Nr. 66 Drittes Blatt 158. Jahrgang Mittwoch 18. Marz 1908 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener ZamilienblStter" werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- fragcn" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Sberhesfe« Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. 8 Uhr. Gastspielabcnd von Danny Gürtler. Zapfenstreich. Anfang Kolosseum: 1. Anfang 8 Uhr. Aus Stadt und Land. Gießen, 18. März 1908. LarU)wirtschaftliche Naturkunde. Im verflossenen Sommer besuchte Lehrer Buß von Großen- D u s e ck müt andern Lehrern des Meises Gießen den von Prof. Tr. Gisevius geleiteten Kursus zur Vorbereitung für den Naturkundlichen Unterricht in der Fortbildungsschule. Lehver Buß erteilte nun int letzten Winter diese land- wittschastliche Naturiunde in der Fortbildungsschule. Sie wurde am 26. Februar d. I. durch die Kreisschulkommission einer Visitation unteozogen, die ein erfreuliches Resultat ergab. Von verschiedenen Seiten dazu ermuntert, unterzog sich. Lehrer Buß der Aufgabe, den im letzten Winter behandelten Stoff — der ganze Stoff ist auf drei Jahre zu verteilen — in der geräumigen Gaststube der Brückschen Wirtschaft zum Vortrag zu bringen. An zwei Abenden entwickelte nun der Vortragende auf Grund exakt aus- ^eführter Versuche die Zusammensetzung des Bodens uni) seine Eigenschaften. An einem dritten Abend erfolgte dann nach einem für die Zuhörer recht interessanten Ueberblick über die Entwickelung der Lannnrtsdchaft von den ältester Zeiten bis zur Gegenwart eine entgehende Besprechung der beiden Hauptdünger, des Stallmistes und des Gründüngers. An einem vierten Abend sprach der Redner über Beidünger, nämlich über Kvlk nnd die sogenannten künstlichen Tünger, wobei er nebenbei auf die außerordentlich große Bedeutung des Drainierens hinwies und deren Vorteile aufzählte. Besonders waren es vier Fragen, di« der Vortragende an diesem Abend stellte und in eingehender und verständlicher Weise beantwortete, und die er als das ABC der Landwirte bezeichnete, die künstliche Tünger verwmtdeten: 1. Welches sind die drei Hauptnchrstosse der Pflanzen? 2. Welche Wirkung hat jeder dieser Mhrstosfe? 3. Wodurch kann ein Mangel an Nährstoffen entstehen, und wie stellt der Landwirt diesen Nährstoffmangel fest? 4. Welches sind Stickstoff-, welches Phosphorsäure- und welches Kalidünger? Wie werden diese Düngemittel gewonnen, und in welcher Weise sind sie vom Landwirt zu verwenden? Wenn and) der vorgetragene Stoff zunächst nicht für Leute berechnet ist, die bereits Landwirte smd, sondern für junge Leute, die aus der Schule entlassen sind und erst Landwirte werden wollen, so zeigte doch die musterhafte Aufmerksamkeit der Zuhörer während der ntehr als 1 Stunde dauernden Vorträge, welches Verständnis und Interesse die hiesigen Landwirte der Sache efttgegenbringen. Allgemein wurde der Wunsch geäußert, Lehrer Buß möge aud) int folgenden Winter den in der Fortbildungsschule verarbeiteten Stoff auf ähnliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen. * •• Tageskalender für Mittwoch, 18. März. Stadttheater: Beneftzvorstxllung für Oberregisseur B a k of. Der ** Oberlehrer. 'den evang. Pfarrer zu Fürth i. O. Friedr. Kunkel zum Oberlehrer an der Viktoriaschule und dem Lehrerinncnseuunar * S. K. H. der Groß Herzog haben \u Darmstadt ernannt. *♦ Ordenswesen. Der König von Sachsen hat ge- Äigt, daß der Pianist Wilhelm Backhaus das ihm verte Ritterkreuz 1. Klasse des hefs. Verdienstordens Philipps des Großmütigen annehme und trage. ** Eine neue Heilanstalt und zwar eine, deren Existenzberechtigung gewiß niemand bezweifeln dürfte, wird der „Wormser Zeitung" zufolge demnächst in Hessen errichtet werden. Das genannte Blatt berichtet in seiner Nr. 132, daß „für die Errichtung einer Lüg en h e ilan statt" im Voranschlag des Prooinziallandtages für die Provinz Rheinhessen 70000 Mk. eingesetzt werden sollen. •• Ein sonderbares Urteil. Das Amtsgericht in Dieburg hat den Redakteur der „Starkenburger Provinzial- Zeitung" in eine Geldstrafe von 20 Mk. (nicht 50 Nit.) genommen, weil er in einer ihm zugegangenen kurzen Korrespondenz die Behauptung aufgestellt hatte, der sozialdemokratische Männergesangverein Nr. II im benachbarten Münster habe am Geburtstage des Groß- Herzogs eine Festlichkeit veranstaltet, bei welcher es sich um sie Feier des landesherrlichen Geburtstages gehandelt haben soll'. "Ein König — allerdings ein solcher der Boheme — wird, wie man uns vocahnend schreibt, vom 18. 20. März allabendlich das Gießener Publikum zu Beifallsstürmen hm- reißen. Danny Gürtler, der Liebling des Publikums, tritt im Kolosseum auf. Dian ntilß ihn gesehen, man muß ihn gehört haben, den kraftvollen Mann, der lachenden Mundes seine Ueberzeugung verkündet, um ihn beurteilen zu können. Wohl selten gab es einen so vielseitigem, mit so enormer Energie ausgestatteten Künstler als Danny Gürtler, >cn -roi de Bohemeu. « Sein 40jähriges Dienstiubilau m feierte am Montag in der Firma Gg.Heinr.S ch i r m e r, hier, derArbciter Eberhard Eckhard aus Wieseck. Zu Ehren dieses TageS waren dem Jubilar Gratulationen und Glückwünsche in großer Anzahl zugegangen und er gedachte dieser Ausmerk- famkeit, indem er seine Mitarbeiter zu einer kleinen tfeier einlud. Sie fand bei Wirt Scharmann, Marburger Straße, statt, und nahm den besten Verlauf. . O Hungen, 17. März. Der Entwurf des neuen Sommerfahrplans liegt im Druck vor. El: bringt für unsere Strecke Gießen—Nidda zwei willkommene Neuerungen. Der Personenzug 516, in Gießen ab 6.25 Uhr, m Hungen an 7.04 Uhr, welcher bis jetzt nur Werktags verkehrte, w rd täglich gefahren, und der Personenzug 518, ab Gehen 11.13 Uhr, an Hungen 11.49 Uhr, nntb bi« N.dda durch, geführt, wo -r nachts 12.17 Uhr ankommt. Damit ist d° Wunsch eines Theaterzugs ftir die Bewohner der Orte an den Stationen von hier bis Nidda erfüllt (d. h. Zus au& im nächsten Winterfahrplan beibehallen wird. Red.). ? Bad-Nauheim, 16. Marz. Tas neue Bade- Haus Nr. 9 geht seiner baldigen Vollendung entgegen und soll am 1. Mai mit Beginn der Saison eröffnet werden. Die Arbeiten am inneren Ausbau werden gegenwärtig mit großem Eifer betrieben. Das Badehaus Nr. 9 ist aufs schönste ausgestattet und enthält ca. 55 Badezellen. Das Haus steht direkt vor dem Ernst Ludwig-Sprudel. Die Wandelgänge verbinden die neuen Badehäusec Nr. 8, 9 und 10 miteinander. Bade Haus Nr. 10 steht am weitesten nach dem Park zu. Es ist auch schon im inneren Ausbau begriffen, wird aber erst im Sommer eröffnet werden können. □ Beienheim (Wetterau), 16. März. Die Errichtung