gelang ihm nicht, alle Abgeordneten! Kaiser von Rußland verliehenen Erinnerungszeichens vom hen; er muhte abbrechen und sein. Roten Kreuz erteilt. nach'.ukommen, aber eS Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. SokMsctze Cages?cL>an Ter Eio^herzog m Oldenburg litt er vor und 'eit einiger ; ti Lewem). monatlich75Pl., vierteljährlich Mk. 2.30; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post All. 2.— viertel- jährl. ausscht. Bestellg. ZeilenprelL: lokal ILPj^ auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den polih|d)cn Teil, für .SeinUcion* und .PermifchteZE: Ernst Anderjon; für »Stadl u. Uanb* und.Gerichts- in ein Gespräch zu ziel^.., — ™ Zinlmer aussuchen. Nach Meldungen aus Mreifcn der Abgeordneten sollen die Anfälle auf ein neuerdings ausgetretenes Magenleiden zurückzusähren sein. Der Großherzoa ist jetzt gezwungen, daS Bett zu hüten. Die Krankheit wird voraussichtlich in einigen Tagen völlig behoben sein. •• Lehrerpersonalien. liebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Ludm. Rettig aus Groß-Rohrheim eine Lehrerflelle an der Gemeindeschule zu Mörfelden. «♦ Erledigt ist die Stelle cmeS Steueraufsehers Arrs Lirrö Gieren, 14. Lezember 1908. •* Ordensverleihung. Se. Kgl. Hoh. derGroß- herzog haben dem Direktor der Frauenklinik an der LandeS- univexsilät Gießen Professor Dr. v. Franque das Ritterkreuz 1. Klasse des Ludewigs-Ordens verliehen. ** Ordensangelegenheiten. S. K. H. der Groß- Venezuela. Die Holländer scheinen mut ernstlich gegen Venezuela Vorgehen zu wollen. Aus Willemstadt wird nämlich unter dem 13. d. M. gemeldet: Der holländische Kreuzer „Gelder- lcrnd" brachte am Samstag das venezolanische Küftenwacht- schisf „AU"" außerhalb von Puertogabello aus. Das Vorgehen der "Holländer war deutlich zu sehen, doch gaben bte Forts von Puertocabello kein Feuer. Aus der „Alix" wurde jic holländische Flagge gehißt und cüe Besatzung an ~anb. geschickt. Sodann wurde die „Mix" mit Hvlleuderu bo mamtt und hierher gebracht, tvo sie heute morgen unter großer Begeisterung der ganzen Insel Cnracao eintras. lieber Castros Aufenthalt in Paris sind inzwischen sehr widersprechende Angaben gemacht wordeii. Die einen Diel- düngen lassen Castro mit dem französischen Minister des Aerchern längere Unterredungen halten, während naci) anderen Meldungen Castro sein Hotel in Paris überhaupt nicht verlassen und nur Mitglieder der venezolanischen U'o- LO7iic empsangcn haben soll. Präsident Castro ist übrigens schon gestern nachmittag von Paris nach Berlin abgereist, um dort den Professor Israel zu konsultieren. Venttzches Reich. Deutjch -hotlündi > che Ver i ehrserlcichte- rungen. Zwischen Deutschland und Holland schweben seit aeraumer Zeit Verhandlungen zur Herstellung eines engeren Vercehrsverhältnisses und zwar durch Msbau der Zugs- verbindungen und Erleichterung der Grenzvorschriftcn. Diese Verhandlungen haben nunmehr ihren Abschluß gefunden. Neben diesen Vereinbarungen wird auch der Plan eines Ausschlusses Hollands an den Lloydcxpreß Hamburg-Genua der europäischen Fahrplanionferenz in Nizza unterbreitet werden. Das neue Linienschiff Posen ist am Samstag in Lllel vorn Stapel gelaufen. Die Taufe des Schisses nahm die Fürstin Radolin vor. Besuch des Königs von Portugal. Zwischen den Höfen Lissabon und Berlin schweben Verhandlungen, die aus eine demnächst in Berlin stattfindende Visite des Königs Manuel abzielen. Das Reisczeuanisfür Apotheker. Die nächste Sitzung der Apothekerlainmer Berlin-Brandenburg, die am 17.’ Dezember stattfindet, wird sich mit einem wichtigen Anträge beschäftigen. ES handelt sich um die Bille an den Minister, dahin zu luitfen, daß so bald wie möglich für den Eintritt in den Apothekerlu'euf die Reife eines Gyümasiums, Realgymnasiums oder einer Oberrealschule gefordert wird. „Musikmeister". Wie die „Allgem. Armeekorre- spondenz" mitteilt, ist durch Kabinettsorder bestimmt worden, daß die Stabshoboisten, Stabshormisten und Stabs- trompeter die Dienstbezeichnung „Musikmeister" erhalten und diese bei den berittenen Truppen daneben die Dienst- bezeichnung„-Stabstrompeter" weiterfül-ren. Später können sie „Obermusikmeister" werden. Der Titel „Musikdirigent" wird nicht mehr verliehen. Die jetzigen Musikdiriaenten führen die Dienstbezeichnung „Oo.rmujiimeister". Zugleich ir.irb eine neue Uniform für die Musikmeister eingefül)rt, die.aus feinerem Stoff besteht und int Schnitt sowie in den Abmessungen den Uniformen der Offiziere gleicht. Außerdem erhalten die Musiknteister den Ueberrock (JnterimS- attila) und den Paletot. Hillen zu stellen. _ , . , . - Wie nun von verschiedenen werten gemeldet wird, ohne Mu bisher ein offiziöses Dementi erfolgte, wird Gras Monts Rom in kurzer Zeit verlassen, und Herrn v. Iagow Platz zu