***■*4, i,ho«=nMLa « 12.. m * 656 Te^ahlung. $ üben EM i'oÄ<2^ MM SSSSM rÄTs Ztr. die Stunk : aus einmal ousschis Gong, kein Easneic ibenschncider;. trommel und Meffr: nählen, beit bcn: Haushaltung«-) in vcrsch. Preisle impen. Softem $ blanb oeftenö anc. Massen einoeftiirz. iflüge, neueft. lloi. [ oeritelbar, unter? Mit r Butz, Wehln u b ein s-Spende, st WÄ-M» cherung, ^Hen versend«« Ißckuranz-Geich^ " str. 59 - V68, ßimmftfjt. iffldt K KF 3-e * ■ LSabl- g, >t, Ha-"»" >er 1908.. Obbor«h^ b Nr. 221 Zweites Blatt Samstag 1V. September 1908 Gießener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme be5 Sonntags. General-Anzeiger für Oberhefjen Die „Gießener ZamHiendlStter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit' fragen" erscheinen monatlich zweimal. 158. Jahrgang Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Universitä'S - Buch- und Eteindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Tnickerei: Schul- siraße 7. Expedition und Verlag: et® 5L Redaktiome^KllI. Tel.-AdruAnzeigerGietzen. ———————i— Kongreß der Interparlamentarischen Union in Berlin. Die gestrigen Beratungen der Interparlamentarischen Konferenz im Sitzungssaale des Reichstags gaben äußerlich ein ähnliches Bild wie die vorgestrige Eröffnungstagung, nur daß diesmal die Vertreter der Regierung fehlten. Gegen IO1/2 Uhr eröffnete der Präsident Prinz zu Schönaich-Caro- lath die Sitzung durch Vorlesung des Telegramms deS Kaisers. Die Versammlung folgte dann den längeren Aus- sührungen des österreichischen Ministers a. D. v. Plener über das Hauptthema der Tagesordnung: die obliga- torischen Schiedsgerichte, Errichtung eines ständigen internationalen Gerichtshofes und Vorschläge betr. die obligatorische Vermittelung. Er befürwortet folgende Resolution: „Die Konferenz spricht den Wunsch aus, daß der Entwurf eines Schiedsgerichtsoertrages mit dem beigefügten Protokoll der ersten Kommission der Haager Konferenz von 1907, der doch die Zustimmung einer großen Mehrheit von Mächten gefunden hat und der auf dem allgemeinen Vertrag basiert ist, den die Interparlamentarische Union 1906 in London angenommen hat, als Ausgangspunkt für die weiteren Verhandlungen zwischen den Mächten genommen werde, um zur allgemeinen Verstän- vigung über die Frage der obligatorischen Schiedsgerichte zu gelangen." Hierzu beantragte der belgische Senator Lafontaine ein Amendement: Die Konferenz möge die 32 Staaten, die auf der zweiten Haager Konferenz dem Entwurf des Weltschiedsgerichtsvertrags beigetreten wären, ersuchen, ihn baldigst in einen definitiven Vertrag umzuwandeln, und die übrigen Staaten ersuchen, sich diesem Vertragssystem anzuschließen. Mach kurzer Debatte wurde die Resolution v. Pleener und das Amendement Lafontaine nit großer Mehrheit angenommen. Gegen das Amendement stimmten namentlich auch die deutschen Mitglieder. Darauf erstattete Abg. G 0 b a t (Schweiz) Bericht über 4ie weitere Frage der obligatorischen Vermittelung bei internationalen Streitigkeiten, deren baldige Einführung die Konferenz ebenfalls den Negierungen durch eine vorliegende Resolution zu empfehlen beabsichtigt. Auch diese Resolution wurde angenommen. In der Nachmittagssitzung wurde der Antrag von Dissescu-Rumänien erörtert, den Kaiser von Rußland zur Einberufung einer neuen Haager Konferenz an- turegen. Prinz Schönaich-Carolath äußerte im Namen der deutschen Gruppe Bedenken. Der Antrag wurde darauf noch einmal an den interparlamentarischen Rat zurück- »erwiesen. Hierauf erstattete Dr. P a ch n i ck e Bericht iiber den letzten Punkt der heutigen Tagesordnung: Unverletzlichkeit des Privateigentums im Seelriege und die dafür geeigneten Schutzmaßnahmen. Der Redner befürwortete folgende Resolution der deutschen Gruppe: Die Konferenz spricht fcen Wunsch aus, daß die dritte Haager Konferenz als Grundsatz aufstellen möge, daß im Wege des internationalen Liebereinkommens anerkannt wird, daß unter Kriegs kontrc- üanbe nur Waffen, Munition und anderer Kriegsbedarf zu verstehen ist, daß weder ein Schiff, das Zdriegstontrebande an Bord führt, noch andere Waren außer der Kontrebande vernichtet werden dürfen, daß Privateigentum unverletzlich t-ü und daß offene Häfen niemals blockiert werden dürfen. Tie Diskussion führte zur einstimmigen Annahme der Resolution. Dann wurde die .Sitzung auf morgen vormittag vertagt. Deutsches Neich. Die Manöver des 17. und des 1. Korps wurden gestern mittag in Gegenwart des Kaisers beendet: ciuf dem Manöverfeld wurde eine größere Zahl von Ordens- «uszeichnmigen und Beförderungen bekanntgegeben. Der Monarch ist um 2 Uhr nach Hubertusstock abgereist. Der Bundesrat trat gestern zum erstenmal nach been Ferien unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Fürsten Eülow zu einer Sitzung zusammen, an der die leitenden öinifter und Finanzminister der