SH Nr. 67 Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 18. März 1908 StehenerZamiliendlLtter; Ä gg My jwlg jg^Ä >§V ■■ Vf jWw Abhole- u. Zweigstellen zweimal wöchenrlRreis, M MHM | |V Wa |y fc fl WH >■ ■ ■ Jr |yl fl ■ MM BBV monatlich 6b Pf.; durch blatt sllr den «reiz Gießen W ■ ■ ■ DZ BW ■ ■ HZ ■ ■ ■ ■ A H diePost Mk.2.—viertel- sggWlv()vllvl «IlivlUvlsas für die Redaktion 112, ___ IW _ _ Ä Verantwortlich General-Anzeiger für Ohecheffen MM Annahme von Anzeigen V -«V V 6 M u. Land» und „Gerichts- »'^Änummee Rotationsdruck und Verlag der VrMschen Univ.-Vuch- und rteindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulftraße 7. Sal"; $• Heb; iür den d® vormuiags iu uyr. '*r 1 1 u Zliijeigentetl: H. Beck, Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. tPotitiM^e (£age$fd>mu Der 18. Marz in Berlin. Anläßlich de? 18. März beteiligten ftd) an dem Besuche des Friedhofes der Märzgefallenen etwa 12 000 Personen. Sie passterten tu ruhiger Ordnung; ein Einschreiten der Polizei wurde nicht notwendig. Nachmittags fanden in 14 Lokalen sozialdemokratische Versammlungen statt, die von etwa 20 000 Menschen besucht waren. Die Redner forderten allenthalben in ihren Reden die Einführung des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechts in Preußen. Vor den Lokalen war sehr wenig Publikum; nur an einer Stelle hatte die Polizei Anlaß, gegen die Demonstranteir vorzugehen, doch ivurde aiich dort die Ruhe bald wiederhergestellt. (Sui in der Landsberger Allee radfahrender Schutzmann wurde von Demonstranten angegriffen ünb verletzt. Der Beamte kam auf seinem Rade die Landsberger Allee herunter, als plötzlich ein Schuß fiel, der aus einem Bierlokale zu kommen schien. Der Polizist sprang vom Rade, um den Täter zu ermitteln. Da ertönte eine Stimme: „Ter Schutzmann hat selber geschossen!" Der Beamte wurde hieraus von der Menge umzingelt iiiid verletzt, während der Ruser von einem anderen Schutzmanne sistiert wurde. Im Ganzen wurden migesähr 40 Personen sistiert. — Dem „Berl. äwkalanz." zufolge fand abends gegen 9al< Uhr an der Ecke der Dirksen- intb der Kaiser Wilhelmstraße ein ernstlicher Zusammenstoß der Schutzmannschaft mit Exzedenten statt. Eine sehr große Menschenmenge, meift halbwüchsige Burschen, hatte sich in dem Scheunenoierlel zusammengerottet und wollten nach dem Schlosse ziehen. Einige von den jungen Leuten hatten Steine mitgebracht und schleuderten sie gegen die Beamten. Zwei Schutzleute wurden erheblich verletzt. Die Exzedenten wurden dann mit der Waffe zurückgetrieben und zerstreut. Die Unruhen auf Haiti. Aus Port au Prince wird depeschiert: Zwischen der deutschen Gesandtschaft und dem Kreuzer Bremen wurde vereinbart, daß im Falle neuer Unruhen auf ein Raketen-Signal der Gesandtschaft 200 Matrosen landen sotten. Tie in der deutschen Gesandtschaft verborgenen Flüchtlinge dürfen im Lause des Tages an Bord der Bremen gebracht werden. — Auf dein Wege von der deutschen Gesandtschaft zur Bremen wurden einemdeutsche nGesandl- schafts beamten von einem haitianischen General Vorwürfe gemacht, daß die Bremen überhaupt erschienen sei und obendrein 24 Stunden früher, als sie erwartet wurde. Ter Beamte erwiderte, die l-aitianische Regierung habe durch ihre Uebergriffe die Intervention der RLächte nötig gemacht. Ter General begab sich hierauf zum Präsidenten Alexis, der mit den vom Kriegsminister aus Gonaives nad) Port au Prince berufenen Truppen den höchsten Punkt der Umgebung, das Nationaler besetzen ließ. — Nach einer Meldung des „Daily Expr-ß" aus Newyork ist der