der 2. Schulstelle findet mit Beginn des neuen Schuljahres statt. Die Erbauung eines zweiklassigen Schulhauses ist bereits begonnen, es wird erst im Herbst 1909 vollendet sein. — Nächsten Sonntag will Pfarrer Wahl einen öffentlichen Vortragsabend veranstalten und dabei über das Thema sprechen „Aus Beienheims Vergangenheit". Die Oberklasse der Volksschule wird durch Gesang und Deklamation mitwirken. Offenbach, 17. März. Tie von der Stadtverordnetenversammlung den hiesigen Volksschullehrern bewilligte neue Gehaltsskala wurde vom Ministerium des Innern genehmigt. Darnach erreichen die Lehrer hier einen Höchstgehalt von 4100 Mk., einschließlich der Wohnungs. Vergütung. Da namentlich die mittleren Altersstufen gebührend berücksichtigt worden sind — ein Lehrer mit 13 Dienstjahren bezieht 3200 Mk. — so steht Offen bad) mit der Bezahlung seiner Lehrer in Heffcn nunmehr obenan. Die neue Skala ist nach der Fkf. Ztg. in der Hauptsache den Bemühungen der bürgerlichen Mehrheit zu danken; die sozialdemokratische Partei hatte durch den Stadtverordneten Hamel eine weit ungünstigere Gehaltsordnung vorgelegt. r~ Nerm Etat für Offtt'f frfä gab der Staatssekretär über die Zentralbahn bereits folgende Erklärung ab: das Studium der Fortsetzung der Zentralbahn in das Innere des Schutzgebiets hat zu dem Ergebnis geführt, daß die Zentralbahn aus der Reibe der rein wirtschaftlich nützlichen Anlagen, für die man den Zeitpunkt wählen kann, in die Reihe der politischen Notwendigkeiteri getreten ist, die im Interesse nicht der Entwicklung, sondern bc: Erhaltung des deutschen Besitzes einen Aufschub nicht crtragli t machen. Be: Togo gingen die Ansichten der Verbündeten Regie» rungen, vertreten durch den Staatssekretär, und in der Kommission über die Erziehung der Schwarzen zur Arbeit zum Teil auseinander. Auch in Südweftafrika trat in Bezug auf die Behandlung der Eingeborenen, wenn auch der Staatssekretär die Verordnungen als Uebergangsverordnungen bezeichnete, ein Gegensatz hervor, der nicht voll ausgeglichen wurde. Erfreulich ist die Fürsorge für die Schulen in Südweit. Ausgeschieden tourbe aus der Kommission die Frage des A f r r - kandertums, des Burontums. Ich werde in der Spezialdiskussion als Abgeordneter hierzu^ da? Wort nehmen. Diese Frage ist so wichtig, daß sie nicht beiläufig erledigt werden kann. Im letzten Ende liegt für die Zukunft ihr die Schulfrage zu Grunde. , Der Berichterstatter gibt sodann einen kurzen Rückblick aus die Militärverwaltung, „das Schmerzenskind in unseren Kolonien". Die Ueberzeugung hat sich überall Bahn gebrochen von der Notwendigkeit, diese unproduktiven Ausgaben möglichst herabzumindern, gerade im Interesse der K o l o n i e überhaupt, damit sie nicht immer eine offen blutende Wunde bleibt. Es wurde eine Verminderung der Schutztruppe um 25 Prozent ,mif 3000 Mann beschloßen. Die in der Kommission dafür ein- getreten sind, gingen davon aus, daß es etwas ganz anders sei, ob man die Truppe reduziere während eines Aufstandes, eines Feldzuges, oder nachdem der Frieden geschloffen. Sta es kern Eingriff in die Kommandogewalt, sondern ausschlretzlrch das budgetmäßige Bewilligungsrecht des Reichstages. Daher konnte die Kommission, im vorliegenden Falle mit Zustimmung, sonst aber auch ohne Zustimmung der Kolonialverwaltung den Abstrich machen. Weiter wurde der Versuch gemacht, zunächst bei zwei Kompagnien die unproduktive Militärkraft umzuwandeln m emc produktive, Reiterkompagnien in Eisenbahnkompagnien; nicht nur zur kolonialen Entwicklung wie bei den anderen Kolonien, sondern in erster Linie zur Verbefferrmg der Reichsfinanzen. Erspart doch die Bahn Windhuk-Keetmanshoop sahrlich 3 350 000 Mark. Der Staatssekretär hat in Aussicht gestellt, daß im Laufe des Sommers die Arbeiten im Eisenbahnbau tn Angriff genommen und eine Vorlage dem Reichstag zugehen wird. Der Berichterstatter erwähnt dann noch kurz die Molenfrage und zitiert dabei das Horazische Wort: Vis consili expers mok ruit sual Staatssekretär Dernburg: Aus dem Vorträge des Referenten haben Sie gesehen, welche Fülle von Gesichtspunkten die Budgetkommiffwn be- schäftigt haben. In nicht weniger als 16 Sitzungen sind alle diese Punkte behandelt worden. Die drei Etats, Togo, Kamerun, Ost- afrika haben nicht weniger wie drei Wochen m Anspruch genommen. Ick werde es mir deshalb auch hier versagen, auf alle Einzelheiten einzugehen. Es wurde sonst kaum möglich sein, einen Ueberblick zu bekommen. Dagegen bin ich gern bereit, bei ieder einzelnen Position und bei jedem Kapitel dem Hause Rede und Antwort zu stehen, wie ich es bereits in der Kommiffion getan ^a6C23enn der Kolonialetat auch diesmal wieder einen so außerordentlichen Umfang angenommen hat, so ist das e ine r fr e u - licheS Zeichen dafür, daß das Jntereffe-der deutschen Nation für sämtliche Fragen des kolonialen Lebens dauernd sich m steigender Richtung bewegt und selbst auch Kreise «mf der äußersten Linken des HauseS zu ergreifen beginnt, die sich bisher vollständig ablehnend verhalten haben. Ich habe im vorigen Jahre eine umfängliche Reise nack Ostafrika gemacht, und die Beobachtungen, die ich dort gemacht habe, haben zu einigen programmatischen Erklärungen geführt, die für die Politik von einer gewissen Bedeutung sind. Meine Darlegungen 'N der Komm,iiwn waren damals so umfänglich, daß ich sie ausführlich nicht wiederholen will. Aber ich halte eS für wichttg, ohne auf die Geschichte einzelne Motive näher einzugehen, hier noch einmal festzustellen, was denn eigentlich die Politik bedeutet. ~ Ich will zunächst kurz erwähnen, daß ich von vielen Setten zu diesen programmattschen Darlegungen eine außerordentlich große Zahl von Zustimmung erhalten habe. Ich bin darüber um- somehr erfreut, da die Aufgabe der Kolonialregierung, diese Frage der Nation näherzubringen und die Aufgaben der Beamten dort draußen, deutsches Wesen und deutsches Empfinden den Schwarzen näherzubringen, so außerordentlich schwärmist, daß jede materielle und moralische Unterstützung auf das dankbarste begrüßt werden muß. (Beifall.) Jene programmatischen Satz, waren die folgenden: . -.v Angestrebt wird eine deutsche Regierung, welche das Der trauen aller in den Kolonien vertretenen Stande und Berufsarten und Raffen zu erwerben hat, die sich den Sitzen Aufgaben, vorwiegend wirtschaftlicher Natur, welche d,e Entwicklung der Kolonie mit sich bringt, gewachsen zeigt, die sich auch! das Ansehen bewahrt, daß ihren Anordnungen unweigerlich ?yolfle geleistet wird, und die die Kratt hat, sich durchzusetzen. Daraus folgt, daß es eine Regierung sein