machen, ein Botschasterwechsel, der gerade in jetziger Zeit eullgermaßen pberrasä-en muß. Wurde doch versichert, bau der Recawran-ler baö Rücktrittsgc>uch des Grasen Monts, das dieser bereits un Sommer eingereicht und mit Gcsundheitsrücksicylln begründet haben soll, nur im Hinblick auf die innerpolitische Lage mäst genehmigt habe Ta aber diese sich seither nicht verändert hat, lonoern eher noch ungeklärter und burd) die Verständigungwersuche znniäwn Oesterrciä)-Ungarn, der Türkei und lleußland noch krckiMr geworden ist, muffen es schwerwiegende Gründe sein, die den Rcichs- Lanzler jetzt zu dieser Personaloeränderrulg veranlasien. In der politischen Persönlichkeit des Grafen Monts, m feinem politischen Verhalten lönncn sie nicht liegen. Die ^ickstliniLi: der deutschen, wie der italienischen Politik sind zu sehr sepgelegl, au daß man aus einem Botschafterwechsel am ihre Aendernng schließen könnte So scheint es fast, als wolle Fürst Bülow uw der Abberufung des Grafen Monks von Rom dcm italiemschen Volte, nicht der Regierung, ein UebenLwürdiges Entgegen wmmciicr- iveifen Graf RtoutS ist, wie oben angedeutet, in der romuajen Gesellschaft nicht sonderlich beliebt; die Angriffe der italrenisäien Presse, denen er wegen seines vermeintlich ausgeiprocycn österreich-freundlichen Verhaltens in jüngster Zeit ganz besonders nu> oesetzt war, die Debatte der italienisäicn Kammer über die ans-- toärtigc Politik, das Mißtrauen, das die Erklärung des Fürsten Bülow im Reichstage über die Unterstühung Oesterreich-Ungarno durch Deutschland in Italien erweckt hat, lassen c_- angemeisen erscheinen, den Grafen Monts durch eine Periönlichkcit zu erwtzen, die der römischen Gesellschaft sympathischer ist, der itaiieniMn Presse einwandfreier crsckjeint, und die mast durch die diplomatischen Verhandlungen über die jüngste italienische Politik oginell en Gesellschaft allerlei bistige und spöttische Bemerkungen versagen zu lönncn, die ihm wohl Eaäjer sicherten, aber mich viele Feinde erweckten. Gin begabter Diplomat, aber infolge dieser Charaktereigenschaft Nicht vorsichtig genug, um den sich immer mehr regenden dreibundfeindlichen Strömungen in Rom die Spitze bieten zu können. Wohl ist unter ihm im Jahre 1906 der Treibnnd noch einmal erneuert worden und hat auch in Form von Monarchcubegegnungen und Tivlo- malcnzusammenkünften einig# Lebenszeichen von sich gegeben, aber an Extratouren Italiens hat es trotzdem nicht gefehlt, co, von seinem Verhältnis zu England ganz abgesehen,, in Algeciras nut Frankreich, so vor allem in Tesio mit Rußland. Es würde nun nicht der Gerechtigllll entsprechen, wollte man für vieles Ab- ichwenien Italiens von der Politik der Treibundmachte ohne weiteres den Grafeii Aionts verantwortlich machen. Es mar viel- -mchr die. Folge der Zugehörigllit Italiens zum Bunde der -.litte,- meermächle und der Aehreitthalschen Balkanpolitik, die zu verhüten weder Teuischland noch sein Vertreter in 8llm imstande >vam politischen Verhältnisse erwiesen sich eben stärker, als alle -trvlo- matenkmist und es gelang dem Graferi Monts Nicht, den Dreibund wieder aus eine feste Grundlage bei internationalen Kon- allei' Energie suchte er trotzdem seinen Pilichten vis zujetz'.'laubms -ur Annahme und zum ^ .agen de^ ih..cn vom bei dem Hauptstcueraiut Worm§. ** Zusammenschluß der hessischen Privatbeamten. Unter dem Vorsitz des Herrn Eichenauer von der Darmstädter Privatbeamten-Vereinigung fanden am Donnerstag in Worms roeüere Beratungen statt über dre Frage des Zusammenschlusses der hessischen Privatangestell- tcn-iVereine zu einem Landesverband. Die ZLonrmission befaßte sich eingehend mit der Besprechung des für einen zu. gründenden Landesverband gegebenen Arbeitsfcldes und beriet sodann den Statutentwurf. Der Entwurf lvird deu bisher an den Verhandlungen beteiligten Vereinen zn- gestellt werden, um innerhalb der einzelnen Korporationen nochmals durchberaten zit werden. Die Konstilltierung des Verbandes dürfte noch im Laufe dieses Jahres erfolgen. Auf flnregung des Vertreters des Sozialen Ausschusses Offtubach wurde beschlossen, zur Frage der Emführuna der vollständigen Sonntagsruhe in Offenbach a. M an die Groß- herzogliche Staatsregierung eine Eingabe zu ridjtcn. ** Die Hessischen Lan dw. Genossenschaften halten am Montag, 21. Dez., zu D arm sta dt ihren 46. VerbandStag ab. Die Tagesordnung enthält u. a.; Jahresbericht des VerbandsdirektorS; Vorlage und Bescheidung der Rechnung und Bilanz für 1907; die Erweiterung deS genossenschaftlichen Bezugs von landw. BedarfS- fioffen, inSbes. von 5ialisalzen, Referent Dr. Spickermann; hat sich die neueingeführte, unangefagte jährliche Revision bewährt? Referent Generalsekretär Haas; die Besteuerung der Ueberschüsse der Einlagen bei den Spar- und