Bundesstaaten teilnahmen. erster Gegenstand stand die Reichsfinanzreform auf b'ir Tagesordnung. Fürst Bülow eröffnete die Versammlung mit einer längeren Ansprache, in der er auf die mnerpolitische und nationale Bedeutung der Vorlage hin- teie§. Der bayrische Ministerpräsident Frhr. v. Podewils erklärte namens seiner Regierung seine volle Uebereinstim- miung mit den Darlegungen des Reichskanzlers. Seinen Ausführungen schlossen sich die leitenden Minister von Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen sowie Vertreter Letterer Bundesstaaten mit entsprechenden Erklärungen an. Hierauf wurden die zur Reichsfinanzreform eingebrachten Gesetzentwürfe den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Die nationalliberalen Abgeordneten Lassermann und Hieber sind gestern beim Reichsschatzsekretär Sydow zur Vorbesprechung der Reichsfinanzreform gewesen. StaatssekretärvonKöllerhatbis zum 15. Okt. Urlaub genommen und wird der „Kreuzzeitung" zufolge d:e Dienstgeschäfte in Straßburg nicht mehr übernehmen, fer wird zunächst in Stettin Aufenthalt nehmen und Anfang nächsten Jahres (einen Wohnsitz auf feine Pommersche Be- jä.ning verlegen. Ausland. Der schweizerische Bundesrat hat die im 2 tujanner Prozeß verurteilten russischen Studenten Vogt u ib Tiatschkow, ferner die vom Gericht freigesprochenen S:udenten Gregor Goldstein, Anna Schwarz und Zosef Tao- ri:|d)eiü als landesgefäyrlich aus der Schweiz ausge- UHiefen. Die Lage in Dänemark erscheint augeiwlidlug machtvollste Kulrurbeweguug ber Welt darf nicht gum (Mpött der Gegner werden. Tort liebt das Schüd mit der Inschrift: „Proletarier aller Länder vereinigt Erich!" (Zuruf: Aber Dcr- gcivoüigt Euch nicht! l — Gruner Lärm? Tiefe Worte [ollen für die Arbeiter der ganzen Welt maßgebend sein. «Leby. Beifall.) Wir wollen den i&mcitag nicht als Sieger oder Bcsicgie verlassen, sondern als Kampfgenossen, die einig gceen den gemeinsamen Feind marschieren. > Tosender Beifall der Norddeutschen.) ES folgt noch'eine Reil* von persönlichen Bernerkungen. Geiß-Mannheim: Ich stelle fest, baß die badische Fraktion? völlig bereit war, dem Parteivorstand Auskunft zu geben. Sie war aber, als bas Telegramm des Vorstandes eintraf, noch nicht dazu in ber Lage und hätte nur eine halbe Auskunft geben können. Ehe die Sache geklärt war, begann bereits der „Vorwärts" mit seiner Sckümpskampagne und machte dadurch eine Verständigung unmöglich. (Lärm der Nvrdbeuftchen.) Lanbtagsabg. T i m m -Rtnnchen: Ich habe namens der Mehrheit der süddeutschen Delegierten zu erklären: Wir werden der Resolution F r 0 h nt e trotz aller Bedenken z u - stimmen, um den weiteren Beweis 51t liefern, wie hoch uns die Geschlossenheit und das Gesamtmvhl der Partei stehen. Würde aber bie Resolution Frohme in irgend einer Weise verschärft, so müßten wir sie ablchnen. Die Abstimmung. Bors. Singer: Wir kommen zur Abstiinnntng. Ich schlagü vor, zunächst über die Abänderungsanträge abzustimmen, dann über die Resolution Fwhme und dann über die des Par- teivorstmtdes. Die beiden letzteit Abstimmungen sind nament> liä-e. f Die Abänderungsanträge Schöpft in und Thiele zur Resolution des Partcivorstandes werden abgelehnt. Es folgt die namentliche Abftintinung über die Resolution Fro hm e. Dafür stimmen neben der Mehrzahl der süddeutschen Delegierten sämtliche Ge.ocrkschaftsführer, wie Hue, Legten, Sachse, Bömelburg, von Rciu stagsabg. noch Tr. David und Tr. Frank. Für die Resolution Frohme stimmten noch: Ulrid>* Offenbach, Richard 'Fischer-Berlin, Robert Schmitt-Berlut; dagegen stimmten neben Bebel, Zubeil, Singer, Stadlhagen, Ledebour, Geck, saft sämtliche Frauen der Partei, tvie 9tofa Luxemburg, die übrigens vorher einen Anfall von Herz krumpfen hatte, Frau Zieh, Ottilie Bader, Klara Zetkin. Geschlossetc ftimnucn dagegen: Die LKv- zigcr und Berliner Genossen, auch .Heine stimmte gegen die Rest- lution. Von den süddeutschen Genossen stimmte eine kleine Gruppe ebenfalls dagegen. Das Ergebnis Der Zustimmung über die Resolution Frohme, die die Vui>- getbcwilligung ui dringenden Fallen nach vorhergegangencr Verständigung der Fraktionen mit ihren Landesvorstänoen und dem! Partcivorstand für zulässig erklärt, war deren Ablehnung, und Lwar mit 217 gegen 160 Stimmen. Der Parteitag nahm! das Ergebnis, baS ja auch bei der Zusammensetzung der Versammlung vorauszusehen war, ohne jede Kundgebung auf. Darauf wurde über bie Resolution beS ParteivorstanbcS abgeslimmt, bie bekanntlich folgenbcn Wortlaut Hal: „Ter Partetlag bestätigt von neuem bie Resolutionen von Lübeck und Dresden, die aussprechen, daß der Staut, so lange er sich in den Händen der besitzenden Klassen befindet, ein Organ der Klassenherrschaft barftetlt und ein Mittel zur Niedcrhaliulig der bcsftlosen VolkSklassen bildet. Wie die politische Aufgabe des proletarischen