Nr. 4Ä Ter Kampf der Industrie darf leitigen Bäuchen. (£' gehört Herr v. Podbie ielski wieder zu uns und hat sich in unsere verfaulten Kultur meisterhaft darstelle. Als der bedeutendste von den drei Männern erscheint Hagemann Frank Wedekind. Während die beiden andern nur Gescllschaftszustände des modernen Lebens ins Auge fassen, gehe Wedekind nach der Tiefe des Menschentums mit einer überwältigend großen Ironie, die aus der Sehnsucht nach unerreichbaren Schönheitsidealen heraus, in bitten» Zorn an nichts mehr glaube und in allem die Lüge sehe. Er reiße der Menschheit die Kleider vom Leibe und stelle sie in grauenhafter Nacktheit ihrer Verderbnis hin. Tabei komme er in die Tiefe jenes Urmenschlichen, in der das Tierische sich unheimlich geltend macht, und als den Träger dieser brutalen Urmcnschlichkcit sehe er das Weib an, das überlegen den Kampf aufnehme mit dem Weib suchenden Manne. Im Zusammenhangs damit interessiere er sich logisch vor allem für das Triebleben und weiterhin für die Frage der Erziehung des Menschen inbezug auf die Regelung der Instinkte. Wedekind sei nicht unmoralisch trotz seiner verwegenen Frechheit, sondern amoralisch, und ob man nun seine grausam düstere Weltanschauung teilen wolle oder nicht, jeden falls müsse inan in chm das Genie, die große Persönlichkeit erkennen, und es sei wahrscheinlich, daß von ihm aus das deutsche Drama der Zukunft seine weitere Entwicklung neunten werde. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktiome^A 112. Tel.-AdruAnzetgerGseßen» Es betrat dann von mnmtenlangen Händeklatschen und Getrampel , begrüßt der frühere Staatsminister von Pod- b i e 1 s k i die Rednertribüne und führte aus: Was uns Not tut, ist eine gesundeHeimats-undWirtschaftspoli- t i k. Manches ist erreicht gegenüber einer Belvegung, die.um die Mitte des vorigen Jahrhunderts eintrat für eine günstige Entwickelung von Hairdel und Industrie. War deshalb die Forderung der Landwirte auf Schutz der heimischen Arbeit so unberechtigt? Es ist richtig, daß, wenn der Wohlstand des Landes wächst, günstige Absatzverhältnisse für däs ganze Er- wcrbsleben_ vorhanden sind. Aber wir dürfen nicht vergessen. daß es das Land war, ist und bleiben wird, das den Grundstock für den Wohlstand bilden wird. (Lebh. Beifall.) Wir haben vor uns eine wirtschaftliche Krisis, hervorgetrieoen durch übertriebene Spekulation und eine ungesunde Kreditgewährung, demgegenüber steht eine gesunde Landwirtschaft, die uns die Krisis überwinden helfen ivirb. Wir wünschen Schutz für die Landwirtschaft, daß aber auch Handel und Wandel und das Erwerbsleben blühen möge. Der Kampf der Industrie darf aber nicht ausarteu in eine Jagd nach dem Glück, sondern nur dauernde Arbeit zeitigt sicheren Erfolg, imb Händeklatschen.) ~ ALeönes Feuilleton. — Dem Gedächtnis Richard Wagners widmet der ® t e 6_e n e r Konzertverein einen Teil des am 23. d. Mts. um Theater bevorstehenden Konzertes, über dessen Solisten ,^uh. Backhaus wir in Nr. 158 bereits berichtet haben. Der herein gedenkt hiermit der 25. Wiederkehr des Todestages Rich. Wagners. Zur Ausführung gelangen zwei der erst jüngst von §elrx Mottl neu herausgegebenen Orchesterstücke der Meisters. *rte'.e als Ouvertüren bezeichneten sinfonischen Werke „König enzro", „Polonia", „Columbus" unb „Rule Britannia" waren mher verschollen. Es sind gerade 60 Jahre her, seit die beiden m i' auch zu uns jetzt gebrächt werden, „Columbus" und "Rule Britannia" in einem Konzerte in Riga aufgeführt wurden, >ann innöte sie Wagner im Manuskript nach England, und iettoem waren sie verschwunden, bis sich 1904 die Manuskripte 9te‘)et landen. Diese Kompositionen sind für jeden Musikfreund ?on hohem Interesse und es ist erfreulich, daß wir sie hier .enncn zu lernen Gelegenheit erhalten. Sie sind höchst bezeich- aend stir den Entwicklungsgang des Meisters und die unruh- wllen Zeiten seines Lebens in der damaligen Zeit. Unter ;i9nen sind Nr. 1 („König Enzio") - und Nr. 2 („Polonia") 1832, "«plumbus" 1835 und „Rule Britannia" 1837 entstanden, die i^tercn stammen also aus der Magdeburger und Königsberger -atigkeic Richard Wagners. In der Enzio-Ouvertüre steht Wagner voch unter dem Banne Webers, auch lehnt sich die Jnstrumcn- an Mendelssohn an, aber in der „Polonia" „zeigt >ch jchon die Klaue des Lölven", sie, wie die folgenden, sind mheblrch freier in der Anlage und schon in der, damals jedenfalls v°uz neuen Instrumentierung geschrieben, die uns jetzt an Wagner" als ganz selbstverständlich erscheint. Ja, für »leiet'uoertüren verlangt der Komponist, was Besetzung anbelangt, uuejenorchester, vornehmlich durch die Ausnützung der Blas- mitrumente. Tie Columbus-Ouvertüre darf nach G l a s e n a p p, ™eni bekannten Wagnerkenner, wohl als Vorläufer der Ouver- Ere „zum fliegenden Holländer" bezeichnet werden — hier wie aort Serben die Wogen und Wellen des ftunnbeipegten Meeres -tönen ausgemalt, ein gewaltiger Fansarenschluß deutet aus 6lucklichc Landung des kühnen Seefahrers hin; geradezu uoerraichend wirkt aber der am Eingang in der wogenden -^ci'egung der Streicher sich ausprägende Ausblick aus Wagners Miere Schaffensperiode, welche geradezu eine Vorahnung des !-ahcmgold" vermittelt. Tie Ouvertüre schrieb Wagner zu einem, qD' -Magdeburg aufgeführten Sck-auspicl fernes Freundes Theodor .Mel „Columbus": sie ging später verloren, bis das Mannftrrpt n zufällig in Paris entdeckt wurde. Ueber die 4. Ouvertüre '" 'Ule Britannia" schreibt Magner selbst: „Das Jahr, welches ich • Königsberg zubrachte, ging durch die kleinlichsten Sorgen ö'Mzlich für meine Kunst verloren. Eine einzige Ouvertüre schrieb 1Q, „giule Britannia". Nach ßonbon gesandt, war sie bis 1904 schollen, bis sie schließlich in Leicester im Besitze eines dortigen Anstrengungen gemacht mürben, das äußere Bühnenwesen gründlich zu resonnieren, es vor allem an einer erfolgkräftigen dramatischen Literatur fehle. Tas Begehren deutscher Kunstfreunde ziele einerseits nach einem Trama großen Stils, das bedeutende Menschheitszüge auf kulturgeschichtlicher Grundlage vorführe, und anderseits nach einer Lebensschilderung mit satirischem Inhalt. In letzterer Beziehung stehe es aber in Deutschland besonders schlecht, und bodj müsse man sagen, das Drama der Zukunft werbe wesentlich ttagikomischcn Charakter haben. Einen verheißungsvollen Anfang dazu habe der in Dublin geborene Bernhard Shaw gemacht, der zunächst im eigenen Vaterlande weniger beachtet worden sei als in Deutschland. Er wende sich gerade so wie Wilde und Wedekind von der Wirklichkeit und ihren vermeintlichen Notwendigkeiten der Lebensklugheit zornig ab, und sehe die Tinge aus einem entgegengesetzten idealen Standpunkte an, der ihn zwinge, all das läclMlich zu machen und zu, verspotten, was die herrschende Meinung für notwendig und gesetzmäßig ansehe. So verfahre auch Oskar Wilde in seinen Tar- stellungen der modernen Gesellschaft. Wilde sei zwar höchst geistreich, aber kein so starker Dramatiker wie Shaw, sondern baue seine Schauspiele sehr oberflächlich und ohne feste Logik auf. Während Dr. H. nach dieser Richtung