Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. 8 Samstags Progranuuwechsel. Die Dürmstäbter Ausstellung. : tz g e r i il n 11 n usmufeum mißt chen ache 136 und 156 erhielten. Es war also eine Stichv Nationalliberaleu und Zentrum wahrscheinlich. wandte, cr bloß die gegen ihn geschleuderten Beleidigungen habe zurückweisen wollen. >Er nehme die Zurech Präsidenten an und weigere sich nicht, dafilr um ,( Aus Stadt und Land. Gl eß en, 19. Juni 1908. ** Tageskalender für Freitag, den 19. Juni, Abends Uhr Beginn der A b o n n e in e n t k o n z e r t e in Steins Garten. Ä o l o j j e u in. Täglich LameifRinglampf.Koiikuri.euz. Kinematographentheater. Täglich Borsiellung. gr, h; ,, v -*» 1 55 II u. Land" und „Gerichts- to»EUtaA iöuh" «»tatisnrdruck und Verlag »ervrühl'schen Univ.-L»«!- und Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei- Schuistratze 7. WÄ? J-Uueigenteii. jp., lüeck. vezugspretö: rnonatlich75 Pf.,viertel- * jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Ml. 2.—viertel- jährl. auSfchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokci.l5Ps^ auswärts 20 Pfennig Berantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und .Vermischtes* P. Wittko; für .Stadt c die Zurechtweisung durch beit . ; • — .Entschuldiguns zu bitten, baß er unabsichtlich zu weit gegangen sei. Dec Präsident bedauerte lebhaft, zu einer so strengen Maßregel gegen rna- bie preußischen Landtages am 2 6. Juni vormittags 11 Uhr in einer gemeinschaftlichen Sitzung der beiden Häuser im Sitzungssaale des Abgeordnetenhauses stattfindet. Reichsmilitärgericht. Gestern vormittag fand in Charlottenburg die Grundsteinlegung für das Reichs- militürgericht in Gegenwart des Kronprinzen und des Prinzen Friedrich Leopold statt. F a b r i k a n t e n t o n d i t i o n. Die gestern in der Handelskammer in Berlin zwischen den Delegierten des Bergischen Fabrikantenverbandes, des Großhändlervcrbandes iii Kurzwaren und des Verbandes deutscher Tetailgeschäste der Textilbranche hinsichtlich der Fabrikautenkondition geführten Verhandlungen haben zu einer grundsätzlichen Verständigung auf der Grundlage der von dem Verbände deutscher Tetailgeschäste der Textilbranche aufgestellten Einheitskondition geführt, lieber einzelne nebensächlichere Fragen soll noch in einem paritätisch besetzten Arbeitsausschuß Beschluß gefaßt werden. An den Verhandlungen nahm der Vorstand des Warenhausverbandes teil. Tie Vertreter aller deutschen evangelischen Landeskirchen traten gestern in Eisenach zu einer Konferenz zusammen. Ten Vorsitz führt Obcrhof- prediger Tr. Ackermann-Dresden. K o a l i t i o il s r e ch t von Technikern und Kauf- leuten. Nach der „Pfälzischen Post" hat die sozialdemokratische Fraktion des bah rischen Landtages folgende Interpellation eingebracht: „Was gedenkt die Staatsregie- rung zu tun, um in den Betrieben des Verbandes bayrischer Metallindustrieller angestellten Technikern und Kaufleuten die Ausübung des Koalitionsrechtes zu sichern?" Ausland. Der Professor des K i r ch e n r e ch t § W a h r m u n d in I n n s b r u c! ist ab nächstem Wintersemester zum Professor des Kirchenrechls an der Prager Universität ernannt. Herabsetzung des Briefportos. Die englische Regierung lehnte eS ab, das Abkommen über das Penny-Briefvorto mit Frankreich allein abzuschließen, da die Geivährung einer solchen Priorität Deutschland, das die Frage ebenfalls erwäge, verletzen könne. Man beabsichtigt, den Pennytarif mit allen Staaten des Kontinents, sofern sie nicht aus Rilcksicht aus ihr Budget davon abgehalten werden, abzuschließen. Frau Stössel. Ter „Berl. Lokalaiiz." meldet aus Petersburg : Der Gattin des Generals Stössel droht ein Prozeß, weil große Summen der Port Arthur-Wohltätigkeitsgesellschaft, die sie verwaltet hatte, fehlten, desgleichen auch die Belege. Frau Stössel verwickelt sich in Bezug aus das Verbleiben der Gelder in Widersprüche. Rußland s ü r die Russe n. Die Regierung hat den neu» gegründeten Allrussischen nationalen Verband, der unter der Devise: „Rußland für die Russen!" die Vorherrschaft der russischen Rasse innerhalb des russischen Reiches fördern und den Einfluß der fremden Völker bekämpfen will, genehmig t. Gründer des Verbandes ist Professor Kurlewnßti und andere Russophilen. Die „Nowoje Wremja" widmet dem Verband einen langen Begrüßungsartikel und stimmt semen Tendenzen völlig zu. Mul ey Hafid. Ans Teiuaii kommt die Nachricht, daß Muley Hafid dtzrt gestern zum Sultan ausgerufen wlirde. ■m-™ r.. . i, । .................. deuten der