Klassenkampses die Erob.rnng ber Staatsgeivalt burck) Ueberwinbung ber Gegner ist, so ntuß jebe Politik des Ent- gegeukommcns an die bcstrhenbe Staats- und Gesellschaftsordnung abgelehnt werden. Als nottvenbige Folge dieser grundsätzlichen Auffassung und angesichts der Tatsache, baß bi? Gesamlabstimmung über bas Budget als Vertrauensvotum für die Regierung aufgc faße werben muß, ist jeder gegnerischen Regierung bas Staatsbudget bei der Gesamtabstimmung zu verweigern, es sei denn, daß bie Ablehnung desselben durch unsere Genossen die Annahme eines für die Arbeiterklasse ungünstigeren Budgets zur Folge Ijabetr würde. Die Bewilligung des Budgets in den Landtagen von Württemberg, Baden und Bayern ist daher unvereinbar mit bcn Resolutionen von Lübeck und Traden. Tie grundsätzliche Ver- wcigcrung des Budgets entspricht vollkommen der Mlaficnlagc ber besitzlosen Volksmasse, die eine unversöhnliche Opposition gegen bie bestehenbe, dem Kapitalismus bienende Staatsgewalt nottveiwtg macht. Die arbeitenden Klassen immer wieder nachdrücklich darüber aufzuklären, ist eine unerläßliche Aufgabe unserer agitatorischen Arbeit." Alle Abänderungsanträge zu dieser Resolution, von denen einer im dritten Absatz statt der Worte: Zn bcn Landtagen von Württemberg, Baden und Bayern setzen wollte: in den Landtagen aller Bundesstaaten, wurden abgefeimt und die Resolution des Vorstandes Darauf in namentlicher Abstimmung mit 258 gegen 99 Stimmen angenommen. Ter Parteivorstand stimmte geschlossen für die Resolution, ebenso die Leipziger und Berliner, ihnen schlossen sich neben einem großen Teil der norodeuftchen Delegierten die wenigen dissentierenden süddeutschen Genossen an. Gegen die Resolution stimmten wieder Tr. David, Heine, Ulrich, Noske, Legieu, Sachse, Hue, Bömelbu-g, Robert Schmidt, Frohme, Tr. Quarck, v. Elm, Leincrt, Segiß7 ( Auch diese Abstimmung wurde mit Ruhe cufgctunmiicn. Saiti)tagsabg. segitz-Fürth gab darauf im Auftrage von 67 delegierten der württcmbergifchcn, badischen, bayrischen und hessischen Landtagsfraktionen eine Erklärung ab, in der diese kundgeöen, daß sie sich den Beschlüssen des Parteitages inallen prinzipiellen Angelegenheiten des ganzen Reiches unterwerfen. Sie seien aber der An- ficht, daß für die speziellen Angelegenheiten der Landespolitik die Landesorganis ationcn die zuständigen Instanzen sind, bie auf bem Boden des gemeinsamen Programms nach den besonderen Verhälttiissen selbständig zu entscheiden haben, und daß die jetveilige Enttck-eidung dem pflichtgemäßen Ermci'sen der Landi.sorganisationen überlassen wer- den müsse. (Lebh. Zustimmung der südd. Delegierten und auch der Zulstirer.) Bors. Singer: Der Parteitag nimmt Kenntnis von ^dieser Erklärung imb nimmt sie zu Protokoll. Zn bex Dtachmülagssitzung waren bie Reihen bet Delegierten und der Zuhörer, nadibem der Hauptclou des Parteitages mit der heutigen Vormiturgssitzung erledigt war, bereits stark gelichtet. Ter Parteivorstand hat dem Parieitagc ürzwischen folgende Resolution über die Kriegshetze vorgelegt: | „Das gemeingefährliche und verbrecherische Treiben besttmmter Kreiic, zwei Kulturvölker wie das englische und deutsche gegen- leittg zu verhetzen und zum, Kriege aufiustacheln, dient'nur den enghQ^igmn und, kurznchtigsten Interessen der ausbeutenden und herrschenden Klane. Es iteljt im schroffsten Goge.'ftatz zu der Gesinnung internatwnaler Brüderlichkeit der ausgebeuteten Massen aller Rationalitäten, wcteyc durch bie ciwste Solidarität b<-i Interessen miteinander verbunden sind. Angesichts Der Opfer an Gut und Bütt, welche icber Krieg gerade in erster Lüne Den werk- nicht unbedenklich. Es macht sich in der Bevölkerung eine arofjc Gcihrung bemerkbar, die unzweifclbast zum Ausbruch kommen wird, wenn der König sich nicht dem Diedcreiiitritt der abgegangenen Minister widersetzt. Albertis nächste Sin- verwandten empfinden tief den entsetzlichen Sturz Albertis. Seine, Frau und eine unverheiratete Schwester haben beschlossen, den größten Teil ihres Privatvermögens zu opfern zur teilweisen Entschädigung der zahlreichen hartbetrofienen Privatpersonen. Die französisch-spanische Note hat nun das Einverständnis Englands erlangt. Das war zu erroanen. Der Konflikt Bulgariens mit der Türkei scheint sich weiter zuspitzen zu wollen. In amtlichen Kreisen Sofias verlautet, daß die bulgarische Regierung fest entschlossen sei, keinesfalls von der Forderung nach völliger Wiederherstellung der alten Verhältnisse abzuweichen und selbst vor einem völligen Abbruch der Bezichun- gennichtzurückweichen würde, falls die Türken nicht gewillt seien, volle Genugtuung zu geberr. Zur Besserung der Lage wird es nun wohl auch schwerlich beitragen, daß jetzt in Uesküb ein neues revolutionäres Programm der Bulgaren entdeckt worden ist. Me verlautet, soll Rußland auf feiten der