& ch F ? WK ""N®: Erstes Blatt 158. Jahrgang Dienstag 18. Februar 1808 in kürzeren noch einmal durchgesprochen. Wollte man die Ergebnisse des heutigen Tages systematisch gruppieren, so könnte man vier Feststellungen aneinander reihen. Die eine machte Frhr. v. dfcmtp zur angeblichen Verletzung des! Briefgeheimnisses: er stellte fest, daß die Sozialdemokraten politi5d)c LagesßcdQtt. Differenzen zwischen dem Reichskanzler und dem Bundesrate? Wie die „Köln. Volksztg." mitteilt, besteht zwischen dem Reichskanzler und dem Bundesrat ein tiefgehender Gegensatz. Dieser nahm bereits seinen Anfang, als der Kaiser in Norderney erklärte: Lassen wir die Finanzfrage eine Sorge der Zukunft sein. — Seinen Höhepunkt erreichte der Gegensatz, als Fürst Bülow die Beamtenbesoldungsvorlage ohne Deckungsvorlage mitteilte. Der Gegensatz hat sich sehr zugespitzt. Bülow will die Beamtenaufbesscrung sofort, die Finanzreform dagegen auf die nächste Session verschieben. Der Bundesrat besteht aber auf sofortiger Durchführung der Finanzreform. Die Stellung des Reichskanzlers sei in hohem Grade kritisch. Bülow habe zwar noch das Vertrauen des Kaisers, in den nächsten Tagen aber müsse eine weittragende Entscheidung fallen. Ltimmungsdild aus dem Reichstage. Berlin, 17. Febr. Postnachlese. Die Formalität der Abstimmung über das Gehalt des Staatssekretärs sollte bei S^erm Krätke zu einer parlamentarischen Aktion werden. So wollten es wenigstens dre Sozialdemokraten haben. Als die allgemeine Debatte zu Ende ging, forderten sie die bürgerlichen Parteien, die noch Sinn hätten für die Freiheit der Beamten, auf, ihm sein Gehalt zu verweigern, und sie bewirkten denn auch damit, daß beim Aufruf des Präsidenten das gesamte Haus sich erheben mußte. Zum Glück gibt es bei der Bewilligung der Gehälter keinen Proporz, und so hatte das Sitzenbleiben der Sozialdemokraten für Herrn Krätke keine nachteiligen Folgen. Am vierten Tage ging in später Stunde die Generaldebatte zu Ende, und ans fröhliche Ende knüpfte sogleich der fröhliche Anfang sich an, denn bei einem der späteren Titel wurde, sie wieder ausgenommen. Es gab natürlich Aus Stadt uu- Land. Gießen, 18. Februar 1908. ** Eine Sitzung des Provinzialausschusses indet am Samstag, 22. d. M., nachmittags 3^2 Uhr, mit olgender Tagesordnung statt: 1. Enteignung von Gelände in der Gemarkung Utphe zur Anlage eines Hochbehälters. 2. Reklamation des Georg Schmidberger zu Friede berg gegen die Berechnung der Straßenbaukosten der Dieffenbachstraße. 3. Kreisstraßenunterhaltung im Kreise Büdingen für 1905; hier Beitragsleistung des Betriebsunternehmers der Zeche Hedwig. 4. Enteignung von Gelände in der Gemarkung Klein-Linden zur Herstellung von Schneeschutzanlagen; hier Aus-, pruch der Besitzeinweisungserklärung. ** Freidenkervereinigung Gießen. Man chrcibt uns: Der von der Vereinigung angekündigte Vortrag des Herrn Dr. G. Falter über „Religion und Wissenschaft" kann erst F r e i t a g, 21. F e b r u a r 1908, abends 9 Uhr, im Saale des Hotels Einhorn stattfinden, worauf wir auch an dieser Stelle Hinweisen. Im Mitteln )unkt des angekündigten Vortrages wird die Wissenschaft^ liche Kritik einer von liberaler Seite erst 1907 verösfent-«j es wirtschaftlich und politisch im Lande aussieht. Ter letzte politische Entscheidungskampf wird in Deutschland zwischen dem Bunde der Landwirte und den Sozialdemokraten geführt werden. Schon im letzten Wahlcampse hat sich dieses gezeigt. Tie Freisinnigen haben bei den letzten Reichstagswahlen nur zu einem kleinen Teil ihre Mandate durch sich selbst errrungen, einen großen Teil verdanken sie uns. Tie Nationalliberalen haben % ihrer Wahlkreise aus dem Platten Lande, und wenn diese Partei nicht Selbstuwrd begehen will, so darf sic sich dauernd nicht mit uns in Widerstreit fetzen. Wie die Freisinnigen ihren Herrn v. .Gerlach und Tr. Barth haben, so haben die Nationalliberalen ihren Kumniev mit den Junglibcralen, aber das sürd Offiziere ohne Soldaten. Solange sic mit dem Bund gehen, wird den Natio- nallibcralen keine Gefahr drohen. (Beifall.) WaS das Zentrum anbelangt, so ist die Parier von Bürgern und Edelleuten gegründet worden. Tas Zentrum muß die Interessen der Stadt wie des Landes wahrnehmcw Wir wenden energisch darauf bedacht sein ntüssen, daß das Reich den Eizelstaaten nicht die btreffen Steuern wegnimmt. Wir werden weiter darauf bedacht sein müssen, daß das Großkapital entsprechend zur Steuer hcrangezogen wird. Tabei muß uns der Freisinn natürlich nichts in den Weg legen, er sollte überhaupt weniger reden und mehr tun. (Heiterkeit und Beifall.) Zum Schluffe habe ich noch den Wunsch, daß der liberale Teil auch auf wirtschaftspolitischem Gebiete nicht immer so tue, als ob er in der konservativ-liberalen Ehe den Pantoffel zu schwingeir habe. (Heiterkeit.) Tas Böseste aber was er verlangt, ist wohl die Demokratisierung unserer Einrichtungen, vor allem die Forderung nach dem allgemeinen geheimen und direkten Wahlrecht auf den preußischen Landtag. Jeder deutsche Stamm muß seine besondere Verfassung behalten und indem mir die Besonderheit der deutschen Bundesstaaten respektieren, erklären wir: Wir wollen für Preußen teui allgemeines direktes und gleiches Wahlrecht, mögen Die süddeutschen Staaten es auch haben. Wcr werden jedenfalls bis zum äußersten gegen jeden Versuch einer Unifizierung uns wehren. _________________________ geben würde. Wir verlangen eine planmäßige organische Reform, die, fvei von politischer Feigheit und ohne Rücksicht aus 'Parteiinteressen diejenigen Schultern belastet, die neue Belastungen leicht zu tragen vermögen. Trotzdem werden Bier und ausländischer Tabak nicht zu umgehen sein. (Sehr richtig.) Wir müssen vor allem sehen, die schwerste Not, die Arbeiternot zu beseitigen. Aber auch auf diesem Gebiete müssen wir uns frei halten von sozialer Feigheit. Wir dürfen «ums nicht scheuen, auf dem Gebiete des Kontraktbruches die schärfsten Maßnahmen zu fordern und die Unterstützungspflicht zu reformieren. Für eine Forderung der Herren von der Linken werden wir nicht zu haben sein, für die Forderung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts. (Zustimmung und lebhafter Beifall.) Wir wollen uns nicht der trügerischen Hoffnung hingeben, daß die Macht der Sozialdemokratie durch die letzte Reichstagswahl gebrochen ist ünd manche der Herren, die bisher für das Wahlrecht eingetreten sind, werden sich im stillen Kämmerlein klar geworden sein, daß sie die Straße frei machten für die Sozialdemokratie. (Sehr richtig.) Die Gegner des Reichstags- Wahlrechts sitzen auch nicht bei den Agrariern, sondern auf der äußersten Linken, ibenn durch den Mißbrauch des Reichs- tagswahlrechts wird es eines TageS unmöglich gemacht werden. (Sehr richtig.) Einen Gegensatz zu der Sozialdemokratie bildet nur ein Zusammenschluß aller staatserhaltenden Parteien. — Nach dem Kassenbericht ergriff Tr. Dietrich Hahn, von minutenlangem Beifall, Händeklatschen empfangen, das Wort zum Geschäftsbericht. Er führte aus, daß es nicht genüge, wenn der Bund im Reichstag und Einzellandtagen vertreten, sei, sondern seine Anhänger müßten auch i n die Provinziallandtage der Landwirtschaftskammern und die Kreistage einbringen. (Lebh. Zust.) Ter