Nr. 116 Erstes Blatt 158. Jahrgang Montag 18. Mai 1908 MG/Sir :3ffi£Cgtf ÄttAy /1 i)Ä& ^«Knvgviivi <4wjvijjvi=^ WS General-Anzeiger für Oberheffen MW Z unahme von Anzeigen V » 0 ! I u. Land- und „Gerichts- 6 v^utoff8niouK Rotationsdruck und Verlag dervrühl'fchen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. A,^eigenleü^H."Äck! Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Lin Naisertag in schlitz. Eine Erinnerung an Mai 1907. Reklame und Sensation. Von Professor Dr. M. Biermer. Mt Genehmigung des Verfassers dem „Berl. Tagebl." entnommen.) Herr Professor Werner S o m b a r t, früher Handels- kEmersyndikus in Bremen, dann Professor der Nationalökonomie in Breslau und seit kurzem in gleicher Eigenschaft ; oit die Handelshochschule in Berlin berufen, ist unzweifel- hast nicht nur einer der talentvollsten Vertreter seines Joches — unter den jüngeren Nationalökonomen zweifellos der bedeutendste — sondern auch ein glänzender Pu- j dlrzist. Alles, was er schreibt, ist interessant, anregend und ;aedersozialisten und ist wirtschaftstheoretisch Marxist, freilich mit gewissen Einschränkungen. Karl Marx, der in jciitem „Kapital" die Bibel der internationalen Sozial- k'rnokratie geliefert hat, war Pessimist und ausgesprochener iemokrat. Werner Sombart verrät dagegen mancherlei Züge, die an Ferdinand Lassalle erinnern. Er ist Optimist und hat aristokratische Neigungen. Früher hatte Lorn bart auch eine starke politische Ader, er appellierte - en die Massen und machte auf sie großen Eindruck. Das lat sich inzwischen geändert. Ihn widert jetzt die Tages- rolitik an. „Ein politisch Lied, pfui! ein garstig Lied," ; hS entspricht auch seiner Meinung. Eine gewisse ästheti- [icrenbe Neigung hat Sombart als Meister des Stils stets retteten. Sie ist aber immer stärker zur Geltung ge- bmmen, und seine Absage vom politischen Leben kleidete er [ogar in den Ruf: „Zurück zu Goethe!" Es ist nicht leicht, diese eigentümlichen Wandlungen Das im großen Publikum am meisten bekannte Buch Lwmbarts ist das jetzt in sechster Auflage erschienene: Mer Sozialismus und soziale Bewegung", das eine wich- n lz« Ergänzung in Vorträgen über die Theorie und Ge- Mihte der Gewerkschaften, die unter dem Titel „Dennoch !" Es ist mir neu, daß die Nationalökonomen und Wirtschaftshistoriker eine Erscheinung nichts angehen soll, die so tief ins moderne Wirtschaftsleben eingreift und unsere Geschäftsgebräuche vollständig revolutioniert hat. Reklame uno Kulanz — die sich übrigens kaum voneinander trennen lassen, denn schließlich wirkt die kulante Bedienung auch nur wie Reklame — sind doch einmal da und beherrschen alle großen und kleinen Faktoren der Gütererzeugung und des Güterabsatzes. Was da ist, muß doch einen Grund haben. Und wenn sich ihm selbst die Leistungsfähigsten und Besten nicht entziehen können und sich davon fortgesetzt privatwirtschaftliche Vorteile versprechen, dann kann man diesem Problem sozialpolitisch doch nur so gerecht werden, roeni> man differenziert, die Auswüchse von dem Normalen, das Schlechte von dem Guten, das Geschmacklose und Widerwärtige von dem Geschmackvollen und Zulässigen trennt und ihrem Einfluß auf Produktion, Konsumtion und Preisgestaltung nachgeht. Das ist die wahre Aufgabe der nüchtern und exakt arbeitenden Nationalökonomie, eine Aufgabe, die „ , i freilich wirklich objektiv außerordentlich schwierig zu lamsgekommen sind, gefunden hat. In dieser Schrift lösen ist. _____ «ans zuverlässig zu verfolgen, denn So mb art schreibt Ich: viel, und manches, was er sagt, ist von Stimmungen .iid Verstimmungen beherrscht. Es macht ihm offenbar kergnügen, gelegentlich nicht nur die Fachwelt, sondern end) das große Publikum durch geistreiche Einfälle zu über» leschen. Viele werden sich zum Beispiel des Erstaunens irinnet** das er auf der Hamburger Tagung des Vereins vt Sozialpolitik im Jahre 1903 erregte, als er plötzlich die iljeoric aufstellte, die letzte große Wirtschaftskrisis hänge rit der vermehrten Goldproduktion zusammen. Damals Uflte er die Behauptung beweislos wie ein neues Dogma hilf, vertröstete aber die Zuhörer auf spätere ausführliche iijicgungen. Wir warten noch heute auf sie, und ich glaube, liR dieser Geniestreich, der ebenso geschickt wie überzeugt - i'fÄhrt worden ist, ungesühnt bleiben wird. Sornbarts iollegen schütteln auch heute noch den Kopf über den Lriofen Einfall des angesehenen Nationalökonomen. Ich stbst habe in einem Vortrag in der Gehe-Stiftung: „Die ^zeitliche Goldproduttion und ihr Einfluß^ auf das Wirt- ihastsleben", versucht, die S o m b a r t sche Theorie als un- | lal.tbar zu bekämpfen, und die weitere Entwickelung unserer ösldmarktverhältnisse hat bewiesen, daß ich wohl im Rechte lax Andere Krisentheoretiter, wie namentlich Dr. Artur lß kpiethoff, haben ebenfalls die berühmte Quantitäts- [1 he orte, die Sombart aufgewärmt hatte, als für die heutigen ' Kihältnisse gänzlich veraltet abgelehnt. ob der frühen Gäste ein ganz verdutztes Gesicht, bann aber lacht sie und ruft in die Küche eilend: „Gelle Se, Kaffee wolle Se hawwe?!" Während sie Feuer anmacht, gehen wir in die Wirtsstube, lassen die Rouleaux in die Höhe schnellen, öffnen die Fenster- chen und lassen den Tabaksgeruch vom Abend vorher hinaus, die gute, reine Morgenluft herein! Nach und nach kommt die Familie des Wirtes zum Vorschein, nach einer halben Stunde sitzen wir am appetitlichen Kafseelisch. Allmählich beleben sich die Straßen und gerade, als wir uns anschicken, einen kleinen Bummel zu unternehmen, kommt Meister Lemkes blondes Töchterchen und bestellt: Papa läßt Ihne sage, der Kaiser wär' nach dem Friedhof gefahrn, und Sie könnte ihn gut sehe, wenn er zuvückkomme tat!" Schnell folgen wir der Kleinen, die uns nach der Grabenbergerstraßs führt, wo schon, hie und da Leute plaudernd und wartend vor den Häusern stehen. Der Weg vom Friedhof führt in Windungen den Berg herab, so baß man t&on von weitem den Kaiserlichen Wagen sehen kann. Da die Straße steil ist und gepflastert, mit einem muldenförmigen Rinnstein in dev Mitte, muß der Kutscher mit großer Vorsicht und Geschicklichkeit fahren. Aus dem Bock sitzt auch mit weißem, wehenden Federbusch der Leibjäger, der aufmerksam die barrenbe Menge mustert. Im Fond — mit dem Iagdanzug bekleidet — lehnt Kaiser Wilhelm! Die Hüte und Tücher der Erwachsenen fliegen und wehen. Tie Kinder schwenken Mützchen und Fahnen und klatschen in die Händchen. Die Freude, der Jubel id/üUt an, „Hoch-" und „Hurra"ruse ertönen mit urwüchsiger Kraft. Wir sehen in das ernste, jetzt so freundliche Angesicht des Herrschers, es ist leicht gebräunt und zeugt von Gesundheit! Es ist ein eigenes Gefühl, seinem