?f: ®«Ä5unou zu 1,6 Hüt w Wb** Der Erde kaum entwunden Kehr'n wir zur Erde zurück. Wenn so die Glocken hallen. Geht es mir durch den Sinn, Daß wir noch alle wallen. Zur ewigen Heimat hin. Glücklich, wer alle Zeit Der Erde sich entringet Und Heimatlieder singet Von jener Seligkeit. Ein junger. Ihnen erst zwei Tage lang bekannter Vetter wagt es Sie zu bitten, bei Lesung dieser Zeilen sich seiner zu erinnern. F. W. Nietzsche. te! Weines Feuilleton. * Die Bücherei des Kai sers- Vor einiger Zeit hat sich der Kaiser für seine Bibliothek mehrere neue „Ex-Lrbrrs" unfertigen lassen- Das Interesse, das der Kaiser seiner Bücherei eUgegenbringt, geht sck)vn daraus hervor, daß er für jede Abteilung ein eigenes „Ex-Libris" bestimmte- Drc Bücherei, die eine ungeheuere Ausdehnung hat, wurde vom Kaiser selbst in folgende fünf 'JCbteilungcn g.'teilt: 1- Die militärischen Schriften; L die marinetechnischen Schwiften (diese beiden Abteilungen haben b»n tveiciius größten Umfang): 3. die Schriften über Altertums- Liubc; 4. Architektur; 5. Schöne Litteralur. Diese letzte Älb- L.ilung umfaßt die Litteralur aller Länder und ist reich an srltenen Originalen und Erstdrucken, Handschriften und fast un- cussindbaren Werken der Dichter des Mittelalters- Früher bei atz der Kaiser nur ein „Ex-Libris", das von Professor EmU Doepler L- I. entworfen war und alle Bücher der kaiserlichen Bchlwthek d-sMÜckte- Jetzt hat sich der Kaiser sünf neue Ex-Libris angc- schisst, die teils v o m Ka is er se l b st, teils von Berliner Knnft- ern entworfen sind- Naturgemäß nehmen diese aus das öücherfach Bezug, für das sie bestimmt sind- Das „Ex-Lrorrs" ür die Kriegswissenschaften zum Beispiel stellt einen Strieger in voller Rüstung dar, der sich an einen Folianten, wie an euren Schild anlehnt. Das „Ex-Lchris" für die marinetechnische, Ab- eilinig der Bücherei zeigt ein modernes Kriegsschiff, das aus en Standesveveine, die sich in religiös-sittlicher Belehrung, in der Förderung der allgemeinen und fachlickten Bildung unb in der wirlscktastlichen und sozialen Schulung ihrer Mitglieder in reichem Maße bewährt hätten- Die deutschen Katl-oliken werden durch den Antrag aufgesordert, an der weiteren Förderung dieser Vereine, die bereits eine halbe Million Mitglieder zählten, unermüdlich mitzuwirken. — Eine Reihe weiterer Anträge, die ebenfalls angenommen wurden, betraf u- a. auch die Unterstützung des katholischen Frauenbundes- Für den nächsten deutschen Katholikentag lagen Einladungen: aus M ü nft er i- W. und Aach c n vor. Es wurde jedoch geltend gemacht, daß durch die abermalige Abhaltung eines Katholikentages in den Düsseldorf benachbarten Städten eine ungerechte Bevorzugung der Rheinprovinz erfolgen würde- Man müsse audj wieder einmal in Süddeutschtand cber im Osten einen Katholikentag abhalten. Es wurde schließlich beschlossen, diese Anträge dem Vorstände zur Erledigung zu überweisen, der seinerseits einen Ort aussuchen soll, in dem Die nächstjährige K'atholikenversarnm- lung ftattfindet- Bei der heutigen Männerwallsahrt nach Kaiserswerth hielt Kardinal-Erzbisck-oj von Köln Dr- Fischer eine bemerkenswerte Rede an die Gläubigen, die weit über den Rahmen des Gotteshauses, in Dem sie gehalten wurde, Aufsehen erregen wird- Er erinnerte zunächst daran, daß die Wallfahrer vor den Reliquien des Heiligen Suitbertus ständen, die aus dem Chore vor dem Altäre der Kirche in einem prachtvollxn Schreine ruhen- Suitbertus hat in Kaiserswerth seine letzten Lebensjahre zugebracht. Er predigte, so führte der Kardinal ans, den heiligen Glauben auf dem unten Ufer des Rheins- Es war der heilige Zeitung": sie schreibt: „Zu den Artikeln in dem heutigen Morgenblatt der „Franks. Ztg." über den Fall Schütting ist festzustellen, daß von einer Vernehmung des Redakteurs der Zeitung und von einem Zeugniszwangsverfahren gegen ihn in der Disziplinarsache gegen Schücking dem M i n t st e r des Innern in der Tat nichts bekannt ist und >aß dieses Vorgehen ohne sein Wissen und Wollen eingeleitet worden ist. Das Verfahren führt, worauf wiederholt hinzuwefien ist, die Regierungsinstanz selbständig. Es kann sich daher nur um ein Er- üchen des Unterfuchungskommissars an das Amtsgericht Frankfurt a. M. handeln. " Gestern sind in der Schücking-Afsäre zwei Magistrats- Mitglieder (Senatoren) und vier Stadtverordnete vernommen worden. Tie übrigen werden noch vernommen iverden. Gestern fanden Vernehmungen int Landratsamte zu Tandem statt. Es verlautet, daß die Vernehmungen sich auf die Frage bezogen, inwieweit Schücking sich in Magistratsund Kommissionssitzungen int Sinne seiner Schriften agitatorisch betätigte. In der gleichen Angelegenheit soll auch der Schulinspeitor, Pastor Rienau-Hufuin verhört werden. Trotzdem sind die Zeitungsmeldungen über die Amtsdispensation des Bürgermeisters Schütting in seiner Diszipli- narsachc und über Bemühungen der Regierung um einen Nachfolger für ihn, wie dem Wölfischen Bureau von maßgebender Stelle bestätigt wird, tendenziöse Erfindungen. glaubt man diesen Staat wie den mit Recht so beliebten racher de bronze stabiliert zu haben, wenn das hohe Ziel wirklich gelang? Mr haben uns redlich Mühe gegeben, uns die Ge- t.ankengänge zurechtzulegen, die die über uns Regierenden in diesem Fall geleitet haben könnten. Aber wir gestehen i itit tiefer Kümmernis: es ist uns nicht gelungen. Wir i .hen nur, wie um eine Omelette (mehr sind im Verhältnis ,2jitm Ganzen die despektierlichen Aeußerungen des Herrn r. Schücking über Korpsstudenten und konservatives Farteircgiment nicht) ein ungeheurer Lärm verursacht wird; 1 ic mir nichts dir nichts Leute vor den Kopf gestoßen werden, die den besten Willen zu zeigen begannen, aus der Negation den Ausweg zur Bejahung zu finden. Daß dadurch Staat und Reich genützt wird, bestreiten wir. Daß die Politik des Fürsten Bülow gefördert wird, möchten wir bezweifeln. Ueberhaupt: wie steht denn der nur zu dem ganzen Handel? Und wenn er ihn, wie wir anzunehmen geneigt sind, nicht billigt: wie dürfen die Nachgeordneten denn "nur so frank und frei darauf losverfügen und ihm das ganze mühselig genug zustande gekommene Konzept berrücken? \ Interessant ist nun eine Erklärung der „Nordd. Allg. r-rb LchrcineracW-- intiRfö Das Zeugnirzwangrverfahren im Sali Schücking. Zn ber unerquicklichen Angelegenheit, die man den ^Full Schücking" zu nennen sich gewöhnt hat, ist eine neue Hase zu verzeichnen. Der verantwortliche Redakteur der Franks. Ztg." ist vor den Richter zitiert worden und hat ahm Auskunft geben sollen über den Autor eines am 21. Juli irn seinem Blatt erschienenen Artikels. Ob den — es han- Lelte sich um eine erste informierende Darstellung jener Affäre — Bürgermeister Schücking versaßt habe oder fein 2ruder, der Marburger Professor, hat der vernehmende Stichler gefragt. Und als, wie zu envarten stand, die Auskunft veriveigert