Nr. 143 Erstes Blatt 158. Jahrgang Samstag ZO. Juni 1^08 Der ©leßcntt »nzeiaer _ „ __ __ XÄZ d ÄÄi^i viermal wöchentlich M i&A vN W ak A jährlich Mk. 2L0; durch GtehenerKamtlienblälter; W Hs wSOKr ®8V ' Hl JW 5B® Abhole- u. Zweigstellen zweimal wöchentl.Ureis« Lv < -^4J Mi K|ä M W W Sa * W'WZ j» M Jr M 0 M DZ M ▼ monatlich 65 Pf.; durch blattfürdenUreirSi-.hen M M W 'M M W ßg W M W W M W M W dtePost ML.L-viertel- tDtenStag und Freitag); M M W W M WL W W M W JF M W 0 M W M ffZ W fährl. auSsthl. Bestellg. =™KJivi)viivi- uinviuvk^ für dr« Redaktion 112, twF _ atetan!1Ht0*t t h- S~ General-Anzeiger für Oberhessen WZZ flnnahmt von Anzeigen W " i ” I u. Land- und „GerichtS* irii ©omTttttgFiouo? Rotationsdruck und Verlag dervrüh?fchen Univ.-Vuch- und Steindruckerei. R. Lange. Redattion. Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Aiueigente?!^ H^Äck! Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten. den Uhr un- j)oNtische Tagesschare. Zur Lage. Die ,Norddeutsche Allgemeine Zeitung' beschäftigte sich in einem Leitartikel mit der Ueberschrift: „3ur Lage^ mit den vielfachen Gerüchten der letzten Zeit. Unter Anderem wird die Nachricht über die angeblich bevorstehende Abberufung deS Botschafters Freiherrn von Marschall als unrichtig bezeichnet und ferner zu den Döberitzer Aeußerungen des Kaisers mitgeteilt, daß eS sich um die Besprechung handelt, die der Monarch am 29. Mai nach dem Exerzieren der Kaiser-Brigade abgehalten hat und die nur taktische und militärische Angelegenheiten zum Gegenstände gehabt habe. Sie habe sich nicht auf politische TageSfragen bezogen und es sei darin auch nicht von ,Ein- kreisen" und von runB stellen" die Rede gewesen, wohl aber habe der Kaiser der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß die Armee dem Geiste Friedrichs des Großen getreu ihrer Aufgabe gewachsen bleiben werde. Der Artikel schließt wie folgt: Gewiß wollen wir Alle unsere Augen gegenüber möglichen Gefahren nicht verschließen. Unsere Soldaten tragen nicht an der Mütze den unkriegerischen Sinnspruch deS Hildesheimer Kontingents der ehemaligen Reichs-Armee: Da paoem Domine in rebus nostris. Das Bewußtsein unserer Kraft darf unS die Zuversicht und die Ruhe geben, die allein eineS großen friedlichen Volkes würdig ist. Gegen den Urheber der Indiskretion über die Döberitzer Kaiserrede ist übrigens das Ermittlungsverfahren eingelcitet worden und wird energisch betrieben. Professor Bernhard in Kiel. Den Berliner Morgenblättern zufolge richtete Profesior Bernhard-Kiel an den Dekan der philosophischen Fakultät in Berlin ein Schreiben, demzufolge er nicht gewillt sei, den Korporationsgrundsätzen zuwiderzuhandeln, weshalb er aus freien Stücken bereit sei, die Entscheidung über seinen Eintritt in die Berliner Fakultät noch nachträglich in die Hände der Fakultät zu legen und, falls die Entscheidung gegen ihn aus- falle, beim Minister um seinen Abschied einzukommen. * Tie buntbemalten Holztaseln für Kindergraber und Die schmiedeeisernen Entwürfe haben meinen Beifall nicht gefunden: ich finde, sie wirken immer unruhig und bunt. Im Lichthof sind dann noch viele Abbildungen, aus Antike, Mittelalter, Barock und aus klassischer Zeit bis zu den modernsten von lebenden Meutern aus JJien, München, Dresden, Berlin zusammengestellt. Ich wünschte, die ganze Ausstellung wirkte ebenso anregend und auch laufrüttelnd, wie auf mich, im Publikum, damit es die unschönen, ewig gleichen Formen der Fabriten verschmähen lernte und den künstlerischen Beihrebungen unserer Zeit näher trete. Der Besuch war leider sehr minimal — und 1000 Schritte davon Tausende, die da in der Sonnenhitze standen, um ein paar Fürstlichkeiten vorüberfahren zu sehen!! _ Als ich aus die Straße trat, fuhr gerade die Kron- vrinzcssin liebenswürdig lächelnd und grüßend vorüber, während Tücher geschwenkt und Hoch gerufen wurde. L. Sch. für dieselben Zwecke gearbeitet und stets dasselbe. Schicksal gehabt haben. Ich glaube nicht, daß im gaiizen Lande ein Mann gefunden werden kann, der sich besser zum Präsidenten eignet, als Herr Taft. Er besitzt nicht nur großen Mut und ist nicht an finanziellen Unternehmungen beteiligt, sondern er besitzt auch m enormem Grade tnc Eigenschaft, die Bedürfnisse des Vaterlandes zu erfüllen. Außerdem Ijat er die Hochachtung jedes seiner Mu- bürger. Er ist mit Lincoln zu vergleichen, obschon er nicht im geringsten demagogischer Ansichten verdächtigt werden kann. .Das Kongreßmitglied Same Sherman ist im ersten Wahlgang -um Kandidaten für die V i z e prä s i d e n t s ch a s t nominiert worden. Der republikanische Konvent hat sich Vertagt trifft Art. 6 des Gesetzes und lautet: Of _ Ter Grundeigentümer ist verpflichtet, vor Beginn der Auv- fübrung einer der im Abs. 1 des Art. 6a erwähnten Handlungen dem zuständigen Kreisamt Anzeige zu machen. Tas gleiche Recht steht auch jedem Beteiligten zu. — Die Erste Kammer hat weiter den Schlußsatz des ersten Absatzes gestrichen und statt depen die Worte hrnzugefügt: „Die Befugnis zur Anzeige steht dem Eigen- Aufgabe längst gelöst. Er hq» wacker mitgeholfen, das in blöder Devotion besangen gewesene Deutschland auszurnt-- teln zu kritischer Umsicht im Vaterlande, er hat jahrzehntelang auf manche schlimme Eiterbeule am Staatstvrper wie am Lotterleibe der „Gesellschaft" mit nimmermüder Hand gewiesen, und daher seine unbestreitbaren Verdienste. Diese Aufrüttelung des deutschen Geistes ist aber im wesentlichen vollzogen, und um bloßer Existenzfristung willen ist jetzt seine Tätigkeit darauf gerichtet, alles zu verhöhnen und alles zu begeifern, alle im Reiche bestehenden Zustanve und maßgebenden Personen und Stä-rde frivol zu verspotten und Deutschland zum Gelächter des Auslandes zu machen, in dem er heute eich, größere Verbreitung besitzt als rm Heimatlande. . , .. , Solche Ueberzeugung darf aber nicht irgendwie^die objektive Betrachtung des rein künstlerischen Standes dieses gefährlichen Blattes beeinflussen. Ter Verleger des Simplizissimus hat vermöge seiner Millionen eine Anzahl ungewöhnlich talentvoller Künstler um sich zu scharen vermocht, die, wohl zum Teile politisch ziemlich indifferent, den Wünschen von Verlag und Redaktion sich unterordnen lind dem Blatte unvergleichliche künstlerische Werte verleihen. Zweifellos sind die Simplizissimus-Zeichner gegenwärtig die hervorragendsten Karikaturisten der Welt: W). Th Heine, der unbarmherzige Spötter, der in ieinen halb japanischen, halb possierlich biedermaierischen steifen Linien mit schallendem Hohngelächter über manche wirklich erbärmliche Torheit der Gegenwart die Zuchtrute schwingt: Bruno Paul und E. Heilemann, diese Künstler von echt deutscher gesunder Kraft und derbem Humor, von denen der erstere freilich dem Simplizissimus untreu geworden ist, als er einen ehrenvollen kaiserlichen Rus nach Berlin erhielt- Reznicek, der übermütige, vor keiner zeichneri- scheu Keckheit und Pikanterie zurückjchteckendeTcnnmondamh. Wer es versteht, mit der Seele auch eines solchen Künstlers in Zwiesprache zu treten, dem bereiten auch die jetzt im ^urm- hause am Brand sich darbietenden zumeist.fabelhaft slott hinaeworfenen Zeichnungen Genuß. Freilich Wilta und Konsorten sind zu roh, um irgendwie das Anrecht aus Beachtung erheben zu können. Unter den Oelgemälden befindet sich eine Landschaft de-> Karlsruher Prof. Hans v. Volkmann, des Lohnes des berühmten Halleschen Chirurgen, ein kräftig empiuudenes tüchtiges Werk. Tie Natürlichkeit seiner Kunst und die schlichte, jeder Effektmalcrei aus dem Wege gehende Ausdruckweise sichern diesem Meister der Landschaft stets neues .