Kaiser so nahe zu sein, ohne jedes Zeremoniell, so daß wir unä der Schönheit dieses Augenblickes mit frohem Herzklopfen bewußt werden! Während der Wagen weiter rollt, und der Anblick seines kaiserlichen Insassen neue Stürme der Begeisterung erweckt, sehen wir ihm nach und verweilen bei dem Erinnern an baS gütige, so energische Antlitz! „Weitzt du noch, damals in Berlin?" „Ach gewiß!'z Gedanken an Berliner Festtage lassen den ganzen militärischen Apparat, das Zeremoniell, das Absperren, das stundenlange Warten dort neu in der Erinnerung entstehen, und wir freuen uns, sind doppelt froh und glücklich, den Dionarchen einmal ohne militärische Begleitung, ohne Schutzmannsketten, ohne „Berittene" zu sehen und zwar ganz nahe von Angesicht zu Angesicht! Juch ihm, dem Herrscher, wird die Brust sich weiten: „Hier bjn ich M.echch, Lst.p darf jchfA jein!" ist der Siegeslauf des sogenannten „Revisionismus" mit Begeisterung verkündet worben. Auf einen ähnlichen Grunb- ton ist auch bas größere Werk gestimmt, nur kommt in ben neueren Auflagen der Widerwille gegen den Sauhirtenton der sozialistischen Presse, bie in ber Tat jeben empfinb- samen unb wohlerzogenen Menschen, auch wenn er kein ausgesprochener Aesthetiker ist, abstoßen muß, zur Geltung. Später verfiel aber Sombart in bas Extrem unb proklamierte beinahe inbividnalistische Anschauungen, bie einem Sozialisten, gleichgültig ob er Salonsozialist ober Rabau- soztalist ist, doch recht wenig anstehen. Aesthetiker, Moralisten und Pessimisten sind schlechte Politiker und noch schlechtere Nationalökonomen. Ihnen pflegt bas richtige Augenmaß zu fehlen. Sie verlernen, ihre Zeit zu verstehen, unb es muß in hohem Grabe auffallen, daß ein so aufmerksamer Beobachter politischer und sozialer Erscheinungen, wie es S o m b a r t ist, gerade in einer Zeit, wo das deutsche Volk sich von bwn politischen Jndifferentis- mus abzuwenden anschickt, in fast allen Parteien neues Leben zu pulsieren beginnt, die Mahnung „Zurück zu Goethe!" und ein „Pereat die Politik!" ertönen läßt. Salonsozialismus ist ein Unding. Damit gewinnt man höchstens überspannte Blaustrümpfe für seine Sache. Dagegen gehört die sensible Aesthetik in den exklusiven Salon. In der Kampfatmosphäre der politischen Arena macht man sich mit ihr lächerlich. Sombarts „Sozialismus und soziale Bewegung" trägt das schöne Motto eines Franzosen: „Je ne propose rien, je n’impose rien: j’expose.“ Es gibt keinen besseren Sinnspruch für die nationalökonomische Forschung als diesen. Aber um so stärker und unvermittelter verstößt Sombart gegen diesen Grundsatz in seinem neuesten Aufsatze, wo er die Geschäftsreklame behandelt und ihr in der denkbar unerbittlichsten Form zu Leibe rückt. Seine Ausführungen gipfeln in folgenden Sätzen: „Was ist uns, die die ganze Sache nichts angeht, die Reklame? Nun, ich denke, darauf kann die Antwort nur lauten: ein Aergernis, und zwar ein großes. Die Reklame ist jene Erscheinung der modernen „Kultur", an X>er aber auch beim besten Willen nichts als Widerwärtiges gefunden werden kann. Sie ist als Ganzes wie in ihren Teilen und in allen ihren Formen für jeden Menschen von Geschmack rundweg ekelhaft. Schon daß sie überhaupt da ist, die Tatsache, daß man Reklame macht, wirkt abstoßend. Jede Anpreisung nun gar zum Zwecke des Gewinns ist ein Greuel für jedes noch unverdorbene Gemüt." Ja, er war da, endlich da der „Wonnemond", der lieblick-e ÜM, heiß ersehnt, lange herbeigewünscht! Lange, ganz besonders tn.;e, hatten wir diesmal warten müssen, nach einem strengen, Ex enden wollenden Winter. Noch immer.batte es nicht wehen Men das „Mai-Lüfterl", ja, cs hatte sogar — wie ausgerechntt - trom 1. Mar morgens an gesprüht, geregnet und allmählich t strömen gegossen, stetig, ohne Aufhören! Und wir wollten > ■bä) in’d „Schützer Land", um den Kaiser zu fehen. Jeder freie Augenblick galt dem Himmel, dem Barometer . ttb— last not least, dem Laubfrosch! —, Ite rührten stch Nicht, >- Dar zum Verzweifeln! — , . . a Endlich — allerdings erst spät am.Vorabend des sonntags — Ünr der Regen auf! „ . . - < e o Ter Wecker wurde auf 4 Uhr gestellt, da 5,Io Uhr der Zug Ter Himmel war bedeckt, aber im Osten ein heller schein U leben, und als wir um ö Uhr das Gartentor onueten, stand " o Wunder — die Sonne am Himmel, schüchtern zwar erst tiei Lauf beginnend, aber sie Ivar doch da! — Unterrv^s lÜslhsr wir die überschwemmten Wiesen und Felder, wäne die oe- bUHcn Ortschaften; alle Bäche und Flüsse führten enorme Waster- H temgen, besonders um Salzschlirf, wo wir den ^Zug der ^ber- ' sjj'pchen Bahn verließen und das „Zügle" nach schlitz bestiegen, bs spottlustige Leute das „Bimmelbähnche' nennen. Zwischen ^rengründen, Hügeln, Wäldern, Bergen und freundlichen Xor- ’ae fährt man dahin, und bald tauchen die -vurme^die Burgen fcn Schlitz auf. Im weiten Bogen zur Sette der schütz fa-bren br fast ganz um das Städtchen herum, an dem Gräflichen Park ! h£ei, in dessen Mitte die „Hallenburg , ein fcMwto, lang sslreckter Bau mit Freitreppe liegt. Aus dem xache ist die hifcrftanbartc gehißt, die im Morgenwinde leise hm und her j-'i; von den Burgen grüßen sKwarz^veitz^rote /z-ahnen, das ftä dtchen ist reizend geschmückt, auch die kleinsten puschen batien ’n Fähnchen herausgesteckt, pber die Bewohner haben vor dem eiuiter am Blumenbrett einen Busch von Fichtenzweigen be- IjLjt. lchch ist alles still und feierlich! Die Wolken sind fort, Vx dimmet ist blau, die Sonne lacht, echtes Hohenzollern-, wahres 'ai^rwetter! , - . ._ Man sieht noch wenigs Leute, da es ja noch sehr WH rsÜ , Um zu einem Morgen-Imbiß zu gelangen, ^nken wir unsere ; nach dem „Weißen Rößl". Die Haustur ^ist iwch ver- llaijen, die Gardinen noch herabgelassen, aber Da» schreckt uny 'M wir wissen Bescheid, gehen um das Haus herum zur zwettQi i । hui, und richtig, ssbert schließt die Magd .bter auf unb wacht Es genügt nicht, daß man am Schreibtisch in Empirestil über diese Dinge nachsinnt ober beim Five o’clock tea angeregt darüber plaudert, aus dieser Augenblicksstiinmung heraus ästhetisierende Artikel schreibt und mit dem Aufgebot sittlicher Gntrüftung Anklagen schmiedet. Dabei kommt nicht mehr heraus, als wenn man über Trinkgelder schimpft oder das schlechte Wetter verflucht. Auch damit kann man sich nicht helfen, daß man von einem „notwendigen liebel" spricht. Trinkgelder werden doch bezahlt, auch wenn man, wie es Jhering tat, die Frage mit noch so viel juristischem Scharfsinn untersucht, und das Wetter bleibt trotz allen Scheltens schlecht, wenn das Barometer weiterhin fällt. So ist es auch mit der Reklame, die Sombart in richtiger Beobachtung gegebener Verhältnisse in einem