Montag 30. Juli 1908 Nr. 168 Zweites Blatt Erscheint ttgNch mit Ausnahme des Sonntags. «Ulfs Hebet die geplante blcktnzitälssteuer Kreis Gießen vom 16. März 15)06 eine größere Anzahl Milchrevisionen ah n ni u Ati« Q'-aIIa i’mm'Xa i t A v Ä f i «-i l\nHiiihnnA vorgenommen. In einem Falle ivurde verdächtig besundene 'SHId) dem d)emi]"d)cii Untersuchungsamt übergeben, welches eine Wäffc- im Alter von 63 Jahren gestorben, Tagen einer Blinddarmentzündung war. Der Verstorbene wurde 1903 bachs Chef der Eisenbahndirektion. nachdem er vor einigen wegen operiert worden als Nachfolger Breiden- 158. Jahrgang In sich mn. Jagdhund äugela? lolen gegen Srjlattunc, tions- und Futterkojlell J-ranksurter Sn.^ Die „»teßenet Zamillenblätter- werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schen Unwersitäts - Buch- und Stemdruderei. R. Lange. Gießen. ** 2l ls Lektor der delsvertrag, der bisher nicht zum Abschluß gebracht werden konnte Cb in der Beratung der beiden Staatsmänner die Schwierigierten beseitigt worden sind, ist nicht bekannt geworden. Cs verlautet jedoch, daß im Herbst die Verhandlungen wieder ausgenommen werden sollen. Revolution in Honduras. Von dem Präsidenten von Honduras ist in Newyork folgendes Telegramm eingegangen: Tie Regierung von Tegueigalp hat der revolutronärcn Bewegung ein Ende gemacht. In einem zehn Tage währenden Kampfe ist der Feind bei Nacaome geschlagen worden und sodann nach San Salvador geflohen. Zur Lage in Persien. Teheran ist ruhig. Dagegen lauten die Nachrichten aus Täbris noch ungünstig. In der englischen Gesandtschaft befindet sich niemand mehr von den Personen, die dort das Asylrecht in Anspruch genommen hatten. Der Schah hat ihr Leben garantiert. Verbannte aus Persien wurden im Asyl der italienischen Gesandtschaft ausgenommen. Äerl-aftungen sanden nur noch vereinzelt statt. Aus Algier wird berichtet, daß ein Attentat gegen den Generalrat und Bürgermeister von Eerchell in Algier verübt worden, ist. Zwei Gewehrschüsse sind auf den Bürgermeister, dec schwer verletzt worden ist, abgefeuert worden, als er nach einer Wohnung zurückkehrte. Man vermutet, daß es sich um einen politischen Racheakt handelt. / ' Haus- kürzen kürzen les verkauft. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- slraße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion:^^! Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. nidt se 6 ArrslanS. Protest gegen die Tschechisierung. Im Laufe des gnstrigen Tages, fanden in einer Reihe weiterer Städte Deutsch- Mhmens Protestversammluiigen gegen die fortschreitende Tschechi- ji irung des Beamtenstandes besonders bei den Gerichten und bn der Post statt. Sie verliefen wie die der vorigen Woche zccnz ruhig. Aeyrenthal und Sturdza. Bei der Zusammenkunft Frei Herrn v. Aehrenthal mit dem rumänischen Min-ster- Mäsidenlen Sturdza auf dem Semmering handelte es sich in edtet Reihe um den österreichisch-rumänischen Han- Irtll die „Augsb. Abendztg." etwas Näheres erfahren haben, i ncr Berliner Meldung des Blattes wird erklärt, cs handle nur um eine Abgabe auf Elcktrizicät, soweit diese Leuchtzwecken । - ent. Es sei bisher nirgends davon die Rede gewesen, daß auch 1 tiefe Kraft für gcmerblidje Zwecke besteuert werden solle. Am wenigsten aber denke man daran, die Elektrizität, die Vcrekhrs- . necken diene, also zur Fortbewegung von Eisenbahnen, Straßcn- l ihnen, KäafNvagen usw., mit einer Steuer zu belegen. Auch der verdacht, daß diese Elektrizitätsabgabe eine Begünstigung des «iessen 2lns Stadt nnd Land. Gießen, 20. Juli 1908. •* Ernennung. Am 16. Juli d. I. wurde der Referendar Dr. jur. Max Wiegand in Heppenheim (Bergstraße) zum Negierungsassessor ernannt. •• Erlaubnis zu m Tragen einer OrdenS- auSzeichnung. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog hat am 15. Juli dss. Js. dem RechnungSrat Friedrich Einil Bernhard in Gießen die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Kaiser verliehenen Roten Adlerordens 4. Klasse erteilt. •• Die zweite Pfarrstelle in Groß-Gerau. Der Großhcrzog hat am 11. Juli d. I. dem Pfarrer Theodor Kempf zu Steinbach die zweite evangelische Pfarrstelle zu Groß-Gerau, Dekanat Groß-Gerau, übertragen. Schulpersonalien. Uebertragen wurde* am 15. Juli d. Js. dem Lehrer Georg Scheller zu Schlechtenwegen, unter Bestätigung der durch Wahl der reformierten Kirchengemeinde zu Neu-Isenburg erfolgten Präsentation, die 1. Lehrerstclle an der Gemeindeschule zu Neu-Isenburg, Kr. Offenbach; ferner mn 16. Juli ds. Js. bem Schulamtsaspiranten Johann Schaberger qii§ Gau-Algesheim eine Lehrerstellc an der Gemcindcschule zu Klein-Welzheim, Kreis Offenbach. — Bestätigt wurde am 15. Juli d. Js. der von dein Herrn Fürsten zu Pscnburg und Büdingen in Büdingen auf die 1. Lehrerstelle an der Gemcindeschlile zu Stockheim, Kreis Büdingen, präsentierte Lehrer Friedrich Spitznagel zli Wolf für diese Stelle. englischen Sprache an ** Aus dem Bureau des S t a d t t h e a t e r s. Zu der „Walzertraum" - Aufführung morgen Dienstag sei noch bemerkt, daß sämtliche Hauptpartien der Operette mit ersten Kräften besetzt sind. Für die nicht unwichtige Partie der Oberkammcrfrali, die meistens durch die Besetzurig mit der „kornischen Alten" leibet, hat Direktor Stcingoettcr eigens eine renommierte Opern-Altistin, Fräulein Vilma Storck, verpflichtet, die miet) am Kurtheater Bad Nauheim starken Erfolg davontrug. •* Abonnements-Konzert. Wegen Abhaltung des Jugendfestes findet das letzte Abonnements-Konzert nicht Donnerstag, sondern Mittwoch den 22. Juli in Steins Garten statt. •* Unsinnige Gerüchte sind hier über einen großen Unglücksfall beim Turnfest in Frankfurt a. M. verbreitet. All diesen Gerüchten ist auch nicht das geringste wahr. •* 3ur Rheinfahrt. An der von Großh. Kreisbehörde arrangierten Nheinfahrt beteiligten sich am Samstag 362 Teilnehnier, Bürgermeister, Beigeordnete, Rechner, Gemeinderatsmitglieder, Vorstände von Vereinen, Geistliche und Lehrer des Kreises Gießen. Die Fahrt ging zunächst mittelst Extrazuges von Gießen durch das herrliche Lahntal nach Oberlahnstein. Hier stand das Doppeldeckschiff „Drachenfels" bereit, das die Reisenden zunächst nach Koblenz, am „Deutschen Eck" vorbei und wieder stromaufwärts nach Bacharach brachte. Die vorgesehene Weiterfahrt nach Bingen konnte leider wegen der um 6 Uhr bestellten Rückfahrt mit der Bahn von Oberlahnstein aus nicht zur Ausführung kommen. Ein während des Mittagsmahles, das auf dem Schiff eingenommen wurde, niedergegangener Regen vermochte die während der ganzen Fahrt anhaltende fröhliche Stimmung nicht herabzudrücken. Das herrliche Landschaftsbild, das bei klarem Wetter namentlich bei der Rückfahrt von Bacharach nach Oberlahnstein sich den Blicken darbot, hat bei den Teilnehmern seine Wirkung nicht verfehlt. Bei der kurz vor 9 Uhr abends erfolgten Ankunft in Gießen trennten sich die Reisegefährten mit dem Wunsche, im nächsten Jahre wieder au einem 'derartigen Ausflug teilnehmen zu können. h und billig81 ikiltjnn der G'ichcrtc, Quinta, vornehmstes und feinstes. oblous:c. is Konzert im uoxbeten e/uche labet höflichst ein irertor u. "v-ibakz. •• Frauenversammlung. Auf vielfältige Anfragen teilen wir mit, daß gu der am Mittwoch den 22. Juli im Konfirmandensaal der Johanncskirche stattfindcndcn Frauen- Versammlung selbstverständlich auch Unverheiratete Zutritt haben. Besondere Einladungen sind nur an die in der Gc- meindearbeit irgendwie schon tätigen Frauen gesandt luorben. Sollte auch von biefen Jemand übergangen sein, so wird gebeten, daß sich Niemand durch ein derartiges Versehen von der Teilnahme abhaltcn laffe. ' Kornernte. Tie vorausgegangenen heißen Tage tmd darauf folgender Regen haben die Reise des KorneS so begünstigt, daß in einzelnen Orten des Kreises Gießen mit der Ernte bereits begonnen werben kann. „Der Wind weht durch die Stoppeln" — das erste Zeichen der kommenden kühleren Tage. •• Obst ernte. Soweit sich die Anzeichen für die in Aussicht stehende Obsternte überschauen lassen, haben wir in der Umgebung von Gießen eine gute Apfelernte 511 erhoffen. Die an den Kreisstraßen gepflanzten Bäume sind stellenweise so mit Früchten behangen, daß die Tragäste mit Stricken hochgebunden werden müssen. •’ Diebstahl. Einem hiesigen Bäckermeister, der auch