^nter- 3m Turmhause am Brand. Gießen, 20. Juni. „Der Hauptzweck der Kunst ist, daß die Seele des Künstlers in Zwiesprache mit der Seele dev Beschauers tritt. Diesen Ausspruch eines französischen Malers sollte reder Betrachter von Kunstwerken stets beherzigen. Die bescheidenen Räume unseres Turmhauses geben dazu allmonatlich günstige Gelegenheit. Alles lärmende Zuviel, das in den vielsäligen Ausstellungen der Großstädte, das .jetzt auch in nicht abzuleugnender Weise in einzelnen Abteilungen des Gebäudes für freie Kunst in Darmstadt zerstreuend zu Tage tritt, ist hier von vornherein ausgeschlossen, hier ^""FrEch^m^ die Seele des Beschauers nicht mit vorgefaßten Meinungen Dritter belastet sein, wenn sie Kunst innerlich empfangen will. Es ist in der letzten Zeit besonders viel gegen den „Sim- vlicissimus" gewettert worden, nicht nur von prüden Erbpächtern eines vom Orthodoxismus L^estempelten, bis an den Hals zugeknöpften Altentanten-Littlichkeitssanatis- mus. Mit Recht haben sich freie leister von ethischer und ästhetischer Weitherzigkeit entrüstet über den mittlerweile geradezu infam gewordenen destruktiven Ton dieses emst ganz gewiß leider notwendig gewesenen satirischen Blattes. Der KmAizissim^ hat a«e? inzwischen' feine wertvolle schaftsdiencr, der als Zeuge zur Hauptverhandlung gegen Eulenburg geladen ist und der auch in der Moltke-Affäre genannt wurde, Plötzlich verschwunden. Mazedonien. Evening Standard berichtet über den englisch-russischen Vorschlag bezüglich Mazedoniens, daß dieser von Frankreich bereits gebilligt worden ist, desgleichen von Italien und Oesterreich. Es wird kein General-Gouverneur ernannt werden, sondern ein General-Inspektor und die Beamten der Zivilverwaltung werden den Beratungen des Füianz-Ausschusses beiwohnen. Dieser Finanz-Ausschuß wird die für die Zivilverwaltung notwendigen Summen von dem Generaleinkommen erheben. Der Uebcrfchuß wird den Lokal-Verwaltungen zu Gute kommen. Vielleicht wird die Pforte aufgefordert werden, die Zahl ihrer Truppen in drei Vilajeis herabzusetzen. Tie Gendarmerie wird bedeutend verstärkt. Die Oberhoheit des Sultans soll gewahrt werden, indem die europäischen Offiziere gezwungen werben, in ottomanischcn Dienst zu treten. Dagegen werden es die Mächte sein, die die betreffenden Offiziere bezeichnen. Man hofft, diesen Vorschlag der Pforte bald zu unterbreiten. Wer ist Sultan in Marokko? Tie feierliche Proklamation Muley Hafids zum Sultan von Marokko steht bevor, trotzdem haben die Mächte sich noch nicht entschließen können, für Muley Hafid Partei zu ergreifen. Tie Berliner Gesandtschaft Muley Hafids hat nun, wie die Deutsche Marokko-Korrespondenz erfährt, nach dem Einzug. Muley Hafids in Fex ein erneutes Schreiben an den Reichskanzler gerichtet. In diesem wird auf die Tatsache des Einzuges hingewiesen, und daran die Bitte geknüpft, daß die deutsche Regierung mit der Regierung Muley Hafids in völkerrechtlichen Verkehr trete, denn dieser sei jetzt nicht nur rechtlicher, sondern auch tatsächlicher Sultan von Marokko. Diesem Verlangen wird der deutsche Reichskanzler nun wohl schwerlich nachkommen, nachdem man sich jetzt in der französischen Kammer noch so ausdrücklich für Abdul Asis ausgesprochen hat. Minister Pichon führte hierbei u. a. folgendes aus: Abdul Asis ist noch immer der einzige legitime Sultan von Marokko: bei ihm sind unsere Vertreter beglaubigt. Die Abgeordneten Muley Hasids wurden nirgends in den Kanzleien empfangen. Wenn die Marokkaner Abdul Asis verließen, so geschah dies nicht aus dem Grunde, weil er sich für Frankreich bloßstellte, sondern weil er vor Europa versprochen hatte, die Reformen durchzuführen. So lange Muley Hafid den Heiligen Krieg gegen die Europäer auf seine Fahne schreibt, wlange wird er von Europa nicht an erkannt werden können. Muley Hafid oder jeder andere müßte vor seiner Anerkennung alle Verträge Marokkos mit Frankreich oder Europa unterzeichnen. Niemals hatte Frankreich die Mission, dem Sul- .an von Marokko ein Investitur zu erteilen, das gebührt allen Signatarmächten der Algecirasakte. Keme Macht kann allein handeln. (Beifall.) Die Lage Marokkos ist die beste. Die Nomination Tafts- ßrredhoss?Mst. Aus Berlin schreibt uns eine Dume: Neulich besuchte ich eine eigenartig schone Ausstellung Berliner Kunstgewerbe-Museum. Es war ein wundervoller, sonniger Vormittag. Vor dem Abgeordnetenhause drängten sich Hunderte von Menschen. Die Kronprinzessin wurde erwartet. Ich trat m ben Garten Kunstaewerbe-Museums, der einen «einen ,ertubpof mar^ HetL ©ine andere Welt! Schöne, alte, schattige Baume^ blühende Akazien, Ruhe, Stille, wenig Menschen. durchwanderte erst flüchtig die ganze Anlage - wie ichs immer tue, um einen Ueberblick zu brh?lten und s^g - eiaentlich ist doch nichts besonderes Schönes, Apartes oa. M %*äSÄ ® WSSii: SS“ iitMÄS «ÄH* niederen, immergrünen PMnzchen "wAbben. Doch die Denkmäler. Bei näherer Betrachtung fand ich denn doch viel Schönes, und alles originell, nichts an unsere jetziaen Obelisken und Tafeln erinnernd K^m schwarzer Granit oder Syenit, keine goldenen, häßlich und M wirkenden' Buchstaän. Alles oder do ch M a lev (Snnhffpin alle in weiNgrauer, oder öuiueigiauer ^aroe, oft ganz '.ailt und schon verwittert aussehend, mit Epheu umrankt stimmungsvoll, ernst und doch sreundlich. aac jÄmZ? 3=ff=«, ««nouthfinb bar. unter Die ganze Anlage hat etwas Friedliches, Stim- ÄÄ'Ä-sr »■' R“ ’.s VOllSo0toieSbOTt in ber Ausstellung mochte man Wohl einmal ruhen in ubgeschlosl-ner Ruhe und 3-rreben, m ^^ÄttsMbkeknLches Liebchen bon Rackemann -in „Die LaV „Im,,Balb will ich begraben se,m wohl Unte$e‘r ^Ibjrkbljo'f in Hamburg muß schön unb — em- ladend sein--- den neuen Gießener Friedhof motze man sA Wesentlich Anders, vornehmlich p a r k a r t i g e r wünschen- A. — Die Verhandlung gegen Eulenburg. In der am 29. Ium ftatlfindenden Strafsache gegen Fürsten Eulenburg ist der Beginn der Verhandlung auf 11 festgesetzt. Das ist bei einer Schwuvgerichtsverhandlung em gewöhnlich später Zeitpunkt, der, wie die „B. Z. er^hrt. Mit Rücksicht auf die Krankheit des Fürsten gewählt wurde. Cs soll auch täglich nur drei Stunden verhandelt werden, so datz die Hanptverhandlung sich mindestens eine Wocye hinziehen wird, irotzdem von der Staatsanwaltschaft nur etwa ^0 Zeugen geladen sind, was in Anbetracht der vielen Zeugenvernehmungen in der Voruntersuchung sehr gering erscheint. Tw Anklage wil-d wahrscheinlich Oberstaatsanwalt Jsenbiel selbst: vertreten, dem ww üblich ein