wurde, ward der Redakteur erstmalig mit ?iner Pön von 50 Mark belegt. Es soll in diesem Zusammenhang über die harte Unbill des Zeugniszwanges ceirt Wort verloren werden: das Thema ist in Rede unb Schrift nachgerabe ausgiebig erörtert; ist aber diesmal gar nicht das eigentlich Essentielle. Das ist allein und ausschließlich das neue Ungeschick in der Behandlung der von Anbeginn ungeschickt angejxtckten Angelegenheit des Husumer Bürgermetsters. Nach den beiden Darlegungen in ber „Nordd. Allg. Ztg.", denen, tveil sie nicht übermäßig Wie aus München gemeldet wird, wurde für das Deutsche Reich ein von Ingenieur F-ritz Gchre erfundener Explosivstoff angenommen, mit dem dort am 18. August stundenlange Versuche in Gegenwart der Artillerie-Prüfungskommission in Berlin, des bayerischen Kricgsministeriums, der Feldzeugmeisterei, der Inspektion des Jngenieurkorps urrd der Festungen unb Marine angestellt wurden- Die Proben waren, wie behauptet wird, von sensationellem Erfolg begküct und erweckten das Erstaunen oer Vertreter der militärischen Behörden — Wien soll ein neues „Volks- schauspielhaus" erhalten, dessen Vorbild und Muster das Berliner Schillertheater ist- Es wird 2000 Personen fassen und Eintrittspreise erheben, deren Durchschnitt 1 Krone 20 Heller beträgt. Im Herbst 1909 soll es eröffnet werben. — Nach denr Depeschenbureau Herold ist Ludwig Fulda auf seiner Besitzung, in Süd-Tttol nicht unbedenklich erkrankt. Zu chronischem Herz-! leiden habe sich Neurose gesellt, die dem Kranken große Schmerzen, verursache. Das W. T. B. aber weiß bereits zu melden, daß Fulda sich gänzlich erholt hat unb sich wieder der besten Ge- sundhett erfreut. Er verließ am Donnerstag seine Villa am* Karersee und reifte zu seiner Braut. Die Vermählung findet in den nächsten Tagen statt. — Die Radium-Mutung t nt Erzgebirge nimmt lebhaften Fortgang. Professor Schäffner von der Berg-Akademie in Freiberg untersucht auch bie Gewässer im Warmbad Wolkenstein. Ein Bericht des sächsischen Staats- minifteriums über das bisherige ErgMis ber Forschungen ist iff zwei Wochen zu erwarten- 55. Deutscher KcitjolHenfag. -L- u. H. Düsseldorf, 19. Aug. Am heutigen Mittwoch fand bei l)errlichstem Wetter zunächst um 8 Uhr früh eine M L n n e r wa l l s a hr t des Deutschen Katho- likenlages zu Schiss nach Kaiserswerth am Rhein statt- Inzwischen halte im Kaisersaale der städtischen Tonhalle die dritte geschlossene Versammlung des Deutschen Ka- tl-olikentagcs ihren Ansang genommen- Es wurde zunächst ein Antrag des Reichstags- und Landtagsabg-, Oberlandesgerickstsrats a- D. Gch. Jujtizrar Roercn betreffend die Bekämpfung ber öffentlichen Unsittlichkeit verhandelt- Der Antrag lautete: „Die 55- Generalversammlung ber Katholiken Deutschlands ruft mit Nachdruck die Katholiken Deutschlands zur energischen Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit aus, wie sie sich insbesondere in der Ausstellung und int Vertrieo unsittlicher Bilder und Druckschriften zeigt, die längst die Aufmerksamkeit der Katholiken Deutschlands erregt haben. Die Versammlung verweist auf die Bestrebungen und bie erfolgreidjc Tätigkeit des Verbandes der Männervereine zur Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit hin und besürwortet wärmstens für alle größeren Städte die Gründung oen solchen Vereinen und deren Anschluß an den Verband- Insbesondere weist sie aus die überhandnehmenden skandalösen B ü h n e n a u f f ü h r u n g e n und die Kinematogra- phendarstellungen hin, welche eine sehr große Gefälirdnng der Tugend des ganzen Volles, namentlich der Jugend, mit sich bringen, und gegen welche nur ein energischer Zusammenschluß aller Gutgesinnten schützen kann- Sie empslehlt die Unterstützung und Verbreitung der von dem genannten Verbände gegründeten Monatsschrift „Volkswart"-" — Die Generalversammlung ftimmte dem Anträge einstimmig zu- Weiterhin nahm die 55. Generalversammlung einen Antrag an, in dem mit allem Nachdruck au, die furchtbaren Schäden hingewiesen wird, die sür unsere Heranwachsende Jugend beiderlei Geschlechts durch das L e s e n schlechter S ch r i j t e n herbeigeführt werden. Der Antrag warnt eindringlich vor der Lettüre litten» gefährdender Broschüren uni» Zeitschriften, die von Kolporteuren katholischen Eltern angeboten werden, und empfiehlt, Bücher unb Zeitschriften nur von solchen Kolporteuren zu beziehen, die den Ausweis erbringen, daß sie im Auftrage der überall in Deutschland bestehenden Katholischen Kolportage tätig find- — Auch dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. — Man wandte sich bann Nr. 19« Erstes Blatt 158. Jahrgang Freitag 21. August 1908 Der Slctzener Bnjelget vezugSprets: erscheint täglich, nutzer jgg» V W monatlich75Pf.,viertel- j| tzlaNfürdenUkeirSiehen M U 8B tU »T 9 6=3 ER G? Ä iDtenSlag undFreitag): W Ef Uä »fr Sb H Wk Q H B IW- F. , lahrl. erycit enhuidclt, die nad) ihm fein Lehrer, auch unter den aust rkirchlichen erreicht hat, und der darum mit 'Jxedyt von den Päpsten Leo XIII- und Pius X. als Lehrmeister für die höheren katholischen Schulen aufgestellt worden ist. Nein, die Kirche fürchtet nicht die Wifen- schafl, sie hebt und fördert sie, und d.s.vegen tritt sie ben Ausschreitungen, die im Vlamen der Wissenschatt verübt werden, in den Weg. Aber die Wissenschaft ist nidst der Glaube, soweit wie der Himmel über der Erde steht — soweit der Glaube über der Wissenschaft. Er ist eine göttliche Tugend, die uns tcil- nehmen läßt an dem Wirken Gottes und sich unmittelbar auf ESott stützt sie ist die göttliche Tugend, durch die wir unaugezweiselt sur lunhr halten, was Mott ihr offenbart bat und uns durch seine Kirche im Glauben oorstellt- Gottes Cfjenbarung ist dec Inhalt des Glaubens, sein Bewcggruno die göttliche Autorität, sein Handeln die gvttlid-c Kirche- TaS ist der Heilige Glaube, unserer katholisdw Glaube, unsere Freude und unser Stolz im Leben, unsere Zuvcrsid»! und unser Trost im Sterben, der (Glaube, den St- Suitbertus gepredigt, den zu wahren er uns aus feinem Grabe juruft- So scheiden wir nicht von dieser heiligen Statte, ohne aufs neue zu wiederholen das Gelöbnis des Glaubens! Und halten wir hoch da- Banner des Glaubens mitten in den Stürmen der Gegenwart- Fort mit allen schwächlichen Konzessionen mit allein Paktieren gegenüber dein leist- Unsere Väter sind einfältig und v ldenho Glauben in den Tod gegangen- Zeigen wir und ihrer würdig! Der Glaube kann verloren gehen, uir haben davon traurige Bei spiele- Wie wirb er gewahrt, erl-alten, gefördert? Ich antworte: Lurch das Leben aus dem Glauben- T-er Akt des Glaubens ist nicht bloß eine Tätigkeit des Verstandes, sondern auch und vorzugsweise des Willens- Wo der Wille nicht in der rechten Verfassung ist, da läuft der Glaube Ckjabr- Namentlich der Stolz, der Gcistcsstvlz «st ein Hauptscind des Glaubens, während die Demut, die nichts