über Wilde mehr abfällig als lobend urteilte, pries er in hohem Maße dessen Salome als ein Künstwerk ersten Ranges, das in knapper Form und vollendeter künstlerischer Steigerung den Zustand einer Produkt muß mit den steigenden Löhnen auch immer teuerer werden, und so hoffe ich als alter Mann, als Mann, der heute ftiedlich aus seiner Scholle sitzt. Ihnen die Grundsätze angegeben zu haben, unter denen sich in deutschen Gauen ein gesundes wirtick-astliches Leben einrichten läßt unb von hier auä rufe ich in alle deutschen Lande hinein: Ihr Männer des Handwerks, des Mittelstandes, vereinigt euch, laßt den alten Zwiespalt und die Eigenbröbelei. Unb Ihr beutschen Frauen, lehrt eure Kinder beten unb sie allezeit mit Gut und Blut für ihren Kaiser, für ihr Vaterland unb ihren Glauben eintreten. Lehrt sie auch, baß nur Fleiß unb Arbeit die wahren Grundlagen für Zuftredenheit unb Wohlergehen sind. Tann werden wir ein Geschlecht von Männern erhalten, auf das unser Vaterland stolz sein kann. (Man erhebt sich von den Plätzen zu Ehren des Redners, die Damen lvinken begeistert mit den Taschentüchern. Stürmischer Beifall.) Mit der Ansprack)e des Staatsministers v. Podbielski war der Höhepunkt der Tagung sichtlich überschritten. Eine große Anzahl der Teilnehmer verließ den Zirkus; doch blieben immer noch einige Tausend zurück, um bas nun folgenbe Referat des Rfttcr- gutsbesitzers Bo ck-Groß-Brütz über Reichs st euervorlagc zu hören. Er führte u. a. aus: Die Landwirtschaft hat ein bedeutendes Interesse an der Hebung der finaiuietten Notlage, denn das Kapital ist international, die Industrie wandelbar, aber das Land besteht. Ter traurigste Etat, der je dem Reichstage vorgelegen, sei der von 1908, denn er weist ein Defizit von 260 Millionen Mk. auf, bei einem Schuldenbestand des Reiches von 2 Milliarden 74 Millionen Mk. Eine derartige Finanzwirtschaft ist des deutschen Landes unwürdig. (Zustimmung.) Sind wir in Portugal oder Grieckienlanb, daß wir unsere Schulden nicht bezahlen können? Wenn wir es nicht tim, so liegt es nicht an unserem Können, sondern an unserm Wollen. Ter Redner tritt ein für Bier- unb Tabaksteuer, Dividenden st euer, Börsenbesteue- r uüg und lehnt eine ein ft euer ab. Das Spiritusmonopol bringt uns keine Vorteile; wir lehnen es aber nicht grundsätzlich ab, wenn die gewünschten Gewährleistungen gegeben, unb wenn die mittleren unb kleineren Brennereien vom Großkapital nicht aufgesogen werden. Energisch Front machen müsse man gegen die geplante Erbschaftssteuer. Der Redner schloß: der Reichstag dürfe das Börsengesetz und das Gesetz über den Terminhandel nicht eher verabschieden, bis eine durck)- greisende Finanzreform durchgeführt sein wird. Er beantragte dann die Annahme seiner Resolution. (Lebh. Beifall.') Reichstagsabg. v. Oldenburg -Januschau (von lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Ueber die Junker möchte ich mich hier nicht aussprechen. Denn die Junker sind auch verschieden. (Heiterkeit.) Ein Junker hat uns in dem Vorredner bereits begrüßt, und ein anderer Junker aus Westpreußen, der Herr v. Gerlach, hat uns in der „Welt am Aöontag" begrüßt. («Stürm. Heiterkeit.) „Sei gegrüßt, du holder Stern, du bist )o nah und doch so fern." (Stürm. Heiterkeit.) Tie Situation ist außerordentlich schwierig; in Zeiten des Kampfes hieß es: Bor mir Licht, hinter mir duster. Jetzt heißt es umgekehrt: Bor mir duster, hinter mir Licht. (Heiterkeit.) Auch in diesem Zirkus hat ein großes Licht geleuchtet gelegentlich des freisinnigen Parteitages, und als ich die Einladung zur heutigen Versammlung erhielt, dachte ich gleich: hier muß Musike drin liegen. (Große Heiterkeit.) In der Einladung würbe mitgeteilt, daß nicht die Gedanken des Bundes der Landwirte es gewesen seien, welche bei den letzten Wahlen die Sozialdemokratie erfolgreich dekäinpft hätten, sondern den Sieg habe erfochten das liberale Bürgertum. (Heiterkeit.) Meine Herren! An dieser Behauptung ist das eine richtig, daß in den Großstädten nicht die Landwirte wohnen. Aber daß die Gedanken des liberalen Bürgertums die Sozialdemokratie nieder geworfen hätten, ist nicht richtig. Zu den bekannten Großstädten gehört doch auch Berlin, unb hier hat die Sozialdemokratte ihren ganzen Besitzstanb behauptet. Tann ist zum anbern gesagt worden, der Name des Grafen Caprivi mürbe in ber Geschichte noch fortleben, wenn niemand mehr von den Führern des Bundes reden würde. (Heiterkeit. Hört! Hört!) Und ferner ist gesagt worden, das kann nicht scharf genug zurückgewiesen werden — wir verfolgten den Grasen Caprivi noch über das Grab hinaus. Meine Herren! Wir lieben über das Grab hinaus, aber wir hassen nicht über das Grab hinaus. (Sehr richtig! Lebh. Beifall.) Wir haben auch den , „ (Lebh. Beifall . , . Von dem Vorredner wurde die Frage schon berührt nach unseren heimischen Arbeitern. M. H. Wo liegt die Hörigkeit, die Abhängigkeit? Doch in den Siäbten, wo die Gesamtsumme der Bevölkerung abhängig ist vom Kapital (stürmischer Beifall) und deshalb müssen wir immer wieder Wert legen auf eine vom Kapital unabhängige Landwirtschaft. Sie ist im Staacsgebäude das Mckgrat, auf das sich die ganze Bevölkerung verlassen kann. Mit schönen Worten, Verheißungen, mag man sich ia vielleicht _ täuschen lasseii über die wirklick)e Bedeutung der Amdivirtschaft. Aber halten Sie fest, daß der deutsche Mann, deutsche Volk rechnet nur mit dem Mann ber Tat. (Lebh. ocifalQ Das ist bas Empfinden, das jetzt doch überall im oolfc lebendig geworden ist. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß eine gesunde Landwirtschaft, ein blühender Handwerker- jtanb, das Bollwerk ist, an dem alle diese Angriffe zerschellen. Wir, brauchen um die Gunst der Massen nicht zu buhlen, der Massen, die heute einem Manne zujubeln, und ihn morgen mit vred beschmeißen. M. H. Halten Sie daran fest, daß, die Wurzeln ber Kraft unseres Vaterlandes in seinem Bauernstände ruhen. Halten Sie fest an dem Grundsätze: Ehrliche Arbeit auf deutschem Boden ist ihres Lohens wert. Halten Sie aber auch daran fest, wenn man in heutigen Tagesläuften Sie fragt, weshalb die Produkte intmet teuerer werden? Ein von menschlicher Arbeit belastetes späteren Kaisermarsch uns vorahnen läßt. Wir müssen Professor Trautmann dafür dankbar sein, daß er uns diese, bis jetzt nur in Wien, Paris und kürzlich in Chemnitz mit großem Erfolg aufgeführten Jügendwerke Richard Wagners vermitteln will. Tas Orchester, die vom ersten Orchester- unb Chorkonzert bei uns schon bekannte Sinsoniekapelle bes Zoologischen Gartens in Frankfurt, ist gemäß der vorgeschriebenen, ganz ungewohn- licheu Besetzung, durch Frankfurter Künstler sehr erheblich verstärkt. — Liszts Tasso wird manchem Konzertbesucher noch von einer, unter Professor Trautmann stattgehabten Aufführung durch das Homburger Kurorchester (1901) her noch in Erinnerung sein. — Tas Konzert verspricht demnach, auch was die Auswahl des Programmes anlangt, einen hochinteressanten seltenen Kunstgenuß; hoffen nrir, daß sich kein Musikfreund diesen Kunstgenuß entgehen läßt! — Aus Darmstadt wird uns unterm 