Nr. 116 Zweites Blatt Montag 18. Mar 1908 Erscheint tSgttch mit Ausnahme des Sonntags. 158. Jahrgang Redakteur des „Taunusboten" Fr. Passauer- Homburg. Tas Bild des Kaisers erhielten der Tirektor des Kaiserin Friedrich-Gymnasiums Geheimer Regierungsrat Schulze-Homburg. Der Kaiser hat den beabsichtigten Besuch beim Grafen Görtz in Schlitz, wie verlautet, abgesagt. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. ersprod netc,ealfcd er Crei»«; isMito j nia Drop rl Seibel Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion: HZ 2Lt..2ldruAnzeigerGießen« Die ^Gießener ZamtltenblSNer- werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblott ffir den Kreis Gietzen" zweimal wöchentlich. Dre „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Giefzener Aonzertverrein. R e u nteS Konz c t t. Llammermufik - Matinee. Schlägerei vor der Grazer Universität- Anläßlich der Proinotion eines katholischen Studenten in Graz erschien der Abg. Heyhenhofer mit 200 Bauern in der Universität. Es kam zu einer wüsten Schlägerei zwischen den Bauern und den Studenten, wobei mit Fällstcn, Stöcken und Regenschirmen lcsgeschtagen wurde. Der Rektor ließ die Promotion absetzen; alsdann fam es zwischen der Wache unb den Bauern z u einem Z u s a m m e n st o ß. Die Wache konnte sich nur mit der blaiiken Waffe gegen die Angriffe der Bauern verteidigen. Auf beiden Seiten gab es einige unerhebliche Verletzungen. Die deutsch-nationalen Studenten veranstalten einen Demonstrationszug durch die Stadt. Wie die „Reue Freie Presse" zu dem Vorfall mitteilt, handelt es sich um die erste Promotion eines Mitgliedes der studentischen Verbindung „Carolina", die in vollem Wichs erfolgen sollte. Da die deutschnationalen Verbindungen bisher den Carolinen das Recht, Schläger zu tragen, bestritten, hätten die Klerikalen eine Störung der Promotion von dieser Seite besorgt und seien Bauern den Carolinen zu Hilfe gesandt worden. :ht: laientrkruisFe mmI lansei Htnimrid«! cnGicbtnuv'w ellkollei.it-J™ itirksli™ läge 1B-- bKSSÜ ■ fjr’l iÄ <•5 TienD;,v politische Sagesschau. Die Feuerbestattullg in Preußen. Zu dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts in der Frage der fakulativen Feuerbestattung hat die Negierung selbstverständlich noch keine Stellung zu nehmen vermocht. Wie jedoch an unterrichteter Stelle erklärt ivurde, muß man sich darauf gefaßt machen, daß die kirchlich gesinnten Kreise und gleich diesen die Kirchenbehörden ihre niehr oder weniger ausgesprochene Gegnerschaft gegen die Feuerbestattung nunmehr wieder lauter und sehärfer betonen werden, als es in der letzten Zeit der Fall >var. Wie sich die Sache weiter entwickeln werde, lasse sich gar nicht voraus- sagen, und niemand sei dazu augenblicklich im Stande. Es sei daher nicht ausgeschlossen, daß das gesamte Staats- ministcrilun sich mit der Frage befassen werde. Ausland. Kreta. Tie italienische Regierung l)al die Zahl der itali-- nischen Truppen aus Krcra bereits aus ein Bataillon reduziert. Dieses Bataillon wird als lebte Abteilung der internationalen Truppen die Insel verlassen, d-a es in sttmea in Garnison liegt, wo sich der Sitz der Regierung befindet. Mehrere Bürgermeister aus S ü d d e u t s ch l a n dl sind zur Besichtigung Londons und seiner Einrichtungen in der englischen Hauptstadt eingetroffen und von dem Präsidenten deri British Nunicipal Society, Lord Lyvedon, empfangen worden.। Gin englisch-französischer Handelsvertrag. , Der Londoner französische Botschafter bat an die britische Regierung förmliche Vorschläge über den Abschluß eines englisch-französischen Hanoelsvertrages gemacht. Ein vorläufiger Meinungsaustausch hat bereits zwischen dem. Staatssekretär Sir Eduard Grey und dem französischen Handelsminister Cruppi stattgesunden. Als Correlat des englisch-französischen Handelsvertrages wird offiziell auch jenseits und diesseits des Kanals lebhaft das Zustandekommen einer Herabsetzung! das Brieftariss auf ein Penny und die Herabsetzung der Telegramm-Gebühren angestrebt. Der Erbprinz von Monacco wurde am Samstag von betrunkenen Studenten mit Steinen beworfen, als er im Automobil einen Ausflug in die Nähe von Nizza unternahm. Ter Erbprinz ließ den Wagen halten und ging den Angreifern zu Leibe. Er richtete zwei von ihnen mit Faustschlägen übel zu. Ter Herzog von Harcourt ist am 17. Mai in Penig gestorben. Pariser G e m e i n d e w a h l e n. Nach der endgültigenFest-. stellung des Ergebnisses der Gemeindewahlen gewinnen die Republikaner die Mehrheit in 25 Hauptorten. Von allen Gemeinden JrAntreichs ausschließlich des Seine-Departements werden die Republikaner endgültig die Mehrheit in 1984 Gemeinderäten haben. Ter VvrstaM» des Internationalen Bundes bet. Landwirtschaftlichen Genossenschaften tagte am 15. und 16. Mai in Luzern unter dem Vorsitz des Generalanwalts- Geheimrats Haas-Tarmstadt. Vertreten waren Teutschland, Italien, Oesterreich und die Schweiz. Der nächste Bundestag findet, auf die Einladung Italiens am 23. und 24. September in Piacenza statt. Bei einem Rekognoszierungsritt gegen dem Khapakpaß wurden zwei Schwadwnen des 21. Lanecrregi- ments aus dem Hinterhalt überfallen. Sie verloren zwei. Mann. Eine Schützenabteilung säuberte den Paß von den Eingeborenen, die sich ohne weiteren Kämpf zurückzogen, und der Vormarsch konnte fortgesetzt werden. Ties ist der erste Zu-j 1 am men ft ob in der neuen Stra s e x p ed t l r o n gegen die Mohmands. Die Regierung erließ eine Proklamation^ in der sie erklärte, daß nur die Stämme, die britisches Gebiers für Klavier und Violoncell von Mozarts Sohn nicht. Wolfgang Amadeus Mozart der Jüngere soll seiner Zeit ein recht tüchtiger Musiker gewesen sein, als Komponist hat er aber nicht viel von feinem berühmten Vater. Die gestern gespielte Sonate weist ja manche hübiche Stellen auf, aber ihr fehlt es leider auch nicht an Trivialitäten. Vor allem fehlt ihr das