Regierung von Haiti mitgeteilt worden, daß die Stadt Port au Prince von den ausländischen, jetzt im Hafen liegenden Kriegsschiffen bombardiert würde, falls die Gesandtschaften oder Konsulate bei dein Versuche, die dorthin Geflüchteten zu ergreifen, angegriffen werden sollten. — Tas Berliner Tageblatt meldet aus Pore au Prince: Tic Regierung gab die Erklärung ab, daß sie der Abreise der Flüchtlinge zustimme, und gab dem Wünsche Ausdruck, daß bei späteren Aufständen die fremden Gesandtschaften nicht wieder zu Asylen für Revolutionäre gemacht würden. Tie französischen Flüchtlinge gingen an Bord des deutschen Kriegsschiffes. Tie Flüchtlinge werden auf einer benachbarten AntiUeninsel abgesetzt. Ein französisches Schiff überwacht die Ereignisse in Gouaives. Tas energische Einschreiten der europäischen Mächte rettete Ivenigstens einige Menschenleben. Tie Hinrichtung des Majors Laracg sowie einiger seiner Gefährten sollte in dem Augenblicke erfolgen, als die Kriegsschiffe auf der Reede erschienen. GZeszener SLsdttheaSer. Zapfenstreich. Drama in 4 Aufzügen von Franz Adam Beyerlein. Benefiz für Herrn Oberregisfeur Hermann Bakof. Man mag heute Beyerleins erfolgreichstes Drama beurteilen wie man will, aber das Eine muß man ihm unbedingt zugestehen: die einzelnen Personen dieses Stückes sind außerordentlich scharf gezeichnet, es sind feine blutleeren Schemen, keine willkürlich konstruierten Gestalten; es sind alles Menschen von Fleisch und Bllit, und darum interessieren sie. Sie interessieren im Grunde genommen den Schauspieler noch weit mehr als das Publikum, denn sie geben dem Darsteller so überaus dankbare und wirkungsvolle Nollen, die er innerhalb dec ihm vom Dichter vorgezeichneten Grundlinien je nach seiner Eigenart mit zahllosen interessanten individuellen Zügen ausgestalten kann. Man kann es darum auch verstehen, daß eine Charakterrolle, wie die des Wachtmeisters Volkhardt in Beyerleins „Zapfenstreich" Herrn Bakof, den vortrefflichen Obecregisseur und ausgezeichneten Charakterdarsteller unseres Stadttheaters, dermaßen feffeln kann, daß er sich gerade dieses Drama zu seinem gestrigen Benefiz auserwählt hat. Dieser Volkhardt gehört unbedingt zu den besten Leistungen Bakofs. Wie fein abgetönt schien gestern sein Spiel in dieser Nolle vom ersten Auftreten an bis zu äem furchtbaren Zusammenbruch in der Gerichtsszene. Er lhielt sich streng an den Dichter und legte doch auch wiederum in Einzelheiten so viel vom Eigenen in sein Spiel hinein, taß man seiner Darstellung im Fortgänge des Stückes mit steigendem Interesse folgen mußte. Das dokumentierte sich euch schon rein äußerlich, durch den von Akt zu Akt immer »värmer werdenden Applaus des Publikums. Nach der GerichtL- fzene, als dem Benefizianten — ebenso wie nach dem ersten Akte — zahlreiche Blumenspenden überreicht wurden, brach das Publikum in stürmische Bravorufe aus. Herr Bakof hatte das Stück selbst inszeniert, aber leider konnte auch seine hochanerkennenswerte Negiekunst nicht über einige bedenkliche Fehlgriffe in der Besetzung der Rollen hin- »vegtäuschen. Unter den Darstellern ragte neben Herrn Bakof roc allem Herr Wein gärtner als Sergeant Helbig hcr- parlamcntari{d?cse Das Vereinsgeseh. — Dem Vernehmen nach ist über den Sprachenparagraphen des Vereinsgesetzes eine Einigung auf folgender Grundlage erzielt worden: Es soll zwischen alt eingesessener und fluktu- rierender Bevölkerung unterschieden werden. In den Bezirken, in denen nach der letzten Volkszählung mindestens 60 Proz. der Bevölkerung fremdsprachig sind, wird eine sremde