mutz der Gerechtigkeit und des Wohl- wollens gegen Weiße und Farbige, getragen von Personen, dm die nottmndige wirtschaflliche Vorbildung besitzenund, sich d e notwendige Kenntnis des Landes und der Leute und der wirr schaftlichen Zustände angeeignet haben, und erne ruhige un sp same Verwaltungspraxis durchfuhren, und d,e von der Große Wichtigkeit der Aufgaben überzeugt f^d- dm darin li^c gr v und ertragsreiche Länder materiell zu entwickeln und ihrm wohner auf dem Wege der materiellen Hebung Ares Wohlstände unb ihrer körperlichen Wohlfahrt einer höheren Entwicklung zuzu tübren Das alles ohne Hast und ohne Eifer, langsam, aber ziel- bewilht in der Erkenntnis, daß eine Kolonisation großeren^tile SÄSSÄÄ“«'' 0fsi--°re welch-,» mn + aurlaub mrückkehrcn, sollen Gelegenheit erbauen, ujrc wirtschaftliche BorbiDung theoretisch und prattisch möglichst zu er- Äm Lmtt stauch Mtig die Sprache Gingen als bisher beherrschen. Und ferner soll auch eine größere Ctabt, lität und eine längere Dauer ihres Aus enthalt und ihrer Amtszeit herbe,geführt werden, weil hierdurch die Kennt, nis von Laiid und Leuten to,rb. Ferner '"utz ang^trcht urrbcn, daß die neu hinausgeschickten Beamten unter ber Leitung erfahrener Beamter in die Verwaltung eingeführt werden ..uch eine anderweitige Besserung der kolonialen Karriere tmrd vor. gesehen werden müssen, eine solche, die sich gebildeten Leuten jeder !'-orbildung eröffnet mit gleichen Chancen und der Möglichkeit der Erreichung auch der höchsten Posten. Dadurch soll die Schaffung 124. Sitzung, Dienstag, 17. März. Am Tische des Bundesrats: Dernburg, v. Lindequist, Quade, v. Rechenberg, Graf Zech, Dr. Solf u. a. Haus und Tribünen find stark besetzt. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr <15 Minuten. Zunächst findet die in der gestrigen Nachtsitzung beantragte ^namentliche Abstimmung über den Zentrumsanirag be. treffend di« Kriegsteilnehmer statt. Der Antrag will in das Dispositiv des Etats für das Reichsschatzamt folgende Er. klärung t-mfügen: _ , , Als hilfsbedürftig gelten Kriegsteilnehmer, deren steuerbare» Einkommen nach den landesrechtlichen Bestimmungen uber_ die all. gemeine Einkommensteuer nicht mehr als 900 Mark betragt. Bundesstaaten, die keine allgemeine Einkommensteuer chaben, setzt die Landesregierung den entsprechenden Betrag des steuerbaren Einkommens oder Vermögens fest. Die namentliche Abstimmung ergibt die Ablehnung des Änttags mit 167 gegen 128 Stimmen bei drei Enthaltungen. Der Kolonialetat. Es beginnt sodann die zweite Lesung des Etats für das Reickskolonialamt in Verbindung mit der erften Le,ung be§ Ergänzungsetats über die Kolonialbahnen. liegen hierzu drei Resolutionen vor. Eine Resolutton der Freisinnigen, Dr. Ablaß und Gen. ersucht den Reichskanzler: . : 1. pie allmähliche Trennung von Justtz und Verwaltung in den Kolonien in die Wege zu leiten, 2. zur Vorbereitung der Kodifizierung des Erngeborenenstras- rechts unter tunlichster Berücksichtigung der ReHsgebrauche der Eingeborenen allgemeine Anweisung über die Anwen, düng des deutschen Straftechts zu erlaffen. z Eine Zentrumsresolution, Graf Hompesch und Genoffen, ersucht den Reichskanzler, Anordnungen dahin zu treffen, daß 1. die Rechtspflege unter den Eingeborenen mit erhöhten Gararttien umgeben wird; .. 2 in Rechtsangelegenhetten zwischen Eingeborenen und Werken die Rechte der Eingeborenen genügend gewahrt werden; 8. für die Weißen . . a) in Strafsachen eine Verufungsmstanz tn dem Scyutz. gebiete geschaffen und als Revisionsrnstanz das Reichsgericht besttmntt wird, . b) in Zivilsachen eine Berufungs. und Revisronsmstanz im Deutschen Reiche errichtet wird. Eine weitere Zentrumsresolutton, Graf Hompesch und Genoffen, ersucht den Reichskanzler, tunlichst bald dre schärfsten Maß. .nahmen gegen die Einfuhr und den Ausfchank von >A l k o h o l in den Schutzgebieten zu ergreifen. Berichterstatter Dr. Semler (natl.) 'aibt einen historischen Ueberblick über den bekannten Verlauf der ^^mmissionsverhmrdlungen. Er erklärt, auf chre faÄ'Ä Wreder- aabe zu verzichten, da es nrcht angebracht ser, rn mdirek^r Rede .wicde^ugeben, was man hernach tn dtretter Rede doch ns^ ctntnal au hören bekomme. Dte Bahnfrage tst b^annllich m der Hauptsache in der Kommission noch nicht zur Verhandlung ge. ‘“’Sr fflmdSterftatter -rwähnt den Wunsch d-r K°-nnissi°n daß die Kolonialverwaltung mrt den ^rr tscha stl r ch en Enteret fenfreifen in der Kolonie doch ia Fühlung nehmen möge; die ErMung dieses Wunsches hat der 'Staatssekretär zugesagt. Die vorjährigen Wunfche wegen der Vorbildung der Kolonialbeamten sind in ^rf^u^ aeaanaen. Es ist wegen Begründung eines kolonialen Instituts a&ÄÄÄÄ man aud) mtt Hilfe anderer amtlicher, wisienichaftlicy^ ^nftilure SnWA iTberXac sein wird, unsere Beamten nicht wie bis- einer Fühlung mit der Kaufmannschaft entgegenzusuhren Be ©iebIunQ§Iotonurt. Audgettommission wurden in der Kolonial. cnW de- Gep^enheit al sonst protokolliert und zwar die Rreder^rlft den Rednern z Durchsicht unterbreitet: immerhin kann da- nicht als unbedingt (liuuiuiugc ovi 2Jieuiunßeu yenen. ctneS wirklichen kolonialen Vecnntenstandes in Die Wege geleitet werden, der der Aufgabe ein ganzes Leben widmet und demgegenüber die Heimat ihrerseits ihre Pflicht tut. _ Besonders in der Kolonie, in der Deutsche in größerer An, zahl sich bereits niedergelassen haben und wo viel deutsches Blut geflossen ist, ist das eine Hauptaufgabe. Aber auch in den andern Kolonien, wo cs heute noch nicht feststeht, ob. Deutsche in größerer Anzahl ohne Schaden für ihre Gesundheit sich ansiedeln tonnen, muß der Gesichtspunkt, daß die deutsche Herrschaft auf dem Ansehen der weißen Rasse beruht, beobachtet werden. _ Diese Frage nötigt zur. Aufrechterhaltung einer Ras sensu st iz und zu Schritten, die das Arischen der weißen Rane aufrecht zu erhalten geeignet sind. Ich kann von Ihnen wesentlich unterstützt werden durch die Ausmerzung solcher Elemente, welche diese- einsehen gegenüber den Eingeborenen durch Brutalität U"0 Ungerechtigkeit auszurotten sucken. Sollen die Kvlomen ihre wirtschaftliche Aufgabe erfüllen, die Heimat mit Rohstofsen zu versehen, dann muß die Regierung auch dafür sorgen, daß. die notwendigen Hilfsmittel angeschafft werden, deren die Kolonie dazu bedarf. Dies nur in den Grenzen, welche die Machtmittel des Deutschen Reiches erlauben, und loelche nicht die unveraußernibcn Rechte der Eingeborenen unterdrücken oder ihre körperliche Wohlfahrt und wirtschaftliche Entfaltung auf dem Boden einer bestimminig unterbirrden. Dahin gehört vor allem eine