Wr N 'S I Tifl Mittwoch 18. März 1908 Erstes Blatt 1Z8. Jahrgang I?r. 60 Der Gtetzener Anzeiger ^Dienstag und Freitag); KiDeimal monotl. Land- Virtfchaftliche Seitsragcn Rernfpred) - Anschlüsse: füi öie Rebaklion 112, Verlag u. Expedition 51 Abreise tßr Depeschen: Anzerger Gießen. erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich LiehenerKamiiienbiätter; itvetmnl TDÖcbentl.Ureis: blatt für öen Kreis (Btefoeu O9& Bezugspreis: Sy monatlich 75Ps.,viertel- A jährlich Dtk. 2.20: durch 'W Abhole- u. Zweigstellen D L;j v monatlich 65 Pf.; durch rb RÄti diePostMk. 2.—viertel» W12 Sy E, K i W jährl. ausschl. Bestellg. EÄ K&L wMli-k £5y Zeilenpreis: lokal 15Pf^ *r ''V auswärts 20 Pfennig. CBjy Verantwortlich für den politischen Teil: für Obecheffen rMS Annahme von Anzeigen «F s ? k ».Landend,Gerichts- £ifi oo^maA'i0Ul)7 NstationsdruS und Verlag derVrühl'schen Uulv.-Vuch- und SLeindruSeret. H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstratze 7. Anzeigenteil-H Vcck. Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten. Die Reform der deutschen Ardeiterversicherung. Von Professor Dr. M. 53 ier m er. Am letzten Sonntag vormittag hielt die „Gesellschaft für soziale Reform" in Gießen eine gut besuchte Versammlung ab. Auf der Tagesordnung standen „Reformfragen der Arbeiterversicherung", und als Referenten hatte man den Bonner Extraordinarius für Staats- und Verwaltungsrecht, Herrn Dr. Fritz Stier-Somlo, der am Tage darauf in Darmstadt über Arbeitskammern sprechen wollte, gewonnen. Die Darmstädter be^ tarnen also ein aktuelleres Thema befährt, denn über die Arbeitskammern liegt seit vier Wochen ein Gesetzentwurf vor und wird allenthalben lebhaft besprochen, während wir über die Reformpläne der Versick)erungsgesetze, soweit die Reichsregierung in Frage kommt, nur andeutungsweise unterrichtet sind. Herr Professor Dr. Stier-Somlo ist seit einiger Zeit Herausgeber des in Frankfurt seit 1905 erscheinenden „Reformblatts für Arbeiter- Versicherung", eines Organs, das über alle Streitfragen versicherungstechnischer Art trefflich unterrichtet und in bemerkenswert weitherziger Weise in seinen Spalten alle Meinungen, die bekanntlich ausserordentlich auseinandergehen, zum Worte kommen läßt. Der Referent auf der Gießener sozialpolitischen Matinee hat neuerdings die deutsche Sozialgesetzgebung und speziell das Krankenvcrsicherungsrccht als sein Spezialfach auserkoren, und wir verdanken ihm bereits Monographien, die namentlich die geschichtliche und juristische Seite deS Problems behandeln, gleichzeitig aber beweisen, daß ihr Verfasser auf enge Fühlung mit der Praxis Wert legt. Diese Verbindung von Praxis und Theorie, über die Stier-Somlo tatsächlich verfügt, machte sich auch bei seinem hiesigen Vortrag n: wohltuender Weise geltend. Es gehört zwar ein ungewöhnlicher Mut dazu, eine so verwickelte und heiß umstrittene juristisch, nationalökonomisch und finanztechnisch gleich schwierige Materie in einem einstündigen akademischen Vortrage vor einem großen Publikum meistern zu »vollen, und trotzdem wird man diesen Versuch, wenn man nicht Unbilliges verlangen will, als gelungen anseher» müssen. Die Zahl der neuzeitlichen Neformvorschläge ist Legion, namentlich liegen ausführliche und durck>ge ar beitete Dereu: heitlichungsprog ramme, die den vielgestaltigen und zum Teil arg zersplitterten Versicherungs- apparat schonungslos vereinfachen oder die Versicherungszweige ganz oder teilweise verschmelzen wollen, vor. Der Vorsitzende der Berliner Versicherungsanstalt, einer der besten Kenner der Materie, Dr. Freund, hat einen Plan der letzteren Art veröffentlicht, uitb hauptsächlich mit diesem hat sich dann die Konferenz der Landesversicherungsairstalten in Hannover eingehend beschäftigt. Ein anderes bemerkenswertes Programm stammt von Düttmann. Wieder ein anderes, sehr vorsichtig gehaltenes, kommt von Regierungsrat S a y f f a c r t h aus Köln. Zu den ausgesprochenen Vorkämpfern für die Berschmelzungsidee gehört dagegen Seelmann von der Landesoersicherungsanstalt Oldenburg, dem früheren Herausgeber des „Reformblatts". Ganz eigenartige und durchgreifende Vorschläge, die» aber sicher keine Verwirklichung finden, hat Professor Dr. M a y e t in Berlin gemacht. Andere Reformprogramme stammen, um wenigstens die Namen zu nennen, Don Hahn, Götze, Lohmar, v. Frankenberg, vom Zentralverband der Ortskrankenkassen, und ein besonders beachtenswer.es Referat hat seinerzeit der Mainzer Handelskammersyndikus M e e s m a n n im Mittelrheinischen Fabrikantenverein vertreten. Die ganze Frage ist auch auf dem siebenten Internationalen Kongreß für Arbeiterversicherung in Wien behandelt worden, und zwar mit solcher Lebhaftigkeit, daß der Kongreß beinahe auseinandergesprengt wurde. Diese Versammlung bedeutet aber einen-entschiedenen LLeick)epunkt in der ganzen ungemein spannungsvollen Bewegung. Tenn wenn es eine Zeitlang den Eindruck machte, als ob die radikalen Neuerer, an deren Spitze die Männer der Landesversicherungsanstalten stehen, die am liebsten die Krankenkassen ganz aufsaugen würden, das Uebergewicht behalten würden, so ist jetzt seit dern Eingriffe des scharfsinnigen Wiener Professors Menzel und dank dem diplomatischen Geschicke des verdienstvollen Altmeisters B ö d i k e r der Radikalismus in der Resormidee stark zurückgedrängt worden. Es ist übrigens höchst bezeichnend, daß es gerade ein Oesterreicher, dessen Landsleute in dieser Beziehung ja alles von Deutschland gelernt uni) nach unserem Schema kopiert haben, war, der auf die total verschiedenen Rechtsgrmedsätze der einzelnen Versicherungszweige, auf die historische Entwicklung und Einbürgerung der deutschen Einrichtungen und auf die Gefahre»: des sogen, „großen Topfes", mit solchem Erfolg hingewiesen hat. Zn der Tat laufen einige Reformprogramme auf der einen Seite auf einen Rückfall in die unerfreulichen Zeiten der Hastpstichtpro- zesse, auf der anderen Seite auf ein neues Armenrecht hinaus. Am konservativsten haben sich bisher die Berufsgenosseuschasten verhalten. Auch die Ortskrankenkassen »vollen von einer Verschmel- zung mit der Invalidenversicherung nichts wissen, sie wollen das eigene Kassenregiment behalten, die Ortstrankenkassen aber nwglichst zentralisieren, was ihnen bekannttick) bereits an viele»: Orten gelungen