Kammer verhandeln soll, um eine ehrenvolle Beilegung des Konfliktes herbeizuführen. Gemäß der Anforderung der Preßvertreter haben die römischen Blätter Über die Verhandlungen der Kammer von dem Zwischenfall nicht mehr berichtet. Im weiteren Verlaufs der Kammersitzung kam Barilai auf den Zwischenfall zurück und hob hervor, Santini habe die Journalistentribüne schwer beleidigt. Er fordere den Präsidenten auf, er solle, so wie er das ungehörige Benehmen der Pressevertreter gerügt habe, dies auch bezüglich der Worte Santinis tun, der die ganze italienische Presse in ihren Vertretern beleidigt habe. Santini erklärte, daß, als er sich an die Journalistentribüne auf der Äußersten Linken und auf der Journalistentribüne Unruhe bemerkbar. Santini rief hierauf den Journalisten ein Sch i m p f w o r t zu; die Journalisten erwiderten darauf ebenfalls mit heftigen Worten. Der Präsident forderte die Vertreter der Presse auf, die Verhandlungen nicht z-u stören, aber der Lärm hörte nicht auf. Ter Präsident ordnete die Räumung der Tribüne an und hob die Sitzung unter großer Erregung auf. Nach der Wiederaufnahme der Sitzung iprach der Präsident unter lebhaftem Beifall sein Bedauern über bm Zwischenfall aus. Die f listen, die auf die Tribüne zurückgekehrt waren, verlie^... ... Tribüne wieder, da 'Santini die Beleidigung nicht zurückgenommen hatte. Die Sitzung wurde fortgesetzt, ohne daß die Vertreter der Presse anwesend waren; sie haben beschlossen, dem Abgeordneten Santini ihre Zeugen zu schicken. Die Journalisten bestimmten durch das Los, wer dem Abgeordneten Santini seine Zeugen schicken solle. Tas Los traf den Journalisten Z a m b e l l i, der Santini durch zwei Kollegen fordern ließ. Dieser behielt sich die Antwort vor. Die Journalisten setzten sodann einen Ausschuß ein, der unter der Führung des Abgeordneten Barzilai mit dem Präsi- g von Ulrichstein, der ueiu wlC|)CHC4, ........,ehört, nimmt sich darauf in der Gesellschaft eines weniger origmellen Krnges höchst ehrwürdig aus. Sehr einladend ist der altväterisch geinutlidje Gefiel aus Wildnarbenleder, und die Uhr, deren Werk Otto Schmidts in (Sieben lieferte, scheint in ihrer harmonisthen, bre"behaglichen ruhigen Selbstsicherheit dazu berufen, dem Inhaber die,esÖmn erö eine ununterbrochene Reihe von nur friedvollen Stunden, einflen wie heileren, zu chlagen. Der von W i g n n d l L G r a f e ge lieferte Belenchlungskörper ist von kräftiger Einfachheit uiid fordert in seiner Ruhe verbreitenden Unansdrnlgllchkeit den harmonischen Znsammenklang der Gesamteinnchtimg dleies ZiMmerS samkeit erregt die Kohlenzeichmmg von Brand n tzruedberg, der der Künstler den Namen „Kampf gab S estellt einen dicke Folianten vertieften ernst sinnenden Jüngling dar, der m ^'T^LAeL^VLSProf Olbrich die Enl- tvürfe. Tas Mobiliar, prächtiges Slußbaiunholzui ^r ,Mbe ^Z braunen Schildpatt, und die Wandvertafelung Hal diebnedberge Firma v B i n d e w a l d hergestellt, und man muß ihr das Zeug msÄb«6’ i&‘e Leistungen -u den, Besten der gun-en «u . ^üae auf beiden Seiten etwa um das Doppelte vergrößern, MelMsi, an, denen sich äußerst bequem jcrviercu lag,. Sie (Fortsetzung.) Auch das Herrenziinmer,m Oberhessischen Ausstellungshause, lln hell natur Eiche mit profilierten Stäben und Intarsien ans- geführt, stellte Hoflieferant Th. Brück m Gießen her. „Man darf ihm zu dieser Ausstellung und den für ihn unausbleiblichen günstigen Erfolgen gratulieren", schrieb ich gestern und wiederhole diese Worte, nicht nur weil der Truckfehlerkobold daraus ein völlig unverständliches Satzungehener gestern gemacht hat, sondern weil sie auch für diese Brück'jchen Möbel und Tekoralionen durchan-- zutrefsen. Wieder aber habe ich em wenig mit Prof. Olbrich zu rechten. Ein Herrenzimmer, das doch häufig Raucher zu beherbergen pflegt, hält man doch besser in dunkeln Tonen als m Hellen; dadurch wird auch besser die Würde des Hausherrngemaches gewahrt. Im übrigen sind die Model von gediegener -Ul) eit und angenehmen Formen. Der schone größere Bucher|chrank (der kleinere gefällt mir fast noch besser) ist innen ebenho zfarbig nnd hat praktisch verstellbare Bretter. Ein prächtiger mittelalterlicher Zunfthumpen der M e tzg e r innun g„ von U l r ich st ei n , Oer dem Gießener Altertumsmuseum angehort, nimmt sich darauf m der Gesellschaft eines weniger originellen Kruges höchst ehrwürdig Deutsches Aerey. Eröffnung des preußischen Landtages. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Ministers des Innern, nach welcher die Eröffnung des recht gefchniackvolle Stuckdecke fertigten Reinhard Söhne in Wellenbergen, den netten, wieder etwas reichlich groß ausgefallenen Lüster D. G em ünbt in Butzbach. Das schöne Büffet mit ge- jchnitzlen Stäben ist vorläufig noch ziemlich karg garniert, soll aber noch von Herrn. Mettenheimer reichlich bedacht werben, ebenso der Eßtisch. Reizend ist die sich hier anschließende Loggia, deren Terrazzo- Fußboden die Gebr. D e c e c c o & Ferarin herstellten. Die m die Fenster eingebauten hübschen weißen Sitzbänke fertigte der Schreinermeister Johs. Lenz in Gießen an. Ter Garten wird wohl noch weseiitliche Verschönerung erfahren. Ans der Küche und den zugehörigen Raumen, deren Anlage und Ausstattiing mir durchaus zweckgemäß erscheint, will ich mit die Anrichten erwähnen. Ich halte sie darum für hervorhebenSwert, weil sie den Transport der Speisen ms Eßziinmer auf die ein- jachste'und sinnreichste Art vermitteln, nämlich durch ein schtank- ailiges Gestell (gefertigt von Schremermstr. F r. D r a h n in Gießen), ein Küche»schrank, dem aber die Rückwand fehlt. Dafür hat die Wand dahinter ein Schiebefenster. Auf der anderen Seite der Wand in einem kleinen Borraunr zum Speifeziinmer steht eine zweite Anrichte (ausgesührt nebst dem meisten übrigen Mobiliar von Schreinermeister Ehr. Seyffarth in Alsfeld), von der ans schnell und heiß die Speisen ms Eßzimmer gelangen können. Im Obergeschoß betreten wir zuerst das Elteritschlafzimmer, einen der anhennelndsten Räiime des ganzen Hauses,*slit den auch das Großhetzogspaat eine besondere Vorliebe zeigt. Tas Mobiliar ist alis grau gebeiztem Ebenholz gefertigt, mit Einlagen in Ebenholz und Perlmutter. Die Eiitwürse machte der Architekt H. Bit r g in Gießen, die Ausführung besorgte der Schreinermeister Karl M euer II in Ortenberg. Die Beleuchtungskörper, der Abwechselung halber originell aus Tou gefertigt, aber vorläufig noch nicht ganz komplett, stellte L. Keßler^ aus Wieseck dar, ebenso die Waschkaiinen und Schüsseln. Den Spiegel lieferte C. L. ~ e t b. Sie allesamt verdienen die ihnen allseitig zu teil werdende Aner° kennung. Tie von H ch. H o ch st e 11 e r i.t ©ieBen ßelieferte ab- waschbare Tapete ist zwar recht apart, aber das Herz-Aß-Üluster doch mehr absonderlich und bunt, als reizvoll und gefällig. Ueberraschcnd hübsch ist das Fremdenzimmer, das der Architekt H B r a n d in Friedberg entworfen hat. Hier umfangt uns m köstlicher Einhelligkeit em zartes Hellgrau. Zu allererst fällt das Auae auf die hellgraue wuudernette Wandbespanuung, die aus der alldelitjcheli Weberei von F. Stei,l in Alsfeld hervorgmg. Sie lagert stch über den beiden Betten und ihre Mitte nimmt em seines in feiner Grazie wnndervolles Madonnenbildius von fchlichl- jchöner Mütterlichkeit em. H. Braiid ist auch der Schöpfer dieses ctaeiiaingeii Dekorationsgemäldes. Die Bettdecken zeigen die gleiche hellaraue Zartheit. Hell naturahorn ist das gesamte sehr ge- Ichinackvolle Mobiliar, das wieder nebst der kostbaren stoffdekoraiwn die Journalisteutribüne genötigt gewesen zu sein, sie habe in die Debatte eingegriffen und da» könne unmöglich geduldet werden. Sodann sprach dec Präsident dem Abgeordneten Santini den Tank dafür aus, daß er die Rüge angenommen und eine Erklärung abgegeben habe. Nach der Hausordnung hätte er die Journalisten während der ganzen Sitzung ausschließen müssen, aber wegen der Ilrsache des Zwischenfalles habe er geglaubt, die Kammer auffordern zu sollen, .ihn zu ermächtigen, daß cr den Journalisten den Zutritt zur gleichen Sitzung wieder aeftattc. Wenn sie indessen nicht zurückkoinmen wollten, so gehe das die Kammer und den Präsidenten nichts an. Er glaube, der Zwischcn- sall könne als vollständig beigelegt betrachtet werden. (Lebhafter Beifall.) * Das englifch-russiche Einverständnis über das mazedonische Neform'Prvjckt hat nach dem „Taily Graphic" folgende Grundzüge: Tic mobilen Kolonnen werden nicht aus der Gendarmerie mit ausländischen Offizieren, sondern aus ottomanischen Truppen bestehen, für bereu gutes. Verhalten wirksame Bürgschaften gestellt werden müssen. Tie Kosten für diese zur Pazifiration des Landes verwendeten Truppen werden auf das mazedonische Zivil-Budget übernommen, wie überhaupt dieses Budget speziell für alle Kosten der Pazifizierung in Anspruch genommen werden soll. Tie Stellung des General- Gouverneurs soll durch seine Ernennung auf 7 Jahre mit Pension sichergestellt werden. Das Programm wird den Alächten sofort unterbreitet werden. Diese seien vertraulich befragt worden und hätten