Samstag 17. Oktober 1908 158. Jahrgang Nr. 245 Zweites Blatt Erschein! tö-ttch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener Karnilienb'.iMer- werden dem .Anzeiger" oiermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für bcn Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit* fragen" erscheinen monatlich zweimal. Rotationsdruck und Verlag der Grühpschea UniversilätS - Buch- und Tteindruckerei. ÖL Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion:e-^II2. TeL-Adr^AnzeigerGießen. Maßgebende Wiener Kreise stehen dem Kongreßvorschlage zurückhaltend, doch nicht gegnerisch, gegenüber. Von territorialen ^Kompensationen an Serbien und Montenegro kann nach der Aus- sassling hiesiger politischer Kreise keine Rede sein. Punkt 7 des jMngreßvorschlags betrisst vielmehr die Realisierung der Donau- Adriabahn durch Trassenführung über Mitrowitza nach Montenegro, wozu natürlich in erster Reihe die Zustimmung der Türkei nötig wäre. • Ein Artikel der „Köln. Ztg." kommentiert bic in einer Mel- Lung der „Agence Havas" angegebenen Programmpunkte für die geplante Konferenz und bemerkt u. a. dazu: Das Wichtigste eii dem Programm ist dasjenige, was es lischt ent- 1) ä 11. Es ist zunächst festzustellen, daß kein Wort von einer Zierlichen Verbürgung des Besitzstandes der Türkei sich findet. Darin liegt nach unjerer Ansicht ein großer Fehler. Man konnte annehmen, daß Großbritannien dafür sorgen werde, daß in das Programm irgendeine Garantie des türkischen Besitzstandes aup genommen würde. Das geschah nicht, und diese Lücke wird»in der Türkei sicherlich sehr unangenehm empfunden werden, dagegen ist es ein Gewinn, daß die Dardanellenfrage aus der Erörterung ausgeschaltet ist. Damit verschwindet ein Punkt, um der sich dann offen an die Spitze der kriegerischen Bewegung stellen werde. Die Boykottagitation gegen die österreichischen und bulgarischen Waren wird in Konstantinopel und in der Provinz durch Wort und Schrift eifrigst fortgesetzt, nur wird infolge der Befehle seitens der Pforte und des Komitees die Anwenduiig von Gemalt vermieden. Derzeit verweigern in beinahe allen europäisch- und asiatlsckx-türkischcn Häsen die türkischen Arbeiter und Bootsleute die Ausladung der Lloyddampfcr. Die geschädigten Kaufleute, die große Verluste erleiden, erheben bei den Behörden und bei dem Komitee Protest und verlangen vergebens die Ausladung der Dampfer. Der Dampfer „Achilles" des österreichisä-en Lloyds ist in Port Said angekommen und berichtet, daß der aufgebrachte Pöbel von Beirut die Mannschaft mit Revolvern und Messern bedrohte, um die Landung der österreichischen Post zu verhindern. Der „Achilles" geht nach Alexandria, uni die Ladung und die österreichische Post einem anderen Schiffe zu übergeben. B a g d a d war gestern der Schauplatz von Unruhen. In der Mohamend Moschee hatten sich Muselmanen, Christen und Inden versammelt behufs Einigung über ein Programm. Die Vioschce war früher nie von Andersgläubigen betreten worden. Ehe iwd) die Beratungen beginnen konnten, wurden im Innern der Mofchee die Christen und Juden angegriffen, wobei zahlreiche Verletzungen vorkamcn. Hierauf plünderten Araber einen Teil des Geschäfis- viertels. Der Basar in Bagdad ist seit gestern gesperrt. * Der russische Minister des Aeußern, Iswolsky, begab sich gestern vormittag nach Paris. Der russische Botschafter Graf Benckendorsf, das Personal der Botschaft und der Vertreter Sir Edward Greifs gaben ihm das Geleit zum Bahnhöfe. rrrssiand. Die Minister F i c v l e r und Pradek haben infolge der Auslösung des böhmischen Landtages ihre De- mission eingcreicht. . . Der Heeresaus schuß der ungarischen Delegation nahm das Oroinarium und das Ertraordinarium des Heeres unverändert an. Der B o t s cha s t e r v. T s ch i r s ch k Y ist gestern abait> in Budapest eingetroffen und vom Kaiser Franz Josefs in besonderer Audienz empfangen worden. Der Botschafter überreichte ein eigenhändiges Schreiben des deutschen Kaisers. r. , Der Internat. A rb eiter versrcherungs- Koiigreß in Rom wurde gestern geschlossen. Der nächste Kongreß findet in Amsterdam statt. Aus Lissabon wird gemeldet, daß in der