ist. Gleichzeitig plädiere»: sie aber für die Beseitigung der ihnen von jeher verhaßten Betriebs-(Fabrik-) Krankenkassen, wo die versichertem Arbeiter das Heft der Verwaltung nicht allein in der Hand haben. Besonders interessant ist nm: die Haltung der Reichsregierung diesen eigentümlichen Strömungen gegenüber. Gras Pos abowsky-Wehner hat offenbar eine Zeitlaim mi den Gedanken der Verschrnelzung etwas geliebäugelt. Er wies auf die Riesenarbeit, die die Zusammenlegung der drei Gesetze, bietet, hin. Es sei ein Werk, das äußerlich dem Umfange des ganzen Bürgerlichen Gesetzbuches mindestens gleichkommen würde. Ohne ein hohes Maß von Selbstbeschränkung aus allen Seiten könne man nicht wagen, dem Reichstage eine solche Vorlage zu machen. Wie gesagt, neigte dieser hervorragende Staatsmann ursprünglich nicht nur einer Verein IMllchung der Arbeiterversicherung, sondern einer gewissen Verschmelzungsaktion zu. Später hat er sich aber viel vorsichtiger geäußert, und zwar nicht um des- toiUen, wie am Sonntag ein sozialdemokratischer Diskussionsredner andeutete, weil er vor den: Unternehmertun: alias „Scharf- machertum" •*— dies Wort ist immer noch in gewissen Kreisen zugkräftig — zurückgewichen ist, sonder»: weil er sich als ge- wijsenha-fter W.anrr inzwischen davon überzeugt hat, daß map die bisherigen Träger der Versicherungseinrichtungei: grundsätzlich doch beibehalten müsse. Besonders bemerkenswert war sein Hinweis, daß es gar nicht richtig sei, daß die Verwaltungskosten des sozialpolitischen Apparats so übermäßig hohe seien, wie es immer behauptet werde. Sie betrugen pro Kopf in der Krankenversicherung 1,05 Mk., bei der Invalidenversicherung 0,81 Mk., bei der Unfallversicherung 0,85 Mk., also für alle drei Versicherungsarten zusammen 2,71 Mk. „Wir verwalten", so führte der Staatssekretär aus, „auf sozialpolitischem Gebiete noch immer unendlich viel billiger als die kommunale»: und privaten Versicherungsanstalten." Graf Posadowsly-Wehner ist inzwischen lcidcr abgegangen. Sein Nachfolger, v. B e t hrna n n - H o l l w e g, hat im Dezember v. Zs. auch feine Ansichten entwickelt. Sie lassen die prinzipiellen Absichten der jetzigen Rcichsregierung einigermaßen erkennen. 1910 soll bekanntlich die Witrven- und Waisenversorgung eingeführt werden. Ich habe Grund dafür, an der Einhaltung dieses kurzfristigen Termins zu zweifeln. An und für sich läge es freilich sehr nahe, baldigst ganze Arbeit zu mache:: und die Relilter:versorgung in bei: ganzen Organismus rationell einzugliedern. Ich fürchte aber, daß bis dahin — die Gesetzentwürfe müßten ja spätestens im Jahre 1909 fertig herauskornmeu — die finanzielle»: Grundlagen sich noch nicht Überseher: lassen, und es ist schließlich kein allzugroßes Unglück, wen»: man wenigstens vorläufig die dringlichste»: Re- sormen der vorha»ck)enen Äers:cheru»:g verabschiedet, die ungesunde Zersplitterung beseitigt, die Krankenversicherung auf T-ienstboten und ländlich Tagelöhner reichsgesetz- iich ausdehnt und auch den Instanzenweg vereinfacht. In letzterer Hinsicht findet sich heutzutage nur der wirkliche Sachkenner in dein Wirrwarr der Vorschriften zurecht. — Also nicht Revolution, sondern Evolution! So heißt auch hier die probate Parole für die Zukunft. Ein vernünftiger, sorg- läitiger Ausbau der bestehenden Organisationen ist allen phantastischen, wenn auch noch so geistreichen Plänen, die m. E. eine Zeit lang viel zu viel Beachtung gesunden haben, vorzuziehen. Auch Professor Dr. Stier-Somlo, der am Sonntag feilte Ansichten in außerordentlich beredsamer Weise und unter Vermeidung jeglicher Polemik entwickelt hat, gehört zu den gemäßigten und „konservativeren" Reformern. Er hat an- icheinend aus Zeitmangel darauf verzichte»: müssen, die großzügige»: Plane der radikalen Richtung kritisch zu besprechen und eigentlich nur sein eigenes Programn: entwickelt. Ich war in die Versammlung deS Vereins, dem ich selbst als Mitglied nicht angehöre, mit der Absicht gegangen, in die Debatte einjugreifen. Ter Bonner Kollege konnte zwar kaum etwas sage»:, was den: Fachmann nicht bereits längst bekannt war. Aber immerhin gab doch sein Referat, bad in besoichers glücklicher Weise anch ben: Laien einen gemeinverstänblichei: neberblick verschaffte, eine willkommene Gelegenheit für gewisse ergänzende Aussührunge»: mehr vo»: nationalökonornischen, finanziellen und statistiichcn Gesichtspunkten aus. Tas setzte aber voraus, baß man in bet Debatte sich streng an bie Sache hielt unb bie leidige Znttrefscnpottttk niurt mitsprechen ließ. Ter erste Diskussionsredner »nachte biese Hossnung zu schanben, beim er vertrat ganz einseitig ben Standpunkt der Ortskrankenkassen und ihrer freien Selbstverwaltung, was ja durchaus identisch ist mit dem absoluten sozialdemokratischen Regiment. Seine Anklagen gegen die Fabrikkrankeittassen waren lächerlich übertrieben. Dem Unternehmertum wurden Hintergedanken untergeschoben, bie in Einzelfällen wohl vorhanden fein mögen, genetalilicrt aber durchaus währheitswidrig wirken. Hätte nun gerade ich das Wort ergriffen, fo hätte ich die Behauptungen des sozialistischen Vorredners unter keinen Umständen unwidec- sproä^n lassen dürfen, und dann hätten lvir die schönste politische Debatte, die jeder Verständige gerade verinieden sehen wollte, gehabt. Ich bemerke noch, daß es kein besonderes Vergnügen ist, sich mit den Gießener Sozialdemokraten in öffentlichen Versammlungen auseinanderzusetzen. Sie zeichnen sich zwar im Gegensatz zu anderen durch einen ausfallend sachlichen und ruhigen Ton aus. Ihr geschickter Führer hat darin wirklich Schule gemacht. Aber der Ton macht nicht allein die Musik, sondern es kommt auch auf das Libretto an, unb regelmäßig kommt bas bicke Ende in der Parteipreise nach. Die hiesige wird aber von Osfenbach aus inspiriert, und dieser Ton ist nrcljT als rauhbeinig. Man laßt am Gegner fein gutes Haar. Ich kann es deswegen auch verstehen, daß unser eiiu- heimisches industrielles Unrernehmerkum der lehrreiche»: Aer- iammtung in Steins Garte»: ferngeblieben ist, obgleich doch wohl nicht zu verkennen ist, daß es taktisch falsch ist, dein Gegner ba-5 Feld so freiwillig zu überlassen. Der Referent, Herr Professor Dr. Stier-Somlo, hätte es wohl verdieitt, daß unsere Fabrikantci: ihn anhörten. Man kann sich ja schließlich, wie