Snnb setze sich zusammen überwiegend aus Kleingrundbesitzern mit 85 %, mittleren mit 14Vi, Großgrundbesitzern mit nur 1/2 Prozent. Wir sind populär seit einem Jahre. (Lebh. Beifall und Händeklatschen.) Es ist eine Ehre, dem Bund der Landwirte anzuge- hören. Nach diesem Rückblick will ich Umschau halten, wie Generalversammlung der Bundes der Landwirte. L S.U.H. Berlin, 17. Few. Unter Beteiligung vön über 8000 Landwirten aus allen Teilen des Reiches trat heute mittag im Zirkus Misch der Bund der Landwirte zu seiner diesjährigen Generalversammlung zu- souvmen. — Zu dem HauPttbeMa der Tagesordnung, die Blockpolitik, lag folgende Resolution vor: „Eingedenk seines Grundsatzes, des Volkes und des Vaterlandes Wohl über ben Streit der politischen Meinungen zu stellen, begrüßt der Bund der Landwirte bie vom Reichskanzler Fürsten von Bülow eingeleitete Blockpolitik als den Versuch einer Verständigung im Kampfe für die Erhaltung und Förderung der nationalen Güter. Ter Bund ist bereit, hierbei mitzuarbeiten, um nationale Ziele zu verfolgen, lieber den Parteien stehend, lehnt er es jedoch ab, sich von der Verfolgung seiner, die allgemeine nationale Wohlfahrt anstrebenden wirtschaftlichen Ziele -irgendwie abdrängen zu lassen." Zum zweiten Hauptpunkt, die Rcichssteuervorlage, wurde der Versammlung folgende Resolution unterbreitet: „Ter Bund der Landwirte steht auf dem Standpunkt, daß den Einzelstaaten das ihnen bet der Gründung des Reiches gewährleistete ausfchließliche Recht der Erhebung direkter Steuern zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts ihres Staatsbaushalts unbedingt erhalten bleiben muß, während anderseits das Reich die indirekten Steuern ßür seinen Haushalt auszubauen hat. Ter Bund ist bereit, an einer großzügigen Ord- mmg der Reichsfinanzen auf dem Gebiete der indirekten Steuern tatfräftig mitzuarbeiten. Er lehnt es aber ab, durch Heraus- greiscn einzelner Gegenstände die bisherige Flickarbeit fortzu- setzen. Er fordert im Sinne ausgleichender Gerechtigkeit eine zeitgemäße Besteuerung derjenigen Erzeugnisse, rreldje nach ihrer steuerlichen Ertragsfähigkeit dazu besonders geeignet sind, und warnt vor einer weiteren einseitigen Belastung derjenigen landwirtschaftlichen Jndustrieen, roeldje die Grundlage für den Hackfruchtbau und damit für einen rationellen Betrieb der Landwirtschaft bilden. Nachdem den Kapitalkräften des Landes durch ihre machtvolle Verbindung in der Form der Aktiengesellschaften unb durch eine weitgehende Fürsorge der Gesetzgebung die Möglichkeit hoher Rentabilität in Industrie und Handel eröffnet :vvrden ist, bezeichnet es der Bund als eine Forderung der Gerechtigkeit, daß sie einer dementsprechenden Besteuerung in Form einer als Stempelabgabe zu erhebenden Dividenden steuer unterworfen und daß auf denjenigen Teil des Nationalvermögens, der in ausländischen Wertpapieren angelegt wird, eine besondere börsen mäßige Besteuerung zur Anwendung gelangt" Pünktlich um 1A 1 Uhr mittags eröffnete der zweite Bunbes- vorfitzenbe Tr. R ö s i ck e - Kaiserslautern die Verhandlung mit einem Nachruf auf die Toten des Bundes im verflossenen Ge- ftäftstahr. Tann fuhr er fort: Die wichtigste Frage im gegen- iiertigen Zeitpunkt ist ohne Zweifel die Blockpolitik. (Sehr richtig.) Tas Gebilde des Blocks besteht nunmehr seit einem vjalwe. Tie ernsten Prophezeiungen seiner Kurzlebigkeit haben Uch nicht erfüllt, lieber die Stellung des Bundes der Landwirte dw Blockpolitik gegenüber denken wir deshalb wie folgt: Wir betrachten sie als ein Mittel, weitere Schichten des deutschen Volkes als bisher zu nationaler Politik zu veranlassen. Wir vksurchten aber, daß es nicht möglich fein wird, dieses Ziel ruf^wirtschaftlichem Gebiet zu erreichen. Teshalb müssen wir ruu) auf der Hut sein, daß wir von unserem Wege nicht ab- pbrangt, Werbern (Sein richtig.) Wir hoffen, baß auch Fürst villow sich nicht abdrängen lassen wirb von der Bahn der uudilioneilen Wirtschaftspolitik, von dem Grunbsatze, baß bie Oeimatspolitik die erste Stelle einziinehmen hat (lebh. Beifall), mit erhobener Stimme:, Wir können Fürst Bülow ver- t r auc n. (Stürm. Beifall, Bravorufe.) Tie Ziele, die wir in ZukuNit zu verfolgen haben, sind, baß wir vor allen Dingen das verteidigen, was wir errungen haben, und die Lücken aus- hle heute noch vorhanden sind. Verrohung und Un- lutliajfcit J)Qt in unserem deutschen Volke um sich gegriffen und !«lte Kreise fiirden Freude an Tratsch und Klatsch, an Hintcr- treppenpolitik usw. Tas deutsche Volk hat nur eine Quelle um vorwärts zu kommen, das ist das Land. Tort herrscht -"ch Zucht und Sitte. Um aber der Jugend bie Kenntnisse zu g wen, ist erforderlich, eine Schulordnung aufdem Lande, «vdurch wir erfahrene Lehrer erhalten unb eine gerechte Ver- Kilung ber Lasten zur Ausgestaltung ber Schule. Tas Landist ?7o^ungbrunnen für bie Menschheit. Lassen Sie ms ~cnb sich weiter entwickeln. Hierzu gehört bie Forderung Mr inneren Kolonisation. Tie große Krise, unter ber ine Landwirtschaft zu leiden hat, ist der Mangel an -an darb eitern. (Zurufe: Leider.) "Unsere Ausgabe muß stm, bie Menge ber Arbeitskräfte auf dem Laube zu Oer» run^ kas gute Verhältnis zwischen Arbeitnehmer unb w lederhrizustellcn unb zu erhöhen. Als letztes ui k hierbei die Schaffung eines eigenen Heims öen Landarbeiter. Tiefe Ziele zu erreichen, ist num möglich, bei einer Prosperität ber beutschen Landwirl- ihr ist auch abhängig eine Reihe anderer Veruss- ivinoe und vor allen Dingen hängt die Ernährung des ^enJBo l fe£ von der Blüte der deutschen Landwirt- nt): (Sehr richtig;) Der Redner schließt mit einem stür- " ausgenommenen Hoch aus den Kaiser. Hieraus nahm der erste Bundesvorsitzende Frhr. von r"'-?n,9enJjeim.(stürmisch begrüßt) das Wort. Große Ercig- l.e bat das Jahr uns nicht gebracht. Wir stehen wirtschafts- k-ö» nuf ^mstlbeii Standpunkte wie im Vorjahr. Im Innern SU verzeichnen eine im großen Durchschnitt weit •iVntZx ^Tnic- Ju einzelnen Teilen war sie allerdings 2n&\älllIC 6roßen Teil war sie aber auch eine totale Miß- )vcnn daher heute unsere politischen Gegner sich über wiiKUreijt beklagen und uns als Kornwucherer ver- Mllysen wir uns mit aller Entschiedenheit bagegen b-aß wir als Gelreibewucherer angesprocl)en roen. Wir sinb der Meinung, baß wir trotz der guten Aus- ri aL uiid da dennoch ernsten Zeiten entgegengehen (sehr Gebiete bes Viehverkehrs sind die Preise Landwirte, gleichzeitig aber wird in den Städten ^ H^liot geschrieen. Wir haben ferner zu leiden unter m • Zinsfuß infolge einer verfehlten Bankpolitik im iitrfvrn Daneben geht im Reick-stage unb auf ber poli- 1 aix ^uhne das mehr ober minder amüsante Zwisck-enspiel m?