Kaffeeausschank betreibt, wurde gestern vormittag seine Ladenkasse im Betrage von 110 Mk. gestohlen. Verdacht lenkte sich auf einen jungen Burschen, der kurz vorher Kaffee dort getrunken hatte. Der Bursche wurde in der Person des 15 jährigen Handlangers K. aus Eichzell sestgestellt. In seinem Koffer fanden sich noch 103 Mk. vor, die dem Bestohlenen zurückgegeben werden konnten. Die beiden mitentwendeten Portemonnaies hatte der Bursche in einen Abort geworfen. Die Polizei nahm sich deS Burschen an. "Wieder eingefunden hat sich die vor einigen1 Tagen als vermißt gemeldete Dienstmagd Rappolt. ** In Amerika v erstorbene Hessen. Julie Becker, geb. Sellheim aus Schotten, 77 Jahre alt, gest. in New-Pork. " Lebens Mittelkontrolle. Lebensnuttelproben und Gcbrauchsgegcnstände witvben bei hiesigen Geschäftsinhabern entnommen und dem chemischen Uutersuchimgsamt dahier übergeben. Ferner wurden auch aus Grund der AHlchverkauisordnung für den Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oherhejsen Deutsches Reech. Der Kaiser in Bergen. Nach dem Eintreffen des Kuriers arbeitete der Kaiser am Samstag allein. Zum Früh- sll'ick waren geladen: Museumsdirektor Korer-Wiborg und Echitekt Kjelland. Den Tee nahm der Kaiser bei dein Minister Michelsen ein. Gestern vormittag hielt der Kaiser 0 ff der „Hohenzollern" Gottesdienst ab und hörte nachher Worträge. Nachmittags machte der Kaiser einen Spaziergang g n Land. DaS Wetter war trüb. Keine neue Militärvorlage. Die „Nordd. Allg. Ng." bezeichnet in ihrem Wochenrückblick die von einem berliner Zentrumsblatt verbreiteten Mitteilungen über einer bum Reichstag zugehenden neuen Militärvorlage als blanke Erfindungen. Z u m R e i ch s k 0 m m i s s a r f ü r d i e W e l t a t, s st e l l u n g in Brüssel 1910 ist der Negierungsrat im NeichSamt des Amern Heinrich Albert, zu seinem Vertreter in Behinde- u.ngsfällen der kaiserliche Konsul in Brüssel, Legationsrat Gobrif, bestellt worden. Die Direktion der Stettiner Maschinenbau- Aktiengesellschaft „Vulkan" sieht sich genötigt, das Werk je. lange zu schließen, bis die Nieter der an sie gestellten An- ■; iarberung, 14/, Stunde Ueberarbeit von 51/, bis 7 Uhr zu ' Insten, entsprechen. Von dieser Maßregel werden die ge- j pnten 9(rbeiter, beinahe 8000, betroffen. politische Tagesschau. Die Vertagung des Prozesses gegen Eulenburg. Die öffentliche Meinung Frankreichs, soweit sie in den Pa- infec Zeitungen zum Ausdruck kommt, hält die Vertagung des ; <-ulenburgprozesses für logisch und gerecht. In allen Zeitungen, d D :e den Fall behandeln, gibt sich das Mitgefühl für den kranken " ja erkennen. Wiederholt wird darauf zurückgcwiesen, daß Fürst (Ätlenburg cs war, der im fritifd)en Augenblick der Ataroklo- .-iiampagne zum Frieden riet. Dabei kommt aufs neue die Ab- rüigung der Franzosen gegen von Holstein zum Ausdruck, der noch immer als heimlicher Ratgeber Hardens betrachtet wird. 2er „Figaro" schreibt: „Sie haben nicht den Mut gehabt, den Prozeß Eulenburg fortzusetzen. Es war Zeit! Nie hat man einem '.Nörd'er oder an dem gefährlichsten Apachen derartige Grau- farnifeiten geübt, da man sogar das Krankenhaus in einen Ge- 1 chtshof umwandelte, um den in seinem Bett vor die Richter 1 geschleiften Sterbenden gar keine Folter zu ersparen. Tie An- tl'agen waren nur ein Vorwand des Prozesses. Wenn^ man schmutzige Handlungen ausgrub, die vor mehr als 30 Jahren ligangeu sein sollen, so ist es, weil Eulenburg die Politik der ! 1 Bonner des Anklägers störte. Seit man die Marokkofrage geschickt r fingierte, um einen Zusammenstoß zwischen Deutschland und Frank- $ 1 ich herbeizusühren, duräfkreuzte der friedenssreundliche Einfluß Eulenburgs und seiner Freunde auf den Kaiser die herausfordcrn- bom kriegerischen Pläne der Personen, bei denen der Ankläger sich seine Losungsworte holte. Daher dieser geschickte Feldzug i-,n Beschuldigungen und Prozessen, in die man sogar unseren Botschaftsrat Lecomte einzubeziehen suchte, in der Hoffnung, uns sicherer zu treffen. Das Kvmplott ist wunderbar eingesädelt utorben, indem man Eulenburg in seiner Ehre angriff, richtete ;uan ihn in der Freundschaft des Kaisers zu Grunde und §er- 'tirte seinen Plan der Versöhnung mit Frankreich. Das Ziel ij: erreicht." — Der Zustand des Fürsten Eulenburg hat fick) infolge der überstandenen Auflegungen wesentlich verschlechtert. Ser Fürst befindet sich zeitweise in einem ohnmachtsähnlichen . ustande. Es besteht jedoch gegenwärtig keine unmittelbare Lebens- H erfahr. Fürst Eulenburg wurde am Samstag vormittag von seiner Gattin und einer Tochter besucht, die beide bis gegen 1 Uhr mittags ff cm Krankenbett im Konferenzsaal der Charits verweilten. — Sie Berliner „Neuesten Nachruchteir" melden: Gegen den Hoflat .'Distler-München wurde nunmcW gestern die gerichtliche Vor- mckersuchung wegen des Verbrechenrp'der Verleitung zum Meineid eröffnet. Kistler wurde vorläufig in Freiheit belassen. iHdV Hiessen $***** ,18« rung der beanstandeten Dtllch seststellte, desgleid)en mußten Anzeigen erhoben werden, wxgen Verwendung fdnnutvger Alllchgesaße. Auf Grund der Polizeiverordnuiui vom 27. Juni 1907 wurden teils bei hiesigen Bäckern und Brolhändlern, fowie bei alisivärtigen Bäckern Revisionen des Brotes nack) dem Gewick)t vorgenommen. Bei einigen derselben wurden Brote mit Mindergewicht vorgefunden und Anzeige erstattet. ** Gewerbepolizeiliche Revisionen. In den Monaten April, UJiai und Juni wurden in Gießen gewerbepolizeiliche Revisionen der nachstehend verzeichneten Arten vorgenommen: 1. betr. die Sitzgelegenheit für Angestellte in öffentlichen Verkaufsstellen (Verordnung des Blmdesrats von: 28. Oktober 1900), 2. betr.: Entnahme von Kies aus dem Bette der Lahn (Lokalreglement vom 16. Mai 1895), 3. betr.: das Verbot der Sonntagsarbeit im Gewerbebetrieb; hier: int Barbiertmd Friseurgewerbe in der Stadt Gteßen (Kreisanttljche Bckannl- madjung vom 20. März 1895), 4. Lagerung von Earbtd (Vcrord- nung vom 20. Oktober 1905), 5. betr.: den Verkehr mit Giften vom 17. April 1895 und Verordn, vom 15. Juni 1901, 6. in den Betrieben der Dialer, Llnstreicher, Weißbinder oder Lackierer, tvo Bleifarben zur Verlveiidung gelangen bezüglich Einhaltung der BmidesratsbestinintlUigen vont J. Januar 1906. Tie Interessenten werden Darauf aufmerksam gemacht, daß Die §§ 1—6 dieser Bestimmungen unbedingte Amvendiing auf sie finden, 7. die Barbier- und Frifeiirstilben aus Einhaltung der Polizeiverordmutg, den (Gewerbebetrieb der Barbiere betr. vont 8. Atigust 1904, 8. Hntei- bringung Der in Backstcinsabrikcn (yiufienl'teinbrciuiereien) unD Ziegeleieit befdjäitigteii Arbeiter (PolizeiverorDn. für Den Kreis Gießen vom 1. Aprt 1907) sowie Besck)ästigung yon Arbeilennuen unD jiigenDl. Arbeitern in Ziegeleibctricben msbcsonDere Eiiihallung der auf GrimD Der §§ 135 unD 136 Der G.-O. unD Der Dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen gesetzlich zulässigen Slrbeitszeit, 9. Konfektionsiverkstätteii in Bezug auf Einhaltung Der Kaiserlichen VerorDnung voiii 4. Juni 1904, soivie Der auf GrunD Des § 107 Der G.-O. für minderjährige Personen zu sührenden Arbeitsbücher. Bei der Annahme solcher Arbeiter bezw. Arbeiterinnen unter 21 Jahren hat Der Arbeitgeber Das Arbeitsbuch emziiforDern, eine Bestimmung, gegen Die noch vielfach gefehlt wird, 10. Einrichtung und Betrieb von Backereien in Bezug aus Einhaltung Der Die Reinhaltung in Backereien betreffenden Vorschriften Der VerorDnung vom 20. Nov. 1907, 11. Die Beschäftigung von schulpflichtigen Kindern in gewerblichen Betrieben (Gesetz vom 30. März 1903>. Es hat sich in Den letzten Atonalen eine auffallende Zunahme von Uebertretungen Dieses Gesetzes bemerkbar gemacht unö es mußten vielfach Anzeigen erhoben werben. /X Klein-Linden, 20. Juli. Für die seither von Schuloerivalter Bernius verwaltete 4. Schulslelle dahier wurde Schulverwalter Röder aus Groß-Bieberau ernannt. = Langd, 17. Juli. Einen erhebenden Verlauf nahm daS diesjährige Dekanats-Missionsfest des Dekanats Nidda, das am vorigen Mittwoch hier gefeiert wurde. Sonntägliche Stille umfing, sobald die GemarkungSgrenze erreicht war, die auswärtigen Festgäste, für die am Bahnhof Hungen Wagen bereitstanden, freundlich begrüßten sic die dem Feste zu Ehren geschmückten Häuser des Dorfes. In der stattlichen Kirche versammelte sich dann eine überaus zahlreiche Gemeinde und lauschte den Worten der Festprediger, deS Pfarrers Büchner aus Selters und des ehemaligen Chinamissionars Fl ad. Kaum weniger groß war die Beteiligung am Nach- mittagSgotteSdienst, in dem Missionar Poth, ein geborener Hesse (aus Groß-Zimmern), aus der Geschichte der evangelischen Mission auf der Goldküste erzählte, und Pfr. Wiegel aus Bingenheim über daS Missionsleben, in der Heimat, speziell im Dekanat Nidda, berichtete. Beide Gottesdienste wurden verschönt durch die Mitwirkung des Friedberger Posaunenchors, der bereitwillig, trotzdem das Fest an einem Werktage gefeiert wurde, der Bitte um Teilnahme entsprochen hatte. Ihm war es wohl, neben dem regen Missionsinteresse, das in der Gemeinde herrscht, zu danken, daß auch noch zur Nachversammlung im nahen Buchenwalde jung und alt hinausströmte. Der Choral „Nun danket alle Gott", mit jchästömaim sucht M 600 Mark gegen j. n und Licherbeil auHr »ab hing Tezembcr M Ml. Angebote unter M en Gießener Anzeiger c UÜMtfüiM Abzuholen Landmanm 7] frankfurter Sn.