ich es auch getan habe, aus bie gebotene Anregung pes Referenten beschränken. Dec Zweck dieser meiner Ausführungen ist also der, ein Nachwort zu den: Vorrrage des Bonner Kollegen zu gebe»:, weil das ai: Ort und Stelle unzweckmäßig gewesen wäre. Zu- sammensasfend kann man sagen, daß Professor Stier-So in lo in den viele»: wesentliche»: Punkte,: mit der: Pläne»: der jetziger: Reichsregierung übereinst,mmt. Er will, ebenso wie der Staatssekretär v. Bethmann, die obligatorische Versicherung bet Dienstboten, ber länblichen Tagelöhner, der Arbeiter in nicht fabrikmäßigen Betrieben und der nichtständigen Arbeiter, also eine Erweiterung des Kreises der Versicherten. Et verlangt ferner eine Vereinfachung des Verfahrens und die Schaffung von gemeinsamen örtlichen Stellen zur Vorbereitung und Kontrolle der Leistungen. Damit wird ber Rechtssicherheit, ber besonders wichtigen Rechtskenntnis unb ber Beschleunigung bes Feststellungsverfahrens gebient. Es ist bas ziemlich baSfelbe, was bet Reickfsarveitsrnimster jüngst im ReickMage als »oünschenswert proklamiert hat. Was bie Krankenkasfenorganisatioi: anbetrifft, so ist Stier-Somlo im Gegensatz zu ben Sozialbemokraten für bie Beibehaltung ber Fabriktrankenkassen und zwar mit sehr guten Gründen. Dagegen will er die Gemeindekrankenversiche- rnng mit ihren geringen Leistungen, aber auch sehr geringen Ansprüchen an die Versicherten ganz beseitigt wissen. Auch ich batte diese Institution für einen höchst unerfreulichen Not- I behelf, fürchte aber, daß sie auch in Zukur:st doch nicht go»:z zu entbehre„ jeü: wird. Mit den Vertretern per Ortskranten- kassen ist Stier-Svorlo darin einig, M ßte vielen Zweigkassen beseitigt und die Kassenbezirke vergrößert, und das; Kassenverbände und Bczirlskassen geschaffen werden müssen. Tas will vsfenbar auch die Reichsregiecung. Wenn ich den Herrn Referenten »vciterhin richtig verstanden habe, ist er kein besonderer Freund der freien Hilsskasfen. Ich bin das auch nicht. Tie freien Hilfskassen haben zwar ihre unbestrittene»: geschichtliche»: Verdienste, aber sie beruhen auf einem veralteten System. Bekanntlich ist eS damals nur unter der Zusicherung ihrer iöev* behaltnng gewissen liberalen Politikern, die die Scheuklappe»: des Manchestertums früher, als andere abgelegt hatten — ihr Hauptrepräsentant vertritt, ivas viele wahrscheinlich nicht wissen, die Stadt Gießen in der Z»veite»r hefsischc»: Karmner — gelungen, das KrankcnversicherungSgesetz zu retten. Heutzutage könitte mai: die freien Hilfskassen, unter denen sich manche höchst fragwürdige Zirstitute befinben, vielleicht ahne Not entbehre»:. Stier-Somlo geht indessen nicht so weit, aber er will eine schärfere Kontrolle. Er fordert ihre Unterstellung unter das Reichsauffichtsamt für das private Verficherungswesen. Das ist wiederum ein Gedanke der Rcichsregierung. Sie brachte bereits in: Herbste 1906 bei: Entwurf eines neuen Hilfskasseiv- gesetzes vor, ber aber anfänglich, namentlich in Arbeiterkreisen, eine sehr unfreunbliche Beurteilung fanb. In ber Reichstagskommission war bie Stimmung anfänglich auch nicht günstig, fchlug aber bann um. Das Gesetz wäre unzweifelhaft schon bamals verabschiebet worben, wem: ber Reichstag nicht aufgelöst worben wäre. Im Mai v. Js. ging bann ber Gesetzentwurf wiederum bcm Reichstage zu. Er entspricht burchaus ben Kompromissen in ber Kommission. In ber Bcgrünbung hebt bie Reichsregierung ausbrücklich hervor, baß sie nicht etwa bie Absicht habe, bie freien Hilfskassen burch Zwangskassen zu evfetzen, sie wolle nur bie Schwindelkassen bekämpfen und die Aufsicht, die bisher den Landesöchörden zu stand, zentralisieren unb verbessern. Zn ber historifchen Eittwickelung stehen den freien Hilss- kassen die Knappschasts- unb Jnmmgskrankenkassen nahe. Die Sozialbemokratie möchte biese Kassen möglichst beseitigt wissen. Das hat auch einer ihrer Gießener Wortführer ausgesprochen. Es zeigen sich hier bie Herrschaftsgelüste ber Sozialdemokraten in ihrer ganzen Rücksichtslosigkeit. Wenn man es drastisch ausdrnckcn will, so verlangt diese Partei eigentlich de»: Wegfall aller Kaffen, in beren Verwaltung sie nicht das Uebergewicht hat. Herr Stier-Somlo hat in: Gegensatz hierzu gegen bie Knappschaslskafsen nichts einzuwenben. In ber Tat funktioniere»: sie ganz vortrefflich uito sind besonders leistungsfähig. Es ist gar nicht einzusehen, warum man alles über einen Kamm scheren und einem Prinzip zuttebe Einrichtungen, die für bie ganze Arbeiterversicherung vorbilblich geworben find, abschaffen will. Was die Jnnungskrankenkassen anöetrifft, so verlangt Stier-Somlo, der bas Selbstverwaltungsrecht ber Versicherten überall erweitert zu sehen wünscht, eine größere Selb- stänbigkeit ber Kassen von ber Innung. Es ist n:ir in dem Referate meines Bonner Kollegen, mit bcm ich in vielen Punkten übereinstimme, etwas aufgefattcn, daß er immer nur ar: die Versicherten, nicht aber an bie» jenigen Personengruppen, bie zu bei: Krankenkassen ebenfalls finanziell beitragen und die im Dienste der Kaffen stehen, denkt. Ich halte ein Mitbestimmungsrecht der Arbeitgeber, solange sie mitbezahlen Müssen, für ganz selbstverständlich. Die Tendenz der Entwickelung wird doch wahrscheiillich dahm gehen, daß man den Unternehmern die Hälfte der Kosten statt des bisherigen Drittels auflädt und damit ihren Einfluß in ber Kassenver- wattung entsprechend verstärkt. Bei dieser Reforn: fahren auch unsere Aerzte, die von manchen Kassen sehr unsozialistisch wie Lohiv- arbeitet behandelt werden, besser. Der Staat darf es nicht dulden, daß ein ehrenwerter Stand wie der der Aerzte, von den Krankenkassenpäpsten degradiert wird. Unsere Arbeitgeber müßten soviel Selbstverleugnung haben, um gewisse finanzielle Opfer zu bringen, damit der Aerztestand nicht seiner gesellschaftlichen Stellung beraubt wird. Das ist ein lzohes politisches und nationales Ziel. Heutzutage find zah.reichL OrtSkrarllenkassen volljmndig unter sozialdenuikratischer ober gewerkschaftlicher Bevormundung. Ihre Vorstänbe sind Filialen einer politischen Partei. Das muß bekämpft werben. Unter unseren Mebizinern ist eine lebhafte Protestbewegung im Gange. Sie ist, von Uebertrci* bangen abgesehen, burchaus berechtigt. Ich bebauere, daß Herr Sticr-Somlo auf biese Bestrebungen, bie burch ben