegen Hirschel wegen Unterschlagung von Genossen- fchafisgeidern in Pöstchen von 20, 30, öO bis 500 Mt. — insgesamt von 1300 Ml. — erhoben wurde. Die Anklage sage jedoch, das, der Angeklagte nicht beabsichtigte', Die Genossenschaft um das Geid za bringen, sondern sie macht ihm lediglich nur die verspätete Ablieferung zum Vorwurf, die 1500 Mart har Hirschel nämlich gedeckt. Am 19. Oktober 1906 stand bereits vor der hiesigen Strafkammer die Hauptveryandlung an, nachdem am 11. Augusi 1906 Der anoeraumte Verhandlungstermin auf eine Eingabe Hirschels abgesetzt war. Am 19. Oktober er- jchien oer 2Uigetiagtc unu sein Berteioiger Rechtsanwalt o. Brenlano-Oisenbach a. M. nicht. Beide hatten am 1?. Oktober um abermalige Vertagung und Ladung neuer Ent- laftungszeugen, die darüber gehört werden sollten, daß H. 1’11’15 >n der Sage gewesen, jeiite Verpflichtungen zu er- 1 allen und genug uermögenbe Freunde gehabr, die ihn jederzeit unterstützt hätten, gebeten. Ten Vertagnngsautrag iehnie das Gericht entschieden ab, gab aber der Zeugen- labung statt. Infolge des Nichterscheinens des Angeilagten im Termin am 19. Oki. 1906 befchloß auf Antrag des Oberfiaaisanwalts Theobald das Gericht, gegen Hirschel einen Vorsuhrungsbefehi zu erlassen mil der Maßgabe, zum nächsten Termin der Groph. Staatsanwaltschaft unheirnzu- gsben, die Genehmigung der Lcmdftände zur Vorführung ernzuholen und die. Verhandlung aus unbestimmte Zeit zu betragen. Der Gerichtsbeschluß betresfs des Eorführimgs- aefchls kam aber nicht zur Ausführung. Aus Ersucheii Hirschels und seines Verteidigers zu Beginn 1908 wurde nunmehr der Termin zur Hanptverhandlung von der Be- schl'iurammer auf den 3. April anberaumi. 30 Zeugen Und geladen, darunter Geh. Regierungsrat Haas-Tarmstadt, Landiagsabgeyrdnetet Bähr-Herrenhaag, Kaufmann Kart Uitrich-Frleoberg i. y., die Mitglieder oes Vorstandes der Landwirtfchaftlicherl tzauprgenvf,enschaft Frchdberg Leutnant a. D. Adolf Lols-Heidelberg, irüher in Fwiedbei-g, OeLo- nomre-Rat schiente, Leionom Kalbyenn-Biibel, Mvoelfabri-, fani tViartin Reuß-Fwdberg usw. Ten Vorsitz in der Ver- Oanblnng wird LandgenchiSdirektor Bücking führen dte Anklage Oberstaatsanwalt Theobald vertreten. T-e Verteidigung liegt in den Händen des Offenbacher Rechtsanwalts v. Brentano. Lrleinc Chronit aus tiimft unv Wissenschaft. ^tzcilenz Rabei i o aj hat soeben in Begleitung feiner Ftau von Bremerhaven aus mit dem Lloyoöamvfer Kronprinzen m Ceeilie. eine auf einundein halbes 3 al) t berechnete Erholungsreise um die Welt migercercii Er wird sich zunächst etwa zwei Monate in ^lhEri und Dann von Sl. Francisco nach Jokohama reifen. In Japan gedenkt Koch wenigstens ein halbes Vv.n r zu bleioen. Bon Dort geht er über Elüna m längerem -.'rufcnrhalc nach Vorderiudicu. Ter l irüm» verstorbene Ho,rai Tr. Zoh. Fast en rat.h hat durch Testa- Die Marktpreise für Bich und Frucht und die Gießener Fleisch- und Broipreife __am 30. Rtärz 1908. Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k i u r l a. Al. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 77—80 L'ik. h, Kg.Schlachtgew. 92—94 Pf. V- 59-00 „ 7, Kg. 76-84 Psg. 7, , 70-76 , 7, „ 60-76 v Getreidepreife in Mannheim Brotpreise tn (Ließen Weizen 100 Kg. 21.50-21.75 'Mk. Roggen 100 Kg. 20.00—20.25 Mk. Weißbrot H Kg. 62 P,g. Schivarzbrot 2 Kg. 58 Psg. ArrchLiche NaehrrchLerr. bLiaeiiufche gemeinde. Gottesdienst in der C^tagoge (Sübamage). Samstag den 4. '?