Darlehnskassen, sttefercnt Generalsekretär Genncs; Neuwahl des Verbandsdirektors und deL stellvertretenden VerbandsdirektorS; Neuwahl von Verbandsausschußmitgliedern. Erweiterter Schalter- und Bestelldienst der Post zu Weihnachten und Neujahr. Bei den hiesigen Postämtern sind a) die Paketschalter am Sonntag den 20. ds. geöffnet wie Werktags; b) Paketbestcllung findet statt am 20 25. wie Werktags und nm 26. eine Bestellung vor- mittags; c) Briefbestellung: am 1. Januar eine zweimalige Bestellung, d) Geldbestellung: am 26. Dezember und 1. Januar eine Bestellung; e) Landbestellung: am 20., 26. Dezember eine Brief-, Geld- und Paketbestellung nach allen Orten, am 1. Januar eine Briefbestellung nach alle« Orten, dagegen fällt am 25. Dezember die Bestellung aus. ** Den zweiten der Naturwissenschaftlich. Vorträge iin Winter 1908/09 hielt am 10. Do zernber Professor Kosfel in dem vollbesetzten großen Hörsaal der Universität über koloniale Bestrebungen und medizinische Forschung. Redner knüpfte an die Worte an, die der Staatssekretär des Reichskoloiriakamtes, Exz. Dern- biirg, bei der Eröffnung des lLolonicllinstituts in Hamburg Über die ethischen Aufgaben der KolonisationSarbeit ge- prochen hatte. Der medizinischen Forschung kommt bei Der Kolonisierung eine wichtige Rolle zu, oa es sich darum handelt, unter der eingeborenen Bevollerung yerrschenda Seuchen auszurotten und den httrausziehenden Monieren der Zivilisation Gesundheit und Leben zu erhalten. An der Hand der Fvrschnngsergebnisse über Malaria, Gelbfieber und Schlafkrankheit wurde gezeigt, wie solche Probleme in Anariff genommen sind, welche praktisck)e Le- kampsungsmaßnahmen auf Grimd der wissenschaftlichen Ergebnisse getroffen werden und welche Erfolge bisher erzielt sind. Namentlich das Beispiel des Panamakanals iüiiL-bc yervorgehoben, dessen Ban durch die F-ranzosen nicht zu Ende geführt werden konnte, well die Arbeiter der Malaria und dem Gelbfieber in Scharen erlagen — etwa 50 000 Menschenleben sollen damals zu Grunde gegangen sein. Jctzr fuhren die Amerikaner den Bau erfolgreich durch, indem sie gegen Malaria und Gelbfieber auf Gründ der wissenschaftlichen Forschungsergebnisse Vorgehen. — Der Vortrag wurde durch zahlreiche Lichtbilder erläutert. Besonderes Interesse erregten die Lichtbilder, die über die Schlaskrankheic vorgesührt wurden und die deut Vortragenden von dein Leiter der deutfck-en Schlafkrankheitsexpedition Exzellenz Rodert Koch in freundlichster Weise für den Abend zur Berfügnjig gestellt waren. Die Zuhörer begleiteten die Worte, in denen der Redner dem berühmten Forscher hierfür seinen Tank aussprach, mit lautem Beifall. Zum Schluß 'wurde das deutsch-englische Abkommen über die Bekämpfung der Sckftafkranlhcit erwähnt, das am 1. Januar nächsten Jahres ui Kraft tritt Tie Maßnahmen beivcgcn sich in den durch die Forschungen der üvchschen Expedition sestgelegten Richtlinien. '** Zur Forderung „Kauft am Platze" schreibt inan uns aus hiesigen Bnchhandelskreisen: Das ganze Jahr über werden unsere Bächerliebhaber mit Prospekten, sogenannten „günstigen Offerten" und dergleichen von auswärtigen, namentlich Berliner und Leipziger ginnen, überschwemmt. Soweit es sich um neue Bücher handelt, kann von einem günstigen Angebot schlechterdings keine Rede sein. Jedes Buch hat seinen, vom Verleger selbst festgestellten, bestimmten Preis, den ausnahmslos kein einziger Buchhändler ui Deutschstand straflos irgendwie abändeni, oder ga-iz unterbieten darf. Tas hiesige Publikum kauft alfo düse Kategorie Luäjer außerhalb Gießens unter keinen Umständen billiger als am Orte, wohl aber resultteren aus dem Bezüge von auswärts allerlei -Zeitaufwand und unnötige Spesen. Vor allem wolle man sich die Unmöglichkeit, oder mindestens Oie Sc ereilen bei ^genwärllgen vei einem. Umtausch, oder ul der ywNauwiion von Tesllten. Nicht zu vergessen des großen Vorteils, der da. ..t Liegt, daß das Publikum in den . hiesigen Läden die vor ihm auf gestapelten Bücher selbst an- Nr. 294 Erstes Blatt 158. Jahrgang Montag 14. Dezember 1908 Der tztehener flnjelßer *-,> ^r<* ßh vezugSpretS: erschein! täglich, außer &&&& X R*? vr ©Kalter Anzciger ftennpred) - 'Unlcblüfie: ©W MW General-Anzeiger für Gberhefsen tüt die Tagesmunnier Rotationsdruck und Verlag der Vrützl'schev Unw.