Reichs- LagSabgeorbnctcn, Sanitätsrat Dr. Mugba»:, eine ebenso schneidige wie ziclbewußte Vertretung gefunden haben, nicht ein- gegangen ist. Hier liegt eine der wichtigsten Seiten der ganzen Reform vor, und ich" ho§fe, daß es gelingt, die Ortskrankenkassen nvehr zu neutralisieren. Sie ^sollei: ebensoweittg wie die Kon» sumveveirre geheime Hüsfstruppe'.: der Arbeiterpartei fein. Man muß bei: Mut haben, bies als Sozialpolitiker auszusprechen. Auf bie Schimpfereien in ber Arbeiterpresse pfeife ich. Es ist mir ganz gleichgiltig, was hort über mich als bet: angeblichen „Re-i aktionär" mir bei: üblichen Verbrehungen und Entstellungen gesagt werden »vitd. DaS ist übrigens nicht der einzige Punkt, in dem ich vo»: Herr»: Stier-Somlo abweiche. Ganz nnbegreislich find mir seine Ansichten über den Ausbau der Uufallversicherung. Das Unfallversicherungsgesctz ist das beste der Versicherimgsgesetze. Es gewährt großartige Leistungen, bie ganz von beiri Unternehmertum aufgebracht werben müssen. Tie Berufsgenossen- schasten, bie voi: ben Arbeitgebern verwaltet werben, haben niemals politische Tenbenzen verfolgt, unb so soll es bleiben. Vielleicht kam: mai: bort noch mehr an Verwaltungskosten spare»:. Auch eine Erweiterung ber Entschäbigungspslicht ist möglich, ja wünschenswert. Ter Begriff bes Betriebsunsalls ist für maii^e Falle zu eng. Man kann bie Unfälle auf ben: Hin- unb Herwege zur Betriebsstätte ge»:creU wie Betriebsunfälle behanbeln. Das wünscht auch Stier-Somlo. Aber er will als Aequivaleitt bie Heranziehung der Arbeiter zu der Prämienzahlung in gleicher Höhe wie die der Unternehmer., Entsprechend dieser neuen Kostenverteilung verlangte er einen größere»: Anteil der Arbeiter ai: der Verwaltung. Ich glaube auch, daß letzteres in gewissen Grenzer: nichr schade»: kann, aber ich bü: ganz entschiede»: gegen jede Heranziehung der Arbeitnehmer zu der Prämieuleistuitg. Damit stellt man das ganze System auf den Zwpf und belastet die lohnarbeiteude itiaüS Mt enormen Summen. Dieser für gibt es nur einen Weg: die stärkere Heranziehung des Unternehmertums zu Kosten und zur Verwaltung. Jede finanzielle Entlastung der Versicherten und Vergrößerung der Leistungen aus den Kassen bewerte ich höher als die politische Macht. Denn schließlich soll doch der ganze gewaltige Apparat, um den Deutschland von der ganzen Kulturwelt beneidet wird, in erster Linie der sozialen Versöhnung, dem gemeinsamen Zusammenarbeiten von Llröeitgeber und Arbeiter und der Milderung der Klassengegensätze dienen. aus derTages- Lanbessängeroerband Arbeitslosigkeit. Professor Schanz in Würzburg hat ganze Reihe beachtenswerter Vorschläge, aus die ich aber nicht eingehen kann, gemacht. — Damit will ich mein „Korreferat" schließen. Man Deutsches Nerch. Berlin, 17. März. Die Kaiserin hütet infolge einer Erkältung das Zimmer und sagte deshalb die Teilnahme an dem heute aus der oilerreich.'ungarijchen Botschaft statlfiudenden Diner ab. — Ter Staatssekretär des Auswärtigen Amts, v. Schön, ist an Bronchialkatarrh erkrankt. -Vizeadmiral Zeye wurde zum Befehlshaber der Schul- und Versuchsschiffe ernannt. Vizeadmiral W o d r i g, Direktor des Werildepartements und des Reichsmarmeamts wurde unter Enthebung von dieser Stellung und Aufhebung seines Mandates zum pelwerkretenden Bevollmächtigten zum Bundesrat zur Verfügung des Chefs der Marinestalion der Ostsee gestellt. Vizeadmiral Breusing wurde zum Tirektor des Werüdevartements und des Reichsmarmeamts imb gleichzeitig zum stellvertretenden Bevollmächtigten zum Bundesrat ernannt. Hamburg, 17. März. In militärischen Kreisen des neunten Armeekorps wird behauptet, zum besseren Schutz der Westküste Schleswig-Holsteins solle das s chtes wig-holst ei ursche Dra gonerreginrent Str. 13, das zur Zeit in Metz garnisoniert, nach Tondern und Apenrade disloziert ,verden. Vorschlag muß mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden. Eine weitere Forderung, nach der man die sogenannten „Berufskrankheiten" unter den Unfallbegriff einbezieht, ist dagegen schon oft vertreten worden und durchaus diskutabel. Einfach ist freilich die Durchführung dieses Postulats nicht, lieber die dritte Art der Versicherung, die Invaliden- und Altersversicherung, ebenso über die noch unerledigten Ausgaben der Witwen- und Waisenversorgung, der Arbeitslosen-, der Mutterschasts- und der Pri- vatbeamteTwersicherung ist der Herr Vortragende, ebenfalls aus Zeitmangel, mit wenigen Worten hinweggegangen. Die neuen Versicherungszweige, und zwar zuerst die Privatbeamtenver- sicherung, wenden mit der Zeit sicher kommen. Tie Bewegung ist im Gange und kann nicht mehr aufgehalten werden. Am problematischsten ist die Arbeitslosenversicherung. Besser als die Versicherung ist die Prophylaxis, d. h. die Verhinderung der verordneten -Versammlung am Donnerstag, 19. März, nachm. 4 Uhr, sind nur folgende beide Beratungsgegenstände vorgesehen: 1. Schutzstreifen bei der Irrenanstalt. 2. Unter- Haltung der Anlagen vor dem UniverfitätSgebäude. "Einen d em Untergangegeweihten Straßenzug in unserer Stadt passiert man, wenn man von der Bahnhofstraße gegenüber der Löivengasse seine Schritte in den Tiefenweg lenkt. S^'— Rom, 17. März. Kardinal Casali bei Drago ist.heute nachmittag gestorben. London, 17. März. Der Zustaird des Kabinettschefs Sir Campbell Banner man ist hoffnungslos. Petersburg, 17. März. Nach Meldungen, die der Re- gierung zugegangen sind, sind in der Wolgagegend Bauernunruhen ausgebrochen. In der Nähe von Saratow haben Zusammenstöße mit Gendarmen stattgefunden. Militär ist aü- gegangen. Barcelona, 17. März. Die Frau, die durch die vor - gestrige Bo m b e u exp l o s i o n verletzt wurde, ist gestern abend gestorben. Nachträglich hat sich noch ein junges Mädchen gemeldet, das angeblich ebenfalls bei der Explosion verletzt wurde. Die Zahl der Opfer beträgt somit 1 Toter unb 4 Verwundete. Die Behörden haben die Bomben, die am St. Josephs- markt am Sonntag aufgesunden wurden, zur Explosion gebracht. Sie hatten einen ähnlichen Inhalt wie die Bombe, die vorgestern explodierte, lieber 50 Haussuchungen haben in dieser Airgelegenheit stattgesunden, sämtlich bisher ohne Erfolg. Infolge des herrschenden Terrorismus sind die Marktplätze fast vollständig leer. Aus Stadt und Land. Gießen, 18. März 1908. ** Die Feldbereinigung in