° -i abholen. StadtpoM den^ewünsch-^"^ Timr rohlenfyndilätcs und dessen Bestrebungen darstelle, erscheine hin- fTülig. Ein solcher Vcrpacht habe allenfalls aufkommen können, i-1 lange nur das elektrische Licht besteuert werden sollte. Tat- 1 chlich solle dies auch ursprünglich allein im Plan deS Rcichs- s. .atzsefletärs gelegen haben. Aber es habe nur des einfachen Qtnweifes darauf bedurft, um den Staatssekretär Sydow zu ver- n ulassen, auch sofort eine Abgabe auf Leuchtgas seinen Steuer- planen einzufügen. Also eine „Lichtsteue r" in aller Form. Tie natioimlliberale „Badische Landeszeitung" kommt wohl nicht v bnc besondere Information auf die geplante Elektrizitätsabgabe z2i sprechen. Tas Blatt führt aus, die füddeutschcn Finanzminister, d eren Staaten dabei die Hauptleidtragenden wären, hätten ihre Sonderinteressen unter dem dringenden Eindruck der aufs höchste g eftiegenen Finanznote des Reiches nicht bcttont, wie anderseits bwr von Nheinbaben feine noch vor einigen Jahren geäußerten u -denken zurückgestellt l-abe. Damit scheinen Rheinbabens frühere l-airoänbc gegen die Erbschaftssteuer gemeint. Die Reform gründet |i ch nach wie vor in der Hauptsache auf die großen Steuerobjekte „ Labak, Branntwein, Bier und Erbschaften". In der Aus- frlöpfung dieser Quellen werde das Reich diesmal verjuchen, um dnr Grenzen des erreickcharen zu gehen. Die verbündeten Re- g iecungen seien über den ganzen Reformplan soweit er fertig ist, civtig. — Aus Karlsruhe wird uns einiges unter dem 18. Juli g> -meldet: Am Schluffe der Kwmnerfitzung brachten die Sozial- ti imotraten Geck und Genossen folgende Interpellation ein: „Ist l r Regierung bekannt, daß seitens des Reiches eine Elektrizitäts- sckruer geplant wird, und ivelche Stellung nimmt sie dazu ein?" ? Horden i unserer Universität wird (vom Wintersemester an) Herr Marshall Ntontgomery, M. 21., in Cambridge angeslellt. Schenkung an die Ludwig- und Alice- Stiftung. Der benannter Stiftung als Ehremitglied angehörende, nunmehr verstorbene Dr. Berh. Schröder- Darmstadt hat der Unterstützungskasfe für Lehrerwitwen und -Waisen ein Legat von 500 Mk. ausgesetzt, das nach Ableben seiner Ehegattin zur 2lu§zahlung kommen soll. ** Todesfall. Eisenbahndirektionspräsident a r I v. Rabenau ist gestern früh im Rochushospitale zu Mainz len-Ga*' SÄ' isstattflng dem auf Aufforderung des OctSgeistlichen diese Waldseier geschloffen wurde, tarn gewiß allen Festteilnehmern von Herzen. X Groß-Eichen. Der von hier gebürtige junge, talentvolle Künstler Ernst Ein,er, zurzeit m Karlsruhe, hatte auf der Hessischen Landesausstellung in Darmstadt ein Oelgcmälde „Andacht im Walde" ausgestellt. DaS wirkungsvolle Bild wurde von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog von Hessen angekauft. — K AuS OberHessen, 19. Juli. Seit der abgelaufenen Woche ist man mit dem Einheimsen dcS KorneS beschäftigt. Die Ernte ist eine gute Mittelernte. Tie Folge davon ist, daß die Brotpceise sinken. In manchen Orten der Wetterau ist der Vierpfünder-Leib bereits 4 Pfennige abgeschlagen. • • Darmstadt. Zur Hoftascl im Jagdschloß WolfSgarten waren dec ,Darmstädter Zeitung" zufolge, SamStag geladen: der kommandierende General des 18. Armeekorps, Exzellenz v. Eichhorn nebst Gemahlin, der Staatssekretär deS NeichSschahamts S y d o w und der Gouverneur von Mainz, General der Infanterie v. G o ß l e r und Gemahlin. — ed Darmstadt, 20. Juli. Der Bureaugehilfe Karl Bernhard, der seit einer Reibe von Jahren bei den Nechts- anwälten Schmehl I und II beschäftigt war und Unterschlagungen begangen hatte, hat sich tn der gestrigen Nacht im Garten seiner Eltern an einem Baume erhängt. Vorher hatte er seinen Prinzipalen noch schriftlich Mitteilting von seinen Verfehlungen gemacht. Darmstadt, 19. Juli. Einen jähen Tod hat heute früh ein Soldat aus Worms erlitten. Ter seit gestern abend zum Besuch seiner Mutter, einer im Dessunger Stadtteil wohnenden Witwe, weilende Willy Boger ooin i 18. Inf.-Regt, in WormS begab sich heute früh zum Baden nach dein großen Woog. Im Wasser bekam Boger plötzlich einen Herzschlag und obgleich er em guter Schwimmer war, versank er an der tiefen Stelle. w. Wetzlar, 19. Juli. Ein sehr wichtiger Antrag unseres Bürgermeisters von Zengen stand in jüngster Stadtverordnetensitzung zur Beschlußfassung auf der Tagesordnung. Die Stadtoerordneten-Versammlung wolle beschließen: .Das Königliche Kricgsminislerium zu bitten, in erster Linie auf den Bau der Unterofsizierschule Wetzlar durch den Fiskus hinzuwirken. Die seitens der Stadt beschluß- nnb emgabegemäß gemachten Anerbietungen: Freie Hergabe deS erforderlichen Bauplatzes von 6 ha, Unentgeltliche Gebrauchsüberlassung eines Exerzierplatzes von etwa 50 ha. sowie deS Grund und Bodens für die von der Heeresverwaltung herzurichtenden Schießstände, Kostenfreie Legung von Gas-, Wasser und Kanalleitung blS an das Unterofsizierschulgrund- stück.* Der Antrag wurde mit großer Stimmenmehrheit angenommen. — Braunfels, 19. Juli. In unserem klimatischen Kurort wird an einem der Sonntage im August ein Bazar in ähnlicher Weise wie in früheren Jahren veranstaltet werden. Im Schatten der prächtigen Linden des fürstlichen Herrngartens werden Verkaufsstände und Jahrmarktsbuden aller Art errichtet iverden, eine Militärkapelle wird konzertieren und zum Tanze aufspielen, die hier weilende Gesellschaft des Rhein-Mainischen Verbandstheaters wird eine Vorstellung geben. Der Ertrag soll gemeinnützigen Zwecken dienen. Dreihausen (Kr. Marburg), 20. Juli. (Tel.) Selbstmord. In der Nacht von Samstag zu Sonntag durchschnitt sich hier ein in den 60er Jahren stehender Mann in einem Anfall von Geistesstörung den Hals. • • Frankfurt a. M., 18.Juli. In einer Flasche, die am Mainuser in Sachsenhausen angespült wurde, fand man folgenden Brief: „Frankfurt, den 14. Juli. Meine lieben Eltern und Verwandten! Verzeiht mir diesen verzweifelten Schritt, aber unsere Liebe und die Verhältnisse lassen es nicht anders zu. Da wir nicht vereint leben können, wollen wir vereint sterben. Heinrich Schmidt und 9(nna Müller aus Offenbach." Anscheinend handelt es sich um eine Liebestragödie. K. Frankfurt a. M., 19. Juli. Verband land - wirtschaftlicher Genossenschaften. Zu den Generalversammlungen 1. des Verbandes der landwirtschaftlichen Genossenschaften für den Regierungsbezirk Kassel, das Fürstentum Waldeck und den Landgerichtsbezirk Frankfurt a. M. und 2. der Zentralgenoffenschaftskasse, die hier tagten, waren aus allen Teilen deS Verbandsbezirks zahlreiche Teilnehmer erschienen. Zunächst fand die Generalversammlung des Verbandes der landwirtschaftlichen Genossenschaften statt. Aus dem umfangreichen Bericht geht hervor, daß 1907 ein erfreuliches gewesen. 