Regelung der Arbeiterfrage, eine Unterstützung des Handels und in Citi afrika auch die Erhaltung des I n d c r c l e m c n t s in begrenz, tem Umfange. Vor allem aber gehört dazu die Eröffnung vonVerkehrswegen, welche die Kräfte freimachen zu einer wirtschaftlichen Betätigung und der Wissenschaft und Technik reiche Arbeit zuführen. Die Einschränkung, die ich gemacht habe, Hai zu einem Konflikt mit den Pflanzern und Ansiedlern in Ostafrika geführt, der auch in einer Petition zum Ausdruck gekommen ist. Gleichviel wie sich das Hohe Haus gegenüber dieser Petition stellen möge, des mögen die deutschenPflanzer m Ostafrika versichert sein, ihr Wohl liegt der Kolonialverwalrung mindestens ebenso sehr am Herzen, als das der Beamten, der Offiziere, Missionare, Kaufleute, Farmer usw. Der freie Entschluß Der Regierung, den Pflanzern in der Arckeiterfrage soweit wie möglich zu helfen, bedeutet einen großen Fortschritt. Die Regierung muß über allen Parteien stehen. Sie muß sie mit gleicher Fürsorge und Gerechtigkeit behandeln, sic wird sich auch durch Angriffe von ihren Aufgaben nicht abhalten lassen. Sie erkennt in der Petition den Ausdruck berechtigter Interessen an, denen aber onberc berechtigte Interessen gegenüberstehen, die sie zu einem Ausgleich bringen muß Diesen Ausgleich betrachtet sie als ihre Aufgabe, und sie glaubt diese Aufgabe auch ohne Verletzung anderer Interessen lösen zu können. Wir erkennen den wichtigen Faktor der Pflanzer in unseren Kolonien au. Wir sind deshalb bereit, den Farmern zu einer Verständigung wohlwollend uni) loyal die Hand zu bieten. (Beifall.) Mögen sie sie ergreifen und mit uns an der großen nationalen Aufgabe mitarbeiten zum Wohle des Reiches. (Lebhafter Beifall.) Der Staatssekretär macht eine Bemerkung über die Missionen. Er stellt freudig ihre erfolgreiche Tätigtest fest zur Hebung des sittlichen und körperlichen Zustandes der Eingeborenen. Ter Kulturzustand der Neger ist natürlich kein hoher, die Fähigkeit der Assimilisation ist nicht sehr stark. Er hat ein gewisses Rechtsbewußrsein, er kennt die Grenzen des Eigentums und erhebt Anspruch auf gewisse Selbstbestimmung; aber er ist weder dankbar, noch undankbar. Mit seiner Wahrhaftigkeit ist es nicht weit her. Er hat nicht nur einen ausgesprochenen Erwerbssinn, sondern geradezu eine Begehrlichkeit. Wer die Ackerbaukultur im. Inneren gese^n hat, farm nicht daran zweifeln, daß er einer steigenden Kultur fähig ist, vorausgesetzt, daß er seine Produkte absetzen kann und einen angemessenen Lohn erhätt. Aus dieser Eharafteristik ergeben sich die Aufgaben der Verwaltung. Der Neger soll zu einem nützlichen und gehorsamen Bewohner unserer Schutzgebiete gemacht werden. Die Mittel dazu bestehen in einer scharfe n Strenge gegenüber Un bot Mäßigkeit und leidenschaftslosen Gerechtigkeitspflege. Ohne das werden die afrikanischen Kolonien auf die, Darier nur ein unüchc- rer Besitz bleiben. Das ist umso rrotwendiger, als die Jttrchtinittel über die wir verfügen, sehr gering sind, und ein Zwang gegenüber den sehr zahlreichen Eingeborenen uns auf eine sehr harte Probe stellen würde. Der Neger muß einsehen, daß er, der die Lasten für das Schutzgebiet trägt, auch auf das Wohlwollen der Regierung rechnen kann. Neben der genauen intimen Kenntnis des Negercharatters und der Negergewohnheiten erfordern auch ethische Grundsätze die größte Aufmerksamkeit auf Gesundheit. Fortpflanzung, Leistungsfähigkeit des Negers. Der gesunde Neger ist für den Plantagenbau ein guter Produzent. Es muß aber materiell vorgesorgt werden und zwar dadurch, daß die Erfahrungen der weißen Nasie in der Bekämpfung der Viehseucheii und den Wafferverhältnissen usw. Üjm zu nutze gemacht und die Kon'um- krast gesteigert wttd. Die Produktion der Eingeborenen ist zur Zeit das Rückgrat des oslafrikanischen wirt- schastliäten Lebens und kann durch Plantagenbau nicht ersetzt werden. Machen wir aus dem Neger einen gerecht behandelten bodenständigen und gesunden Schutzbefohlenen, so werden uns manche un- produttwe Ausgaben erspart bleiben. Diese Sätze gelten für alle Neger ohne Unterschied sti den deutschen Schutzgebieten. Einsetzung von Eingeborenenkommissaren, ein Landeskulturamt, ein Landes- sanüätSam:, wirtschaftliche Vorbildung der zu emsen- benben Beamten, ist weiter dazu erforderlich. Diese Politik ist bte Politik aller erfolgreichen kolonisierenden Nationen. Man hat mir in der Presse öfter vorgeworfen, ich sei mit meinen Ansichten schroff hervorgetreten. Ich meine, diese Sätze sind so einfach und so selbstverständlich, daß ich auf einen Widerspruch gar nicht gefaßt sein konnte. Aber nachdem er hervorgetreten war, konnten sie auch nicht scharf genug ausgesprochen tverden. Meines Erachtens liegen sie in der Brust jedes kolonialfreundlichen, humanen Menschen tote in Erz geschnitten. Es ist nicht uninteressant, und ich führe das zur Unterstützung dieser Polttik an, wie sich die anderen kolonisierenden Natwnen gerade diesen Fragen gegenüber verhalten haben. Der Staatssekretär verliest eine Stelle aus dem Referat der Budgetkommission der französischen Kammer. Es heißt darin — es handelt sich inn eine tropische Kolonie — 7 „Allein vermögen wir nichts, mit den Eingeborenen können wir alles. Als Teilhaber, nicht als Unterdrücker, können wir verfahren. Wir können nicht an die Stelle der mühevollen Arbeit unmittelbare Bewirtschaftung setzen. Was wir tun können, das ist, daß wir ihn beraten, führen unb zur Betätigung anleiten. Die Eingeborenen werden unsere Macht erst von dem Tage an achten und sich danach verhaften, an dem ihnen durch eine folgerichtige und menschliche Politik mehr Wohlfahrt verschafft ist. Der Engländer begreift von dem Augenblick seiner Ankunft auf der neuen E"de als letzter Ankömmling sofort, daß nicht die neuen Zustände sich ihm anzupassen haben, sondern daß er sich bestreben muß, sich ihnen zu nähern. Gerade darin ist bei uns sehr gefehlt worden." (Bewegung.) Diese Sache gebe ich als eine Bestätigung meiner programmatischen Erklärungen. Mese ganze Diktion ist mehr unseren französischen Nac^arn angepaßt, wir würden uns etwas anders ausdrücken. Wer ich entnehme auch ihr die Ueberzeugung, daß ich mit dem, waS ich Ihnen vorzutragen die Ehre gehabt habe, mich auf dem richtigen Wege besinde. Der Staatssekretär wendet sich nunmehr der Bahnvorlage zu. Wenn die deutsche Nation große Opfer, besonders in Südwestafrika gebracht hat, ohne durch die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonie bisher entschädigt zu werden, so liegt das neben der geringen Spanne, in der wir überhaupt