Versamm- lungsfprache gestattet, falls die Versammlung 72 Stunden vorher angemeldet ist. E r st n a ch 2 0 I a h r e n soll nach dem Vorbilde des Gerichtssprachengesetzes von 1876 die Landeszentralbehörde ermächtigt sein, auch in diesen Bezirken nur die deutsche Spräche zuzulassen. In Wahlversammlungen aller Art sind für das ganze deutsche Reichsgebiet fremde Sprachen zugelassen. Die Vereinsgesetzkommission beschloß aus Antrag der Blockparteien, die Beratung des § 7 des Vereinsgesetzes auf heute zu vertagen. — Die Vereinsgesetzkommission des Reichstages nahm ferner den § 1 a betr. Auslösung von den Strafgesetzen zuwiderlaufenden Vereinen und die Ztechts- mittel gegen die Verfügung der Auflösung an. Ferner wurde einstimmig bei Stimmenthaltung der Polen und der Sozialdemokraten der § 2 bett, die Anmeldepflicht politischer Vereine, ebenso die §§ 3 bis 6 ohne erhebliche Debatte angenommen. — Die Morgeublätter melden aus Breslau: Der im 73. Lebensjahre stehende konservative Reichstagsabg. Graf L i m - burg-Stirum ist schwer erkrankt. AusSorsLH. Wien, 18. März. Das Befinden des Kaisers ist, abgesehen von dem Schnupfen, der übrigens schon in der Lösung begriffen ist, andauernd sehr gut. — Bekanntlich hat Kaiser Wilhelm die Absicht, auf der Rückreise von Korfu dem greifen Kaiser Franz Josef zum Regierungsjubiläum feine Glückwünsche darzubringen. Fast alle übrigen deutschen Bundesfürsten wollen ein Gleiches tun. Wie die „N. Fr. Pr." meldet, werden die deutschen Fürsten zur Beglückwünschung des Kaisers Franz Joses fast sämtlich gleichzeitig in Wien anwesend sein. Genannt werden schon jetzt der König von Württemberg, der König von Sachsen, der Prinzregent von Bayern, sowie alle deutschen Großberzöge. Rom, 18. März. „Tribuna" bezeichnet als wahrscheinlichen Nachfolger des verstorbenen Befehlshabers der mazedon. Gendarmerie General de Georgis den General Er i s p o, früheren Kommandanten der Truppen auf Kreta. London, 18. März. Im Befinden Sir Henry Campbell Bannermans ist heute nachmittag eine leichte Besserung zu verzeichnen. Paris, 18. Mä». Die „Gaulois"-Meldung, daß das Kabinett Clemenceau den Mächten oj? Npttvc^biakeit nahel^gen molk, Frankreich über Oie Algecirasakte hinausreichende Zugeständnisse in Marokko zu machen, wird vom „Malin" für unzutreffend erklärt. Demnach beabsichtige Frankreich weder eine neue Marokko-Konferenz einzuberufen, noch dem Haager Schiedsgericht die Frage vorzulegen, ob die in Marokko seitens der Republik gebrachten Opfer einen bestimmten Gebietszuwachs für Frankreich rechtfertigen. Das Dementi des „Matin" stammt aus dem Ministerium des Auswärtigen, wo man feine Neigung empfindet, von den anfangs April beginnenden sechswöchigen Osterferien das Parlament mit einer Angelegenheit von solcher Tragweite zu befassen. Petersburg 18. März. Heute früh hat zwischen den Generalen Fock und Smirnow ein Duell stattgefunden, in dem General Smirnow sehr schwer verwundet wurde. C h r i st i a n i a »18. März. Der König genehmigte die Zusammensetzung des neuen Ministeriums Gunnar Knudsen. Casablanca, 18. März. General d'Amade berichtet, daß die Schau; astämme und die Chiundna sich unterworfen haben, weitere Unterwerfungen werden erwartet. — General Liau- tey und Gesandter Regnault sind gestern hier eiugettosfen. Ihr erster Eindruck ist nach ihrer Erklärung ein sehr guter. mmmmi 1 inn i'—Landesgrenze (Ebersgöns) je einen Betrag von 30 Dom) Hundert der tvirklichen Baukosten, bei dec letzteren Nebenbahn, soweit sie auf die hessische Teilstrecke entfallen, ausschließlich der! Kosten