anderes alö Wahrheit ist, den Glauben vorbc- reitet und ihn fördert- Der Glaube rotiö bewahrt durch das Gebet und den Gebrand) der zahlreid-en Heil-mittel der Kirche. Der Kardinal ermahnt dal-er die Teilnehmer an ber Wallfahrt ■ um Empfang der Heiligen Kvinrnunion, nid), nur die Frauen sondern and- die katl-olisd-e MännerweU- Je grvszer für den '1 i eit Mann heute die Gefahren für den Glauben desto mehr entsteht die Pflid-l, bau er bas Heilige Sakrament verlangt, die Anhörung des göttlichen Wortes und das L Tr. <>i’.irr schloß daiui feine Au- suhrungen: Die Unwissenheit in sach n der Religion, die Unkenntnis ber Heilswahrheit und der Mangel an Verstäubnis er* öffnet der Zweiselsucht Tür und Tor- Wir kommen von ber in Düsseldorf tagenden Katholikenverfammlung, dieser hemid-en Itundgebung katholischen Glaubens- Verspred-on wir am Grabe des grasten Glaubenspredigers st- Suitbertus, dast der heilige katholifdie Glaube stets unser höchstes Gut sein soll, und dast wir nur als treue, demütige, gehorsame Kinder ber Heiligen Kirche leben unb sterben wollen- Daraus erteilte ber Erzbifclws den knieenden Teilnehment am Gottesdienste feinen erjbifdwflidxn Segen- Zu der heutigen dritten öffentlichen Versammlung d ; 65 Generalversammlung der Katholiken Deutschlands waren die Teilnehmer wieder in Hellen Sd-aren angerüdt, so dast die groste FesthaUe in gewöhntet Weise wieder bis auf den letzten Platz gefüllt war. Wohl übet 15 OCX) Menschen hatten sich eingesunden. ; ersten Vortrag hielt Landg richtsdirektor Laarmann Essen über die Wahrung ber katholischen Ibealc bei ber ftubicrciibcii Jugend. An zweiter Stelle sprad, Prof. Dr. Zahn (Straßburg, über F r a u e n b i l b n n g und F t a u e n b e l ä 11 g u n g. Er führte ans: Die Frauen haben ein offene- Herz unb einen offenen Sinn sül bi großen Ausgaben bei Männer, aber sic erwarten auch, dast ihr eigenes Wirken von beii Rtännern gewürdigt und dast ins i sond rt ihr Streben für B n'ferun i de ■ 51 EmanzipationSfucht mit Hohn unb Spott ub.rschültet wirb, son dern mit ernster Hingabe gefördert werde. Es gibt aber gewisse Forderungen, welche wir immer abgelehnt haben und immer ablehnen werden. Wir weisen jeden Versuch ab, die Unterschiede zu ignorieren, die zwischen Frau unb Mann bestehen. Wenn die Frauen alle Männerderufe, Pflichten unb Rechte für sich geltend machen wollen, so crfdxint uns bas als wahres Attentat gegen Gottes Ordnung, gegen Familien- unb Völkerglüd unb nidn zu letzt gegen das Frauenglüd Wenn bic Frauen allgemein bic ehr- würdigen Aufgaben der Hausfrau als etwas minderwertiges von sich weifen, dann wehe um unser Volk. Man wird aber der wischen Strömungen nicht Meister, wenn man nicht gewillt ist, in von- tiücr Mitarbeit die berechtigten Bestrebungen ber Frauen nach materieller und geistiger Hebung ihrer Arbeit zu unterstützen. Ter Redner verweist auf die Statistik der Frau Gnau-Kühnc, wonaaj ui ber Industrie anderthalb Millionen, un Handel eine halbe Mill. Angehöriger des weiblichen GejdilechtS erwerbstätig sind. Taoon viele, die kaum der Derktagsschule entwachsend sind. Es gebe eine ganze Armee ungeschulter Arbeiterinnen, Nubierinnen, Ticnft- boten unb Hausfrauen, und diese Armee müstte abgerüstet werbe». Deshalb stelle er die Forderung einer getverbsbeiufluchen Lehrzeit und einer erweiterten Möglichkeit der Spezialausbildung durch weibliche Fachschulen unb bic Forderung vermehrter Fürsorge für die hauSwirtschasUuhe Vorbildung unb Fortbildung aus. Auch lür die Frauen gelte es, Persönlichkeiten zu erziehen, wozu religiöse Unterweisung und Erziehung notwendig fei Ter Redner verbreitet sich dann über das Frauenstudium. Bebel habe freilich den Klerus unter bic eifrigsten Gegner des FraucnstudiumS geredniet, aber das geschehe gerade au. Wobt- wollen für bic Frauenwelt, fotveit ein unwisscnidwftliches unb un- kirdlichcS Studium in Frage kommt. In Wirklichkeit gebe es schon eine ganze Anzahl studierender Katholikinnen, wenn ihre Zahl aud) nur ein Zehntel der aller studier.nden Frau-n '.etragc Unb das sei ein Mitzverhaltino. weid ko owohl dem tatnoli'dnii Jinetcssc, rote auch dem ber i’Wiamtbcit n Zerstreite. Schon darum sollten vermögende katholnchc eitern nut: dagegen sein, wenn ;mc Tochter von guter Begabung, folibct Geinndtzeu unb zuverlässigem Eharakter nach höherer Bildung strebe. Redner sprach iid) dann aber gegen die gemeinsame Erziehung ber driden Geschlecht er aus unb verlangt iür die Vorbildung »um höheren Studium den Besuch der Mädchengymnasien ober aber ber neu- organi'icrtcn höheren Mäbchen'dulen. Cbne vertiefte Bildung werbe die Frau schwerlich imstande sein, dem gebildeten Manne ein: ebenbürtige töejährtrn zu sein Tas Wirken ber .itrau muiie wesentlich ein charuattves, soziales sein, unb da eröffne Nch^die Frau bas unübersehbare weite F^lo der christlichen CharitaS. ,sur eine Betätigung aus btei'em Gebiete tritt ber Redner mit aller Wärme em: er wendet sich aber gegen die unmittelbare politiNhe Betätigung ber Frau. In dem Recht der Tcrlnidme von grauen an polnischen Versammlungen möchte er keinen Link ichen, dag die Frau ii sich nun tm Laufschritt auf die Wahlurne ftürzen. Er möchte nicht, baß die Frauen im Wirrwarr bet chwülcn politi.dKn Arena die mühsam errungenen Erfolge auf bem Gebiete ber Frauenfrage wieder in Frage stellen unb sich Erschütterungen aus- 'ctzen, di. auch für Familie unb Volk unbeilvoll werben könnten. Redner schließt. Wir sind Feine Frauenieindc. Wir^ können es nicht fein, denn, wenn auch nicht alle Männer eine »yrau haben, io haben sie doch alle eine Mutter, und darum brauchen bic Frauen nicht zu zweifeln an unsexer Ritterlichkeit, ihnen in ihren Bestrebungen zu Helsen. Ganz Unverkennbar zeigt sich eine steigende Willigkeit des Mannes, Die Mitarbeit ber Frau Willkommen zu heißen, besonders aus charitatwcm, vor allem aber ^aut io- nalcrn Gebiete. (Stürmischer Beisatt, auch aus der Frauentribüne./ Inzwischen ist folgendes Telegramm aus Rom cin- fletroifen, dessen Verlesung von der Versammlung cinitimmig an- fl'fwrt wird: Der heilige Vater hat die Gelöbnisse unb Glück- wüniche ber in Düsseldorf tagenden 55. Generalversammlung der 'tdtbohfen Teutschlands freudig vernommen und bic dem obcriten Hirten unb Lehrer bargebrachten Versicherungen ber Liebe unb Treue unb Ergebenheit mit Genugtuung vernommen. Er lobt aufs höchste ihre Bestrebungeii auf Fötberung der katholischen Sache unter Betonung ber Freiheit ber Kirche unb bcs apostolischen Stuhles. Mcrry bei Dal. — Tic Versammlung stimmte unmittelbar nad) ber Verlesung bcS Telegramms in em stürmisches Hoch aus ben Papst ein. Hierauf sprach ber letzte Redner der heutigen öffentlichen Versammlung, Lberlanbcsgcrichtsrat Marx (Tüsfeloorü über die Lage der Katholiken Teutschlands in der Gegenwart. Ter Redner führte in seinen hochdcdeutsamen Darlegungen folgen- des aui: In den letzten Jahren ist es stets mehr und mehr unseren zur Gelegenheit gcrooiDcn, darzulegen, wie gut co um die Äatboliten im deutschen Vatcrlande bestellt sei, tn welch hohem h nid, Gleickberechtiguilg von und Behörden müllt Worben sei unb wie vorurteilsfrei die Katholiken behandelt würben. Diesen fortgesetzten systematisch sestge- baltcnen Behauptungen, verbreitet von ben sühreuben Göttern liberaler Anschauung, könne sich die öffcntlidjc Meinung nicht rcr- fchtiehen. Behauptungen mit bieser Bestimmtheit beS Tones ausgestellt, müssen den Eindruck erwecken, als ob sie richtig seien. Tiesc Meinung bat selbst bazu geführt, baß ein Professor v. Sa- vigny im Jahre 1907 schreiben konnte: das Gewölk habe >ich nunmehr für bic katholische Kirche in Deutschland verzogen. Ist dem in der Tat so, ersreuen jid) bic Katholiken in Teutschlanb tat- lächlid) einer Behanblung, wie wir es verlangen müssen'?. Schon bic Betrachtung ber Gesetzgebung gibt uns barüber einen lwchst nnerirculichen Ausschluß. Ist boch immer in Deutschland noch bas Icsuitcngesctz in straft! (Stürm. Zustimmung.) Zwar ist ber S 2 bes Gesetzes auigeheben, aber welche betrügenden Wirkungen in selbst dieser einfache Hupet Billigkeit nach sich gezogen! Tie unglaubliche konfessionclle Ausregung, bic sich an bic Aushebung knüpfte, ist noch m aller Erinnerung. Bezeichnete doch damals selbst cm so positiv christlicher Mann loie Gras Mollke bic einfache Erfüllung dieser gerechten Forderung als eine schallende Ohrfeige, bic die evangelische Bevölkerung auf ihrer Wange empsinbe. Tic Aushebung des § 2 hat für uns, so erklärt ber Rebner, R chtsgesühl keinerlei nennenswerte Besserung geschasscn, besteht bod) noch der 8 1 zu Rcdst, wonach Jesuiten und bie ihnen verwandten L rdcn vom Gebiete des deulsdfcn Reiches ausgeschlossen und ihnen die Erricktnng von Niederlassungen un- terjagt ist. Zn Recht besteht noch der Bundesratsbeschluß, roo- imd) die Ausübung jeglicher Ordenstätigkeit besonders in Kirche unb Schule nicht gestattet ist. And) bie Lazzarte seien noch immer ausgcsd-lossen. lPewegung, sehr richtig!) Wozu so gcsährlidic Leute wie bic Jesuiten hier anführen, ist es. mit anderen Crben etwa besser bestellt'? (Sehr richtig!) ES ist schwer, bei ber Bc- hanblung bieser Fragen Gleichmut zu bewahren, wenn man bedenkt, daß nur bcii katholischen Orden diese Fesseln staatlicher Aufsicht angelegt sind, während bic ähnlichen Einrichtungen in ber evangelischen Kirche sich ber völligen Freiheit von solcher Bevor- miinbung erfreuen. Ten evangelischen Sdnvcstern ist die ?lus- nähme von Mülbern in ihre Anstalten ohne Rücksicht aus bie Konfession gestattet, bcu katholischen nicht. Glaubt man, bem konfesfionellen Fried n zu dienen, wenn man solche llnterscbeidungen macht .-' Kann man sich deS Ausbrucks schmerzlidzcn Bedauerns erwehren, wenn man erwägt, baß bic preußische Regierung bis jetzt nod) immer nicht in bet Lage ist, bem Antrag Fritzen Folge zn geben, wonach solche Beschränkungen unb Erschwerungen inbezug .ins die Krankenpflege seitens ber Mitglicber katholischer Crben ausgehoben weiden? Ter Gründ, den bie Staatsregierung an- ssthrl, baß die katholischen Orden einen Bestandteil der Bereinigungen darstcllten, ist nicht im geringsten stichhaltig. Tarin 1 Im h■ ein un;cjtfertiftes Mißttmen Sch ri Zustimmung Es soll anerkannt werden, daß in bcu letzten Jahren unseren Wünschen um Genehmigung von OrbenSnicberlanungcn m weitem Ilmsange entsprochen worben ist. Wir verlangen ober nicht bloß Wohlwollen, ioitbcrn Recht unb bas gleiche RedK loie , . !• n Mitbürger Sturm Bei II Tatsächlich rlaj ungi n in Nicht nur in Preußen ist es so. Auch m Bayern ist bi.* Errichtung ■ dcrlassung n an bie behördlst l’unbciL In Sachsen Ciirien verfafsungsmäßig keine neuen Kloster enichtet werben In Württemberg unb Baden bestehen überhaupt noch keine Männerorden, Zelt Missionen dürfen aber gehalten wer; Irchte, mit dem bie Evangclisd-cn Missi I >oliten lu» dürfen Schi richtig! Lrbh. Beifall Aber nubt nur auf dos Ordensleben bc- schränlen sich unsere noch unerfüllten Wünsche Noch in aller Erinnerung ift die verletzende Behandlung der latholischen Kirche idcgcntlidi deS Toleranz-Antragcs im Reichstage. Auch hier iinb zwar vereinzelte Besserungen ringetreten, aber immer noch bat die MecNenl'urgischc Regierung darüber zu enticheiden, ob ein BedürsniS lür die Abhaltung katholischer Gottesdienste vorliegt. '.Kod) immer besteht in Braunschweig nut über 25000 Katholiken die Bestimmung, baß kaloolische Geistliche zur Vornahme von Amt-- bindlnngcn ber ukncbnuguitg bcS LtaatSmimstcriums bebütjen. Bewegung Unb wie bei der EKsetzgebung so auch in ber Verwal- inun! Tie Besetzung von Beamtenstellen bat nur eine teil- iiKiic Besserung erfahren nach ber Ridkung, baß man auch ka- tholische Beaune ernennt. Aber noch immer ist man ernstlich bemüht. katholische Beamte von höheren Verwaltungsstellen aus- uischlitßcn BesonbciS verleyenb für uns Katholiken ist es, daß man gerade evangelüche Beamte über die Zulassung katholischer iben läßt Welche Gesinnung verrät es, daß man beim Höheren Schulunterricht Bücher vorschreibt, durch welche unsere Gefühle auf bas empfindlichste verletzt werben. Borcingenommendeit und Unkenntnis sind bic Quellen bes Halses, den wir gerade t i den letzten Jahren in erschreckendem Maße gegen uns nurlobcrn scheu. Redner wendet sich dann besonders gegen die Angriffe po::letten des Evangelischen Bundes, ber zum Teil in gcrabcui krankhafter Weise gcgni die Kardoliken an kämpfe. Tew gegenüber können wir uns. io fährt der Redner fort, ohne Utbcrbcbunfl unb mit rutr r. C'kroifftn dos Zeugnis ousstcllcn: Wir und es nidn, die den Frieden ber Kvnfestionen im r>cutidxn Datei lande stören. Was war die Antwort out unfcrc FrtedenS- wortc m der Eiicner Versammlung? Höhnische Ablehnung unb sogar Anzweiflung unfexer cbrlidjcn i>eiInnung! lieber Leute mit solchen Anschauungen können wir getrost zur Tagr?orbminf übergeben. Stürm. Beifall. Redner wendet sich sodann ber Derbr:nung von unwahren Nachrichten über faibolütbe Crden-. Solche unwahre: .eschichter: . die öffentliche Meinung, gleichviel welcher Richtung, verurteile«, statt iie watrr zu verbreiten Ter Redner wendet iidi bann energud) dagegen, daß man die katholi-lch-n Stubenlci: nicht el- aicidjn.mig am txn wolle, unb bas; man e- nage, ihnen schmachvolle «fwedensdebingungen x, dikueren. rcie Gngst in Halle 2ic B.strebungen der Evaniel,, iationsicfell»d>aiten Litten vergütend auf des Zu'ammenarbemU Der beiden Monfniu'ncn gen-rkt- Turd» die Unterstützung der „Üo- van Ram-Bc.-.cgung" nut cpengcind m Kapital werde der Zusammenhalt zkriicheu zwei verkündeten Völkern gefährdet. um tonfeiironcllfn Has» . '.