™ politischen Block. Trotzdem wollen wir hoffen, daß, Block gufe Erfolge zeitigt und daß endlich bie Mißverständ- die hier unb da inbezug auf uns noch vor- (Sehr richtig, Beifall.) Ich muß mich sehr ba- Wundern, baß auf ber linken Seite gleich bei dem QU0e Pner Verständigung vielfach so schroffe For- IITSUn8.en gestellt wurden, baß es ganz unmöglich ist, sie J “Ebringen. Wir sinb gern bereit, mitzuarbeiten an einer Reichsfinanzreform; wir twvfestieren aber gegen eine Flickarbeit,! heute nur eine Nachlese. Dieselben Fragen, die drei Tage iu langen ^ben behandelt^/ren. wurden tA Nr. 41 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer BezugSpreis: Sonntags. - Beilagen: r* . ” monatlich75Pf^viertel- viermal wöchentlich Ä MA AA Wl A A. A A A A jährlich Mk.2.20; durch zlnietaer wirtschaftliche Settfragen W V ■ ■ W ■ W | | M Zeilenpreis: lokallöPf^ Fernjprech - Anschlüsse: ■ 6» auswärts 20 Pfennig. für die Redaktion 112, IMF wjF Verantwortlich General-Anzeiger für Gberheffen bü DoimtoagTiTuE,” ®otaftons6rui und Verlag der vrShl'schen Unlv.-Vuch- tut» Steintzkllckere«. R. Lange, kledaüisn, Lxpeditisn und Druckerei- Schulftratze 7. aus dieser Mensur als zweite Sieger hervorgegangen! sind. Me zweite betrifft die von Herrn Stadthagen empfohlene Ruppigkeit: Dr. Böhme erkannte dem ftibtoeft«, deutschen Revisionisten Eichhorn den Anspruch auf einen dankbaren Händedruck Stadthagens zu. Die dritte Feststellung gilt dem Falle Schellenberg: Herr Lehmann, dessen Namen der sozialdemokratische Stimmzettel des Wies-», badener Postvertrauensarztes trug, erbrachte durch seine Rede den Beweis, daß Herr Schellenberg in der Wahl! seines Abgeordneten nicht ganz vorsichtig war. Und noch eine vierte Feststellung ist ans dem Verlaufe der heutigen Aussprache zu machen: als Erzberger den Unterstaatssekre^ tär des Reichsschatzamtes anzapfte und von der sicheren Verlautbarung sprach, daß die Beamtenvorlage in biefer. Tagung überhaupt nicht kommen werde, da hörte Herr Twele ihn an — und schwieg. Stimmungsbild aus dein preuß. Abgeordnetenhaus.. Berlin, 17. Febr. In der Erledigung des Kultusetats ist die preußisehel Zweite Kammer am Montag um keinen Schritt weiter gekommen. Aber trotzdem bedeutete die fast sechsstündige Sitzung keinen verlorenen Tag. Kulturfragen von hoher Bedeutung beschäftigten das Haus, unb wenn ihre weitere Erörterung schließlich auch ber Kommission übertragen wurde, so bedeutet das doch iw diesem Falle nicht das übliche Begräbnis. Tie ersten Stunden der Verhandlung galten ben Mängeln unseres Volks- s ch u l u n t e r r i ch t s. Ter Handelsminister hat bekanntlich mit Rücksicht auf die vielfachen Klagen über die mangelhafte Vorbildung der Fortbildungsschüler eine Erhebung über bie Berechtigung dieser Beschwerden angestellt. Ein Antrag Schiffer- Fischbeck-Ernst, also ein Antrag der gesamten Linken, forderte vom Minister Auskunft über das Ergebnis dieser Erhebung und über die von ihm geplanten Maßregeln gegen etwa dabei zu Tage getretene Mängel im Volksschulunterricht. Herr Hollo konnte über das Resultat ber Umfrage seines Kollegen vom Handel noch nichts sagen, da die Erhebung noch nicht abgeschlossen ist. Aber er konnte doch schon feststellen, daß das Bildungsniveau ber Volksschüler leider recht verschieden feitj Tie eine Schule gebe ihren Zöglingen viel mehr an geistigem Rüstzeug mit auf den Lebensweg als die andere. Das läge an äußeren und inneren Gründen, an weiten Schulwegen, überfüllten Klassen, an unzureichender Ausbildung ber Lehrer unb ber Lehrmethode. All das zu ändern, sei das ernste Bestreben ber Unterrichtsverwaltung. Man darf sagen, baß bie Erklärung des Ministers, ber weiterhin ben Verdiensten und ber Leistungsfähigkeit ber Lehrer volle Anerkennung zollte und ihnen auch die Zulassung zum Kreisschulinspektorat in nahe Aussicht stellte, einen recht vorteilhaften Eindruck machte. Daß bie Parteien sich für bie Lehrer ins Zeug legten, versteht sich von selbst; und auch bie Anregungen für eine Reform des Schulbetriebes, bie aus ben verschienenen Lagern kamen, waren nicht übel. Auch auf ber äußersten Rechten scheint man ein- gesehen zu haben, daß eine neue Zeit neue Methoben und Ziele auch für den Schulunterricht — unb gerabe für biesen — fordert, und so dürfte der Hinweis des Abg. Eickhoff auf die Notwendigkeit einer Volksschulrefonn, die auf Deutschlands Entwickelung zum Industrie- und Welthanbelsstaat Rücksicht nimmt, in ber Kommission nicht auf unfruchtbaren Boden fallen. —« Eine alte Forderung ber Linken, bie Hergabe von Staatsmitteln! für Gewährung höherer Bildung an befähigte; Volks schiller, rief eine ausgedehnte Erörterung hervor. Unb auch hier zeigte sich etwas wie ein Wanbel ber Anschauungen: Wenn auch mit ber Regierung bie Rechte aus praktischen Grünben, nämlich aus Besorgnis vor einer Vermehrung des> brotlosen „akademischen Proletariats", sich gegen ben Antrag —• er trägt den Namen beS Nati^nalliberalen Bachmann — wandte, o erkannte doch auch sie wie der Minister prinzipiell feine Berechtigung an. In ber Kommission werben die Redner der Linken hoffentlich bie Gelegenheit wahrnehmen, weiter gegen die Bedenken ber Regierung unb ber Rechten Sturm zu laufen. Eine Debatte über die Erhöhung ber Ostmarkenzulage» ür bie Lehrer machte den Schluß: Sie endete mit der Verweisung ber von drei Seiten — von ber Rechten, den Nationalliberalen unb den Freisinnigen — aufs Tapet gebrachten Frage: an die Kommission, ber später bas Besolbungsgesetz überwiesen werben wirb. Ter Minister hatte eine Erhöhung dieser Zulage im Zusammenhang mit ber Neuregelung ber Lehrergehälter iw Aussicht gestellt. Für die Lehrer in gemischtsprachiger Gegen-» gewiß keine betrübliche Aussicht! NN dir Bcrchzivcht. ekloraießdrerDuch 'ImS-bohcnjollliS'lüj Lwdrllvatz 1 Ifleüung ist zu ro Seschäflsstelle Hol! rende Komitee, Jane 23. yereinbarul,2' gen, An- und illen in- und von Zins- u. und Aulbe- -Währung von eren u. Waren ungen. onsfreien -clinung zu seil, lür In- nnd au" M ** Wer, rrationen, sowie otiz, 11)6/1 D meiner Stahl* der Mieter. uf das Ausland , von Prlin8 ’en Sätzen. neinlagen, (Weiteres H fra»k° /o Provision lichten christlichen DogrNatik stehen; der Vortrag dürste sonrit dem Interesse weitester Kreise begegnen und bietet eine ganz wesentliche Ergänzung des letzten Vortrages der freien landeskirchlichcn Bereinigung von Lic. Dr. Fuchs, Pfarrer in Rüsselsheim, an den sich eine äußerst lebhafte und dankenswerte Diskussion angeschlossen hatte. Möge sich auch an den bevorstehenden Vortrag eine rege Diskussion anschließen. Denn wir alle wollen ja nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit! J- Lollar, 15. Febr. Kürzlich fand hier die General- versa rn m l u n g des Schwei neversicherungsvcr ei ns statt. Erschienen waren 42 Mitglieder. Der Rechner erstattete Bericht über Einnahme und Ausgabe. Man war dieses Fahr mit ganz geringen Prämien ausgekommen, so daß sich der Beitrag für ein Schwein nicht viel über eine Mark belief. 