17. d. Mts. geschrieben : Die freie literarisch-künstlerische Gesellschaft vermittelte uns gestern die Bekanntschaft einer außerordentlich wertvollen Dichtung des hier lebenden Schriftstellers Karl Hepp, der schon vor einigen Jahren durch das am Hoftheater aufgeführte Schauspiel „Jrrgang des Herzens" eine Probe seines tiefen Eindringens in _ philosophische Charaktere gegeben hat. Regisseur und Hofschauspieler Hacker hielt vor einem auserlesenen Auditorium eine Vorlesung aus des Dichters „P a r a e e l s u s", einer groß angelegten, fein psychologisch durchgeführten Dichtung, in welcher uns der Verfasser den berühmten Schweizer Arzt unb Naturphilosophen Theophrastus Paracelsus aus dem 16. Jahrhundert in lebendiger, ergreifender Darstellung vor Augen stellt. Ter Vorttagende ließ der Dichtung kurze, charakteristtsche Erläuterungen über den Lebensgang des 1493 zu Einsiedeln in der Schweiz geborenen Helden vorausgehen, der in seinem Wahrheitsdrang und seinem unermüdlichen Streben nach Besserung der Menschheft an Leib und Seele bis zu seinem Eirde ein unruhiges Forscherleben führte und in seinem Ringen nach Erkenntnis und Geistesfteiheit sein Alles für seine Mitinensckien opferte. In Herrn Hacker hatte das herrliche Werk den berufensten Interpreten gefunden; er verstand es, die poetischen Schönheiten, wie die dramatische Kraft und Plastik der Dichtung in vollendeter Weise zur Geltung zu bringen und damit ber zahlreichen Zuhörerschaft einen Kunstgenuß zu bereiten, für welchen dem mit zugegen gewesenen Verfasser, wie dem geistvollen Interpreten in gleicher Weise wärmster Dank gebührt. — In der Literarischen Gesellschaft zu Köln hielt unlängst der Intendant der Mannheimer Hofbühne, Dr. Karl Hagemann, früherer Feuilleton-Redakteur der „Rhein. Wests. Ztg." in Essen, Musikers aufgefunben wurde. Tie Partitur trägt die Inschrift I einen Vorttag über drei moderne Dramatiker, Bernhard „Richard Wagner, 15. Röärz 1837. Königsberg." Auch sie ist S h a w, O s ka r W il d e und Fr a u k W e d e k i n d. Ernannte im Aufbau einheitlicher und zeichnet sich gleichfalls durch eine > es ein tragikomisck)es Verhängnis, daß, wenn die größten imposante Kraftsteigerung aus, die an einigen Stellen den A " ...... (öeiiuaivdjoriimiung des Bundes der Landwirte, n. S. n. H. Berlin, 17. Fehr. Es folgte das Referat des Abg. Chefredakteur Schrempf- Stuttgart über die Blockpolitik. Er führte aus: Tas Wort vom Block und der Blockpolitik ist in Deutschland noch ganz neu. Im Süden des Reiches hat eS jedenfalls keinen guten Klang. (Hört! Hört! Beifall.) Man hört oft sagen, man ivürbe wohl noch einsehen, was man mit dem Block für eine Dummheit gemacht habe. Der Linksliberalismus finde sich am schwersten mit dem Block ab, er sei die reinste politische ^ndcrstube geworden. Ter Block bürfc nicht zum Werkzeug werben, bcmokratische Träume zu verwirklichen. Die Stärke des Liberalismus sei stets gewesen: nein zu sagen. Das deutscheVolk habe bem £ibcralidmu5 läng ft den Laufpaß gegeben unb nur noch in den Städten führe er ein kümmerliches Dasein. Ter Block müsse nationale Politik treiben, damit Deutschland auch dem Ausland imponiere. Im Reichstage ist ein Versuch mit der Blockpolitik vorhanden, aber er ist noch nicht eingewurzelt. Wir haben ja einen Block in dem „Bunde", ber sich aus allen Teilen des deutschen Volkes zusammensetzt. Die schwersten Nieberlagen hat das deutsche Volk erlitten durch seine Uneinigkeit. Solange ein Mann an ber Spitze des Reiches stehe, der als vornehmste Aufgabe bettachtet, den deutschen Bauernstand zu schützen, und die Sozialdemokratie von ber Norbsee bis zu den Alpen zurück- zudrcingcn, einem solchen Manne wollen wir helfen. Ter Md- ner schloß mit einem Hoch auf den Bund der Landwirte unb beantragte bann die bereits mitgeteilte Resolution anzunehmen. Chefredakteur Dr. Oertel (lebhaft begrüßt): Wenn ich die heutige Versammlung sehe, möchte ich ausrufen: Welche Wandlung, wie lang ist es her, daß ein preußischer Landwirts hafts- minifter uns als gemeingefährlich bezeichnete, unb als vor kurzem dieser selbe Minister seinen 80. Geburtstag feierte, ist er vom Bunde lebhaft beglückwünscht worden. Wie lange ist es her, daß unser hochverehrter Herr v. Podbielski das Tischtuch zwischen sich unb dem Bunde zerschnitt. (Heiterkeit.) Tas haben wir ihm nicht Übel genommen. (Heiterkeit.) Wir müssen zw- geben, daß wir ihn manchmal vor den Bauch gestoßen haben. (Stürm. Heiterkeit.) Tas ist nicht schlimm bei unseren beiber- "Heiterkeit.) Welch eine Wanblung! Heute Grasen Caprivi nicht gehaßt sondern immer anerkannt,, daß er ein tapferer unb ein braver Mann war. Was mit bekämpften, ivar seine Wirtschaftspolitik. Unb wenn sie geblieben märe, so ist es ja möglich, baß man Caprivi noch lange genannt hätte, aber den Namen des Deutschen Reiches würde inan dann nicht mehr lange genannt haben. (Sehr richtig! Großer Beifall.) Ob die Namen ber Bundesführer verklingen werden, ist diesen selbst wohl am allermeisten egal. Wichtig ist ihnen unb uns nur, daß die großen Gedanken, die unsere Bewegung durchziehen, be- steheir bleiben, unb sie werden unüberwindlich bleiben. (Stürm., anbauernder Beifall.) Tie deutsche Landwirtschaft lag am Boden, als ber Bund kam. Er hat ihr aufgeholsen, unb darum muß and) heute der Ruf erneut ins Land gehen: Schließt Euch uns an, Ihr deutschen Bauern. (Stürm., anhaltender Beifall.) Weiter sprach Herr v. Machui, Oppeln, ber die Grüße der Schlesier überbrachte und sich eingehend über die Frage: Darf e^in Katholik Bundesmitglied sein? ausließ. Diese Frage könne eigentlich einem Zweifel nicht unterliegen. Ebenso v>ie es unsinnig fei, daß jeocr Latholik Zentrumsangehöriger fein müsse, ebenso unsinnig sei es, einem Katholften etwa den Beitritt zum Bunde ver'.vehren zu motten. Ein braver Katholik kann sehr wohl Mitglied des Bundes, unb muß es sogar sein, ebenso wie er nicht unbedingt ein Zentrumsanhänger sein muß. (Stürm., demonstrativer Beifall.) Nachdein^ hierauf noch ein Bunbcsmitglieb aus Lübeck die Grüße ber Hanseaten überbracht hatte, nahm, mit stürmischem Beifall begrüßt, Reichstagsabg. Liebermann v. Sonnen» b e r g von ber deutschsozialen Partei, bezw. ber Wirtschaftlichen Vereinigung, das Wort. Auf ber vorigen Bundesversammlung habe er gefehlt, weil er damals int Wahlkampfe gestanden habe. Damals habe es geheißen, er hätte den deutschen Bauernstand infam beschimpft, aber im Ernste habe dies wohl niemand von ihm geglaubt. Inzwischen sei die Haltlosigkeit dieser Verleumdungen feftgcftellt worden, und er freue sich, wieder hier unter feinen Freunden stehen zu können. Man hat bereits von der Blockpolitik gesprochen, und ich bin selbst Blockpolitiker geworden, nicht im Drange meines Herzens, sondern ■ im Drange ber Nottveirdigkeit. Aber niemals werde ich das kleinste Titelck>eir von meiner Ueberzeugung aufgeben. Der gegenwärtige Block ist eine ^ujöbfung, die vom Verstände beurteilt werden muß, die aber das Herz nicht erwärmen kann. Vielleicht hat der Block noch den Vorteil, daß er die Wahlsitten mildert, die sich bisher zu kleinen Bürgerkriegen ausgebildet hatten. Er fei. damit zufrieden, wenn durch den Block nationale Forderungen glatt und sicher durchgesührt werden. Wenn wir wieder einmal in den Wahlkampf kommen mctben, merben die Liberalen wieder darauf bedacht sein, ihre liberalen Prinzipien zu reiten. Die Liberalen des linken Flügels werden sich bann wieder auf bie Sozialdemokratie stützen: wir verzichten auf jede dieser Stimmen. (Beifall.) Ter Freisinnige sagt: Wenn er einmal national gewesen ist, bann müsse er auch gleich Gegenleistungen haben. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß die nationalen Güter nicht Handelsartikel fein tonnen. (Zustimmung.) Die Mittelstandpolitik hat bei dem Bund der Landwirte verständnisvolle Unterstützung gefunden. Bisher sah eS so aus, als ob bie Sozialdemokratie bie alleinige Vertreterin der Arbeiterschaft und des Mittelstandes sei. Tas ist anders geworden, unb wir haben heute eine christlich-nationale Gewerkschaft, hinter der eine Million von Mitgliedern steht. Zu dieser Arbeiterschaft möge her Bund ber Landwirte eine Brücke bahnen. Ter Redner feierte zum Schluß die deutsche Frau als Priesterin des Hauses, die der deutschen Arbeit den Segen gebe unb brachte ein dreifaches Heil auf die deutschen Frauen und Jungfrauen aus. Zweites Matt 158. Jahrgang Mittwoch 19. Februar 1908 •rttetnf tSaN« vurnabme de« Sonntag,. a Ä M X M Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen __ , ... ...... „ . ffi gl Bi jr reDr h jr bSI ß jPlta Wra BaH Oft) Unwersuäts - Buch' und Sletndruckeret. r-mM-ndl-Nk- werdendem U A Z H M V .ZI! 11 "4 B BÄ I ff I R. L-nqe. G.ebem »fcn^fler* otennal wöchentlich betgclegt, das W EL J8L M M. ffii brv Krets Stehen" zweimal V eASenthd). D,e »randwlrrschaftljchen Seit« « f r fretts" erscheinen monatliä) zweimal. General-Anzeiger für Gberhessen Js;»1 ■rt ehes Mittels • einmal 10 Pro ■ U haben. selbe In Uagigen ^Elektrochemie mr M ideKr? ^Mathematik! *• Prüfungen zu ■ rem der Würde ein^H Prüfung für Pharms.» zeitige Anerkennuy « n u. Preussen für du Ä Maschinenbaus ach». ■ jteni. Aufnahmen 1 -April. Programm» Pas Rektorat, t unungen: Wasser- Gewannen, en Preisen rtsch reg 83 iiu.Drogenge^ Iff «l*1116 ndems«-“"4' ,d« ... Qiia^ lpc*.e, 01d eckende9 j) for di't1’1* erb*6' M--'" "St' Reihen gestellt. Wir sind die alten geblieben, wenn sich auch äusserlich in unserer löjöhrigen Tätigkeit manches geändert fiat. Wir hoben die Ellbogcnsreificit der Knabeniahre gut gebraucht. 'Jetzt lind wir zur verantwortlichen Männlichkeit gelangt. Aber stets sind wir kaisertreu gewesen, selbst in der Zeit der größten Rot, als uns das Wasser bis an den Hals ging. Auch in dieser Zeit haben wir dem Kaiser zugejube.lt: inorituri de sa tu tont. Auch letzt, wo der Tritt der Arbeitcrüataillone erklingt, stehen 'mir treu zu unserem Kasier und die Temonstranten draußen «mögen erfahren, daß der Staat noch feststefit und er steht seit, solange die deutsche Landwirtschaft fest bleibt. «Stürm. Beifall.) Es sprach dann noch Generalmajor von Klo eben, der die Grüße der Hessen überbrachte, und sich für eine Iu n g g c j e l l e n st eu er aussprach. Darauf schloß Tr. Rö ficke die Generalversammlung mit einem stürmisch aufgenommenen Hoch auf die deutsche Land- -nnrtschast. politische Tagesßch««. Rußland und Finnland. Zm der. russischen Retchsduma brachte eine Gruppe von Abgeordneten der Rechten gestern eine Interpellation ein: erstens, ob es dein Ministerium deS Innern bekannt sei, daß, obgleich von den Anschlägen, die in letzter Zeit gegen die Ordnung und die Sicherheit des Staates stattgefunden hätten, viele in Finnland vorbereitet waren und obschon Leute, die solcher vcrbrecherijchen Anschläge schuldig sind, .n Finnland sich verborgen prellen, seitens des finnlän- dischen Generalgouverneurs und der Obrigkeit keinerlei Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Staatsordnung ge- troifeit feien; zweitens: ob der Minister des Innern Schritte unternommen habe, um den finnländischen Genercllgou- verneur und die Obrigkeit Finnlands zu zwingen, derartigen Anschlägen in Finnland ctit Ende zu machen. So achtet man in Rußland die durch Gesetz und feierliche Eide des Zaren garantierte Selbständigkeit des mit Rußland nur durch Personalunion verbundenen Groß- fürstentums Finnland. Tas unsittliche Schnlbad. Von einem „unsittlichen Scfiulbab" in Kessenich, einem Vororte Bonns, erzählt die „Köln. Ztg.": Tie Stadt Bonn hatte schon vor einigen zwanzig Zähren begonnen, ihre Volksschulen nach und nach mit Brausebädern zu versehen. Rach der vor wenigen Zähren erfolgten Eingemeindung der Vororte Tottendorf, Kessenich, Poppelsdorf und Endenich begann man auch die Schulen dieser früher mehr dörflichen, heute aber von zahlreichen Arbeiterfamilien' betvohnlen Orte mit Badeeinrrchlungen zu^ versehen. So wurde denn in der Kessenicher Nordschule ein Schulbub eingerichtet, das auch die Schüler und <5d)ü ter innen aus dem ganz nahebei gelegenen Poppelsdorf benutzen sollten. Tiefe Brauiebadanlage ist genau jo eingerichtet, wie dies in zahl- reidjen anderen Städten der Fall ist. Tie Knaben tragen beim Baden Badehosen, die Mädchen Badeanzüge. Der Ki-ssenichex Ortspfarrer hat sich übrigens die Anlage ungesehen und suno nichts dagegen zu erinnern, sticht so der katholische Pfarrer von Poppelsdorf. Er verbot schlankweg zuerst den Mädchen, dann aud) den Knaben seines Pfarrbezirts die Benutzung der von der Stadtverwaltung eingerichteten und von der Schulbehörde nachdrücklich empfohlenen Badeanstalt. Nicht nur das. Er drohte, die Mädchen, die das Schulbad benutzten, von oer Kommunion auszuschließen, und ging selbst mit seinen Maplänen in den Häusern seiner Pfarrerngesessenert rund und verbot den Eltern, ihren Kindern die Wohltat des Schulbads zuteil werden zu lassen. Von den Herren Kapluneu wurden |ogar Kinder, die mit gebadet hatten, mehrfach verhauet:! Zur Rede gestellt, verlangte der Herr Pfarrer Einrichtungen derart, das; die badenden Kinder sich in abgeschlossenen Zellen sich entkleiden und zwischen Scheidewänden hindurch so zu den Brausen gelangen müßten, daß sie einander nicht |"efieit könnten. Die „Köln. Ztg." knüpft an diese Mitteilung folgende zutreffenden Bemerkungen: Abgesehen davon, daß solche Einrichtungen nirgendwo für nötig befunden werden und jede Aufsicht beim Baden illusorisch machen, weis; auch ein jeder, daß solche Heimlichtuerei gerade die argloien Gemüter der Kinder auf böse Gedanken zu bringen geeignet ist und daher der «sitlsamteit nicht nur keinen Nutzen bringt, sondern sie geradezu gefährdet. Tie nette Geschichte zeigt, wie beschaffen die Eignung ist, die derartige Herren Geistliche zur Ausübung der Aufsicht über unser V o l ks s ch u l we j e n besitzen! Tie Schulverwaltung trifft eine anerkannt nützliche Einrichtung für die Schüler und cmpsiel)lt deren Benutzung — der Herr Pfarrer verbietet sie einfach uud verhöhnt damit die Anordnungen der Schulbehörde. parlamentarisches. Das preußische Abgeordnetenhaus * hat gestern in zweiter Lesung die Beratung des Kultus- Etats fortgesetzt. Beim Kapitel Elcmentar-Unter- richtswesen, wozu