97 Genossenschaften umfaßt der Verband, dessen Umsatz gegen das Vorjahr um 63 Proz. gestiegen und der 1907 52 Millionen Mark betrug. Das eigene Vermögen beträgt 1 183 000 Mark, wovon 517 000 Mk. Reserven enthalten sind. Bei den 66 Kreditgenossenschaften des Verbandes flössen die Einlagen reichlich, sie haben eine Höhe von 9'/, Millionen erreicht. Die Rückzahlungen betrugen 17,21 Proz. mehr als im Vorjahre, em günstiges Zeichen bei der herrschenden Geldknappheit. Ter Verband zählt rund 10 000 Mitglieder. Die 20 Molkereigenossenschaften des Ver- bandeS erzielten im Berichtsjahre einen Nettogewinn von 119 000 Mk. 22 Millionen Liter Milch verarbeiteten sie zu 775 000 Kilo Butter im Werte von 2’/10 Mill. Mk. Zum Schlüsse ivurde bemerkt, daß im Berichtsjahre keine der Einzelgenoffenschaften irgend ein geschäftlicher Verlust getroffen habe. Nach einer kurzen Pause ivurde in die Generalversammlung der ZentralgenossenschastLkasse, die sich auf die- selben Bezirke erstreckt wie der obige Verband, eingetreten. Nach dem Geschäftsbericht hat die Kaffe zu der Zeit, ivo der Reichsbankdiskont seinen Höhepunkt erreichte, ihren DarlehnSzmSsatz, 41/* Prozent, in laufender Rech- nung nicht erhöht. Diese Stabilität deS Zinsfußes sei vor- nehmlich für die Landwirte von höchster Bedeutung. Sie 'ünnten ihre Einnahmen nicht jo teicht steigern, wie die Industrie und müßten mit ganz bestimmten Einnahmen rechnen. Die von den Mitgliedern der Kasse übernommene Haftsumme beziffert sich auf 1585 000 Mk., der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 101/< Million Mark. • • Homburg v. d. H., 19. Juli. General derInfante r i c z. D. v. Golz, ä la suite des Ingenieur- und PionierkorpS, »st nach langem Leiden heute nacht gestorben. ** Kleine Mitteilung- ' er? dessen und den Nachbarü aalen. Auf dem Rittergut Freienhagen m Sturhefien kam e5 am 18. d. M. zu einem blutigen Rcnkontre. Eine Rotte polnischer Arbeiter drang in das Geschäftszimmer des Gu:soorstehers und mißhandelte diesen m roher Weise. In der Notwehr schoß dieser auf den Rädelsführer und machte ihn durch einen Schuß ms Bein kampstiniähig. Darauf gelang es, die anderen drei festzunehmen. Bei Zeppelin. Friedrichshafen, 19. Juki. Professoren und Studenten der Universität Tübingen trafen gestern in zwei Extrazügen hier ein, um dem Grafen Zeppelin eine Huldigung darzubrittgen. Gleich nach der Ankunft formierten sich die 700 Studenten und nahmen vor dem C-uartier des Grafen Zeppelin Aufstellung. Graf Zeppelin erschien auf dem Balkon. Ter erste Chargierte des Korps „euepia" gab in einer kurzen Ansprache dem Interesse der Studentenschaft an der Erfindung Zeppelins Ausdruck, beglückwünschte den Grafen und brachte ein dreifaches Hoch auf ihn aus. Graf Zeppelin dankte für den (Empfang und die Ehrung. Seine Absicht, den Gästen das Luftschiff im Flug vorzuführen, sei leider durch ein lleines Mißgeschick vereitelt worden. Er lade sie aber ein, sich tn zwei bereitstehenden Dampfern zur Besichtigung des Luftschiffes nach Manzell zu begeben. Graf Zeppelin fuhr in seinem Motorboot voran und machte den Erklärer. Leider ereignete sich während der Besichtigung ein Unfall, der aber gut ablief. Ein Teil des Bodens der Ballonhahle brach durch und 60 Studenten fielen iiis Wasser. Sie konnten aber alle gerettet werden und ihre Reise fort- setzetl, ohne Schaden genommen zu haben. Am Abend fand ein Festkommers im Kurhaus statt, an dem der König von Württemberg und Graf Zeppelin teilnahmen. Tie Fahrten des Luftschiffes werden wahrscheinlich Ende der nächsten Woche fortgesetzt werden. B. T. (ßcricbtsfaaL Sittlichkeitsvergehen. Ter 76 Jahre alle Lehrer F. Sch. ans Niedernhausen im Odenwald wurde nm 18. d. Mls. von der Strafkammer zu Darmstadt wegen Sittlichkeitsvergehen zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte sich au Schulkindern vergaugeu. Parts, 17. Juli. DaS Zivilgericht der Seiue hat das Scheid ungsgejuch des Ehepaares Lemoine zu Guusteu der Galliit Leinoines, des jaljcheu Diamanten'abrikanten, der augenblicklich noch immer flüchtig ist, ausgesprochen. Universitäts-Nachrichten. — Professor Heinrich On i n cke, der Direktor der uiedizinischen Kliiiik in Ktcl, tritt in den Ruhestand mid siedelt nach Frankfurt a. Di. über. — Die Regierung des Kantons W a'a d t hat die Ent- laffung der in der französischen Schweiz nicht „iehr gern gesehenen deutschen Professoren Ku hl en b eck »rnd Van Bleuten in L a u s a >i n e beschlossen. Zuvor hat sich der Akadcuiische Senat mit großer Majorität für die Eutlassuug der beiden Professoren ausgesprochen. Professor Bau Bleuten ist seiner Entlassung durch Einreichung seiner Demission znvorgckommen. Sport- London, 17. Juli. (O l i) Ni p i s ch e S p i e l e.) Ter Schliiß des W e 11 a u ch e n s hatte folgendes Ergebnis: Zürne r (Deutschland) erster, Behvens (Tentschland) zweiter, Walz (Deutschland) iind Geidzik (Bereinigte Staaten) beide gleich für dritten Platz. Moskau, 18. Juli. Aus der A u t o m o b i l f e r n s a h r t New york — Paris traf hier heute als erster P r o t o s ein. vermischtes. "München, 18. Juli. Ter deutsche und österreichische A l p e n v e r e l u hielt heute seine 39. G e n e r a l v e r s a m m l u ng ab. Koniiuerzieurat v. Pfister begrüßte die Erschienenen und gedachte des 60jährigen Regierungsjubiläums Kaiser.Franz Josephs, an ivelchcn em Huldigiingslelegrainm abgejandt wurde. Tie vom ZeutralanSschuß beautragte Abänderung der Statuten wurde genehmigt und beschlossen, ein alpines Musen m i n Ai ü n ch e n zu errichten. 'Als Ort der nächsten Generalversammlung ivurde Wien, der übernächsten Lindau gewählt. * B o m Wetter. Ter gestrige Sonntag brachte eine Reihe schwerer Gewitter, die aii vielen Orten großen Schaden anrichteten. Sehr heftig ivar der Gewilterstnim in Berlin', so daß infolge der Regengüsse Ueberflniiiugen eintraten. Im Grunc- wald wurde der Rohrleger Springer, der sich unter einen Baum geflüchtet hatte, v o m B l i tz erschlagen. — Em über Dresden und Umgebung medergegangeues Gewitter richtete einen gewaltigen Schaden an den Feldirüchten an. Tie Bäume sind reihenweise niedergelegt. Ter Festzug der Elbgausänger, an dein 4000 Personen teilnahmen, wurde von Panik ergriffen. Mehrere Teilnehmer erlitten ernste Verletzungen. Ein Zug der Cchmal- spurbahu Tresden —Radeburg wurde bei Radebeul umgeworfen. Tie Strecke ist gesperrt. — Tie Wasserkatastrophe tu Galizien hat 42 Gebäude zerstört, worunter sich 21 Wohnhäuser befanden. In den Fliiten kamen 26 Personen um, 5 werden noch vermißt. — Am E o m e r s e e und am L a g o Ai a g i o r e s ch n e t t es bis zu 1000 Meter Meereshöhe heiab. Alle Gebirgswaffer steigen. Tie Etsch droht die User zu überschwemmen. Ter Eomer- jee ist aus den Ufern getreten. Die elektrische Eisenbahn Mailand-Lugano wurde durch einen Bergsturz unterbrochen. In Ä e ii u a schwoll der Bisagno fünf Bieter über normalen Stand und richtete bedeutenden Schaden an Brücken und Fabriken an. In Ai a i l a n d herrscht andauernd kaltes R e g e n w e t l c r. — Ein starker S ü d st u r m wütet an der M i 11 e l in e e r k ü ft e. In der Stadl Toulon sind durch den Sturm zahlreiche Unfälle herbeigeführt worden. In St. Louis sind sämtliche Boote von ihren Ankern losgerissen und viele gesunken. Tie übrigen erlitten ernste Havarien. Tie Unterseebootmanöver, welche auf der Reede von Toulon stattsinden sollten, mußten verschoben werden. — Ein heftiger Orkan wütete auch im Ebrotal in Spanien und verursachte großen Schaden. Wie amtlich gemeldet wird, hat em Unwetter m mehreren kleinen spanischen Häfen 42 Opfer gefordert. — Während der letzten Tage wurden die russischen Gouvernements Ai i n s k und Ai o h i 1 e w von wütenden Stür- m e n heimgesucht. Auch aus Teile des Gouvernements Kiew griffen letztere über. Au der Fastoivobahn bildeten sich Seen, die den Bahndamm überschwemmten, so daß die Züge nicht weiter konnten. * Eisenbahn un fälle. Bei Fessen heim (Oberelsaß) iprangen die Lokomotive und ein Personenwagen der Kleinbahn aus dem Gleis, fielen um und wurden zertrümmert. D-er Heizer und der Hckornoliv führen wurden schwer verletzt. Bon den Reisenden erlitten einige Damen Verletzungen. — Auf der Station Las- v a r Herzegowina fand ein Zusammenstoß zwischen einem Per- soncnzuge und einem Gitlerzuge statt. — In Florenz entgleiste ein mit vielen Passagieren oesetztec elektrischer Straßenbahnwagen beim Pa,fieren der Earraia-Brücke und stieß mit großer Getvalt gegen em Haus. 10 Personen wurden verletzt, unter ihnen dre, schwer. * Der begeisterte Landmann im Theater. Heber die Erlebnisse eines Mecklenburgers werß die „N. Hamb. Ztg." folgendes hübsche Geschichtchen zn erzählen: Karl H.. em echter Erbpächter aus der