2cm Rechner wurde Entlastung erteilt. Ter Gesamtvorstand wurde wiedergewählt. Dem Verein gehören zurzeit 132 Mitglieder an. Rach Erledigung der Tagesordnung sprach Flcischbefchaucr Balth. Römer in kurzen Worten über die Gefährlichkeit des Uebertragens von Krankheiten und tierischen Parasiten auf den Menschen. Insbesondere werde die gefährlichste aller Krankheiten, die Tuberkulose, bei Hausschlachtungen fast gar nicht beachtet und gefunden. Besonders bei Schweinen ist cs nur dem gelernten Sachverständigen möglich, sie zu finden und festzu- Itellcn. Vier ist es fast immer Fütterungstuberkulose, die durch Moltereiabfälle von den Kühen auf die Schweine übertragen wird. Tas Tier kann schon durch dcn ganzen Körper mit Tuberkeln durchsetzt sein, ohne daß die Eingeweide unü das Fleisch eine wesentliche Veränderung zeigen. Daß massenhaft die Tuberkulose bei Hausschlachtungcn vom Tier, auf den Menschen übertragen wird, unterliegt keinem Zweifel. Ter Vortrag zeigte drei Tage später seine Bestätigung, da R. bei einer .Prwat- beschau bei zwei Schweinen Fütterungstuberkulose an fast sämtlichen Organen und Flcischdrüsen seststelltc, ohne daß an den Tieren eine Veränderung zu erkennen war. Er überwies die 'Beschau an den Kreisveterinärarzt, der den Befund bestätigte. x Nidda, 16. Febr. Eine eigentümliche Sache wird gegenwärtig in unserer Stadt viel besprochen. An dem Ausgang der Straßen nach Schotten, Bad Salzhausen und Berstadt stehen alte, mächtige Ahorn - und Kastanien- bäume. Als man begann, an diesen Straßen Gebäude aufzurichten, wurden die Bäume, hinter welche die Gebäude zu stehen kamen, entfernt, weil sie Licht und Luft wegnahmen und dem Dachwerk Schaden brachten. Neuerdings weicht man von diesem Brauche ab. An der Ber- städter Straße hat der gemeinnützige Bauverein ein Arbeiterwohnhaus errichtet; die davor stehenden Bäume verdunkeln das Haus vollständig. Trotzdem vermochte man bisher die Entfernung der Bäume nicht zu erwirken; sogar der Kreisausschuß hüt sich gegen deren Entfernung ans- gesprochen. Tie Folge davon ist, daß andere Leute, die auch in die Nähe bauen wollten, von diesem Plan ab- standcn. Allerdings nimmt sich die Allee sehr schön aus, allein überall müssen doch solche Bäume weichen, sobald Gebäude auf Privatgrundstücken errichtet werden, denen die Bäume schaden. Warum will man aber, was man anderen ohne weiteres bewilligt hat, hier abschtagen? Tas bleibt eine offene Frage, die der Antwort bedarf. — Ter Stadtvorstand hat die alte Kleinkinderschule dem Verein „Krankenpflege" zu dem Zweck zur Verfügung gestellt, ein provisorisches Krankenhaus daraus zu machen, in dem Kranke (Lehrlinge, Gesellen, Dienstboten), die in dem Hause ihrer Brotherren keine ausreichende Verpflegung finden können, Aufnahme finden sollen. Die bauliche Veränderung in dem Hause ist bereits gemacht; die Ausstattung der Räume mit dem nötigen Mobiliar soll demnächst erfolgen. sd. Darmstadt, 17. Febr. In Anwesenheit seiner Präsidentin I. K. H. der Großherzogin fand heute nachmittag im Saale der Äliceschule die Hauptversammlung des Alice Vereins für F rauen bil- d u n g und Erwerb statt. Regierungsrat N o a ck er- stattelc dcn Geschäftsbericht über die Tätigkeit des Vereins für die Zeit vom 19. Febr. 1906 bis 17. Febr. 1908, also zwei Jahre. Aus ihm geht hervor, daß erfreulicherweise neue Fortschritte in der Entwicklung der Äliceschule zu verzeichnen sind. Der Bericht enthält ausführliche Er- ,örterungen über die Einrichtung des Handelskursus. ICkines Feuilleton. — Hebbels „Nibelungen" in Frankfurt. In der Siadt, bie ein Menschenaller lang einen der größten deutschen Nibelungenjäuger, Will). Jordan, beherbergte, har man am letzten Samstag den ersten Tert von Hebbels, grandrosem Nibelungen- braina ttn Schauspielhaus«: zur Aufführung gebracht. Die beiden Nidelungendichler sind in den 50er Jahren des vorigen Jahr- hunberls einanbev nähergetreten. Sie haben bamals nnteinanber korrespondiert und Hebbel hat Jordan in Frankfurt besucht. Ter von Bamberg veröffentlichte Briefwechsel Hebbels, wie auch die „Epistel und Vorträge" Jordans geben darüber interessante Ausschlüsse. Durch Wagners „Ring des Nibelungen" ift Hebbels Nibelungen-Trilogie zu Unrecht in den Hintergrund gedrängt ivorden und ste erscheint viel zu selten auf dem S'pielplan der deutschen Bühnen. Wagner hat aus Grund der Eddalieder sein fDhifiiDrama geschaffen, wahrend Hebbel auf eine dramatische Belebung der heroischen Gestalten des Nibelungenliebes ausguig. Es ist bewundernswert, wie es Hebbel gelungen ist, ans dem überreichen epischen Stosse eine straff und übersichtlich gegliederte dramatische Handlung loszulösen. In herrlich klarem Aufbau erhebt sich die monumentale Tragödie Siegsrieds uiid Krimhildens vor unseren Augen. Allerdings alle Schwierigkeiten, die die epische Grundlage seiner Dramendichtung mit sich brachte, ließen sich nicht bewältigen. Aber Szenen, wie der Fraiien Beobachten der Kampijpiele, iuie die unvergleichlich erhabenen ersten Briiuhilb-Szeneii, die Totenprobe am Schlüsse des fünften Alles, sind m. E. das Gewalligsle nnö Packendste, was die deutsche Bühnenliteratur auijiuvetjen Hal. Ja, sie hätte fein anderer, fein Goethe und fein Schiller, zu schaffen vermögen; und um ihretwillen nimmt man auch die m der Erzählung stecken gebliebene Teile der Dichtung gern in den Kauf, zumal and) sie reich an köstlichen Schönheiten sind. Bewunders- wert bleibt auch die Schärfe der Charafteristik und die psychologische Berliesung der Personen. Hebbels eigene schroffe, knorrige Natur machte ihn besonders befähigt zur Nachbildung der mittelalterlichen Recken, und doch gelang es ihm auch, die garte Lieblichkeit Krimhilds in aller Holdseligkeit zu veranschaulichen. Lieber die Darstellung ist leider nicht viel Erfreuliches zu sagen. Vor did;terischer Wucht stehen heute die meisten Mimen ziemlich verzagt. Ter große Stil des Hebbel'jchen Gedichtes ronrbc ins Genrehafte verwandelt. K i r ch als Siegfried, der junge Halbgott, dem vor dem lieblichen Atadchenbild Kriemhild die Sprache versagt, ge- berbetc J'icl) wie ein zimperlich tuenber, affektierender Liebhaber im Moser-Stil. Und wie wurde von den meisten der Vers behaiidelt! Bald sprach man ihn nüchtern und spröde, ivie gleichgültige Prosa. Dann auf einmal wich das Phlegma an KraststeUen einem affeftirlen Pathos. Tie wundervoll plastische, konzise Sprache Hebbels mit ihrer Fülle an tiefsinnigen Weisheilssprüchen kam ganz und gar nicht zu ihrem Reck)te. Weitaus bie beste künstlerische Leistung bot darstellerisch Frl. Eichelsheim, früher in Tarmsiadt, setzt in Wiesbaden. Ausdruck und Organ standen in vollem Emllang mu Die Prüfung für Handarbeitslehrerinnen ergab, daß von 29 Prüflingen 27 gestanden. In der Kvchschule haben sich wesentliche Aenderungen vollzogen. Das im März 1907 veranstaltete Fest zu grinsten des Penfionsfonds ergab einen Reinertrag von 3500 Mk. Zwei Lehrerinnen, Frl. Meyer und Frau Hanauer, feierten im vorigen Jahre ihre 25- fährige Tätigkeit an der Schule. Beiden wurde von der Großherzogin eine Ehrengabe und ihr Bildnis gewidmet. Tie Schule wurde von der Großherzogin verschiedentlich besichtigt, auch Prinzessin Heinrich von Preußen beehrte sie mit ihrem Besuch. An der Schule wirken zurzeit eine Hauptlehrerin und acht Lehrerinnen, sowie ein Lehrer für Pädagogik zur Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen. Das Aktivvermögen des Vereins vom 1. April 1907 betrug 124 477 Mk., dem 39 000 Mk. Passivvermögen gegenüber steht. Der Bericht fand die Genehmigung der Versammlung. Bei der dann folgenden Ergänzungswahl des Vorstandes wurden acht Damen und zwei Herren, die satzungsgemäß ausscheiden, wieder- und Frau v. Starck, geb. v. Hombergk neugewählt. Die rechnerisch geprüfte Jahresrechnung wurde gutgeheißen und dem Rechner Entlastung erteilt. Es fand dann noch eine kurze Diskussion über die Einrichtung weiblicher Fortbildungsschulen statt. — Totgefahren wurde gestern abend 200 Meter südlich von der Station des Südbahnhofes der Kanonier Trävenstedt von der 2. Batterie des Art.