mehrere Anträge über die gesetzliche Regelung der Dauer der Schulpflicht und Wiedereinführung früherer Schulpflicht-Gesetze vorliegen, erklärte der fDhnifter, daß die allgemein übliche Festlegung des Entlassungätermins auf den Zeitpunkt dec Konfirmation festgehalten iverden müsse. Der jetzige Zeitpunkt sei für gesetzliche Aenderungen nicht geeignet. Die Anträge gingen an die Budgetkonmussion. Es folgte die Beratung des Antrages von Schenckendorff, worm die Regierung um Vermehrung der Pflichtstunden zur Pflege der Leibesübungen in freier Luft ersticht wird. Minister Holle sagte wohlwollende Prüfung der Angelegenheit zu. Der Antrag wurde nach kurzer Debatte einstimmig angenommen. Morgen wird die Beratung des Kultus-Etats fortgesetzt. Zu dem Stande der Verhandlungen über die Züstizreform erfährt die „Köln. Ztg.": Der Gesetzentwurf zur Abänderung der Zivilprozeßordnung ist in den Buiidesralsausjchüssen bis auf einige Details jetzt durchberaten und angenommen ivorden. Ec fommt in der nächsten Woche zur Plenar- Beschlußfassiing des Bundesrats und wird, da seine Annahme zweifellos ist, unmittelbar darauf dem Reichstage zugehen. Im Reichsjustlzamt ist der Gesetzentivurf zur Abänderung der Strafprozeßordnung abgeschlossen. Er unterliegt jetzt der Prüfung der preußischen Regierring und wird, falls diese zusümmt, m einigen Wochen an den Bundesrat gelangen. Es wird beabsichtigt, den Entwurf alsbald nach der Vorlegung beim Bundesrat zu veröffentlichen. Berlin, 18. Febr. Die freisinnigen Parteien des Reichstages brachten eine Resoliition Ablaß und Genossen ein, den Reichskanzler zu ersuchen, daß die gleichmäßige Zuziehung aller Stände 311m Geschworenen- und Schöffendienst in den einzelnen Bulidesstaaten durch Zahlung von Tagegeldern aus den Landesmitteln an die Schöffen und Geschworenen erleichtert wird. Berlin, 18. Febr. Die WahlprüfungL-Kommisiiou des Reichstages beanstandete die Wahl des Dr. Boehme M irisch aftlichc Vereinigung), 5. Kassel. Derrtjehes lieich- Berlin, 18. Febr. W1 au« Munchm gemeldet wird, wmmcn der Allgemein .',,.11x119 zufolge neuerdings al« Nachfolger des Fretherrn von Stengel un Reiche schatzamt der frühere Unterstaatssetretär üt Elsast-Lothrmgcn, Tr. Georg von M a 0 r, gegenwärtig ordentlicher Profefior der Statistik', Finanzwirkschaft und Nattonal-Oekönomte an der Universität München, in Frage. In Berliner parlamentarischen Kreisei: wird auch der württembergische Ministerpräsident von Weizsäcker als Nachfolger des Freiherrn von Stengel genannt. Weimar, 18. Febr. Ter Landtag nahm mit 16 gegen 15 Stimmen den Gesetzentwurf betr. Besteuerung der Warenhäuser des Großherzogtums an. München, 19. Febr. Tas Kultusministerium soll dem Münchener Tageblatt zufolge der Ansicht sein, daß im Interesse der Lehrfreiheit und der persönlichen Sicherheit der Dozenten bessere Garantien geschaffen werden müssen, als sie der Rektor Endres dem Professor Bard-enhewer bet der ersten Demonstration gewährt habe. Auch bei dec gestrigen Vorlesung Professor Bardenhewers wiederholten sich die Temmrstrationen. Als Professor Barden- hewer das Auditorium betrat, begrüßten ihn seine Anhänger mit Hochrufen, während die Gegner mit Pfeifen antworteten. Der Rektor erschien mit dem Pedell und vertrieb die Studenten unter Androhung des Consilium abeundi. Die katholische Verbindung erläßt eine geharnischte Erklärung, daß sie die Sprengung der allgememen Studentenversammlung nicht ver- ursacht hätte. Ausland. Toulon, 18. Febr. An Bord des Panzerschiffes „Teiiro- cratie" brach gestern eine Meuteret ans. Tie Mannschaft erhob Einspruch gegen die schlechte Verpflegung. Der Zwischenfall wurde später beigelegt. Auch vor bent Zeughause sind unter den dort beschäftigten Arbeitern ähnliche Klagen laut geworden. Madrid, 18. Febr. Die Nachricht von den Bomben- Explo fronen in Barcelona machen hier einen tiefen Eindruck. Ter Vorfall ereignete sich int Zentrum der Stabt trotz beö Belagerungszustandes und trotz ber strengsten Maßnahmen zur öffentlichen Sicherheit. Tie Täter blieben wie stets, so auch diesmal mrermittelt. Tiefe sich immer wiederholenden Bombenattentate terrorisieren die 'stabt, die beinahe unbewohnbar geworden ist. Ter ganze Handel liegt darnieder. Konstantinopel, 18. Febr. Tie Petersburger Nachrichten über türkische Militärvorbereitungen an der russischen Grenze sind gänzlich unbegründet. Tie Türkei zog in der letzten Zeit nur int Bereich des 4. Korps in Ersindschan an der persischen Grenze in zwei Gruppen ungefähr 40 Bataillone zusammen, darunter ein Drittel mobile Redifbatai Hone. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 18. Febr- Teure Dachkandeln. Zn letzter Zeit wurden hier von mehreren Häusern Tach- tändeln abgerissen und entwendet. Eines Abcitbs hörte ein in der Ostanlage diensttuender Schutzmann von der Tietz- straße her ein verdächtiges Geräusch. Als er in die Nähe kam, sah er, wie ein Mann damit beschäftigt war, eine Tachkandel zusammenzuknicken. In diesem Moment erscholl auch ein Pfiff uni) der Mann ergriff die Fluclst. T-em Schutzmann gelang es, ihn alsbald zu ergreifen und er erkannte in ihm, den wegen Diebstahls vielfach bestraften, noef) nicht lange aus dem Gefängnis entfallenen Taglohner Z. Sch au3 Salz, der nach anfänglichem Leugnen zugeftand, das Rohr von einem Haus im Neuenweg übgcrqfen zu haben. Tie Folge war eine Anklage wegen Diebstahls im Rückfall. Der Notlage des Angeklagten Rechnung tragend, iah das Gericht von ber verwirkten Zuchthausstrafe ab und ließ ihn mit 10 Monaten Gefängnis durch kommen, worauf drei Wochen Untersuchungshaft anzurech- nen find. Eine Hausdiebin. Tie vielfach wegen Tiwstahls bestrafte 28 jährige Tienst- magd M. M. aus Gelnhaar, die wegen ihres Hanges zu Diebstählen unter Polizeiausiichc gestellt worden ist, nahm nach ihrer lürzlichen Entlassung in Friedberg zwei Monatsstellen an. Als einct_ ihrer Arbeitgeber etwa 130 Flaschen Wein und mehrere goldene Schmuckgegcnstänbe seiner Frau vermißte, machte er der Polizei bavon Mitteilung, die den Verbucht sofort auf bie ihr bekannte M. lenkte. Bei einer Haussuchung würben mehrere HauShaltungsgegeuitände unb Kleidungsstücke vorgefunden, von denen fic zugab, sie ihren Herr|cha|ten gestohlen zu haben: dagegen leugnete sie die Entwendung der Schmucksachen und deS Weines. Ta ein Nachweis in dieser Beziehung nickst zu cr- bringen war, erfolgte nur Anklage, insoweit fic geständig war. Aus früheren Verhandlungen war bekannt, baß ne bereits auf ihren Geisteszustand untenuefit worden ist. Tas Gutachten ging dahin, daß sie nicht geistestrank ist, doch kann sie der Be,rie- digung ihrer strafbaren Triebe nur wenig Widerstand entgegensetzen, was als geistige Minderwertigkeit bezeichnet wirb. Tiefem Umstand hatte sie es zu verdanken, baß statt ber Zuchthausstrafe auf Gefängnisstrafe erkannt wurde. Tie Straie sollte doch die beträchtlich Höhe von 1 Zahr 4 Moiuten erreichen, aber ihr ein Atonal Untersuchungshuit in Anrechnung gebracht werden. Betrug oder Untreue? Ter seitherige Lester ber OauteiwuuM Filiale eines hiesigen Bankgeschäfts, Prokurist