Göttlich - leichte und Graziöse. Recht ansprechende Stellen fanden sich vor allem im zweiten Satze und im Allegretto. Reich an Schönheiten waren die eingangs erwähnten beiden Trios von Schumann und Beethoven für Klavier, Violine und Violoncell. Es ist schwer, Vergleiche zwischen beiden zu ziehen und es ist noch schwerer, die einzelnen Schönheiten besonders hervorzuheben, denn wir haben in beiden Kompositionen eine schier erdrückende Fülle der herrlichsten musikalischen Gedanken. Um das gute Gelingen des Konzerts machte sich insbesondere Herr Prof. G. Trautmann am Klavier verdient. Violine und Violoncell waren durch die Herren Adolf Rebner und Johannes Hegar aiis Frankfurt a. M. vertreten. So hoch man auch Herrn Redner als Geiger einschätzen mag, im Zusammenspiel war er gestern nicht immer zu loben. Neben einigen kleinen Entgleisungen und Willkürlichkeiten kam die volle Klarheit des Tones nicht immer zur Geltung. Noch größere Unsicherheiten und Unreinheiten zeigten sich im Spiele des Herrn Hegar. Schade, Herr Trautmann, der sich in seiner Klavierbegleitung bei glänzender Technik größter Exaktheit befleißigte, hatte unter diesen Um» ständen eine doppelt schwierige und undankbare Aufgabe. ♦ — Ein vorbildlicher W a l d s ch u tz ist in Preußen von der Staatsiorstverivaltung dadurch eiugesührt werden, daß sie einzelne den Staatsiorslen zugehörigen Saldteile von naturwissenschaftlichen oder ästhetischem Werte reserviert und von jeder Bewirtschaftung ausschließt. So bleibt z. B. in der Oberförsterei Reppen in der Mark ein ansehnlicher Waldbestand mit Weißtannen, die dort urwüchsig sind, von jedem Einschlag verschont; m der Oberförsterei Soran wird ein 200jähriger Mischbestand von Kieser, Eiche und Weißbuche vom Kahtschlag ausgeschlossen. In einem andern Falle hat die Forstvcrwaltung besondere Mittel gewährt, um eine Moorfläche mit der seltenen Zwergbirke, die nicht abgetrieben werden dar» durch Ankauf zu sichern. Delegiertentag des Bundes süddeutscher Industrieller. In Mannheim tagte gestern der Telegiertentag des Bundes süddeutscher Industrieller. Es gelangten folgende beiden Resolutionen zur Annahme: 1. Der Verband süddeutscher Industrieller erklärt sich für eine vernunftgemäße Fortführung der Sozialpolitik, insofern als dadurch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der süddeutschen Industrie nicht behindert wird. 2. Ter Verband süddeutscher Industrieller und der ihm angeschlossene württem- bergische Jndustrieverband beklagt die Vorgänge, die zur Lösung der Vereinigung der bisher verbündeten Organisationen geführt haben, billigt aber durchaus den Austritt des Bundes aus dieser Gemeinschaft und sieht seine Hauptaufgabe darin, durch den Ausbau seiner eigenen Organisation und durch ein festes Zusammengehen mit den auf gleicher Grundlage errichteten Landesindustrieoerbänden namentlich den Einfluß der verarbeitenden Industrie, die in dem Zentralverbande deutscher Industrieller nicht die gebührende Vertretung findet, in jeder Weise zu stärken. Das Kaiferpaar in Wiesbaden. Der Kaiser und die Kaiserin machten am Samstag mchmittag mit dem Reichskanzler eine Spazierfahrt. Zur 'bendtafel im königlichen Schlosse waren geladen Prinz Friedrich Karl von Hessen mit Gemahlin und Botschafter £taf Wolff Metternich. Der dritte Tag der Festvorstellungen brachte „Moers Bibliothekar". Tas Stück wurde sehr flott gespielt; die Msstattung und die Kostüme waren neu und im Stil der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts gehalten. Mit b*n Majestäten erschienen der Prinz und die Prinzessin Friedlich Karl von Hessen in der Hofloge. Tas Publikum emp- 'i ng die Majestäten mit Hochrufen. Der in Wiesbaden weilende König Leopold von Belgien empfing Samstag abend den Besuch des deut- i ch e n Reichskanzlers Fürsten von Bülow. Am gestrigen Sonntag wurde in Gegenwart des Kaiser- L poares die neue Erlöserkirche in Homburg v. d. H. eingeweiht. 1 er Kaiser und die Kaiserin mit dem Reichskanzler und L tat Damen und Herren des Gefolges, sowie Prinz und Prin- ■ c jfin Friedrich Karl von Hessen trafen kurz vor 10y2 Uhr I uri Schlosse ein unter dem Geläute der Glocken der alten )«skirche, der Erlöserkirche und der katholischen Kirche. Die Nlerhöchsten und Höchsten Herrschaften schritten vom > Glosse aus durch den Garten zur Kirche. Unter den .'Hängen des Präsentiermarsches und der Nationalhymne K'j£)tüt der Kaiser die Front der Ehrenkompagnie ab. Der 1 itaifer trug die Uniform des 1. Garde-Regiments z. F. mit B ten Abzeichen eines Generalfeldmarschalls, Dienstanzug mit Mde n Jnterin'sfeldmarschallstab. Tie Kaiserin hatte ein blaß- I ÜCa Kostüm ungelegt. Professor Jacobi begrüßte die , Jtajeftätcn und überreichte als Mitglied des Kirchenvorstan- ■ dem Kaiser eine Adresse mit einem Album von - der v.t iche. Professor Schmechten, der Erbauer der Kirche, i .berreichte dem Kaiser den Kirchenschlüssel; der Kaiser gab 8 lljii dem Generalsuperintendenten Oberhofprediger Dr. Try- j. tnder und dieser dem Dekan Wagner, der die Kärchentür I! ([fnetc. Oberhofprediger Dr. Tryander hielt eine Ansprache ,iiD nahm den Weiheatt Vor. Während des Weihegebetes Ruhob sich die Gemeinde, und das Geläute der großen Glocke L ittöntc. Das Innere der Kirche bot einen überwältiaend schönen iuibrud. Die romanischen Formen der Architektur, die wundervollen Mosaiken in blau und gold, der große Be- i buctstungskörper in Form eines Kreuzes von der Decke :erabhängend und das von der Kaiserin für den Altar ge- äftete mit Halbedelsteinen reich geschmückte Kreuz, ver- Kinten sich zu einem weihevollen Bilde. Unter Orgelspiel MN-d Glockengeläute verließen die Majestäten und danach ■ tie Gemeinde der Kirche. Ter Kaiser nahm den Vvrbei- Miacsch der Ehrenkompagnie ab und zog den kommandieren- j?n General v. Eichhorn in ein Gespräch. Die Majestäten ' ^ten sodann in Automobilen nach Wiesbaden