-:n irtr über Tinge, sondern rceil wir der Meinung sind, p wie bisher kann cs nicht nviirrpeben- Ta» Wohl des Vaterlandes verlangt cm ein. muugeS Zn'ammenhaltcn der 9ng*S dadurch abzutrehren, daß sie nur Hüter unb Wächter der .'t miesiionSfchule in bi- zdommunal- Verwaltungen hineinwählen- les sei em unhaltoarcr unb lächer- lid)cr Vorwurf, wenn man in Bezug aus biese Frage von cinn Verquickung von Religion unb Potuik spreche Tie Zukunft bei Kinbcs und seiner religiösen unb juttidjen Erziehung sicher zu- »teilen, fei keine Politik- Der Redner ivendet sich zum Schluß gegen die Tonmunder Lehrerversammlung, weid .* den katholischen Lehrern iold-c Beleidigungen in- Gesicht gefdilcubcrt habe, daß cS nur heißen könne 1 Heraus auo einem joldpn Verein! bie Staatsgewalt rid.-n Kab» netto für Bemühungen in dieser Richtung. So ist es auSge« schloffen, daß er nut Vorschlägen über mündliche BerHandlungen an daS dcutfehc Kabinett herantritt: wohl aber wurde er willig und nur zu gern nut offiziellen Stellen in derartige Unterhandlungen eintreten, wenn diese ihn hierzu anrcgtcn. Teutfchland hat eine achtmal so starke Armee wie England, da kann ob hinsichtlich der Flotte eine Konzession machen. Er sieht sehr wohl bic Möglichkeit einer Verständigung durch eine Konferenz beiderseitiger Staat-- delegierten mit dem ZiiZ einer Rüstungsbeschränkung. Ter te sich auch ein Weg intben. — Zu Ehren der Anwesenheit des eng- lifchen ^chatzkanzlerS Mr. Lloyd OS-orgc in Berlin ha tder Staatssekretär von Bethmann-Hollivcg zu einem kleinen Tiner im Restaurant de- Zoologischen Wirtend aus Freitag abend 8 Uhr Einladungen ergehen lassen. Dcutfcbcs Neicb. Die Kaiserin hat iid) durch bin zuständigen Tezcr- uenten etngclKnb münblidien Bericht über bic Neuorganisation der höheren Mädchenfchul-Lrdnung halten lassen. Die Betriebseinnahmen der prcuß.-hcfl- Staatseisenbahnen Haven >m Juli 1906 un Per sonenverkehr 2.3 Millionen, glcid) 4 3 v. H mehr, un Güterverkehr 1.4 Millionen, fllcid) v. H. weniger, insgesaml cinfd)lic61id) der sonnigen Einnahmen 1.5 Millionen Marl, gleich 0.87 v. H. mehr als im Juli 1907 ergeben. Tie Zahl dcr Arbeitstage war die gleiche wie un Juli 1907. aus Darmstadt. Die Photographie im Dienste derl Heimatpflege, Vortrag deS Herrn Sanitätsrat Dr. Maurer auS Darmstadt. Besprechung über Gartenbau- anlagen und Blumenschmuckanlagen an Häusern in Landorten. Besprechung über die Stellung der Kreis- und Gemeindeverwaltungen zur ländlichen Wohl- sahrtSpflege. Geschäftsbericht, Rechnung über daS ab- gelaufene und Voranschlag für das neue Vereinsjahr. Neuwahl von Vorstandsmitgliedern. Nach der Versammlung m im Sprudel-Hotel gemeinschaftliches Essen vorgesehen und im Anschluß hieran Besichtigung der neuen Badcanlagen und Besuch der KurhauSterrasse. Mitglieder sowie Freunde der > Vereinsbestrebungen sind willkommen. ** Wegen Herrschens der Maul- und Klauenseuche in Ober-und Niederbayern sind alle von dort | kommenden, in das Grvßherzogturn cingeführten Viehtransporte einer 7 tägigen Quarantäne zu unterwerfen. Das Ministerium des Innern hat die Einfuhr von Klauenvieh aus der zurzeit noch wegen Maul- und Klauenseuche gesperrten Schweiz unter der Bedingung gestattet, daß die cinzuführenden Tiere aus einem von der äeuche nachweislich freien Kanton stammen, daß sie nach ihrer Ankunft alsbald in besonderer Stallung einer 7 tägigen Quarantäne unterlvorsen werden und daß sie sowohl beim Aus- I laden aus dem Eisenbahnwagen, als nach Ablauf der Quarantäne butd) den beamteten Velerinärarzt auf Kosten des Besitzers unter- Grctzener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am SamStag den 22. August: Ziemlich trüb. Nachts Regen. Strichweise Gewitter. Etwas tii!)lci. silchi werden. " Kolosseum. Gleich nachdem der .Gieß. Anz.' seine Sammlung für die Donaueschinger Abgebrannten eröffnete, wurde au8 Kreisen der KolosieumSbesucher der Wunsch nach einer Wohltätigkeitsvorstellung laut. Die Direktion gibt heute abend diesen Wünschen statt und wird den vollen Reinertrag der heutigen Vorstellung der Sammelstelle des .Gieß. Anz.* überweisen. Da das Programm, daS von morgen ab wegen der Eröffnung des Frankfurter KoloffetrmS wieder einige kleine Aenderungen erfährt, diesmal außer- I gewöhnlich reichhaltig ist, wird hoffentlich daS Publikuni durch zahlreichen Besuch den Reinertrag recht hoch gestalten. X Lollar, 20. Aug. Eine nette Ueberraschung bot sich einem hiesigen Schuhmachermeister, der mit seiner Ehe- fron eine kleine Reise unternommen hatte, bei seiner Rück- fünft zu Hause dar. Während seiner Abwesenheit war eine fremde, von aiiswärtS stammende, in den hiesigen Arbeiter. Wohnhäusern seßhafte Frau gekommen und hatte 7 Paar Schuhe gefordert. Sie hatte jedoch sogleich betont, sie mit nach Hause nehmen zu müssen, um sie dort anzuprobieren. | Das Geld würde sie noch am gleichen Abende herunter- senden. Die noch junge Tochter des HauseS übergab arglos dem fremden Weibe daS Gewünschte. Der Abend verstrich, ohne daß das Geld eingegangen war. Am anderen Tage bot sich dann eine schöne Ueberraschung dar; die Familie war früh morgenS in Friedelhausen in die Bahn gestiegen und hatte sich samt den erschwindelten Schuhen aus dem Staube gemacht. — Bei der gestern abend abgehaltenen Versteigerung der bekannten früheren Gastwirtschaft ,Zum ßörocn' wurde das Haus vom Mchgermeister Hch. Moos daß der eingestürzte Teil schlecht abgespießt war. X. Offenbach, 20. Aug. Der heutigen Stadt- Verordnetensitzung lag ein Antrag vor, der sich mit dem Schutze der Koalitionsfreiheit der Angestellten und Arbeiter zu besaffen hatte. Der soziale Ausschuß der verbündeten Vereine kaufmännischer und technischer Angestellten | Offenbachs hatte sich, veranlaßt durch daS Vorgehen der! bayerischen Metallindustriellen gegen die Koalitionsfreiheit, mit einer Eingabe an die Stadtverordneten-Versammlung gewandt, um zu veranlaffen, daß die Stadt Offenbach wie andere Städte ebenfalls gegen den bezeichneten Anschlag Stellung nehme. Die betreffende Eingabe wurde in der letzten ! Stadtverordneten-Versammlung dem Ausschuß für Arbeiter- wesen übergeben, der der heutigen Sitzung folgende Entschließung unterbreitete: ,Die Stadtverordneten wollen be- schließen, daß Unternehmer, die ihre Angestellten oder Arbeiter zum Verzicht auf die gesetzlich verbürgte Koalitionsfreiheit I nötigen, künftighin von Lieferungen und Arbeiten für die Stadt vom Lustschiffwesen. Zeppelin als Großunternehmer. Bei einer am Mittwoch abgehaltenen Versammlung in Friedrichshafen ist es gelungen, die Privateigentümer ru bewegen, ihre Grundstücke zu dem von Zeppelin gebotenen Gesamtpreise herzugeben. Somit wird die große Luftschiffbauuntcrnehmung Friedrichshafen erhalten bleiben. Von Motorluftschiffen. Am Donnerstag früh fliegen das Militär-Luftschisf des Majors Groß und der Parseval-Ballon vom Tegeler Schießplatz auf und blieben etwa 2 Stunden in der Lust. In dem Ballon der Luftschifferabteilung hatte, rote auch am Mittwoch, wieder der Herzog Ernst