Bulgaren in ihrem Streite mit der Türkei stehen. SojialOemolraiifdjer Parteitag. S. u. H. Nürnberg, 18. Sept. 5. Tag. Mit grvßer Spannung sab mMi den heutigen Verhandlungen entgegen. Schon frühzeitig hatte sich die Halle des Herkules- Vclodvoms bis auf bcn letzten Platz gefüllt. Erregte Gruppen von Delegierten standen umher, bie ernst die Situation besprachen. Iirzwischen waren wieder Einigungsverhandlungen im Gmige gewesen, über Deren Resultat noch Stillschweigen beobachtet wurde. Doch hörte man soviel, baß der Parteivorstand und bie Berliner Genossen fest aus ihrem Standpunkt bestehen bleiben. Nach der Eröffnung teilte ber Vorsitzende Singer zunächst mit, baß bie Sozialbcmokvatte Dänemarks brüderlichen Gruß sende, unb Den Verhandlungen besten Erfolg wünsck)e. (Vereinzeltes Lachen.) Tic Aussprache über die Buogetbewilligung wurde Darauf fortgesetzt. — Keil-Stuttgart redet zum Frieden: Aus der Verivirrung, in die wir geraten sind, gibt es nur einen Ausweg: Tic Resolution Frohme. Wenn Sie einen anberen Antrag annehmen, kommt es zu keinem Frieden, wenn auch hoffentlich nicht gleich eine Spaltung das Ergebnis ist. Fuau Z i c tz - Hamburg: Wir werden int Interesse der Ein- hcülichrcit und Geschlossenheit ber Partei ber Resolution be§ Vorstanbes zustimmen. Für^bie Demokraten ist bie höchste Tugenb bas Mißtrauen. , Geberdenspäher aber und Geschäftsträger sollen uns nicht die Grundlagen unseres Handelns geben. (Beifall.) Tarauf wurde ein Antrag Müller-Köln auf Schluß Der Aussprache mit Den Stimmen Der Norddeutschen angenommen. Ebert-Berlin hielt anstelle Bebels, Der ebenfalls wieder im Saale erschienen ist, das Schlußwort und führte Darin aus: Es ist systematisch auf Die Zuspitzung der Gegensätze hingear- beitct tooroen. Wir konnten Daher unmöglich unseren SlanDpunkt verlassen. Wir haben gestern abend im Vorstände beschlossen, auf unserer Resolution zu beharren. (Große Bewegung.) Bebel hat die Meinung des Parteivorstanocs in versöhnender Form zum Ausdruck gebracht. Tie Genossen Tinim, Tr. Frank und Hilbenbrand hätten sich Das zum Muster nchinen sollen. (Sehr richtig.) Tas haben sic nicht getan. Sic haben geradezu gewetteifert an Heftigkeit, Lcwcnschaftlichkeit unb skrupelloser Wahl ber Mittel, sich zu überbieten. (Heftiger Wiberfpruch und Lärm bei den SüdDeutfchsi.) Tie Einheit unD Gcschloffcnhcit Der Partei ist Die Ursache unserer Erfolge. Dazu gehört Tisziplm. Haben wir Die nicht. Dann kommt cs zur Desorganisation, Dann ist Die Schlagkraft Der Partei gelähmt. (Zuruf: Tas ist heute fchon Der Fall! Widerspruch.) Die badischen Genossen tun, als ob sie sehr zart befaitet seien, und doch wird immer von Den badischen „Rauhbeinen" gesprochen. Sie fühlten sich durch das Telegramm des Vorstandes beleidigt. Hätte der alte Auer cs verfaßt, auf den man sich hier immer berufen hat, bann wäre es ganz aiiders ausgefallen. (Beifall bei Den Norbdcutfchcn.) ES ist aber von einem Genossen geschrieben worDcu, Der als Muster persönlicher Lieoenswurdigkeit gilt. (Große Heiterkeit.) Von Der Stuttgarter Konferenz tourDe uns aua) nichts mitgeteilt. Alle diese Vorgänge Ijabeii zur Vergütung Der Llus.inanocrsctzungcn geführt. Ter Parteivorstand würbe in der heftigsten Weise angegriffen. Tie südbeuti'ck)e Presse strotzte von „Liebcnswurbig- keiten". Tann hat man die Sache so hingestellt, als ob ber Vorstand nur geschoben werbe, als ob er nur ber Handlanger der Berliner sei. (Stürmisches Sehr richtig bei bcn Südbeutschen.) Wo sind bie Beweise? Es ist nichts als leeres Gerede, Klatsch und Tratsch. Nun zu der Resolution Des Borstanoes! Tie Zustimmung su Dein Bubget verträgt sich nicht mit unserem Lübecker Beschluß. Nachbem Der Minister 0. Lodmann unsere Frakliou in Baden sä mißhandelt hatte, durste Das Budget nicht bewilligt werden. Tazu kommt der Fall Schäuftle. Einer solchen Regierung gibt man kein Vertrauensvotum. Tie Bayern hoben ihre Zu- jtimmung zum Budget motiviert mit Den sozial-polttischen Fortschritten, Die sie errungen haben. Das ist Doch aber fein Grund, Der Regierung ein Vertrauensvotum zu geben. Der Absatz Der VorslanDSresolutwn, Der die BuDgetbcwilttgung als unvereinbar mir dem Beschluß des Lübecker Parteitages bezeichnet, enthält kein Tadelsvotum für Die Süddeutschem Im Auftrage Bebels kann ich noch seftstellen, daß er mit bem sachlichen Inl-alt unserer Resolution vollständig einverstanden ist. Ten guten Glauben der Süddeutschen haben wir nie bestritten. Tie Art aber, wie sie hier die Verdienste der Regierungen und der anderen Parteien herausgestrickren haben, wirb iljncn bei der Agitation schweren Schaden zufügen. Ter Genosse Segitz hat die Einigungsverhandlungen eingeleitet, aber in einer Art, über die wir geradezu erttsetzt waren. Tas war eine klipp unD klare und kühle Erklärung: Wenn Ihr nicht so verfähret, wie wir