zurück. Mrinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen begaben Mich nach Philippsruh, um dort an der Geburtstagsfeier der ffliaubgräftn Anna von Hessen, Prinzessin von Preußen, teil- ueiebmen. Ter Kaiser bat anläßlich der Feier eine große Reihe ! io«ii Auszeichnungen verliehen. Den Anwesenden mcdeu diese vor der Feier in der Vorhalle der Kirche durch j len Kultusminister Holle mit einer Ansprache überreicht. \ 11. i. erhielten: den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichen- ; pinb Geheimer Baurat Professor Jacobi; den Kgl. Kronen- jhben 2. Kl. Geheimer Baurat Professor Schwechten; den Mg l. Kronencrden 3. Kl. Oberregierungsrat Petersen-Wies- iiien und der Kurator oer Universität Bonn Geheimrat k!iblbinghaus; den Roten Adlerorden 4. Kl. Dekan Wagner, Ichor a. T. Fischer-Homburg, städtischer Kapellmeister Iwan ; ZÄulz-Hoinburg: den Kgl. Kronenorden 4. Kl. u. a. der kjitS zuletzt genannte Lied war von ganz außerordentlich ^rufender Wirkung. Auch die folgenden Kompositionen dn. Brahms und Hugo Wolf zu den Liedern von Hölty, tymb und Heyse hätten größeren Beifall verdient, als ihnen ?ft-(ün zuteil wurde. „Spielmann, willst du dir Gunst ec- mgtn, darfst du von deinem Leid nicht singen. d‘ceuoc Wc den Gästen aus, Wermut haben sie selbst zu Haus." io heißt es in einem alten Spielmannsliede, und die Wahrst dieser Worte mußte auch die Sängerin des gestrigen 'omjertes an sich erfahren: das Publikum ist bet traurigen ^cn melst undankbar. . . , Besonders zu erwärmen vermochte dre Sonate in D-aur Gießener Anzeiger General-Anzeiger fiir Oberheßen ihris 'elephoaSjj u. ich eine» Rl irnen 'M rl Ger"16' Zwei wunderbare Perlen der Kammermusik, Schumanns Imo op. 110 in G-moll und Beethovens Trio op. 70 Nr. 1 i D-dur, gaben die äußere Umrahmung des gestrigen Kon- Huies in der Reuen 9(n(a ab. Und so wie etwa Hans Thoma Müht ist, Bild und Rahmen in einen sinnvollen, harmonischen änunenhang zu bringen und zu einem organischen Ganzen i> verschmelzen, um eine schöne einheitliche Wirkung beim ^ihauer zu erzielen, so ähnlich ivar es auch mit dem gest- tgun Konzert bestellt. EZ war eine einheitliche, etivas düstere st'mdstimmung da, etiva die Stimmung eines regeügrauen :tab|Hage§; und draußen lachte doch ein schöner, sonniger Waientag. Zunächst die Sängerin: eine sympathische, vortrefflich ejchulte Stimme, voller Slusdrucksfähigkeit, aber der Vortrag Malt, so eisig, so unfroh. Wie im Schmerz erstarrt ist dti im Gesichte und im Wesen dieser Sängerin. Uebcr diese hiten Mienen huschte auch nicht das leiseste Lächeln, und bt Gesang macht dckch sonst die Seele frei und leicht und |!lo6, Leid und Entsagung tönte aus allen Liedern, die Frl. Harie Groß aus Pforzheim gestern sang. Recht charak- Wsch mar ja auch ihr Programm: „Der König in ^hule" ’ii* „Rastlose Liebe" von Goethe-Schubert, „Wer macht dich e» > !rank" und „Alte Leute" von Kerner-Schumann und $ i ,!Ü! Hochländer-Witwe" von Brirns-Schumann. Namentlich General Lyautcy wird mit einem alsbald zu ernennenden Oberkonunissac die Ausführung der zwischen Frankreich und Rtarokko vereinbarten Bestiminungen leiten. Die Befugnisse des Generals Lyauthey haben indessen eine kleine Einschränkung erfahren. Der französische Ministerrat sah sich, um gewisse Empfindlichkeit des Generalgouvernements von SUgerieii und der französischen Gesandtschaft in Tanger zu schonen, veranlaßt, ausdrücklich zu erklären, daß der Oberkonuniffar für das algerisch-marokkanische Grenzgebiet General Lyauteo etwaigen Anordnungen jener beiden Zivilbehörden zu willfahren habe. Nicht abgegrenzt würden die militärischen Befugniffe des Oberkommissars^ und des KorpSchcfs von Algerien Generals Bailloud. Für die von General Vigy unternommenen Streifzüge, bereit Ziel das Tajiletgebiet ist, wo die Franzosen sich festsetzen wollen, trug bisher Bailloud die Verantwortung. Bei der künftigen Führung dieser wichtigen Unternehmungen dürfte Lyautey eigene Methoden zur Anwendung bringen. Deutsches Reich. S t a a t s s e k r e t ä r D e r n b u r g hat am Samstag die Ausreise von Southampton auf dem Dampfer „Kenilworth" nach Kapstadt angetreten. Neuer Oberbürgermeister von Mannheim. An Stelle des am 31. März d. I. verstorbenen Oberbürgermeisters Dr. Otto Beck wurde der bisherige erster Bürgermeister Martin zum Oberbürgermeister der Stadt Mannheim gewählt. Der frühere Bezirksamtmann von Atak- pame (Togo) Geo A. Schmidt, der bekanntlich während der Kolonialkrisen der letzten Jahre Gegenstano heftiger Angriffe gewesen ist und damals, um seine Sache ungehindert durch amtliche Rücksichten versechten zu können, seine Entlassung aus dem Reichsdlenst genommen hat, ist w i e d e r in den Reichsdienst zurückgetreten. Seine Einberufung in das Reichskolonialamt zu vorläufiger Beschäftigung ist bereits erfolgt, doch ist anzuuehmen, daß Bezirksamtmann Schmidt in der nächsten Zeit wieder einen Außenposten — voraussichtlich in Deutsch-Ostafrika — erhalten wird. Der Parteitag der sozialdemokratischen. Partei Bayerns wird am 28. und 29. Juni in München abgehalten. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die nächsten Gemeindewahlen in Bayern. N e u e Z a h l u n g s w e i s e. Der Reichskanzler hat der' Reichshauptkasse in Bezug auf die Giroüberweisung der vierteljährl. zahlbaren Beamtengehälter der Zivilpensionen und der Hinterbliebenen-Bezüge die erforderlichen Anweisungen zugehen lassen. Tie neue Zahlungsweise ist nachträglich zum Versuch auf die monatlich zahlbaren Gehalts-- gebührnisse und Militärpcnsiouen ausgedehnt worden. Die Mecklenburgische Verfassung. Eine vomj liberalen Landeswahlverein beider Mecklenburg nach Schwer rin einberufene Delegierten Versammlung sämtlicher mecklenburgischer liberaler Orlsver- eine und die sich daran anschließende öffentliche liberale' Versammlung lehnte einstimmig den neuen Berfass n n g s e n t w u r f ab, und sprach die Erwartung aus, daß die Regierung baldigst einen neuen, den gemachten Versprechungen der Großherzöge entsprechende Vorlage heraus- gebeu werden. Der Kriegsschatz des Deutschen Reiches im JuliuSturm wurde am Samstag vom Staatssekretär des Reichsschatzamtes Sydow in Begleitung des Stadtkommandanten von Spandau und der dazu bestimmten Reichstags- l'ommission einer Revision unterzogen. Nach den üblichen Stichproben wurde die Schatzkammer wieder geschlossen. >1 4 H -f verletzt haben, bestraft werden sollen, i>aß aber Teinerlet Gebiet annektiert und das 'frühere Verhältnis nach der erfolgten Bestrafung wieder hergestellt werden soll. Zur Lage in Rußland. Der Derl. Lokalanz. meldet aus Petersburg: Auf dem Bahnhose Zarskoje Szele wurde ein achtzehnjähriges Mädchen verhaftet, bei dem ein kompromittierender Briefwechsel gesunden wurde, aus 'dem man auf ein geplantes Attentat schließt. Die Abteilung des Generals Snarski hat, wie vom Kaukasus gemeldet wird, die persische Grenze überschritten. Der Statthalter des Kaukasus, Graf Woronzcw-Taschkow hat unter der Androhung administrativer Ausweisung den Juden jeden Besuch der kaukasischen Kurorte verboten. Die Odessaer Stadtvertretung hat den durch die Veranstaltung von Judenhetzen bekannten ehemaligen Odessaer Stadthauptmann, General Neidhavdt, zum Ehrenbürger Odessas ernannt. Aus Stadt und Land. Gießen, 18. Mai 1908. , **DerKaiserbesuch ist endgültig abgesagt. ; Vom Regimentskommando wird uns mitgeteilt, daß ' nach persönlich cingezogener Erkundigung bei der Kaiser!. Ge- neraladjutantur, sowie beim Militärkabinett S. M. des . Kaisers der Kaiser in diesem Jahre eine Besichtigung des , Regiments in Gießen nicht abhalten wird. Die Besichtigung , war von einem längeren Aufenthalt in Homburg abhängig gemacht worden. In den, für den nur kurzen Aufenthalt in Wiesbaden getroffenen Dispositionen, war eine Besichtigung des Regiments nicht in Aussicht genommen., Das Bedauern, daß in diesem Jahre der seit zwei Jahren hier eingeführte Kaiserbesuch ausfällt, wird in der Bürgerschaft allgemein sein. Immerhin kann man aus den Mitteilungen der Kaiserlichen Umgebung entnehmen, daß die Absage nur aus besonderen Verhältnissen heraus erfolgt ist und für spätere Jahre der Gießener Kaisertag wieder in sein Recht treten toird. ** lieber die Lahnkanalisation spricht sich der Verein für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsvezirt Dortmund in seinem letzten Jahresbericht wie folgt aus: „Tas Projekt der Lahnkanalisation nimmt erfreulicherweise immer festere Gestalt an. Das auf Veranlassung der Regierung vom der Wasserbaninspektion misgearbeitete Projekt ist jetzt fertiggestellt und der Regierung vorgelegt. Eine Ende des Berichtsjahres dem Ministerium zugegangene, vom Kanalvereiu ausgearbeitete Denkschrift, die sich eingehend mit der wirtschaftlichen Bedeutung und der Rentabilität der Lahnkanalisierung beschäftigt, kommt zu auffallend günstigen Ergebnissen. So ist na- mentlrch, trotz geringer Usersänge ein besonderes Interesse des Gwßherzvgtums Hessen ausgerechnet worden, das sich vornehmlich in Greßen zu konzentrieren scheint. Wie die Angaben in der darüber ausgestatteten Denkschrift besagen, soll Gießen schon jefct in der Lage sein, 570 000 Tonnen lahnabwärlS verfrachten hu können; diese Mengen werden sich naturgemäß nach erfolgter Inbetriebnahme des Kanals noch steigern, wenn erst die dann in Aussicht genommenen industriellen Anlagen in der Nähe dieser <^tadt fertiggestellt sind. Die Kosten der Schiffbarmachung für bte etwa 142 Kilometer lange Strecke von der Lahnmündung bis Gießen sind auf ea. 20 Millionen. Mark berechnet worden, von denen etwa vier Millionen auf Hessen entfallen würden." ** Parlamentarisches. Der 4. (Gesetzgebungs-) Ausschuß setzte am Samstag seine Beratungen fort und beriet zunächst den Antmg Nvack, betr. die Gleichstellung der höheren fS ch u l e n in Heften. Danach sollen die Bevechttgungen der Abiturienten von Realgymnasien und Oberrealschulen dahin erweitert 4verden, daß sie auch zunr Studium der Rechtswissenschaft und des l-öheren Lehrfachs und die Berechtigungen der'Oberrealschulen zum Studium des Forstfaches gelten usw. Da nach einer Mitteilung der Regg. durch die Verordnungen vom 21. 4. 06, und 9. 6. 06 diesen Wünschen im Wesentlichen Rechnung getragen ist, wird der Antrag für erledigt erklärt. — Zu der Vorstellung der Gemeindevorstände von Alten-Buseck und Trohe betr. die Herstellung eines sFußpfadas nach dem Haltepunkt Rödgen wird nach dem Antrag des Berichterstatters Adelung entgegen der Ansicht der Regierung empfohlen, bei der Eisenbahnverwaltung dahin zu wirän, daß die Fußpfadverbindung hergestellt werde, zumal den Anliegern durch das Kreisamt, wie die Eisenbahn entspr. Zusagen gemacht wurden. — Die Vorstellung der Gemeinde Bretzenheim betr. die teilweise lieber nähme der Schul- l asten durch den Staat wird für erledigt erklärt, da mit Rücksicht auf die Gemeindesteuerresorm eine Erledigung der Frage nach Ansicht der Regierung auf diesem iLandtage nicht mehr möglich ist. Auch ist der Ausschuß der Ansicht, sdaß den Städten durch das neue Unterstützungswohnsitz-Gesetz bedeutend größere Armenlasten zugunsten des flächen Landes aufgebürdet wurden. Auch die Festsetzung der Grenzen zwischen Stadt und Land sei schwierig. Ein Ausgleich könne nur durch Bildung größerer Armenverbände geschaffen werden. — Der Antrag Hirsche! und Genossen betr. den Automobilverkehr auf den Landstraßen ist im Prinzip erledigt, da die Regierung die Rennen auf den Straßen verboten hat, auch feien reichsgesetzliche Maßnahmen zu erwarten. Der Antrag wird der Regierung mit dem Ersuchen überwiesen, zu erwägen, ob weitere Maß- nahmen zur Beseitigung von Mißständen nötig sind. — Zu dem Antrag Ulrich bett, die kostenfreie Ausbildung und Erhaltung befähigter Kinder unbemittelter Eltern auf den höheren Schulen und der Universität