dem Projekt bereits zugestimmt. der vofliefcrant T h. B r ü ck lieferte. Zwischen den Betten und vor ihnen liegen prächtige Eisbärfelle, geliefert von 21. Kretzjch in a r in Gießen. Tie Beieiichtimgskörper, Slehlämpchen auf den Nacht- lischchen, finb tüchtige Arbeiten von D. Gemündt m Butzbach, der geschmackvoll und dekorativ zum größten Teil tue elektrische Installation im ganzen Haufe besorgte. Im Wafchgarnitur - Entwurf aber vergriff fich der jo talentvolle Architekt Brand. Die hätte unter allen Umständen aus englischer Faijeuee, nicht aus blankem, hier duichaiis deplaziertem Messing hergesiellt werden dürfen, der in dieses Milieu paßt wie cm Kürassier in eines Mönches Andachtsstüblein. Das Frühstückszimmer, daS wiederum H. Brand enhvan, enthält eines der beltgelungenen Stücke des Hauses, einen Schrank • im reizendsten Empirestil, hergesiellt von zwei weltfernen jungen Meistern, Ai ctzger & Schlecht in Müuzenberg. Daß unser einsames, in die stille Beschaulichkeit der Welivcrlorenhett vei- fnnkenes Aiünzenberg zwei solche echten Künstler ihres Beru'es großziiziehen vermochte wie diese beiden Aiänner nut den wenig holden Namen, ist wahrhajt erstaunlich. Dieser Schrank i|t cm Meisterstück vollendeter stilreiner Anmut. Auch bie anbeven, von diesen Meistern hier ausgestellten Aiöbel können sich sehen lassen neben bem Besten, was bieses Hai.s birgt. Verirrt aber, wohl durch irgend ein Mißverständnis, hat sich in dieses Gemach em an sich recht tüchtiges, hier aber geradezu abgeschmackt wirkendes Gemälde von dem viclgewanbten H. Branb. Stellt es boch mit realistischer Eiubriuglichkeit einen müftäugigen Verbrecher bar. Was soll bei- an bicjer Stätte, un freunblicheii Friihsttickszunmer eines wohlsitilieiten Bürgerhauses! Von bem reizcuben, nur freilich recht engen Tochterzimmerchen war schon neulich an biefer Stelle bie Rebe, imb es bleibt von ihm nur noch zu sagen übrig, baß bie beiben ganz »lieblichen Vitrinen boch allzu parallelepipebomschc Formen zeigen. ^ie hübsche Stoffbespanniiiig mit Seibenstickerelen für Stühle imb Sessel, sowie Vorhänge unb Bcttüberbccke würben von Her m a n n Bücking Söhne, Buntweberei in AIsselb, nach Entivürfen von Architekt H. Burg angeierligt, ber Spiegel von E. L. Leib, Vergolberei in Gietzen, geliefert. Bom Dachgeschoß bieses Hauses mit feinem Altan, vor bem sich berg- unb walbuinkränzt einer ber schönsten Teile bes Groß-; Herzogtums im prangeuben Frühsommergnm ausbreitet, war schon un ersten Artikel bie Rebe. Es ist heute nur hinzuzusiigen, baß m einem ber. Zimmer Photographien von einer Anzahl ber mustergültigen,'' so echt bobenwüchsigen neuen Gemeinbcbauten an beit Wänben hängen, aus geführt von bem Gießener Kreis- bauamt, unter Leitung bes vortrerflichen, crireulicherweisc jetzt endlich von Langer, schwerer Krankheit genesenen Baurats D i c h m, als ba ftub Schulhaus- und andere Bauten aus Grüuiugcu, We itershain, Wainzlgx, Dorf-.Güll re. rc., mit per- Erstes Blatt (158. Jahrgang Freitag IS. Juni 19V8 erscheint täglich, außer jAk a Sonntags. - Beilagen: V jV WÄ Gichenn Anzeiger für di. Vtebaktion 112, WM MM General-Anzeiger für Oherheffen Die TaM der Herrn von Uioeden. , Das Bemühen der Wahlmänner ober eines mandats- luststgen Politikers, irgendwie eine „Mittellinie" zu finden, die noch einigermaßen den Neigungen der Wahlmänner entspricht ober wenigstens einen verhaßten Gegner aus- 'chließt, hat zu großen Sonderbarkeiten Anlaß gegeben, )ie nicht geeignet sind, die indirekte Wahl als besonders rnuvoll erscheinen zu lassen. Tas Beispiel zweier Wahlkreise, zwischen denen die Person des Generals v. Kloeben das Bindeglied herstellt, ist besonders schlagend. Im Till- kreis rechnete man 94 christlichsoziale und bünblerische M«hlmänner für v. Kloeden, 14 Wahlmänner waren ultra- nroutan, 22 konservativ und 129. rechnete man für den nationalliberalen Dr. Lohmann. Am 14. trat General v. Kloeben, obwohl er sich um das Mandat im Dillkreise außerordentlich bemüht hatte, von seiner Kandidatur zurück, ebenso der konservative Landrat Eckhardt, dafür wurde, während die Wahlmänner doch gerade für diese beiden Kandidaten gewählt worden waren, der bekannte Führer des Bundes der Landwirte Lucke aufgestellt. Der Plan kam nahe an die Erfüllung heran, aber ein paar Stimmen fielen doch anders aus, als mau gehofft hatte. Der nationalliberale Dr. Lohmann blieb mit 184 gegen 122 christlich- sozial-bündlerisch-klerikale Stimmen Sieger. Der Rücktritt Kloedens wurde durch die Ereiauissc in St. Goarshauseu-Rheingaukreis-Meiseuheim