kolonisieren, nur daran, daß wir äu ängstlich gewesen sind in der Schäftung der Verkehrswege uno uns darin von unseren Nachbarn gaben schlagen lassen. Als ich vor anderthalb Jahren zum ersten Male vor Ihnen hier erschien, habe ich Ihnen zwei Denkschriften vorgelegt. Die Ansichten, die darin vorgetragen wurden, sind jetzt, was die Verkehrswege anlangt, Gemeingut geworden. Was die erste Denkschrift betrifft, so kann ich wiederholen, wrr haben im tropischen Afrika so gute Kolonien, wiesie dort überhaupt erhältlich gewesen sind. (Heiterkeit, Lachen und Gelächter.) Die zweite Denkschrift behandelte die Bahnftage. Der Staatssekretär verliest längere Stücke aus dieser Denkschrift und fügt daran eine Wiederholung seiner Erklärung aus der Kommission, die er gleichfalls zu einem großen Teil nach dem Kommissionsprotokoll verlieft. Die Erfahrungen, die ich in der Denkschrift niedergelegt habe, haben seitdem eine erhebliche Verstärkung und Bestätigung erfahren durch die Eisenbahnbauten, die im Laufe dieses Jahres erfolgt sind, und die bereits mehr als die Hälfte der gesamten Kosten an Fracht ersparen. Der Staatssekretär läßt sich über die Magerkeit der ost- afrikanischen Bahndenkschrift aus, die im auffallenden Gegensatz zur Ausführlichkeit der Togo-Denkschrift steht. Ich habe dem Hause eine Denkschrift über Ostafrika überhaupt zugehen lassen, außerdem eine Veröffentlichung des Reichs am ts des Inneren über den Handelsverkehr in Ostafrika, die alles das enthalten, was über dies Land zu wissen notwendig ist. Ich habe diesen Weg gewählt, weil ich nicht wußte, in welchem Moment ich mit der Bahndenkschrift an Sie herantreten würde, und ob Sie noch Zeit haben würden, sie für die erste Beratung zu studieren. Die sogenannte Eisenbahnvorlage enthält aber erheblich mehr als bloß den Bau von Bahnen. Sie enthält den Versuch, die Kolonialbilanz auf eigenen Fuß z u setzen, der die Lasten der Heimat in Zukunft in ihrer Maximalhöhe limitierten und beschränken soll. Im vorigen Jahre ist in der Budgetkommission diese Frage ausführlich erörtert worden und gerade das hier vorgeschlagene Schema gebilligt, auch von einem Mitglied bei Mitte, was ich gegenüber einem heutigen Artikel der „Germania" bemerke. Die Limitierung der Maximalhöhe des Reichszusckußes ist ein großer fundamentaler Fortschritt. Er enthält die Mahnung an die Schutzgebietsverwaltungen, sparsamer zu wirtschaften und nicht ohne Rücksicht aut die eigenen Einnahmen, wie es jetzt vielfach geschieht, große Ford^ rungen zu stellen unb im Interesse der kolonialen Ausgaben auch auf Erschließung entsprechender Einnahmequellen bedacht zu sein. Es liegt auf der Hand daß, solange die Heimat wie ein guter Vater für den kolonialen Sohn sorgt, die Gouverneure und Beamten nicht Schwierigkeiten haben, neue und größere Mittel her. beizuschaffen. Sie verlaßen sich dann lieber auf den hohen Reichstag und die Kolonialverwaltung. Das liegt aber nicht im Interesse einer sparsamen Wirtschaft Ebenso ist der Anfang gemacht worden mit einem A u s - gleich sfonds, zunächst für Togo. Auch das entspricht einem Beschlüsse der Budgetkommifsion vom vorigen Jahre, unb es wird die Frage sein, ob nicht auch für die anderen Kolonien ein solcher Fonds geschaffen wird, zunächst für Ostafrika. Frankreich hat nicht allein 27 Millionen Francs jährliche Rente nach Algier gegeben — das entspricht einem Kapital von 900 Millionen Francs — sondern auch 700 Millionen Kolonialeisenbahnanleihen aufgenommen. Tas sind ungefähr IVe Milliarden. Bei der ersten Lesung des Reichsetats ist hier darüber geklagt worden, in welch' ungeheurem Maße die Reichsschulden sich vermehren: Frankreich habe seit 1870 keine weiteren schulden gemacht. Gewiß nicht — wenn Sie diese IV2 Milliarden nicht rechnen und nicht rechnen, waS die Engländer in die Kolonien stecken. Sie aber haben hier über 400 Millionen für den Feldzug in Südwest auf die Rticks- schuld genommen, da dürfen Sie sich ftcilich nickt wundern I Die Sckutzgebiete haben ibr eigenes Vermögen, es ist nur recht und billig, daß sie auch ihre eigenen Schulden haben. (Abg. Dr. Südekum (Soz.) ruft: Ausgezeichnet!) Der Staatssekretär streift dann kurz die Frage des fiskalischen Bahnbaues. Die Gründe dafür werden am besten in der Kommission auseinandergesetzt werden und sind ja auch in der Denkschrift im wesentlichen enthalten. Die Bahnunternehmungen müssen in der Hand des Fiskus bleiben, weil sie nicht nur Erwerbs-, sondern auch staatlichen Zwecken dienen. Ostafrikan kann nun natürlich nickt von einem Punkt aus erschlossen werden. Je nach dem Gesichtspunkte, je nach dem Wohnorte kommt die Vorlegung des einen ober anderen Wunsches. Wer in Tanga wohnt, will natürlich eine Bahn nach Tanga haben. Darauf kann die Kolonialverwaltung sich natürlich nicht einlassen. Sie steht auf dem Standpunkt, daß jeder entwicklungsfähige Teil, sobald die Kolonie dazu imstande ist die Zinsen dafür aufzubringen, durch Eisenbahnen erschlossen werden muß, und daß das nur immer eine Frage der Zeit ist und der ganze Streitpunkt nur darin besteht, wer kommt zuerst? Ich habe die folgende Methode verfolgt. Bei den kolonialen Eisenbahnen kommt es gar nicht darauf an, von wo die Güter aus dem Innern heraus- kommen. Das wissen wir ganz genau, daß Gummi und Elfenbein ebenso wie auf dem Rücken der Träger auch auf der Eisenbahn befördert werden tonn. Es handelt sich aber darum, festzustellen, welche Maßen von geringwertigen Massengütern können für eine Eisenbahn erzielt werden unb wie weit ist bet Wirkungskreis einer jeben solchen Eisenbahn mit Rücksicht auf solche Güter? Ich habe die Verhältnisse der Taborabahn genauer geprüft. Auf dem Wege haben wir jede uns entgegenkommende Karawane angehalten unb uns erkundigt, was sie mit sich führte. Besonders wurde die Oelfrucht transportiert, die ein gutes Massenprodukt ist, das keinen Wert hat. Wenn man den Wirkungskreis einer Eisenbahn auf etwa 150 Kilometer im Umkreise schätzt, dann liegen 34 Prozent des Interessengebietes dieser Bahn in unserem Schutzgebiet. Die Bahn wird sich also wirtschaftlich rentieren. Als seinerzeit die englische Ugandabahn gebaut wurde, erhoben sich ©tipimen, die behaupteten, die Bahn würde uns das Geschäft wegziehen. Ich habe gefunden, daß diese englische Bahn das Schutzgebiet gar nicht schädigt. Sie hat im Gegenteil einen großen Teil des Schutzgebietes erschloßen unb ist ein Segen für unseren Besitz geworden. Als Geschäft an und für sich ist sie aber nicht von Bedeutung. Sie bezahlt sich zwar vollständig, das liegt aber daran, daß sowohl die Steuern als