-Vuch- und ZLeindruuerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: §chulstraße 7. l'liizeigenteil: H. Beck. bis oormitlagS 10 Uhr. 1 ......... i I^yen und QUZWahlLN Tenn und nicht ohne vorherige Prüfung M kaufen braucht. Wiele der auswärtigen Offerenten haben Lie cmgebotenen Bücher überhaupt nicht auf eigenem Lager, sondern beziehen sie erst, nachdem eine Bestellung vorkiegt. -Größere Vorsicht ist noch zu enrp fehlen, bei dem ErvLrb verramschter Artikel, die in hochtönenden Phrasen als äußerst wertvoll und spottb-illig zugleich hingestellt werden. Handelt es sich um vom Verleger herabgesetzte Bücher, so liefert Sie der einheimische Buchhändler genau zu den angekündig- iten Preisen. Kommt dagegen wertloses Zeug in Betracht, »o dürfen die Bücherkäufer das Vertrauen zu ihren hiesigen Lieferanten haben, daß sie es nicht an der nötigen Warnung ffehlen lassen. Auf jeden Fall bewahrt sich das Publikum »am besten vor jedem Schaden, wenn cs diese Angebote ignoriert und derartige Ladenhüter nicht kauft. Es dürfte sich unbedingt empfehlen, ftet* erst den einheimischen Buchhändler zu befragen, denn ein Bezug von auswärts bietet, wie wiederholt gesagt werden mag, bei der Gemeingüttig- feit aller Preise für den ganzen Buchhandel absolut keinerlei Vorteile. ** Eine humoristische Woche verspricht das Kine- ftmttogLaphentheater om Seltcrsmeg mit dem neuen Programm feinen Freunden. Uüd wer die urkomischen Szenen des denkmal- steherrden Bauern ^Leicht Geld zu verdüium." iuü) des „Pfiffig-eir Schusters" mit deni Los an der Stubentür gesehen hat, wird diese Bezeichnung wohl billigen. Mit seinem Humor sind die Bilder: „Das leicht entzündbare Herz" und „Die Kindergesellschast" dav- gestellt, während die empfindsame Seite den Vien scheu in dem hochdramatischen Kriegsbild „Die Sünberin" und dem Wild-West- tDrama „Dre Tochter des Tavernenbesitzers" zur Geltung bmmt. fSeenumnsleben ist schön dargestellt durch die Bilder vom Bord beS bekannten Schulschiffes „Großherzogin Elisabeth", und „Ter Neine Zauberer" vvllführt die «erstaunlichsten Kunststücke. Nicht M unterschätzen ist, daß die meisten Szenen im Auslände auf- ^Qwmnrerr sind, und matt dabei fremdes Land und Leute fernten lernt, der Besuch also nach jeder Richtung eine Ausbeute bietet. *• Die Maul- und Klauenseuche ist ausgelb rochen in Krintsch, Kreis Neumarkt (Regierungsbezirk ^Breslau), am 11. Dezember; ferner in Linderhausen Kreis Schwelm (Regierungsbezirk Arnsberg), unter Handels- vieh, ebenfalls am 11. Dezenlber. = Grünberg, 11. Dez. Der Bezirks z uch tvercin Gießen für Vogelsberger Vieh hielt gestern im Hotel pirsch seine Generalversammlung mit vorausgeheiwer Äusschußsitzung unter dem Vorsitz des Regrcrungsrats Dr. Merck ab. In der Ausschußsitzung wurde lediglich die vorliegende Rech- Eng für 1907 Rj. durch die Ausschußmitglieder Mtbürgermeister eiling-Hettchelheim Mnt> Bürgermeister Aff-Lanter geprüft. Die schließende Generalversamutlnng wurde durch den Vorsitzenden unter besonderer Begrüßung des Sekretärs des Landwirtschafts- fkanuncr-Ausschusses für Oberhessen, Herrn Schwarz, eröffnet. Er bemerkte, daß man diesmal früher geäußerten Wütrschen entsprechend, Grünberg als Ort der Generalversammlung gewählt habe, um den Mitgliedern von Grünberg und der Umgebung Gelegenheit zu geben, sich an einer solchen Versammlung reckst zahlreich beteiligen zu Hörnten. Leider müsse er aber feststellen, daß das Interesse der Vereinsmitglieder aus hiesiger Gegend zu wünschen Übrig lasse, denn der Besuch der Versammlung hätte weit größer sein müssen. Er hoffe, daß in dieser Beziehung in Zukunft eine Besserung eintreten werde. Hierauf teilt er das Ergebnis der Rechnung mit, wonach die Eimrahmen 499 M. 37 Pfg., die Ausgaben 498 M. 88 Pfg. betragen unb das Kapitalvermögen gegen das Vorjahr um 227,88 M. höher, also auf 1669 M. 96 Pfg. angewachsen ist. Auf Antrag der Rechnungsrevisoren wird denr /Rechner Schupp Gutlaftung erteilt. — Nach dem Jahresbericht ^haben im abgelaufenen Geschäftsjahre zwei Ausschußsitzmrgen und ■eine Generalversammlung stattgefunden. Die Zahl der Mitglieder beträgt 390, welche sich auf 10 Ortszuchtvereine und viele Einzel- • Wütglieder verteilen. In Zugang ist der neu gegründete OM- per ein zu Leihgestern mit 29 Mitgliedern gekommen. Die übrigen Ortsvereine bestehen in Ällendorf (Lahn), Beltershain-Göbelnrod- xQueckborn, Großen-Linden, Grünberg, Heuchelheim, Lauter, Steinbach, Stockhausen-Weickartshain und Watzenborn-Steinberg. Ucber jxe Körung der Vogelsberger Tiere, die die Landwirt sch aftskammer auf Grund der bcstcherrderr Grundsätze in Leihgestern nicht vornehmen wollte, weil daselbst die Zucht der Simmentaler Rasse die vorwiegendste sei, wurde nach längerer Debatte ein Ausweg zu 8-unsten der Leihgesterner Vereinsmitglieder gefunden. In das Herdbuch wurden eingetragen 52 neue Tiere, dessen Besitzer mit dem Eintrag die Mitglüdschaft des Vereins ertoorben haben. Es fanden im dem Geschäftsjahr in Großen-Linden und Grünberg " Ortsfchanen statt, bei welchen Preise in Höhe von 425 M. zur Verteilung gekommen sind. Auch beteiligte sich der Verein an der Düsseldorfer Ausstellung uni) erntete dabei großen Erfolg. Es wurden insgesamt 800 M. für Preise erzielt. In 1907 wurden