( p r i 1 1908: Vorabend 6.45 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärung. Sabbatausgang 7.50 Uhr. Israelitische M. ^gionsgesellschaft. Gottesdienst. S a b b a t i e i e e am 4. April 1908: Freitag abend 6.35 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbat-Ausgang 7.50 Uhr. Wochengottesdtenst; morgens 6.45 Uhr, abend« 8.00 Uhr. Teiefonösche Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Hank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Still' 3^j°/0 Reichsanleihe . . 91.85 3% do. . . 81.95 'ixA °/e Konsols .... 91.9Ö do 81.95 ö^°/0 Hessen 91.00 °/o Oberhessen . . . 91.20 4>0 Üesterr. Goldreute. , 98 65 4l/8z6 Oesterr. Silberreute 99.60 4% Ungar. Goldreute . . 93.85 4% Italien. Reute . . . 103 80 3?6 Portugiesen Serie I . 61.00 3% Portugiesen „ III 61.60 4>SU/O russ. Staatsau]. 190b 95.05 4X0/, ’apan. Staatsanleihe 88.20 4% Conv. Türken von 1903 95.80 Türkenlose 150.00 4% tiriech. Mouopol-Aul.. —,— 4% äussere Argentinier . 85.80 ö% Mexikaner . . . 67.20 4>»% Chinesen .... 95.30 Aktien; Bochum Guss 203.75 Buderus E. W 112.00 Teudens: fest. *e, 2. April, 1.15 Uhr. I Elektriz. Lahmeyer . . . 118.90 Elektriz. Schlickert . . . 104.75 Eschweiler Bergwerk . . 207.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 188.50 Hamburg-Amerik. PaketL 112.50 Harpeuer Bergwerk. . . 196 25 Laurahütte 212.00 Nordd. Lloyd . ... 99.40 Ubeischles. Eisen-Industrie 98.00 Berliner Haudelsges. . . 163.80 Darmstädter Hauk . . . 127.00 Deutsche Bank . . . 234.10 Deutsch-Asiat Bank . . 137.00 Diskonto-Kommandit. . . 175.20 Dresdner Bank . . . . 138 9) Kreditaktieu 204.70 Baltimore- und Ohio- Eiseulahn 82.25 Gotthard bahu —•”* Lombard. Eiseubabn . . 25 20 Oesterr. Staatsbahn . . . 146.50 Priuce-Heuh-Eiseubahu . 119.00 ment eine 'Stiftung mit einem Kapital von 300 ÖÖO Mk. begrünbet, bte feinen Namen tragen, in Köln ihren Sitz haben und mit den Zinsen her Unterstützung und Förderung älterer und jüngerer Schriftsteller dienen soll. Außerdem hat Dr. Fastenrath seine reichhaltige Bibliothek der Stadt Köln vermacht. — Zur Erlangung von Entwürfen für die zu erbauenden königlichen Hoftheaterin Stuttgart erläßt das württemö. Finanzministerium ein Preisausschreiben. Ter erste Preis beträgt 10 000 Mk., der zweite 7000 Mk. und der dritte 3000 Mk. Tas Preisgericht setzt sich folgendermaßen zusammen: Oberbaurat Beger bei der Domänendirektion in Stuttgart, Maschineriedirektor Hofrat Brandt-Berlin, Prof. Theodor Fischer an der Technischen Hochschule in Stuttgart, Oberdanrat v. Reinhardt-Dresden, Stadtbaurat Seeliug-Charlottenburg, Prof. v. Seidl- München, Baurat Manfred Semper-Hamburg und aus weiteren nichttechnischen Mitgliedern. — Als nächste Uraufführung ernsten Charakters wird im F r a n k f u r t e r Stadt- theater das vieraktige Drama „Die Meisterin" von der Hamburger Schriftstellerin Johanna Wolff vorbereitet. — In München ist der durch die Reproduktionen seiner Genrebilder in Familienblättern bekannt gewordene Maler- Hugo Kot sch en r eiter im Alter von 54 Jahren gestorben. — Das Keim s ch e Mu s i k in ftitut in Mün ch en scheint saniert zu werden. Musikfreunde haben beträchtliche Betrüge aufgebracht und auch die Gläubiger haben sich zu weitgehendem (Sntgegeniommen bereit erklärt, so daß man hofft, daß die Zukunft des Instituts sichergeftellt werde. — Frl. Marie Ho rn, die im vorigen Winter dem Gießener Stadttyeater angehörte, ohne hier irgendwie in den Vordergrund treten Zu können, ist jetzt eines der bevorzugtesten Mitglieder des Stadttheaters zu Hagen i. W. Einer uns vorliegenden Besprechung in einem dortigen Blatte zufolge ist ihr dort dieser Tage als „Maria Stuart" jubelnder