-Regts. Nr. 125. Er wurde mitten durchgeschnitten. Er ist in der Nähe von Magdeburg geboren. Der Ort, an welchem die Leiche gefunden wurde, läßt auf Selbstmord schließen. b. Biedenkopf, 16. Febr. Der Kreistag hat beschlossen, auf das Vorschlagsrecht zugunsten des jetzigen Landratsamts- vcrwalters Regterungsassessor Tr. Daniels zu verzichten und den Wunfch ausgesprochen, daß dessen endgültige Berufung zum Landraf erbeten werden möge. Landrat Dr. Daniels ist seit dem Weggang des Lanbrats von Heimburg mit der Vertretung der Landratsam-tsgescl-äfte beauftragt. ICtwjt unfc Wissenschaft. — Aus Berlin wird uns unterm 16. d. Mts. gemeldet: Ter Kaiser crschien heute im Kaiserin Friedrich-Hause, um einen Vortrag des Gel). Mevizinalrats Prof. Tr. Hartwig entgegenzunehmen, und um die Ausstellung der für die Medizin- schule in Shanghai gestifteten Objekte zu besichtigen. Er wurde empfangen von dem Generalstabsarzt der Armee Prof. Tr. Schjerning, dem Tirektor des Kaiscrin-Friedrich-Hauses Prof. Tr. R. Kutner und dem Ersten Leibarzt General-Oberarzt Tr. Jllberg. Nach dem Vortrage nahm der Kaiser die Besichtigung der in großer Fülle von deutschen Jndustriesirmen gestifteten pharmazeutischen Präparate, chirurgisd)en Instrumente, elektro-mebizinischen Apparate, sowie aller anderen für die Einrichtung der Mebizinschule in Shanghai bestimmten Ausstellungsobjekte vor. Ferner wurden eine neue Vorrichtung zur mikroskopischen Tunkelfelbbeleuchtung, sowie eine von Tr. Schefser erfundene neue stereo-photographische Methode demonstriert, die in einer bisher nie erreichten Weise die Möglichkeit zur stereoskopischen Photographie, wie insbesondere auch von kleinen sreilebenden Tieren (Insekten, Spinnen, Schmetterlingen usw.) gewährt. Am Schlüsse des Rundganges besichtigte der Kaiser eine für Kriegszwecke besonders brauchbare, weil überaus leichte Krankentrage, die bereits in den Kolonialkämpfen in Teutsch- Südwestafrika Verwenbung fand, ferner eine interessante Neuerwerbung der medico-historischcn Abteilung der staatlichen Lehrmittel-Sammlung — eine Skulptur aus dem Bamberger Tom, eine Operation an Heinrich II. darstellend — und endlich die die für die staatliche Lehrmittel-Sammlung von dem Porträt- Bildhauer Kawakzinsky fertiggestellte Robert Koch-Medaille. Anwesend war außer den schon Genannten der bisherige Ministerialdirektor Wirkl. Geh, Rat Althoff. Suchte Tageschronik. In Waidhofen-Thaya (Oesterreich) hat der Schlosser Zinnel in einem Tobsuchtsanfalle seine Fran und sein Töchterchen bestialisch ermordet. Als er vor zwei Jahren sein Haus anzündete, war er in eine Irrenanstalt gebracht ioorden. Kürzlich war er aus derselben als gänzlick; geheilt entlassen. Nach wenigen Tagen wurde er wieder tobsüchtig. Er hat sid) nun selbst der Gendarmerie gestellt. Spielpian der vereinigten zrankjurter Stadttheater. r^peruyaus. Dienstag den 18. Februar *): „Ein Walzertraum." Mittwoch den 19. Februar, abenbs 6 Uhr: „Die Meistersinger von der poelycheN Gestalt. Eme red)t tüchtige Krimhild war auch Frl. Wulf s. lieber die anderen Darsteller ist fchlechterdiiigs nichts zu sagen. -o. — Rudolf Presber, ein feines Talent im Gesänge von Liebesliedern, ein angenehmes Plaudertalent, vergeudet bie ihm eigenen Gaben der erwärmenden Frisck)e, wenn er seine gefälligen Kleinigkeiten drei Theaterstunden lang durch bie stechende Erbarmungslosigkeit des Rampenlichtes ihres niedlichen Tustes entzaubert. Presbers „Dame mit den dreiLi- lien", ein „phantastisches" Lustspiel, dem Shakespeare von ferner Ferne !>er Pate stehen soll, hat demgemäß bei seiner Uraufführung in Berlin nur einen lauwarmen Eindruck hinterlassen: dieses Gespiele im Rokokogewande ist ohne das Ge- funkel geschliffener Pointen, ohne den Sprühregen fpitzigcr Witze, ohne all jene leichtwehende Zierlichkeit, die einem Sommernachtstraumgetändel die flüchtige Schönheit leiht. Tie Fabel, nad) der der Tugendnimbus sanft schlafender Ahnen lieber nicht durch zufällig unverbrannt gebliebene Papiere durchkreuzt wird, von dem englischen Sudermann Pinero gelegentlid) weit drastischer und donnernder herausgekehrt worden als in dieser Komödie, die immerhin zu steif ist, um hinter die vernünftige Weisheit ein geriebenes Schalkeslachen zu setzen. Tie Grazie der ironischen Tändelei fehlt diesem Spiele ebenso sehr wie der sorschen und geradsinnig-humorreichen Art Presbers die Fähigkeit zum Poetisieren im geschnürten Rokokorocke. Und so kommt es zu äußerst fatalen Ausführlichkeiten, bevor sich der Prinz seine Prinzessin in die Arme schließen kann; ja selbst ins spiritistische Geisterkönigtum muß ein wenig kurzweiliger und kaum gruseliger Ausflug gemacht werden, auf daß bie Liebesbriefe der als Tugendheldin verschrienen Fürstin Valeska ihrem geheimen Schubfache entrissen werden können. Auch die spendable Ausstattungslauue des Neuen Schauspielhauses vermocht^ aus diese ernüchternde Weisheit nicht den verschönernden Schimmer hinabzusenken; selbst die Darstellung, die ein tüchtiges Niveau innehielt, konnte der steigenden Ermattung nur mit Mühe den Hemmschuh anlegen. — Ans bas vom Deulsck)en Sprad)verein erlassene zwölfte Pr ei saus sd; reib en: Tie „Anschauungen Goethes von ber beutschen Sprache" finb 20 Arbeiten eingegangen. Tie Beurteilung der zum Teil sehr uniicmgreichen Arbeiten durch sechs Preisrichter (bie Professoren Behag Hel in Gießen, Brenner in Würzburg, Miincker ui München, Paul Pietsch in Berlin, Scheibemantel in Weimar mib Wllmcmns m Bonn) wirb viel Zeit in Anspruch nehmen, jo baß bie Entscheibung bes Wettbewerbes kaum vor Ende biejeS Jahres erwartet werben kann. — Zum Direktor ber Düsseldorfer Kunst- g e ro er b e f d) ii l e wurde der Architekt Pros. Wilh. Kreis von der Kunstgewerbefchule in Dresden den Stadtverordneten zur Wahl oorgeschlagen, nachdem bie Verhandlungen mit Prof. —-1 b t i cf) in Darrn st adl gescheitert waren. Eine Prediat des Kaisers. Eine cnglische theo- Nürnberg." Donnerstag den 20. Februar: „Ein Walzertraum.' Freitag den 21. Februar geschlossen. Samstag den 22. Februar: „Madame Butterfly". Sonntag bcu 23. Februar, nachmittags halb 4 Uhr: „Die lustige Witwe." AbenbS 7 Uhr: „Amelia ober ber Maskenball." Schauspielhaus. Dienstag ben 18. Februar *): „Bei uns da drüben." Mitt- woch ben 19. Februar, nachmittags halb 3 Uhr: „Wilhelm 2eU." Abenbs 7 Uhr: „Minna von Barnhelm." Tonnerstag ben 20. Febr., abenbs halb 8 Uhr: „T'Erbschait." Hierauf: „Der rote Schornsteinfeger." Zum Schluß: „Verspekiilierl." Freitag ben 21. Februar: „Die Nibelungen". („Ter gehörnte Siegfrieb" unb „Siegwiebs Tob".) Samstag ben 22. Februar: „Ncuhau ber Weise." Sonntag ben 23. Februar, nachmittags halb 4 Uhr: „Ein Fallissement." 2(benb§ 7 Uhr: „Nora." Montag beit >24. Februar: „Die Nibelungen" („Der gehörnte Siegsrieb" unb „Siegsriebs Tob".) *) Ansang, wenn nicht anberS bemerkt, abenbs um 7 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Höchste Temperatur am 16.—17. Februar = 4- 5,0 0 C. Nlebrigste „ „ 16.—17. „ = + 1,2 ® C. Februar 1908 Bäionieler ' auf 0° rebuziert Temperatur ber Lickt Absoluie Feuchligkeil Relative Feuchtigkeit Wiubrichtuug Windstärke Weller 17. 