erklärt. In diesem alten nationalliberalen Wahlsitz, den der kürzlich verstorbene Lotichius durch Jahrzehnte hindurch vertreten hatte, hatte sich Herr von Kloeden ebenfalls als Kandidat des Bundes aufstellen lassen. Er hatte im ganzen 56 Stimmen bekommen, während Wtitionalliberale und Zentrum des Herrn v. Kloeden schien aussichtslos, unter normalen Verhältnissen mußte der Zeutrumsmaun oder der Nationalliberale gewählt iverden. Aber was geschah? Tas Zentrum ließ seinen Kandidaten, für den es 156 Wuhl- männerwahlen aufgebracht hatte, fallen und ließ gleich im ersten Wahlgange Kloeden wählen, der nur über 56 Wahlmänner verfügte. So erhielt Kloeden 206 Stimmen, Schröder (nl.) nur 132. Das Zentrum wußte aus dem Jahre 1903, daß es seinen eigenen Kandidaten in der Stichwahl schwerlich gegen Den uationalliberalcn Durchbrachte; denn Damals hatte LotichiuS 145, Heß (Zentr.), Der auch jetzt wieder Zentrumskandidat war, 138 Stimmen erhalten. Erfolg des Ganzen: der verhaßte Nationalliberale ist herausgedrängt worden. Herr v. Kloeden hat sein Ziel, das Mandat, erreicht. Tie Verbrüderung mir dem Zentrum geschah offen: Herr v. Klocdcn zog am Tage der Wahl mit seinen und den katholischen Wahlmänncrn ins katholische Gesellenhaus zu Rudesheim: hier, wurde Das Abkommen mit Hurra begrüßt iniD besiegelt. Politische Lagesschau. Ein Journalistenstreik in Italien. Ein Journalistenslrcik, das mit Dein Streik der Journalisten des deutschen Reichstages die größte Aehnlichkeit hat, ist gestern in ber italienischen Deputiertenkammer ausgebrochen. Als in dieser Sitzung bie Abgeoroneteit Barzilai und Santini über eine periönliche Angelegenheit, bie auf enige von Santini gebrauchte Sätze zurnckznsühren ist, Erklärungen auSlauschten, machte |tch • • Rektor Backes pensioniert. In den Ruhestand wurde versetzt der Oberlehrer an der Volksschule zu Darmstadt, Rektor Karl Backes, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen uud ersprießlichen Dienste, mit Wirkung vom 1. Juli 1908 an und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. (Der frühere langjährige Obmann des Hessischen Landeslehrervereins tritt damit nach einem langen, arbeitsreichen Leben von seinem beruflichen Wirken zurück, nachdem er seine Obmannstelle schon im vorigen Jahre niedergelegt hat. Die hessische Lehrerschaft, die Vater Backes viel zu verdanken hat, wird ihm auch nach seinem Scheiden qu§ dem Amte ein treues und ehrenvolles Gedenken bewahren. Möge ihm ein langer heiterer Lebensabend vergönnt sein.) * * Aus dem Bureau des Stadtthcaters. Am Dienstag den 23. Juni geht Johann Strauß' klassische Operette „Die Fledermaus" in Szene. Die Hauptrollen sind besetzt mit den Damen Großkopf und Klerwin (Ziosalinde und Adele) und den Herren Bauer und Hildebrandt (Eisenstein und Alfred). Erwähnt sei, daß die Herrn Studierenden an der Abendkasse die bekannte Ermäßigung genießen. Da die Operette sich am Dienstag mit so großem Erfolg eingeführt hat, kann die Fortsetzung der Gastspiele als gesichert angesehen werden. Die Vorstellungen sollen — wenn nichts Besonderes bekannt gegeben wird — jeweils Dienstags startslnden. Der Vorverkauf im Theaterbureau beginnt jeweils am vorhergehenden Samstag und findet dann täglich von 11—1 Uhr statt. * * Kolosseum. Resultat des dritten Tages der internationalen Tamelr-Ringkämpfe: 1. Paar Frl. M u r a n tz i-Ungarn siegte über Frl. Küorr-Rheinland in 5 Minuten 5 Sek. durch Ärmdurchzug am Boden. Ass zweites Paar rangen unentschieden Frl. Haag-Stuttgart gegen Frl. Hanton-Elsaß. Beim dritten Gang besiegte Frl. R o s l o w s k j -Oßpreußen ihre Gegnerin Frl. Schönbuvg-Aien, trotz der gewandten Verteidigung in 16 Min. 40 Sek. durch Hüftenschwung. Tie Kämpfe werden jetzt täglich interessanter und werden vom Publikum mit großer Spannung ocrfolgt. * * D i e P f i n g st p a r t i e. Zwei 16jährige Burschen l)on hier hatten sich verabredet, am ersten Feiertage einen Ausflug auf dem Fahrrad zu enternehmen. Allerdings fehlte das Notwendigste, keiner besaß ein Rad, und so mußten diese erst beschafft werden. Ter eine fand ein solches in seiner elterlichen Behausung, das vom Gerichtsvollzieher gepfändet uud dort aufbewahrt war, allein dies Rad konnte er zu der Partie nehmen. Ter andere befaß 3 Mk., wofür er sich eins zu leihen gedachte, jedoch hätte es in diesem Falle an Reisegeld gemangelt. Zufällig hatte der eine nun entdeckt, daß in dem Hofe einer Wirtschaft in der Bahnhofstraße nachts ein Fahrrad stand und beide beschlossen, das Rad zu holen, damit