wollen. Dann fugen wrr uns Dem Beschlüsse Des Parteitages nicht. (Lebhaftes hort! hört! bei den Norddeutschen.) Durch Die Resolution Fwhme wird nur der Streit in Pernranenz erklärt, denn cs wäre vor der Bewilligung dos Budgets eine Verhandlung zwischen Parreivorstand und Fraktion notwendig. Frohme hat selbst eine Abänderung feiner Resolution dahin vorgeschlagen, baß für das Budget gestimmt werden darf, wenn nicht die Partetinstanzen, Vorstand usw. Einspruch erheben. Die Süddeutschen wollen sich aber dagegen erüaren. Wir find uns des Ernstes der Lage, in der nur uns befinden, wohl bewußt. Trotzdem wissen wir keinen anderen Ausweg als den, die Entscheibung über die Streitfrage in die Hand des Parteitages zu legen, mag sie aussaUen wie sie will. Wir erwarten, daß jeder Genosse soviel demokratisches Gefühl im Leibe hat, daß er sich der Entscheidung des Parteitages unterwirf:. Mmi hat von Scheidung und Spaltung gesprochen. Das wäre ein Verbrechen an der deutschen Arbeiter- schäft. S« hat bistzer allen Sturme:! Trotz geboten, und Diqe tätigen TüflFen a ufert eg r imb der ungcd?-urcn matrrielten toie Tultnrellm Schäöigungen, weiche er für die Gesamtheit deH Volks mit sich bringt: angesichts der w>:1 rrmru'dxzrtbchen und welt- volrtifchen ZusammenbEnge, benen zufolge feder ftövfftCt «vijchen -wei jtultimuitumtn die Gefahr eines Del Krieges in sich birgt: macht es der Parteitag dem Proletariat Deutschlands zur besonderen Pflicht, gemäß der Resolution des Inter nationalen Kongresses in Stuttgart, mit allen in Betracht kommende» Mitteln iüt Die Uebenmnbung des chauvimsaschen <^etstrs und die Sicherung des Friedens ernpttreten." f • Zur Verhandlung stand zunächst das Thema: Sozialpolitik und der neue Kurf. ^Referent war der ReichStagsabg. Molkenbuhr -Berlin, der dem Partertaq- folgende Resolution Dodcgte: „Durch die itariellbübung und die Gründung von Berufs- genm'senschanen sind jene UnternebmerorAanisationen gestärkt worden, die ihre Spik-e gegen bte Interesjen dar Angestellten und Arbeiter richten. Die bürgerlichen Parteien, die in den letzten Jahren eine Anzahl sozialpolitischer Anträge gestellt haben, haben weder die ^äbigfett noch den Willen, die in freien Anträgen gc- stellten Forderungen durch-,usührcn. Die Regierung bat durch die neuesten Entnmne offen bekundet, daß sie nidrt gewillt ist, eine Sozialpolitik zu treiben, dic den Widerspruch des Ientralverbanbes deutscher Industrieller hervorrust. Angesichts aller dieser Erscheinungen wird es notwendig mehr als je, daß da- Proletariat wieder seine Kraft Kusannnenhalt ES ist dringend notwendig, daß jeder Arbeiter- der Gewcrlfchair seines Berufes angehön, und daß ebenso eine energische politische Agitation innerhalb wie außerhalb des Parlmncms zur schleunigen Durchführung in Bezug auf die Arbeiternersicherung gestellten Forderungen entfaltet wird." Die iRqolution fordert ferner die Schaffung eures einheitlichen ArbeiterrechtS für alle gegen Lohn beschäftigten Personen, Schutz der ftantobütgerlidien Rechte, der Freizügigkeit und endlich Siorfdrriftai für sogenannte Wohlfahrtseinrichtungen, wodurch eine Kontrolle über das Eigentumsrecht der «Angestellten und Arbeiter an den gezahlten Beitragen ermöglicht und fichergcstellt wird. In der AuSspraclje befütroortrt 2t. £u a r d (Frankfurt a. M.) einen Antrag des sozialdemokratischen Bereins Frankfurt o. M., wonach der Partcivorstand beauftragt werden soll, zusammen mit Der Generalkonnnisswn der «»Gewerkschaften bereits vor Beginn der Reichstagsverhandlungen über die sogenannte Okrocrbeiupelle tote umfassende Agitation in die ük’gc zn leiten, rvelche auf die Erringung des StundenNiges für Männer und Frauen^ mit UebergangSbestimmungcn zur allmählichen Einführung des 8-Stun- bentaged ourch das neue Gesetz ab.->idt und für gefundheiivgesalw- liebe Industrien nut kürzere gesetzliche Arbeitszeiten fordert. — Dr. £.uard führte aus. Der Rcgieruugscnnvurf ist völlig ungenügend, da man den regieren fr n Blociunternehnwrn nicht wche tun will Für diesen sozialpolitischen Bettelpfennig müssen imr bestens danken. Die bürgerlichen Parteien treiben nut von hinten und von vorne, edle $>eud)etei. Die Resolution des Referenten wurde einstimmig angenommen, ebenso der Frankfurter Antrag über die Agitation .zur großen «»knverbenoveile. Es nniröen dann verschiedene Einzelanträge zur Organisations» frage beraten. Tami wurden die Anträge auf die Festsetzung btt Tagesordnung doö nächsten PaNeitages beraten. Tanad) sollen die Landarbeiter frage und die Crgaimatiou der Landarbeiter, die Agrar- trage und dic «Rmosfcnschastsfrage die vauptthi-mata deS nächsten 'Parteitages bilden. Nachdem bann noch als Crt deS nächsten Parteitages Leipzig gewählt worden war, wurden die Verhandlungen auf Samstag vertagt Au* Stadt unö Land. Gießen, IS. Sept. 1908. * * Unsere