Lurch den Landwtttschaftskammer-Ausfchuß innerhalb des Ver- «einsbezirks 14 Bullen unh 61 weibliche Tiere angekort. Bei der allgemeinen Faselschau wurden besichtigt im Mrbezirk Gießen 34 Bullen, im Körbezirk Hungen-Lich 1 Bulle und irrt Wrtiezirk Grünberg 20 Bullen. Bezüglich der für das Jahr 1909 für den Bezirk Grünberg vorgesehenen Ortsschau mürbe als Schauort Grünberg, als Zeitpnntt Ende Mai oder Anfang Juni, als Preis- tzerichlsmitglied Bürgermeister Krämer-Stellrbach, als dessen Stell- 'tertretCT Altbürgermeister Kreiling-Heuchelheim vorgeschlagen. Die Vorschläge wurden eutftimmig angenommen. Sodann erfolgte die Beratung der durch die Landwirtschaftskammer allgemein aufge- ftellten neuen Satzung. Vom Vorsitzenden wurde dieselbe tötgetragen. Nach § 1 erhält der Verein zukünftig den Namen „,KreiZrinderzuchtverein Gießen (Vogelsberger-". Die Paragraphen 2, 3, 4, 6, 19, 20, 21, 23, 24, 25 und 27 wurden angenommen, während die übrigen Paragraphen den seitherigen Verhältnissen entsprechend Abänderungen und Zusätze erlitten. Die jährlichen Beiträge wurden festgesetzt für 1 Herdbuchtür auf 20 Pfg. und für eine Gemeinde auf 5 Äkk. Nachder Beratung der Satzung, die die für die Versammlung vorgesehene Zeit vollständig in Anspruch nahm, schloß der Vorsitzende die Generalversammlung und der angesetzte Vorttag des Sekretärs des Landwirtschafts- karnmer-Ausschusses für Oberhessen, Schwarz, über das Thema: „Welche Mittel sind dem Landwirt an die Hand gegeben, um seine Tür zücht rentabler zu betreiben", mußte ausfallen. O Laubach, 12. Dez. Das Konzert, das gestern abend Direktor Dam Hofer im Solmser Hof mit seinem Ensemble, aus 11 Damen und Herren bestehend, veranstaltete, hatte sich eines zahlreichen Publikums zu erfreuen. Bet herrlichem Stimmenmaterial und präciser Einübung mußten die Chöre einen hohen Genuß bieten. Auch die Solls, Alt: .Frau Damhoftr, Sopran: Frl. Grabner, ernteten reichen Beifall, so daß sich die Solistinnen wie auch die Chorteilhaber zu zahlreichen Einlagen veranlaßt sahen. Ebenso entzückend waren die gebotenen Schuhplatlertänze, bte ein echtes Bild aus dem Tyroler Leben boten. Die Künstler, die in Bad Reichenhall (Bayern) beheimatet sind, sind eben aus einer Konzertreise durch die oberhessischen Städtchen begriffen. Nieder - Ingelheim, 11. Dez. Ein schönes Weihnachtsgeschenk steht der hiesigen Gemeinde in Aussicht. Vor einigen Monaten starb hier eine Privatin, die ihre Einkünfte und ihr Vermögen nicht ganz richtig cinge» schätzt hatte. Jetzt müssen die Erben die gesetzlichen Gebühren wegen zu niedriger Steuerveranlagung nachbe- Zahlen, Sü betragen — außer sirr das Steuerjahr 1908/09 i— seit 1903 etwa 2 23 000 Mark für die hiesige Ge- Lneinbe. Die evangelische Gemeinde erhält 12 000 Mark Sachgezahlt, der Staat eine entsprechende Summe, über 00000 Mark. Gießener Strafkammer. )( Gicß^Ä, 11. Dez. Ein netter Schlofkamerad. Ein Tatzlähner aus Nidda hatte mit bene Arbeiter K. P. P. ans Stöckern. (Sockffen) in einer hiesigen Wirtschaft übernachtet. Ms er morgens erwachte, war P. verschwunden und mit ihm das Portemonnaie seines Schlasüillcgcn und dessen Strümpfe. Ter Dieb, dessen Name man bis dahin nicht kannte, hatte ans Versehen ein Schriftstück zurückgelassen, vwdurch es gelang, ihn bald zu ermitteln. Nach anfänglichem Leugnen gestand er den Diebstahl zu; bas Geld in Höhe von 4,50 ALark war fort, wie auch die Strümpfe. Die Verhandlung ergab, daß er auch früher schon Schlafkameraden bestohlen hat und er sich im Rückfall befindet. Die Staatsanwaltschaft hielt ihn für das Zuchthaus reif, doch das Gericht ließ noch einmal Milde walten und erkannte auf 10 Monate Gefängnis, worauf 3 Wochen Untersuchungshaft in Anrechnung zu bringen sind. Em Holzbetrug. Im vorigen Herbst kam der volzhäirbleck K. K. von Mendorf, Kreis Wetzlar, zu einem ZiMmermamr uack> Leckenbach und kaufte für etwa 800 Mark Gruben- und Bauholz. Es tourbe schriftlich vereinbart, daß vor dem Verladen 400 Mark und beim Abfahren des Restes, das noch rückständige Geld bezahlt werden sollte. Der 3immermaun verabfolgte dem K. den Nmmnernschein, damit er sich das Holz im Wälde ansehen könne: den Abfuhrschein hatte er dem Jvrstwart bereits beljänbfgt Trotz des Versprechens, den Nummerschein wieder abfrugebeit, behielt K- diesen und benützte Den Ihnftaub, daß der Forstwart den Abfuhrschein hatte, um das Holz ab fahren zu lassen, ohne Anzahlung geleistet zu Habern Erst als der größte Teil des .Holzes verladen und schon einige Waggon abgegangen waren, erhielt der Zimmernrann Kenntnis von der Abfuhr dcS Holzes. Er wandte sich brieflich an K. wegen des Geldes; dieser depeschierte zurück, daß die Sicherheit unterwegs sei und wiederholle diese Angaben auch später mündlich. Ter Zimmermann ließ es deshalb