Z. I. aus Landau wurde durch das Schöffengericht wegen Betrugs zu 400 Mk. Geldstrafe verurteilt. Nach den Feststellungen der ersten Instanz hat der Angeklagte einem Lauterbacher Fabrikanten, der Werwapiere kaufen wollte, Aktien der Harnburg-Amerika-Paketfahrtsgeiellschaft empfohlen.und ihm zugcsichert, dast bie Papiere nach eingezogencr Erkunbigung in Berlin steigen würden. Ter Fabrikant lauste für 3000 Mt. dieser Aktien unter ber Bedingung, baß, falls biefer Umstanb nicht eintreten sollte, das Geschäft als nicht abgeschlossen betrachtet werden solle. Ter Angeklagte bestellte bic Papiere im Warnen und aus Konto bet Firma bet ber TisMntogejellschaft in Frankfurt a. M., wo sie in Tepol blieben. Als nach einigen Tagen bec Aktien etwas sanken, trat der Fabrikant von bem Kauf zurück und verlangte bie Streichung ber 3000 Mk., was auch m feiner Gegenwart geschah. Kurz daraus kaufte ber Angeklagte von den nämlichen Papieren bei berfclben Gesell- fchast in gleicher Höhe einen Posten, die ebenfalls dort in Te- Vot blieben, aber ohne Auftrag des Fabrikanten, unb unterließ den Eintrag im Kontogegenbuch. Ta ber Angeklagte aus dem Geschäft austrat, fam fein Prinzipal infolge der ihm angegangenen Konto törreniauszuge, bi€ seither unterlassen worden waren, hinter bie Adauipuiationcn des Angeklagten. Zw- zwischen sind bie Aktien so gefallen, daß dem Prinzipal, helfen Konto der Angeklagte dazu benutzt hat, um in (eine Laiche zu 1 Mutieren, ein "Nachteil von ca. 3000 Mk. entstanden ist. Angellagttr unb Staatsanwalt erhoben Berufung, was eine erneute Verhandlung zur Folge halle, in ber von bent Angeklagten behauptet wurde, er habe in beiden Fällen von dem Fabrikanten den Auftrag 3um Ankauf bet Papiere bekommen, auch sei int ersten Fall der Kauf persett geiücicn. Ter Fabrikant beharrte jedoch bei feinen früheren Angaben und der Prinzipal gab an, der Angeklagte fei überhaupt nickst befugt geweien, solche Papiere anzukauien, da derartige Kaufe durch das Hauptge|ajäfi abgeschloisen wurden. Die Staatsanwaltfchaft stellte die Vestrafung des Angeklagten wegen Betrugs bezw. Be- BettugsbetiuchS in das Ermeifen des Gerichts, beantragte aber Verurteilung wegen Untreue zu drei Wochen Gefängnis unb 300 Mark Geldstrafe. Ta bie Bestrafung aus einem anderen Ge- UchtSpiinkle als dem unter Anklage steheuben erfolgen soll, unb der Angeklagte mit feiner Vetteibigung nickst darauf gerichtet war, wurde die Sache, um ihm Gelegenheit zu bieten, feine Verteil digung darnach einzurichten, ausgesetzt. vermischtes. * Ein wunderlicher „Forscher". Ein Herr Friedrich Robert in Steglitz bei Berlin ickstckt uns einen großen Schreibe- brief, in dem er bitter darüber klagt, daß et feit Monaten butflj ein Rundschrechen aus bent Preußischen Ministerium bc3 ^nncrn verfolgt unb in feiner Existenz gefchädigt werde. Taruui habe er sich beschwerbefühtend an den preußischen Landtag gcivanbf. Durch mehr als 30jähriges Forschen habe er „methodisch nachweisen können, wodurch es den Eltern möglich werde, durch eigenes besseres Bestreben veredelnd auf deren werdende Kinder einzuwirk'en. Sodann fei es ihm gelungen, aus bent Verhältnis, wie bie Frilchterreger für baä Entstehen eines neuen Wesens zusammengekominen, ben Beweis zu erbringen, wie es bei: Eltern möglich werde, zu wirken dafür, ob ihnen eiN-Knabe ober ein Mädchen werben soll." Darüber habe er in Halle a. S. bett Vortrag halten wollen. Doch habe ein Gelehrter der Universität vor bem Vortrag gewarnt. Ter Vortrag wurde daraushin „radikal verboten". Seitdem spüre er „ben Geist einer Erdrückung". Mehr als sechs Monate ließ man ihm trotz wiederholter Erinnerungen warten; „als der Bescheid bann endlich tarn, ba waren bie Weisen von Halle gerächt, denn wie ein Ministerium beschied, sollten bie Herren recht gehabt haben, wenn sie meinen Vortrag verboten". Und obendrein versende das Ministerium bziv. das Berliner Polizeipräsidium ein Rundschreiben, in bem es u. a. heißt, baß sein Vortrag „Erläuterungen zu Lichtbilbern gebe, bic bes wissenschaftlichen Wertes entbehren, dagegen geeignet erscheinen, die Lüsternheit besonders jugendlicher Zuschauer zu erregen und das Schamgefühl abzustumpfen". Tazu sagt Herr Robert in grollendem Stolze: „Tas icheint doch für unsere freiheitlichen Rechte eine absollllistifchc Neigung, die gegen jedes Versassungsreckst zeugt unb gewiß nicht vorgeschrittener ist, als wenn man im 18. Jahrhunbert einen Kant wegen feiner verderblichen Lehren dem preußischen König verleumdete." Unb er fügt hinzu: „Tic strenge Wissenschaftlichkeit meiner neuen Lehre kann man nur bort bestreiten, wo man mich nicht kennt. Ick mache mich anheischig, jedes Rigorosum für meine Wissenschaft zu bestehen. Mir geschieht offenbar ein schweres Unrecht, unb deshalb wende ich mich verllauensvoll an ein hohes Haus bei Abgeordneten des Preußischen Landtages, um zu bitten, bei erster Gelegenheit ben Einfluß geltend zu machen, daß bic meines Erachtens wahrhaft grausame Verfolgung wegen des Polizei-: Verbots der Stabt Halle an maßgebenber Stelle eingestellt werbe." ; Kleine TagLSchronik. Auf die Wiebercrlangung der gestohlenen kostbaren Perlen, die einen Wert von 268000 Mk. repräsentieren, ' hat bic Gräfin Wartensleben in Berlin eine Belohnung von 10 000 Mk. ausgesetzt. Tic unter dem Verdacht des Dieb-i stahls verhaftete Kammerfrau Marta Steger ist in das llitter-1 luchungSgcfängnis eingeliefert worden. Zhr Mann ist Kauf-/! mann in Frankfurt a. M. .Tie Steger hat eingeräumt, bafi das Zeugnis, auf Grunb helfen fic von her Gräfin als ZoM angenommen murce, von ihrem Manne gefälscht ist. Ti Zn Breslau würbe Die 73 jährige Rentierswitwe BloA in ihrer Wohnung, als sie von einem Ausgang zurückkehrte,! von zwei jugenblicfien Einbrechern, bic ben Gelbichrant bc reits erbrochen unb aus bemselben 200 Mt. entwenbet hatten, überfallen unb am Halse berartig gewürgt, baß fic bewußtlos am Boben liegen blieb. Tie Täter sind entkommen. In K 0 t t b u S erschoß s i ch b c i m S p i e l e 11 mit einem kleinen Revolver, den er von einem Schulfreund geschenkt erhalten hatte, der 10 V2 jährige Schulknabe Stan- kiowicz, her Sohn eines armen Maurers. Aus Blankenburg a. H. wird vom 17. Februar gemeldet : Als gestern ein junger Franzose namens Picard mit einem Bekannten einen Ausflug auf die Teufelsmauer unternahm, stürzte er ab 1111 ö blieb mit zcrsch in eitert em Schädel, Arm- unb Beinbrüchen, liegen. Sein Begleiter holte ans Blankenburg sofort einen Arzt unb Hilfsmauufchaft herbei, worauf ber Verunglückte nach bent Krankenhaus geschafft wurde, wo er nach einigen Stunden verstarb. Zn Au bei W i e n wurde ein junger Mann mit zerschmetterter rechter Hand und einer Wunde am Kopf aufgetunben. Er würbe ins Spital geschafft, wo er angab, er heiße Perutz, sei Gymnasiast und aus Rußland geflüchtet, da er als Revolutionär verdächtig fei. Infolge von Not unb Entbehrungen habe er sich erschießen wollen, her Revolver sei aber explo- biert unb habe ihn so verletzt. Tiefe Angaben stellten sich als unwahr heraus. Tie Polizei glaubt, Perutz habeSpr eng- stoff bei sich getragen uub huich Explosion habe er idne Verletzungen erlitten. Er befand sich iit Gesellschaft ciius russischen Fabrikarbeiters, her aber behauptete, Perutz erst rurze Zeit zu kennen unb angeblich bei bem schuß nicht anwesenh war. Er Ijabe ihn erst berrounhet ausgesunden unb ihn in ein Gasthaus zur Hilfeleistung gebracht. In s)2 e wy 0 r k fiat sich Tfied 0 ra Sfi 0 nts , hie Lochtet eines vielfachen Millionärs, ber jetzt Präfihcnt her Newyorkcr Straßenbafiugesellschaft ist unb früher ben Panamakaualbau leitete, mit bem Herzog von Techaulnes vermählt. Tie Trauung fand in ber denkbar einfachsten Weise nach kathol. Ritus statt. Ter Vater der Braut war lange gegen bic Heirat unb hatte wiederholt in Abrede gestellt, daß sich feine -to(fiter mit bem Herzog verlobt habe. Schließlich hatte er feinen Widerstand aufgegeben, aber seine Kapitulation mit ber für bas junge Paar nicht gerade erfreulichen Ankündigung geleistet, daß er seiner Tochter keine Mitgift geben werde. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Februar 1908 Baroinetci auf 0° rehuzierl Teniperalur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit 6itn|(puqui$j Windstärke Wetter 18. ! 216 736,0 5,2 5,9 89 WSW 2 Sprühregen 18. 926 733,0 4,2 5,8 93 NW 2 Regen 19. 7» 738,9 1,8 4,5 85 NW 6 Schnee Höchste Lenwe atuv a in 17. -18. Febrna r — 4- 5,4 ° C. Vliehrinfte 17. -18. 4- 1,3 ö C. l'edetomscfrBe tv-oa-stoeraciatie des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Hank für Hande) und Industrie, Giessen. Frankfurter ifcörse, 19. Februar, 1.1-ä Ubr. Reichsanleihe . . 92.70 0% do. . . 82.50 3J$°/0 Konsols .... 92.65 "6% do 82.60 Hessen .... —.— c/o Oberhesseu . . . 92.00 ■1% Uesterr. Goldrente. 98 85 41;6 % Uesterr. tiilberreute 99.50 Ungar. Goldreute . . 9410 4z6 Italien. Reute . . . 104.00 3 z» Portugiesen Serie 1 — Portugiesen „ HI 62.40 4p3u/0 russ.Staatsaul. 190i) 93 65 4>n">o Japan. Staatsanleihe 88.20 4% Uouv. Türken von 19U3 95. lu Tilrkenlose 145.80 1% Griech. Slonopol-Anl. . —.— 4% äussere Argentinier . 86.25 o°/0 Mexikaner .... 65.30 4>ao/0 Chinesen .... 96.00 Aktien: Bochum Guss 196.40 Buderus E. W. . . . 111.30 landenj : etwas fester. Berliner Börse, 19 Cauada E. B 140.10 Darmstädter Bank . . . 125.0U Deutscnc Bank .... 235.00 Dortmunder-Union C. . . 57 20 Dresdner Bank . . . 136.7p Tendenz; schwach Elektnz. Lahmeyer . . . 120.00 Elektriz. tichuckert . . 104.00 Eschweiler Bergwerk . . 205.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 183.80 Hamburg-Amerik. Paket! 117.80 Harpeiier Berg wer 1c. . 197.00 Laurahütte 211.80 .Xordd. Lloyd . ... 105.50 Ubeischlcs. Eisen-Industrie 96.25 Berliner llandelsges. . . 158.00 Darmstädter Bank . . . 125.10 Deutsche Bank .... 234.90 Deutsch-Asiat Bank . , 137.50 Diskouto-Kommandit . . 173.40 Dresdner Bank .... 137.40 Kreditaktien .... 201.00 Baltimore- und Oliio- Eiseulanu 81.10 Gotthard bahn — •— Lomoard. Eisenbähn . . 2550 Uesterr. btaaisouim . . . 143.30 l’rinee-Henn-Eisenbahn . 115.75 Februar. Anfangskurse. Harpenei Bergwerk. . . 196.20 Laurahütte 211.40 ■-.um mir den E. H. . . 25.40 Nordd. Lloyd 105 40 l ürkenlose 146^0 uie§ l-.'öie es I E'u Ä'abe I * Wi1$ J I ftörüdung-"1^ toter griJnJMr I tarn, k ”ncrung^ 11 .,lc meinen sd^- I “ |**n L‘ „; Z°zu fQqt &* nt dock ss? 851 LLM Sta?^ Wr n* ^ß die meinyl J» to PoZ lemgestelltweL'. ‘Äcn t»86arlfl : ~ ' .reN|entietttJ 11X c>ue Belohnung I verdacht bei M c ’lt m das UnterJ K Mann ist fij lat mngeräumt, bafj Grasin als All BlW ist. 1 Dicnticrdtoülue Bloi lu^gong jurüdtegrte' ötn tiUbidjranf I- entmtnöet hattai Jt, daß jic beiDuE!-' b entkommen. Spielen mit ein« • lern Lchulsreund p ; d> u [ f n a b c Stai> 'm 17. Februar g*. namens Bicard dk : u i c 15 m a u e r nr zerschmetterter en. Lein Begleite und HilismaniM em Krankenhaus gt ’n verstarb. 'm mit zerschmet!» i Kops ausgefunda gab, er heiße Kirr :et, da er als New )t und Entbehrung!« >[ücr ici aber creb Angaben jleHien siL ernfi IjabeSyren^ rsion habe er \tv n SeseWaft cu ew, Beruh erst nt i nicht anwesend e- n und ihn in ti ichlungen siionts, die Zoii: sideut der ÄcwyoL den PanamakaiiOa ulnes vermahl', l'tcit Weise nach W angc gegen die M° daß D l'cmc W haue er innen S» nit der für das M jung geleistet, M - erbe. — Well« :d)nce 5,4 ’ f- üeriG'njj der Ha||k IÜ . 1$ b"' i.j» Ubr. ... ruar, '• Lfthmeyer • _ schackert . ■ »z, ,r Bergwerk, jjergwerk' ;U- • ' . JJj Handels^ • jA Jter üauk ' ' , jjauk - ' ,!>' ...at- p°uk ' . > . bauk • ■ _ . JM4 <*■.. * ,auu ' l'twi* ' 'A . mW** tlc . V ■ leu , - bioyd ■ '. ■ hiesiger 1101 Gießen, 19. Februar 1908. 01163 vergeben sind wie folgt veran- Toilcite- Mk. Schuhe do. gez.: Som m c r. B10/. in 288,00 Mk. // // 1908. I. B.: Kalbfleisch. B15/, BW.j Kl Ä Maurerarbeiten . Zimmerarbeiten . Dachdeckerarbeiten Schlofferarbeiten Schrcinerarbeiten Weißbinderarbetten Anstreicherarbetten i> ii co. 7000 Ztr. Hüttenbrechkoks, ca. 800 Ztr. Nußkohlen. Bürstenwaren und gegenständen, n u ir u II II II II 5U u » II 2151,89 146,83 676,14 549,25 112,00 30,00 1013,60 480,90 350,48 256,21 33,00 304,00 100,00 FeeeEf8*ai0 v. geb. Müller v. Nordegg Otto Freiherr v. Eiaaseck, Oberleutnant Emie Freiherr v. ^asseck, Oberst a. D. auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung werden: 950,00 1500,00 100,00 230,00 234,50 435,00 Porzellan und Glaswaren, Schreibmaterialien, Kleider für Kranke u. Personal, 2. Das Reinigen des Küchenherdes und der Oefen. 3. Das Lecrfahren der Senkgruben und das Fortschaffen des Kehrichts. 4. Die Abgabe von Knochen, Lumpen, leeren Flaschen und des Gespüls. 1 Die Bedingungen liegen an den Wochentagen Nachmittags von 4 bis 6 Uhr auf dem Verivaltungsbureau zur Einsichtnahme offen. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, den 12. März 1908, vorm. II30 Uhr auf dem oben genannten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 21. März 1908. Gießen, den 17. Februar 1908. Großh. Direktion der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten. 1. Die Lieferung von Backwaren, Fleischwaren, Spezereiwaren u. Verbrauchs gegenstände, Milch, Butter und Eier, Bier, Mineralwaffer, Eis, Emailleivaren, ^etgcömig von Bauarvetteir. Die für die Nenovierung der K-irche zu Oden- Hausen erforderlichen Arbeiten sollen im Wege öffentlichen Angebots vergeben werden. Tie Angebolsunterlagen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 18, während den Dienststunden zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift verseheii sind verschlossen u. portofrei bis spät. Montag, den 24. Febr. 21. bis einschließlich 28. Februar 1908 auf Bürgermeisterei zur Einsicht der Interessenten offen. Lollar, am 18. Februar 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Lollar. S ch nt i d t. B“/, Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme sagen ihren aufrichtigsten Dank Vergebung von Bauarbeitern Die für die Erbauung eines Faselstalles nebst Einfriedigung und Hofanlage in Staufenberg erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege öffentlichen Angebots vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf dent