Hessen. Abg. Joutz hat in der 3iöciten Kammer eine Anfrage an die Großh. Regierung gerichtet, was sie zu tun gedenke, um die Feldbcrein'iguna zu beschleunigen. *e Für die öffentliche Sitzung der Stadt- 4polefifd?e Tagesschau. Arbeitskammer und Arbeiterkammer. Recht interessante Ausführungen über diese Frage hat ein Vertreter der badischen Regierung auf eine sozialdemokratische Interpellation in der badischen Zweiten Kammer gemacht. Der Minister des Innern erklärte: die Regierung habe sich zunächst auf Erhebuilgen beschränkt. Er persönlich halte es für einen großen Fortschritt, daß die Regierung sich entschlossen habe, der Frage näher zu treten. Arbeiterkammern seien zwar d a s n ä ch st e. Aber auch auf der Grundlage von Arbeitskammern lasse sich eine Standesvertretung^ der Arbeiter ermöglichen. Tie Wahlen müßten allgemeine, gleiche und direkte sein unter Anwendung des Proporzes. Auch seien die beiden Geschlechter zuzulassen. Einen Teil der Men dürste der Staat zu übernehmen haben. Ter Gedanke des Entlvurses lasse sich eher verwirklichen auf der Grundlage reiner Standesoertretmig der Arbeiter. Inzwischen hat der ge s chä f t s f-ü hren de A u s s chu ß de s Derbandesder Deutschen Berufsgcnossenschafteii in seiner letzten Sitzung am 16. März über die Stellungnahme zu dem Entwurf des Gesetzes über die Arbeitskammern beraten. Es wurde beschlossen, Berufsgenossenschaftstage vorzuschlagen, sowie den Gesetzentwurf abzulehnen. * Der Reichskanzler über die deutsch-russischen Beziehungen. Ter Pariser Korrespondent der „Mwoje Wremja" hatte auf der Durchreise in Berlin eine interessante Unterredung mit dem Fürsten von Bülow. Ter Kanzler trat den russischen Preßtreibereien gegen Deutschland scharf entgegen. „Einst Eonntc Fürst Bismarck," führte der Kanzler aus, .Mer die „russische Druckerschwärze" spotten. Jetzt haben sich die Zeiten geändert. Dio Bedeutung der Presse bei Ihnen hat sich ernstlich gehoben; die russische Presse Hal großen Einfluß gewonnen. Deshalb stehe ich nicht auf dem Standpunkt, daß ich Ihre Presse ignorieren könnte, deren Ton Deutschland gegenüber immer ungerechter und feindlicher wird. Unsere Politik ist durchaus friedliebend. Ich wiederhole: Wir verfolgen außerhalb Europas keine anderen als kommerziellen Interessen. Wir wollen niemand angreifen, doch sind wir als Großmacht verpflichtet, an Schutz gegen jeden Uebersall zu denken. Darauf beruht auch die Auffrischung unserer Flotte. Deutschland verfolge auf der Balkan- Halbinsel ausschließlich kommerzielle Interessen. Es sei unbegreiflich, wie die Sands ch a kb a hn fr agc , die ebenfalls nur eine kommerzielle Bedeutung besitze, Rußland so gegen Deutschland ausbringen konnte. — Mit Bezug auf Persien äußerte Fürst Bülow: Deutschland respektiere jeoes fremldee Recht, es verfolge lediglich ökonomische Interessen. Die Gründungeinerde nt - sch en Bank für Pers icn sei eine Notwendigkeit, um die Interessen der deutschen Kaufleute wahrzunehmen. Die d e u t s ch e Schule in Teheran verdanke ihre Entstehung der bireften Initiative des Schahs. Die gehässigen Ausfälle, wonach Deutschland durch die Bagdadbahn seine Hand auf Persien legen wolle, feien ebenfalls absurd. Deutschland denke nicht daran, Aeim asien zu kolonisieren oder einen Hafen im Persischen Meerbusen SU erwerben. Tie Bagdadbahn erschließe die Reichtümer Mesopotamiens, wodurch alle Vorteile ersprießen würden. Schließlich verwahrte sich Fürst von Bülow gegen den Vorwurf der russischen Presse, daß Deutschland sich in Rußlands innere Politik mische. Casablanca, 17. März. General d'Amade richtet, dah seine Truppen in Bereschid eingetroffen sind. Die französischen Verluste bei dem Gefecht am 15. d. Mts. betrugen: ein Spabi tot und ein algerischer Schütze verwundet Stadt bereits Luft geschaffen, indem fie den größten Teil der Häuschen vor Kurzem abbrechen ließ. Ebenso trostlos sieht es in der Großen Mühlgasse au§: hier und dort ein unbewohntes Hans. Hier befinden sich Hosreiten, deren Gebäude sicher 2- bis 300 Jahre alt sind und die den Nest eines ehemaligen Stadtteiles bilden, der hauptsächlich landwirtschaftlichem Betriebe diente. Wie sonst nirgends im Innern der Stadt haben sich hier noch eine Anzahl enge, von Viehstallen und Scheuern umgebene Höfe erhalten, woran sich schmucklose Fachwerksgebäude für Wohnzwecke mit dem Giebel nach der Straße anlehnen, neben denen die enge Zufahrt nach dem Hofe frei gelassen ist. Eigenartig berühren die dicht an die große Mühlgasse gerückten Fabrikgebäude, die mächtigen Schlote des Werkes Schaffstaedt und der in neuester Zeit entstandene moderne Comptoir- und Lagerbau der Firma Happel, die dartun, daß der moderne Geist auch in der außerhalb jeden Verkehrs liegenden alten Gasse nicht Halt gemacht hat. Kulturgeschichtlich ist zweifellos der alte Straßenzug, der tn eine Sackgasse endet, recht interessant. Es wird nicht mehr 'ange dauern, und dieses Stück Alt-Gießens wird fallen, um der von Bauunternehmer Winn an der West-Anlage neu« begonnenen Verbindungsstraße bis zur Bahnhofstraße Platz zu machen. Das Haupthindernis dabei ist die Noll'sche Hof- rcite in der Großen Mühlgasse, resp. deren Scheuer, die quer vor der neuen Straße steht; deren Enteignung wird gegenwärtig von der Stadt betrieben. ** Die ersten Anforderungszettel für die Kanalgebühren sind nunmehr zur Ausgabe gelangt. Da das Ortsstatut über die Erhebung von Gebühren für die Benutzung der städtischen Kanalisation erst gegen Ende Januar m Kraft trat und die ursprünglich vorgesehene rückwirkende Kraft des Statuts vom Ministerium nicht genehmigt worden ist, enthält der erste Kanalsteuerzettel nur die Kanalgebühren von Februar und März. Die Kanalgebühren sind lt. Statut von den Hausbesitzern zu tragen, eine einfache Abgabe der Zettel an die Mieter, die mehrfach vorgekommen sein soll, entbindet die Hausbesitzer nicht von der Zahlungspflicht. So- weit bis jetzt noch keine durch die Einführung der Kanalisation begründete Mietsteigerungen stattgefunden haben und die Hausbesitzer nicht vornherein die ganze Belastung allein auf sich nehmen wollen — was wohl in den wenigsten Fällen der Fall sein dürfte —, empfiehlt es sich, eine gütliche Verständigung über die Verteilung der Lasten auf alle Nutznießer der städtischen Kanalisation herbeizuführen. *’ Erledigt sind die 