Staatsanwalt assistieren dürste. Man rechnet daran, daß In leitenden politischen Kreisen Amerikas ist man ebenso wie in den führenden Kreisen der Finanz- und Handelswelt von der Nominatiorl Tasts aufs höchste befriedigt. Man ist einstimmig der Meinung, daß der Parteitag in Chicago feine zweckmäßigere Wahl hätte treffen können. In Wallstreet ist man überzeugt, daß die weiteren Kandidaten für die Republikaner keme Schwierigkeit mehr bieten unb daß Die Erwählung Tafts zum Prastdenten als gesichert gelten könne. Man erwartet von dieser Tat ache bereils eilte beruhigende Wirkung auf die allgemeine Geschäftslage. — Präsident Roosevelt äußerle sich nach Enipiang des Telegramms, in dem Taft als republikanischer Kandidat lur die Pnäsidentenschaft bezeichnet wird, wie folgt: „Das Lano muß zu dieser Wahl beglückwünscht werden. Ich kenne Herrn Tast fest I lanaeii Slabreit unb habe für ihn die größte Achtung, da wir stets Zwette Aammer. Am Ministertisch: Minister des Innern Braun, Ministerial- räte"Dr. Using er, Best. _ m Präs. Haas eröffnet die Sitzung um 10 Vd Uhr Vor Eintritt in die Tagesordnung wird auf Antrag des Abg. Erk der Antrag Köhler, betr. Viehseuchen, für dringlich erklärt. Zur Beratung gelangt zunächst die Rückäußerung oer Ersten Kammer über den Gesetzentwurf, betr. die Fürsorgekasse für die Beamten der Landgemeinden und weiteren Kommunalverbändc. In Verbindung damit wird auch die dringende Anfrage der Abgg. Leun u. Gen. in demselben Betreff beraten. — Die Erste Kammer beschloß, Abänderungen in den Art. 2, 7, 10, 34, 36, 41 c, 42 und 43 des Gesetzentwurfs und der Ausschußreferent, Abg. Tr. Osann, beantragt Zustimmung zu allen von der ersten Kammer getränkten Abänderungen. , . Abg. Leun erklärt, daß er sich mit der von der Regierung auf feine dringliche Anfrage erteilten Antwort nicht zufrieden geben könne: das sei überhaupt keine präzise Antwort- auf lerne Frage. Er müsse bedauern, daß die Fürsorgekassc dadurch geschädigt wird, daß die Jnvalidenversicherungskasse nicht zur Zahlung verpslichtet werden kann. Der Redner beantragt schließlich eine Resolution, dahingehend, daß die Polizeidiener, Flurschützen unb Gemeindeeinnehmer, von dem Gesetz ausgenommen werden und für dieselben eine besondere Kasse geschaffen werde. Minister Braun erwidert, daß Die Beiträge der zur Für- sorgekasse übertretenden Mitglieder ber Invalidenversicherung zwar verloren gingen, denn man könne landesgesetzlich nicht die Reichs- invalidenverficherung zur Herauszahlung zwingen. ;>bie Versicherten würden indessen unter keinen Umständen geschädigt wer- 'Ministerialrat Best geht noch näher auf den Antrag Leun ein; nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Uebel, Ulrich, L e u n, F i n g e r und Tr. F v e n a y erllärt Minister Braun, wenn die Kammer heute dem Antrag Leun zustimme, 1 o w erde die Regierung das ganzeGesetz zurückziehen. Nach weiterer kurzer Debatte, an der sich noch die Abgg. Mols, .ll l l- mann, Min.-Rat B e st und Abg. Schönberger beteiligen, zieht Abg. Leun seinen Antrag und die Reiolutwn zuruck. Darauf stimmt das Haus, nachdem Abg. Dr. Osann noch eindringlich namens des Ausschusses die Annahme besurwortet, sämtlichen Abänderungsbeschlüsscn der Ersten Kammer einstimmig zu. Tas Fürsorgekassengesetz ist damit endgültig angenommen. Die Novelle zum Bachgesetz. Tie Kammer nimmt darauf ohne Debatte die Rückäußerung der Ersten Kammer über die Novelle z um Bachgesetz an. Tie von der Ersten Kammer beMossene Abänderung be- temer, sowie jedem Beteiligten mich nach Beginn oder Beendigung der Arbeiten zu. Außerhalb der Tagesordnung bespricht dann Abg. Erk das Wiehseuchengesctz und beantragt, den Ausschußantrag, welcher mildere Bestimmungen inbetress der Vieheinführung beantragt, ab- ^ulebnen. Dagegen bringt Redner einen neuen Eintrag ein, die ^Regierung möge die Viehhändler veranlassen, genau Buch zu /führen über die An- und Verkäufe von Vieh. — Das Haus stimmt 'diesem Antrag zu. ' Präsident Haas teilt nun mit, daß ihm soeben ein Antrag des Gesetzgebungsausschusses über die Wahlrechtsvorlage zugegangen sei und verliest diesen Antrag. Llbg. Dr. David stellt darauf den Antrag, die Regierung ,$u ersuchen, „im nächsten Landtag a l s b a l d e i n c neue Wahlrechtsvorlagc einzubringcn und sofort bei Beginn des nächsten Landtags den Landständcn eine Gesetzesvorlage zugehen zu lassen, welche die Einführung des allgemeinen gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts unter aller Wahrung der verfassungsmäßigen Rechte der Aveiten Kammer vorsieht." Der -Antrag ist außer von den Sozialdemokraten von den Abgg. Dr. Gutfleisch, Reh und Wolf unterzeichnet. Abg. Dr. David beantragt, den Antrag für dringlich zu erklären. Abg. Dr. Osann erklärt sich gegen diesen Antrag, weil doch die ganze Wahlrechtsfrage zu wichtig sei, um in der kurzen Zeit, die der Kammer noch zur Verfügung stehe, noch gründlich behandelt zu werde::. Abg. Ulrich hält es für notwendig, das Land nicht im Unklaren zu lassen über die Stellung der Zweiten Kammer. Tas Land müsse erfahren, daß die Erste Kanrmer wieder die Wahlrechtsvorlage zu Fall gebracht habe. ! Abg. Köhler betont namens seiner Parteifreunde, sic erachteten eine Besprechung bei der jetzigen Sachlage nicht für erwünscht, da sie ja doch zwecklos sein würde. Abg. v. Brentano erklärt, daß er dem Antrag David zusammen werde. Abg. Dr. Osann betont, es könne sich bei dem jetzigen Antrag Dr. David nur um einen Dcnlonstrationsantrag haiu- deln. Eine Spezialdebatte über die Wahlrechtsvorlage könne doch jetzt unmöglich noch herbeigeführt werden. Slbg. Dr. Gut fleisch gibt zu, daß der Antrag den Charakter einer Demonstration trage; aber eine solche Demonstration sei notwendig, um den: Lande zu beweisen, daß die Kammer immer noch ernsthaft bestrebt sei, dem Volke das direkte Wahlrecht zu verschaffen. Das Haus nimmt darauf den Antrag Dr. Da- öid auf Dringlichkeit mit großer Mehrheit an und beschließt, daß der Antrag auf die morgige Tagesordnung gesetzt wird. Verschiedene Anträge und Vorstellungen. Zur Beratung gelangt darauf die Vorstellung, des sozialen Ausschusses des verbündeten Privatbcamtcnvereins von Mainz und Umgegend, betr. die Errichtung von Handümgsgehilfen-Kämmern. Die Vorstellung wird dem Ausschußantrag entsprechend für erledigt erklärt. Die Vorstellung des Winzervereins Gau-Bickelheim und der /Winzergenossenschaften zu Wolssheirn und Vendersheim, betr. Darlehen aus der Hauptstaatslässe werden zusammen beraten. Die Petenten ersuchen, ihnen das vom Staate gewährte Darlehen noch einige Jahre länger unverzinslich zu belassen. Ter Ausschußantrag geht dahin, die Vorstellungen von Gau- /Bickelheim und Vendersheim der Regierung zur Berücksichtigung zu empfehlen, die Vorstellung von Wolfsheim dagegen für erledigt zu erklären. Ter Ausschußantrag wird nach kurzer Debatte angenommen., Ein Antrag Dr. Weber und Gen. geht dahin, die Regierung zu ersuchen, die Bestimmungen des Art. 226 des Polizei- strasgesetzbuchs dahin abzuänderri, daß der Wcidegang des Viehes in den klimatisch