glänzenden Vortrag „lieber Die Entwickelungstendenzen im modernen Kleinhandel" neben der Kulanz als einen Der „beiden Eckpfeiler, auf denen der moderne Handel aufgebaut ist", bezeichnet Hai. Er hat zwar in derselben Rede den Handel als ein „notwendiges liebel bezeichnet", aber dieses bedenkliche Schlagwort sofort in dem Sinne eingeschränkt, daß man den Handel nicht in seinen alten Formen konservieren dürfe. In der Debatte hat er namentlich die Warenhäuser und Großmagazine, die ja die Reklame und Kulanz besonders als Geschäftsmaximen kultivieren, gegen zahlreiche Vorwürfe in Schutz genommen. Er hat es sogar begreiflich gefunden, daß es ein Warenhaus gibt, das nebenbei Tanzunterricht erteilt und Schokolade verschenkt, lieber solche Auswüchse denken andere, zum Beispiel ich, ganz erheblich anders als Som- bart. Aber ich rege mich darüber auch nicht auf. Viele sind mit Sombart darin freilich einig, daß die Reklame künstlerischer fein könnte, aber wer möchte leugnen, daß gerade in dieser Beziehung enorme Fortschritte in der letzten Zeit gemacht worden sind? Zahlreiche Künstler von gutem Namen verdienen dabei ihr Brot und verbreiten Geschmack, Farben- und zeichnerischen Sinn in Kreisen, die bis dahin nur scheußliches Zeug zu sehen bekommen haben. „Entwickeln wir die Reklame zu einem Faktor des Kunstlebens, und wir werden dadurch eine Bereicherung des modernen Daseins erfahren, die auf anderem Wege nicht leicht wird erreicht werden können. Die Ausschmückung unserer Straßen durch schöne Reklame, durch Reklame aus KünstlerhänHen, wäre eine solche Förderung, wie sie schöner gar nicht gedacht werden kann. Die Reklame aus der Welt schaffen zu wollen, das ist wirklich eine Utopie. Da kann doch kein Mensch daran denken. Wenn wir wirklich hier beschlössen, als Vertreter der gesamten deutschen Wissenschaft, daß die Reklame nichts wert sei und zu verschwinden habe, glaubt man, daß auch nur ein Geschäftsmann uns folgen würde?" Diese letzten fünf in Anführungszeichen gesetzten Sätze stammen nicht etwa von mir, sondern von Professor Werner So mb art, der sie am 27. September 1899 in Breslau ausgesprochen hat, unb zwar unter allgemeiner Zustimmung der Anwesenden. Also von demselben Manne, der heute erklärt, die Reklame sei eine widerwärtige Kultur- erscheinung, sie sei in allen ihren Teilen ekelhaft, und jede Anpreisung zum Zwecke des Gewinns sei ein Greuel für jedes noch unverdorbene Gemüt. Tas sind doch alles nichts als maßlose Uebertrcibungen, schiefe Generalisierungen und launenhafte Stimmungsurteile. Ter Widerspruch zwischen Sombarts früheren Betrachtungen und seinen neuesten ist und bleibt ein eklatanter. Der Aesthetiker hat wieder einmal dem Nationalökonomen und KAlturhistoriker das Konzept verdorben. — Was im Geschäftsleben Reklame ist, das ist in der Nach einer kleinen Wanderung durch das malerisch gelegene Städtchen steigen wir zur Stadtkirche empor, die inmitten der Burgen und anderer altertümlicher Gebäude auf einer Anhöhe — die Stadt beherrschend — steht. Ta der Gottesdienst erst um 10 Uhr beginnt, haben wir Zeit, uns umzusehen. Tie Kirche ist nicht all zu groß, aber anziehend, teils romantisch, teils gotisch. Es befinden sich hier mehrere Grabdenkmäler von Angehörigen der Gräflich Görtz'schen Familie, von denen das des Georg Heili-- rich von Görtz die größte Teilnahme erregt, der — in Schwänschen Diensten stel-end -- im achtzehnten Jahrhundert ein Opfer seiner Fürsten treue ward! Seit geraumer Zeit aber besteh: aus dem etwas entfernt von der Stadt gelegerien Friedhof em Erbbegräbnis, weshalb in der Stadlkirche keine Beisetzungen mehr stattsindeil. Zu ebener Erde, nahe dem Altar und der Känzel, befindet sich — von "efiier Ge-- denktafel gekrönt — das Gestühl, die Loge der Gräflichen Familie. Schritte hallen durch die Kirche, Chorknaben stecken die "Num- mern der Lieder auf die schwarzen Tafeln, der Küster entzündet die Kerzen am Altar und stellt den Klingelbeutel zurecht. Nach und nach füllt sich das Gotteshaus, durch das ein. Raunen und Flüstern geht. Nun beginnen die Glocken zu läuten, und nachdem der letzte Ton verhallt, tritt der Kaiser ein, gefolgt von dem Grafen Emil von Görtz, den: Grafen Wilhelm von Görtz mit seiner jungen Gemahlin, den Gräfinnen Anna, Elisabeth, Marie und Margarete, ferner von dem General-Adjutanten von Scholl, Leibarzt Dokwr Ilberg und anderen. Ter Gottesdienst beginnt. Während das erste Lied durch die Kirche braust — der. Kaiser singt mit! — naht der Küster mit dem Klingelbeutel, und der Kaiser gibt als Erster. Tekan Schmidt waltet seines Amtes und hält über „Rogate"- „Betet" eine Predigt in feuriger, mir sortreißendcr Weise. Damr singt die Gemeinde, wieder erklingen fromme Weisen durch das> Gotteshaus, dann folgt dep Segen, ein stilles Gebet beschließt die würdige Feier. Alles eilt, um den Kaiser beim Verlassen der Kirche noch zu sehen. Ter Wagen führt leer fort, alfo geht der Herrscher zu Fuß und zwar am Hinterturm vorbei, durch enge Gassen. Ta nrir über den Marktplatz eilen, sehen mir ihn noch gerade auf dem Weg zur „Hallenburg" verschwinden. Das Städtchen wimmelt von Menschen, teils Einheimischen — „Schlitzerländern" —, teils 'Fremden. Ta sind Kriegcrvercine, Veteranen, junge Uw tauber und Landleute in ihrer Tracht >deS „Schützer Landes". Tick! Mädchen und Frauen fcl-en schmuck aus; i'ie tragen sußsreie,' meist blaue, eng-püssicrte Röcke, am unteren Rand nut einem Sammetblende, die noch oben mit Silberborte begrenzt ist. Ten silberborten-umsäumt;n Ausschnitt der miederarttgen Taille zieren Ozon-Waschpulver. ymcinber ließen, Grc igcmarfu der Ger 2 ßemarfu MH z kemarku 12 Uhr Lj,, das. L, Cl‘ üit: iu k?,n oüi b Jw 1 tzeinarkr an der ' 2 Keinarkr 11 Uhr । -Miarkr sachsei jachsen. I Diarki mittags > Zin L gemarfn mittags 2 ©emarfu kahnhof LSmarku der Gen Sie Lachse Picken: üflH der llchligtei Üog die liiä sür Kanäle, der an i Mensch sprechend c daß schä gesährde, i daß keim den nicht iie Teilno i-ng von ttffl gqlatti Sic Gro raten Ge ri oilsübl -- »erössen Zil von St Mngsanla Gerne \ im 3* i ftmarr "mittags 2 Genial K rK- S’ic Hou? ^Ubtfl M^cht'e P^angeze planen i ■<«01: ti-eBeit dx ®ro' $ <■ ^AdenZ, ».Anise, /•noeiteuct .^■^tnen ■ bai ß8epneijt ^8en, b, Gro Monat!. Uederjicht der Todesfälle in der 5tadt Siegch. nach u Olli 1(1) 4 (2) Höchste 16. Viieörigfie . P kx. A nderic " Lcrantw. sür Feuilleton, u. Vermischtes llaniöel 91.70 | Llektnz. Lahmeyer Laurahütte Italien. Heute . 3% Portugiesen Serie 1 111 3% Portugiesen Freude ein5: sic Ijabcn ihren Kaiser gesehen! Las Gelübde der so müssen wir So schwer cs uns wird. Pnuee-Henn-bisenbabu • Berliner Börse, 18 Mai. Anlaugskurse. 