von Sachsen- Altenburg Platz genommen. — Gegen 11t/, Uhr mittags stieg der „Parseval" ein zweites Mal auf mit Hauptmann v. Kehler am Steuer, und nahm die Richtung nach dem Grünewald; er landete glatt nach halbstündigem Ma- ! növrieren. Die Fahrten dienen der Ausbildung des Personals und sollen den Mitgliedern des Aeroklubs Gelegenheit zur Ballonbenutzung geben. Der „Parsival" unternahm Donnerstag abend einen dritten Aufstieg. Er fuhr bis Hermsdorf. Zn Paris unternahm das neue Luftschiff des Inge- nieurs Malacot am Donnerstag seinen ersten Flugversuch. Der neue Ballon ist eine Kombination von Luftschiff und Aeroplan. Die Versuchsfahrt in einer Höhe von 50 Meter dauerte etwa eine Stunde. Die Geschwindigkeit betrug 45 Kilometer. Spenden für Zeppelin. Die Sammlung des Gießener Anzeigers: Bisher quittiert Mi. 2719.40. M. D. 2, L. W. 2/ Ehr. Sch. in O. 3, W. 5, V. ft. 3, yiiaminen Mark 2734.40. Griginal-Drahtmeloungen. Cron berg, 21. Aug. Ter Kaiser unternahm um ‘/,10 Uhr mit seiner Familie einen Ausflug im Automobil nach dem Feldberg. Stuttgart, 21. Aug. Herzog Albrecht oonWurttem- b e r g hat für Donaueschingen 1000 Mk. gespendet. Senftenberg, 21. Aug. Bei einer Spazierfahrt stürzte das Automobil des Bergrats Ritter o. Gutmann eine zwei Meter hohe Straßenböschung ab. Gutmann und dessen Frau erlitten schwere Verletzungen; das Automobil ging in Trümmer. P aris, 21. Aug. In Finanzkreisen wird behauptet, daß die Emission der neue n russischen Anleihe im Oktober erfolgen solle. Sie wird ca. 1000 Millionen Francs betragen zu einem Zinsfuß von 47, Proz. Paris, 21. Aug. In einem Wagen des von ChalonS kommenden Zuges wurde m Epernay die ungarische Schulreiterin । Gräfin d'Orbey mit 2 Schußwunden tot aufgenmden. Petersburg, 21. Aug. Tas Gouvernement Baku wurde [für choleraverseucht erklärt. Oonauefd)ingen. Die Sammlung des Gießener Anzeigers: Bisher quittiert Mark 515.32. M. D. 2, L. W. 2, H. Sch. 1, W. 5, 7. ft. 3, zusammen Mk. 528.32. Vermischtes. * Die Berliner Polizei und der „Hauptmann" von Stöbe nid. Vom Berliner Polizeipräsidium wurde dem „Hauptmann" von Käpenick, Schustermeisler Wilhelm Voigt, das weitere Auftrteten im Passage-Theater untersagt. Während er ankündigen ließ, daß er im Passage-Theater zu Gunsten der Opser von Donaueschingen Ansichtskarten mit seinem Bilde verkaufen wollte, hatte er sich eine tägliche Gage von mehreren 100 Mark kontraktlich gesichert. Er hielt eine Rede, in welcher er dem Kaiser für die Begnadigung seinen Dank aussprach und einen Hymnus auf die Berliner hielt, die ihn begeistert bewillkommnet hätten. Der Zudrang des Publikums war geradezu unljcintlid). Da kam das polizeiliche Verbot. Es ist ein wahres Verdienst der Berliner Polizei, dem unerhörten Zuchthäusler-Iiummel mit raschem Entschluß energisch ein rechtzeitiges Ende bereitet zu haben. Hoffentlich werden sich alle deutschen Polizeibehörden diese vernünftige Verfügung zum Muster nehmen. . ,. .. _ * Eine überaus scheußliche Mordtat, ine die Haare i zu. Berge steigen macht und allen Glauben an die Menschheit zu Schanden zu machen imstande ist, die wir indes vorläufig nod) für die grausige Erfindung eines üblen Zeitungsreporters halten möchten, meldet „Etoile beige" aus Longwy an der sranzösisch- luxemburgischen Grenze. Ein deutscher Zollbeamter wurde mit seiner jungen Frau im Walde von drei Italienern angefallen. Einer schlug die Frau mit einem Faustschlag nieder. Die beiden andern banden den Ehemann an einen Baum. Darauf vergewaltigten die drei die Frau, schnitten ihr den Leib auf, rissen ein Stint) aus dem Mutierleibe und warfen es dem Vater vor die Füße. Dieser wurde angesichts der grausigen Tat wahnsinnig. Zn diesem Zustand entbedten Vorübergehende den Unglücklichen und die Leichen der Frau und des Kindes. Die drei Italiener wurden verhaftet. Kleine Tageschronik. In Genf verhaftete die Polizei den Schneider Alfred von' Jansen, der den Kurgast Ensheimer aus Köln am Glaswaldsee I bei Griesbach im Sck)warzwald ermordete. Man sand bei dem, «Mörder Lupe, Brieftasche' und Uhr des ermordeten Fabrikanten-, Ter Slommanbant bes Truppenübungsplatzes Sennein Westfalen teilt mit, daß bei Kavallerieübungen zwei Mann durch Sturz g et ötet worden sind. Neun Pferde stürzten und I mußten getötet werden. „ Der Mannheimer Bankdirektor Dr. Hermann Forster hat eine Tour auf das Nebelhorn im bayerischen Kallgebrrge unternommen und wird vermißt. Rettungsexpeditwnen haben aber feinr Spur von ihm gesunden. auSgeschloffen werden.' Dieser Antrag fand nicht die Billigung der Mehrheit der Stadtverordneten-Versammlung, auch die Verwaltung war dagegen, da sich Unzuträglichkeiten bei der Annahme bcS Antrages ergeben könnten. ES wurde ein Antrag angenommen, in dem eS heißt, daß die Stadtverordneten- Versammlung eS entschieden mißbilligt, wenn. Unternehmer ihre Arbeiter oder Angestellten zum Verzicht auf die gesetzlich verbürgte Koalitionsfreiheit nötigen. Ter Verwaltung ist bann freie Hand gegeben, nach diesem Gesichtspunkte bei der Arbeitsvergebung zu handeln. — AuS der Mitte der Stadtverord- neten-Versammlung wurde noch angeregt, gegen den Plan einer Reichs - E l ektrizit ätSsteuer rechtzeitig Stellung zu nehmen. Tie Anregung wurde dem VerfaffungSauSschuffe । überwiesen. sj Marburg, 20. Ang. Ende dieses Monats wird der Kreis Marburg von Truppenteilen der Großh. Hess. Division, die sich zu den in den Kreisen Biedenkopf und Wittgenstein stattfindenden Manövern begeben, stark nut Einquartierung belegt. ♦* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. J.i R o t t e n b e r g, Bezirksamt Alzenau, I ist der lljähnge Sohn deS Landwirts Konrao H u f g a r d an Genickstarre schwer erkrankt. " Zu den Landtagswahlen. Aus Grünberg wird uns geschrieben: .Die Notiz in Ihrem geschätzten Blatte vom Dienstag scheint etwas verfrüht zu sein, da vorläufig an eine gemeinsame Vertrau en sm an ner- Ve rsa mmlung deS Bundes der Landwirte und der deutsch- sozialen Partei, die Landtagswahlen betreffend, noch nicht gedacht werden kann." — Die .Liberale Vereinigung für Michelstadt und Umgebung' stellte den Bauunternehmer Joh. Jak. Rein als Landtagskandidaten auf. Rem erklärte sich zur Annahme der Kandidatur bereit. Wie man versichert, wird auch der bisherige Abgeordnete Lang (nalliv.) SräSs ut unterrichteter Cer c Reform der Bram :n unbearbeitet: Gir , das allerdings info;$ lt erhalten hat, die r abtveicht, und foban n-Steuer mit eine be, wobei verschiede sind. Tie Rcgiem- Vorlage geneigt zu sm iir leichter durchs l. Eine weitere tt- orlage ist die Reich-' ! M in Reserve; ig bewilligten W hier zum Preise von Mk. 14 000 erworben. Q Großen-Linden, 21. Aug. Für den am 22. August stattfindenden Weihe-Akt der wieder hergestellten Kirche ist nachfolgendes Programm festgelegt: Die Feierlichkeit beginnt vormittags 10»/. Uhr. Vor dem Kirchenportale Gemeindlegesang