5. Lehrerstelle an der coang. Schule zu Erbach. Dem Grafen zu Erbach-Erbach steht das Prasentationsrecht zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gau-O dem heim. Mit der Stelle ist die Hälfte des Organistendienstes verbimden. ** 21115 d e m Bureau des S t a d t t h e a t e r s. Es sei daraus hingewiesen,. daß „ Z a p s e u st r e i ch ", die hemige Beneüz- Vorstellung für Herrn Oberregisseur Bakof, im Abonnement nicht wiederholt wird. — Im Stück selbst ist das ganze Herrenversonal tätig. Alich Tireklor Steingoetter wirkt mit und zwar wird er wie bei der Erstaufführung des Werkes vor 6 Jahren den Rittmeister Lehdenburg spielen. '"Ein niedlicheSBureau traten st ückchen. Hierzu schreibt uns ein Leser unseres Blattes: „Tie in Nr. 64 Ihres geschätzten Blattes unter der Spitzmarke „Ein niedliches Bureankratenstückcheu . . . gebrachte Notiz bedarf der Richtigstellung. Tas von dem auf den hessischen Lehrermangel aufmerksam gewordenen bayrischen Lehrer an die hessische Negierung gerichtete Gesuch war gemäß Artikel 16 pos. 1 de- Hess. Gesetzes Über den Urkundenstempel, vom 12. August 1899, Reg.-Bl. Nr. 40 de 99 und bezw. Ziffer 27 des dazu gehörigen Tarifs einer Stempelsteuer, dem sog. Emgabestempel, in Hohe von 1,50 Mk. unterworfen. Nach Art. 25 pos. 1 desselben Gesetzes hat die Verwendung der Stempel- marken von demjenigen zn geschehen, von welchem die Eingabe ausgeht. Es war also im vorliegeiiden Falle der Gesuchsteller zur Verwendung des Stempels auf seiner Eingabe verpflichtet. Tie Unterlassung der Stempelverwendung halte nolivendig die Aufforderung des Ministeriums an den Zahlungspflichtigen zur Nach- entrichtung des Stempelbetrages zur Folge und zwar gemäß Art. 17 des gen. Gesetzes. Nachdem nun der Gesuchsteller ferner Stempel- pfllchl dinch „ganz freie" Einsendung des Geldbetrages genügt hatte, hat das Ministerium Einschließung auf das Gesuch hin getroffen und solche dem Gesuchsteller mitgeteilt. Den bezahlten Betrag von l,o0 Alk. hat die Behörde, rote dies vorgeschrleben, auf der Original- eingabe des Gesuchstellers in Stempelmarken verwendet, d. h. auf- geklebt, nicht aber, wie der Gesuchsteller erwarten mochte, auf dem 'hnl zugegangenen Schreiben. Von „Schreibgebühren" etwa für das letzere kann hiernach keine Rede sein. Zur Zahlung des .Eingabestempels" für Msuche dieser Art ist jedermann verpflichtet. m braucht nun wohl keine Eapäettai zu fein, um auS i s.em- k,e bleberzeugung zu gewinnen, daß die Maßnahmen der Behörde un vorliegenden Falle als durchaus loyal erscheinen. -Ire das vorliegende, so tragen auch alle anderen in der 4516^6 nut einem geimffeii Behagen aiügebauscht dargestellten, auf Lächerlichen berechneten „niedlichen Bureaukraten- stuckchen den unverkennbaren Stempel der UiifcrmtniS der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen." Durch diese höchst charakteristische Zuschrift wird da§ gesetzmäßige Vorkommen ^niedlicher Bureaukratenstückchen* unwiderlegbar sanktioniert. X Allendorf a. d. Lahn, 16. Mürz. Wie man vielerorts wahrnimmt, sollen die oft unzweckmäßigen Eisen- bohn-Uebcrgünge durch Brücken ersetzt werden. Auch in unserer Gemarkung wird ein solcher Ücbergcmg beteiligt werden und an dessen Stelle eine Brücke treten. Es handelt sich um den Bahnübergang, der sich etwa 100 Meter oberhalb der Kleebach-Eisenbahnbrücke auf der Strecke Gießen-^ Wetzlar befindet. Die den Ilcbergang ersetzende Brücke soll neben die Eisenbahnbrücke gebaut werden. Auch letztere ist im vergangenen Jahre fast gänzlich neu hergesttllt worden, ouin Bau der Brücke, sowie zu dem Fahrwege, der über sie führen soll, müssen eine Anzahl Grundstücke augefauft werden. Besitzer sind mit der dafür gebotenen Kaufsumme noch nidjt zufrieden. Gewiß wird die Neuerung auch von den Spaziergängern aus Gießen, die im Sommer sehr zahlreich aufs Jagdschlößchen nach Dutenhofen wandern, mit Freuden begrüßt, dem anstelle des seitherigen Pfades und Steges wird ein guter Weg und eine Brücke treten. ArrsSEL. Wien, 17. März. Das mittags ausgegebene Bulletin besagt, das Befinden des Kaisers sei anhaltend befriedigend, die Temperatur fei normal, es zeige sich bisher weder Mattigkeit noch Nuhebedürfnis. Tas erste und zweite Frühstück hat der Kaiser mit Appetit zu sich genommen. Um 11 Uhr vormittags wurde der Herzog Ernst von Eumberland vom Kaiser in besonderer Audienz empfangen. Die Lage in Haiti ist nach der offiziellen Angabe des Staatsdepartements in Washington entschieden ernster, als es je seit der Revolution der Fall war. Die haitianische Regierung weigert sich jetzt, den Flüchtlingen in den fremden Gesandtschaften zu gestatten, das Land zu verlassen. Der amerikanische Kreuzer „Des MonineS" und das Kanonenboot „Eagle" werden sogleich nach Port an Prince entsendet nut der Weisung, die amerikanischen Interessen zu schützen. Inzwischen sind nun der englische Kreuzer „Jndc- fatigable' und der deutsche Kreuzer „Bremen" m Port au Prince eingetroffen und man glaubt deshalb, daß jetzt für das Leben der Ausländer in Haiti keine Gefahr mehr bestehe, zumal gestern die Ruhe nicht gestört war. Der Donner der Geschütze der in Port au Prince ankommenden englischen und deutschen Kriegsschiffe hatte in Port au Prince übrigens eine große Panik zur Folge, doch wurde die Ruhe wieder hergestellt, sobald man die Ursache der Schüsse erfuhr. Bei der Haussuchung in den Häusern der am Sonntag Erschossenen will die Polizei P l ä n e f ü r e l n e n e u e R e v o l u 11 o n gefunden haben. Dies soll den Präsidenten Alexis bestimmt haben, die Auslieferung der Flüchtlinge in den Gesandtschaften zu verlangen. Die Zahl der Flüchtlinge soll 189 betragen. Davon sollen sich 85 im französischen Konsulat m Gonaives, 63 im dortigen spanischen Konsulat, 33 in der französischen Gesund haft in Pott au Prince unb 8 in der d euts ch en Gesandtschaft aufhalten, k unbewohn Die Verantwortung für die Exekution am letzten Sonnta von , en wirb von der haitianischen Regierung dem General le Comte, > c ^mb uu dem Chef des Generalstabes, zugeschrieben, der auf eigenes die vom Ties O Merkenfritz, 16. März. Ihre Vertreterver» hamnilung hielt am Sonntag die Vogelsberger - , die von 31 Vertretern ~a der bisherige Bundespräsident Lehrer Hof- nach Bisses versetzt worden ist, so werte Vorsitzende Lehrer Schaad- Das