wünscht die Regierung nähere Vorschläge, während der Ausschuß dies von der Regierung erwartet. Die Melwheit des Ausschusses steht dem Antrag sympathisch gegenüber, hält ihn aber im Einverständnis mit der Regierung in Anbetracht der jetzigen Finanzlage für undurchführbar. ** Der Bezirkstag des Hassiabezirks Gießen fand gestern nachmittag im Lenz'schen Felsenkeller statt. Der zweite Vorsitzende, Bürgermeister und Landtags- abgeordnetcr Leun von Großen - Linden eröffnete um 31/4 Uhr den Bezirkstag durch ein Hoch auf den Großherzog, den Protektor des Hassiaverbands. Die anwesenden Gäste, nämlich das Mitglied des Präsidiums der Kriegerkameradschaft Hassia, Hauptmann a. D. Waldecker aus Darmstadt und der Ehrenvorsitzende des Bezirks und Präsid.ialmitglied Postsekretär i. P. Mayer von hier wurden begrüßt. Es fermen dann die Anträge zum Hassia-Verbandstag in Ortenberg zur Beratung, darunter der Antrag des Präsidiums: „Mitglieder der Kriegervereine können nicht gleichzeitig freien Gewerkschaften angehören, solange diese sozialdemokratische Organisationen sind, oder die sozialdemokratische Partei direkt unterstützen. Die beruflichen Interessen der Arbeiter im Verband sind außerhalb der Verbands- und Vereinstätigkeit durch geeignete Kameraden tunlichst zu fördern, insbesondere durch solche, welche als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer oder in anderer Eigenschaft dem gewerblichen und industriellen Leben nahestehen. Das Vorgehen seitens der Verbandsorgane ist daher zunächst in Form eingehender Belehrung gedacht." Weiter ist beantragt, daß in den Vereinssatzungen vom Jahre 1910 ab verschiedene Bestimmungen aufzunehmen sind, die für die Vereine selbst nur von größtem Vorteil sind. Dann stand noch ein Präsidialantrag bez. Aussprache über die Zweckmäßigkeit der Ausdehnung von Stellen- und Arbeitsnachweisen, wie sie in einem Aufsatz Nr. 5 des „Hessischen Kamerad" dargelcgt ist. Das Vortragswesen soll insofern eine Aenderung erfahren, als der Verbandsredner vom Verband anstatt 6 Mk. zukünftig 8 Mt. Auslagevergütung 'erhält, im übrigen aber die Vereine die Reise- und Transportrösten tragen sollen. Dem Kapitalstock der .Ernst-Ludwig-Stiftung sotten 15 000 Mark aus der allgemeinen Verbandskasse überwiesen werden. Ein Antrag Darmstadt, daß dorten am Sonntag nach dem 18. August 1910 ein Appell der dem Verband angehörigen Kriegsteilnehmer von 1870/71 abgehalten werden oll, wird freudig begrüßt. Im übrigen sand zu den Anträgen eine eingehende Aussprache statt, aus der zu entnehmen ist, daß dem zu entsendenden Delegierten fast in allen Punkten freie Hand bez. seiner Abstimmung gelassen werden soll. An Stelle der seitherigen Bezirks-Schieds- gerichtsmitglieder L. Petri III., Leicht und Daab, die ihr Amt niedergelegt hatten, wurden Buß und Dickorö neu-, owie Leicht wiedergewählt. Dieser Punkt der Tagesord- mng rief eine längere Debatte hervor, sodaß die letzten Punkte der Tagesordnung, Wahl eines Bezirksvorsitzenden, Wahl des Orks des nächsten Bezirkstags und die Sterbekasse, sowie den hessischen Kamerad betreffende Angelegenheit mußten bis zum nächsten Bezirkstag, der wieder in Gießen stattfinden wird, zurückgestellt werden. Mit einem Hoch auf den Kaiser schloß der 2. Vorsitzende in vorgerückter Abendstunde den Bezirkstag. ** Selbstmordkandidat. Gestern abend machte ein in den Neuen-Bäuen wohnhafter verheirateter Arbeiter in seiner Wohnung zweimal den Versuch, sich zu erhängen. Beidemal wurde er von seinen Angehörigen abgeschnitten und schließlich mußte sich die Polizei seiner annehmen und ihn in Polizeigewahrsam bringen. Heute morgen konnte er beruhigter entlassen werden. •* Rohling. Am Samstag abend wurde auf dem Brandplatze ohne allen Grund ein junger Di ann von einem anderen geohrfeigt. Als dieser den Namen des Täters durch einen Schutzmann feststellen ließ, drang der Mensch sofort auf den Schutzmann ein und stieß ihm utehr- nials gegen die Brust, daß ihm der Helm vom Köpfe fiel. Er wurde daraufhin verhaftet, leistete dabei aber derart Widerstand, daß der Schutzmann einige Soldaten um Hülfe anzusprechen gezwungen war. — Lauter, 17. Mai. Gestern abend veranstaltete die nationalliberalc Partei hier eine Versammlung, die trotz der ungünstigen Zeit verhältnismäßig gut besucht war und an der auch einige Herren aus Grimberg teilnahmen. Herr Riedel-Gießen hielt einen 1 fti'mbigen Vortrag über „Reichspolitik". Nach einer äußerst interessanten längeren Diskussion über die Kandidatur Lang, den Zolltarif und die Warenhausfrage, woran sich von hier die Herren Z im in er und Schlosser beteiligten, auf deren mehrfache Fragen der Referent ausführlich antivortete, wurde die Versammlung gegen U1^ Uhr von Amtsrichter Glaeser-Grünberg mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog geschlossen. Tas neue Reichsvereinsgesetz machte sich insofern bemerkbar, als der Vorsitzende zu Beginn fragte, ob Personen unter 18 Jahren in der Versammlung anwesend seien. W. Butzbach, 17. Mai. Nachdem erst vor kurzer Zeit aus dem L a n d e s z u ch t h a u s Mariens chloß drei Sträflinge, die Dienstag vor die Strafkammer zu Gießen zwecks Aburteilung wegen des verübten Diebstahls au Kleidern, die sie während der Flucht trugen, gestellt werden, entflohen sind, hat nun ein Gefangener aus der hiesigen Gefängnisanstalt das Weite gesucht. Er hatte sich Feilen zu verschaffen gewußt, feilte die Eisenstäbe am Fenster seiner Zelle durch und ließ sich an einer Strickleiter, die er sich selbst gefertigt hatte, herunter. Die Flucht bewerkstelligte er in der Nacht von Freitag auf Samstag. Morgens gegen 5 Uhr wurde er schon in Fauerbach, aus welchem Ort er gebürtig ist, gesehen. .Seitdem fehlt von dem Flüchtigen jede Spur. g. Bad-Nauheim, 17. Mai. Auf Anregung verschiedener Mitglieder fand gestern abend in der hiesigen Turnhalle eine a u ß c ro r d c n t l i ch c Generalversammlung des