9« 746,3 4,2 5,2 o4 SSW 4 Beb. Himmel 17. 936 739,1 1,4 4,9 96 SW 6 Regen 18. 734 735,5 4,8 6,2 97 WSW 2 Sprühregen V eäetioß'aisctoe des Giessener Anzeigers, mitge und Industi Frankfurter 15i°/0 Konsols .... 92.70 o% do 82.55 3^°/0 Hessen 9120 3^°/0 überliessen . . . ,92.00 4% Uesterr. Goldreute. . 99 00 4^5 % Uesterr. Silberrente 99.70 4 y0 Ungar. Goldrente . . 94 10 4% Italien. Rente . . . 104.20 3% Portugiesen Serie 1 62.40 3% Portugiesen „ III 62.80 4 ya °i0 russ.Staatsaul. 190u 93 75 4ya°j0 Japan. Staatsanleihe 88.35 4% k'onv. Türken von 19Uö 95.30 Türkenlose 146 60 4% Griecli. Monopol-Aul. . 49.00 4% äussere Argentinier . 86.00 ö°/0 Mexikaner .... 65.30 4>a°/0 Chinesen .... 96.00 Aktien: Bochum Guss 197.00 Buderus E. W 111.2b Tenden •.: befestigt. Cerliner Jllörse, 11 Canada E. B 140.10 Darmstädter Bank . . . 125.30 Deutsche Bank .... 235.40 Dortmunder-Union C. . . —.— Dresdner Bank .... —.— Tendenz: ruhig. teilt von der Bank für Handel io, Giessen. s, 18. Februar, 1.15 Uhr. ' Elektnz. Lahmeyer . . . 120.20 Elektriz. Schlickert . . . 104.30 Eschweiler Bergwerk . . 205 00 Gelsenkirchen Bergwerk . 182 80 Hamburg-Amerik. Paket! 118.00 Harpener Bergwerk. . . 197.00 Lanrahütte 212.00 Nordd. Lloyd .... 105.50 Obeischles. Eisen-Industrie 95.50 Berliner Hondelages. . . 158.00 Darmstädter Bauk . . . 125.80 Deutsche Bank .... 235.50 Deutsch-Asiat Bank . . 138.20 Diskouto-Kommandit. . . 174.00 Dresdner Bank .... 137.70 Kreditaktien 201.30 Baltimore- und Ohio- Eiseulabn 81.00 Gotthard bahu — Luin'uatd. Eisenbahn . . 25 4) Uesterr. Staatsbahu . . . 143.90 l’riuce-Henri-Eisenbahu . 117.50 i. Februar. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 196.c0 Lanrahütte 212.40 Lombarden E. B. ... 25.30 Nordd. Lloyd —.— 1 üraenlose 146.20 Kommt Kinder, Ihr sollt nach Hause gehen! Da, Mama schickt Euch Eure Mäntel unb ausierbem jebem Stinb fünf Fays echte Sobener Alineral'Pastillen. Ihr seid JaEfik erhitzt vom Spiel unb ohne Fays echte Sobener werbet Ihr W Euch erkälten. Tim hustet ohnehin schon wieber — bie hat gestern vergessen, ihre Sobener mit in bie Schule zii nehmen. Fays echte Sobener sinb wahre Wohltäter bes kindlichen T rganisums. Alan taust sie in allen Apotheken, Drogerien und Mmeralwasserhanblungen für 85 Pfg. pro schachtel, [hv-1/,. \N für* Kranke. Warme geschützte Lage am ™ lilierKUr 1 Ul Südabh. <1. Taunus. Behag). eingcricht. kl. M Anst. Speziallieilanstuii. Centr. Heiz. Sh u. Beleuchtung, neue Gesellschaftsräume, su ® 3a warme und kalte Liegehalle. Sorgsame gj Behandl. u. Verpiesnug. Diätkur, gj y EW 8 8 (Dependance für Minderbemittelte.) Prospekte franko Dr. M. Sclinlze-Kahlcyss, Nervenarzt. H0HHS Sanatorium Hofheim im Taunus. ■UUUJUT-.. ........ logische Zeitichrgi, öii „vomucitic Rcoicw", hat in'il)rem"Januar- hefte den Text einer Predigt veröjsentlicht, die Kaiser Wilhelm an Bord feiner Jacht „Hohenzollern" gehalten hat unb die unseres Wissens in Teutschlalid noch nicht bekannt geioorbcn ist. Ten Text dieser Seepredigt bildet. Ev. Luc. ö, 7: „Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schisse waren, daß sie kämen unb hälfen ihnen ziehen. Und fie lauten, und füllten beide Schiffe voll, also, daß sie sanken." Im Anschluß an dies Wort erklärte der 5tckiser: was für jene Fifchersleme das Winken gewesen sei — nämlich das einfache unb ursprüngliche Zeichen gemeinsamer Freude unb_ gemeinsamer Arbeit — das habe sich in unseren Tagen zu einer Sprache entwickelt, die jeder Seemann kenne, dem internationalen Eode der Soesignale. Dann suhr der Kaiser also fort: „Es gibt eine ähnliche -spräche für Christen, für alle die, die zuiammen auf dem Ozean des Lebens fegein und dem Hasen der Ewigkeit zusteuern. Auch diese ist eine internationale Sprache, ein Winken von einer Seite zur anderen, das besondere Signal der Mitglieder des ch,ristlia)en Bekenntnisses, und zugleich auch eine Sprache für die, die „in dem aiioercn Schiffe" finb, wenn nur bertelbe Herr Himer dem Signale steht unb bi: gemeinsame Segnung verbürgt. Hierin liegt die echte christliche Weisheit — nämlich bie, in allen Wegen und Wendungen des Lebens nicht nur das Wort des Herrn, lonbetn auch seinen Wink zu beobachten; und wer in lebendiger Vereinigung mit ihm steht, der lernt mehr unb mehr nicht nur feine Worte, sondern auch seine stillen Winke zu beobachten und zu befolgen." — Richard Wagner über die Wagnerianer. Interessante persönliche Erinnerungen über Richard Wagner kommen aus einer Chronik aus dem Todesjahre des Meisters zu Gesicht. Sie stammen von dem Sohu des damaligen Bürgermeisters von Bayreuth, Munüer. Es heißt da: „Wagner verdroß es, wenn man etwas Besonderes von ihm erwartete. Ec war in den letzten Jayren viel von eifrigen Anhängern und fanatischen Vereyrern umgeben. Er duldete sie, wenn auch nicht immer, doch lange um sich; aber er freute sich ihrer wenig. Selbständige Freunde zog er ihnen immer und oft augenfällig vor. Rach der ersten Aufführung des „Parsifal" erklärte er dem Beifall klatschenden Publikum, er nähme den Applaus für seine Künstler dankend an, aber iyn selbst möge mau nicht in gewöhnlicher Theatermanier ais Autor „hercrusrusen'^. Als beim nächsten Akt blmüe Anhänger die BeisailSäußer- rungen durch Summen uno Zi,chen zu unlerorücken strebten, da ries er in heftigem Zorn: Diese Wagnerianer sind die dümmsten Kerle u o n ber Welt; Tür unb Tor könnte ich mit beiten einrennen! — Kleine K u h st ck- roni k. Ein Gastspiel des Berünct Lustspielhaus-Ensembles sand am Sonntag beim Kronprinzen m Ammicrtheit des Kaisers statt. Es luurbe „Unfcrc Käthe" gegeben. Frau Jettchen Behs* geb. Kate iiiitgen Giessen (Alicestrasse 18), London^ den 17. Februar 1908. 2 'Seiler = + 5,0 • c. ■ A 9 Im nd Ohio- 81.« Annerod, den 18. Februar 1908. i-Eisenbehu . 1175 nachmittags V°4 Uhr statt. [1085 1073 Familien Lang und Moos 1081 Gießen (Neuen Baue 5), den 18. Februar 1908. 112 155 4—6 17 1070 Gießen, den 18. Februar 1908. 1084 geworden sind. 01114 4 6 2 251 143.6 1332 1330 i» u 1/ If II ii . 120.20 . 104.3) . 205 (f ) 345 19 46 15 1870 200 56 59 46 133 347 146 318 9 4 71 richte U2°k für Handel idelsges. . Bank , , nk . . . t Bank . mnaudit. . nk , . . > !-15 Uhr, meyer. . ickert . . ergwerk . Heute und morgen: Fasclochsensleisch 4V Pfg. [L^/., Freitag, den 21. Februar kommt im Mark- und Gemeindewald zu Bellersheim folgendes Bau- und Nutzholz zur Versteigerung: Bellersheim, den 17. Februar 1908. Der Markmeister. Bopp. Zusammenkunft ist oberhalb Fünfhausen. Beuern, den 17. Februar 1908. Großhcrzogliche Bürgermeisterei. I. V.: Otto, Beigeordneter. Für die Beweise herzlicher Anteilnahme während der Krankheit und bei dem Hinscheiden unseres geliebten Söhnchens, sowie für die zahlreichen Blumenspenden, sagen wir Allen unfern tiefgefühltesten Dank. Namen der trauernden Hinterbliebenen. Familie Wilh. SCessSer „ Fetee* Witt ,, He^nr. Sdhäfes* haust gchkt uni) außerdem jede- „ ihPasnllen. Hr in. , > Lodener werdet B: ton wieder - die U® „eSliiule.zunchW. Müler des hnblidjc itbticn,5)ronerien^ pro 2 WL Ihv: „ Derbstangen, 5,56 Fm. „ Reisstangen, 3,23 Fm. Rm. Buchen-Scheit, Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. Februar, nachmittags 21/2 Uhr auf dem alten Friedhoi statt. 