auch die Zölle einen derartigen Aufschwung genommen haben, daß die Einnahmen des Fiskus daraus sehr bedeutend sind. Würden wir eine Konkurrenzbahn bauen, so würden wir ein an und für sich schlechtes Geschäft machen, denn da die Ugandabahn nur 1 % Prozent lieber- schuß hat, so wurden wir bei der Teilung der Frachten gar nur auf Prozent kommen. Warum sollen wir also eine Konkurrenzbahn für diese Ugandabahn bauen, wenn wir noch reichlich an anderen Bahnen in unserem Schutzgebiet zu tun haben? Es ist nicht Aufgabe der kolonisatorisch tätigen Nationen, sich gegenseitig das Wasser abzugraben. Wir müßen uns freuen, wenn einer dem anderen die Schultern etwas erleichtert. (Beifall.) Alle die Babnen, die angefordert werden, machen im ganzen keine überaus große Summe aus. In den nächsten 20 Jahren und auch bereits vorher wird bas Schutzgebiet sicher in der Sage sein, die Kosten aufzubringen. Wir werden eine der Bahnen nach der anderen bauen können, unb ich kann allen, die für unsere Kolonien Interesse haben, nur die Bitte ans Herz legen, ihre Spezialwünsche nunmehr zurückzustellen unb der Regierung zu folgen. (Sehr richtig!) An der bisherigen Verzögerung des Ausbaues ist nicht die Regierung schuld, fonbern manche Freunde der Kolonien, die zunächst ihre eigenen Wünsche berücksichtigt haben wollten. (Sehr richtig!) Die Taborabahn ist von großer Be- beutimg. Denn Tabora ist die einzige wichtige Stadt im Innern. Sie bat 40 000 Einwohner, intelligente, arbeitsfähige und auch selbstbewußte Leute. Tie Wirkung eines Aufttandes im Innern würbe gar nicht abzusehen sein, wenn dieses Gebiet davon ergriffen würde unb wir ohne jegliche Verkehrsmittel bastehen würden. Die Regierung wird sich in ihrem Eisenbahnprogramm darauf beschräilken, nur wirtschaftlich rentable Bahnen vorzuschlagen. so daß eine Belastung des Reiches ausgeschlossen ist. Das au.gearbeitete Programm Herfahrt auch nach diesem Grundsatz. Alle diese Bahnen, die Usambarabahn, die Togobahn usw., werden | in absehbarer Zeit in irgend einer Weise rentabel sein. Wenn Sie bic Vorlage annehmen, so werben Sie damtt erreichen, daß Deutschland mit seinen Kolonien nicht mehr so wesentlich hinter den onDcrn zurücksteht. Sie werden eine große Entwicklung unserer sämtlichen Kolonien in die Wege leiten. Sie werden die Sicherheit des Besitzstandes des Deutschen Reiches, der sonst noch sehr problematisch ist, erhöhen, ohne Erhöhung der militärischen Kosten, ja sogar bei einer Verminderung der militärischen Macht. Sie werden die Früchte ernten, die mit Schwierigkeiten erworben sind. Sie werden das tun ohne Schaden für die gesamte Finanzlage des Reiches und mit der sicheren Aus- sicht, daß die Opfer, die bisher gebracht sind, zwar nicht ausgeglichen, aber doch nicht umsonst gebracht sind. (Lebhafter Beifall.) Abg. Frhr. v. Nichthosen (kons.): Wenn man bis nach Mitternacht in diesem hohen Hause gesessen hat und von 10 Uhr an schon ivieber eine Kommissionssitzung mitmachen muß, bann bleibt einem nicht die Zeit, sich auf eine Rebe zum Kolonialetat angemessen vor- zubereiten. Ich werbe baher mich heute auf wenige Ausführungen beschränken. Die Budgetkommission hat sich, solange ich ihr angehöre, noch nie so gründlich mit den Schutzgebieten beichäf- tigt, wie diesmal, und dabei trugen die Verhandlungen diesmal einen durchaus ernsten Charakter. Die Kommission hat die Vorlage daher gut vorbereitet unb auch bet Chef der Kolo» nialbertoaltung hat gezeigt, daß er den besten Willen bat, die Sache zu fördern, daß er ein Mann von Initiative ist. Er ist auch gewillt, Handel, Landwirtschaft unb Industrie in gleicher Weise in unseren Schutzgebieten ^u fördern unb will auch kulturelle und nationale Gesickts- punkte zur Geltung bringen. Die Kolonisation ohne die Mission ist nicht denkbar. Aber die Mission hat vollkommen erkannt, daß sie nicht bloß christianisieren, sondern auch kultivieren muß. Im letzteren Puntte geht es nickt ohne Reibung ab, weil auch der Staat dieses Ziel verfolgt. Ich weise hier auf das Gebiet der (schule hin. Die staatliche wie die Reli. gionsschule haben ihre Berechtigung, wir müssen nur fordern, daß in den Kolonien jede Schule die deutsche Sprache und das deutsche Nationalbewußtsein pflegt. Oft genug wird d i e Mission zum Anwalt der Eingeborenen, und daher werden 'immer Fälle vorkommen, die zu Konflikten führen. Die Finanzen unb die Verwaltung der Mission müssen von den Staatsfinanzen unb der Staatsverwaltung getrennt werden, sonst kann die Mission, ber wir ei LolkSze'tu »gud-lent daß der- beim s it au-ü 1« Redner st bängmövo SneArb Die englu iDflte es f lönncn km sollen bai doch nicht tzingebore jache erst haben, öl Hauptsache strabe lieg Das zwer Hütteust <5ett: Mt Die nach bezw. 29. ')2cD Lich-Grünbev markung £ued den Bürgerinei Mts. zur Ein Gleichzeitig für die Gemm dem Rathaus i 1 Uhr nach: neuer la angesetzt, in ns vssen gelegten können. Gießen, August als Dienstmc Gieße S ... Der Poi -fiarz ab 8 £ac Neuen Baue 25 Eichen, • D« Die Arbi Nngebaubes km 159,2 der ' ungeteilt verdin ^Seichen und “nwetfungi 6exi Ü Ävist d. Bollendu Wetzlar, ^»uge Qu§ Pro 5=^==25 Elegant br et Men mird 161 r| i r Amtlicher Teil. D2% zu Hplzleii fz-M Carl SNM •7 «HP* e Zische. (1109 Tapeten u. Friesen Roth in Giessen, Verlag von Emil HOWSn] läta-towM 1 Selterswcg 83. Fluß- und Seefische 1539 I V Agenturen iu Giessen: Carl H achstuche empfiehlt WWWUU Reste von 5—25 Rollen werden weit unter Preis ausverkauft» Gardinen o Vitragen Rollostoffe o Teppiche -;9 * Meine diesjährige Kollektion enthält i . Loos. Griinberg: Julius Carl. Fried-1 epHprswen ßO berg: Isidor Schulhof. beitersweg t>u. Dbg. Dr. Spahn (Ztr.): Gegen Eisenbahnen an und für sich Baben wir nicht? einzu« wenden, aber wir müssen un§ doch auch der Tragweite einer solchen Eisenbahnpolitik recht bewußt werden. Der Redner bespricht die Verhältnisse in den einzelnen Kolonien und fordert Maßregeln gegen den Raubbau auf Gummi in Kamerun. Er bespricht die Verwüstungen, die der Alkohol im Süden Kameruns anrichtet; wer offenen Blickes durch die Bezirke wandere, erschrecke über die Art, wie die Bevölkerung dem Ruin entgegengehe. In Hamburg habe man das damit erklärt, daß man die Verabfolgung von Pulver an die Eingeborenen verboten habe. Früher Balten sie ihre Freude im Schießen ausgelassen, jetzt ertränken sie sie. (Heiterkeit.) Der Redner erhebt bei einzelnen Bemerkungen die Stimme, wenn ihm aus dem ihn dich: umdrängenden Kreise d-r Abgeordneten „lauter" zugerufen wird, sonst sind kaum einige Worte bon ihm zu verstehen. Für Ost« und Süd w est a s r i k