Beifall auf offener Buhne zuteil geworden. — Die Stadt Frankfurt hat nunmehr die Böhle-Ausstellung int Städelschen Kunstinstitut für die neue städtische Galerie erworben. Der Kaufpreis beträgt 80000 Mark. Die (Sammlung umfaßt etwa 25 Werke. — Aus München kommt die Nachricht, daß der Kaiser, der bekanntlich Eigentümer der Schackgalerie ist, den kgl. preußischen Hofbaurat v. Ihne, einen ganz in veralteten und schematischen Formen befangenen Architekten, mit der .Ausgestaltung und Innenarchitektur dieser Galerie beauftragt habe. Diese Meldung entbehrt der Begründung. Herr v. Ihne befindet sich augenblicklich auf einer Erholungsreise in Heidelberg. Auf Anfrage wurde dem stellvertretenden Baumeister des Hof- baurats die Mitteilung gemacht, daß von einem solchen Auftrag des Kaisers nichts bekannt sei. Kleine Tageschronik. Bei den Ringkämpfen im Berliner P a l a st t h e a t e r erlitten die Kämpfer des ersten Treffens einen Unfall. Bei dem etwas hitzigen Kampfe stürzten Ritzler und Chemjahin in das Orchester. Ter letztere wurde derartig an den Nippen verletzt, daß er in em Krankenhaus gebracht werden mußte. Im Reichswalde bet ürnberg wurden der unverheiratete Cifeleur Blocker und die gleichialls unverheiratete Arbeiterin Effhäuser erschossen alifgefunden. Stocker hat seine Geliebte iiiid sich getötet. Der G e m e i n d e r e n t m e i st e r Schuren aus Lobberich (Rhl.) hat sich wegen Unterschlagung freiwillig gestellt. Bisher ivnrde em Defizit von 12 000 Alk. sestgestellt. In Z o h l o w bei Troffen (Mark Brandenburg) erhängte sich ein elfjähriger Hütejunge aus Furcht vor Strafe.' <;n Z a lenz erh ald e (Oberschlesten) wurde eine Arbeiterfrau von einem Arbeiter vergewaltigt und ermordet. Der Täler ist perhaltet. Ter von seiner Frau getrenut tebeude Kunstmaler Garnier aus Al ü l h a u s e n i. Els. begab sich zur Mittagszeit iu das Hotel, in welchem seine Frau zu essen pflegte. 3iach einem Woruvechsel feuerte er mit den Worten „ich mache mich selbst zum Richter" mehrere Revolverschüste auf feine Frau nb und vcrmnndete sie. Tann erschoß er sich vor den Augen der entsetzten Gäste. In Donaueschingen ereignete sich ent Bauunglück. Das Gewölbe des neuen Kellers der Fürstlichen Brauerei stürzte c x n. Eine große Anzahl von Arbeitern wurden verschüttet und nach mühevollen Rettungsarbeilen schiververletzt nnterdeilTriuninern hervorgezogen. In Bergerac brach in der Nacht in der Wohnung eines ed)miebes Jener aus. Tie Bewohner des Hauses konutcu sich uur dadurch reiten, daß sie aus den Fenstern sprangen. 2 junge Mädchen die den Sprung nicht wagten, kamen i n den Flam in e n um. Ein junger Mann erlitt lebensgefährliche Verletztungen. - Jni Elunytheater zu Paris verstarb während der Generalprobe einer der HaupldarsteUer namens Armand Marie infolge eines Schlaganfalls. Tie 30-jährige Frau Gilbert in Bourges in Nord- irankreich wurde wegen M o r d e s und A! o r d v e r f u ch e s au einer ganzen Familie verhaltet. Sie hatte ihrer Base, der jrau Pallot, oergisteten Käse ins Hans geschickt, nach dessen Genuß Frau Pallot starb und alle Janiilleninuglleder erkrankten. Ter Grimd der -tat soll Gewinnsucht {ein, da Frau Gilbert lebhaftes Interesse an dem Aiissterben der Pattots hatte. der Bank von Spanien wurde eine Unterfchlaguna von 200 000 Pe,etas zum Nachteile der Marquise von Billanova aufgedeckt. Tie Unlerschlagenen Wertpapiere waren fofort an der Bor,e verkauft worden; ein Teil von ihnen ging in den Besitz be« Staates, der übrige in die Hände von Privatperfonen über. Der