des Gcländeerwerbs, aber einschließlich der Kosten der erstmaligen Beschaffung der Betriebsmittel zu gewähren; 3. das für die Nebenbahn Alsfeld—Landes grenze (Nieder-Aula) erforderliche gemarkungsselbständige, zum Familieneigentum des Gcoßh. Hauses gehörige Gelände dem Unternehmer unentgeltlich und lasten-- frei als Eigentum zur Verfügung zu stellen und weiterhin zu den Kvsten des Geländeerwerbs dieser Nebenbahn 100 000 M. beizutragen. Die erforderlichen Geldmittel sind int Wege des Staatskredits flüssig zu machen. Zu diesem Zwecke sind in dem Nennbeträge, der zur Beschaffung der Geldmittel erforderlich fein wird, Staats- schuldverschreibungen zu einem Zinsfuß auszugeben, wie er der jeweiligen Lage des Geldmarktes entspricht. * Tie Tilgung des Schuldkapitals soll in der Art erfolgen, daß die jeweilig durch den Hauptvvranschtag der Staatseinnahmen und -Ausgaben dazu beftimmten Mittel zum Ankauf einer entsprechenden Anzahl von Schuldverschreibungen vertvendet werden. Dem Staate soll das Recht Vorbehalten bleiben, die ausgegebenen; Schuldverschreibungen ober einen beliebigen Teil derselben auch zur Einlösung mittels Barzahlung des Kapitalbetrags zu kündigen. Ten Inhabern ttcr Schuld-Verschveibungen soll ein Kündigung^, recht nicht zsrstehen. Aus die Begründung der Vorlage, die auch genaueres über die Linienführung und die Finanzierung der neuen Bahnlinien ent-, hält, kommen wir noch zurück. • • Tageskalender für Donnerstag, 19. März: Dec deutsch - französische Krieg 1870/71. 80 Kolossal - Kriegs- gemälde und Extra-Militärkonzert im Neuen Saalbau, Anfang 8 Uhr. Kolo s se u m. Gastspiel Danny Gürtler, Anfang 8 Uhr. Alpenverein, Sektion Gießen. Lichtbilder-Vortrag von Dr. E. Neuning über seine Reise nach Indien im Cafe Metropol, abends 88/4 Uhr. * * Englischer Besuch in Darmstadt. Der Prinz und die Prinzessin von Wales werden Ende des Ntonats, wie nunmehr in dec Darmst. Ztg. bestätigt wird, zu mehrtägigem Besuch am Großherzoglichen Hofe eintreffen. * " Pfarrperfonalien. Se. Kgl. Hol), der Großherzog haben den evang. Pfarrer Otto Offenbächer zu ■■Mae««—m—i —i n 'itwrorawiMPTwiacaBaamng wm .JWfaawuaraMBMiM und freie Wissenschaft" bei I. F. Lehmann in München erscheinen ließ. , Wahrmund spricht in feiner Schrift aus, daß der Kampf zwischen Glauben und Erkenntnis zuungunsten der katholischen Kirche von heute ausgehen werde. Er legt dar, daß der Katholizisnrus in her Praxis polytheistisch (Gott, Christus, Maria, Engel, Heilige und Teufel) fei; ferner anttopomorpy und mit einem kirchlich beschränkten Gottesöegriff behaftet. Tiq Rückständigkeit des katholischen Weltbildes, der.Reliquienkult und andere Schäden und Ausartungen werden erwähnt. Eine Gleich- bereck)tigung dec katholischen Wel1ansc!>auung an unseren Universitäten mit dem -übrigen Wissenschaftsbetriebe kann Wahrmund nicht zugestehen, denn die Universitäten sind aus Lehr- und Lernfreiheit aufgebaut. Um einen Beweis von der praktischen Tuldsamkeit Wahrmunds zu geben, sei erwähnt, daß er die katholisch-theologischen Fakultäten nicht unbedingt beseitigen will, ohne ihnen allerdings gar zu große Bedeutung: beizumessen. — Tiefe Aeußemngen haben die Klerikalen auf das hö* monie wird sich durch große Einfachheit auszeichnen. Märkte. 