die 3 Mk. zur Reise gesichert seien. Sic holten dann nachts auch das Fahrrad und fuhren nach Wetzlar. Auf dem Rückwege brach ein Pedal an dem entwendeten Rade und so versteckten sie es im Felde, wo es gesunden wurde. Angeblich wollten sie es nachts wieder an den Ort zurückbringen, wo sie es entwendet hatten. * * Feinschmecker. Gestern abend wurde ein Tapeziergehilfe dabei ertappt, als er aus dem Keller eines Cafes eine Flasche öe ft, eine Flasche Limonade und eine Flasche Himbeersaft entwendete. Er hatte bereits die Sektflasche entkorkt, um sie zu trinken, als man ihn in seiner Stube dabei überraschte und ihn in seinem Genuß störte. * * Silberne Hochzeit feiern morgen der Feuerwehrinspektor und Wirt Franz Wigandt und seine Ehefrau. - fc. Dar m stadt, 18. Juni. Tie Untersuchung gegen den Notar Link-Dieburg hat ergeben, daß derselbe zirka 10 000 Mk. amtlicher Gelder unterschlagen und zirka 70 000 Mark Privatschulden kontrahiert hat. Link, der als Student in Gießen ein einfaches Leben geführt und sich mit dem Erlös diireh Erteilung von Privatunterricht durchschlug, geriet in Schulden durch Uebernahme von Bürgschaften, die er für Verwandte seiner Frau eingegangen ist. Wie bc- richtet wurde, wird der Notar auf Anlaß seiner Frau bezw. seines Verteidigers Dr. Geßner-Tarmstadt in der Gießener Klinik auf seinen Geisteszustand untersucht. In den Kreisen der von Link Geschädigten herrscht nun die Ansicht, daß bei etwaiger Feststellung einer geistigen Anormalität die von Link sanktionierten Verträge, Testamente usw. hinfällig seien. Tiefe Ansicht ist irrig. Der Notar war gesetzlich bestellt, infolgedessen sind sämtliche Verträge, die er abgeschlossen verhältnismäßig geringen Mitteln aufgeführtc, und doch die ganze Landschaft schmückende und hebende, auf den Geschmack der Land- leute außerordentlich förderlich wirkende Bauten, deren ästhetischer und praktischer Wert sich garnicht genug rühmen läßt. Tie Spielsachen, die man hier sieht, sind in ihren derben breiten Holzformcn treffliche Zeugen deS gesunden oberhessifchcn Dorfcharakters. Alles in allem genommen bedeutet das Oberhesfischc Ausstellungshaus einen der wertvollsten „Clous" der ganzen Ausstellung. In ihm überwiegt der Charakter des bedächtig, vernunftgemäß, praktisch Schönen: kapriziöse Anmut und raffinierter Geschmack sind ihm im wesentlichen fern. Seine Meister allesamt, vor allen anderen Prof. Olbrich, zeigten, daß sie cs verstehen, im Zusammenhänge mit der guten Tradition überraschend Schönes zu schaffen. Olbrich hat heute nicht mehr den Ehrgeiz, für die einfachsten Schmuckgegcnstände immer wieder neue Formen zu ersinnen, die schließlich oft keinen anderen Vorzug haben, als den, daß sie eben neu sind. Es zeugt durchaus nicht von geistiger Armut, wenn man bet Stuhl und Tisch, bei Besteck und Geschirr gewisse Maßverhältnisse und Umrißlinien als gegeben und gewachsen respektiert. Ein A r b e i t s f e st h a u s des o b e r h c s s i s ch e n Handwerks ,so könnte man daS Oberhessische Ausstellungshaus nennen. Es ist feine Märchendekoration, es ist fern von aller Maskerade; vielmehr das Abbild der anständigen, sauberen, zuverlässigen ober- hessischen Gesinnung, der die Pose etwas Unmögliches ist. Viele Anregungen, viel Freude könnten von diesem Hause ausgehen. Sonach ist schon um dieses Hauses willen die Wallfahrt des Publikums nach der Darmstädter Ausstellung sehr lohnend. Die Wetterprognose für den ganzen Darmstädter .Sommer verheißt Sonnenschein und. glückliches Gelingen. P. ,W. (Weitere Artikel folgen.) — Man schreibt uns aus Bayreuth: Soeben ist von der Festspielleitung das- endgültige Programm samt der Rollenbesetzung für die heurigen Fe st spie le ausgegebeu worden. Tauach liegt die Orchesterteitung in den Händen von Dr. Hans Richter, Tr. Karl Muck, Michael Balliug ruld Siegfried Wagner. Die Chöre führt Professor Hugo Rüdel (Berlin), die Regie Ernst Braunschweig, der Obermafchiuendirektor Friedrich Kranich (Darmstadt) führt die Leitung des technischen Persoiials. Als Solorepetoir nnb für die musikalische Assistenz auf der Bühne ist u. a. gewonnen: Karl Kittel Hofkapellmeister in Darmstadt. — Kleine K u n st ch roni k. In W i e n kam es am 17. d. Al. in der Hofoper bei der Aufführung der Walküre, da W e i n- gärtner große Striche in der Oper gemacht hatte, zu lebhaften Tomonslralümen, die damit endeteil, daß einige der Demoslranlen von der Polizei von der Galerie eutserm wurden. — Der ausgezeichnete Stuttgarter Architekt Professor Theodor Fischer hat den Ruf an