1M.9 ^empXixtuf cm lb. dis 17. immer noch hat tcinbcrg gewartet 220.70 112.00 Elektriz. Schuckeri . < Eschweiler Bergwerk . Berliner ilundelsges. Darmstadter Bank . Deutsche Bank . - Deutsch-Asiat. Bank Diskouto-KoniuianiiiL Dresdner Bank . . Kredituktieu . - - Baltimore- und Uhio- EisenLahu . • • Gotthard bann . . • LomUaru. Eisenbahn Uesterr. Staaisoahn . Cauada E. B. . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: still. Harpeucr Bergwerk. Lauraliütie . • - uombarden E. B. • Nordd. Lloyd . . • l ürkenlose . . • • . 156.00 . 124.30 . 232.90 ä.66 1W1 12-LO 3>S0/. 3% Reichsanleihe do. Konsuls . < do. Hessen . . Überhessen "6% W 19e.il' 2irü 91> Itk'.lDi 4-o 4% isüfc 23: 6 131^ IkJ 13v» IVvJ S.1S ist das weltbekannte, berühmre „Schltvcr deinen", das hier gebleicht wird. Verarbeitet, mit Zier- und vohlstiumen, Sticleret, sowie Klöppelspitzen und Einsätzen versehen, bildet es den schönen stolzen Besitz der uauSsrauen, die so gern mit diesen Schätzen die duftenden Laden füllen! Von den Wiesen, die schon allerlei hübsche Blumen, wie Schaumkraut, Gänfc- und Dotterblumen, .Himmelschlüssel und Katzenpfötchen tragen, steigt ein srstcher, belebender Tust, aus. Tic Vogel singen um die Wette, cs ist ein wonniger Frühlingstag. Am Abhang blühen die weißen Schlehen, cs ist alles mit einem Mal getommen, wie ein Wunder wirklich! Froh gestimmte, scstlich geputzte Men,chcn pilgern auf allen Wiesen- und Waldpfaden und find in dem einen Gedanken der kehren und den Weg zum Bahnhof untreren man auf Die Rücktehr der Herrschaften vom 82.45 91.75 82.50 90.75 91.50 98 65 99.10 93.65 104.10 1 eeyüfen im Jahre 1907. In Gcestcinunde, Bremerhaven Altona, Hamburg und Rordenhamm wurden im Jahre 1907 m..’ gesamt ca. 160 Millionen Mund Fische, Hummer, Muscheln usiv im Werte von rund 17^ Millionen Atark umgesetzt. Den grüsticn Umsatz hatte Geestemünde mit rund 70 'JJiilhoncn Piund un Gesamtwert von ca. 7 Millionen Aiarkt. Ten Hauptbestandteil dcr iu Geestemünde verauktionierten Fische bildeten Schellfische, von denen 35 Millionen Psund sür ungefähr 3 9)hUionen Mark aus den Markt kamen. Sonnenschc a Beiv. HmuM Sonneniche'a Univerjitäts-Nttehriehten. Darmstadt. Der Privaldozeul für Baugeschichte und Ge- schichle und Theorie des Ornaments an der Technischen Hochschule zu T a r in st a d t Architekt Dr. Julius Hülsen wurde vom preußischen Vandwirljchaslsminisler mit der Abhaltung von Bor- lesungen über Gartenarchitektur und allgemeine Stil» und Oma» meutslehre an der Kgl. Lehranstalt sür Wem-, Obst- und Garten» bau zu G e is e n h e t m a. Rh. beauftragt. Frankfurt a. M. Dr. phil. Otto Schultze wurde als Privaldozeut sür das Gebiet der Philosophie, Psychologie und Pädagogik an der Akademie sür Sozial» und Handelswissenichajlen -u Frantsurt a. M. zugelasjen. Schulte ivar früher an der Universität Halle als Privatdozent tätig. l'ln der Frankfurter Akademie ist er zugleich Assistent des psychologischen Instituts und des Seminars sür Philosophie und Pädagogik. 63.50 95 00 88.50 95.80 150.49 50.20 86.35 66.20 96.40 Handhabung dcr GeschäftSocstunmungcn mit den darin vorge- Ausichlicßlichleitscrtlärungen hinsichtlich dcr Geidcntnahme wie dcr Geldanlage, danr endlich dcc steten, und doch den Marktoerhält- nissen angcpa,,tcn, durch keinerlei Rücksichten aus billige Staats- gelder, ivce sic Bentraltassen anderer Länder zur Verfügung stehen, trregeführken Btnspolitik konnten die Genossenschastsbank und die mit ihr verbuirdenen hessischen Genossenschaften aus eigner Kraft ihre Aufgabell selbst in der allerkrttischsten Zeit erfüllen. Dieser, angesichts der im Berichtsjahr herrschenden allgemeinen Geldknappheit und namentlich der gegen das Jahresende sich bedenklich zuspitzendcn Geldverhältnisse äußerst günstige Erfolge ist unter anderem dem festen, treuen Zusammenhalten der in ausschließlichem Geld- und k'reditoerlehr mit dcr Genossenschaftsbank stehenden hessischen VerbandSgenostenschaften zu verdanken. Tie rechtzeitige Erhöhung der Zinssätze gab den Geiwssenschaflen die Möglichkeit, ihrerseits die nötigen Maßnahmen zu treffen, durch welche sie ihren Einlagebcstand erhalten und verstärken und andererseits einer außerordeiitlichen Inanspruchnahme vorbeugen konnten. Den Geldzugang unö -abgang bei den Genossenschaften und dadurch bei der Genossenschastsbank durch zeitgemätze Regulierung der Zins- sätzc so entsprechend beeinflussend, ist die Bank in der Lage, ihre seit Beginn des Jahres 19Ut gültigen allgemeinen Zinssätze un laufenden Rechnungsoerkehr, auch für das Jahr 1908, das mit dem höchsten feit Bestehen dcr Rcicysoank noch nicht dagewefenen Lombardiatz von 8Prozent begonnen Hai, für die mit ihr in ausschließlichem Geld- und kreditvcrtcyr stehenden hessischen Ver- bandsgcnossenschasten aufrecht zu erhalten. Rur hinsichtlich der Verzinsung der Sepositeneinlagen tritt im neuen Geschäftsjahr eine Aenderung ein, indem für die nach dem allgemeinen Tarif hereingenommcnen Tepoiiteneinlagen, welche bis zum Jahnsschlutz 1908 weder zurückgezahtt noch gekündigt sind eine Bonifikation von 1,2 Prozent, statt wie im Berichtsjahr von Prozent gewährt wird. — I a h r e s u m s a tz a n F i f ch e n in unseren Di o t ö - buntseidene Tücher, auch sind die ^schürzen von schöner, geblümter Seide, die Bänder um die Mitte meist aus bunter Wolle gestrickt. Tie Schuhe sind bum gestickt, die Strümpfe weiß, kunstvoll mit Zwickeln gestrickt. Tas Haar ist in Zöpfc geflochten und tief in die Stirn gelegt; am Arm darf ein schwarzes Henkeln körbchcn mit Mundoorrai. und dem Taschentuch nicht fehlen. Die Burschen und Männer tragen lange do) en, unter denen helle, geftriate Strümpfe hervorsehen, die mit den ausgeschnittenen Schuhen wie Gamaschen wirken. Eine blauwollene, gestrickte oder gewirkte Jacke mit vielen Hellen mwpfen umschließt den Oberkörper, und was ein echte Hesse ist, dem hängt im rechten oder linken Mundwinkel die geliebte, selten verlöschende Pfetse. Während wir über den geschmückten Marktplatz mit seinem alten, sehenswerten Brunnen schlendern, mitten int Gedränge, bald schiebend, bald geschoben, uns der Gegenwart freuend, Horen wir wie em Veteran nut der Kriegs-Denkmünze 1870/71 einem anderen er> zähH, daß der Kaiser beim gestrigen Eintreffen angesichts des Regens und der überschwemmenden Gegend geäußert habe: „Was habt Ihr beim hier für schreckliches Wetter?! Ihr denkt wohl, ich komme mit dcr Flotte?!" Fröhliches Gelächter ringsum beweist, wie gut der Witz gefallen hat! . . . . / n llcberhaupt ist allerorts §cstcsittrnmung, die fremdesten Beute sprechen sich an ober tauschen freundliche Grüße! Schließlich knurrt aber doch unser Magen, weshalb wir wieder