1c. F r a n f f u r t a. M., 19. März. (Tetegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Linz.".) Amtliche dlolietungen der heutigen B i ehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 55 Ochsen, 0 ans Oesterreich 4 Bullen, 0 ans Oesterreich, 73 Kühe, Zersen, Stiere und Rinder, 919 Kälber, 72 Schafe und Hümmel, 1274 Schweine, 0 Ziegen, 65 Ziegenlämmer, 53 Schallämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 74—76 Mk., 2. Qualität 70—72 All., 3. Qualität 60—64 All.; Bullen^ 1. Qual. 64-66, 2. Qual. 58—60; Rübe 1. Qualität 68—72 '.Bit, 2. Qual. 62—64 All., 3. Qual. 46—48 All., 4. Qual. 00—00 All., 5. Qual. 00—00 All. Kälber 1. Qual. 92—94 Pfg., Lebendgewicht i)4—56 Pfg., 2. Qualität 76—84 Pfg., Lebendgewicht 44—49 Pfg., Schlachtgew. 60—65 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 80 bis 82 Pfg., 2. Qual. 72—75 Pfg. Schweme: 1. Qual. 60—00 Pft Lebendgewicht 47,0—00 Pf., 2. Qual. 59—00 Pi., Lebendgewicht 46,0—00 Pfg., 3. Qual. 48—52 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg« Geschäft gut, fein Ueberftanb. Limburg a. d. Lahn, 18. März. Fruchtmarkt. Durch- schnittspreis pro Alalter, 'Roter Weizen (naffautidjer) 17,50 Alt, weißer Weizen 00,00 All., Korn 14,40 All., Gerste 11,00 Alk., Hafer 8.15 All., Erbsen 0,00 All., Kartoffeln 6,00 All.___________________ Gießener Wetteroicnst. Bwrausfichtliche Witterung für Hesse» am Freitag den 20. März 1908: Meist trüb. Geringer Regen. Temperatur rote heute. Veränderliche Winde. B e r n, 19. März. Aus Anlaß der Alä r zfe i er sand gestern in Genf eine große internationale Versammlung statt. Italienische, deutsche, französische und schweizerische Redner hielten Ansprachen. Es gelangte eine Resolution zur Annahme, worin die rujstscheu und deutschen Sozialdemokraten aufgesordert werden, den Kampf zu Gunsten des allgemeinen gleichen Wahlrechts sortzusetzen. Petersburg, 18. März. Folgender ErlaßdesKaisers a n d i e A r m e e und die Flotte ist veröffentlicht worden: „Die heldenmütige Verteidigung Port Arturs, welche die gesamte Welt durch die Standhastigkeit und Tapferkeit der Besatzung in Staunen versetzte, wurde plötzlich durch die schmachvolle Uebergabe der Festung unterbrochen. Tas Oberkriegsgericht, das die an der Uebergabe Schuldigen bestrafte, stellte gletchzeiiig die volle, erhabene Wahrheit der unvergeßlichen Heldentaten der tapferen Besatzung wieder her. Mutige Verteidiger Port Arturs! Durch eure heldenmütigen Taten, durch eure selbstverleuguende Tapferkeit und Eidestreue, welche ihr bei der Verteidigung unserer Feste im fernen Osten bc^ wiesen habt, habt ihr unsterblichen Ruhm erworben, und ein neues, glänzendes Blatt den Annalen der Heldentaten der ruslischen Krieger eingereiht. Das dankbare Rtißland ist stolz auf euch und wird eure Taten nimmer vergessen, wie auch ihr eure Pflicht ihm gegenüber nicht vergessen habt. Nikolaus." K o n st a n 11 no p e l, 19. Alärz. Wie aus Saloniki gemeldet wird, wurde dort em Komplott des bulgarischen Komitees ausgedeckt, das bezweckte, mehrere St o n f u l § der Großmächte z u ermorden. Auch ein gegen mehrere Griechen geplantes Attentat wurde vereitelt. Casablanca, 19. Marz. Den durch dieftlnruheu geschädigten Deutschen wurde gestern eine weitere Teilzah t u n g gewährt. Auch die Franzosen luerben nunmehr eine vorläufige Entschädigung erhalten. Dte Engländer stellten die gleiche Forderung in einer gestern abgehalteneu Versammlung. Tau g e r, 19. März. Abdul Asis plant die Wieder- besetzuug von Saffi durch einen Handstreich. Es heißt, Raisuli wolle für Abdul Asis Fez zurück erobern. — Laut Nachrichten aus Tetuau bestätigt sich die Acitteilung hiesiger französischer Blätter, daß die s p a ni^ch en Behörden in Ceuta mit dem Häuptling des Andjera Stammes wegen der B es e tz u ng der Sierra B u 11 o u e s d u r ch d i e Spanier u c r 1) a n b e l n. Es handelt