die technische Hochschule in München angenommen. hat, giltig,'auch wenn er dämckls" etwa getjftg anormal gewesen. F r a n k f u r t a. M., 18. Juni. Vergangene Nacht starb hier plötzlich Professor Eugen Albrecht, Direktor der Seuckenbergischen Anatomie. Albrecht, der nur 36 Jahre alt geworden ist, ist zu Sonthofen im Algäu geboren. Die Wissenschaft der pathologischen Anatomie verliert in Albrecht den hervorragendsten jüngeren Vertreter. Sitzung Ser Stadtverordneten. Gießen, 18. Juni. Anwesend sind: Oberbürgermeister Mecllm, der Bei- geordiiete Georgi, sowie die Stadtverordneten: Dr. Biermer, Dr. Ebel, Eichenauer, EmmeliuS, Faber, Tr. Gutfleisch, Habenicht, Dr. Haberkorn, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Helm, Huhn, Jann, Jughardt, Krumm, Leib, Löber, Orbig, Plank, Dr. Schä'er, Schaststaedt, Simon, Troß, Wallenfels, Dr. Wimmenauer und Winn. Mitteilungen. Ter Gleiberg-Verein hat zu feiner am 27. Juni stattfindenden Generalversammlung eingeladen. Tie L e h r e p b e s o l d u n g so r d n u n g ist 'Dom Ministerium genehmigt worden. Der Vorsitzende gibt einen Ueberblick der wegen des Nord- Bahnhofs mit der Eisenbahnvevwaltung geführten Verhandlungen. Die letzte Verhandlung mit einem Vertreter der Eisenbahndirektion fand am 11. Mai statt und es wurde damals sck-on gesagt, daß die Bahn voraussichtlich ihre Zustimmung aus Betriebsrücksichten versagen müsse. Es sei dann auch ein vom 30. Mai datiertes Schreiben gekommen, in dem gesagt wird, daß die Bahn von dem Aenerbielen der Stadt, die Kosten der Stationsaulage zu tragen, Kenntnis genommen habe, aber mit diesem Angebot werde das finanzielle Interesse der Bahnverwaltung nicht ausreichend befriedigend. Auch bezgl. des Xuriebö beständen erhebliche Bedenken. Ein dringendes Bedürfnis für die Station liege nicht vor, da es von keinem Hauptverkehrspunkt der Stadt zu dem in Aussicht genommenen Platz für den Nord-Bahnhof für das Publikum näher ist als zu dem Haptbahnhof. Es werde damit also keine Ersparnis erzielt als die für das Fahrgeld. Die an die Hauptbahnen gestellten Anforderungen würden immer größer und durch die Vermehrung der Haltestellen werde die Ausstellung und die Einhaltung der Fahrpläne immer schwieriger. Tie Verwaltung müsse daher die Errichtung der Station endgültig ablehnen. Stadtv. Wallenfels führt aus, diese 9(ntroort beweise, wie wenig die Bahn der Stadt entgegenkomme. Mit der Ablehnung werden namentlich auch die vom Land kommenden Arbeiter geschädigt, die in den 6—7 im nördlichen Stadtteil liegenden Fabriken arbeiten. Er könne in der Begründung der ablehnenden Antwort gewisiermaßen nur eine Ausrede erblicken, da man früher doch anders gesprochen habe. Er habe trotz des Ausdrucks, die Sache sei damit endgültig entschieden, die Hosfnung, daß sie über kurz oder lang zustande komme. Es sei allerdings fraglich, ob die Grundbesitzer, die sich nur bis zum 1. Juli verpflichtet hätten, bann noch den versprochenen Zuschuß leisten würden. Stadtv. Löber bemerkt, kein früherer Präsident oder Dezernent habe so gesprochen, wie jetzt in der Antwort zum Ausdruck komme. Man habe früher nur von der Deckung der Station gesprochen, fetzt, nachdem die Stadt ein so glänzendes Angebot gemacht habe, komme man mit den Betriebsrücksichten. Man hätte namentlich mit Rücksicht auf die Beschränltheie des Hauptbahuhofs mehr Entgegenkommen erwarten dürfen. Er hoffe, daß das letzte Wort in der Sacke noch nicht gesprochen sei und bitte die Versammlung, daß sie beschließe, erneut darauf anzutragen. Stadtv. Troß findet den Standpunkt der Bahnbehörde unbegreiflich. Sie habe namentlich Wieseck, das stark an der Station interessiert sei, nicht in Betracht gezogen. Früher habe man nichts von Beiriebsoedenken gehört und au anderen Stellen habe man viel mehr Entgegenkommen bewiesen, z. B. an der Baden- burg, bei F riedel Hausen, an der Aussteigstelle an der Licher Straße usw. Schließlich fragt er, wie es mit den Aussichten wegen der Verbreiterung der Straßenunterführung nm Neustädter Tor stehe. Der Vorsitzende bemerti, der kürzlich hier anwesend gewesene Eisenbahndczernent habe geäußert, wenn die Stadt die Unterführung verbreitert haben wvllc, müsse jic auch die Kosten tragen. Stadtv. S i m o n ist ebenfalls der Ansicht, daß man die Sache nicht fallen lassen dürfe. Die von der Bahnbehörde geäußerten Bedenken feien nicht jo schwerwiegend, ev. könne man durch Kürzung des AusemhaltS im Hauptbahnhof die durch den Nord- bahuhos erforderliche Zeit herausfparen. Stadtv. Huhn bemerkt, nach