bas „Weiße Rößl" aufsuchen, wo uns bie freundliche Wirtin ein schmackhaftes Mal bereitet hat. Unsere „Blume" gilt bem Wohle Seiner Majestät! Spater werden an ö'ieunbe und Verwandte Kartengrüße abgefaßt, bie beim Dufte einer Henry Clay besonders poetisch geraten. Balb nach zwei Uhr finden auf der Lauterbacher Straße Menschen-Ansammlimgen skati, weil sich das Gerücht verbreitet hat, die Gräfliche Familie walle mit bem kaiserlichen Gast einen Ausflug nach bem Steinberg unternehmen. Da der Weg dorthin am „Weißen Rößl" vorüberführt, haben wir es recht bequem. Wir trinken unfern Mokka im Freien und brauchen nicht lange zu warten. Durch „Hoch"ruse schon angekündigt, naht der Wagen mit bem Kaiser und dem Grafen Emil von Görtz. Wieder wird unser Grüßen huldvoll erwidert, wieder sind wir dem Herrscher nahe, ein unvergeßlicher Augenblick! Nun kommen bie Wagen nut dem Gefolge, das ebenfalls freundlich dankt, besonders bie Gräfinnen Görtz, schöne, stattliche Erscheinungen, ihrer verstorbenen Mutter, der berühmt-schönen Gräfin Sophie, selfr ähnlich! Wir verfolgen den Weg, den die Wagen genommen haben und sind bald außerhalb des Städtchens. Da dehnen sich grüne, saftig-grüne Wiesen, auf denen es weiß wie Schnee blinkt: es vermischtes. * Amerikanische Musikkritik. Tie Musikkritik von Detroit zeichnet sich mehr durch Anschaulichkeit 'der Schilderung als durch Uebereinstiimnung im Urteil aus. Das hat sie beim letzten Paderewski-Konzert in Detroit bewiesen. Die „Detroit Free Preß" schreibt: Ohne iveiterc Präliminarien, als einen Schlag von Paderewski selbst aufs Klavier, wurde die erste Runde eingeleitet. Dann nut seinen Armen das Instrument bearbeitend wie mit einem Petschaft, bahnte sich dieser polnische Feuerwerker seinen Böeg durch das Programm, wobei jeder Schlag eine Sündflut von Tönen heroorsprudeln ließ. Unbekümmert um die übrigen Haare, die bie Klaviatur bc« deckten, ließ der Künstler fein Kinn auf den Tasten ruhen und boxte, kratzte unb wütete wie em wildes Tier. Alk Erdbeben der Schöpfung, alle Schreie starker Männer im Todeskampfe können nicht nut bem Lärm wetteifern, der au= bem leidenden Instrument ertönte. Der Referent der „Tckroii News" dagegen konstatiert, daß Paderewski mit so liebkosender Zartheit das Pedal trat, „wie eine junge ÜJiuttcf, die ihi kmd - wiegt. Dann wieder zieht er den rechten Fiiß hoch unter die Knie und läßt sie niederschnellen iuic ein Wctttenn- fahrer, der das Pedal fernes Rades tritt. So legt er all, Zärtlichkeit für das Instrument m bie Fußtritte, bie er itjin versetzt ..." ____ u/0 russ.btaatsanl. 19Oo 4>au/0 Japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 19u3 Türkenlose...... 4% Gnech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . ö°/0 Mexikaner . . . 4yau/0 Chinesen .... Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W..... Tendenz: etwas fester. Treue, es wirb ganz von selbst mietet neu in ben Herzen! — So schwer cs uns wird, so müssen wir boch cnblich um- ftanfccl. Don der Darmstädter landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank. Dem Geschäftsbericht für 1907 entnehmen wir: Ter Verlauf und das Ergebnis des 24. Geschäftsjahres können in leder Hinsicht als recht befrieöigenb bezeichnet werden, wenngleich ter Reingewinn, durch ben starken Kursrückgang des Besitzes an erstklassigen Wertpapieren um Mr. 61 212,15 geichmalcrt, nur 9Jtf. 106 199,61 gleich 5,35 Prozent dcS in 1906 erhöhten unb in 1907 zum erstenmal das ganze Jahr hindurch nut vollen 2 Mill. Mark arbeitenden Grundkapitals betragt. Der Gesamtumsatz der Bank ist von rund 185 auf 223 Mill. Mark gestiegen, also um 38 Mill. Mark. Der durch die Bank gedeckte Geldbedarf der Genossenschaft war im Jahresourchschnilk 1,1 Million Mark größer als im Voriahr, während der bei der Bank untergebrachce ^Geld- überjchüsie der Genoffenschaften im Jahresdurchschnitt 0,1 Million Mark geringer war. JuSgeiamt wurden im Berichtsjahr von den hessischen Genossenschaften 2,2 Mill. Aiark mehr bei ter Genossenschaftsbank cingezahlt als abgehoben, wodurch bis zum Jahrcs- schluß die Krebitinanspruchnahmc der Genoffenschaften bei der Bank um 0,7 auf 7,2 Mill. Marc zurückgegangen ist und ter Einlagebestand ter Genossenschaften bei der Bank sich um 1,5 auf 7,d Mill. Mark erhöht hat. Tie Genofscnschaftsbank hat ab 1. Jan. 1907 eine Erhöhung ihrer allgemeinen Zinssätze um je 1/2 Prozent Tür Guthaben wie für Schulden in lausender Rechnung eintreten lassen. Im Berichtsiahre 190/ haben die allgemeinen kritischen Geld- unb Kreditverhältnisse einen sehr ernsten geradezu beängjtigenten Charakter angenommen. Es wurden bei ben Genossen,aiaftsbank, in ter Zeit von Mitte Februar bis Mitte Juli, von ben heisisclfen Genossensclxrften nahezu zwei Millionen Mark mehr abgehoten als eingezahlt, trotz der mit Beginn des Berichtsjahres emgeiretenen Erhöhung ter allgemeinen Zinssätze für Guthaben und Schulten in laufender Rechnung auf 4 bezw. 5 Prozent. Da ersahrungsgemäß von der Jahresmiete bis zum Herost und jc nach Ausfall ter Ernte bis zum Jahresschluß die Ansprüche ter Genossenschaften an bie Kaste ter Bank stets zunehmen, indem bie Entnahmen immer grober werden, während gleichzeitig bie Einlagen sich verringern und im Hinblick auf die für ben Herost vorausgesehene schwere Geldnot und empfindliche Verteuerung ter Gcloleihsätze wurden bie Zinssätze für neue bare Einlagen au, provstionSfrcl geführten Depositenionteu mit einer Kündigungsfrist von 1 iUlonat auf 4 Prozent, von 3 Monaten aus 4'/i Prozent, von 6 Monaten auf 4y2 Prozent erhöht, um die Genossenschaften in die Page zu setzen, tunlichst alle in ihrem Bezirk flüssig werdenden Geldmittel an sich zu ziehen und eventuell für den GeloauSgieich der Bant zur Verfügung zu stellen. Dank der Organisatwn, dem fortschreucnbcn, inneren Ausbau der Veroandsgenoiscusmaften, ter gewissenhaften Publizistir Sensation. ^ie 'jtename soll den Kundenkreis anziehen unb vermehren, die Sensation den Leserkreis. Was Sombart in seiner neuen Zeitschrift „Ter Morgen" kürzlich aesaat hat, riecht stark nach Sensation. Was er „gestern" gesagt hat, ließ sich, wenn es auch in entgegengesetzter Richtung übers Ziel geschossen war, hören. Was wird der Herausgeber der Zeitschrift „Ter Morgen" wohl „übermorgen" seiner gläubigen Gemeinde cyt frischer Sensation austischcn?! Vollständig selbsttätig! Ohne Rasenbleiche und ohne blütenweisse Wäsche durch Kochen.