ungünstigen Lagen auch an Sonntagen allgemein gestattet wird und nur das Aus- und Eintreiben während des Gottesdienstes verboten bleibt. Tas Haus stimmt dem Antrag des Ausschusses zu, nachdem Abg. Dr. Weber seine Wünsche noch näher begründet hat. Bezügl. des Antrags N o a ck und Gen., betr. gewerbliche Un- iterrichtsanstalten, konnte sich der Ausschuß nach den Ausführungen der Regierung nicht von der absoluten Notwendigkeit der vom ,Abg. Noack geforderten neuen Stellen in Darmstadt und Bingen überzeugen, wenn er auch die eingehende Darstellung des Abgeordneten für berechtigt erachtet. Der Ausschuß glaubt, daß den Wünschen vielleicht int nächsten Etat Rechnung getragen werden Tonne, und beantragt, den Antrag Noack für erledigt zu erklären. Das geschieht. Betr. der Stellung dc,r Kreisveterinär- und Kreisveterinär- 'ässistenzärzte wegen Neuregelung ihrer Gehaltsverhältnisse beschließt das Haus dem Ausschußantrag gemäß: Die Regierung zu ersuchen bei der in Aussicht stehenden Neuregelung der Gehalts- ,Verhältnisse der Kreisärzte und Krcisassistenzärzte, die Gehalts- uerhältnisse der Petenten ins Auge zu fassen und darnach die Vorstellung für erledigt zu erklären. Ter Antrag Köhler betr. Errichtung einer Wandeeschulc 'für Ausbildung von Laien-Geburtshelfcrn bei landwirtschaftlichen esse, neue Freunde. Seine Kunst ist klar, herzlich, gesund und frisch und spricht in ihrer ungewollten Art ehrlich und wohltuend zu ttnvcrbildeten Beschauern. S. Corrodi in Rom ist zweifellos ein Künstler von starkem Können. Er zeigt in seinen großen südländischen Landschastsstücken, aus Dalmatien u. a. weltfernen Gegenden geholten Motiven ein sehr sorgsames, doch ein lvenig pedantisches, gar sehr die saubere Glätte liebendes Studium der Natur, das von fern nach akademischer Theorie schmeckt. -Aber man erkennt an der Gegenüberstellung seiner Gemälde mit seinen Studien, wie er klug und klar die unverbildete Natur schaut, wie stark persönlich seine Naturbe- 'trachtung doch ist. Durch lüftelndes Komponieren gelangt cr schließlich zur Unpersönlichkeit im großen Bilde, die er im Gegensatz zur impressionistischen Malerei als eines vollendeten Gemäldes oberste Bedingung anzusehen scheint. Die Landschaften von G. I. M o h r in Frankfurt sind durchaus verschiedenwertig. Einige, wie „Ameisenberg" und namentlich das „Motiv aus dem östlichen Taunus", jedenfalls Werke der neuesten Zeit, sind in ihren duftigen Farbentönen vortreffliche Arbeiten; andere dagegen,'wohl aus des Künstlers Frühzeit, kann man heute gewissermaßen nur mit „historischem" Auge betrachten als Werke einer längst glücklich überwundenen, rein zeichnerisch korrekten, weder Licht- noch Luftwirlungen kennenden Zeit, in der man alles nur einfarbig sah. Wir Heutigen sind doch bessere Schauer; auch Mohr aus Frankfurt, der heute anders, erheblich reizvoller seine malerische Schuldigkeit tut. Der Mohr kann bleiben! P. W. • — Der „Simplizis simus" wird, wie uns aus Budapest berichtet wird, wegen einer in seiner letzten 9cum- mer veröffentlichten Karikatur aus Ungarn verwiesen werden. Tie tingarische Negierung hat beschlossen, ihm die Postversand-Erlaubnis zu entziehen. Die Ursache ist folgende: Aus Anlaß des Kaiserjubiläums in Wien brachte der Simplizissimus eine Abbildung, betitelt: „Der Wiener Festzug". In dieser Karikattlr werden die Ungarn mit Mastelbindern, Mausefallenhändlern, Hanaken, Scherenschleifern und Bethären, die vor dem Kaiser defilieren, in eine Kategorie gestellt. Darob große Empörung im ganzen Magyarenlande. Sofort wurde gegen das boshafte deutsche Witzblatt der Bannfluch ausgesprochen. Vorläufig haben sämtliche Budapester Eafähäuier den Simplizissimus abbe- Mlt und nun sollen noch strengere Maßnahmen folgen, Nutztieren erklärt der Ausschuß, daß er die Frage noch nicht für spruchreif halte und beantragt Ablehnung des Antrags. Nach > kurzer Debatte beschließt der Ausschuß jedoch, dem abgeändcrtcn ; Antrag, dem Antrag Köhler, zuzustimmen, und das Hans bc- 1 schließt demgemäß. Zur Beratung gelangt alsdann der dringende Antrag Finger, betr. die Hagelbeschädigten vom 5. Juni. Als mündlicher Berichterstatter hebt Abg. B e st hervor, daß die vorläufige Festsetzung des Schadens den enormen Betrag von 1355 OOO Mk. ergebe. Die Regierung habe in den letzten Jahren wiederholt auf die Wichtigkeit der Hagelversicherung hingewiesen, aber leider ohne Erfolg. Der Redner stellt sodann den Antrag: 1. einen Steuererlaß für die vom Hagel betroffenen Grundeigentümer zu gewähren, weiter den Pächtern von Domanialgütcrn einen Pachtnachlaß oder eine Stundung ihrer Pacht zu bewilligen. Mit dem Steuererlaß von 1908 sollte eine Neueinschätzung für das nächste Jahr erfolgen^ Ferner sollte die Landeshopothekenbank ersucht werden, ihren Schuldnern in den geschädigten Kreisen in möglichst liberaler Weise cntgegenzukommen und darnach den Antrag Finger für erledigt zu erklären. Abg. Fin g er führt aus, daß dieser Antrag nicht weit genug gehe, er müsse die Regierung ersuchen, den notleidenden Landwirten auch von Staatswegen entgegenzukommen und beantragt die Bewilligung eines größeren Geldbetrags. Abg. Molthan empfiehlt dem Vorredner, dem Ausschußantrag zuzustimmen, weil die Ueberlassung von Staatszuschüssen auf große Schwierigkeiten stoßen würde. Abg. Seelinger dankt dem Abg. Best für seinen Bericht und erklärt sich für die Annahme des Antrags, wobei cr wiederholt die Bewilligung von Mitteln aus dem Ueberschwemmungs- fonds anregt. Ministerialrat Dr. Usinger spricht mit dem Minister Braun sein lebhaftes Bedauern über das neue schwere Unglück der rheinhessischen Lairdwirte aus. Die Regierung habe jedoch schon ganz horrende Summen zur Hagelversicherung beigesteuert und könne deshalb dem Antrag Finger nicht zustimmen. Tie Betroffenen hätten ihr Unglück selbst mit verschuldet, weil sic trotz aller Aufforderungen und Ermahnungen nicht der Hagelversicherung beigetreteu seien. Abg. Wolf »erlangt u. a. wiederholt eine obligatorische 'Hagelversicherung für Hessen, worauf nach einigen weiteren Erörterungen der Ausschußantrag angenommen wird. Darauf schließt die Sitzung 2 Uhr. Aus Stadt und Land. Gießen, 20. Juni 1908. Gießen-Nord. Zur Frage der Haltestelle Gießen-9rord wird uns geschrieben: P r e u ß is ch e Rü ck s i ch t S l oZ i g ke it! Da haben wir die Bescherung! Äeit vielen Jahren petitioniert und verhandelt die Stadt Gießen über einen oas Interesse ihrer Bürgerschaft auf das innigste berührenden Punkt mit der Bahnbehördc, deren rasch wechselnde Tirektionsbeamten einen, dem jeweiligen Grade ihrer Volks- sreundlichkeit entsprechenden, mehr oder minder wohlwollenden Standpunkt einzunehmen schienen, um schließlich, wie ein armer Waisenknabe von der allgewaltigen Behörde abgefertigt zu werden. Und die Gründe? Daß man nicht viel Witz aufbieten würde, die ablehnende Haltung gegenüber den Wünschen der Bürgerschaft einer nichtpreußischen Stadt zu begründen, war für den Kenner des rigorosen Verwaltungssystems, um das es sich hier handelt, von vornherein klar. Daß aber die