Preußische Abgeordnetenhaus. Berlin, 17. März. Tas preußische Abgeordnetenhaus setzte heute die dritte Lesung des Etats fort und erledigte den Landwirffchaftsetat. Beim Etat des Ministeriums des Innern wurde die Weiterberatung auf morgen vertagt. Ter Abg. v. Arnim fragte am Schluß der heutigen Sitzung den Minister des Innern, ob ihm bekannt sei, daß die Sozialdemokraten für den morgigen Tag, als der Wiederkehr des 18. März 1848, Demonstrationen und Versammlungen beabsichtigten, und welche Maßregeln er zu treffen gedenke. Der Minister des Innern v. M o l t k e erwiderte: Es ist unS wohl bekannt, daß die Sozialdemokraten die Absicht haben, zur Wiederkehr des 18. März in diesem Jahre Demonstrationsverfammlungen zu ver- anstatten. Sollten sie dazu schreiten, wiederum die Straßen zum Schauplatz lästiger Demonstrationen zu machen, so würde die Polizei am Platze sein. Sollten Sozialdemokraten dabei zu Schaden kommen, so mögen sie sich bei der Parteileitung dafür bedanken. Im übrigen aber ermahne er die Bürger zur Ruhe. Sollte aber, was ja auch Vorkommen könne, jemand ungerecht- fertigter Weise verwundet werden, so müsse er es sich selbst zuschreiben. Der Freisinn unb das Bereinsgeseh. In Sachen der Haltung der Freisinnigen kn der Frage des Vereinsgesetzes und der Börsengesetznovelle hat im Reichskanzlerpalais eine längere Konferenz zwischen dem Fürsten Bülow und den Abgeordneten Dr. Müller-Meiningen und v. Payer stattgesunden. Heber das Ergebnis der Besprechung wird einstweilen strengstes Stillschweigen gewahrt. Gestern abend fand beim Reichskanzler ein Diner in kleinern Kreise statt, zu dem die Führer der Blockparteien Einladungen erhalten haben. — Bei den gestrigen Beratungen de rf reis innigen Parteien waren die Meinungen bezüglich des § 7 des Vereinsgesetzes nach wie vor geteilt. Schließlich nahm die Majorität einen Kompromißantrag an, der dahingehl, daß das Verbot n i ch t d e u t s ch e r Sprachen nur für solche Bezirke gilt, in denen die Polen nicht 20 Proz. der Bevölkerungszahl erreichen. Nach bestimmter Zeit — man spricht von 10 bis 20 Jahren — soll bann allerdings nur die deutsche Sprache zugelassen sein. Berlin, 17. Mürz. Dem Reichstage ging eine Resolution Treuenfels und Genossen zu, der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten ^Regierungen zu ersuchen, im Etat für 1909 eine Summe anzufordern zur Errichtung eines D e n k in a l s i n d e r R e i ch s h a u p t st a d t f ü r d i e i n Südwest a f r i k a gefallenen Offiziere und Mannschaften. 3$ 6c£e „ .. 5«»" bas etftt ®ebäube recht- an der San g °r° er° ini gung hier ad 3» E-k- steht m seinem Aeußeren w-tland der Kracheburg in besucht war. Cu L v t-n 'unbemabnt 1,? icI,on Zeil m!nn von Valtartsham für en Abbruch mehr idic Überrest. Auch wurde einftiminig der z ' kleinen ^ühl- Gedern zun, ersten und Lehrer Ke il-M-rkcnsritz zum^iveiten - öcc en2cn ®Qfle> Präsidenten gewählt. Al- zweiter Punkt stand T.°i°n>ueg parallel der Neustadl abbtegt, hat dee ordnung «Anschluß an den geplanten Meyerhoff & Goslar ückchen. Hierzu vorm.: 5. Weimersheim Nachf. Kreuzplatz 13 Kreuzplatz 13 Jacken-Kleider englische Paletots schwarze Paletots Frauen-Mäntel Backfisch-Kostüme Backfisch-Mäntel 0 Staub-Mäntel Kinder-Jacken weisse Konfektion B18/3 S 42 5475 [1748 stelle an bchla»d, überhäufte ihn mit allerhand Ehrungen, verlieh ihm den jpan. Adel rc. 'Mit seiner feinsinnigen Gattin, einer geb. Ungarin, hat er Spanien wiederholt bereist. 9iach deut 'JJbiiter der latalamichen Joe । florals veranstaltete er in ftöln in den letzten Jahrzehnten sog. Bluinenspiele, d. h. poetische Wettkämpfe. Als selbständig schaffender Lyriker erlangte er nur geringe Bedeutung, zumal ihm ahe geistige und formale Eigenheit fehlte. Er tvar and) der Begründer und langjährige Vorsitzende der Kölner literarischen Gesellschaft. — Kleine C h r o u i t a u s Li u n st und Wissenschaft. Von beit bei der Schinkelp r e i s - Beiverbun g des Archl- tekleiivereuis 1908 zu Berlin emgegangeiieii 38 Entwürfen 511 einer D 0 rfanlage (Hochbau) ist dein Emivurf nut der Bezeichnung: Netkmtttmnchnng In unser Handelsregister, Abt. A. Nr. 20, ist heute der Firma Heinrich Neger II., Lich, eingetragen worden, daß das Geschäft auf den Kaufmann Karl Neger zu Lich übergegangen ist, welcher dasselbe unter der seitherigen Firma weiter betreibt. Die Prokura des Karl Reger ist demgemäß erloschen. H 0 l z v e rftetgerun g Freitag, den 20. März 1. Fs., vorm-ctugs 9 Uhr anfangend werden in den Boaldüngen der ©cmeinöe Ackendorf a. Lda. Tistr. Dörnbach, Wallenfels-Wüfltmg, Winnereck, Elsenschade, Neuewald, Hormelseck, Seif, Todcnberg zu (F 0 r st w a r t e i I) für Oberhesfen und angrenzende Gebietsteile^. Es kam zu keinem einheitlichen Beschluß. In den einzelnen Vereinen hat man offenbar noch zu wenig Kenntnis von dem Zwecke des Verbandes und will den Statiitenentwurf erst kennen lernen. ES wurde beschloßen, daß die Delegierten nochmals mit ihren Vereinen die Angelegenheiten besprechen und dann innerhalb 4 Wochen dem BlfM^vorsitzenden Mitteilimg machen. Der Vlmd wird auch in diesem Jahre wieder sein Bundes-Wald- fest feiern, zu dem Dr. Pusch-Ortcnberg ein besonderes Festlied verfaßt hat. Offenbach, 17. Mürz. Die Unterschlagungen des Stadtkassenrechners Grebe belaufen sich auf 50040 Mk. Es hat sich nunmehr herausgestellt, daß sich Grebe entgegen seiner früheren Behauptung doch Notizen über seine Unterschlagungen gemacht hat. Da bei ihm beschlagnahmte Schriststücke dieselbe Summe ausweisen, so neigt auch der Untersuchungsrichter zu der Ansicht, daß sich die von Grebe verübten Defraudationen tatsächlich auf 50 040 Mk. belaufen. Die beiden gestern hierher gekommenen Rechnungsbeamten sind noch mit der Durchsicht der Bücher beschäftigt. _ Möbel-Favrikanten tmiien kann, schöpft an der Quelle und vraucht feinen Möbelhündler! —. 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Dl% Der Bürgermeister von Atzbach und Launsbach. __ Braun. t bet Spihmarke jradjte Slotii de> mgel aufnrerkM yetung gerichtet! Gesetzes über bei 81. M.40 de« ner SlempclM nierworicn. M >ung der Stempel' schein die Ei»g°d< r üesuchslellcr M verpflichtet. w oiwendig die M listigen ijtw tvar gemäß ua1 t«3e39en«S,1g -ahllen Let«g 1, aui betpti^ rwendel, d. H »"'L chren'ein-a!