- Greift die Wasche oifht Geringsten an-Desinficirt BeQuem.Vorteilhaft.'l/2ltt35rt; Ueberal/erhältlich, ^ihiner.Fabrikant: Joseph Müller,Seifenfabrik.Limburü/ijüü/ Gerichtssaal. Prag, 15. Mai. Der oberste Gerichtshof, entschied in dem langjährigen Streit des Landgrafen von H e f f e n gegen den Fürsten Heinrich und den Fürsten Philipp von Hanau um bas Fideikommiß Horaschboiviß zu Gunsten des ^.andgrasen, dem nun das Erbfolgerecht und die Ansprüche auf die Jlacmolge zuerkannt wurden. Der oberste Gerichtshof schloß stch dein Standpunkt des Klägers an, daß das neue hessische Privatsideikomnutz identisch sei mit bem kurfürstlichen Fideikonuniß. Die beiben Unter» instanzen hatten gegen ben Landgrafen enlschieben. Die chronische Ltuhlverttopsuna der »auglmgc, eu yr. klumpiger Gerinnung der Kuhmilch im Magen, wird om« nährnng mit „Kufeke"-.Ktndermehl zur Aiilch und die o wirkte feinslockige Gerinnung der letzteren behoben. 4l/6 % Uesterr. bilberreute Ungar. Goldreute . . Das verbot der ßeuerbestatlung in Preußen. Das mit großer Spannung erwartete Urteil des preußischen Lberverwaltungsgerichts in Sachen der Benutzung des Hagener Krematoriums ist nunmehr, wie bereits gemeldet, dahingehend er- folgt baß das polizeiliche Verbot zu Recht ergangen fei. Eine . ;elme Entscheidung hatte man allgemein wohl kaum erwartet, auch ' Jucht emmal die Regieruiig, die schon dabei war, die erforderlichen ; Alaßncchmeii vorzubereiten, wenn bas Oberverwaltungsgericht sein Urteil baten abgeben würbe, baß kein gesetzlicher Hinderungsgrund gegen die Einführung der fakultativen Feuerbestattung vorliege. . Das preußische Oberverwaltungsgericht hat einen anderen etanb- , rmnft eingenommen. Es ist immer etwas mißliches, gerichtliche ^nttoeibunqeu, bie nach sorgfältigster Prüfung getrosten worden sind zu kritisieren, aber auch Richter sind bekanntlich nicht un- lehlvar, sonst brauchte man ja Berufmig und Revision un Genchts- richtsoerfahren überhaupt nicht, unb eine ui angemessenen Grenzen (ich bewegende Kritik eines Richterspruches ist unter Umflanden sehr wohl am Platze, zumal sie oft von gutem Nutzen für die Zukunft fein kann So wird man wohl auch im vorliegenden Halle ben Deduktionen bes preußischen Verwaltungsgerichtes nicht allenthalben folaen können, benn vor allem ist es nicht ermibüch, warum ui anberen Bunbesstaaten bie fakultative Leichenverbrennung möglich ist ohne ben bestehenden Gesetzen zu widerjprechen. Smd doch gerade diejenigen Gesetze, aus die das preußische Lberverwaltungs- aericht ferne Gegengründe aufbaut, von Reichs wegen emgefuhrt, also auch in ben betreffenden Bundesstaaten, wo man sich bereits iur Einführung der Feuerbestattung schon vor längerer oder kürzerer Ken entschlossen hat. Die Schlußfolgerungen des preußischen Gerichtshofes muten daher etwas seltsam an, und es erscheint etwas gejucht wenn die Behörde von dem Standpunkte ausgeht, datz alle Bestimmungen in ben Gesetzen auf der Voraussetzung bafieren, daß Leichen der Erdbestaltung übergeben werden. Die Entscheidung sagt selbst, daß m den bestehenden Gesetzen nach dieser Richtung hin keme Lücke vorhanden fei, womit man also wohl der Regierung eine Direktive an die Hand geben will, hierüi eine Aenderung herbei- ruführen. Da es gegen das Oberverwaltungsgericht keinen weiteren Appell gibt, muß man das Urteil daher am sich beruhen lassen. Die Frage ist nun die: Was wird die preußische Regierung tun? Gs ist bekannt, daß man an den zuständigen Stellen bie früheren iöebenfen abgegeben hat unb den Anhängern ber fakulativen Jener» bestattung Eiitgegenkommen beweisen will, selbstverständlich unter bestimmten Kanteten, wie insbesondere rechtsgültig hinterlaifene Anordnung des Verslorbenen über Verbremumg seiner Leiche, sowie vor allem entgehende Leichenschau durch einen Arzt oder Medizinal- beamten, um juristischen und kriminellen Bedenken vorzubeugen. 3roei Wege eröffnen sich für die Regierung, die nach Ansicht bes Oberverwaltuugsgerichls bestehende Lücke auszufüllen. Einmal kann sie mit einem betonteren Gesetze au den Landtag herantreten; bei der Zufamiueufetzung der preußischen Volksvertretung dürste sie aber hierbei nicht viel Glück haben, da Zentrum und der überwiegende ^leU ber Rechten von jeher gegen bie Feuerbestattung eingenommen waren. Außerdem gäbe es noch ben Verorduungsweg, inbem es Dielleicht genügte, burch Verfügung des Ministeriums Bestimmuugeii zu treffen, welche bie bestehenden Vorschriften über bas Bestattungswesen nach dieser Richtimg hin ergänzen. Erkennt doch das Oberverwaltungsgericht felbst an, daß ein gesetzliches Verbot der Feuerbestattung nicht bestehe, und ebenso ivird anch zugegeben, daß in religiöser Beziehung eine Störung nicht herbeigeführt werde, iuic ja evangelische orthodoxe Geistliche zugebeu, bau die Feuerbestattimg an sich ben Geboten ber Religion nicht widerfpreche. Es wirb nicht imiliteresiant sein zu sehen, ivelche Schritte bie preußische Regierung ergreifen wird, da es doch wohl kaum angeht, baß in einet großen Reihe von Bundesstaaten etwas zuläfsig ist, was in Preußen nicht ftatifinten bari. 6 (3) 7 (1) 2inm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie v«l der Todesfälle in der betressendeu Krankheit aus von auswärts mch Gießen gebrachte Kranke kommen. unb gehofft, leitet vergebens. Auch auf dem Bahnho, herrscht ungcwöhnlick)es Leben und Treiben. Viele wollen den bereitstehcnten Zug benutzen, ber noch einmal so lang als sonst ist. Aver er fährt nicht pünktlich ab; immer noch kommen Passagiere, immer noch werden Gepäckstücke berladen, ter Postoote bringt eine ganze Tasche voll Ansichtspostkarten vom Kaisertage an ben Zug, Scherzworte fliegen hin unb her! Schließlich aber setzt sich ter Zug doch in Bewegung, unb während wir langsam fahren — die Böschung läuft parallel der Stniße — erleben wir noch eine lieberra|d)ung! Aus einem wenig befahrenen Weg zwisckien Gärten entdecken wir einen Wagen, einen weißen, wehenden Federdusch; es ist gewiß: wir haben noch "einmal das Glück, den Kaiser zu sel-en, der dort mit bem Grafen Görtz fährt, auf ber Heimfahrt zur „Wallenburg" begriffen. Wie ein Blitz läuft das Wort „ter Kaiser" im Zug entlang, und es bricht ein Juoel los, elementar, unbeschreiblich! Der Kaiser und Graf Görtz menten sich sichtlich erstaunt, woher bas jubelnde Brausen kommt, zu dem oben auf dem Tamm rollenden Zug und danken, freundlich lächelnd, immerzu, bis das Dampfroß uns sckmell entführt! Das war ein Tag wie selten einer! Mies freut sich und schwelgt tu Erinnerungen, so auch zwei ländlick>c Familien, die sich — bem Schützer Zug in Salzschlirf entstiegen — froherregt mitten im Menschengewühl begrüßen. „No Katrcrin, hast bc den Kaiser gesch?" „Jo sreili, Hannes, zivo Mal!" „Ei, wir drei Mal!" „Jo du mit deiner Brill'!" 4>o uesterr. Goldrente Monat April 1908. Einwohnerzahl: angenommen zu 30 400 (inkl. 1600 MannMililü.j Sterblichkeitszisfer: 22,5°/08, Abzug von 25 Ortsfremden: 12,6 u/dc. Kinder Lebensjahr: 2.