vorgebrachten Gründe der Verweigerung so fadenscheinig ausfallen würden, daß sie saft wie eine Verhöhnung wirken, das hat doch viele überrascht. Also, was in Hunderten von Fällen anderen und kleineren totäbten an gleich stark mit Zugverkehr belasteten Linien bewilligt worden ist, hier wird es versagt. Warum auch viel Umstände machen, mit der hessischen Provinzialhauptstadt, ihrer Bürgerschaft und Handelskammer! Trotz der die Intensität des Wunsches auf das Ernsteste beweisenden, vpfcrmütigen Selbstbesteuerung in Gestalt von 60 000 Mk., welche sich Stadt und Anlieger aufcrlcgt habenbefindet die erleuchtete Behörde kaltlächelnd, es liege kein Bedürfnis vor. Was bedeutet Wieseck, nebenbei gesagt die größte oberhessische Landgemeinde? Was bedeuten dem preußischen Fiskus die Arbeiter der 6 bis 7 Fabriken des nördlichen Stadtteils und dieser selbst? H e k u b a! Der mögliche F-ahrgcldentgang von ganzen 5 Pfennigen ist genügend für die Ablehnung, die Frage der Verkehrserleichterung Nebensache! damit die Münchener Spötter ihre gerechte Strafe treffe. Eine solche Verhöhnung können die Ungarn nicht so leicht verzeihen; man erinnert sich noch, als vor einigen Jahren wegen eines ähnlichen Falles die Münchener „Jugend" auf offener Straße in Ungarn verbrannt wurde. — FürdicEingabedesVolksbundeszurBe- kämpfung des Schmutzes in Wort und Bild an die deutschen Regierungen nub Parlamente sind schon tausende von eigenhändige'.: Unterschriften von Männern und Frauen aller Stände, von Gelehrten, hohen Beamten sowohl lute von Arbeitern, eingelaufen. Diele Zuschriften enthalten den Ausdruck des Unwillens über die Unhaltbarkeit der bestehenden Zustände. Der Wortlaut der Eingabe ist fest- flelegt, damit jeder weiß, was er unterschreibt. Wir lassen rhn folgen: Eingabe des Volksbundes an, die deutschen Regierungen und Parlamente. „Tie Gefährdung unserer Jugend und damit des ganzen deutschen Voltes durch den Schmutz in Wort und Bild wird nach den Ereignissen der letzten Zeit auch von betten anerkannt, bie der Gefahr früher gespottet haben. Manches ist zwar erreicht. Mit dankenswerter Unterstützung der Behörden und der Presse ist es gelungen, gewisse Witzblätter vott den schmutzigsten Anzeigen zu säubern. Aber viel mehr bleibt noch zu tun. Im Interesse der deutschen Jugend fordert: wir, daß die Regierungen gegen die öffentliche Ausleguitg von Bildern und Schriften: einschreiten, die weit entfernt der Kunst oder der Wissenschaft zu bienen, lebiglich darauf berechnet sind, in schamloser Weise die Sinnlichkeit zu reifen, sowie gegen Kinematographen und Mutoskope, die denselben Zwecken dienen." Man erkläre aus einer Postkarte seine Zustimmung oder erbitte zur Sammlung vot: Unterschriften Einzeichnungs- liften von der Geschäftsstelle des Volksbundes, Berlin NW. 87, Beusselbrücke. Tie Sammlung vot: Unterschriften soll bis Anfang des Jahres 1909 fortgesetzt werden. — Eine Bravourleistung der österr. Polizei. Aus Wien wird gemeldet: Als der Komponist Mascagni seine neue Oper dirigierte, ivurde ihn: ein Lorbeerkranz mit einer Schleife in der italienischen Trikolore mit der Aufschrift: „Dem verehrtet: Meisterkom- ponisten Italiens" überreicht. Während des zweiter: Aktes sistierte die Polizei in der Garderobe den Krat^ (!!) trotz des Protestes Maseagnis und der andern Künstler. So unverhüllt bat sich der berühmte preußische Fis. kalistnus selten gezeigt. Nun die betroffenen Kreise werden die Antwort nicht schuldig bleiben und nicht eher ruhen, bis ihre berechtigten Wünsche und Interessen respektiert werden, darauf kann man sich in Frankfurt verlassen. " T a g e >3 f a I e n b e r. Zirkus Schumann: Samstag abend Eröffnungsvorstellung, Sonntags 2 Vorstellungen (Oswalds Garten). Kolosseum: Täglich Dameu-Ringkamps-Konkurrenz. K i u e m a t o g r a p h e n - T h e a l e r: Samstag Programmwechsel. Anlagemusik am Soimtag vormittag 11'/. Uhr in der Süd-Anlage. Epielplan: 1. Ouvertüre zu „Der Freischütz" von Weber; 2. Marttana-Walzer von Tellmger;. 3. Chevalier et Cha- telaine aus Bal costuine von Rubinslem; 4. „Der Rhemströmer" Armeemarsch Nr. I d. * '* * Aus bem Militär - Wochenblatt. Der Charakter als Ober st lt. verliehen: dem Major z. D.: Brockhaus, Vorstand des Art.-Depots in Darmstadt. — Versetzt: Major Thiehsen, aggregiert dem 5. Großh. Hess. Jnft-Regt. Nr. 168, als aggregiert zum 3. Lothr. Inf.« Negt. Nr. 135. — Zum überzähl. Major befördert: v. Baumbach, Nittm. und Adjutant des Generalkommandos des 18. Armeekorps.— Versetzt: Major z. D. und Bezirksoffizier Solms beim Landw.-Bezirk Worms zum Landw.- Bezirk III Berlin. — Zu Bezirks Offizieren ernannt: der Major z. D. Hausmann im Landw.-Bezirk Kiel, zuletzt Komp.-Ehef im Jnf.-Regt. Herzog von Holstein Nr. 85, beim Landw.-Bezirk Worms, der Hauptmann und Komp.- Chef v. Bennigsen im 8. Thüring. Jnf.-Regt. Nr. 153, beim Landw.-Bezirk Mainz (Meldeamt Bingen). — Zum Oberlt. befördert: Lt. Lorenz im Jnf.-Leib-Negt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, Lt. v. Gorrissen ((Sibert) im Garde-Drag.-Negt. (1. Großh. Hess.) Nr. 23.— R'o galla v. Bieberstein, Oberlt. im Leib-Drag.-Regt. (2. Großh. Hess.) Nr. 24, zum überzähl. Rittm. befördert. — Die Oberlts.: v. Pentz (Ernst), v. Boeltzig in: Jnf.- Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum Luft- schiffer-Bat. zur Dienstleistung kommandiert. — Oberl. Frh r. o. Gienauth in: Garde-Trag.-Regt. (1. Großh. Hess.) Nr. 23 nach Sachsen komntandiert behufs Dienstleistung dein: 1. Feldart.-Regt. Nr. 112. — Ans der Schutztruppe für Südwestafrika scheidet aus und wird mit dein 1. Jul: 1908 im Heere angestellt: Oberlt. Raus ch im Jnf.-Leib-Regt. (3. Großh. Hess.) Nr. 117. — Befördert zum Lt.: Müller, Fähnrich im 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168. — In: B e u rla u b t e n st a n d e: Befördert zum Oberarzt D r. V o g e l (I Darnistadt). * * Von der h c s s. L a n d c s a u § st e l l u n g. Tic Ai i t - g lieber der beiden Kammern, zusammen ungefähr 60 Herren, machten an: Freitag nachmittag au; Einladung des Ministers Braun der Landesausstellung in drei Gruppen unter Führung des Ministers, des Geh. Kabinettsrat R ö m h e l d, sowie des Leiters der, Ausstellung, Oberregierungsrats Wagner, einen Besuch. Minister Brau i: hielt vor dem Rundgang eine kurze erläuternde Ansprache, worauf Landeswohnungsinspcktor Grctz- s ch e l, als Geschäftsführer des Zentralvercins zur Errichtung billiger Wohnungen, die Zwecke und Ziele des Verbandes erklärte. Herr Gretzschel hatte auch die Führung durch die Arbeiter- Häuser übernommen. Tie Abgeordneten, die sich nach Schluß der über zwei Stunden dauernden Besichtigung im Ausstellungs- stellungsrestaurani zu gemütlichem Beisammensein vereinigten, sprachen ihre große Befriedigung über die meisten gebotenen Leistungen und über daS Geiamt-Arrangement aus. Am Abend fand sich auch daS Gr o ß h e r z o g s pa a r mit einer kleineren Hofgesellschaft, zusammen 10 Personen, int Restaurant ein und nahm dort das Souper ein. * * Von d em O b e r h e s s i s ch c i: A u S ste l lu n