zu, daß der Rest des Holzes abging und nach einiger Zeit ging ihm die Sicherheit in Form eures Wechsels zu, den K. ciirzulösen nicht imstande war. Ter Wechsel wurde später verlängert, konnte aber nicht eingelöst werden und der Zimmermann hat den Verlust von 800 Mark zu beklagen, während K. das Holz zur Hälfte des Wertes losschlug. Auf Anzeige des Gesckwdigten verurteilte das Schöffengerickft K. toegcii Betrugs zu 3 Monaten Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft wie auch der Angeklagte fochten das Urteil an. Letzterer behauptete, er habe beim Abfahreu des Holzes 400 Mark bei, sich gehabt, cs sei aber zu spät geworden, das Geld noch abzuliefern, 6a die Ab fuhr stelle von dem Wohnort des Verkäufers wett entfernt sei. Bei der Mickkuuft habe er das Geld zu einer dringlichen Angelegenheit benötigt und so sei es gekommen, daß er nicht zahlte. Tie Sttaskmitmer ging auf diese Ausreden nicht ein; sie hielt den Talbeshand des Tictistahls für vorliegend und erkannte, da der Angetlagte rückfällig ist, und wegen eines ähnlichen HolzdiebstahkS früher schon 'S träfe erlitten hat, auf sechs Vttnmte Gefängnis und sprach dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre ab. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen den Eisengießer P. B. von Merken spitz wegen widernatürlicher Unzucht verhandelt. Tas fteisprechende Urteil besagt, daß weder feststeht, daß er sich in unsittlicher Weise an den Tieren vergangen hat, noch daß er die Befähigung besitzt, falls er die Strastar begangen haben sollte, die Strafbarkeit zu erEennen. Ter gestörte Hagelfeiertag. Dem Landwirt I. H. E. von Bergheim ging ein Strafbefehl über 1 Mark zu, well er trotz Verbots in der Gemarkung Usenborn ant 27. Juni, bem1 Tage, an voelchenr in dieser Gemeinde der sog. Hagelfeiertag stattftndct und der als rirchlicher Feiertag betrachtet wird, Heu abgefahren hat. Ten Angellagte erhob Widersprach unb nrachte geltend, er habe das Verbot nicht respettüren können, da er in einer Notlage gewesen sei. Das Feldgericht erkannte diese Eingaben nicht für richtig an und verwarf seinen Einspruch. Dies gab dem Angeklagteir Anlaß zur Berufung und er machte geltend, das Verbot sei ihm Nicht betannt gewesen. Erst einige Tage nach dem Feiertag habe er erfahren, daß die Bekanntmachung in Bergheim erfolgt sei. Tatsächlich wurde auch festgestellt, daß die Veünmtmachnrtg erst an bem Tage erfolgt ist, an dem der Angeklagte das Heu gemacht hat und zwar zu einer Zell, als der Angeklagte schon von zu Hause fort war. Tas Urteil wurde aufgehoben und der Angeklagte freigesprochen. GerbehLK?aaL. Gießener Schöffengericht vom 11. Dezember 1908. Eisenbahntransport-Gefährdung. Ter Fuhr- knecht W. P. imd Taglöhner Ehr. St. hier standen unter Anklage, fahrlässigerweise einen Zug der Biebertalbahn in Gefahr versetzt zu haben. Unterm 3.' Juli l. I. vormittags gegen 10y3 Uhr waren die Angeklagten mit dem Auspmnpen Der Senkgrube des Hauses Rodheimer Straße 25 beschäftigt, wobei daö Lattinenfuhrwert bezw. der Wagen auf dem Trottoir und die beiden Pferde auf dem Geleise der Biebertalbahn zu stehen tarnen. Um die gleiche Zeit fuhr ein Zug der Biebertalbahn von der Station Gießen ab, bestehend aus Lokomotive, einem leeren und einem beladenen offenen Wagen: als der 'Führer in der Nähe des Tatortes sah, daß die Fahrbahn nicht ftei war, gab er Achtungssignal, darauf ildotsignal unb Stoiitrcbamüf, öffnete den Sandstreuer unb ließ die Handbremse anziehen, aber alles war vergeblich, die Lotomotive erfaßte die beiden auf dem Geleise steheirden Pferde, so daß sie umschlugen unb eine Strecke mllgeschleift wurden. Wäre der Zug ein Meter von dem Standorte der Tiere zum Stehen gebracht worden, so hätte dieses Vorkommnis vermieden werden können, wozu noch kommt, daß daS Geleise kurz vorher von einem Sprengwagen bespült wurden, wodurch, infolge der Nässe, das Hallen des Zuges sehr beeinträdjtigt wurde. Das alles war das Werk eines Augenblickes unb so kam es, daß die Angellagten das FassmrgSvermvgen verloren unb int ersten Moment nicht wußten, was sie machen sollten. Deut Angeklagten wäre es, wenn er die Geistesgegenwart nicht verloren hätte, möglich gewesen, die Pferde beiseite zu reißen, zumal der mitangeflagte St. schwerhörig ist und er sich auf diesen infolge mcht verlassen tonnte. Festgestellt wurde, daß der Zug außergewöhnlich rasch gefahren war. Ps. wurde zu zehn Tagen unb St. zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Unter Einbeziehung einer früher gegen St. verhängten und iwch zu verbüßenden Strafe von 5 Monaten, wurde gegen diesen eine Gesamtgesangnisstrafe von 5 Monaten zwei Wochen erkannt. Vergehen gegen das Kinderschutzgesetz. Der Mi Ich Händl er H. A. R. in Steinbach beschäftigte dahier am 8. 