—15. Iah:: - 1(1) — 1 — 2 * 20,10 C 4- L' TTeäeWnßsefrBs fiiursüerechte des Giessener Anzeigers, nutgeteilt vun der Bank liu und Industrie, Giessen. Frankfurter 18. Mai, 1.15 Ohr. Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik i'aketL harpener Bergwerk. > - Isurdd. Lloy d . . • . ■ Ubeischlcs. Eisen-Industrie .. Es starben an: Zusammen: Erwachsene 1 Diphtherie 1(1? Wundkrankheiten 3(2) 2(2) Tuberkuloje d. Lungen 8(2) 6(2) Tuberkulofe anderer Organe 4(1) 3(1) Lungenentzündung 6(3) o (2) Influenza 1 1 anderen Lungen- kraukhelteii 2 1 Herzkrankhelten 4(2) 4(2) Schlagsluf; 1 1 Kr.ankheiten der Ber» dauungsorgane 4(2) 3(2) Nierenentzündung 3(3) 3 (3) iileublldungen 4(2) 4(2) geivalifamem Tod 1 anderen Krankheiten 14 (7) 10 (5) Summa: 57 (25) 41(21) Meteorologische Äeovochtuugeii der Station Gießen. ___ Mai 1908 k urometer auf 0° reduziert Temperatur der Lust o cS o “ '' c- Aelative Feuchtigkeit I V- 8 B nidstärke Wetter 17. 9'26 758,4 19,8 9,4 54 SSW | 17. 920 758,8 16,1 11.0 81 WSW 18. 72i 760,0 15,5 11,1 85 tiW Amtlicher Teil. nach- 1. zu: 1. zu: sachsen. 3. Am 3. Juni: L r$W zu: die ihre das Herdbuch eintragen lassen wollen, werden ersucht, a b. c. B18/. Lunten Gemeinden werden beauftragt, Vorstehen- V in ortsüblicher Weise, soweit ihre Gemarkung beteiligt (B16/s hienalö. B“/5 Tiere in dieselben ■Wk tt Ci;.' Alsfeld, den 15. Mai 1908. Der Vorsitzende an dem hierzu bezeichneten Orte aufzustellen, damit die Arbeiten der Kommission ohne Aufschub erledigt werden können. Gelegentlich der Herdbuchkörung können auch Kaselticre, die zwar den Anforderungen der Hcrd- buchtiere nicht entsprechen, dagegen zur Verwendung als Zuchttiere geeignet erscheinen, auf Antrag der Besitzer angetört werden. , Zu. veröffentlichen, die Interessenten, insbesondere die !>irer von Stauanlagen, Wassertriebwerken, Be- und Ent- ;ij aungsanlagen usw., zur Bachschau besonders einzuladen L sich selbst mit einem von dem Ortsvorstand zu wählcn- ii Äemeinderatsmitglied zur Schau einzufinden. Eberstadt, vormittags 11 Uhr Ober-Hörgern, mittags 12 Uhr dolzheim, nachmittags 2 Uhr Gcüniugen, nachmittags 3 Uhr Leihgestern, nachmittags 5 Uhr. 3) Mittwoch, den 27. Mai, Inheiden, vormittags 9% Uhr Trais-Horloff, vormittags IOV2 Uhr Bellersheim, nachmittags 121/2 Uhr Bettenhausen, nachmittags 2 Uhr Muschenhenn, nachmittags 3% Uhr Birklar, nachmittags 5 Uhr 4) Freitag, den 29. Mai, Villingen, vormitags ^10 Uhr dtonnerod, vormittags 11 Uhr Röthges, mittags 12 Uhr Münster, nachmittags 2 Uhr Ettingshausen, nachmittags I/a4 Uhr Ober-Bessingen, nachmittags x/25 Uhr Rieder-Bessingen, nachmittags V26 Uhr. 5) Samstag, den 30. Mai, Langd, vormittags 9y2 Uhr Rabertshausen, vormittags 107/2 Uhr Haubenmühle, vormittags 11*/, Uhr Ringelshausen, nachmittags 1 Uhr Rodheim, nachmittags 2x/2 Uhr Steinheim, nachmittlags 4 Uhr. Die Züchter von Simmentaler Vieh, des Landioirtschaftskammer-AuSschusses für Oberhesien. Kore l l. "ich, 16. Mai 1908. .... fürstlich Solmmche Vbersorsterei. we**: »>>'■ lD ** •' J0J4 Gemarkung Arnsburg: Zusammenkunft mittags 12 Uhr an der GemartungSgrenze mit Kolnhausen. 4. Am 4. Juni: 1 Gemarkung Müschen heim mit 5) 0 f - G i l l: vormittags 9 Uhr bei der Bergermühle. L Gemarkung Eberstadt: vormittags II1/2 Uhr beim Bahnhof Münzenberg. 3. Gemarkung Ober-Hörgern: mittags 12 Uhr an der Gemarkungsgrenze mit Eberftadt. Die Bachschauen haben insbesondere den Zweck, darauf ifl; I eilt bi!,,;; it io fev üJliilltc, 'it tinx So kgle. rillt, bi! 5. Wim, u-i »rjp*. r RllOidty । 1 Nlffl [1 Gemarkung Münster: Zusammenkunft 9i/2 Uhr vormittags an der Gemarkungsgrenze mit Ettingshausen. Schau an der We t ter: Gemarkung Münster: Im Anschluß an die Schau an der Aeschersbach. Gemarkung Ober-Bessingen: Zus ammenkunft 11 Uhr an der Steinesmühle. Gemarkung Rieder-Bessingen, und Mühlsachsen: Zusammenkunft 12 Uhr mittags bei Mühl- Selumntnmchmg. M«tr.: Bachschauen im Jahre 1908. In Gemeinschaft mit Großh. Kulturinspektion Gießen K t:bcn im Jahre 1908 folgende Bachschauen von uns vor- cirommen werden: 1. Am 2 9. Mai: Schau an der Aeschersbach. 1. Gemarkung Grünberg: Zusammenkunft 9 Uhr vormittags auf Großh. Bürgermeisterei. 2. Gemarkung Queckborn: Zusammenkunft 10i/-> Uhr vorm. an der oberen Gemarkungsgrenze mit Grünberg. 3. Gemarkung Harbach: Zusammenkunft mittags 12 Uhr an der Sommersmühle. 4. Gemarkung Ettingshausen: Zusammenkunft mittags 12i/o Uhr an der Kolbenmühle. 2. Am 3 0. Mai: Fortsetzung der Schau an der Aeschersbach. rechtigten Anforderungen genügt; daß die Anlagen und Bauwerke für die Ableitung und für die Einleitung des Wassers — wie Gräben, Kanäle, Wehre, Schleusen usw. — und die Anlagen der an den Bächen liegenden öffentlichen Wassergenossenschaften den bestehenden Vorschriften entsprechend unterhalten und benutzt werden; daß schädliche Stoffe, welche öffentliche Interessen gefährden, den Bächen nicht zugeführt werden; und d. daß keine gesetzwidrigen Anlagen und Bauwerke an den nicht schiffbaren Gewässern entstehen. Die Teilnahme an den Bachschauen und die Geltend- ::£)iing von Wünschen und Beschwerden ist den Jnter- muten gestattet. i Die Großh. Bürgermeistereien der g werden beauftragt, Vorstehc Gemarkung Lich: Zusammenkunft vorm. 91/2 Uhr an der Gemarkungsgrenze mit Rieder-Bessingen. Gemarkung Kolnhausen: Zusammenkunft vorm. II1/2 Uhr bei der Lohmühle. ^izawirken: daß der wasserbauliche Zustand der Bäche den be- Arbeitsvergebung. Die Weißbinderarbeit zur Unterhaltung der Gebäude auf dem neuen Zriedhof am Rodberg soll Samstag, den 23. Mar d. Js., vornnttags IIV2 Uhr, öffentlich vergeben werden. Arbeltsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns.zur Einfichl offen. Angebote auf Vordruck, der da,elb,t erhaltnch, und bis zum genannten Termin an uns emzureichen. - Zuichlagsrnn 14 Tage. /s Gießen, 15. Mai 1908. . Städtisches hochbauaml. G e r b e I. Die Körkommission für den KreiS Gießen ivird tehende Körterniine abhalten: 1) Montag, den 25. Mai, zu: Langsdorf, vormittags 9 Uhr Lich, vormittags 11 Uhr Albach, nachmittags 2 Uhr Garbenteich, nachmittags 4 Uhr Hausen, nachmittags 5 Uhr. 2) Dienstag, den 26. Mai, zu: Dorf-Gill, vormittags 10 Uhr iericnte le( HMk 161J IOO3iaiu;'4 w. IlinÖH 1 W. t-ü i Arbeitsvergebung. Tie Weißbindcrarbeit zur Unterhaltung der Gebäude der db^^SaurStag^den 23. Mai d. IS., vormittags 11 Uhr, Bekanntmachung. Betreffend: Die Abhaltung von Körtcrminen zwecks Ausnahme von Simmentaler Zuchttieren in das Herdbuch. Arbeitsvergebung. Die zur Unterhaltung des vorm. Hauses Bourgeois,Klrchen- platz.Rr. 18 erforderlichen Dachdecker-, Spengler- u. Wemtnndcr- Monrag, den 25. Mai d. Js., vormitttags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. 