g s h a u se auf der Tarmstädtcr Ausstellung können wir heute mit- teiien, daß das reizende E l t e r n s ch l a f z i m m c r, welches das besondere Wohlgefallen dcS Großherzogspaarcs erregte, zun: Preise von 1700 Mk. verkauft worden ist, und zwar an einen Pfarrer aus der Wetterau. Selbstvcrstäirdlich sind die Aussteller dieses Zimmers bereit, in genau derselben Weise es so oft zu reproduzieren, als cs von Kauflustigen gewünscht wird. — Im Anschlüsse daran fei noch mit Aberkennung der Schreinermeister Rausch in Schadges erwähnt, der, von Meister Zinn in Grebenhain fleißig unterstützt, die Möbel für das niedliche, vom jungen Gießener Architetkei: H. Burg mit erlesenem Gcschmacke entworfene graziöse Tochterzimmerchen ichuj; ferner der Sattler Döll in Grebenhain als Fertiger der Polsterungen und der Bildhauer Friese in Friedberg als Künstler der anmutsvollen Schmuekkassettc in demselben Räumlein. ** Konzert der R egimentskap elle „Kaiser Wilhelm II. Nr. 116". Recht zahlreich hatte sich das Pnblckum an: Freitag abend in dem schönen schattigen Konzert-Garten des 9teuen Saalbans (Steins Garten) eingefunden. Das sorgfältig zusammengestellte Programm brachte als erste Nummer den Kriegsmarsch der Priester aus Athalia. Im weiteren folgte der Einzug der Gäste auf der Wartburg. Die Kapelle spielte unter trefflicher Leitung ihres Dirigenten, Herrn E. Kraußc, • flott und den Zuhörern zu Danke. Einige Novitäten enthielt der II. Teil des Spielplans. So als erste die Ouvertüre z. Op. „Donna Diana" und weiter aus der populären Operette „Walzertraum" ein melodicnweiches und hübsches Potpourri. Es wurde lebhaft applaudiert, so daß Herr Krauße in: Laufe des Abends einige Zugaben folgen lassen mußte. Auf die lustigen Weisen aus „Der Zigeimerbaron"-Ouverture des III. Teils folgte das eigenartige, prickelnde Musikstück ,,K leopatra", dessen Kastagneten-Einlagen das Publlkun: besonders fesselten. Der Schluß brachte neckische Landkncchts- und Alt-Nürnberger Trinklieder und manche altbekannten Klänge in den „Berliner Plaudereien". Sichtlich befriedigt und froh gestimmt verließ das Publikum nach Schluß des Konzerts allmählich den Garten. * • Unsere Regiments musik konzertiert morgen in Bad-Nauheim. * * Sonntagsdienst der Apotheken in Gießen. Gegenüber wiederholt geäußerten Zweifeln sei darauf hingewiesen, daß an den Sonn- und Feiertagen bis 4 Uhr nachmittags sämtliche hiesige Apotheken geöffnet sind; v o n 4 b i s 9 U h r nachmittags ist dagegen nur die jeweils durch Bekanntmachung im Inseratenteil dieses Blattes, und Aushang in den geschlossener: Apotheken, bezeichnete Apotheke geöffnet. * * Unfall. Gestern nachmittag gegen ^3 Uhr passierte ein sichtlich den besseren Ständen angehörender junger, anscheinend unerfahrener Motor fahr er auf einem Zweirade die um diese Zeit sehr belebte Ecke der Schulstraße und des Marktplatzes. Der junge Mann nahm die Ecke zu scharf und zu schnell, glitt auf der zufällig frisch besprengten Straße aus, kam zu Fall und zog sich mehrere nicht unempfindliche Verletzungen zu. Zum Glück ereignete sich der Unfall gerade vor der Engelapotheke, die chm in menschenfreundlichster Weise die erste Hülfe angedeihen ließ, so daß der junge Sportsmann sein stark lädiertes Jiad binnen kurzem nach Hause — drücken konnte. behufs Herbeiführung einer Erklärung der Streitteile darüber Berlin, Zuni. Auf Veranlassung des 33er Cutigliano Unter den Hochrufen der Anwesenden verließ unter Vorantritt der Hofchargcn wieder den geschlossen, der Großhcrzog Thronsaal. 20. Juni. Tie Morgenblätter melden aus Der Landtagsschluß vollzog sich dann um V21 Uhr Int' Rcsidenzschloß mit dem herkömmlichen Zeremoniell. Tie Mitglieder der Ersten Kammer versammelten sich in den Assembläc- Zimmern, die der Zweiten Kämmer in den russischen Zimmern und die Hofstaaten im Rampensaal. Die Mitglieder der Ersten Kämmer wurden vom diensttuenden Kammerherrn von Hombergk in den Thronsaal geleitet und nahmen rechts vom Thronsaal Aufstellung, während die der Ersten Kammer unter Führung des Hofmarschalls von Ungcrn-Sternberg links ihren Platz fanden. Unter Vorantritt der Hofchargen betrat dann der Großherzog den Thronsaal. Ihm folgten die drei Minister, die Flügcladju- tanten usw. Staatsminister Dr. Ewald überreichte dem Groß- h erzog die die Thronrede enthaltende rote Mappe, worauf der Fürst die Rede zur Verlesung brachte. Staatsminister Ewald verlas dann den Landtagsabschicd und erklärte auf Befehl des Großherzogs den Landtag für liuer Untersuchungsrichters sollte gestern der Prätor und eilt Richter aus Pistoja zur Zeugenvernehmung des ehemaligen Sekretärs und jetzigen Schwiegersohnes des Fürsten Eulenburg, Jarolemek, hier eintreffen. fc. Darmstadt, 17. Juni. Der Gerichtsvollzieher Wittich hier hatte einen Wechsel über ca. 300 Mark verspätet protestiert, infolgedessen das Wechselrecht erloschen war. Ter Besitzer des Akzepts Agent Heinzinger in Frankfurt a. M. machte deshalb den Gerichtsvollzieher für den Wechsel verantwortlich und klagte beim hiesigen Landgericht. Um den Anspruch für gerechtfertigt zu erkennen, mußte Heinzinger Nachweisen, ob von dem Akzeptanten des Wechsels etwas zu holen war in dem Momente, wo der Protest vorgenommen worden und darnach. Tie Beweisaufnahme ergab ein negatives Resultat. Daraufhin stellte der Kläger einen weiteren Antrag, das Gericht möge fest- steilen, ob der Gerichtsvollzieher überhaupt schadenersatzpflichtig sei. Tie Kämmer erkannte: Der Gerichtsvollzieher ist schadenersatzpflichtig. sc. Darmstadt, 19. Juni. In dem Successionsstreit des regierenden Grasen Georg Albrecht zu Erbach-Erbach und seines Sohnes des Erbgrasen Erasmus gegen die Agnaten des Gräslichen Hauses Arthur (am 7. Juni inzwischen verstorben), Konrad, Eberhard und Mcxandcr, sämtlich Grafen zu Erbach- Erbach, wurde heute früh am Landgericht hier folgender Beschluß verkündet: Die Wicdereröfsnung der Verhandlung wird sich sehr gewandt, mußte aber nach 7 Minuten der starken Aack-e-- uerin Frl. Philippi unterliegen durch Hüftenschwung. — Frl. Richter-Schlesien besiegte die sich stark sträubende Engländerin nach 15 Minuten durch Kopszug am Boden. *• Auszeichnung. Der König von Italien hat dem Vertreter der „Kölnischen Zeitung" in Rom, Dr. Friedrich Noack, einem Sohne unserer Stadt, das Komturkreuz des Ordens der Corona d’Jtalia verliehen. sd. Darmstadt, 18. Juni. Das Diakonissen haus Elisabetstift beging heute sein äOjähriges Beste Heu durch eine größere Feier. Sie wurde eingeleitet durch eine Fest predigt, die der frühere Anftaltsgeistliche, jetzige Generalsupcr- intendent, Werner aus Kassel hielt. Hierauf folgte die Einsegnung von 27 Diakonissenschwestern durch den ^auptpfarrer Teggau. Es schloß sich ein Festakt an, an dem sich die Vertreter von staatlichen und kirchlichen Behörden und zahlreiche Gönner und Gönnerinnen beteiligten. Wir bemerkten u. a. Geh. Kabinettsrat Römheld als Vertreter des Großherzogs, die Mi- nister Braun und Ewald, Geheimrat Reidhardt von der Medizinal- abteilung des Ministeriums, das gesamte Oberkonsistorium