^ Muche -u Sein, jü bie W* 1 loyal Uvleiimms t#*ÄS Tagen Gefängnis verurteilt worden. In der fraglichen Notiz war der „Oberh. Ztg." in bezug auf einen politischen Versammlungsbericht Fälschung und Verleumdung zum Vorwurf gemacht worden. Das Landgericht hob heute das Urteil auf und erkannte auf 150 9)2 art Geldstrafe, Tragung sämtlicher Kosten und Urteilspublikation. Eichstätt, 17. März. In dem Prozeß wegen räuberischer Erpressung gegen vier Leute aus Dorndorf bei Eichstätt, die am 4. August 1907 den Herzog Franz Joseph von Bahern auf der Chaussee an der Wetterfahrt im Automobil längere Zeit hinderten und ihn erst nach der Erpressung von Geld weiterfahren ließen, wurden die Angeklagten zu Strafen von vier, drei und zwei Monaten bezw. sechs Wochen Gefängnis verurteilt. München, 17. März. In dem Prozeß des Grafen von der S ch u l e n b u r g gegen die Zeitschrift „März" wurde gestern in der 10. Abendstunde der Schriftsteller Lians Fischer wegen Beleidigung zu 50 Mark Geldstrafe oder fünf Tagen Gefängnis, sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Dem Privatkläger wurde die Publilationsbefugnis im „März" zugestanden._____ ______________________________ DevnrLsch-rsL» * Eine Liebesirrung im ö) a u s e Hohen^zollern. Wie die „B. Z. am Mittag" von bestunterrichteter Seite erfahren haben will, habe PrinzJoachimAlbrechtvon Preußen — der zweite Sohn des verstorbenen Prinz-Regenten Albrecht von Vrannschweig, geb. 1876 — vom Kaiser den Abschied aus der Armee erhalten, und zwar ohne Erlaubnis zum Tragen der Uniform. Auch habe man ihm seinen persönlichen Adjutanten, den Äauplmaun von Brandenstein, genommen, bej: den Gardefüsilieren zugeteilt wurde. Der Grund zu dieser überraschenden Maßregel sei in den fortgesetzten Beziehungen des Prinzen zu der Baronin Liebenberg- Sulzer zu suchen, die noch nicht geschieden ist. Der Prinz habe Berlin in Zivil verlassen und werde als unäbhängiger Gentleman im Ausland leben. Slück- „(tW 15 W i*“* ter IW «hü «"■ r « * H öftrer ® ifr'S D 0\aMttD Kostüm-Röcke - -- Tafft-Röcke Couverts mit Firma billigst vrühl'sche Universirüts-Druckeret. Wer eine gute Ernndung hat, wende sich vertrauensvoll an mich. Auskunft, Ratschlage und Verbesserungen überueljme ich k stenlos. 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Nadel-Nundschcir, „ Eichen-, 5 Nm. Nadel-Nntzknüppel, „ Buchen-, 4,5 Rm. Eichen- (rund), 17 Rm. Nadel- Scheitholz, Nm. Buchen-, 10 Rm. Hainbuchen-, 38,5 Rm. Eichen-, 187,5 Nm. Nadel-Knüppel, Wellen Buchen-, 550 Wellen Eichen-, 200 Wellen Hainbuchen-Reisholz, s CL33 „An dcr Waterkant", Vcrsaffer Reg.°Bauführer Gustav Kaßbaum, Eharloitenburg, der Staatspreis, und die Schinkeldenkmünze u. a. dem Entwurf mit der Bezeichnung „Kolonialsiedelung" vom dem Neg.- Bfr. Dipl.-Jng. Georg Scherer-Gießen zuerkannt worden. — Attendorns Uebersetzung des „Antigone" des Sophokles, die bei der 300-Jahrfeier des Gießener Gymnasiums zur ersten Aufführung kam, ist jetzt bei Moritz Diesterweg in Frankfurt a. Ai. in gefälliger Ausgabe erschienen. — Berliner Blättern zufolge hat die bekannte Berliner Warenhaus-Firma Wertheim 50 000 Aiark zur Verfügung gestellt, mit deren Hilfe künstlerische Aiodelle für keramische Zivecke von einer Dicihe hervorragender Bildhauer geschaffen worden sind. Tie Sache steht unter Oberleitung des Gehemirats Professor Messel. Tie Aiodelle werden in Kadiner Ton ausgeführt. (Kabinen ist bekanntlich kaiserliche Besitzung D. Red.) Vielleicht hängt cs mit dieser Angelegenheit zusammen, daß kürzlich im Berliner Kunstgewerbemuseum Herr Georg Wertheim dem Kaiser vorgeslcltt wurde.__________________________' Märkte. fc. Frankfurt a. M , 18 Aiärz. Sch iveinemarkt. (Org.- Tel. des Gieß. Anz.) Zum Verkaufe standen 1147 Schweine. Bezahlt wurden: für Schiveme 1. Qual. 60—00 Pfg„ Lebendgewicht 47,0 bis 00,0 Pig.; 2. Qualität 59—00 Pfg., Lebendgewicht4d,0—00 Pig.; 3. Qual. 48—52 Pfg. Geschäft gut, Ueberstand unbebcutcnö. Während des Marktes liefen noch 4 Waggoiis ein. X Kirchhain, 17. Aiärz. Auf dein heutigen V i e h m a r f t standen rund 400 Kühe und Rinder zum Verkauf. Ter Handel ging flott. Aus dem Schtveincmarkt zogen die Preise für Jung- wa^c cbenialls an. Ziige'ahren waren - 40 Stück. GeigisrttL-Dr'atztmeLSunAeM« Paris, 10. MiEz. Gaulois erklärt, von einer Persönlichkeit, die infolge ihrer diplomatischen Stellung viel mit der Marokko-Angelegenheit zu tun habe, folgendes erfahren zu ydbeic. Die französische Regierung sei entschlossen, im Lause einer der nächsten Ministerräte ihre Absicht kund zu geben, die Akte von Algeciras zu kündigen. Eine bezügliche Zuschrift an die Mächte würde erfolgen, worin Frankreich die Einberufung einer neuen Konferenz, oder dieRegelung der Frage vordem Haager Schiedsgericht beantragen würde. Tie Regierung soll beabsichtigen, vorher die Kammer über diese Angelegenheit zu befragen und hierbei die Vertrauensfrage zu stellen. (STeimniccan würde darauf Hinweisen, daß die Wiederherstellung des Friedens in Marokko, wofür Frankreich so große Opfer gebracht habe, schon demnächst vollzogen sein werde, infolge der Vcrsöhnmtg der beiden Sultatte und daß hierdurch Frankreich nichtinderLage sei, sich in Zukunft mit der Rolle zu begnügen, die ihm in der Konferenz von Algeciras zugewiesen wurde. P ort-au-Prince, 17. März. Die Vertreter der Mächte hielten heute eine Besprechung ab, in der die Absendung eines Ultimatums an den Präsidenten Alexis beschlossen wurde. Es wird darin der sofortige Rücktritt des Präsidenten und Einsetzung einer provisorischen Regierung, sowie die alsbaldige Anordnung von ^ieuwahlen für die Volksvertretung verlangt. Marktstrasse 17, part. 02uTt Licherstr. 5, p. Telefon 520. gC®I@®s©aam Oi®^s©gi Telefon 644 Lrlcm-Liuden. 1 suchöluLkUehrlirlg ever,Lndwigstr.3O. Damen-Corset Ende der Saison. (1778 von Presse Schreiuergcfcllcn gesucht. 02002- Schifsenbergerweg 65. ist nicht erforderlich. bei Braunfels. V"/r entgegen. ziehungen Haven, werden gebeten 3 st y\ Offerten unter F. T. 8560 an I sofortige Be HeppelcrL! Jung. F-irikm sucht l Eg. Bellos, Lackierermeister. rsche ; im Probeblätter gratis. Jeder Freisinnige und wahrhaft Liberale sollte die „Hessische Liberale Wochenschrift“ lesen« Sctzeuöwüröigteit und bclebrenocs Fuftiiur für Erwachsene und Kinder. 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