3iovember l. I. einen Schuljungen mit Austragen von Milch. Das Gericht verurteilte ihn zu 5 Mark Geldstrafe ev. 1 Tag Hast. Vergeh engegendieGesiudeordnung. Das Dienstmädchen F. 2. jetzt in Frankfurt a. M.,verlleß ihre Dienststelle bei einer hiesigen Herrschaft ohne gesetzlichen Grund u. leistete der polizeilichen Aufforderung, den Dienst wieder anzutreten, keine Folge. Infolge ihres Nichterscheinens zum heutigen Termin, wurde der von ihr erhobene Einspruch gegen den Strafbefehl verworfen unb diese zu beit angesetzten 12 Mark Geldstrafe en. 6 Tage Hast verurteilt. R.B. Darmstadt, 12. Dez. Der Studierende der Technischen Hochschule Georg Reibstein von hier, war heute wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, die sich in der stlachä auf den 30. Oktober bei einer Schlägerei hier zugetragen hatte. Er berüf sich auf Nvllvehr, bezw. hochgradiger, die lieber- legimg^ansrchiießvndL damalige Erregung. Er hatte im Residenz- faffee sich gegenüber bfcr gerade allernsitzenden Frau des als Gjnit awvesendeir Wirtes Niggemnnn, dreist benommen unb der hier- über aufgebrachte Ehemann war nur durch das Dazwischen!reteu Rerbitein mit fünf anocren Zruderllen das Lotal verließ, tat N. mll iioci Be^errern dies ebenfalls unb griff auf der Straße zuerst mtt dxn Händen den Reibstein an, !voraus eine allgemeine Schlägerei erwuchs. Dabei stach Reibstein mit einem Dolchmesser dem! N. Iridjt in ben Rücken und brachte ihm weiter einen gefährlichen Sttch in den Unterleib bei. Durch sofortige Operation im Krankenhaus konnte die Gefahr befeitigt toerben. Tas Gericht nahm lieber- schreitung der Notwehr an, billigte dem Angellagten aber in an- betracht seines erregbaren Charakters und weil eine Gefängnis-, frrafe nicht an- Platze sei, mildernde Umstände zu und Dcrurtclty ihn zu 500 Mark 'Geldstrafe, ev. 50 Tage Gefängnis und zu einer zahlenden Strafe von 500 Mark an Niggemann. Magdeburg, 11. Dez. Leullrant Erich Fromme! von der 8. Kompagnie des 26. Infanterie-Regiments, der am vergangenen Samstag unter dem Verdachte, seine Leute unsllllich behandelt zu haben, in. Untersuchuirgshaft abgeführt wurde, hatte sich bereits heute vor dem Kriegsgericht der 7., Division zu verantworten. Tie Verhandlung sand unter Ausschluß der Seffent« lichkeit statt. Auch für die Verkündung des Urteils wurde, entgegen ß 284 der M ilitär-Strafgerichtsordnung die Oeffentlichkert nicht wieder hergestellt. Zur Verhand^ lung waren mehrere Zeugen geladen. ^örseu-Wochcnbericht. ---Frankfurt a. M., 11. Doz. Wie iunt schon seit Wochen, hatte die Börse auch in, den letzten acht Tagen wieder stark unter dem Mangel an Unternehmungslust zu leiben. Konnte im allgemeinen auch etwas festere Gmndstinrmung ,vum Durchbruch kommen, so ist man doch der morgen iroch EeineStocgb enthoben, die nun schon so lange Zeit zur Zurückhalturrg maljuen unb das Geschäft unterbinden. Dü politische Lage hat sich noch immer nicht geklärt unb lastet nach wie vor auf Börse. Handel und Industrie. Wohl hält man an der Zuversicht fest, daß die Schwierigkeiten am Balkan eine befriedigende Lösung finden nrerben, aber die Ungewißheit darüber, wie lange dies noch dauern wird, bietet Grund zur Reserve. Hat bod) selbst die vorzügliche Rede des Fürsten Bülow im Reichstag dem llflangcl an Unternehmungslust nicht abzuhelfen vermoch. Man verkannte zwar nicht, daß der Reichskanzler alle Fragen der auswärtigen Politik, welche feit Worten die Gemütep beschäftigen, in eingehender Weise, unb in beruhigtem Sinne behandelt hat, man war sich auch klar darüber, daß mehr als der Fürst aussührte, nicht gesagt werden konnte, aber die bedauerliche Tatsache, daß eine Friedensgarantie auch von dieser tieft- informierten Stelle nicht gegeben werden: konnte, ließ das Eingehen größerer Engagements Vorerst doch nicht, angebracht erscheinen. Wenn trotzdem wieder eine befferc Auffassung der politischen Lage an ber Börse sich herausgebildet hat, so kam dafür) hauptsächlich die Hallung der Wiener Börse in Bettacht, die an Zuversicht wieder etwas gewonnen bat Man beobachtet zwar auch dort noch große Zurückhaltung, die sich aber ohne weiteres daraus erklärt, daß, wie mir erst kürzlich ausführten, die politischen Beklemmungen zeitlich mit einem ausgesprochenen wirtschaftlichen Niedergang Zusammentreffen, der noch dazu verschärft wird durch die Boykottbewegung in der Türkei, der man machtlos gegenübersteht, die aber wichtigen Zweigen der österreichischen Industrie schwere und voraussichtlich auf lange Zeit unheilbare Wunden schlagen wird. Ättchtsdestoweniger haben in dieser Woche an der Tvrrau größere Kurssteigerungen stattgefunden, da offenbar Viele Blaitkoverkäufer zu Tecllingen sich veranlaßt sahen unb auch Mckkäufe seiteirs solcher Kapilalisten vorgeitannncn wurden, die im Einblick