S p a r- u n d V o r s ch u ß v e r c i n s mit unbeschränkter Haftpflicht statt. Galt es doch darum, den Verein in einen solchen mit b e s ch r a n k- t e r Haftpflicht umzuwande ln. Die Gründe hierzu sind hauptsächlich in den Vorkommnissen unserer Nachbarschaft, wie Ober-Mockstadt, zu suchen. Tie Versammlung war von 110 Mitgliedern besucht, die sich alle für eine Umwandlung aussprachen. Da aber zur Erledigung dieses Punttes Vs der Geiamtmitglieder anwesend sein muß, von denen % dafür sind, reichte die Zahl der Erschienenen nicht aus, um die Frage zu erledigen. Aus diesem Grunde wurde eine zweite Versammlung auf den 27. Mai geplant, in der dann Stimmenmehrheit entscheidet. Ganz bestimmt aber wird der cingebrachte Antrag angeiwmmen. — Heute nachmitcag sand in der Turnhalle der Stadtichute die Ueber- reidjung d er Gese llenbriefe an die Lehrlinge statt. Außer den Prüfungsmeistern, Eltern und Meistern, wohnten zahlreiche Gäste, darunter Bürgermeister Dr. Kayser, Stadtverordneter Rockel aus Darmstadt, als Vertteter der Handwerkskammer und Hauptlehrer Janke von der erweiterten Handwerkerschule zu Friedberg der Feier bei. Außer dem Vorsitzenden, Schlossermeister Knipp, richteten letztere Herren herzliche Worte an die Versammlung resp. die Prüflinge. Tic Gesellenprüfung wurde von allen Lehrlingen bestanden. Die ausgelegten Zeichnungen und Gesellenstücke gaben Beweis, wie sehr Lehrer und Handwcrks- meiftcr bestrebt sind, die jungen Menschen zu tüdjtigcn Gesellen und Meistern heranzubilden. o Laubach, 17 Mai. Gestern wurden mittelst Leiterwagen unter Leitung des hiesigen Oberamtsrichters und zweier Mitglieder der Gerichtsschreiberei die Akten der Gemeinde Altenhain von Ulrichstein hierher verbracht. Auf ein Gesuch der Ortsbewohner, das die leichtere Erreichung des hiesigen Amtsgerichts unter Benutzung der Bahn von Freienseen aus barlegte gegenüber dem nahezu 2 Wegstunden entfernten Ulrichstein war auf Zuerteilung der 300 Einwohner zählenden Gemeinde Atzenhain hierher erkannt worden. — Der Aktuar Iohs. Weil feierte gestern das 25jährige Dienstjubiläum. Seit 45 Jahren ist derselbe in Gerichtsdiensten beschäftigt, bestand 1866 sein Aktuariatsexamen, wurde 1883 Gerichtsschreiber in Schotten, 1894 am hiesigen Amtsgerichte. Er ist der dienstälteste unter seinen Kollegen der Provinz Oberhessen und Starkenburg. △ Büdingen, 17. Mai. Der etiva zwanzigjährige Bernhard Knaf, der einer geachteten Bürgersfamilie entstammt, wurde gestern wegen eines Sittlichkeitsoerbrechens, begangen an einem Knaben, verhaftet und in das hiesige Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert. Dort versuchte er, sich mit den Hosenträgern zu erdrosseln, doch wurde der Selbst- Mordversuch noch rechtzeitig vereitelt. Es wäre zu wünschen, daß der wegen ähnlicher Vergehen mehrfach bestrafte Bursche, der ein Schrecken der ganzen Gegend ist, endlich einmal dauernd unschädlich gemacht würde. Eine Schwester des Knaf beging vor einigen Jahren in dem Augenblicke Selbstmord, wo sie verhaftet werden sollte. — Der Gemeinderat hat Professor Vetter le in in Darmstadt mit der Aus- . arbeitung neuer Pläne für Schulhaus, Turnhalle und Dienerwohnung beauftragt. — Prokurist Acker vom Bank- ) haus M. Wertheimer & Co., der sich seit dem 27. Januar in Untersuchungshaft befindet, ist vor einigen Sagen nach Gießen überführt worden. — Die „Erste Deutsche Binde, ku n st-Schule" unter Leitung von Herrn und Frau Hai, lieferant Roth (früher in Darmstadt), ist am 15. d. PftZ mit verhältnismäßig geringer Beteiligung eröffnet worden. R. B. Da r m ft a b t, 18. Mai. (Tel.) Cberbürgerineiitcr Morneweg hat sich seiner angegriffenen Gesundheit wegen zu längerem Kuraufenthalt nach Bad Orb begeben — Während des hiesigen Tapezier streiks kam es mehrfach zu Bedrohungen Arbeitswilliger, so daß dieserhalb verschiedene Strafverfahren anhängig gemacht werden mußten Einer der Führer, der aus Sachfen stammende Herm. Smon- laub, wurde wegen Fluchtverdachts verhaftet. h. Offen bach, 16. Mai. In einer gestern abend statt, gehabten stark besuchten Versammlung des Vereins zur Wahrung der städtischen Interessen teilte Stadt, verordneter Festmann mit, daß die Kaiserhofaktien-Afföre der Stadt einen Verlust von 170 000 Alk. gebracht habe. Die Unterschlagungen in der Stadtkasse betragen 80 000 Mk. Ei griff die frühere sozialdemokratische Stadtoerordneten-Mehr. hcit an. Beim Gaswerk sei der Voranschlag um 600 000 HK. überschritten worden. Das neue Elektrizitätswerk sei oöüio ungenügend, es müsse wohl ein neues gebaut werden. Stadt- verordneter Böhm sprach sich scharf gegen den Bürgermeister Dr. Düllo aus, derben sozialdemokratischen Arbeitern in noch nie gesehener Weise am 1. Mai entgegengekommen sei. Gegen den Bürgermeister wurden auch in der Diskussion scharfe An griffe gerichtet. (Frkf. ßtg.) * R obhci m a. b. Bieber, 17. Mai. Der Lokal-Ge. werbeverein wirb zu ber am 6. und 7. Juni zu Weilburg tagenden Generalversammlung bet Gewerbevereine für Nassau nachstehenden Antrag einbringen: „Die Generalversammlung wird ergebenft ersucht zu beschließen, den Vorstand zu veranlassen, bei der zuständigen Behörde dahin vorstellig zu werden, baß bie geplante Weiterführung bet Biebertal, bahn (Gießen-Bicber) bis Hohensolms als Schmalspurbahn die Genehmigung als solcher versagt wird und dafür eine Vollbahn gebaut wirb, bie ihre Einmündung in Bischoffen (Gladenbach-Herborn) erhält. Die Vollspurbahn möge so angelegt werden, daß sie die Verbindung zwischen Gießen- Bischoffcn und wenn dies nicht angängig, vorerst von Station Abendstern nach Bischoffen herstellt." 