a hat sich eine programmatische Wandlung vollzogen. Man hätte aber eigentlich erwarten sollen, daß er auf die Frage, was eigentlich praktisch kolonisieren heißt, die Antwort gegeben hätte: darauf ist eine einheitliche Antwort überhaupt nicht möglich. Dr Spahn erklärt sich mit dem Ein- g e b o r c n e n p r o g r a m m des Staatssekretärs nach seinen heutigen Erklärungen und denen in der zweiten Kommissionssitzung — die Erklärung aus der ersten Kommissionssitzung habe sich damit nicht ganz gedeckt — einverstanden. Besonderer Wert wird daraus gelegt, daß der Eingeborene auf seinem Lande belassen wird. Notwendig ist es, die Schwarzen zur Arbeit heranzuziehen, anders gibt es keine Kultur draußen. Auch für die Schwarzen ist Müßiggang aller Laster Anfang. Aber, und da ist die Erklärung des Staatssekretärs ganz besonders freudig zu begrüßen, Erziehung zur Arbeit in Freiheit, durch Anregung. Beim Abarbeiten der Steuern muß den Schwarzen auch ein kleiner Entgelt gelassen werden. Ein Vertagungsantrag wird angenommen. Weiterberatung Mittwoch 1 Uhr. Schluß 6iz Uhr. Gießen, 14. März 1908. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Kelle r.___ :: Möbel-Dekorationen :: Wohnungs-Einrichtungen Seltersweg 38 Löwengasso 3—5 11 Schaufenster ... „.essen zu nauen uc.: C. Dnill, Kolonialwaren, Asterweg 43 W. Haas, „ Bleichstrasse 18 H. E. Jughard Nachfg. Ang. Wallenfels, Kolonialwaren, Marktplatz 15 Einil Karn, Central-Drogerie, Schulstrasse Anna Lamperth, Kolonialwaren, Frankfurter Strasse 94 Jakob Maternus, Klinikstrasse 22 Wilk. Mayer, Grünberger Strasse27 Josef Seeler, Ludwigstrasse 20 Job. Seibel. Ludwigsplatz 13 «J. M. Telephon 119. - Prompter Versand nach auswärts Heinrich Hochstätter Tapetenhaus Ecke Schlossgasse-Brand Telephon 36 Umyck Meta in ühifr und Seeiiww in nur blut- frischer Qua!., auch geräucherte u. marin. Jischhdlg. M. Simon. 1 WaLwrstr. 43. Teles. 614. 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Der Fehler in der Rechnung des Staatssekretärs liegt darin, daß er vergißt, daß Europäerarbeit unendlich viel wertvoller ist, als Negerarbeit je sein kann., (Zustimmung.) Trotzdem ist die Eingeborenenkultur natürlich wichtig unb muß vor allem auf Seßhaftnmchung gerichtet sein. Es gab einmal eine Zeit, da mußte man sich genieren, wenn man sagte: ich bin Schutztruppenoffizier. Das war vor 10,12 Jahren. Da wurden Einzel- belikte, die ich burchaus so verurteile, wie jeder andere, breitgetreten, daß es schließlich so aussah, als sei die ganze Gesellschaft so. Der Staatssekretär ist gewiß nicht duldsam, imb er verschweigt nichts, aber was man daraus inbezug auf die Ansiedler macht, das ist sehr bedauerlich. Unseren Ansiedlern geht es dort genau so, wie damals in ben Kolonien uns. Nach Brasilien, nach anderen Kolonien gehen doch auch Deutsche, sie werden dort sogar von der Negierung unterstützt; sollen denn die in unseren Kolonien anders behandelt werden? Die Frage der Kodifikation des eingeborenen» rechts muß mit großer Vorsicht behandelt werden. Es muß auf die Nechtsanschauungen ber Schwarzen Rücksicht genommen werden. Wenn wir das Recht heute kodifizieren würben, so würbe c5 sicherlich in unserem Sinne umgestaltet werben, unb das wäre ein Fehler. Die Inder sind durchaus nicht als Parasiten zu betrachten, die die Ansiedler aussaugen. Sehr erfreulich ist, daß die U n i v e r f i t ä t e n immer mehr dazu kommen, sich mit kolonialen Fragen zu beschäftigen. Wenn die Kenntnis über unsere Kolonien erst allgemeiner geworden ist, bann wirb auch das Interesse im Volke für unsere fernen Besitzungen immer mehr wachsen. (Beifall.) 4 und ihre Umgebung. tutpfcpnpr NerkebrsBandbuch. 8°. 335 S. mit Plan der Stabt, sLrtc^ber Umgebung! Thecuerplan, Eisenbahntarie, 12 Vollbildern, 4 Aquarellbrucken unb zahlrelchen ^extrllujtrallvnen. Brosch. Mk. 1.30, geb. Mk. 2.—. Nickt als ein Wegweiser im gewöhnlichen Sinne des Worts, sondern als eine umfassende Monographie der Stadt Dreßen stellt sich der vorliegende stattliche Band nor, jugleid) eine üest- nahp für die im Sommer d. Li- begangene .Seiet ber öor drei- hSnhclt^ahren erfolgten Gründung ber Uniucnitat Gietzen, der K Ludoviciana. Der Herausgeber hat es uenranben, i Fachmänner ber verschiedensten Gebiete für das Unternehmen Si aSSirmen, und io bietet baS Buch eine nicht nur autjerft SpliPiuS ionbern auch zuverlässige Daniellung ber gevgraphi- Ln und andschastüchen Lage, ber öfieutlichen Ein^chwngem des wchenschast Äen und tunitleriidjen Lebens der Mufenstadt, ahne dabei alle die Angaben unb omroene der üblichen Stadte- iüh^ veEiffen zu lasten. Die Geschichte der Stadt, ber Um« n^ätderGarnison erfahrt sachkundige Behandlung, imb bie ührtaen Teile bes Buches zeichnen sich namentlich baburch vor« teilhaft cuiö, daß die Entwicklung der ^tmelneu Anstalten, Museen, u *&r M toeimb bUiben unö Sn stets gern gesehenes Festgefchenk, eine liebe Erinnerungsgabe an unsere schöne Heimat sein. Kekannlmachung. Betr.: Nebenbahn Lich — Grünberg. We nach dem landespvlizeilichsn Prüsungstermin vom 28. bezw. 29. November v. Js. abgeänderten Pläne der Nebenbahn Lich—Grünberg für die Gemarkung Grünberg uni) für die Gemarkung Queckborn von Kilometer 3 bis Kilometer 5 liegen auf den Bürgermeistereien der genannten Gemeinden bis zum 2 3. l. Mts. zur Einsicht der Interessenten offen. Gleichzeitig wird auf Dienstag, den 24. l. Mts. Ar die Gemarkung Grünberg auf 9 Uhr vvrmittags auf dem Rathaus daselbst und für die Gemarkung Queckborn auf 1 Uhr nachmittags auf dem Gemeindehaus daselbst neuer landesvolizeilicher Prüfungstermin angesetzt, in welck>em Anträge, Beschwerden oder Wünsche zu dem offen gelegten Projekt von den Interessenren vorgebrackst werden können. Gießen, den 17. März 1908. Großherzogliches Kreis amt Gießen. ______________I. B.: Dr. Merck.__________________ KclianMmMMg. August König hier, Bleichstraße 18, hat die Konzession als Dienstmann nut der Nr. 5 erhalten. Gießen, den 16. März 1908. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. N e i n h a r t. Goethebrevier Auszüge aus Goethes Briefen und Gesprächen nebst einem Zitatenschatz aus Goethes Werken. a18/s Herausgegeben von Professor Dr. pliil. Karl Heinemann. — 25 Bogen in hervorragender Ausstattung. — Elegant broschiert M. 2.—, elegant gebunden M. 3.