mutmaßliche Defraudant, ein Rechtsanwalt, ist fluchtig. Fußball.' Am 15. v. Mrs. eröffnete der Gießener Jutz." ballklub v. 1900 seine diesjährige Frühjahrssaison mir einem Spiele gegen den Dillenburger Fußballklub. Gießen war vollständig überlegen und errang mit 15:1 Toren einen sicheren Sieg. Sonntag daraus holte sich jedoch Dillenburg Revanche, indem sie mit 7-z gewinnen konnten. Allerdings spielte Gießen mit 7 Manu. Am 29.V.M spielte die hiesige Mannschaft in Friedberg und siegte mit 2:0 Torem Das Neiultat entspricht nicht der Ueberlegenheit der Gießener Aiaiiiifchau. welche ständig ihren Gegner in sein eigenes Feld zurück- drängte. Friedberg verteidigte mit voller Mannschaft. Meteorologische Beobachtnuge« der Station Gießen. April 1908 Barometer auf o° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtuug | Windstärke Wetter 1. | • 2“ 1 742,1 8,8 5,1 60 NNW 6 Beiv. Himmel 1. 9" 745,9 3,2 5.1 89 WNW Klarer Himmel 7,s 749,8 1.3 44 87 WSW 2 Bcw. Himmel Höchste Temperatur am 31. März bis 1. April = + 9 1 * c Niedrigste , „ 31. „ 1. „ = + u« c. Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) A. Z., hier. Tas von Ihnen mitgemtetefe Garten,nick können ^ic nad) Belieben innerhalb der aus dem Mietverhältnis fick ergebenden Grenzen benutzen. Insbesondere sind Sie berechtig? einen Bienenstock darauf aufzustellen. Dies gehr an sich den ,'c™et-9cntuVIer nichts an, wenn er nichr bei dem Vertrags abschluß eine derartige Benutzung ausdrücklich ausge- schloßen bat. Eine Verpflichtung - zur Beseitigung des Bienen- swckes kann n'ir Sie nur bann in Frage kommen, wenn der ÄauSergentümer oder die Besitzer der Ihnen nicht mitbermie- teten Teile des Grundstückes oder anderer Grundstücke durch die Bienen in der Benutzung derselben ge- ü?.rt . werden Inwieweit dies hier zutrifft, werden Sie selbst wohl am besten beurteilen tönnen. sGesahrdung von Perionen.) Im vorliegenden Falle i)£ wohl anzunehmen, daß der Hauseigentümer selbst ein derartiges Verlangen nicht mehr an Sie stellen kann, da er nach Ihren Angaben mit der 9bif- stellung des Bienen,wcks ansdrücklicy cinverftanden war, irachdem er anfänglich Bedenken dagegen geäußert hatte. Wenn in der Tat die Aufstellung Res Bieneristocks zu einer Beeinträchtigung des Hauseigentümers führen sollte, so kann er Rech re hieraus nrcht herlciten, da ihm dies bei Gestattung der Aufstellung betannt war und er jedenfalls damit rechnen mußre. Weiter ist darauf hinzuweisen, daß er während dec verflossenen 'Äo- nate keinerlei Eimvendungen erhoben Hai. Sein naa> erfolgter Kündigung^ gestelltes Verlangen aus Beseitigung erscheinr ledig, lich als Schikane (§ 226 B. G. B., uno es bmiiajt iljm dal-er rtiajt polgc gefeilter zu werden. Ein Einschreiren der Polizei ist ausgefchlossen, da es sich um eine Zivilrechtsstrcitigkeir hon. delt und etn öfsentliches Inreresse nicht vorliegt; cs ist daher nur der Weg der Klage zulässig. Hinsichtlich der Kündigung der Wohnung ist folgendes zu bemerken. 9cgch § 565 B. G.-B. ist eine Kündigung nur für den Schluß eines Kalenderoierteljahres, also für den 31. März, 30-, Sum,~30. September und 31. Dezember jeden Jahres zuläpig. Sie müßten daher die Wohnung so zeitig ruuincn, baß sic am 1. Juli frei ist. Diese gesetzlichen Benimmungen können redoch durch Vereinbarung avgeandcrt werden. Erne folchc ist anzunehmen, wenn der Vermieter eine Kündigung des Mieters au, einen bestimmten anderen Tag (ecwa 5. Juli- em- gegennimmt, ohne sich dagegen zu verwahren und die Kündigung zurückzuweiien. Ist von .Ihnen daher nur „pro