sich hierbei ledensalls darum, von den reichhaltigen Antirnon-Mmen bei Ceuta Besitz zu ergreifen. Engelrod, den 18. März 1908. Die Beerdigung erfolgt zu Grünberg, Freitag, den 20. März um 2 Uhr. 1810 [sparsame Hausfrauen! Danksagung Familie Stegmayer D“/. or © Grosse Posten O LS Statt Karten. & bedeutend unter Preis. v"/. -- — =— * • — 1 & es e ll e n p r üfu» g Konkurs - Ausverkauf. folgendes Holz ver- des Prüfungsb'zirks Sich bin. L. Althoff, fioiitoötrwiilter. Hotels, Restaurants und Pensionate verwenden B. 1738 H. Fritz Lassaner. Neuen Weg 15. an 1803 02001: statt. — Versäume daher Niemand diese Gelegenheit. SeSie^sweg 77 1475 Elegante Jacken-Kleider 4 1 50 000 — fl Mark Grosse Auswahl in Stoff - Neuheiten Gebr. Imheuser Marktplatz 9-10 Marktplatz 9—10 aw 8 E3S2 MAGGI ■Kaffen LV Erstklass. Fahrrüder u. 3u6e= hört. lief, billigst. 48 8 1 104 833 209 d Ö L» M G Ä O UQ O P Für den Prüfungsausschuß: L. Scherfs. Glasermeister. Hochachtungsvoll Carl Rösinger mit der Schutzmarke: Eichhörnchen. P £ e-h Zwischen den Gräben und Heegstück steigert werden: T ödes-Anzeige (Statt besonderer Nachricht.) Der Vorstand des Bäücrvercins „Frühauf findet im Monat Mai d. Js. statt. Anmeldungen hierzu sind bis zum 20. April d. Js. an den Unterzeichneten (von welchem auch die Anmeldeformulare unentgeltlich bezogen werden können) zu richten. Lich, den 16. März 1908. der Kreisstraße Mainzlar—TreiS am Waldemgang. Mainzlar, den 18. März 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei. Vogel. früher Kutscher bei Herrn Brauereibesitzer Dichter. . ZE* Ein neues schönes Musik - Zustrumeut ist aufgefteilt. -öS Kinder-Kleidchen Kinder-Schürzen Corseits Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Pfarrer Juiius GrauBmg, r Zum Einweichen^ und Auskochen der Wäsche ■ -j:"V ■ ' ' verwenden ä Psd. 1.2V a)it ist ganz voräuglich. Bei Rückgabe non 1376 8 Gutsch. 1 Bfd. Würfelzucker 20 Gurscheinen */3 Pruud Liaffee ys* gratis. *W L. bteinnäuser 27 Seltersweg 27 17 Neuen Baue 17 Für die vielen Beweise wohltuender Anteilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Gatten und Vaters sagen wir unsern aufrichtigsten Dank. Sämtliche Warenbestände der Konkursmasse Christian.! Wallenfels werden im Laden Marktplatz 17 einem Aus« verkauf unterstellt, auch werden dieselben insgesamt und- partieweise abgegeben. Günstige Gelegenheit zum Einkauf aller Spezerei-^ und Kolonialwaren, Konserven, Spirituosen, Liköre usw. usw.;> letztere Artikel mit bedeutender Preisermäßigung. Ausverkauf wegen Aufgabe des Geschäftes findet von heute ab der Verkauf von Anzügen, Schuhen und sonstigen Bedarfsartikeln für 51,26 3,74 0,63 33,38 57,40 5,23 Pake.te ä H Ko. 20 Pfg. - Fabrikant:' Fritz Müller, j cm. Göppingen (WurtC) der RcchlsaM zu Bruchsal üe .!t. vau isi, leit n ausgegebei. k von Abesfi' r erst vor futjtg irbe, wegen BoO- astet einem Lokal, n ls betrieben wurde itum wurden bt- wegcn Steuci- Desraudantcn c halbe Milli» Letter des KönsS ji Sankt Augulla jffen und von btt ichzeit mit Ka- rnöen. Sie Zerv -ichnen. Nur der allerfeinste Weisshafer dient zur Herstellung von Quaker Oats, und ein besonderes Mahlverfahren sorgt für die Reinheit dieses Produktes Höchst sparsam für die Hausfrau, ist Quaker Oats eine nahrhafte und wohlschmeckende Speise für die ganze Familie. Nur in Paketen; niemals laset Dienstag, den 24. d. Mts., in denselben Distrikten: ; rm Buchen-Scheit , Eichen- „ darunter 26 rm Küferholz Bachruf Am 16. d. Mts. verschied unser treues Ehrenmitglied Wilhelm Berger. In chm verlieren mir einen treuen Vcreinskollegen und Atitbegrünüer unseres Vereins. Ehre seinem Andenken! fertigen wir nach Mass, unter Garantie für tadellosen Sitz an Holzverfteigerung. Montag, den 23. d. Mts., soll im Wald dec Gemeinde Mainzlar in den Distrikten Schabenberg, Eichwald, 108 109 3 238 7 8250 138 unte T 7° M > Q'Qntrag5 A iv'grn S" Landen <5* üng schließ tzos. o, °"li°ns°L l"c Gemahlin a d'ews Ansuck» S Nlt§ mi: Jbe, und u nü ^.unverletzt P, na'e bis zur qi, egehren in erneu °len- Dielei, teuMg und Ne. 