11 Frankfurt a. M., 16. Mai. Gestern vormittag be. sichtigte die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen unter Führung bcS Gerichtsassessors Dr. Schwartz die Heiinatb eit saus sie llung. Heute nachmittag wird der Staatssekretär des Innern von Bethmann-Hollweg in ber Ausstellung erwartet. — Der Justizminister Dr. Beseler trifft am Mittwoch in Frankfurt zum Besuch der hiesigen Gerichte und zur Besichtigung ber Gerichtsgebäude ein. Wie die Blätter melbcn, wirb er am Donnerstag der Sitzung bcS Jugenbgerichtshofes beiwohnen. — Der Inhaber des West- minsterhotels, Käthe, wurde heute morgen in dem Keller seines Hotels erschossen a usg es und en. Die Ursache dürfte in schlechtem Geschäftsgänge bcS Unternehmens zu suchen sein. Märkte. ko. Frankfurt a. M., 18. Mai. (Selegr. Orig.-Bericht des »Gieß. Anz."). 9(mt(. Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 462'Ochsen, 62 aus Oesterreich, 51 Süllen, 2 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 841 Kühe, Fersen, Stiere mit Rinder, 0 aus Dänemark, 299 Kälber, 286 Schafe und Hammel 00 Schafe aus Oesterreicy, 00 Ziegen, 1876 Schweine.^ Bezahl: wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 77—80 Mt. 2. Qual 68—70 Pik., 3. Quäl. 58-60Alk.; Bullen l.Cual. b4 tu 67 Nik., 2. Qual. 58-60 Ulf.; Kühe 1. Qual. 70-72 Mk., 2.Lua 60—62 Mk., 3. Quak. 38-40 Pik, 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Dual. 00—00Nik. Kälber: 1. Qual.98—100 Pfg., Lebendgcivichl58 -60Ps. 2. Qual. 84—88 Pfg., Lebendgewicht 48—52 Pfg., Schlack)!' ■ gewicht 70—72 Pfg. Schafe: 1. Qual. 82—00, 2. Qual. 74—<8 Pfg, 3. Quäl. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 63—00 Pfg., L'cbbgejr.. 49,5—00,0 Pfg., 2. Qu. 61-62,0 Pfg., iZcbeubgeiu. 4S.5-49 W 3. Qual. 52—56 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg. Geschält bet pornmet । mittelmäßig, Ueberfiand unbedeutend; bei Kleinvieh gut, rem Ueberstand. Äleinc Tagcschrouik. Schjffsunfalle. Tas Berl. Lgbl. meldet aus; Zweimaster „H einri ch" sprang auf Mittelbank int ^kagerra leck. Die Besatzung hißte die Notflagge, woraus sic von oe ■ Dampfer „Niels Frnsen" gerettet wurde. — Einem Telegramm.. aus Maasluis zufolge kollidierte der deutsche .tamp! „N ordsee" , von Narwich nach Rotterdam unterwegs, m . dem britischen Dampfer „Aveca", der von Holland nach * . ' bürg fuhr. Ter Dampfer „Nordsee" sank. Tie Mann, man ist mit A u S ir a h m e eines Matrosen und c i n ; Lotsen ertrunken. , ... Zum Konitzer Mord. Ter Burg verhaftete K V kommt bei dem Konitzer Morde als Täter oder ))nttater , - in Frage. Seine Aussagen beziehen sich nur aus andere fönen. Die Verhaftung wird aufrecht erhalten. Ein schwerer Unglücksfall, dem 15 Nonnen Opfer gefallen sind, hat sich in Woronesch erelgnct. lö Jwnw des dortigen Klosters lammetten auf dem Bahnhoft ötciinma Ter Regen überraschte sic und so suchten sie Schutz Waggons des der Abfertigung harrenden Gulerzuges. — - vend die Lokomotive angekoppett wurde, geriet b:v ö"g wegnng. Im gleichen Augenblick ertönte furchtbares Es gelang, den Zug anzuhalten, allein die Nonnen waren . teils gelötet, teils schwer verwundet. t Die Leiche der 19jährigen Komteß Mth Beith, die von ihrem eigenen Vater verkuppelt ivordc und nach der Verhaftung ihres Vaters ins Äasier ging, gestern Im Donaukanal bei Wien aufgefunden. Bvrausjichtlichc Witterung snr Hcüeu am Tleusiag, , 19. Mai: Fortdauer ber heiteren trockenen Witterung, -w hafte südliche Winde.__________________ < NESTLE5 PndSme£, • Ti artbewährtsrefs zuverlass^ Griginal-Drahtmelörrlisen. London, 18. Mai. Hier wurde ein unlersce oo einem völlig neuen Typ vom Stapel gelasien. , .roakr..: Konstruktion wird das größte Stillschwelge Selbst die Arbeiter wurden eidlich verpflichtet, keinerlei zu machen. Bekannt ist mir, daß die Dimensionen . größer sind, als die der bisherigen, daß es ferner vier - 3 besitzt und zwei Schrauben Hal. m^tional" -PitlSburg, 18. Mai. Tie A I l ° q h ° an »- bank wird heute ihre Pforten nicht öffnen, da oer« Barbestände die Liquidation beantragt hat. Die una nen) : dation ist in Unterschlagungen des Zlafsieier-- ö ,vuritn Höhe von 500 000 Dollars zu suchen. Dtontgo verhaftet. , ,s.. cnßoll!“ Tokio, 18. Mai. Die Wahlen zum A bg eo r onei. * n . ergaben eine geschlossene Al a j o r i t ä t ' ü r u i e - Rechtsanwalt Adolf Buss Offenbach, den 16. Mai 1908 MW WM Hungen, den 17. Mai 1908 Danksagung Roonftratze 24. verkaufen 04216 verkauft (04151 Baer, West Anlage 54. Bekanntmachung Gas- u. Dampf 3161 Frankfurt a. M., den 18. Mai 1908 Allen, welche mich anläßlich meines 25 jährigen Geschäfts-Jubiläums mit Aufmerksamkeiten beehrten, sage ich hiermit meinen herzlichsten Dank. SyEarie Buss geb. Werte Heute morgen 5 Uhr verschied nach langem, schweren Leiden meine unvergeßliche Frau, untere gute Jluttcr, Tochter, Schwester und Schwägerin Elisabeth« Mandler, ged. Gilbert Dem Allmächtigen hat Cousine und Schwester Wir suchen für die Bedienung der Turbinen, _ .. _ Maschinen einen tüchtigen Schlosser, welcher bereits in Maschinen 037621 Gut erb. Landauer sofort preisw. verkaufen. Alle Post. der BestattnngSgenossenschast der freien Schremcrvercinig- una GicKcn. 2384 H- Haas Hi. Bleichste. 8, Hinterhaus,—Telefon 692 Johanreelte Letzing geb. König und Künder. Die Beerdigung findet statt Dienstag, den 19. Mai 1908, nachmittags 3J/2 Uhr, Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Blumenspenden bei dem Heimgang unseres lieben Sohnes, Bruders, Schivagers und Onkels Karl Römer sagen wir hiermit unfern innigsten Dank. Familie Philipp Römer III., Schmied. Heuchelheim, den 18. Akai 1908. 3142 Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. Mai, nachm. 4 Uhr vom Portale des Offenbacher Friedhofs aus statt im Alter von 44 Jahr efallen, meine innigstgeliebte Frau, unsere treue, sorgsame Mutter, Grossmutter, Urgrossmutter, Gebrauchte, guterhaltene Gartenstühle zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote mit Preis uut. 3144 an den Gieß. Auz. erb. Nähmaschine, fast neu, zu ver- kauseu. (04170) Rittergasse 11II. Ann« mitö-Zim.