Teterower Gegend war nach Hamburg gekommen, um Dort ein Geschäft abzuwickeln. Txintaf wieder aufsuchen wollte, sich zu amüsieren. Er besuchte, nachdem er „einen Tüchtigen gehoben" hatte, ein Vorstad.» Theater, das eine äußerlt wannende .Handlung zur Tar- stellung bringt. Unser Mecklenburger war ganz Auge und Ohr. Er berauschte sich förmlich und ftrrtc die Vorstellung, so daß seine Nachbarn mehrfach Zeichen von Unwillen von sich gaben. Ten guten Obotriten ließ das kalt. Als fein Nachbar zur Linken ihn dann aber energisch zur Ruhe ermahnte, meinte der Erbpächter gelassen: , Ick heb mm Geld bitohlt un kann mi amuseern, wie ick will." Als aber eint ganz spannende Szene kam, wollte der Biedere ob bei Schandtat, die sich da oben abspielte, laut demonstrieren, wurde aber von seinen Nachbarn daran gehindert. Er setzte sich nieder. Sein Klappsitz war aber m die Höhe geschlagen und mit einem Aufschrei setzte sich der Bauer auf den Boden. Tas war ihm zu stark. Schnell erhob er sich wieder und versetzte einem hinter ihm sitzenden Herrn eine schallende Lhrseige mit den Worten: „Tat hest sor bat Stauhl- roegtrcfTen." Ter schlagfertige Landbewohner wurde von einem Polizcibeamten aus dem Theater geleitet; da der Beleidigte aber feinen Strafantrag stellte, ging die Sache für den schlagfertigen Mecklenburger noch glimpflich ab Kleine Tagec-chroutk. Am Mittwoch harte der Lehramtskandidat Luder aus Cet- ting z-Oberbayern, vom Sankt Bartholomäus am Königsee aui eine Besteigung des Waymanns unternommen und iput:< seitdem vermißt. Gestern wurde er tot an den Felswänoe» ausgefunden. Ter Verunglückte war über 100 Meter abge. Infolge Versagens der Bremse ist in Reutlingen ein Lastantomobil einer Brauerei auf einen Chgusseestein au>- gefahren. Ter Chauffeur ist toi, der Bierkutscher schwer verletzt. Bei einem A u t o m o b i l u n g l ü ck verletzt wurden unwen Franzensbad der Bankdircktor Rcichenseld und Fräulein Mürber-: vom Deutschen Bolistheater in Wien. Zwischen Brügge und Gcui rannte das Automobil einrt Kaufmannes, in welchem sich vier Personen be'anden, gegen einen Baum und wurde in den Graben geschlendert. Alle vier Personen wurden veletzt, zwei schwer. Erzherzog Rainer, ein Onkel des Kaisers Fran; Joses, fuhr mit seiner Gemahlin in dem Orte Gmünd, wo er j«d zum Sommerauscnthalt befindet, spazieren. Tabei wurde er vor. einem Unbekannten mit gezogenem Messer angegriffen. Ein Wiener stürzte sich aus den Attentäter und cs gelang ihm, dem Manne das Messer zu entreißen, und ihn in den Straßengraben zu werfen. Tcr Attemäter, der betrunken war, ist verhaftet worden. Bei Turek ^Polens wurde ein Ueberfall auf einen Postwagen verübt. Durch die Explosion einer Bombe wurden der Postillon und zwei Soldaten getötet und ein Soldat verwundet. Der in M alrnö kürzlich verhaftete Bautischler Stern gestand ein, mit dem verhafteten tWurcr Rosberg am Abend vor dem Attentat aus das englische L o g i s s ch i f f „A l m a - t h c a" zwei Kilogramm Dynamit in den Hafen gebracht za hoben, wo sie von dem zuerst verhafteten Tischler NUson in Empfang genommen worden seien. Stern und Rosberg sind darauf in die Stadt zurückgekehrt, während aus dem Schiss bu Explosion entstand. Stern gestand ferner ein, gemeinsam mit Nilson vor einiger Zeit einen Dynamitdiebstahl bei Malmö verübt zu haben. Nilson und 'Rosberg bestreiten die Schuld. In der italienischen Stadt Gerace (Calabrien) ist man einer svstematischen Engelmacherei von erschreckendem Um- sang auf die Spur gekommen. In dem Hospiz, das von 'g'<4. energis/7. eit: ^NZr g^J- sÄ»dm°"7'd 'LW >S«A L'K! Ste« über 100 m Nje„ W- MügLjY SfiWftSt ^alen getötet unbe e Bautischler Stern sberg am Abend vor Logisichiss „ain- u. 7n öaien gebrach - Meten Tischler Nils-! Stern unö Rosberg >•• ährend aus bein Schiss: leruer ein, gemeinsam r ntdiebstahl bei Malmö:■ bestreiten die Schuld, raee (Calabrien) ist t; e i von erschreckendem lb hem Hospiz, das von c chwestem getestet ioirb, f nbetnl43au§9)lan: -paziergMg?) leicht MÄVvg nod ,u > solche bann dÄ äschcn unentwegt in je .ein zn stecken, dann übe veiterhin himmlische appetitlicher. Tie roät i Stadtverordneli . e besser aushalten, seitens der guten GM schenlichkeiten der ein- n .isalion, nicht von!e e r e r h ö h u n g, ,dei - düsterer Prophezeiung,: l hier die Rede sein, iont: oben gegen die tu enden, über Gießen ho. os soll die Rede fein c i'tabt, zu deren Besem^ >n Sladtsöckel nicht eitcr.- Lille und ein geringer - teln in nur geringem Lj Provinzialhaupt-, ug Msicht das Cbiunt suM uung gruiidlegender @tl* -»d be-3 WM-» nbetiertretung feut/ ^j ten Pia/ geub mub- ’ nackt w it breit, die.gerMu . Es steht wilienichast lÄ. WW t entfernt sS5r*«3 idS *S «i*,! sen "'Hasser 0e ?i hl an f tniK; Morgens den \tuW tenbt! l> rerer ^fhon W -deruug^ M b,e tW : iJ' Energie- J - ?*&“>1,6 d ’ Sw*? uns Lesch-ver^u 1 Kheinisches TnrUwIL-..-» £7; « n^r-. Maschinenbau,Elektrotechnik l ecnniKum mögen Automobilbau, Brückenbau. R ChaulTeurkuree. in einen dichten, beizenden Ranch gehüllt rodet — Kartoffelfeuer chen, ad) roie idyllisch! Wo seid ihr hin ihr lieblichen Zeiten,, da außer dem angesessenen Oekonomen noch jeder wackere Bürger neben seinem £>aiibtverfe ein kleiner Ackerbauer war! Versunken und vergessen wäret ihr mit euren Hämilsheerden, eueren offenen Miststätten mit euerem schorumgrenzten Horizonte, mit eurer Zufriedenheit und euren, ach so billigen, Nahrungsmitteln, wenn nicht allherbstlich ungezählte Kartoffelfeuer die Erinnerung an euch bis in die Schlafzimmer hinein uns in Augen und Nasen zurückbeizte! L>at den Stadtverordneten Q. der Rauch zu sehr in die Augen gebissen, ist er schwindlig geworden oder hat sich der sonst so Solide heimlich gar einen kleinen Schwips zugelegt? Tatsackie ist, daß er plötzlich zappelnd und fluchend in dem „Weiher" an der Mauer der Kempfsschen Besitzung liegt. Mehr schlammig als naß wird er herausgezogen und verficht nun aus eigene Faust, uns weitere Mühe ersparend, die Beseitigung dieses, wie er sich im Lokaltone ausdrückt, S. . loches. Afteichistoriker werden dagegen sein, sie werden auch dieses hehre Wahrzeichen versunkener Pracht zu erhalten suchen, um Kind und Kindeslindern zu zeigen, wie in früheren Zeiten alles so viel schöner und praktischer war. Handelt es sich doch hier um eine „Weed", ein ehrwürdiges Ueberbleibsel aus alter, ökonomischer Zeit, da Gießen in kümmerlichen Wasserverhältnissen darauf angewiesen war, für Menschen, Vieh und Feuergefahr solche ursprüngliche Anlagen zu Hilfe zu nehmen: ein Ueberbleibsel, dessen sich kleine und arme Ortschaften durch Einführung einer gesunden Wasserleitung endlich zu entledigen allseits bestrebt sind. Ein Schlammloch ohne Zu- und Abfluß in hygienischer Hinsicht. Unstreitig das Unzeitgemäßeste, was das Weichbild Gießens noch konserviert. Ein wahres Schneckeneldorado, denn es ist alles da, was dieses beliebte Viehchen zu einer gedeihlichen Entwickelung und reichlicher Fortpflanzung braucht. Schlamm, faules Wasser, Stagnalwn. Nun, ich bin getrost, diesmal werden alle Eintwendungen der Lokalatck)äologen nicht durchschlagen, innerhalb längstens 14 Tagen (?) ist das Loch zugeschüttet. Wenn freilich der Herr Stadtverordnete Q. nicht hineingefallen wäre, was ich als Gemütsmensch sehr bedauere, dann stänke dies ehrwürdige Tenk- mal ururgroßv'äterlkcher Einsicht noch nach 50 Jahren zum .Himmel. Hat keiner der Herren Lust, noch weiter zu spazieren? Allgemeines Schweigen, dann energische Verneinung. Die Stimmung cheint gedrückt, man will nach Hause, man hat für heute genug. *.»**.