dem von der Stadt bewiesenen Entgegenkommen hätte man eine ander? Antwort erwarten dürfen, zumal die ablehenden Gründe nicht stichhaltig feien. Die Lage und Ausdehnung der vie sie lange nicht bezahlt worden sind. Bei der steigenden Tendenz der Preise für Milch- und Jungvieh war es nicht verivimderlich, daß auch die Preise für fette Rinder und Kühe, iveim auch unevljeb- Uch, anzogen. Anders gefiaUeie sich das Geschäft für Kälber. Hier batte sich die Kundschaft aus den Großstädten vereinigt und verhielt sich bis gegen Ende des Marktes ablehiiend, augenscheinlich um die Preise zu drücken. Obschon die Gießener Metzger und solche aus den Proviiizstädten die Gelegenheit benutzten, um ihren Bedarf zn decken, konnten doch die Verkäufer die hohen Kätberpreije der letzten Märkle nicht hallen, sie mußten mit sich reden lassen, um überhaupt die Ware an den ÜHann zu bringen, obschon sie habet klagten, daß ihnen kein Nutzen verbleibe, weil die Ware nn Ankauf zu teuer sei. Der Schwetnemarkt zeigte ein Bild ohne Leben. Der vorhandene kleine Vorrat veranlaßte die Verkäufer, außergewöhnlich hohe Preise 51t verlangen und dabet auch zu beharren, da Käufer genug am Markt waren, um den Vorrat anfzimehmen. Wer eben Jungtiere haben wollte, mußte zahlen, was verlangt wurde. Trotzdem bei dieser Ausnutzung der für Oie Verkäufer günstigen Umstände der Absatz langsam vor sich ging, waren die Preise während des. Marktes noch m die Höhe gegangen, so daß die Käufer, die früh sich gedeckt hatten, billiger faulten als die, welche gegen Ende des Marktes zngrißen. Es zeigte sich hierbei trefflich, wie schwaches Angebot unb starke Nachfrage die Preise für eine Ware in die Höhe treibt. Es wurden hezahtt für Aiitchkühe für das Stück: 1. Qual. 460—530 Mk. (einzelne schwere Tiere, besonders Simmentaler Siasse und Friesen, bis 580 Mk.), 2. Qual. 380—430 Pik., 3. Qualität 275—340 Mk. Verkauft wurden junge Rinder und Stiere zur Zucht und Niast pro Stück fc nach Form und Qualität: leichtere Tiere 130—160 Alk., schwerere Tiere 180—230 Pik. Die Fettoieh-l preise stellten sich für den Zentner Schlachtgeivicht: Ochsen 79 bis 81 Pik., Rinder 1. Qual. 74-76 Pik., 2. Qual. 71—73 Pik.: Kühe 1. Qual. 68-70 Pik., 2. 66-67 Pik.; Kalber 1. Qual. 73-76 Mk., 2. Qual. 64—69 Mk., 3. Qual. 56—61 Mk. Tie Preisbildung für Ferkel und Läufer kann man bei den obwaltenden Umständen deä Marktes ats Nornt nicht annehme, 1. Der Markt wurde in allen Viehgattunaen glatt geräumt. — Nächster Markt am 7. und 8. Juli d. I.__________________ Vorauöftchtliche Witterung für Heften am Samstag den 20. Ium: Heute und morgen: Vielfach Gewitter, sonst wenig Aenderung der warmen Witlerirng. Müller'fchc Badeanstalt. W a s s e r iv ä r m e der L a h n 18 °B. GrLginal-DrahtmelSunsen. R. B. Darmstadt, 13. Juni. In Der Zweites Kammer kam es heute bei der Besprechung der Wahl- re ch t s a n g e l e g e n h c i t zu einer erregten Debatte. Abg. Tr. David stellte mit Unterstützung der Sozialdemokraten, Der Freisinnigen, Des Abg. Wolf u. a. Den Antrag, die Regierung zu ersuchen, sofort nach Beginn des neuen Landtags den Landständen eine Gesetzes- Vorlage zugehen zu lassen, in welcher die Einführung des. allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts unter Wahrung aller bet». fassungsmäßigen Rechte DerZweiten Kammer enthalten ist. Dieser Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. — In der Ersten Kammer gab Graf Schlitz eine längere Erklärung zur Schlitz er Fehde ab. Hannover, 19. Juni. Der Kaiser kam um 655 Uf)C vormittags hier an und fuhr im Auto nach dem Schloß. A l l e n st e i n, 19. Juni. Dem Redakteur M a r k w a l d hier w u r d e \ e i t dem 15. d s. i m G e s ä n g n i s dteSelbst- b e s ch ä f t i g u n g g e w ä h r t. Rom, 19. Juni. Zu dem gestrigen Zwischenfall in Der Kammer wird noch berichtet, Daß Die Berichterstatter in einer Versammlung beschlossen haben, keinen Parla- m en tsbe richt mehr zu veröffentlichen, bis ihnen vollständige Genugtuung gegeben worden ist. Die Siäumung Der Journalisten-Tribüne erfolgte durch eine Abteilung Soldaten, was besondere Aufregung hervorrief. Chicago, 15. Juni, Bei der Abslimmung auf dem republikanischen Sfationalfoiwcnt erhielt Taft 702 und die übrigen Kandidaten zusammen etwas über 200 Stimmens Taft wurde hieraus einstimmig nominiert. M W KD AM ^elegenheitskaat in J besseren Jacken-Kostümenl fs’ülaerer» P^eäs 36—38 Mku a.Vi | Carl 50 W Ä MMß BN'j M W Mn versucht Vtt. 5.— die Hausfrau L. 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