usw. Zunächst hielt der Vorsitzende des Vorstandes, Landgerichtsdircktor Kolb, eine Ansprache, dann schlosseir sich Begrüßungen des Ministers Braun, des Grasen Görtz zu Schlitz im Namen des Johanniler-Ordens, des Swperintendcndenten Euler im Xiamen des Oberkonsistoriums, des Bürgermeisters Dr. Glässmg und der Stadt Darnlstadt, des Bürgermeisters Dr. KaiscrMauhcun tm Namen des Konitzkh-Stistes daselbst, des Direktors Flredler-Kaisers- Wörth, im Namen des Stammhauses dor Diakonissen, des Pfarrers Weimer im Namen der inneren Mission usw. .Ten Schluß bildete ine gemeinsame Festtafel. (!) Frankenbach, 18. Juni. Von einem herben Schmerz wurde heute die Familie Peter Bernhardt betroffen. Tie noch junge Ehefrau, die jüngst das Wochenbett glücklich überstanden hatte, machte sich in diesen Tagen zum erstenmal wieder auf dem Felde zu schaffen. Tabet wurde sie von einem heftigen Kopfschmerz betroffen, der trotz arzt- k ich er Hilfe nicht nachließ. Heute sollte die Patientin nach Gießen zur Klinik gefahren werden. Sie starb aber unmittelbar an der hessisch-preußischen Grenze hinter Rod- heim in den Armen ihres Mannes. Sie hinterläßt vier unmündige Änder. Gießencr Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesse» am Sonntag den 21. Juni: Wechsellide Vewölkung. Meist lroken. Etivas kühler. Nördliche Winde. Müller'schc Badeanstalt. W a s j e r w ä r m e der Lahn 18 °JR. OrsginaL-Drahtmelöungen. Ter Schluß des Landtags. R. B. Darm stad t ,'20. Juni Tie 2. Kammer hielt heute vormittag 9 Uhr nochmals eine Sitzung ab, die ausschließlich der Beratung des Wa hlrc cu ts a n t r a g s D r. G u t s l e i s ch - U l - rich gewidmet war. In der über zwei Stunden währenden Debatte kam es zu sehr erregten und stürmischen Szeneti. Staatsminister Ewald gab im Namen der Staatsregieruug die Erklärung ab, daß sie die als Voraussetzung für das Zustandekommen der Wahlrechtsreform auzuschcndc Verständigung zwischen den beiden Gcsctzgebungsäusschüssen als vorliegend betrachte und demgemäß dem neuen Landtag eine entsprechende Vorlage unterbreiten werde, einerlei, ob der neue Wahlrcchtsantrag von der Kammer angenommen oder abgelchnt werde. Die Abgg. Tr. Osann, von Brentano und Dr. Schmitt sprachen sich gegen den Antrag Gutsleisch-Ulrich aus, indem sie ausführten, daß durch dessen Annahme die Einführung des direkten Wahlrechts auf absehbare Zeit hinaus unmöglich gemacht werde. Die Abgg. Tr. G u t s l e i s ch , Ulrich u. a. traten entschieden für Annahme des Antrags ein. Um 1/4 12 Uhr wurde die Beratung abgebrochen. Zur Abstimmung über den Antrag kam es nicht einmal der vor- gcrüäten Zeit halber, sondern weil der Antrag nur zur vorläufigen Beratung stand und deshalb nach der Geschäftsordnung keine Abstimmung möglich war. 750 000 Mk. zur Verfügung stellen und 135 000 Alk. Garantie zeichnen. 330 000 Mk. sind bis jetzt aufgebracht und 35 000 Mk. garantiert. Der Kaiserliche Automobil-Klub hat außerdem 250 000 Mk. gezeichnet. — Vor einigen Tagen wurde berichtet, die 10jährige Sofie Appolonia Neukauf in Oberrad, Offenbacher Landstraße 356, sei infolge einer Mißhandlung in der Gruneliusschule durch eine Lehrerin gestorben. Die Feststellung des Gerichtsarztes Roth hat aber ergeben, daß das Kind eines natürlichen Todes, infolge tuberkulöser Hirnhautentzündung, gestorben ist. Die Lehrerin trifft feine Schuld. - Der besuchteste Ort unserer Umgebung wird morgen Lich sein, woselbst das Gauturnfest des Gaues Hessen stattfindet. Auch aus Gießen, dessen beide Turnvereine ebenfalls dem Gau Hessen angehören, wird das freundliche Nachbarstädtchen auf einen starken Besuch rechnen können, zumal auch in turnerischer Beziehung viel gutes zu sehen fein wird. ** Der (Soangei. Arbeiterverein beteiligt sich an dem am kommenden Sonntag in Zeilsheim bei Höchst stattfindenden NerbandSfest des Mittelrheinischen Verbands Ev. Arbeitervereine und verbindet damit gleichzeitig eine Fahrt nach dem Niederwalddenkmal, sowie nach Wiesbaden. Während der Sonntag nur für das Verbandsfest bestimmt ist, geht die Fahrt Montag früh nach Mainz und per Dampfer nach Nüdesheim. Nach Besichtigung des Niederwalddenkmals fährt die Gesellschaft nach Wiesbaden und von da nach Gießen zurück. Da die Gesangsabteilung des Vereins sich an dieser Fahrt fast vollzählig beteiligt, stehen den Teilnehmern, falls das Wetter günstig ist, genußreiche Stunden bevor. •• Bürgersteige gießen! Wir bringen in Erinnerung, daß die Hausbesitzer bezw. deren Stellvertreter verpflichtet sind, die an ihren Grundstücken herziehenden Bürgersteige während der trockenen Jahreszeit täglich in den Früh- und Mittagsstunden begießen 511 lassen. Einer besonderen Aufforderung bedarf es im Einzelsalle nicht. Unterlassungen werden ohne weiteres zur Anzeige gebracht. ** Resultat der Damen-Ringkämpfe im Kolosseum vom 4. Tag. Fräulein Hanl 0 n - Elsaß siegte nach heißem Kampfe über Fräulein Muranky-Ungarn, durch Ärmsehlgrisf in 16 Min. 20 Sek. — Fräulein Manuela-Spanien verteidigte Berlin: Auf einer Studienreise durch Deutschland begriffen, trafen gestern abend etwa huiidert französische Vertreter der graphischen Industrien, Typographen und Lithographen und eine Anzahl Papieriudu- Jtrielier ein. Für heute ist eine Besichtigung der Reichs-' druckerei vorgesehen. Wien, 20. Juni. Der Studenten streik ist ent# schieden im Abflauen; trotz der Aufforderung der Innsbrucker Studenten, den Streik fortzusetzen, herrscht hier luenig Neigung dazu. Die Hörer der Technischen Hochschule in Prag sowie der Krakaiier Universität beschlossen, bereits heute den Streik einzustellen. Wien, 20. Juni. Der Belgrader Korrespondent der „Zeit" meldet, daß ein bekannter serbischer Staatsmann ihm mitgeteilt habe, daß die gegemvärtigeKrise zur Abdankung" des Königs führen werbe. Pilsen, 20. Juni. Aufsehen erregt hier der Selb st- m 0 r d des Infanteristen Josef Pecka. Er hatte z. Zt. als Freilvilliger den russisch-japanischen Krieg mitgemacht, wurde zum Ne serveleutnant ernannt und mit dem Andreaskreuz ausgezeichnet. Pecka, ivelcher Militär-Flüchtling war, wurde bei seiner Nückkehr nach Oesterreich strafweise in das hiesige Infanterie-Regiment als gemeiner Soldat ein/ gereiht. Laibach, 20. Juni. Die Vertreter der hiesigen Zeitungen im Krainer Landtage haben die Berichterstattung so lange eingestellt, bis ihnen das Präsidium des Landtages entsprechende Arbeitsplätze anweist. 