—. Diese von dem bedeutendsten Goethesorscher der^Jetztzeil,..dem Herausgeber der großen Goethe-Ausgabe des Biblwgr. Institute in Leipzig, edierte Sammlung von Kernworten aus Goethes Werken wird jedem Literaturfreund eine hochwillkommene Gabe sein unb sich einen Platz auf bem Schreiblifch jebeö Gebildeten schnell erobern. Die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung eines Dtenst- wohngebäubes nut Wirtschaftsgebäude für einen Unterbcnmten bei km lu9,2 ber Strecke Köln-Gießen. Gemeinbe Dutenhofen, sollen ungeteilt uerbungen werben. — Berbingmigsunterlagen können hier eingesehen unb ausschl. ber Zeichnungen für 2 Ätk. 5 Pfg- (nur Postanweisung! bezogen werben. Die Angebote werben am Acontag ben 13. Avril b. Js., nachmittags 4 Uhr geöffnet. Bollendungsfrist 1. Oktober 1908. Zufchlagsfrist 4 Wochen. Wetzlar, ben 16. März 1908. D16/3 Königl. Eisenbahn-Betriebslnfpektlon. __________Verlag von Cmi! Roth in Gießen.__________ SchiUerworte Zitatenschatz aus Schillers Dramen. 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Kl., 9 Stöcke, 83 Reiserprügel u. 10 Erlenprügel. 2. Lüctterauerberg, Buchen Rm.: 2 Scheiter 2. Kl., 207 Prügel 1. u. 2. Kl., 11, Stöcke, 59 Reiserprügel, 4 Fichtenprügel und 3 Fichtenstöcke. 3. Hohcrain, Buchen tftnt.: 44 Scheiter 2. Kl., 52 Stocke, 65 Reiserprügel, 19 Eschen- und kUmenprügel (1,55 ra l.) und 2 Weichholzprügel. 4. Wetteraucr- strauch und Weidenau, Buchen Rm.: 6,4 Scheuer 2. Kl., 2,5 Prügel 2. Kl., 14 Stöcke, 15 Reiserprügel, 2 Eschenprügel 2- Kl. (1,55 m 13, 2,7 Fichtennutzprügel (3 m l.), 2Z Fichtenprügel, 10 Flchtensiöcke und 1 Birkenstamm von 10 m Länge, 21 em Durchmesser — OZ5 Festm. 5. Ziegcnberg, Altenhau u. Herrenzipsen, Buchen Rm.: 8,7 Scheiter 2. Kl., 2,4 Prügel 2. Kl., 9 Stöcke und 10 Reiserprügel. 6. Glchcl- gartcu. Buchen Rm.: 3,6 Prügel 2. Kl. und 4Z Stamm- und Zops- retser- Eichen Rm.: 1,2 Scheiter und 5 Prügel, 1 Aspenprügel, 1,2 Fichtenstöcke, 11 Eichen-Abschnitte von 4—13 m Länge, 25—48 cm Durchm. — 4,78 Festm. und 1 Aspenstamm von 7 m Länge, 25 cm Durchm. — 0,34 Festm. 7. Heinzcberg, Buchen Rm.: 6 Prügel 2. Kl., 3 Erlen-, 12Z Fichtennutz- (3 m 1.), 9,7 Fichtenprügel, und 4 Fichtenstöcke. 8. Struth 4, Buchen Rm.: 5 Scheuer 2. Kl., 38 Prügel 2. Kl., 32 Stöcke, 79 Reiserprügel uird 52 Erlenprügel. 9. Struth 3, 1 Birkenstamm von 8 m Länge, 23 cm Durchmeffcr — OZ3 Festm. 10. WiuterSberg, Buchen Rm.: 155 Scheiter 2. Kl., 154 Stöcke,.2,1 Eschen- und Ahorirvrügel (1,50 m 1.) 11. Mushan und Dickebuich, Buchen Rm.: 3 Scheiter und 44,4 Eschen , Ahorn- und Kirschbaum- prügel. 12. Schoeuberg und Petcrswald, Buchen Rm.: 7 -Scheiter, 5 Stöcke, 148 Reiserprügel, 85 Eschen-, Eichen-, Ahorn- und Kirsch baumprügel, 42 Fichtenprügel <1,5 m lang», 18 Fichtenstammreiser iLattenholz) und 8 Fichtenstöcke. Aus Rev.-Tiergarten, Dittrikt Süßekopf, Buchen Rm.: 73,6 scheuer, 13OZ Prügel, 11,1 Stöcke, 26,5 Reiservrügel, 57 Ast und Zopsreiser, 4,2 Fichten. Kirschbaum-, Elsbeer- u. Asvenprügel, 15 Erlennutzprügel und 6 Erlennutzrollen von 2 m Länge, 21—23 cm Durchm. Leseholz und Kohircijer flächenweise. Das mit Kalk bespritzte Holz kommt nidjt zum Aus gebot. II. Dienstag, den24. März, nach Zusammenkunft IO Uhr auf dem Jägerhause aus: 1. Schiffeuberg u. Setfenberg I, Buchen Rm.: 26,1 Scheiter 2. Kl., 2Prügel2Kl., 84,2Stöcke, 4HEschenprugel und 4 Eichenstämme, 8/16 Lg., 16/28 cm Durchmesser ---- 1,88 Festm. 2. Buchholz, Langhecke, Seiscnberg II u. Roth, Buchen Rm.: 35 Scheiter 2. Kl., 2,1 Prügel, 36,5 Stöcke, 6,9 Eichen- u. 'Maßholder prügel. 3. Hoher Rain, Ruthardshauien und Kirchberg IL Buchen Olnt; 18 Prügel 2. Kl., 50,7 Eichen-, Eschen- u' Krrschbaum prügel, 1 Fichtenprügel (1L m L), 10,5 Erlennutzprügel (1,5 m 1.) u. 40,2 Erlen- und Aspenprügel. 4. Thomasbicgel, Kirchberg I und Schmittbain, Buchen 9km.: 12,1 Scheiter 2. Kl., 47,2 Prügel 2. Kl., 13,9 Stöcke, 74L Reiserprügel, 65 Stammreiser, 2 Eichen und 2 Erlen prügel. 5. Giehern, Buchen Rm.: 9,7 Scheiter 2. Kl., 18,5 Stöcke, 47 Reiserprügel, 6,7 Nadel und Weichholzprügel, 5 'Radelftöcke und 1,2 Fichtenzopfreiser. 6. Birken u. Brühl, Buchen Rm.: 29 Stamm reiserprügel, 40 Stammreiser, 11,8 Birten-Rundschelte (l,2o m 1.), 140 Eichen- und Birkenprügel, 5,5 Lärchen-Nutzprügel (2—4 rn lang», 5 Birkenstämme, 5 m lang, 19/27 cm Durchm. — 1,06 Felttm und l Weymuthskieser von 14,4 m Länge, 32 ern Durchm. 1,16 Feum. 7. Forstwiese, Weingärtncrskops u. Wallenberg, Buchen Rm.: 14 Scheiter 2. Kl., 2,9 Prügel 2. Kl., 26 Stöcke, Elchen Rnt.: 7,7 Scheiter 2. Kl. (als Glaserholzs, 1 Nutzprugel (2 m L), 6 Larchen- prügel (2—4 m L), 3 Lärchenstämme, 9/14 m lang, 16/2/ cm Durchm. = 1,22 Fm. und 1 Eichen-Abschnitt, 3,8 m 1., 80 cm Sttt = 1,91 Fm. L Betten, SU. Scekops u. Hölzchen, 45 Rm. Buchen- u. Elchen prügel, l. und 2. Kl. 2 Rm. Lärchennutzprügel (4 m l) und 5 Elchenstamme j-8 m l., 30-35 cm Durchm. = 3,06 Fm. 9. Dornberg, Rm.: Ä Eichen-, Birken- und Weichholzprügel, 5,1 Fichten- und Lärchen autzprügel (3 m I.), 6 Eschenabschnitte 2,6—8 m l., 13—29 cm Durchm. = 0,69 Fm., 10 Eschenstangen - 0,39 Fm. (Wagnerholz) und 227 Keisstangen --- 2B5 Fm. 10. «cheppmalsdickung. Buchen Rm.. 120 Stammreiser. Das im Distr. Giehern, Forstwiese und Birken blau unterstrichene Stock- und Reiserprügel tomnit nicht zum Kus- gebot. Sämtliches Holz ivird unvorgczcigt verpelgert. [ü Is Es vermiitderte sich um die Auszahlung von 9 Anteilen um Mk. _186-^ sowie den Verlust pro 1907 .... „ 7847.99 Mk. 8O34.< 4 WliWümI-itt Ä-a Einj.-,Fühnr.-, Abitnr.-i.Ex.) Schnell, sicher. Pr. frei. Plarburger Straße. 17S3 Dutzend <0 Pfg. L. Steinhäuser Die ( ^raina jr 'ES 1711 Vorn 1. Juli ab befindet sich mein Geschäft <£& v — i’lockstrasse 11.------- v WmWtlM . ihr1 beiter, wetterbeständig. 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Tie 9otb beit toben aus eit JW Schiff ^.Emsch«i ^ch-nkbep. seiner tz ^riegsschjss S'k-ich n fij c Mec ^"Still' tat M Ä S k13ni s!h * b «*'« s'lk °eiu Aliee-Schule. Die Ausstellung der Schülerinnenarbeiten im Weißnähen, Schneidern und des Lehrerinnenkursus werden Sonntag und Montag, den 22. und 23. März, von 11—1 und 3—5 Uhr im Schullokale ausgestellt. Der Unterricht beginnt wieder Montag, den 27. April. Auskunft und Anmeldungen bei der Oberlehrerin L. Moeser, Gartenstraße 30, Anläßli Friidboies Vc in ruhiger L wendig. 9tc Lersaininlun! $ie Redner sührung > Wahlrech Publikinn: n Demonstrant wicdcrhcrgest Echutzmann Ter Beamte unter, als pli kommen schie ermitteln. T geschossen!' 5 und verletzt, sistiert wurde - Sem ,Bei der Ecke der Znsammensto sehr große M in dem Scl dem Schlosse Steine mitgel Schutzleute n dann mit der St se nid Sl|en iDie *9t Ordentlich ; Olt uit,t fc" *) h übe* M»li bt[- Emil Grober Steruwcg 14 Vau- u. Merkstatt-Spenglerei Anlagen von Gas und Wasser Kompl. 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