1086 ®eb- Hi'mnkl Jtegen cPrät)regen Innigen Dank zugleich den evangelischen Schwestern für die liebevolle Pflege, die sie der Entschlafenen haben angedeihen lassen. Die KinterfoBiebenen Giessen, "Wieseck, 17. Februar 1908. Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, den 20. Februar, mittags 2x/4 Uhr. 1075 1 Bergwerk . 1828) oerik. Paket*. 118.0 rgwerk. . . 19;II; .....212.« ......105.« iseu-Iudnstrie 95.5) u. . . iseubabn .tsbahu. HoZzversteigerrmg. Freitag, den 21. Februar d. I., von vorm. O Uhr an, soll in dem Beuerner Gemeindewald in den Distr. Burghain und Heegwald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 9,32 Fm. Fichten-Derbstangen, 6 Rm. Buchen-Scheitcr, Im Namen der trauernden Hinterbliebenen : ßcä@if Beäir. Die Drucksachen für Gr. Landgericht und Gr. Staatsanwaltschaft Gießen für das Etatsjahr 1908 sollen auf dem Wege der beschränkten Submission vergeben werden und bleibt es überlassen, bis zum Samstag, den 14. März 1908, vorm. 10 Uhr die dahier gebräuchlichen Drucksachen auf der Kanzlei einzusehen und Angebote auf der Gcrichtsschreiberei ab- zugeben. B18/, garantiert rein, empfiehlt 468] Em'.t Fischbach. Reisstangen, „ 4—6 Todes-Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass unser guter Vater, Schwiegervater und Grossvater Herr Zimmermeister Jakob Kessler gestern abend 8 Uhr nach kurzem Leiden im Alter von 8o Jahren sanft entschlafen ist. TotSes-^nzea^e, Heute abend 8% Uhr verschied nach kurzem Leiden im 78 Lebensjahr unsere geliebte Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante Anfang der Versteigerung vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft der Steigerer an der Kreisstraße Bellersheim-Traiß-Münzenberg am Eingang m den Wald. „ Kiefern, < Rm. Buchen-Stock. Zusammenkunft oberhalb dem Ort auf dem Läusberg. Rödgen, am 17. Februar 1908. Großh. 'Bürgermeisterei Rödgen. Kelranntmachung. ßn der Zeit vom 8.—15. Februar 19Uö ivurben in hiesiger Stadt gefunden: 1 Damenuhr mit K^tte, 1 Pelzkragen und eine Pferdetraggurte; verloren: 1 goldene Reinontoiruhr mit Wein- und Bierzipfel, 1 seidener Tamengürtel, roter Farbe, 1 rot- ledernes Portemonnaie, Inhalt 4.36 Mk., 1 schwarzer seidener Arbeitsbeutel, Inhalt 1 paar Strümpfe und ein Messer, und 1 goldener Zwicker. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegen st ände kann an jedem Wochentag von 11 bis 12 Uhr vor - mittagsund4bis5Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde, Zimmer Nr. 1 erfolgen. Gießen, den 15. Februar 1908. Groscherzogliches Polizeiamt Gießen. Reinhart. Holzversteigermng Freitag, den 21. d. Mts., vorm. von 10 Uhr "t, soll im Rödgcner Gemeindewald, in verschiedenen Distrikten nachstehendes Holz versteigert werden: 6 Fichten-Stämme, 1^25 Fm. Todes-Anzeige. Gestern mittag 12 Uhr entschlief sanft nach langem, in Geduld ertragenem Leiden, mein lieber Mann, unser guter Baier, Schwiegervater und Großvater Heinrich Dörr IV., Pslchmcher im Alter von 56 Jahren. Dies zeigen tiechetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Annerod, den 18. Februar 1908. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. dss. Mts., . 158.1)1 . 125.8) . 2355. . 138.2V . 174,0) . 137.70 . 20135 Familien Handloser und Stäbe. Gießen, Wieseck, den 18. Februar 1908. [1071 Dtlrannlmachimg. Bett.: Dläschenausschlag unter dem Rindvieh zu Annerod. Bei einem Gemcindcbullcn, sowie bei je einer Kilh des Heinrich Wagner, Wilh. Brück, Will). Hammel III. und Wilh. Hammel IV. zu Annerod ist Bläschenausschlag sestgeftellt worden. Gießen, den 13. Februar 1908. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Lana ermann. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Friedhöfe vom 16. Februar bis 15. Mär; von morgens 8 bis abends 6 Ubr geöffnet sind. Die Schließung des Friedhofes wird durch Läuten der Fried- hossglocke angezeigt. Ber Beginn des Läutens muß der Friedhof sofort verlassen werden. Eine Viertelstunde nach dem Läuten werden die Friedhofstore geschlossen. Gießen, den 15. Februar 1908. B17/2 .Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden beim Heimgänge unseres lieben Sohnes, Bruders u. Schwagers Wilhelm Moos sagen auf diesem Wege aufrichtigen Tank ii n Knüppel, ii Kiefern- u Wellen Buchen, Eiche-Stämme, von 15—30 cm Dchm. von 9—19 m Länge, 32,84 Fm. Fichte-Stämme, von 15—35 cm Dchm. von 15—19 m Länge, 89,61 Im. Derbstangen, v. 7-=-12cmDchm.v.8—HrnLge.,59 Fm. Macht das HiiiiWe Metall spiegelblank uni) schmiert nicht. In Glas- ffnfrflPtl^10'20'30 u. Blech- MMNu.50Pfg. Ueberall zu haben. Fabrikanteu: Itubszynski & Co. Berlin NO. hv®/2 HerzBiohen Sank für alle Beileidsbezeugungen, die uns beim f ode unserer lieben Mutter, Gross- und Schwiegermutter Fran Mik ttrie Mer, von lieben Freunden und Bekannten zuteil Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Blumenfperrden bei der Beerdigung unserer lieben Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Fra Elise Marg3Felekierif«,gel. Eil sagen wir allen innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Kaspar Becker und Familie Holzversteigerung. Freitag, den 21. Februar 1908, werden versteigert aus Distrikt Noll 1, 2 a, 3, 4 und Lemberg: Stämme: Eichen, 1 Stück von 42 cm Dchm. und 6 m Länge, mit 0,83 Fm. Derbftangcn: Eichen, 5 Stück mit 046 Sui. Scheiter, rm: Buchen, 134 1. Kl., 4 2. Kl., Eichen 1, Fichten 3 2. Kl. Knüppel, rm: Buchen, 186 1. Kl., 16 2. Kl., Eichen 30 (hierunter 6 rm 3 m lang) 1 2. Kl., Kiefern 32 1. Kl., 4 2. Kl., Birten 2, Fichten 7 1. Kl. (hierunter 4 rm 2,5 m laug) 1 2. Kl., Asocr 7 2. Kl., Äirschbaum 2. Reiser, rm: Buchen 216, Eichen 72, Kiefern 22 lausgeknüppelt) stocke, rrn: Buchen 38 1. Kl., 2 2. Kl., Elchen 12, Kiefern 17, Fichten 8 2. Kl. Zusammenkunft vormittags 11 Uhr auf der Krcisstraße Apvenborn-Wenersham, an der Abfahrt in den Distrikt Noll. Das zeritreut„fitzende Dürr- und Winofallholz wird nicht vorgezeigt. Nähere Auskunft eriefttForstwart Leyerer). zuLdenhausen. Londorf, den 15. Februar 1908. ßis/. Freiherrliche Oberfürsterei Rabenau. Schmied er. geschützte Lage™ khacl. eingencM-ö. mstaii. Centr.He» , GeseUschaftsräucie, ,eh all'. Sor^ame KS. Diätkun kl in d erbemittel te.) lenyzl. .unus- die hat und , qemcken ift.. - 7 9 Uiiö sie roinftGx M-Kr W 11 uti,' Mishtli^ - »n d-m/Z ps w Hfl«.? :lfli!eii ii e ...» niOil : >ic 'M1 njiö * 1A*‘r Kiefern- „ Buchen-Knüppel, Eichen- „ Nadel- „ Buchen-Reiscr, Eichen- „ Kiefern- „ Buchen-Stock, / Eichen- „ Nadel- „ Infangskarse. rgwerk. . . 196x0 .....212.40 ' B. ... 25,30 . ’Ä drilben.« av. ’ unb ffi««: te* , _______Dr, Schmuttermaier._____________ Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Lich. . Dienstag, den 25. Februar, vormittags 9V2 Ubr, in den Dutrckten Graudorit und Konzebühl: Scheiter, Nmtr.: 238 Buchen, f Eichen, 4 Aspen,- .Knüppel, Ruttr.: L28 Buchen, 90 Eichen, 3 Äief.; flocke, Nmtr.: 88 Buchen, 30 Eichen, 4 Kiefern: Neisholz-Wellen: 4M Buchen, 1040 Eichen. — 2 Buchcu-Abfchuittc von zirka 50 cm Inttendurchmesscrund zirka Omi Langef 12Eichcmtangcn und i Langwiedcustauacu zu Deickiclu und Langwieden geeignet. 