Bureau des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 18, während den Dienst stund en zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, sind verschlossen und portofrei bis spätestens Samstag, den 22. Februar 1. I., nachmittags 3 Uhr, aus Großh. Bürgermeisterei Staufenberg cinzureichen, woselbst die Gießen, am 18. Februar 1908. Bezirksspartasse Gießen. Doering. Bckmnttmachmrg. Der Voranschlag der Gemeinde Loitar liegt vom Eröffnung in Gegettwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Die Arbeiten und Lieferungen Ter Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen: I. B.: Kalbfleisch. b17/, Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie oie zahlreichen Blumenspenden bet dem Heimgange unserer heben Schwester und Schwägerin Fri. Marie Hofmann sagen wir allen innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Holzversteigerung Versteigert werden: Dienstag den 25. Februar l. I. aus den Do- mauialwalddistrikten Schiffeitvcrg 32, Buchenberg 58 und Uuterwald 60 der Forstwartei Baumgarten: Stamme, Eschen: 4 Stück 4. Kl. — 1,51 Fm., 13 Stück 5. Kl. — 4,00 Fm., 63 Stück 6. Kl. — 14,26 Fm., Ulme: 2 Stück 4. Stl. 0,75 Fm., 1 Stück 5. Kl. — 0,20 Fm., 2 ^tück 6. Kl. — 0,53 Fm., Kiefern: 1 Stück 2. Kl. — 0,75 Fm., 6 Stück 3. Kl. 4,96 Fm., 7 Stück 4. Kl. — 4,42 Fm., 4 Stück 5. Kl. — 1,63 Fm., Fichten: 2 Stück 4. Kl. — 1,60 Fm., 74 Stück 5. Kl. — 18,15 Fm., Dcrbftangeu: 1 Eschen — 0,06 Fm., Fichten: 447 Stück — 26,13 Fm., Reisslängen: 13 Fichren — 0,48 Fm., Nutzscheiter: 134 Nm. Kiefer (35 m l.) Ferner: Scheiter . Buche: 3 Nm. 1. Kl., 27 Rm. 2. Kl., Eiche: 17,8 Rm. 2. Kl., 32 Rm. Esche, 4 Rm. Ulme, 3 Rm. Ahorn, 203 Rin. Kiefer, Knüppel: 41,3 Rm. Buche, 17,4 Rm. Eiche, 20,1 Rm. Esche, 1 Rm. Ulme, 10 Rm. Kiefer, 9,6 Rm. Fichte, Reisig: 5780 Buchen-, 1510 Eichen-, 470 Eschen-, 4630 Kiefern-, 770 Fichten-Wellen, Stöcke: 82,2 Rm. Buche, 49,7 Rm. Eiche, 23,5 Rm. Esche, 100,4 Rm. Kiefer und 16,4 Rm. Fichte. Weitere Auskunft durch den Großh. Forstwart Menges zu Forsthaus Baumgarten. Beginn vorm. 10 Uhr im Distrikt Unterwald; die Eschen-Stämme kommen nach der Pause zum Ausgebot. Gießen, 12. Februar 1908. Großh Oberförsterei Schiffenberg. L Js., nachmittags iy2 Uhr, aus (Arofth. Bürgermeisterei Odenhansen emzureichen, woselbst die Oeffnung Gegemvart etwa erschienener Betverber erfolgt. Die Arbeiten find wie folgt veranschlagt: Vergebung. Für die Großherzogliche Klinik für psychische und nervöse Krankheiten in Gießen sollen für das Rechnungsjahr 1908 Bekanntmachung. o. das x;unvcirLL-:,t|.vr uui. i>. ..rzügtich der Birina Mirteweutsche i>.re0itbant, Filiale Gtefzeu, eingetragen: die Kaufleute Äifreo North und Ewald Kammerer, leide in Essen-Ruhr, fino zu stellvertretenden Vorstands- ^lugliedern bestellt worden, 'ivent Mu «mann Karl Hufs 111 ^sten-Ruhr ist Gesamtprokura dergestalt erteilt, daß er Vertretung ver t»2)eiqu;aft in Gemein sch ast mit einem .wrfwndsm>tgiteo ober stell0erLre>cad^N B^rstandsmiLalied ^erec9ttät ist. ließen, den 3. Februar 1908. b 19/a _____Großherzogliuses Amtsgericht. Gießen, am 15. Februar Der Großh. Kreisbau-Jnspektor: UrbeiLsvergednng. Die Rohbauarbeiten (Erd- und Maurerarbeit, Stein- tneljQrbeit, Eisenlieferung, Eisenkonstruktion, Zimmer- erbeü, Schlofserarbeit, Dachdecker- und Spenglerarbeit) gun Bau einer Kapelle in Rockenberg soll itach öffent- ichem Angebot vergeben iverden. Voranschlag, Pläne und Bedingungen liegen von ^allwoch den 19. Februar bis Mitttvoci) den 26. Februar JJt Bureau des llnierzeichncten zur Einsicht offen, woselbst ^oranschlagsabschristen für die Angebote zum Selbst- ^ftenpreis zu haben sind. Die Angebote sind verschlossen und posffrei bis zum Februar, nachmittags 1/2b Uhr an den evangelischen isttrchenvorstand zu Olockenbcrg, z. H. des Herrn Pfarrer -Hwohn einzureichen. Die Eröffnung der Angebote ^folgt um ^/z5 Uhr in der Horst'fchen Wirffchaft zu Rockenberg. Friedberg, den 15. Februar 1908. Ehrrstian Karl Freundlieb il7/J Architekt. Holzversteigerung. Im sicher Sladlwald Distrikt Ober- und UnlersveierlingS- kops, Eichwatd und SchweinstaUShege werden Svcitag den 21. d. Mts., voruntt. 10 Uhr anjangend, nach Zusaminenkunu am Unter.- svelerllngstops am >treuäungspunkte der Eänsroeid- und der Mit- telschneise oerftelgert: ., , Scheuer Rm.: Buche 150,2; Elche 60,4. Knuvvel Rm.: Buche 41,2; Eiche 55; Lärche 9. Wellen Slüct: Buche 2700; Eiche 2030; 9ärche 510. (Störte 3im.: Buche 81; Elche 156; Lärche 2. Bemerkt ivirü, dav dac> Swctholz sämtlich zerkleinert ist. Lich, den 15. Zebruar 1908. Groszhersoglicke Bürgeruteisterei Lich. Lärmer. Kcsjtlißspiilltßlse Gicßeii. Es wird hierdurch zur Kenntnis der Jnteressentcu gebracht, daß bei Herrn Kaufmann Wilhelm Pfeiffer dahier,, Liebigstraße 71, eine Sammelstclle für die Pfennig- sparkasse eingerichtet ivorden ist. schlagt: Erd- und Maurerarbeiten Steinmetzarbellen . . . Ztmmerarbellen .... Dachdeckerarbeiten . . . Spenglerarbeiten . . . Glaserarbciten .... Schreinerarbeiten . . . Schlosserarbeiten . . . Weißbinderarbeiten . . . Eifenlieferung .... Planierarbeiten .... Pslasterarb eiten .... Basaltgruslieferung. . . Gießen, am 17. Februar 1905. Betanntmachung. Fn das Handelsregister Abt. E. wnröe eingetragen be- ällgltch der Firma Attten-Brauerei Gießen: Nach dem Beschlüsse der Generalversammlung vom 23. Dez. 1907 ist Gegenstand des Unterneymens: a) die Herstellung und der Verlauf von Bier und s'Ralz einschließlich der bei der Bier- Lrauerei und dem Geschäsisbetrteb sich ergebenden Nebenprodukte. Zur Erreichung und Forderung ihres Zwecks kann bte_ Gesellschaft unbewegtiche Sachen erwerben und ver- äichern, Wcetjchc'.sten pachten, einrtchlen und betreiben und sich auch bei unütrcit Unternehmungen m jeder gesetzlich Mässigen Farm beteiligen; b) der Erwerb und die Veräußerung tandwirtschastnch benutzten Geländes, der Betrieb der Landwirtschaft, oer Erwerb uiiff dte Venvertung land- tvirtschastlicher Produkte wie der Betrieb aller mit dem land- ivirtscha,citchen Betrtebe zUsammelchängenden Neben- betrlebe. Durch Beschluß der GeneraGevsammlung vom 23. Dezember 1907 ist das Statut geändert, inSbesonoere in folgenden Punkten: a) die Zeitdauer der Gesellschaft ist unbeschränkt; b; alle Crtiarungcii, welche die Gchellfchast berp,lichten und sur dieselbe vereü-oiich sei.c sollen, müssen, trenn der Votsia/nd nur aus einer Person besteht-von dieser oder von zwei Prokuristen rer Gesetlschast gemeinschaftlich gescheyen. Besteht der Vorstand ans mehreren Personen, so bestimmt ber Aufstchtsrat, ud EinzuiZeichnung zulässig ooer bwllettlvzerchnang etjiorüerlid) i,t. Die mit der Anmeldung emgermchtrn Echrt,tstucie tonnen bei dem unterzeichneten Gerichte emgeseyen werden. Gießen, den 6. Februar 1V08. B 19/a .... . Großherz vgliches Amtsgericht- w. Ecke Ebelstratze. Wilhelmstraße 40 Angehenöe S£ito|mii [936 gesucht. E Die Der- gratis 947 4 Zimmer Läden etc. Näheres bei [01022 Pb l.Hosmmm, Wetzsteingasse 10. Alicestr. 22 y. 141 West-Anlage 58. 111J 1. Nftirz zu vermieten. 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