Großherzogin und der alte Solmser Patronatspfarrer. Der hier im Nuhe- ftanb lebende Pfarrer Hofmann, sandte I. K. H. der (Großherzogin folgendes Gedicht zum Geburtstag: I. St. H. der Großherzogin von Hessen und bei Rhein zum 17. September 1908. Durch ein herziges Bildchen hocherfreut. Das neben trautem Gemahl und dem goldigen Prinzlein Die demutSoolle Gestalt der edlen Fürstin beut. Wagt der greise Solmscr-Hcsse im Berslein Ter hohen Landesmutter zum morgenden Wiegenfeste Treuherzige Wünsche zu Füßen zu legen. Gott schenk Eleonoren das allerbeste, Leine Gnade, edlen Frieden, reichen Segen. In Liebe und tiefster Ehrfurcht Gießen, 16. September 1908. L. Hofmann, Pfarrer i. P. Die Großherzogin dankte mit folgendem Telegramm: Für Ihre treuen Wünsche, über die ich mich sehr gefreut, sage ich Ihnen herzlichen Dank. Eleonore. * * For st Prüfung. Tie schriftliche Staatsprüfung Tür den höheren For st dien ft wird am 2. November vormittags 8>/3 Uhr und an den folgenden Tagen zu T a r m - stadt abgehalten werden. * * Pfarrperfonalien. S. St. H. der Großherzog haben dem Pfarrer Otto Vogel zu Staden die evang. Pfarrstelle zu Reichelslicim (Dekanat Friedberg) übertragen. * * Der 3. evangelisch-theologische Ferienkurs uS für evang. Pfarrer, Kandidaten und Religionslehrer aus den Landeskirck-en des GroßherzogtumS Hessen und der üonsistorialbezirke Kassel, Wiesbaden und Frankfurt a. M. wird vom 19. bis 21. Oktober d. I. in Gießen abgehaltcn werden. Es werden folgende drei Lehrgänge geboten werden: Professor D. Gunkel über Probleme der Psalmen; Professor D. E ck über dic historische Per- sönlichkeit, Vorfragen der Christologie; Geh. Kirchenrat .Professor D. Krüger über Werden und Wachsen deS modernen UltramontaniSmus. • • Ev. Kirchengesangverein. Tie 13 Generalversammlung fand am Donnerstag unter Vorsitz des Prälaten D. Flöring im Sitzungssaal der Landesspnodc statt. Rad, Begrüßung der aus allen Teilen des Landes besuchten Versammlung — auch Lberkonsistorialpräsident Nebel war zugegen — nnirbc cm Huldigungstclegramm an die Groß- bcrzogin abgesandt. In dem vom Vorsitzenden erstatteten Jahresbericht wird konstatiert, daß die Zahl der dem Landcs- verein angehörenden OrtSvereine aui rund 150 gestiegen ist. Im Jab re 1907 entstanden in Starkenburg 11, in Rbe indessen 2 und in Ober Hessen 6 Vereine, und es befinden sich zurzeit in Starkenburg 76, in Rheinhessen 38 und in Ober- dessen 36 Vereine. An den Jahresbericht schloß sich eine längere Debatte an. Dic Versammlung ernannte den langjährigen seitberiacn Vorsitzenden, Präsident Ewald, zum Ehrenmitglied. Nach der Iahresrechnung ist eine Einnahme von 1113 Viark zu verzeichnen; das Vermögen betragt 4770 Mark. Nach Vornahme einiger Satzungsänderungen er folgte die Wahl des Ausschusses, in den gewählt wurden: Prälat D. Flöring, Prof. Heil, Overkonsistorialrat I). Petersen, Geh. Hofrat Prof. Dr. Schädel, Ober- poslsclretär Pa b ft, Rat Bon na, Pfarrer T t n qe lbep und Obcrpostdirektwnssekretär v oll in, । ruch in Darmstadt, ferner für Oderhessen nirä-enrat D. Schlosser- Gtcßctt, Univcrjltätsmufitdirektor Trautmann-GuPcn und Pfarrer Dr. Becker- Alsfeld. In den Vorstand wurden gewählt: Pralat D. Flöring, Oberkon.istorialrat v. Peters en (als Vorsitzender, Prof. Heil und Pfarrer Dtn- geldey »als Sdinftfütirer Ium Feskvrt für bad nächstjährige Kirchenge anasfest wurde Ober-Ingelheim gewählt. — Zum rdiluß sprach Pfarrer Marx- Walldorf über dos Thema: „Die Schwierigleit der Kirchcnqefcmgvereins- arbeit, speziell auf dem Lande." An den Bonrag schloß sich noch eine lebhafte Diskussion, an welcher die Pfarrer Dr. Becker-Alsfeld, Pfarrer Dr. Vogt-Main;, Pfarrer Zimmer ma n n-Vxhausen, P-'^rrer jka lb h e n n -Ober-Mock- stadt, öHmnaitallehrer Müller-Friedberg, Pfarrer Kempf-Groß-Gerau, Lehrer Ackermann -Sprendlingen, Prof. Hardt und der Borfiyende terlnahmen. - Silber ne Hochzeit feiern morgen Sonntag Kauf- Ed. Sack und seine Ehefrau geb. Möser. — Tas Alte stürzt. Boa der Stadt sind zwei Anwesen mit einer Front nach der Schloßgasse und zwei Fronten nach den Marltlauben zu an getauft worden TaS größere, früher Ottmannsche Besitztum kostete 10000, das Hofbäcker Noll sche 6000 Mk. Tie Häuser werden abgerissen. Tamit wird ein weiterer Teil unseres Alt- Gießen von der Bildfläche verschwinden. **DasgroßeElettrizitätSwerkzuLißbvrg rückt ferner Inangriffnahme nälrer. Am 4. Oktober fmder in Nidda eine Versammlung statt, zu der die LrtSvorstande aller beteiligten Gemeinden uno alle Interessenten eingeladen werden. Es soll festgestellt roeroen, welche Gemeinden und Industrielle an das Werk anschließen wollen. Mit den Vorarbeiten zum Werk soll noch in diesem Herbst begonnen werden. Es sollen die Orte aus den Kreisen Büdingen, Schotten, Lauterbach, Gießen und Friedberg ange» schlossen werden bis nach Gedern, Schotten, Ulrichstein, E^run- berg, Laubach, Hungen, Lich, Bübingen und Echzell. 