<** ln jeder beliebigen Schriftart and Kanon- l?iHTTflri ff tl forte, sowie mit Zirkeln aller studentischer» v Vereinigungen, liefert zu mäßigen preisen örühl'sche Universitäts-Druckerei, Schulstraße 7 j mg benutzt wird. Darum, liebe Mutter und gestrenger Herr Vater, ereifert end) nicht zu sehr über die Zmt, die beim Baden „vertrödelt" rnrd, sie ist als Ausgleich der dumpfen Schulstubenlust nicht icrgciibet, mag lieber der Seltersweg, diese immer üppiger i mchernde Poussierschule für die unreifere Jugend, etwas ver- oben! Lassen wir, wegen der Unzuträglichkeiten der jetzigen . iabegcgcnb, die zu verbessern außer unserer Macht hegt, schließlich die Pserdeschwemme wo sie ist und verlegen lieber die Bade- »imstalten dahin, wohin sie gehören, oberhalb der Möserschen Mühle an die Woog. Die Stadtverwaltung kann und darf sich ihrer (-rnften Pflicht, der Einwohnerschaft ein gesundheitlich einwandfreies Flußbad zu bieten, nicht länger entziehen, und muß hier einen Weg finden, sei es, daß sie private Unternehmung Törbert ober, daß sie wie anberswo ftäbtische Bäder am richtigen Orte errichtet. Die unhygienischen Einrichtungen der Aborte in den sFlußbädern müssen verschwinden, sie sind für viele auch ein f hwcrwicgendcr Grund, den Badeanstalten fernzubleiben. Nach diesem wenig erquicklichen Gang ans Wasser wollen wir nach der Marburger Straße ziehen, müssen aber vorher zu unserem Kedauern mitansehen, wie der Stadtverordnete Y. ein unfrei» billiges Bad nimmt. Der Arme hatte sich rn löblichem Eifer aruf dem liederlich angelegten Wäschesteg zu weit hmausgewagt, imeil er das „Tönnchen" im Volksschulbad näher ins Auge fallen wollte. Ei gelangte mit unserer Unterstützung glücklich an Land. Am Oswaldsgarten wird die Versammlung wieder ausge- fDaltcn. Ter Stadtverordnete Z. prallt mit allen Zeichen hochgradiger Bestürzung aus einem gewissen Häuschen heraus. Der Anblick einer ländlichen Schönen, noch so wenig von unserer städtischen „Kultur" beleckt, daß sie durchaus nicht einsehen will, warum solche Tempelchen lediglich für die Herren der Schöpfung nützlich, angenehm und erlaubt sein sollen, hatte ihn in leicht begreiflichen Schrecken versetzt. In der Steinstraße verabschiedete jjch der Stadtverordnete Tz. Er hatte sich die Fußbekleidung ;;i sehr beschmutzt, um weiter mitgehen zu können. Wir bedauerten Ms Ausscheiden des wackeren Mannes, hatten wir doch alle ähnliche Erfahrungen hinter uns, als Bewohner einer Stadt, wo jeder zweite Mensch zwar einen Hund haben muß, wo es aber bis jetzt nur Pferdedenkmalvertilger gibt und kein Mensch sich um die weit intensiveren Uebelstände, die die Fleichssresser zu hinterlassen stslegen, kümmert. Endlich kommen wir an die obere Marburger Straße, dort- Sirt, wo man den Trieb und das schöne Wiesental weithin überblickt, bi I). überblicken könnte, wenn es nicht im Herbste und das gcanze weite Tal nicht nur, sondern auch die ganze untere Stadt Wir gehen also zunächst mal durch die Neustadt nach der ßlahn. Warum hinkt denn der Herr Beigeordnete X. plötzlich? ilch, er hat sich nur den Knöchel gebrochen, das macht hierzulande kein großes Aufsehen, denn wenn wir Gießener auch fait Jahren gewohnt sind, auf dem mit Pflastersteinen, Back- sUnnen oder auch gar nicht ausgeflickten Zementtrottoir einen wahren Schwertertanz auszuführen, so ist, trotz dieser Uebung mancher Eingeborene immer noch unglaublich ungeschickt und er» b-ibet Schaden, warum hat er auch nicht fleißiger geübt? Zeit nud Gelegenheit war ja reichlich da! Nachdem wir durch eine icoii der Kehrkompagnie aufgejagte, geradezu mandschurische Staub- molke uns ourchgehustet und fo die oben erwähnten Mitzstände am eigenen Leibe verspürt, auch weiterhin unter der Beobachtung peinlichster Vorsicht (Ausstellung von Seitenposten) durch das lMge Loch im Bahndamm uns durchgezwängt und, von der bösartig rangierenden Bieberliese heftig bedroht, die Lahnstraße end- । ch gewonnen haben, kommen wir zum Monument der größten iilygienischen Sünde Gießens — zum Lahnbad. Mit der Lahn ,at unsere Stadt Pech, seit der tiefsinnigen Erfindung des großen kiebig, der mit dem Gewicht seiner Autorität und „wissenschalt - cher" (wer lacht da?) Begründung durchzudrücken wußte, daß rer Bahnhof an seine jetzige, unglückselige Stelle kam. Gießen sing durch diesen Unsinn — selbst Professoren madjen in schwachen Stunden Unsinn — des Vorteils endgültig verlustig, der andere ckahnstädte so anmutig macht, des Vorteils einer bezaubernden jtagc am Wasser. Dafür wird der große Mann von der baut» dtaren Stadt jeden Winter sorgfältig eingewickelt und hätte fick, f eil das diesmal in sträflicher Sorglosigkeit unterblieb, beinahe ue Nase erfroren. Im nädiften Winter wird er ja wieder nngchüllt. Betrachten wir nun, nach dieser von lokalpatriotischepi Forn biflierten, freilich unfruchtbaren Ausschweifung die Lahn- j:di)cv. Ta kommt zunächst flußaufwärts die Pferdeschwemme. 7vas Pferd (equus caballus) hat 4 Beine, weshalb es lange end andauernd laufen kann, der Mensch (homo sapiens [?]i hat j-ren nur zwei,, weshalb er froh ist, wenn er an Ort und Stelle angelangt ist. Sollte es denn mit Rücksicht aus diesen unbe- jrcitbarcn anatomischen Unterschied ganz unmöglid) fein, anders- DO, wenn auch erheblich weiter weg eine Pferdeschwemme euj» r-jrid)ten7 Muß dieselbe direkt vor dem Mensckienbade liegen? . Ille dahingehenden Anregungen und Wünsche sind seit 20 Jahren mb langer auf unfruchtbaren Boden gefallen und höchstens nut der unsiichhaltigen Begründung, daß die Pferde nur abends baden dürfen, abgetan worden. Man könnte doch wenigstens eine -Laiel enbringen, woraus diese edlen und bekanntlich sehr verständigen Liiere die polizeiliche Warnung sich einzuprägen in der Lage . ar en, daß alle Verunreinigungen dieser Pferdeschwemme bei iufortiger Strafe des Schwanzabschneidens hinfüro verboten seien. 2ann wäre doch wieder einmal etwas in die Augen springendes jn- die Gesuiidheit der Einwohner geschehen. Die Lahn verbreitet bei niederem Wasserstande in der Gegend der Badeansalten mephitische Düfte, und dieser Mißstand — nicht nur ue liebe Bequemlichkeit — hat bewirkt, daß viele Erwachzene □ib Minbcr sich immer mehr bem durch nichts 5U ersetzenden ,ilußbabe abroenben unb aud) im Sommer bas Volksbab auf- uchen Es wird mir hoffentlich niemand zutrauen, daß ich den roßen Segen unseres Lolksbades verkennen ober schmälern will, rdicr es ist bie Pflicht der Eltern, Erzieher unb Aerzte darauf , t dringen, daß während der warmen Jahreszeit von Gesunden । in F 1 u s s c gebadet und diese hier gebotene Gelegenheit, Sonne i mb Luft, die unerreichten, natürlichen Nervenstärker so lange i mb ausgiebig als möglich an die Haut zu bringen von alt und Schade! Ich hätte den Herren gerne noch gezeigt, toie man eben dabei ist, den Platz an der Reatzschen Gartenecke durch mangelhafte Abrundung der Johannesstraßenecke und durch zu knappes Abschneiden der R.-schen Gartenspitze zu verbocken. Auch die Wiese und das Strandhaferfeld längs des hygienischen Instituts hätte ich noch gerne gezeigt, um zu konstatieren, daß durch bic Versäumnis einer regelmäßigen Ernte und Versteigerung inejer nützlichen Futtergewächse, deren üppiges Wachstum auf eine Bonität erster Masse des hygienischen Gossenurschlammes schließen lassen, dem Stadtsäckel ein erheblicher Ausfall erwachst. Nachtrag. Leider hat der hygienische Spaziergang trotz seiner Mrze für die Verwaltung der Stadt ungeahnte und unerfreuliche Folgen gehabt. Die Nasen her Teilnehmer sind von mir bezüglich ihrer Widerstandsfähigkeit erheblich überschätzt worden. Es mußten nach einander drei Stadtverordnetensitzungen ausfallen, weil sämtliche Herren als Opfer des Berufes an den Folgen dieser Inspektionsreise erkrankt sind! Die behandelnden Aerzte sind, wie gewöhnlick), ganz verschiedener Ansickst über Natur und Ursache dieser Aiassenerkrankung. Während einige die ungewohnte Gemütsbewegung als Krankheitsursache annehmen, sind andere der Ueberzeugung, lediglich die erduldeten hygienischen Umca bildeten das schädigende Moment. Wahrscheinlid) liegt, wie so oft, die Wahrheit in der Mitte. Für die allernächste Zeit werde ich schwerlich die Herren zu einer zweiten Rundtour zusammenbringen unb muß mich für jetzt darauf beschränken, all er f eit§ gute Besserung zu wünschen. Märkte. kc. Franksurt a. M., 2u. Juli. (Telegr. Orig.-Bencht bc3 „Gieß. Anz.".) Amtliche Nouerungcn der heuligen V i e 6 m a r 11- preise. Zum Verlaufe stauben: 518 Ochsen, 134 aus Oesterreich 65 Bullen, 10 aus Oesterreich, 819 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 271 Kälber, ‘269 Schafe und Hümmel, 1522 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schastämmer. Bezahlt wurden für 30u Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 76—79 Mk., 0 Qualität 70—74 Alk., 3. Qualität 58—62 Mk.: Bullen: L Qual. 65—67, 2. Qual. 60—62; Kühe 1. Qualität 70—73 Mk., 2. Qual. 61—63 Alk., 3. Qual. 44—46 Mk>, 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlacht- gewicht: Kälber I. Qualität 93 dis 95 Pfg., Lebendgewicht 55—56 Pfg., 2. Qualität 84-93 Pfg., Lebendgewicht 49-53 Pfg., Schlachtgew. 