4- Kirchhain., 18. Juni. Ein etwa 28 Jahre alter Mann namens Funk aus Rauschenberg, der zuletzt in Grünberg gearbeitet haben soll, überfiel gestern im Felde arbeitende Personen, ein junges Mädchen und eine Frau. Der Unhold, der einen sechsläufigen Revolver bet sich trug, wurde noch gestern'bei der Papiermühle verhaftet. fc. Frankfurt a. M., 19. Juni. Heute fand hier eine General-Versammlung des Vereins deutscher Motor- sahrzeugindustrieller statt, ui der u. a. über den Bau der Taunus - Autoinobil - Verkehrs- und Uebungs- slraße beraten wurde. Es wurde nach längerer Debatte beschlossen, eine Spezialkommission von neun Mitgliedern sofort zu wählen mit dem Auftrag, daß die projektierte Uebungs- bahn nach dem Taunus gelegt und weitere Mittel von der Autoindustrie zur Verfügung gestellt ,verden. Letztere ]oU angeordnet, ob der Schiedsrichter Prinz Hermann zu Schönburg-Waldenburg gemäß § 40 des Gräflich Er- bach-Erbachschen Hausgesetzes durch die Gesamtheit der Nachge- borenen, insbesondere auch durch den Erbgrasen Erasmus, oder dessen gesetzlichen Vertreter gewählt loorden ist, sowie Ermöglichung einer etwaigen Abänderung der Klage namens des Erbgrasen Erasmus in eine Feststellungsl'lage. Termin zur mündlichen Verhandlung, wird in 14 Tagen anberaumt. — Wie in maßgebenden juristischen Kreisen verlautet, wird der Gras Georg Albrecht und sein Sohn den Prozeß gewinnen. Kleine TageSchroute. In M ü n eh e n sind infolge schwerer u 10 m 0 b i l - und anderer S t r a ß e n b a h n u n s a l l e 7 Personen schwer verletzt und cm Kind getötet worden. Ter Schmied Eberle, vor am Donnerstag von einem Automobil überfahren wurde, ist feinen Verletzungen erlegen. — Der Bahnangestcllte Drechsel, der bei einer Explosion mi Bahnhof schwere Brandwunden erlitten hak, ist ebenfalls gestorben. — Ferner wurde der Eisenbahnbedienteste Hecker verhaltet, weil er seine Braut veranlaßt hatte, mit ihm eine 11eW Stelle d e r W ü r m zu du r ch q ne reu, wobei das M ä d ch en evtran k. Es bestehen Zweifel, ob es sich um einen Unglücksfall öder um ein Liebesdrama handelt. (Für Form und Inhalt aller uicicu Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ter Stadtvorstand ist sich darüber int Unklaren, wohin man den Juxplatz verlegen soll. Warum aber noch einen zweiten Tobn-Wabohu-Platz? Wir haben ja bereits einen! Wcrs nicht glaubt, verfüge sich einmal in die Ludwigstraße, in der Nähe der Bismarckstraße, da kann er abends zwischen 7 und 9 Uhr (manchmal dauert cs auch bis 11 Uhr) einen Sänger, eine Sängerin, einige Klavierspieler, einen „Schmettermessingbläser", einen Stümper auf dem „Hochholz" und dein „Ohl-Karina" und einen Violonspicler hören. Alles bei offenem Fenster! Dazwischen läßt ein Hund seine langgezogenen, melodischen Töne durch die milde Nacht erschallen, und wenn dann aus Steins Garten — wie dies gestern abend der Fall war — die Klänge der Regimentsmusik herübertönen, und es schlägt von den verschiedenen Kirchtürmen 8, 9 oder 10 Uhr, bann möchte ich den sehen, der in Abrede stellt, daß ein Juxplatz ein Kinderspiel gegen ein solches Tonsegseucr ist. Etwas lvird der musitatijch Gebildete noch vermissen: das ist die große Trommel! Vielleicht verlegt ein Virtuose auf diesem Instrument seine Wohnung mitten in diesen Hexenkessel der Töne und haut daraüs loS, was das Zeug hält. Des Dankes der Anwohner darf er sicher sein, vorausgesetzt, daß sein Bum-bum so mächtig durchdringt, das; man das Gedudel, Gefiedel, Geklimper, Sdeitlen und Zühneklappern weniger hört. Wer liefert billig Watte? ss2"/» schädlich. Za haben in den bekannten Geschäften. o bis zum 24. Juni 1908 entgegen. J'osepli Bankgeschäft. 3799 M. 20 000 000.— bis 1. Juli 1918 unkündbare 4°/0 Hessische Staatsschuldverschreibungen von 1908. Zeichnungen auf obige Anleihe nehme zum Kurse von B8" Rollladen und Jalousien liesert schnell und billig. 105165 Schlosserei £>. Schön. Aufforderung. Detr. : Die Reinhaltung und Wegsamkeit der Straßen und Plätze^ Wir machen daraus aufmerksam, daß auf Grund bcs 5 3 des Lokalreglements vom 10. November 1879 alle ^usbesttzerb^m bereu Stellvertreter verpflichtet.sind, bei a^altend trockemr und heißer Witterung morgens zwischen b und 8. Uhr und nach- mittaas zwischen 12 und 2 Uhr das vor ihren ü>runblhitfen belegene Bankett nebst Flußrinne mit reinem Wasser begießen 3U Wr' es unterläßt, dieser Ausforderung nachzukommen, hat die gesetzliche Strafe zu gewärtigen. Gießen, den 18. Ium 1908. , Großherzogliches Polizemmt Gießen. I. V.: Froelich. Die neue Aera in der Haus wüsche m der vollständige Wandel der bisherigen Waschmethoden wurde hervorgerufen durch ra das erste Waschmittel der neuen Richtung „Ding an sich“. Es bleibt auch das beste. Man lasse sich durch unvollkommene Nachahmungen nicht irreführen, die zum W Teii einen erheblichen Zusatz an Soda enthalten. Autoritäten auf diesem Gebiete be- m künden übereinstimmend, daß kein einziges der zahlreichen Plagiate und Imitationen M auch nur annähernd den praktischen Erfolg sichert wie „Ding an sich“. Frei von i Chlor und Soda. Frei von allen die Wäsche angreifenden Bestandteilen. 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Es hieben Arbeit: 1 Schuhmacher, 1 Handlungsgehilfe, 1 Eisendreher, 1 Maschinenschlosser, 1 Mechaniker, 1 Weißbinder, 1 Schlosser, 1 Hausdiener, 3 Fahrburschen, 12 Arbeiter, 1 Haushälterin, 4 Lauffrauen, 1 Näherin, 1 Waschfrau, 1 Kindermädchen. Samstag, den 27. Juni d. I., vorm. 11 tthr, öffentlich vergeben werden. 1. Liefern und Legen von Linoleum, 2. Liefern und Verlegen von Kieinenböden, 3. Weißbinderarveiten (2 Loose). Gießen, den 15. Juni 1908. Großherzoaliches Llmtsgericht. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Bordruck, der daselbst erhältlich, und bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 20. Juni 1908. Städtisches Hochbauamt. ©erbet Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis ge bracht, daß die Einlösung dieser Schuldverschreibungen und zwar vom 1890er Anlehen: bei der Stadtkasse Gießen und bei der Dresdener Bank Frankfurt a.M. vom 1892er Anlehen: bei der Stadtkasse Gießen, bei der Mitteldeutschen Creditbank, Filiale Gießen und bei den Bankhäusern Ephraim Meyer & Sohn-Hannover, Mauer Plaul-Eastel erfolgen rann und öag die Berzinsung mit Ende September 1908 aufhört. Bon den in vorhergehenden Jahren ausgelosten Schuldverschreibungen sind noch nicht zur Rückzahlung vorgelegt worden. Lit. K 70 über 200 iVft. Gießen, den 20. Juni 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. M e c u in. Kuder & Sonneborn a) vom 1890er Anleben: A 2, 176, 178, 182 B 51, 56, 61, 109, 110, 257 <' 31, 111, 118, 126, 172, 197, 227, 290, 420 . D 3., 89, 117 E 5, 59, 96 Arbeitsvergebnng. Die nachstehenden Arbeiten zur Unterhaltung der Gebäude des Realgymnasiums und der Oberrealschule sollen Bskmumnachrmg. Bei der am 18. Juni 1908 vorgenommenen planmäßigen Verlosung wurden auf 1. Oktober 1908 folgende Schuldverschreibungen der Stadt Gießen zur Rückzahlung bestimmt: B *:tt n ch richtigrmg. Betreffend: Die Firina Karl Brannwarth, Allendorf a. d. Lda. Der Firmeninhaber Karl Braunwarth, dessen Aufenthalt unbekannt ist, wird benachrichtigt, daß die Löschung der Firma im Handelsregister beabsichtigt ist. Zur Geltendmachung des Widerspruchs wird eine Frist von 3 Monaten festgesetzt. zu 2600 Mk. // 1000 „ M öOO „ „ 300 „ „ 200 „ Wen. Gartenstraße 2, Zimmer 2. Es können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Friseur, 1 Sattler und Polsterer, 1 Wagner, 1 Spülbursche, 1 jüngerer Arbeiter, 1 Haushälterin, 2 Lausmädchen, 2 Lauffrauen, 14 Dienstmädchen, 2 jüngere Kindermädchen, 1 Putzfrau, 2 jüngere Hausburschen. 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