auf pvlllisck)e Besorgrrisse sich großen Effeltenbesitzes entledigt hatten. Im Anschluß an Wien hatte sich auch iwch an den übrigen Märkten die Stimmung etivas" gehoben, namentließ in SJ? e iv 1) o r I, wo noch dü Botschaft des Präsidenten der Sft- Mation besonderen Anlaß zu Rücktäusen gegeben hatte. Wirklich Vertrauensvolle Tendenz haben indessen die Auslairdsmärkte nicht bekundet, umsoweniger, als die,wirtsch-aftlichen Verhältnisse der cinsclnen Länder viel zu wünschen übrig lassen. Audi in den Vereinigten Staaten will die Ausivärtsbewegung nod) immer nicht rocht voran. Zu den einer ftoundlichcren Gesblltung der Wirtschaftslage vorteilhaften Momenten gehört der flüssige Gelöst and: während im vorigen Jahre die angcffxnmtc Lage des Geldmarktes jeder Belebung hindernd im Wege stand, läßt diesmal das voraussichtlich auch in der nächsten Zeit billig blei - tierrde Geld Anregung für eine stärkere Betätigung der Industrie erhoffen. Viel wrrd für unferc Industrie allerdings auch davon ab hängen, welches Schicksal die Steuer Vorlagen der Re- .gierung haben werden. Tie derzeitige Stagnation tritt an der Börse auf allen Verkehrsgebieten glerchmäßig in die Ersck-einung. Selbst in den bisher so sehr bevorzugten, festverzinslichen Anlage- werten hat das Geschäft erheblich nachgelassen, was allerdings auch auf die Nähe des Jahresschlusses zurückzuftchren sein dürfte. Im gwßen und ganzen hat sich jedoch das llürsniveau etwas erhöht. Privatdiskoillo 23/4 Prozent. Märkte. Gießen, 12. Dezember. ü>t art rd er ich t. Auf heutigenr Wochen- mairte kostete: Buller pr. Pfd. 1.20—1.25 Mk., Hühnereier 1 St., 8—9 Bsg., lläse pr. St. 6—8 Pf., llasenlatte 2 St. 6—6 Psg., Erbsen p. Pid. 18—24 Pfg., Linselr p. Pfd. 25—40 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk^ Hahne pr. Stück 0,80—1,80 Pik., Gan e pr. Pfd. 60—70 Pf., Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Mk., Lchsensteijch pr. Pfd. 76—84 Pfg., lluh- und 9!indfleisch pr. Pfund 60—80 Pfg^ Schweülefleisch pr. Pfund 80—90 Psg., Cchlveinesleisch, gesalzen, pr. Pjd. 90 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—78 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 60—80 Pfg. llartosfeln pr. 100 Kg. 5.50—6.00 Mk., Zlviebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 2)ik., Diilch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 10—15 Psg., per Zentner Mk. 2.50—3.00. —Aepfel per Ztr. 8—10 2)ik., Birnen per Ztr. 10—15 Mk. Nüsse 100 Stück 40—00 Pfg., per Ztr. 0—00 Mk. Marktzeit von 8—2 Uhr. Mvchliche Uad?rid?teau Evangelische Gemeinde. Montag, den 14. Dezember, abends 8 Uhr, int Lukassaale: Bibelstunde. Pfarrer Bechtolsheimer. Teßefosiäsclfi® &ursfoeceiciiite des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Hank für Handel und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse 3>£°/0 Reichsanleihe . . 94.50 3% do. . . 85.30 3>j0/e Konsols .... 94.40 3-6 do. .... 85.10 8)6°/, Hessen 92.85 3J60/o Oberhessen . . . 92.00 4% Uesterr Goldrente. 97 80 4ff,-6 Oesterr. .Silberrente 97.70 4% Ungar Goldrente . . 92.45 4% Italien. Rente . . . 104 20 3-6 Portugiesen Serie I 57 80 3% Portugiesen „ III 58.3c- 4%°l9 russ.Staatsanl. 1905 97.20 4^°/0 japau. Staatsanleihe 92.55 4% Conv. Türken von 1903 92.10 Türkeuiose 141.60 4% Griech. Monopol-Anl. . 48 50 496 äussere Argentinier . 85.60 3°/0 Mexikaner . . . 63.50 4 x/a. ff0 Chinesen .... 97.50 Aktien: Bochum Guss 219.00 Buderus E. W 111.50 Tendenz: fest. Berliner Börse, 12. Cauada EL B. 177.90 Darmstädter Bank . . . —.— Deutsche Bank .... 240.25 Dortmunder-Union C. . . — Dresdner Bank .... 147.80 Tendenz: fest. , 12. Dezember, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 116.50 Elektriz. Schuckert . . . 118.00 Eschweiler Bergwerk . . 189.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 189.76 Hamburg-Amerik. PaketL 109.^6 Dörpener Bergwerk. . . 192.50 Lamahütte 194.00 Nordd. Lloyd . ... 88.30 Obeischles. Eisen-Industrie 93.50 Berliner llandelsges. . . 169.30 Darmstädter Bank . . . 128.70 Deutsche Bank .... 240.50 Deutsch-Asiat Bank . . 132 20 Diskonto-KommandiU . . 179.30 Dresdner Bank .... 147.55 Kreditaktien 195.50 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn 109.25 Gotthardbahn — Lombard. Eisenbahn . . 19.20 Oesterr. Staatsbahn . . . 144 20 Prince-Henri-Eisenbahn . 123.00 Dezember. Aufaugskurse. Harpencr Bergwerk. . . —.— Laurahiitte 194.50 Lombarden E. B. ... — Nordd. Lloyd .... 88.70 Türkenlose ..... —•— 13 Maschinenfabrik Rhein und Lahn Gaube, Gockel & C^/Ji U Oheriahnstein. Z? ■ LLAÄD Millionen Kuchen y) MM D7/ Alleinige Fabrikanten: 7.50, 9.50, 12.00 ff> Ist. Weindcstillat per Str. von^-. W & 'rhfyTh M. 1.80 NN von Scherer.Langen OC&'v© 5U Origlnatvrelsen. 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