4^ie Zusammenkunft ist im Graudorn beim Häuschen._____Bu/2 Oeffcniliche Vergebung. Die Lieferung der für daZ Gr. Landgericht und Gr. Staatsanwaltschaft Gießen im Etatsjahr 1908 erforderlichen Schreibmaterialien und Buchbinder- arbeiteu sollen auf dem Wege der Submission vergeben werden, und können daher Angebote sowie Muster der Materialien verschlossen vis zum Eröffnungstermin Samstag, den 14. März 1008, vorm. 10 Uhr auf der Gerichtsschreiberei Gr. Landgerichts, Zimmer Nr. 33, kostenlos niedergelegt werden. Bezüglich der Beschaffenheit der Schreib- und Konzeptpapiere wird auf die Bekanntmachung Gr. Staatsnnnisteriums vom 17. Jan. 1907 (Reg. Bl. Blatt Nr. 7 von 1907), betr. Erlaß von Bestimmungen über Verwendung von Papier bei den Gr. Staatsbehörden, verwiesen. Die Vergebung erfolgt unter den in Änlage A des Erlasses sämtlicher Ministerien vom 16. Juni 1893 enthaltenen Bedingungen, die, wie auch der Buchbinderarbeit, dahier einzusehen und kostenlos rrhältlich sind. Die Zuschlagsfrist beträgt 10 Tage. Gießen, den 15. Februar 1908. Gerichtsschreiberei Gr. Landgerichts: Dr. Schmuttermaier.DI8/2 Am Marktplatz m Marktplatz L U M te ■’BF OHrteäUia-äte ze Kleiderstoffe für die Konfirmation sind eingetroffen. Schwarz Mohair Schwarz Crepe Schwarze Fontes Schwarze Cheviots j Schwarz Satin-Tuch von billigsten bis zu den besten Qualitäten. a“/, Ein kosten feine Satin - Tuche 110 cm breit nur in schwarz weit unter Preis. ftföass-Abtesäung. Anfertigung eleganter Eingang der neuen Frühjahrsstoffe. Mk. 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Februar 1908. 0^/2____________________________ LircisstraKenbauamt Zu haben in allen Kolonialwaren-, Drogen- und Seiten-Geschäften. ssM/10 Holzverfteigernng Dicndrag, den 25. Februar lsd.Fv. werden aus ucit Distrikten skörrnberg, Lindes und Hegwald der Forstwariet Stornfeis oer- iteigert: Stamme: Mtefeni, 4. SH. -- 0,80 Fm., Fichten, 1 St. 3 Kl. = 1,27 6111., 5 Sl. 4. Ml. = 5,01 Fm., 55 St. 5. Kl. — 25,18 Fm.,' Derb- stangen: 10 Fichten — 0,64 Fm.^ Nutrtnüppel: 14 Dirn. Fichten, 3 m lang; Nutrreifig: 117 Run Fichten, 6—10 m lang izu Eerüst- stangeu, Lattenholz geeignet). Scheiter, Buchen: 230 Jim. 1. Kl., 88 2. 5tL; Mnuppel, Nm.: 164 Buchen, 34 Eichen, 28 Erlen 1. 5tL, 10 Erlen 2. ML, 8 Fichten 2. 5tL; Mnüppclreiüg, Rm.: 04 Eichen, 16 Erlen: gewöhnliches Reisig, Rm.: 606 Buchen «hierunter 163 Rm. Siammreifig), 20 Fichten (Bohnenstangen),- Stöcke, Rm.: 121 Buchen L. ML, 3 Buchen 2. ML, 12 Fichten. Zusammenkunft lOVs Uhr vorunttags im Hegwald auf der Hungen-Schottener-Strabe — Billingerweg. Das blau unterstrichene Holz kommt nicht zum Ausgebot. Weitere Auskunft erteilt (Äroszh. Forstwart Fatob zu StorntelS. EichelSdorf, den 15. Februar 1908. Grogherzogliche Oberförsterei Eichelsdorf. DasBpfwascliaBstalt Edelweiss Friedrich Wöruer Tel. 487 Krofdorfer Strasse 12 TeL 487 Haushai tungs- und Aussteuer-Wasche Amerikan. Kein-Wäscherei und Neuplätterei für Oberhemden, Kragen, Manschetten und Vorhemden unter Garantie für absolute Schonung. Abholen u. Bückllefern durch eigne Wagen. Eilige Aufträge können in wenigen Stunden. spätestens 3 Tagen, geliefert werden. — Nach auswärts prompter Versand. — Nur waschen und trocknen 40% Preisermässigung. Verdingung. Die Stadt Marburg hat die Lieferung von 150,00 cbm Grau- wackeu-Pflasiersieine zu vergeben. Angebote sind bis zum Sonnabend den 29. Februar 1908, vormittags 11 Ubr beim Stadtbauamt einzureichen, woselbst auch die Unterlagen zur Berdingung gegett eine Gebühr von 0,50 Mark W erhalten sind. Marburg, den 15. Februar 1908. Der Magistrat.Das Stadtbauamt. B% Die Anfertigung der Unisormbeklcidungsstülke für die Beamten der Möniglicheu Eisenbahndirektton Frankfurt a. Al. für dar Rechnungsjahr 1008 soll entweder ungeteilt m Frankfurt a. M., oder in vier Losen geteilt und zwar für Frankfurt a. Ai., Fulda, Giene» und Limburg verdungen werden. Die Gesamiauieriigung erstreckt sich auf rund: 900 Röcke, 6000 Hosen, 1000 Paletots und 5000 Foppen. Die Anfertigung ver teilt sich gleichmäßig auf das ganze Fahr. Bedlngungeu und Au gebolsmuster liegen auf dem Rechnungsbureau, Hcdderlchsirage b.. vr., Zimmer 2 zur Einsicht aus, auch können dieselben von unseret kanzlet, Hedderichjtrasze 67/60 11. St für 60 Pfennig bezogen werden. Dte Angebote, die ine Aufschrift tragen müssen: „Angebot auf Anfertigung von Umformbekleidungsflücken" find an das Rechnungs- burenu Hedderichstrage 65 einzusenoen. Dte Eröffnung derselben findet am 28. Februar d. Js., vormittags 11 Uhr tut Zimmer 21 unseres Hauptkassengebäudes, Heb- derichstrasze 61, 11. statt. Holzverstergerrrng Dienstag, den 25. Februar d. F. werden versteigert aus den Distrikten Bornberg, Buchwaldskops, Htnterster Huck, BilSberg, Dingertvald, Geihelslrauch, Winkelrain, Btrkwald, Heiligenberg, LranUops uni) Hammers loch der Fvrstw artet Lumda sowie aus den Distrikteu Fgelshain, Sauptatz, Schmtotbuich, Ltmtuelberg, Lichterwaid und Heegberg der Forstwartei Atzenyatn und aus dem Dtstrttt Mutige Buchen der Forstwartet slleinhardshatit. Stamnte: 5 Etchen 3 Ul. — 4 Fm., 34 Eichen 4. Ml. = 27 Fm., 37 Eichen 5. ML — 18 Fm., 37 Eichen 6. ul. = 12 Fut., 3 Buchen 2. Ml. — 3 Fm., 5 Buchen 3. ML = 4 Fm., 10 Buchen 4. Ml. = 7 Fm^ 1 Mieter 1. Ml. = 1 Fm., 1 Mieser 2. Ml. = 1,5 Fm., 12 Mietern 3. ML -- 11 Fm., 50 Mietern 4. ML = 39 Fm., 33 Mietern 5. ML — 12 Fm., 1'Fichte 1. ML = 1 Fm., 2 Fichten 2. Ml. — 3 Fm., 27 Fichten 3. ML = 47 Fm., 35 Fichten 4. Ml. — 37 Fm., 43!) Fichten 5. ML = 141 Fm.; Derbstangen: 44 Fichten 1. Kl. — 5 Fm., 128 Fichten 2. ML = 8 Fm. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr im Distrikt Börnberg bei Lumda bei Stamm Nr. 1272. Nur das Holz tm Distrikt Bornberg wird bei der Bersteigeruug oorgezeigt, alles übrige Holz wird von vormittags halb zwölf Uhr au bet Herrn Wirt Schultheiß in Lumda verkauft. Die Sluinmern des zur Berstetgerung kommenden Holzes sind blau unterstrichen. Grünberg, 17. Februar 1908. Grotzh. Oberförsteret Grünberg. erzielt man mit Dt Thompson SEIFENPULVER Städt. subv., unter Staats, aufsicht . _ - stehend. Besinn <5es bomaierscmesters: 27. April 1908. *• Jahreskiassen für xuul Jm . .>ahren; Ktiufrn. u. wissenschaftl. Ausbildung bis zum e inj ähr. Examen’ IL Halbjährige Handelskurse tür junge Leute von 16—30 Jatuen: Ausbildung zur kaufmänn. Praxis und Selbständigkeit. £ Schul- u. Pensionatsraume in imposantem Neubau. Gute Vei-pQecmng u gevzissenh. Beaufsichtigung. Ausführl. Prosp. d. d. Direkt. A. ißuri- Wir bitten um Besichtigung unserer Schaufenster- und Innen-Dekoration A. & Cie. a17/,_______________________________________ Kein nur ÄÄt- Henkel & Co. Düsseldorf. ista-äoziige ■ -Minos in großer Auswahl zu verleihen. Neuheiten auf Lager. Johi Kland 6_____Weidengasse 1 — Caf<5 Krämen 961 ’S CSEIfENPULVER DCTHOMPSON'S 1 rn ■ Brückenau Kgl. Bayerisches DUneralbad ist Blasen- und Nierenkranken rum Besuch dringendste empfehlen; ebenso zur Haus-Trinkkur das lliemarzer Wasser aus dem KgL Mineralbrunnen MI zu Bad Brückenau. «6$ Desaelbe ist von hervorragender Heilwirkung bei Hamsaurer Diathese ,Gicht, Nieren-, Stele-, Griea- ßy u-Blaaealelden, sowie all übrigen Erkrankungen der R' M Bc*l narnorgtine. 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