Juli' gi> tünbigt worden, ,o muß Die Wohnung am 1 Juli frei sein. Jur die Zeit voin 1. bis -1. Oktober 1907 können Sie die Miete abziehen, ,o,ern Sie nicht für den l. Okrober, sondern ür den 5. Oktober gemietet hatten. Andernfalls müssen Sie die Miete bezahlen, auch wenn Sic erst am a. Oktober einge- Zvgcn find, es sei denn, daß Sie infolge eines Ver,chuldens des Vermieters nicht früher einziehen lonnrcn; ein solches ist insbesondere dann anzunehmen, wenn die ganze Wohnung oder ein wesentlicher Teil derselben (z. B. Kück-e) nicht gcorauchs- ähig war. L. in Grünbcrg. Besten Tank für Ihre NichligsleNung! Wissen Sie aber auch schon, daß die „Wätzercher" juijt nach Grünberg kommen wollen, um dort pa,fenden Anschluß zu sindem Lielsmüller in Grimberg. Verwechseln Sie Ihren Uhu von 3 Fuß nicht mit dem sranz. Major Drepius? Berliner Canada E. B. . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmmider-Union C. Dresdner Bank . Tendenz: fest. Börse, 2 April. Anfangskurse. . 152.20 . 127.00 . 234.20 ' 138.70 Harpeuer Bergwerk. Laurahütte . . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . lürkenlose . . . 196.40 211.70 25.50 98 90 149.70 Eine Tasse Vioson kostet ■ nur in psg. -ss nnb enthält in konzentr. Form B er 2 cier. Hieraus ersteht wohl woiel blutbildende Nährfwft'e ein aeber. der genötigt tu, töte 1 Heines Beefsteak oder Kiafriiahrung zu stch. nehmen, daß Biofon alle anderen ähnlichen Attuel an Bllligren übertrifft, besonders da es nach Vrofeffor von Noordens Bersumen, selbst in großen Quantitäten genommen (120 Gramm pro Tag), w gut nne Fleisch ausgenüyt wird. 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Zweck der Gesellschaft: Durch den gemeinschaftlichen Einkauf und den daraus folgenden grossen Warenabschlüssen, für die Mitglieder die denkbar grössten Vorteile zu erzielen. Durch umfangreiche Muster-Ausstellungen in Berlin den Mitgliedern die leistungsfähigsten Bezugsquellen des In- und Auslandes zuzuführen. Durch die Zentrale und das Einkaufs-Bureau in Berlin alle sonstigen geschäftlichen Interessen der Mitglieder wahrzunehmen. Durch eigne Fabrikation einer Reihe von Artikeln in der Filiale Chemnitz die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Grundsatz der Vereinigung ist, nur bewährte wirklich gediegene Waren in den Verkauf zu bringen. Indem wir diesen Anschluss unseres Geschäftes nochmals zur gefl. Kenntnis bringen, bemerken noch, dass der Vereinigung zirka 260 Geschäfte nur solider, gut geführter Detail - Spezialgeschäfte unserer Branche als Mitglieder angehören. Die Leistungsfähigkeit unseres Spezial - Geschäftes erhielt durch diese Verbindung eine neue weitere Kräftigung, es bietet uns dieser Anschluss eine Handhabe, in noch grösserem Masse unserer geehrten Kundschaft e, unb bie rtjuie i; p) meines p ijre SBiri ■ L-rin m H bin uni* z^chrr b 0 Znd, Ja « I°S- trariö, der - nb schon bin ablehk tM §rg< er den vk AÄlsl! Lnjiati a lldldbitoi teilt, der fit sie ioiffei K L> den t ab Sie pW& b Mchajl flMcrein h ZiiBiß" ■ •“te: „’Diab , Unsere Le i - wissen h zur Sei PL die S bei nur erstklassigen Fabrikaten mit wirklich, billigen Freisen aufwarten zu können. Kmchlüssi Tie Müi itiDtonb u »M imnu -MM y als i W es Kochkunst-Ausstellung. Grosse Auswahl in Stoff - Neuheiten v'/. Eintritt 30 Pfg Gebr. Imheuser Kinder 15 PfgJ Tapeten • Linoleum Marktplatz 9—10 Lincrusta. Marktplatz 9-10 j K ■— i, । । ......... |_|M—|n „ I Sf K . Joh.Vgil^n! Remscheid | W n ^^^edeulendsfeSpeiialfäbrikfürGas-ßadeöfen. 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