0 Klein-Linden, 18. Sept. Sein Ab turnen, verbunden mit Rekruten Abschiedsfeier, begeht nächsten Sonntag unser Turnverein. Vormittags ist Wettturnen, nachmittags Schauturnen nnb Wettlauf. Später versammelt sich der Verein im Bernhardshäuser Hof. £j Ettingshausen, 18. Sept. Vom hochbeladenen Grummet wagen gestürzt ist die Frau eines hiesigen Landwirtes, als der Wagen über das Gleis der neuen Bahnstrecke fuhr. Sie erlitt einen Beinbruch. △ Grünberg, 17. Sept. Ter Lehrer-Turnverein unternahm am heutigen, als dem Geburtstage I. K. H. der Großherzogin, einen größeren Turngang. Tie Ungunst der Witterung hielt ledoch manchen ab, sich zu beteiligen. Trotzdem war es eine ganz erkleckliche Zahl, die von dem Sammelpunkte Odenhausen aus die Wanderung antraten. Von hier ging es, trotz des Regens, nach Rüddiugshansen und von da nach Höingen. Hier wurde nur kurze Zeit gerastet und ging es dann durch herrliche Waldungen nach Mardorf und Amöneburg. Leider lagerte dichter Nebel über dem Cl/mlal und darum war die Aussicht keine lohnende. Nach Besichtigung des Denk' mals im Hofe der Brückenmühle, das an die letzten Kämpfe im siebenjährigen Kriege erinnert, ging es nach Homberg. Im „Frankfurter Hof" wurde zu Mittag gegessen. Der Vorsitzende des Vereins, Lehrer Wolf von Bersrod, gedachte hierbei unseres Landesherrn und seiner Gemahlin und schloß mit einem begeistert aufgciiomincnen Hoch. Hieran schloß sich der Gesang einer „Hymne an die Großherzogin", die für diesen Tag von einem Mitgliede gedichtet worden war. Nach zweistündiger Rast ging es durch das prachtvolle Ohmtal nach Nieder-Gemünden, dem Endziel des Turngangs. Der Himmel hatte sich inzwischen aufgehellt und goldiger Sonnenglanz lagerte auf Tälern und Höhen, so daß dieser Teil wohl als der schönste der Wanderung angesehen werden kann. x Bermuthshain, 18. Sept. Der Vogelsberg soll nun auch ein großzügiges W a s s e r werk erhalten, an das eine größere Anzahl Orte angeschlossen werden sollen, so u. a. Freiensteinau, MetzloS, Meplos-Gehaag, Bermuthshain, Ober- und Niedcr-Moos. Die Behörde bringt dem Projekt große Sympathie entgegen. Großkarben, 18. Sept. Auf dem hiesigen Bahnhof wollte der Schaffner 2pal>n dem Stationsvorsteher gestern abend melden, daß der Rottenarbeiter P o h l e r 1 von Großkarben, der mit dem Zuge angekommen war, in einem Abteil eine Fensterscheibe zerbrochen habe. Auf dem Wege zu dem Beamten versetzte P. dem Schaffner mit seinem Eßgefäß aus Blech einen solchen Schlag auf den Kopf, daß Spahn schwer verletzt zusammenbrach. ---Darmstadt, IN. Sept. An der diesjährigen Ausstellung von Zeichnungen und Schülerarbeiten aus den gewerblichen Unterrichtsanstalten des ^-roß- herzogtums Hessen beteiligen sich die folgenden Schulen: die Kunstgewerbe- und HandioerkerscHule in Mainz, die Fachschule für Elfenbeinschnitzerei in Erbach i. O., die Landes- bauaewerkschule in Darmstadt, die Baugewerk- und G.nverbc- |‘d)ule in Bingen, die Maschinenbauschule und die Lehrwerkstätte für feine Lederarbeiten in Offenbach a. M.; die Go- iverbeschulen in Alzey, Bensheim, Darmstadt, Friedberg, Gi e ß e n, Michelstadt, Nidda und Worms. Außerdem führen etioii 20 Handwerkerfchulen ihre Leistungen vor. Den Besuchern ist zugleich Gelegenheit geboten, Schulerarbeiten aus den fachlim organisierten Fortbildurrgsschulen der Stadt Dttmck-en bcfiditigcn zu können. Sd. Darmstadt, 19. Sept. (Tel.) Tie beiden letzten der aus dem La n d e S h o s p i t al Ho f h e i m entiprunguten Verbrecher, Rosenberger von Bürstadt und Leiser von Gießen, sind gestern in Neumagen bei Trier festgenommen worden. Sie kommen sofort nach Marienschloß. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 18. September. Ter fehlende Waadergewerbefcheio. Im letzten Frühiahr har der M e tz g e r g e f e l l e I H. von nrniinuvl a. M. in Harheim Z.egenlänimcr auiaekanü, ohne un Besitze eine« Wanderaewerbeschein», bezw. einer Beschein,amig über die Entrichtung der Wandergewerbeneuer iu fein. T>e Verwaltungsbehörde ließ ihm einen Siratdefcheid über 20 3JIL jugclen m der Annahme, er habe eine Hunerpehung beabsichtigt. Er trug gerichtliche Entjchcidmig an, indem er Let?di.iptelc, er habe in sZranl- ’urt cuie Wirtjcholt, wo er da« Fleisch der Tierr, die er beim An- tani Oe« besseren TrauLpoNs wegen folort fd>lachlete, verwende, wMlxxlb von der Ausübung eines Wandergeiverbe-» keme Rede sein könne. Dem gegenüber wurde festgestellt, daß er zwar bei einer Schwägerin, die eine Winjcha't betreibt, wohnt: er Hal aber auch von dem Fleisch auf dem Markt verkauft. Tas Schößengerida Vilbel verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 10 Ulf.; es sprach sich aber nicht darüber miti, ob die« eine Lrdmuiü> oder eine 2ekaubnnonö- strafe