'M gehabt. Zn l. den Generaler m Port-ArihL. undung. Ileber 1 N)ir einem leid Fock fühltz le abfällige Sc ichloh nach seM anyrnow gab bä ipiellerGeg, Duell mit W gig. Die Kartell, os- Der General' es^öauptstabs er. ' Zache nicht unb vorlegen. Dieser für zulässig. Ae chritt Distanz. nur Fritz MüUer’s • <. Teig-Seife , Kiefernrund-Scheit „ Buche-, Eiche-, Kiefern- und Fichte-Knüppel „ Eiche-Ztutzknüppel, 2 und 3 m lang- Buche-, Eiche-, Kiefern- und Fichte-Wellen rm Buche-, Eiche-, Kiefern- und Fichte-Stücke. Der iedesmalige Anfang ist vormittags 912 Uhr, Ong.-Berrcht M tnyiehmatl!- 0 aiß Oesremq itiexe und Ruid«, chweinc, 0 Siep >1)1! . lalilal 74-76 3Mi 44 'M.: tiralilät 68-72 A ■ Lual- 00-00 M rsZ >StJl sm LebeudzeiE &?<#-«• 0SÄU Wer innerhalb 8 Tagen 1 Mark vcr Bonauweaung oder fft Briefmarten ernschickt, erhalt cm Kistchen uniornerle Blgarren franko zugesandt. Dieses billige Angebot mache ich nur deshatll, weit ich meine Preisliste an Rauchern mrtschrcken wtu. isi/s 31. Hiess, Zigarren-Fabnk, Laocnburg i. Pom.___________ ) ellt 0 9 iic- ltan\ $ > «.»O Gott der Herr hat gestern abend io1/^ Uhr unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwägerin und Tante Käthe ©TsmlsAg' Witwe des Grossh. Gendarmerie-Wachtmeisters Johann Ernst Grabing nach kurzer, schwerer Krankheit in die Ewigkeit abberufen. Um stille Teilnahme bittet i Eichen-Stämme, Schnittholz mit , „ Wagnerholz „ Buche-Stamm , Fichte-Stämme, Bauholz v Fichle-Derbstangen „ „ -Reisslängen „ tacMMehmta.' Freunden und Bekannten die ergebene Akilteilung, daß ich- die Wirtschaft im Hause West-A^Sage 64 Ecke Qöwaldsgarten (früher Heinrich Schneider) übernommen habe. 'Dlein eifrigstes Bestreben wird es sein, die mrch beebreirden Gäste durch nur «ate Speisen und Gctrti-nke su angemeisenen- Preisen nt jeder Beziehung zufrieden zu stellen. Schweineschmalz gar.rein Psd. 50 Psg., Rüböl !6tr.83Pfg.,Blüten- . ----- mehl vr.Psd. 20 Pfg., 3Psd.54Pfg., _ a. a. Teilz. Bertr. Bogelsb. Eier St. 7 Pf., Bayr. St. aes. Katalog or. 6Ps. cutpf. W.Ullrich,Schlostgasse 7. Hans Cromc & Co., EmbcckSS. (02016) I (b29 /2)___________________ Alice-Schule. Die Ausstellung der Schülerinnenarbeiten im Bügeln unbs Kunstwascherei, Weistnähen, Schneidert und des Lehrerinnen-! kursuS werden Sonntag u. Montag, den 22. u. 23. März» von 11—1 und 3—5 Uhr im Schullokale ausgestellt. Der Unterricht beginnt wieder Montag, den 27. April., Auskunft und Amneldungen bei v18/, der Oberlehrerin L. Moefer, Gartenstraße 30. fnedncB jeipd Markt 16 Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen hocherfreut an John Egon Schwarting und Fran Resi, geb. Kaspar. Gießen (Seltersweg 58), den 18. März 1908. 1808 s iraTJi«™«. am vorteilhaftesten Ww w großen plombier- ten Flaschen No. 5 (ca. 1 Liter) zu 11k. 6.