70—75Pfg.: Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 82 bis 00 Pfg., 2. Qual. 74—76 Pfg. Schweine: 1. Qual. 67—68 Pf., Lebendgewicht 52,5—53 Pf., 2. Qual. 65 -66 Pf., Lebendgewicht 52-00 Pfg., 3. Qual. 58—60 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend; bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand ic. Frankfurt a. M., 20. Juli. (Orig.-Telegr. be§ „Gieß. Anz") Anitliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpre is e. Weizen Alk. 20.75—21.00, Kurhessischer Mk. 20.75—21.00, La Plata Pik. «3.80—24.25, Kansas Mk. 23.00—23.50, Roggen (hiesiger) Mk. 18.75—19.00 Gerste (Wetterauer) Mk. 20.75—21.75, Franken- fclber Alk. 21.00—22.50, Hafer 16.75—17.50, Mais Mk. 15.90—16.00. Weizenmehl Alk. 30.00—30.50, 00—00, 2. Qualität Mk. 29.00 bis Pik. 29.50, 3. Qualität Alk. 27.00—28.00, Roggenmehl o Pik. 29.75—30.00,1.Qualität Mk. 28.75—29.00, Weizenkleie Mk. 11.50 bis Aik. 11.75, Roggenkleie Mk. 12.25—12.50, Maiskeime Mk. 10.90 bis Mk. 13.10, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. , Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Dienstag den 21. Juli: Nachlassen des Regens und später Aufheiterung. Kühler. leit der Tagesordnung, nicht angenommen. Der Ausflug wird, ur Beruhigung der Herren sei dies vorausgeschickt, zu Fuß mternommen, bei dem altersschwachen Mder-, Feder- und übrigen jZerbältnissen der Omnibusse will ich die teuren Leben der Herren nie and) das meiner Wenigkeit nicht aufs Spiel setzen. Fürchten Sie nicht, m. H., daß idj hier die verlockend gümtige Gelegen- cit ergreifen werde, bic balbigc Einführung einer elektrischen Bahn Zhnen aufs neue ans Herz zu legen, ich hege wirklich das Ver- ■raucn, daß die unverzögerte Inangriffnahme dieses „Gießener ckebeiisnerves" nicht mehr binausgeschoben werden wird. Tie hygienische Seite des Omnibusverkehrs legt ja Vergleiche nahe und reizt zur Polemik. vpielplan der vereinigren srantfurter Stadttheater. Schauspielhaus. Dienstag den 21. Juli, abends 8 Uhr: Festvorstellung. Zum dritten Male: .Turnvater Jahn/ Mittwoch den 22. Juli: .Alt» Heidelberg/ Donnerstag den 23. Juli: Abonnements-Vorstellung siir den am 21. Dezbr. 1907 ausgefallenen TienStag: .Hamlet." Freitag den 24. Juli, abends 8 Uhr: Festvorstellung. Zum vierten Male: .Turnvater Jahn." Samstag deii 25. Juli, abends 8 Uhr (letzte Vorstellung vor den Schauspielferien): Festvorstellung. Zum fünften Male: Turnvater Jahn." — Dienstag den 25. August: Erste Vorstellung nach den Schauspielserien. •) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Handel und verkehr, vslkrwirtschaft. Berlin, 17. Juli. Ter Wert des d e u t f ch e n Außenhandels betrug im ersten Halbjahr 1908 in der Einfuhr 4303 Millionen Mark, gegen 4424 Millionen im gleichen Adfchnitt des Vorjahres- in der 'Ausfuhr 3308 Millionen Mark gegen 3345 Millionen nn gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dre Einfuhr ließ um 121 Millionen, die Ausfuhr um 41 Millionen nach. Ter in obigen Wahlen enthaltene Ebelnietallverkehr erreichte in der Em- fuhr 143 gegen 79 Millionen 'Mark im gleichen Zeitraum bc5 Vorjahres, in der Ausfuhr 33 Millionen Mark gegen 39 Millionen Mark im gleichen Abschnitt des Vorjahres. und Schule» — Der Sprachunterricht in unseren Schulen. Unter bem Titel „Grammatik und WissensckM" (Grammatik und Wissenschaft. Eine psychiatrische Studie von Oberlehrer Max Kleinschmibt. Preis 1,50 Mark. Hannover, Dr. Max Jänecke, Verlagsbuckchandlung), veröffentlicht der Rostocker Oberlehrer Max Kleinschmidt eine Broschüre, in der er unter Anführung zahlreicher Beispiele, zum größten Teil aus unseren verbreitetsten Grammatiken, außerordentlich schwere Vorwürfe gegen die gebräuchliche Methode des Sprachunterrichtes erhebt. Er schließt mit den Worten: „Meine Arbeit unterscheidet sich dadurch von sehr vielen ähnlichen, daß sie einen Beweis für ihre Behauptungen erbringt, wie er strenger selbst in der Geometrie nicht denkbar ist, so baß jede Möglichkeit eines Einwandes ausgeschlossen ift . . . Eins halte idj für ausgeschlossen — daß die Behörden bie Fortsetzung bieses Unterrichts geflattert werden. Der bloße Zweifel, daß bic maßgebenden Stellen auch nur einen- Augenblick zwischen sachlichen und persönlichen Erwägungen schwanken könnten, würde eine schwere Beleidigung für sie bedeuten. Und daher, obwohl das Prophezeien von allen Arten geistiger Betätigung diejenige ist, der ich am wertigsten Sympathie entgegenbringe, möchte ich jetzt doch eine Prophezeiung wagen: binnen Jahresfrist wird an deutschen Schulen fein Unterricht im pathologischen Denken mehr erteilt werden." Wir behalten uns vor, nach eingehendem Studium der Broschüre nochmals aussührlick) daraus zurückzukommen.________________________________ — Kleine Knnst chronik. Einem Darmstädter Blatte zufolge hatte die Jury der Hessischen Landesausstellung für freie und angewandte Kunst den Darmstädter Bildhauer Theodor A l d e n f e 11 nut keinem einzigen Werke zugelassen. Ter Künstler appellierte kurz entschlossen an die Allgemeinheit und stellte feine Arbeiten im Kunslverein aus. Dieser Tage empfing nun der Großherzoa, nachdem er. Albenfells Werke mit großem Interesse besichtigt hatte, den Künstler in Audienz und sprach ihm jein Lob aus. Natürlich vermied es der Großherzog als Protektor der Ausstellung, das Urteil der Jury zu berühren. — Tie Entlassung des Generalintendanten v. Bignau in Weimar wird offiziös verkündet. Ein früherer Offizier, Herr v. Schirach, ist als Nachfolger bestimmt. — Die böhmische Stadt Eger feierte am Samstag und Sonntag das Andenken W a l l e n st e i n s durch Festspiele und einen Festzug. Am Sonntag vormittag erfolgte der „Einzug Wallensteins in Eger" in Gegenwart von 15 000 Zuschauern. Sodann folgten Szenen aus dem dreißigjährigen Kriege. Ten Höhepunkt bildete ein Festspiel „Die Gründung Egers" in der alten Kaiscrburg, verfaßt von dem Nürnberger Schiiststeller Ditlmar. Original-Drahtmeldungen. Köln, 20. Juli. Wie der „Köln. Ztg." aus Tanger gemeldet, wird, ist in Tukala dank der französischen Einmischung Revolution ausgebrochen. Berlin, 20. Juli. Das Befinden des erkrankten Chefs des Zivilkabinetts, von L u c a n u s, ift dem Kleinen Journal zufolge derartig, daß man sich auf das Schlimmste gefaßt machen müsse. , Stuttgart, 20. Juli. Prinz August Wilhelm von Preußen 'besichtigte in Friedrichshafen Zeppelins Luftschiff. t Kopenhagen, 20. Juli. Der französische Gesandte gab gestern anläßlich des bevorstehenden Besuches F a l l i ö r e s ein Bankett zu Ehren der dänisckien und französischen^ Journalisten. , ", Rom, 20. Juli. Die Wähler von Trapani bat)en. Nasi mit 2005 Stimmen gegen mehrere hundert Stimmen, die auf einen Sozialisten entfielen, wiedergewählt. Zu Ehren Nasis- fanden große Kundgebungen statt. Am Mittwoch wird der Ex- minister in Trapani eintreffen. Rom, 20. Juli. Die offiziellen Manöver, deren Thema eine Landung an der Küste des abriatifdjen Meeres roar,i sind gestern beendet worden. General Polio hielt in Perusi eine: eingehende Kritik ab, in der er sich über die Unzulänglichkeit der Küftenverteidigung anssprachi. Der General fügte hinzu, er werde dem Kriegsminister hierüber berichten und Vorschläge zur .Errichtung neuer Festungswerke einreichen. Mailand, 20. Juli. Der Bischof von Cremona/ Vobomelle, wurde von einem Journalisten über die Teilnahme der Katholiken an den bevorstehenden Kammerwahlen befragt Der, Bischof erklärte, daß es nicht weise sei, Mgeordnete einer besonderen katholischen Partei in die Kammer zu entsenden. Die katholische Kirche habe als solche mit der Politik nichts zu tun. . Paris, 20. Juli. Echo de Paris erfährt aus Tanger:! Gestern fand in Dar el ^Jladjifen eine Konferenz statt, der auch zwei Deutsche beiwohnten, bie vor fur^r Zeit aus Fez ein» getroffen waren. Auf ihr Anraten soll Muley Hasid sich entschlossen haben, heute nach Rabat aufzubrechen. Seit mehr als 40 Jahren ist in bunberttaufenben von Fällen die vorzügliche Berbaulichkeil unb Nahrwirkung des Nestle schon Kindermehls, das bie Kmber so gern nehmen, grünblich erprobt worben. Immer gleichmäßig unb gebrauchsfertig, stets bekömmlich, nie säuernb ober sich zersetzend bringt das Nestle-Alehl den Säugling durch bie schwierige Periobe des Sommers glücklich hindurch. (85-°/«) Vergebung doh Pflaster-11. khaHerarbtitea. Die Pflaster- und Chaussierarbeiten für den Ausbau der uüeren nördlichen Wilsonstraße zwischen der Liebig- unb Wilhelm- ürafee sollen Donnerstag, den 23. ds. Mts., vormittags 11 Uhr öffentlich vergeben werben. Die Arbeilsbeschreibungen unb Bebingungen liegen wahrend äter Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote aut Bor- »ruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten üeitpuntt verschlossen und mit entsprechender Ausschrift versehen, an uns einzureichen. — Zuschlagsfrijt 3 Wochen. Gießen, den 16. Juli 1908. (B*8h Städtisches Tiefbauamt. Braub ach. Prima Kognak t Spezialinarke, garantiert franz. 