fein soll. Im letzteren Falle wäre die Minnnalstraie der doppelte Betrag der hmteoogenen Steuer, muhm 30 'M. gewesen. xtete6 Urteil ’oett die Ltaot^anwalt'chast an, um da« richtige 27«, der Te'raudationSstrake berbeiju'übren. Für bet Verukrw.oBerich, üand lest, und srrcr wurde dies auS der eigenen Angabe des geklagten geickloüen. daß er -ewnßt har, daß tm Falle de» Wmer» verkant« der Tiere er einen Wandergewerbelche,:: notig habe, und er einen {olcbri »> cht lö'le, mußte eine aduchltiche cie.:er3min«. ziebung tür vorliegend erachtet iverden. auS welcdem ttnmbe auch aui du im Eiraidefcheid angefeyte Strafe von 20 Mark erfamu werden mutzte. (ßcridft*fnaL FC. Telnhaufeii, 18. S epr. Da- Schöffengerichti, Schöllkrippen vrnir. eilte die ledige Io enne Jung von :oo wegen fortgdenten anomonenBrieffchreibens be.eid.gende, Inhalt- zu einer Geiängm-uraie von einem Iadr und oierzebn s Marburg, 19. €tpL Wegen Jagdvergehen üan.'es beule drei Einwohner anS Kappel, die bei Homberg einen Reddzck über ihre Iagdgrenze h>» verlolgt und a holt baden fallen, vor der 6 11 a i f a ni in e r. Rach Veraehmung von 12 Zeugen wurde, sie wegen fehlender Beweiie freige'prochen. 5t o n stanz, 18. Sept. Tas Schwurgericht zu Deinlelde» Kanton Thurgouj Hot noch Lreiiägiger Verbandlnng den Zänau: Iahnarzl Mayer zu 2u fahren Zucht bau- und ferne HauA- bdlierm Ioiephme Zav , zu lb Jahren Zuchldau» DmitteUt. V« r« iallen am 11. cepiembrr 1907 den Pnvalier Rötzer auf Schlch lüllingen ermordel und beraubt. U ii i tK r jitä a cb r ich t c n. — Wie die VolkSaulklärung in Rußland beinetzW wird, beioeist das folgend« Telegrannn ans PeierSfarg, das c* als Scherz zu uehineu geneigt wäre, wenn man nicht wüßte, tzetz un heiligen Rußland alle» möglich ifl : Ter 'Hhmflerrai bat bte Munster tüt VolkSaniklärung ermächtigt. die Zulaßuug nm Frauen zu den UnioersitätSoorleiungen für die Zukunü m verbieten, dcueu jedoch, die bereit» zugelatzen sind und c-trw, der Uebergang m eine höhere Lehranstalt für fZrauen unmb;lti* ist, die Beendigung ihre» LindiumS tu den Universitäten iu g» flauen. Tie Zahl der gegenwärtig an den nüiiicütit Umverstiöre, zugelaffenen freien Znhörerinnen beträgt eiroa 2130. Sport und Spiel. Jin C ch achwe ii ka m pf e luaioc am aSker' S Wuchch eilte Unterbrechung bi« znm 23. dS. MiS. angejetzl. Eingesandt. nur norm und Inhalt < !..r unter dieser Rubrik stehenden IdM flbttnnrmt die Redaltion dem Publikum gegenüber fetnrdfl Veranlwortuiig.) Lollar. Ankuüpfend an den Artikel in 9lr. 218 IhreS ßf schätzten BlaiteS über das Tantiedcrliegcn der Bautätigkeit möchte Einleuder dieses die öffentliche Austnerkfamkeit auf ern 9)11 b ft a n ö lenken, der einmal beieuigt weiden wußte. 3- meine, daß 'ich Mitglieder von an der Spitze unierei oroee Cvlc-3 stehenden Körpeijchalten an Lieicrnngen nnd Arbeiten, irelS die Gemeinde vergiebl, beteiligen. Hier ivuve es ganz am t.ay. wenn der Vorsitzende des GeinemderaieS Mitglieder, die iiao* eine Arbeit oder Sieferung für oder von Der Gemeinde ntefr nehmen «vollen, höstich ober bestimmt darauf auhnerfiam mach» daß eS besser fei, ivenu sie darauf verzichteten, und baß ite e* femcv Seile keine Förderung zu erwarten brauchten, wie 6al anderwärts gehanbliobt wirb. Tem 2lnjeheit des LltSoor !an»i< ist iolche« nur förderlich. Es wäre ein Unding, wenn z. B GemeuideralLmilglied auf Gründ etwa in der Sitzung gemarWr Erfahrungen Terrain- oder Baufpeknlatianeu machen wollte- - Uebf.geuS fall der Gentemderal fdjon vor eungen Jahren -• ’ unferen Standpuukl gestanden hoben Tenn em U>enifiiu'fbt6mict. der jahrelanp Die Liesiniug für einen bestimmten Artikel Han, soll, als un Gemeniderat über daS Unzulajuge dtefer Lieferuugtari gejprocheu wurde, fofon 'reiwillig auf weitere X.'ie*cnuiflch vr. Pfund 68— 90 Pfg., Schtvetnesteifch, gefallen, pr. i'- M Pfq., ttall'stelfch vr. Pfd. 70—80 Pfg., paiiuiielueifch H. 70—84 Pig. Kartoffeln pi. 100 Ag. ti.Uu—7.00 JmtXi« Pr- 3ir. 5,00—6,0u ä)lt^ Dlilch per riiler 2u ^«ißkraut Pt* «ück 20—25 Pfg^ per Zetuner ML 0.00—0.00. — Aepfel pa 3s* Vcrmifcbtcs. 'Die Cholera. In Petersburg steigt bte (ifr.tu* rapid. Bon vorgestern auf gcieni wurden 392 Ne,eitranku>M und 125 TodeoiäUe gezählt Von den erkrankten 16t>0 iedonrj sind 488 gestorben. Die Schulen wurden iuv anderthalb i’ü gelchlossen. IgHlreiche Frcmde vcrlasten di? Sladk. — Tie Ju- gierung hat Vesliminnngcn getrosten, uni der Verjchlepgim i brr Cholera vorzubengen. Ve: allen m das Ausland gehenden 3*nlobnkutfchcrei Hubn. Jlcuc Rälnnafchiue biU. zu uert. Wilhelm Will Turn und Tanz Institut Löderftraße 12. Gasthof günstig, nur hl zu verpachten. Schriftl. Angeb. v. Selbnreflekt. unt. 07746 a. d. Erved. d. Bl. erb. 1, o Gold-Wvandottcs Hübner billig zn öerraufen. 07813. Bahnhontraße 49, pari. 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