—. Bestens empfohlen von [c10/3 Bekanntmachung. In unserem Genossenschaftsregister wurde tzeute bei der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft e. G. m. u. H. zll Eberstadt eingetragen, daß der Landwirt Ferdinand Löbrich zu Eberstadt aus dem Vorstand ausgeschieden ist, und an seine Stelle Landwirt Wilhelm Weckmann II. zu Eber- stadt in den Vorstand gewählt worden ist. Lich, den 16. März 1908. B*/a Großherzogliches Amtsgericht- JohVaillant Remscheid ßedeulendsleSpeiialfabrikfürGas-ßadeöfen. tfeofenl jE°LüinQ i,aa «rfl» An»aP-> ■ iönL#..nlbem0' I feit öet n, nebetb*-" 2d* ‘1 er IW'S».«* .rfeit un,rt ßiie«c? ivolbE"' tujfllJJ I ?; bie deutschen Schokoladen u, Kakaos Ws. wie die edlen Weine des Rheingaues nur durch den Reichtum an Aroma. ber Name Stollwerck bürgt für Güte und Preiswürdigkeit. weil allen Ansprüchen und allen Wünschen des kaufenden Publikums Rechnung getragen wird, her Geschmack des einfachen Cannes wie auch der des verwöhntesten Feinschmeckers wird durch dieStollwerck-Fabrikate voll befriedigt. Alle von der genannten Firma für die Herstellung ihrer Erzeugnisse verwendeten Kakaosorten sind gleich nährkräftig und unterscheiden sich der Firma Gebrüder Stollwerck A.-G., Köln und Berlin, haben zwei bmge gemeinsam: die Güte und die Preiswürdigkeit, bie einzelnen im Handel befindlichen Sorten sind, auch wenn sie sich im Preise unterscheiden, stets bester Qualität, da zu ihrer Herstellung nur vorzügliche Rohmaterialien verarbeitet werden und der Fabrikation selbst die grösste Sorgfalt zugewendet wird, bie teuersten und wohlfeilsten Schokoladen und Kakaos der genannten Firma erfreuen sich gleicher Beliebtheit M r M M W 7 / I I /•‘/V '• 'M y- >5/.% ,.vv •V jix'; •Y Ä DM F'?? 1 8 B-V D _ cbcndfrische Donnerstag, den 26. Ntürz 1908, nachmikt. 3 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vordem Namen des Heyno BueS in Wichen stehenden Parzellen der Gemarkung Gießen: 4 1655/n =1939 qm Hosreite am kleinen Steinweg rechts, 4/IföVio = 5964 qm Grabgarten daselbst «früher Stelns Garten) öffentlich meistbietend versteigert werden. Auswärtige Bieter haben sich über ihre Zahlungsfähigkeit genügend auszuweisen. Giessen, den 4. März 1908. Großh. Ortsgericht Gießen. ____________Gros.___________ K26/08 B12/9 Donnerstag, den 2. AvrU 1908, nachmittags 3 Uhr werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Augusi Gottlieb Kames, jetzt in Basel, stehenden Parzellen der Gemarkung Gießen: 1/1243,7=350 qm Hosreite auf dem Gartfeld, 1/1244,8=44 qm Grabgartendas-, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 11. Mär- 1908. Gr. OrtLgericht Gießen. ____________ (9 r o s.________________ K81/07 B,ti/= Donnerstag, den 2.3. April 1908, nachmittags 3 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vordem Namen des Hernr. Ättiller IV. sieheuden Parzellen der Ge- inarkung Gießen: 1/984=85 qm Hosreite in der Neustadt, 1/969=21 qm Stall in der Mühlgasse, 1/1043=70 qm Hofraum mit Scheuer in der Sandgasse, und von 1/981=105 qm Einfahrt in der Neustadt, der dem H. Müller IV. zustehende ideelle Anteil zwecks Erbaus- einandersetzung öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 18. Mär^ 1908. Gr. Ortsgericht Gießen. Gros. L33/08 B18/, Donnerstag, den 23. April 1008, nachmittags 3 Uhr, wird auf hiesigem Ortsgericht die vordem Namen der Peter Minke Witwe n.dtmder stehende Parzelle der Gemarkung Gießen: 1/374—974 qm Hosreite in der Walltorstraße, für den der Ww. Mrnke zustehend. 43/64 Anteil öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 18. März 1908. Gr. OrtSgericht Gießen. Gros. die zwecks Tätigkeit in freier Natur höh. JLebensberuf in Landwirtschaft o. Gärtnerei ergreifen sollen, find. unt. günst. Bedingungen zeitgem. Fach- Aanbilduiag resp. Berechtigung zum ein.ilähr.-freiwiil. 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