mit Posaunenbegleitung, Uedergabe des Kirchenschlüffels und Einzug in die Kirche. Zu Anfang des Gottesdienstes spielt der Posaunenchor, darauf folgt Gesang deS Kirchenchores, dann Weihehandlung des Herrn Super-1 intenbenten der Provinz Oberhessen, Glockengcläute und Gebet, Gemeindegesang, Predigt beS Ortsgeistlichen, Kirchenchor unb Gemeindegesang, Schlußgebet unb Segen. Die NachmittagS- feier beginnt um 4 Uhr. Dieselbe wirb eröffnet mit einem Orgclprälubium, Chorgesang bes Gesangvereins Germania unb Gemeinbegesang. Darauf folgt eine Ansprache bes Geistlichen, Chorgesang bes Gesangvereins Harmonie, Gemembe- gesang unb Segen. Um 2 Uhr finbet Festessen in bet Turnhalle statt. Der Zutritt zu bem Gottesbienst während bes Wciheaktes ist nur solchen Personen gestattet, bie im Besitze eines besonberen Einlabungsausweises sinb. wh. Großen-Linden, 20. Aug. Heute nachmittag traf an Iben Vorsitzenden des Kirck/envorstanbes Pfarrer Schulte folgendes Telegramm ein: „S- K. Hoheit der Großherzog bdauert, zur Kirchen-1 einweihung am 22. August nicht erscheinen zu können, da S. K- Hoheit diese Feier nickst ohne bie Frau Großherzogin, die zur Zeit durch Reisen verhindert ist, besuchen möchte. Dagegen beabsichtigen Großherzog und Großherzogm un kommenden Frühjahr einen Besuch des Gotteshauses, zu beben Einweihung beide Herrschaften ihre besten Wünsche senden. Hofmarschall Baron Ungern Sternberg. Der Inhalt des Telegramms war bald wie ein Lauffeuer un ganzen Ort bekannt, überall bildeten sich kleine Gruppen von | Personen, bie sich bedauernd über das Fernbleiben des Groß-! herzoglichen Paares bei der Einweihung unserer altehrwürdigen Kirche aussprachen. Ihr Erscheinen zugesagt haben Minister I Braun, Geheimrat von Biegeleben und Oberkonsistorial- präsident Nebel. Die Vorbereitungen zu der Einweihungs-Feier sind im vollen Gange. Unser Ort ivirb sich am SamAag in einem Festgewande zeigen, wie nie zuvor- Haben wir doch diesmal den Vorzug, zwei Feste unmittelbar hintereinander Tetern zu können, beim auf die Einweihung unseres Gotteshauses mit ^amstag folgt am Sonntag ein Turnfest- Die Zurüstung für die runter des Gaues Hessen, die die diesjährige G a u t u r _n ] a b r t ötet* I her macken, werden eifrig gefördert- Schon gestern sah man an der Turnhalle den Festplatz entstehen. fc. Griedel, 20. Aug. Aus bem hiesigen Hofgut brach ein Kuhstall, ber ausgebessert würbe, in einer Länge von 25 Meter mit furchtbarem Getöse in Trümmer. Verletzt würbe niemanb. Die Ursache bes Zusammenbruchs soll sein, genommen. ____________________________________ Aus Sta&t und Land. Gießen, 21. August 1908. I Der Kaiser in Mainz. Auch biesrnal wieder vollzog sich, wie gestern schon berichtet I t.mrbe, die Truppe nschau vor dem Kaiser bei äußerst günstigem Wetter. Schon am Tage vorher war, wie man uns aus Main^ I jchreibt, ein gewaltiger Andrang von Fremden bemerkbar, der sich I leutc früh noch bedeutend steigerte. Die Straßen, durch die ber I Kaiser kam, waren prachtvoll geschmückt und der^ D^rtschhaus-I 2ilatz in das reinste Blumenmeer verwandelt- S. K. H. derl Großherzog traf am Morgen um 6 Uhr von Bayreuth aus I »in, in seiner Begleitung befand sich Adjutant Rittmeister von I 5chvlv leitete die IBarttbe. ®a$ Jlaff 3nf.-lRegt 87 eröffnete den Parademarsch), dann folgten die 80., 81, 115., 116., 117 , llnterossizierschule Biebrich, Feld-Artill- 9h:. 27, Pionier-Batl. .'it- 21 und die Dragoner Nr. 6 und 23. Als ber Kaiser kurz nach 12 Uhr an der Spitze ber Fahneii- lompagnie in Mainz einritt, läuteten alle Glocken- Oberbürger- mcifter Dr. Göttelmann empfing den Sttiifer im Vestibül des -ck iosses, nachdem der Kaiser das Einbringen der Fahnen abgenommen hatte. Nach bem Frühstück erfolgte um 3 Uhr die sib- leise des Staisers im Automobil, die des Großherzoglichen Paares etwas später- Von sehr gefdjäbter ©eite wird uns noch mitgeteUt: S. M der Kaiser führte bei der Parade sein hessisches Regiment — Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 — zweimal vor. Er sprach sich außerordentlich lobend über die vortreffliche Haltung des Regiments aus- xer Leibkompagnie sprach er seine besondere Anerkennung für ihre gute Älsießleistung aus unb er betonte, es freue ihn besonbers, I daß gerade diese Sivmpagnie den Schießpreis bekommen habe, xtc Leibkompagnie bildete beim Einzug in Mainz auch die Fahnen- kompagnis und das von jedem 9Jcann getragene I kouipagnie und das von jedem Mann getragene -L-chietzabzeicheu, I das in Mainz -um erstenmal gesehen war, erregte viel Jup I sehen. Folgende Ordensauszeick)nungen wurden innerhalb bey Regiments verliehen: Oberst von Müller erhielt den Rotenl Adlerorden 3. Klasse mit ber Schleife, Oberstleutnant von Linde- i u i ft den Kronenorden 3. Klasse, Hauptmann K o t 11 cha u den I Roten Adlerorden 4. Sblasse unb Oberleutnant Schwendy, der als Ordonnanzofsisier S M. des Kaisers konunandiert war den Kronenordeu 4. Klasse. Die Verpflegung des Regiments, das um 4 Uhr 20 Min- in Sbastel wieder verladen wurde, stellte wahrend des Mainzer Aufenthaltes das Jnfairterie-Regiment Nr- 11«. Cronberg, 20. Aug. Der Kaiser unternahm bald nach seinem Eintreffen auf Schloß Friedrichshos einen Spaziergang durch den '^arf Um fünf Uhr wurde im engsten Familienkreis der Tee eingenommen- Zur Abendtafel um acht Uhr waren geladen Prinz Ernst von Sachsen-Weimar, kommandierende General des 18- Armeekorps v. Eichhorn, und Gemahlin, Regre- rungsprasident v- Meister und Gemahlin, s^mne besten Mutter, F-rau Marie Meister, Herr unb b-rau VE Mth, Freifrau von Flotow, J-rau v- Grunelius, Hauptmann Ahlers und bte OsMiere ber nxad)I)abenben Kompagnie des 1- kurhessischen Jnsanterie-Regi- ments Nr- 81. Zlusland. Abstimmung über die Kongovorlaae. Die Ilelgischc Kammer nahm geftern den Zusatzantrag und hierauf llen Gesetzentwurf betreffend die Uebernahme des Stongo» ^ciatcs durch Belgien mit 83 Stimmen gegen 55 Stimmen üci neun Stimmenthaltungen au. Hierauf wurde das gc- siamte Kolonialgesetz mit 90 Stimmen gegen 48 Stimmen bei sieben Stimmenthaltungen in zweiter Lesung an» DerdeutscheBotschasterin London, Graf Wolff-1 Metternich, ist zum Besuche des Reichskanzlers in Norderney eingetroffen. Adelsverleihung. Wie der „Reichsanz." amtlich witteilt, ist dem Hüttenbcsitzer und Herrenhausmitgliede Richard BopeliusdererblicheAdel verliehen worden. Aus der Sozialdemokratie. Nach Reden des! Landtagsabgeordneten Segitz und des Redakteurs tzisner j nahm die in Fürth abgehaltene sozialdemokratische Boll- n.