-Wohnu. Garten yuuj jn guter Lage ist unter günstigen Bedingungen zu uerf. Schriftliche Angebote unt. 04098 an den Gieh. Anzeiger erbeten. Heute abend */26 Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treubesorgter Vater Für die trauernden Hinterbliebenen: Or. Rotage, Geheimer Medizinalrat Konkurs-Versteigerung. l’eberniorijen Mittwoch und folgende Tage dieser Woche jedesmal vorm. 10 Uhr kommen im Laden, Marktplatz 17 sämtliche Kolonialwaren und Spezcreiwaren, Delikatessen re., darunter einige Originalkisten, zur Versteigerung, insbesondere: gebr. Kaffee, Kakao, Spirituosen, Zigaretten, Suppenartikel, Hülsenfrüchte, Salatöl, Waschartikel, Hummer, Zungen, Krabben, Büchsenfleisch u. v. a. Ferner einige Geschastsgeräte, Fässer, Körbe, Kisten und Möbel verschiedener Art. 3156 L. Althost, Konkursverwalter. Täglich frisch gestochenen [<1M Spargel. Georg Schäfer, Licherstraße 9. Ein fuijrtüö &4TtQUM F. Neuling, Walltorstratze 24. • •• » WV. VVVV IIV V. , Um stille Teilnahme bitten Familie Wilhelm Mandler II. Philipp &ilbcvt II. Ww. Heuchelheim, den 18. Mai 1908. 04222 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 20..Mai, mittags 1 Uhr, vom Sterbehause, Brauhausstrave 19, aus Natt. ff. Limburger Käse feinste vollfette Allgäuer Ware per Pfund 40 Pfg. Gebr. Berdux Bahnhofstraße 27. a,8/K Ottilie Kooge geb. Kieseling nach schwerem Leiden im 76. Lebensjahre am 17. Mai 1908, nachmittags um 41/., Uhr, abzurufen. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Heimgang meines innigstgeliebten Gatten, unseres guten Vaters, des Kgl. Oberbahnhofs-Vorstehers Johann Letzing sagen wir innigsten Dank. Ausverkauf von Herren u. Knaben Anzüge, einzelne Hosen u. Röcke, Loden, Arbeiterkleider, Schuhwareu darunter in (Lheoreaur u.Borealf, ferner Herrenwäsche, Unterhosen, Strümpfe, Normalhemden, Kragen, Krawatten, Schirme, Svazierstöcke, Filz- u. Strohhiilc, Lüsterröcke und vieles andere, sowie Fahrräder. Um damit zu räumen, werden sämtliche Artikel zu Maitai» abgegeben. 13093 Horneck, lömngaffe 20. betrieben tätig gewesen ist. , , Nur tüchtige Leute wollen sich unter Angabe der Lohnanspruche melden. Bld/a Städtisches Elektrizitätswerk Gießen S t o 11 e. Von den Obligationen des Gefellfchaftsvereins zu Gießen vom Jahre 1836 ä 100 Gulden sind zur Rückzahlung auf den 1. Juli 1908 die Nummern 79, 96, 194, 212, 261, 262, 304 und 316 gezogen worden. Die Einlösung erfolgt bei dem Rechner der Gcsellschaftskasse, Herrn Oberpostsekretär Stammler, oder bei der Mitteldeutschen Kreditbank, Filiale Gießen. v18/s Der Direktor Gebhardt. Neues Haus mit Stallung und Garten zu verkauseu. Näheres in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. <04146 04208] Infolge Wohnungwechsels fast neuer Herd sehr billig zu 4 jungt lebende Füchse halbwüchsig, hat abzug. ä Stück Mk. 350. Albrand, Forstwart Aspirant in Saaicn, Kr. Gießen. _________________13147]_________________ Gute Speise-Kartoffeln verkauft ( schästen jeder Art, Holest, Ne, stanrants etc., aut allen Plätzen -----erhält gratis--- d. Fachzeitschr. Bermietungc- und Verkaufs-Zentrale graul' surt am Main 13, Hansa-Hauo Nehme noch Wäsche z. waschen u. bügeln an, bet bill. Berechnung Frau A. Sch mall, Ww., 04103]__________Wolkengasje 12, 1, Brief liegt Stadtpost. [0125 H Für die uns zur (WUI h g Silber - Hochzeit M erwiesenen Aufmerksam- 3 keiten herzlichen Dank. B d Jacob Hainbach y u. Frau. Hospiz^' evang. Schwesternhaus, €lieeeeu. Mbanoewtr. 1. 8asr Stativ -W zum vhotogr. Apparat verloren Gegen Belohnung abzugeben. 04218]_____________Dammstr. 9. Entlaufen junger, dunkel gestreifter Boxer Wiederbringer Belohnung. 04217)_______Ludwigstratze 3411. F. !. 6. Mtnich “■20.5. M.8M> gr. Wohldchch. 10. Ziehung 5. KL 218. KgL Preuss. Lotterie. Ziehung vom 16. Mai 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 210 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 75 83 86 113 51 203 98 3’3 464 663 744 940 1047 75 107 86 827 519 [500] 661 817 20’4 Ul 583 6’9 717 [3000] 49 931 3055 151 83 224 448 518 50 [500] 659 723 4058 270 814 [1000] 46 502 91 745 48 C3 833 906 18 5243 58 [1000] 80 85 465 516 31 84 894 6112 383 847 7211 693 8193 203 [500] 27 384 469 502 684 780 906 59 9120 24 60 403 84 599 793 901 10109 [500j 409 [500] 59 80 720 872 [1000] 9’5 27 11080 [500] 240 100 [500] 546 674 716 [3000] 12373 600 48 798 886 974 13131 268 (500] 330 495 562 657 809 [1000] 61 78 996 1 4218 430 559 90 1 5016 363 502 16 93 603 770 914 16023 211 416 70 [3000] 556 775 17141 456 522 57 [8000] 89 612 36 [500] 918 27 54 18133 294 321 39 461 615 26 62 88 704 12 [5001 85 83 831 965 19077 224 369 411 97 524 794 985 [500] 2O001 153 264 339 [5000] 575 601 2 1 013 155 215 334 41 [1000] 473 [1000] 97 600 91 810 923 2 2078 363 424 611 93 728 41 893 974 2 3 106 235 [500] 465 [500] 572 745 897 992 2 4355 73 534 638 [500] 712 [500] 65 [500] 2 5 271 578 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331 598 642 802 [3000 ] 56303 [1000] 923 57103 26 263 432 646 773 58316 76 415 47 636 717 53 833 93.3 59107 221 47 543 749 874 927 36 60021 82 115 254 349 56 60 814 [3000] 65 84 61042 83 106 287 339 737 870 948 98 62105 69 362 417 804 936 63011 81 217 353 81 441 [1000] 54 (10 000] 64197 521 26 65030 59 106 450 746 [1000] 907 63 66286 379 532 912 67155 280 593 6 8023 [500] 102 278 339 515 30 [1000] 678 750 809 69000 52 251 366 408 11 597 637 955 70011 [500] 36 44 [3000] 301 459 [1000] 501 71137 64 327 504 83 752 66 911 47 72154 542 7 3060 93 113 54 205 596 760 915 7 4016 104 6 258 394 441 [ 1000] 70 879 9’2 92 97 [1000] 99 75005 [1000] 50 191 93 303 89 407 502 779 862 90 958 [oOO] 7 6014 136 463 80 778 81 926 7 7258 321 4’6 43 51 89 96 560 81 766 80 935 78053 63 224 371 431 718 985 7 9013 125 213 329 692 [500] 881 981 80161 238 336 478 584 841 990 8 1 099 125 349 74 97 831 61 82191 332 409 41 [500] 522 72 97 813 97 83183 93 [3000] 852 70 474 558 711 84069 108 23 337 [500] 445 957 85012 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