5 Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht ofsen. Angebote auf vorgeschriebenem Formnlar,. das daselbst erhältlich, find bis zum genannten Termin an uns cmzu- reichen. — Zuschlagssrist 14 Tage. Gießen, 15. Atm 1908. . Slädtlickes Hochbauamt. Ger bet. Arbeitsvergebung. Tic Schreincrarbeit zur Unterhaltung der Gebäude Wehsteingasse Rr. 43 soll Samstag, den 23. Mai d. IS., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. . Arbeitsbeichreibung und Bedingungen liegen zur Einsicht bei uns offen. Angebote aus Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zuui genannten Termin an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. IB,6/j Gießen, 15. Mai 1908. Städtisches Lochbauamt. Gerb el. 'yseu-W1""' ■ terN'.'.e jjUiK • |1 iiiu ■ ,■ 1 ■ Bekanntmachung. Die Gemeindesteuerzettel für 1008 werden in.den nächsten IgLU an den Steuerpslichligen durch die Schutzmannickmst zugeüellt. Diejenigen Einwohner, welche bis zum o. ^nnr rernen b-iciudesteuerzettel erhalten haben, nach.ihren Verhaltnmen L't aiinehmeii müssen, daß sie steuerpflichtig Jtni>, itiei'ben bteYmit igxsordert, davon alsbald, bei Äteldung nachteiliger folgen, aut t Bürgermeisterei (Zimmer 'Jir. 9- Anzeige zu eritatten. B /■> Gießen, den 14. Mai 1908. . _ G.roßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Wetauutsttachuug. Wir bringen hiermit zur allgemeiueli Kenntnis, daß die tic Mjöfc vom 16. Mai bis 15. 2lugust von morgens 6 bid ü«ds 0 Uhr geöffnet sind. . s Die Schließung des FriedhvseS wird durch Lauten der ö-hcö-; tinlodc angezeigt. Bei Beginn des läutens muh der ^riedhos vr-i verlassen iverden. Eine Viertelstunde nach dem Kauten wert' üe Friedhosstore geschlossen. Gießen, den 18. Mal 1908. . " " Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. M e c u m- __________ MY'tl ■ B ebucken •' | beuT^;I x^v. I berg"er“'' .>■ Die Gemeinde Steinbach beabsichtigt einen Hydranten- Karren mit 150 Meter Schlauchfassung und etroa 100 Meter neue Schläuche anzuschaffen. Liebhaber zu dieser Lieferung können ihre Offerten bis längstens den 23. d. Mts. bei der hiesigen Bürgermeisterei einreichen. 3143 Steinbach, den 16. Mai 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Steinbach. 5k r ä m e r. Arbeitsvergebuug. Tic Zimmer- bezw. Schreinerarbcit zur Unterhaltung des Turmhauses am Brandplatz soll . Montag, den 25. Mar d. IS., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben iverden. Arbeitsbeichreibung und Bedingungen tonnen bei uus em- gesehen werden. Angebote auf vorgeschrlebenem Formular, das daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzu- rcichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Lß Gießen, 15. Mai 1908. Städtisches Hochbauaml. Ger bell öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen können wahrend der Dienststunden bei uns eingesehen werden. Angebote, auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind vis zum genannten Termin an uns ein- zureichen. — Zuschlagsirist 14 Tage. Gießen, den 15. Mai 1908. Städtisches Hochbauaml. G e r b e l. Gießen, den la. Mai 1908. Großhcrzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Lang er mann. Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen be- W ch der Firma Jakob Hengst, Gießen: Geschäft ist ohne 'Ar.a und Passiva auf die Kaufleute Jakob Hengs und Hugo Wanbpum zu Gießen übergegangen, die dasselbe seit 1. -fai MLZ. in offener Handelsgesellschaft unter der scltherlgen (fcwa weiterführen. Die. Prokura der Jakob Hengst Ehefrau Witwe) Meta geb. Palm ist erloschen. Gießen, den 13. Mai 1908. " Großherzogliches Amtsgericht. ^ekäuntmMMNg. Das Betreten der Hegen (Schonungen) geschieht durch Spazier- • ito, durch Beere.i- und Blumensucher, Erwachsene und nmoer DMDMWZB-Z :: licgenöcit - ögjnund daß :: » reuzungen nut passendeu Sch. dern veze, - Zuwider- «-> t-ctional angewiesen nwibeii ‘ 6 *>l “ueu ö sinaciae • ‘htolung gegen das Verbot des Betreten^ der..^wonunaen ^nzei j i ? eioeben. - Das versuchte Ausheben^oon. V g lne^re^ ha das Besteigen von Baumen nut "°rg.kommen - veranlaßt uns zur Vermehrung oes (T-----------Ein Versuch wird Sie davon überzeugen, bekannten OriginalflascKen 11^ die nachgefullt werden. 12841 Central-Drogerie, Schulstrassc. 4j2)d 6(3) VA 11 geben i uoh Arbeitsvergebung. Die Spengler , Dachdecker- und Weinbindcrarbeitcn zur Unterhaltung der allen Schiilqebäude in der Reustadr Nr. lil sollen Dienstag, den 26. Mai d. IS., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote aus Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 11 Tage. Gießen, den 16. Mai 1908. Bl9/4 Städtisches Hochbauamt. ________________________________Gerbel. Gräserei-Verpachtung. Douncrstag, den 21. Mai l. Js., vormlttagö IO1/, Uhr soll die Grasnutzung an der Lahn in den Gemarkungen Gießen uni) Heuchelheim für das laufende Jahr an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden. d,8/6 Zusammenkunft am rechten Lahnufer unterhalb der Wieseckmündung. Mainz, den 16. Mai 1908. Großh. Wasserbauamt Mainz. I. V.: Becker. Kriegerverein Dornholzhansen. Am 21. und 22. Juni findet dahier das VerbandSkrieger- scft des Kriegerverbandes Hütt en berg statt und sollen die Plätze für Schießbuden, Karuffels usw. vergeben werden; ebenso wollen bis zum 24. Mai die Leiter von Musikkorps ihre Offerten für die Festmufik schriftlich bei uns erreichen. 3072 Der Vorstand des Kriegcrvcrcius Tornb0lzbauien. im Saale des Hotel Einhorn 3141 frdbaita - VmmiWg Gieße«. Mittwoch, den 20. Mai 1908, abends 9 Uhr, pünktlich Oeftent I. Vortrag; des Herrn Univ.-Prof. Dr. W. Kinkel, Gießen, über: „Freiheitliche Kulturideale“. Eintritt: Reseroirter Platz 60 Pfg., Saalplatz 30 Pfg. Für reservirten Platz find Karten int Borverlaus bei Herrn Buck? Händler Schneider, sJieuen Bäue 3, zu haben. Der Vorstand. Stores, Vitragen, Kanten, alle ArtenI i Teppiche ■ Möbelstoffe Ä | ? billigst I s Möbel-Fabrik u.Ausstattungsgeschäft J z Eemasn Qominicus b tilüSSiEN, Kaplansgasse 18 Bedienung reell Prompt u. billig. - Eigene Werkstätte. Billige Preise. A. Oränebanm a Möbelmagazin 35 Bahnhofstrasse 35. empfiehlt es sich mein großes Lager in Möbeln, Betten, Polster-Waren zu besichtigen. Uebernahme Kompl. Wohnungs-Einrichtungen von der einfachsten bis zur elegantesten Ausführung. Frauen und Kindern von schwächlicher Körperkonstitution wird mit Vorteil Somatose neu, In flüssiger Form, süss und herb, als Beikost gereicht. Appetit und Kräftezustand heben sich überraschend schneit Erhältlich in Apotheken und Drogerien. nk*’/i HLLHIIil.il! 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