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Zusammenkunit der Steigliebhaber V, Stunde vor der Versteigerung auf meinem Bureau. Gießen, den 20. Juli 1908. ["" Seipel« Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Dienstag, den 21. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich 'Reustadt 55 dahier gegen Barzahlung: _ 3 Pferde, 1 Break, 1 Schnee- schlitten, 1 Rollwagen, 1 Jahrrad, 1 Partie Filz- u. Zylinderhüte, 40 Dutzend Kraoatten, 2 Ladentheken mit Regalen u. Glasschrank, 1 Gaslüster, 1 Hutformer, 30 Lorbeerbäume, 8 Handkoffer, 2 Reisekoffer, ein Pianino, zirka 160 Pieter Drell und Aiöbel aller Art. Born, Gerichtsvollzieher. Neue Kartoffeln per Ztr. » Mark empfiihlt I. Weiset, sennenßr. 6 4155) Telephon 235. Versteigerung. Freitag, den 24. Juli 1908, vormittags 10 Uhr, soll bie Kartoffelernte lFruhkartoffeln- v. einem Acker im „'Alten Feld- versteigert werben. Steigerer wollen sich am Bahnübergang Schisfenberger Weg emnnben. Gernm ecker, Psandmeister. WkinstubeSchott täglich frische [3268 Erdbeer - Bowle. 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Traubcnwein und Most in Fässern . „ „ „ Flaschen oder Krügen nicht über 1 Liter haltend Obstwein und Most in Fässern Obstwein in Flaschen ober Krügen nicht über 1 Liter haltend . Branntwein innerhalb der Gemarkung hergestellt ®(6 Grundlage für die Erhebung der Abgabe dient die sreueramilich fcfl« QtftBlt «tlkoholmenge. Xie BrennereuBesiner sind vervstichiet, die von Grovh. Bürgermeisterei vorgeschrtebenen Bücher zu fuhren und deren Einsicht und Prüfung dem 0knot-Jn1r>eklor feder,eir ,u gestatten. Befreit von der Abgabe »st derjenige Branntwein, der unter steurramtiicher Aufsicht unbrauchbar gemacht worden ist. Tie Denaturierung ist vom Brennerei-Besitzer schriftlich nachzuweifen. Branntwein in die Gemarkung cingesührt a. versüßter Branntwein, Likör........ b. Spiritus, Arrak, Rum und sonstige weingcisthaltige Getränke werden nach dem von dem Einbringer schriftlich nachzuweisenden Alkoholgehalt versteuert und zwar Bier, eingesührt in Fässern oder Flaschen Bier in der Gemarkung hergeflellt von Da die Herstellung von untergährlgem Bier au» anderem Material all Hopfen und Malz durch da« -»eichSgefetz com 3. Juni nOG verboten ist, fallen bie im früheren Oktroi-Tarif vorgesehenen wetteren AnfLtze fort. § 4. Großhändler, denen ein Vrivatlager bewilligt worben ist, baba am Schluß icde» 3abxeo dem CHroiJnfpdtor ein Verzeichnis i > für ihren Bedarf dem Lager cnlnomineneii lycgenstände em-uretqo und durch Namensunterschrift anzuerfennen. 5 5. 1 Ter Oktroi-Inspektor ist berechtigt, jederzeit durch ®inWt£ die t leidjaiivbürjer die Nichtigkeit der etngclte'crtcn Buchaus^ und Verzelchmsfe zu prüfen. Die Zahlung der Abgabe bat erfolgter Prüfung auf Anforderung innerhalb der voraeschrleveaa Zett an die bestimmte -vcbefteile zu erfolgen. 9tL -L Unterlassene Anmeldungen bei der (ktniuhr, unterlassene »» lieferung der TurchganaSfcheine, oder verspätet pclciftetc Zahluvse» tverden mit Ordnungsurawn von t—20 IHart, Hinterziehungen or» Abgaben dagegen mit einer Geldstrafe in Hübe des lutadicn ve träges der hinterzogenen Abgabe bestraft, nnd »war auch oe» wenn nach den allgemeinen gesetzlichen Vorschriften eine Strawrr solgung emtritt. Bestrafungen wegen Hinterziehungen haben den unmittelbar^ Verlust aller dem Bestraften auf Grund dieser Vorschrifl gewahr«» Bcgünsttgungcn zur Folge. Tie schuldige Abgabe ist nachzu-ahlen. § 7. Diese Abänderungen treten am 1. August 1906 m Kraft. Die bis dahin bezahlten Verwaltung-kosten werden nicht »urü§ vergütet. Gießen, den 20. Juli 1908. Lrotzherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung, den Oktroi-Taris der Stadt Giessen betreffend. & Steten am L m JhS? tot bring«, baber Ten Ct.mi.arit w.e er »am L Hugun ifes an feeltun, erbau, öffentlichen Kenntnis. Oktroi-Taris der Stadt Gießen. August XiWiuger n i- w nn Spezial-Greschäft Seltersweg gediegener Lederwazen B. Früchte und deren Erzeugniffe. Backwaren Mehl Mehl in Mengen unter 9 kg *..... • Malz Maismehl, Maisschrot, geschälter Hafer, GrieS, Grütze Hirse, geschälte Gerste, geschälte Erbsen und andere Mühlcnfabnkate . ............ Thermosflaschen" Damengnrtel Modell 1908 . . . hilt tagelan , Getränke kalt Prachtvolle Muster u. heiss, ohne Feuer ohne Eis Sporl-Mel:: a* p a lut dus Beite. Ein Versuch kt X 511 Ä ■ fl1! wird Sie davon überzeugen. Ju l aa 3 Jl it4 6 Vji d U1 In bekannten Originalflaschen, die nachgefüllt werden. |2844 Central-Drogerie, Schulstrasse. Bekanntmachung, die Erhebung des Oktrois von lüctränken in der Stadt Eichen betreffend. Auf Beschluss der Stadtvcrordneten-Verfammlung vom 18. Juni 1908 wird nut Genehmigung Grossherzogl. Ministeriums deS Innern uom 6. 3nli IDOS zu Ar. M. d. 11648 die Bekanntmachung vom 21. Vluouit 1868 betreffend die Erhebung der Lktroiabgabe von Branntwein bei den Branntweingrosshändlcrn aufgehoben und durch folgende Borschristen ersetzt: 51. Den Grosshändlern mit Spiritus, Branntwein, Rum, Arrak und dcrgl. werden bei ordnungsmässiger kaufmännischer Buchführung Vrivatlager innerhalb der Stadt von der Bürgermeisterei widerruflich bewilligt. § 2. Der für bie Grosshändler nur Privatlager eingehende ®pititu£, Branntwein ufw ist vom Einbrinaer bei der Emmbr in die Dtadl an der Oktroi - Hcbcstelle anzumelden und wird auf Durchgangs- schein abgesertigt. 8 3. Alle in der Gemarkung stattssndenden Berkäufe gegen Barzahlung oder auf Kredit sind in ein nach Vorschrift der Bürgermeisterei cinzurichlendco Versandbuch auszunehmcn. Rach Schlun eines leben lvlouals ist aus Grund des Persandbucheü ein Verzeichnis über die innerhalb der. Gemarkung vorgenommcnen Verlaufe aufzuncllen und mit den durch BinnenSunterschrist anerkannten Turchgangü- scheinen spätestens innerhalb 5 Tagen dem Oktroi - Inspektor cm- zureichen. . t Die Richtigkeit und Vollständigkeit der Auszüge, sowie deren Uebercinstimmung mit den Buchern ist von dem Geschäftsinhaber oder einer zuui Zeichnen für die Firma berechtigten Person durch RamenSumerfchnft anzuerkcnnen. Anfertigung Echte englische .. . . aller letawen G*r5dfr Herbst Hmuwe. riesbadenR Abgabe Bemerkungen Rückvergütung für je | JC der nner | »agl-chen | -irndesi» für 1 u< 1 Stück 6,86 Zu 1-8. _ _ 4.58 Birb Lehlachtvieh — - । -* 2,75 au* een Sa-en etr» - — — 2>5 ■vielen, so erfolgt bit Äuitixrgitnng — —** — 2,15 ter bejab.un Br. — ** ■■ 0,5b träge. — — —» 1,72 — — — 0,12 — — — 1,72 — • — — 0,58 — — — 1,29 — — — 0,43 — — — 0,06 Zu 14. — — — 1 kg 0,05 Wird ungereinigte» uleraub eingesührt, 20 kg 1kg 0,03 0,03 - —— — * io fummt */,bee *Me. » 0,05 Wichte« sürkchmutz in Abzug. 20 kg 1 kg 0,08 17, kg 1 hl=56kg 0,01 Zu 17-19. 50 kg 200 kg 0,70 0,28 Dir Erhebung bet 1 1 hl - 56 kg 56 kg 0,28 1 Posten 1 bl 1hl =56 kg 0,06 0,18 0,28 »bqabe ist feit 16. 3unt 1R98 au«, gektt 1 — 1 hl- 0L8 lhl=78kg 0,28 1 hl = 78 kg 0,29 100 kg 0,16 Zu 24, 25, 26 50 kg 100 kg 0,16 u. 27. Alkoholfreier Irau» 1 hl 3,00 den. u. tbfiroein I wird zu denselben 40 1 hl 3,00 1 Flasche ob. 1 Krug 1 hl |o,O6 k Ctuoilägen wie | der alkoholhaltige 11,00 ' turtibgabeberan» gelogen. 40 1 hl 0,70 1 Flasche 0,02 — — 1 hl a 6,00 Zu 28 u. 29. Besreit von der Ab» gäbe ist ander dem oenaturletien auch solcher 4)lannnoein, oer gemäö den für die istelchdbiannl- weinsteuer bestehen. 1 hl 3,00 Den Brsreiungobe. iiimaiungen ohne Denaturierung an 20 Liter 1 hl — unter 8w-,0—w» Berwendungdbl con»8-