-rfanunlung einstimmig eine Resolution an, welche die . ustimmung der sozialdemokratischen Landtagsfraktion zum liayrischen Budget vollauf billigt. — Ter ehemalige Pri- watdozent Dr. Leo Arons ist von allen seinen Aem- i rn in der sozialdemokratischen Partei zurückgetreten und nird auch keinerlei Kandidatur mehr annehmen. Sein Rück- 1 ritt von den Parteiämtern soll auf Gesundheitsrücksichten üirückzuführen fein. Zur Nacheiferung. Tie „Voss. Zra." meldet aus Loburg: Tie Stadtverordneten beschlossen, den Kr ieas- ueilnehmern mit einem Einkommen bis zu 1200 Mark 1 0 Prozent der Kommunalsteuern zu erlassen. abermals kandidieren. h . -DerHessische Verein für ländliche £eimaI* pflege, Wohlfahrt- und Kunstpflege t)alt axn Mittwoch, 2. September, vormittags ll1^ Uhr un ^vrten- saale bes .Sprubel-HotelS", Kurstraße 13/15, zu -vao» N anheim seine bicSjadrige Hauptversammlung av, zu der, außer ben üblichen Ansprachen folgenbc-ragesorbnung festgesetzt ist: Verbesserung der ländlichen Bauweise, Vortrag des Herrn Geh. Baurat Profepor Walde w ww; LKl1 1 Cln iold5 ?ncn' 'n ! nen tf)cnULQUtn EM MM tb(üroer die Bittet fehlen |üir^ Sri? ue gebührende Ste.L," auf fommuna'-: ^uhrage hätten ei t„ Önnb, bic Gesahrm V. 2 °bzuwehren, dax j m die unhaltbarer und ■' dlese F-rage von ry W Ae Zukunjl it Cr;iehung sicher iuendet sch zum 9- luclche den katholuL. 't geschleudert habe, k M solchen Verein! ; lujiorb.Tung, dicWW - rlatholiken Deutschler- bem angestammten öi n Angriffen aus dM tiösen lleberzeugung u Leus, das sind die M lincgchalten werden, fc Vaterland- Atholija eten für unsere Welir n Abend- (Stürmifife llliche Versammlung i Mitivirkung des Tüii . iSmtrott! und Rhei Mine statt. ^chau. r in Berlin. » I r Mission nach 4 ncntiCIs?^^' 5 1 beiter des 3‘Ä‘r * Eiugesaudt. (7fit Form und Inhalt aller unten dieser Rubrik gehenden Artikel tihcmunmt die Räraklion dem Publikum gegenüber keinerlei Derantwortung - Der Bahnsteig in G4arbfnlriu niedrig, er erhebt sich kaum 1 Fuk über das Glers Inio ^ede's-'N jit das AuS» und (hnftctger namentlich letzte: .* - sur den Iahrgast nicht nur mir erheblichen körperlichen Beschwerden verbunden, sondern cm Anfang und lände . ahuste gs da, iso sich Mjdbt abflacht, überhaupt kaum möglich Wa.i) besonders empfindlich macht «ich dieser Mibl'band bem.rkbar, wenn man v B in die letzten ESagen eines nach «ffieven 'ährenden, längeren Zu^ s c-.n,teigen mun- Tie letzte.'. Wagen befinden itd) am ilachen E-ice d.6 >.ahnneiis und find mit oen Trittbrettern so hoch vom bi ahn steig cnrcnu, bau hier ein Einsteigen ohne fremde L)ilfe überhaupt nicht möglich isr- Wenn nun auch) noch älteren, oder gar leiocnben. oder ioninmc körperlich) richt rüstigen ^hrgästen ;ugemutct wirt), beim AuS» sp-igen nwnchmal 4U—5 ist dies ein RiWvnd. der dringender, alSbrld'.ger Äbhil'e bebar- i-_''tä7chen. womöglich an der Geiunddrir Schaden ;u nehmen- \X'*crt:idi verschiebt tne Bahnbe Hörde die notwendige Berdei>erung des Sahnsteigs nicht ad calendaS graccaS nr.t Rücksicht aur eine eventuelle, noch ungewisse Verlegung der Haltestelle Garbenteich! HanSel und Verkehr, Volkswirtschaft. — Konkurse in Hessen, liebte da» Bermc«en der Ingenieur Ludwig Theodor 2K a cf Witwe Auguste geb. Hen el in -: a > uz , Inhaberin der Firma Theodor Tlarf, elektrische« Bureau daselbst, wurde ain 28. Juli da« Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Tr. Maas ut Mainz wurde -uni Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind b,S -um ö. 6ept. bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. — lieber den Nachlav deS Rentners Anton Diehl in Worms wurde am 6. August das Konkurs- verfahren eröffnet Rechtsanwalt Rahn m LkormS wurde zum KonkurSverivalter ernannt, «onkursforderungen find bis zum 25. ctDt. Lei dem AmtSgenchk ^oms aniumelden. — lieber den Nachlaß deS am 1. Novenider 190ö verstorbenen Privatmannes Karl Christian Emil etiiebtr von Mainz wurde am 10. August das Konkursverfahren eröffnet. NechtSanwall Dr. vaberling in Mainz wurde zum KonkurSverivalter ernannt. KonkurSlorderungen sind bis zum 25. Sept, bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. — lieber den Nachlaß des Jakob 6 cf e l in Altenstadt wurde am 15. August das Konkursverfahren er- öffiiet Svarkafferet^ner Jakob Daqner tn A'.ten'tabt Tr ab« »um KorkurSoerwatter ernannt. Konkurs'orderungen fmb bj 5um 29. Aug. bei dem Amtsgericht Altenstadt anzumelden. — Hvfbierbrauerei 3d)öiferbof und Fra-k. für ter Bürgcrdra urrei, Frankfurt a- M T aufon- orbenAichc Generalr : ammlung brr rfellscha't hatte sich Bu. bem Antrag auf 3daf'ung von 1 S.ViÜun Mark Boi-u.Saktie, die eine vöchstvio.oenpr von 6 Pro-em erhalten sollen Nachzaf-lungsver.'l.chcung, zu beschü. zen. 2v n.uen T’ntrl rii» daupfächlich zur '.Idlösun^ von Bank- und sonstigen -.redu^ Dienen- Es Lag esnr Cf'crtt deS Lankh^u es C5cbr. Arnhold « Dresden vor, taS 'ich erbot, den gar. n Betrag gemein-chofstj^ nn: einem ftonwruum ?:itr. Kurse von 100 Prozent zu ubemcben mit der Berrnlichtung. diesen Aktien >:n icirixrtgen Aktionäre, rm Verhältnis von 5:1m 1U7 Lro-ent aiuubirtcn. Ter Intraj der Verwaltung wurde m.t überwiege itbcr Maioritär anjcr.?r.aix Bei dieser Gelegenheit sei auch u.ugcktU, daß Der Absatz bc: Gesellschaft im lau'enb.n Geschöftc ..tr. N>5 mit Lklob.c 1-Y7 seinen An'ang genommen har. bi» cud: Juli um 6573 lvtz.. liter gegenüber Dem ju gle-.de: Jett des Boriahrrs sur^ge^.*« ist. Bet einem Gn'a.tuabsatz im letzten Jahre von etwa 363000 Hektoliter- fr. Oberursel, 19. Aug. Tie hier am Bahnbau Oderursek- EicherSheim befchä'ti^len I t a l i en e r haben Die Arbeit nieder- gelegt. Sie fordern einen höheren Snindenlohn. a Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unser innigstgeliebter Gatte, Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Wilhelm Hofmann IV., Kirchenvorstand gestern abend 81/, Uhr nach kurzem Krankenlager im 42 Lebensjahre sanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Hofmann geb. Speier und Kinder. Heuchelheim, den 21. August 1908. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 6 ühr vom Sterbebause Bachetrasse 15 aus blatt 4951 Eisenbauanstalt DARMSTADT. ZI Pr. RilldmürDeil D«-kunki. TfüflM Qfiihpn _ pro Pfund 80 Pfg., empfiehlt achstühle — genietete Trager Stutzen O11L’Jloienboiim, stirdicnvlau 4. moderne Fassaden — Hallen — Treppen etc. uxjtiO?» Ausnahme»? für Schürzen, Korsetts, Handschuhe, Strümpfe und Normal-Wäsche von Samstag, 21. bis Sonntag, 30. August Die Artikel sind auf Tischen ausgelegt. a«/e A. Goldschmidt Schulstrasse 6 Giessen Schulstrasse 6 Versteigerung. tarnet an den 22. d. Mtö., nachmittags 3 Ubr. werden nn Pfandlokal. Leiters- iucfl 11, gegen Barzahlung otv- steigert: 4 <9 2 Wagen, 1 Karren, 1 Kaffen ithront, Schränke, sovda 0, Ztoinuiodc.Tliche.llbrcn u.a.m. Johann. Gr. Pfandmeister. Für die Schneiderei! Neuheiten Der tote prakt. Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer Karl Hüttner hat sich in Giessen niedergelassen, wohnt Bahnhofstrasse 52 a II im Hanse des Feinbäckereibesitzers Müller und hält Sprechstunden ab von 8—9 vormitt. n. 2—3 Uhr nachmitt. Sonntag» von 8—IO Uhr vormitt. 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