portugiesischen Stadt Azambuja anläßlich der städtischen Wahlen politischeUnruhen ausbrucheir. Die Monarchisten und Republikaner gerieten in Streit und Militär mußte herbergerufen werden, um die Ruhe wieder herzustellen. Dabei wurden 5 Personen getötet, 23 schwer und 40 leicht verwundet. t Wegen Beteiligung an der E r m o r d u n g des früheren Dumaabgeordneten Herzen stein, wurde der Angeklagte Polownjew vom Schwurgericht zu 6 Jahren Zuch^ Haus verurteilt. . Zur revolutionären Bewegung in Perfren. Nachdem Ain ed Dauleh mit seinem Detachement uner»' wartet geflohen ist, haben die Revolutionäre und der Pöbels die dem Schah gehörigen Gebäude, in denen Ain ed Dauleh bis zur Flucht gewohnt hat, demoliert. ranLtagrwahlbeioegung. Wahlbezirk Gießen-Stadt. Der Freisinnige Verein beschäftigte sich in seiner gestrigen gut besuchten Hauptversammlung mit der Landtagswahl. Der Vorsitzende Justizrat Metz führte aus, es habe von Anfang an keinem Zweifel unterliegen können, daß auch dieses Jahr wieder Geh. Justizrat Dr. Gutfleisch als Kandidat für die Landragswahl aufgestellt werden sollte. Bereits im November sei bei dem nationalliberalen Parteivorstand angefragt worden, ob sie die Kandidatur Dr. Gutfleisch gemeinsam mit der freisinnigen Partei aufstellen wolle. Der nationalliberale Vorstand, sagte zu, daß er diese gemeinsame Kandidatur ihrer Ende September statt-' findenden Mitgliederversammlung im befürwortenden Sinne unterbreiten wolle. In einer späteren Mitteilung des Freisinnigen Vereins sei vorgeschlagen worden, wiederum gemeinsame Wahlmänner aufzustellen. Inzwischen sei die Unterstützung Dr. Gui- fleisch nach einem Bries von der nationalliberalen,Parteileitung von der Voraussetzung abhängig gemacht worden, daß die Mainzer Freisinnigen von hier aus um die Unterstützung Dr. Pagenstechers angegangen werden sollten. In einem Bries des national- liberalen Parteivorfitzenden an Geh. Justizrat Dr. Gutfleisch wurde dies sogar als Bedingung für die Untersttitzung des freisinnigen Kandidaten gestellt. Eine Unterstützung der Kandidatur Pagen- stecher sei nach der politischen Konstellation iu Hessen völlig ausgeschlossen gewesen, und schon deshalb nicht möglich, weil in Mainz eine Kandidatur Pagenstecher überhaupt nicht vorhanden sei, sondern nur zwei gemeinsame Kandidaten der Nationalliberalen und des Zentrums. Aus eine nochmalige Anfrage, ob die Nationalliberalen die Kandidatur Dr. Gutfleischs bedingungslos unterstützen, und eine gemeinsame gleichmäßig zusammengestellte Wahl- männerliste aufstellen wollten, kam dann am Donnerstag die Antwort, daß es der nationalliberalen Partei mit Rücksicht auf das Verhalten der freisinnigen Partei in Hessen unmöglich sei, die Kandidatur der freisinnigen Partei rückhaltlos zu unterstützen. Die Erörterung darüber, ob es von der nationalliberalen Partei von ihrem Standpunkt aus politisch klug gewesen sei, so vorzugehen, könne heute unterbleiben; es gelte jetzt, selbständig und mit Energie für den fteifinnigen Kandidaten einzutreten, damic ihm ein möglichst einmütiges Vertrauensvotum der Bürgerschaft zutefl werde. Uebrigens seien nicht alle nationalliberalen Partei- angehörigen mit dem Befchluß ihrer Mitgliederversammlung einverstanden, von Professor Dr. Biermann sei bereits ein Schreiben in diesem Sinne eingegangen, in dem zugleich gebeten wurde, bei der Aufstellung der Wahlmännerliste für Dr. Gutfleisch die Universität nicht zu vergessen, ihre Angehörigen würden jederzeit für den Ehrendottor der Ludovieiana eintreten. (Lebh. Bravorufe.) In der Diskussion ergriff Beigeordneter Georgi das Wort, um zunächst einen Rückblick auf die politische Entwickelung des Reichstagswahlkreises zu werfen. Bis 1880 sei der Wahlkreis stets durch den Freikonservativen von Rabenau vertreten gewesen. Dann sei es infolge der Begründung des Vereins der Fortschrittspartei gelungen, Dr. Gutfleisch zu wählen. 1884 und 1887 siegte der Nationalliberale Buderus und 1890 wieder Dr. Gut- fleisch, trotzdem er im Wahlkreis nicht agitierte. Er wurde in Friedberg und Gießen gewählt und entschied sich auf Drängen der Berliner Parteileitung für Friedberg. Bei der Nachwahl ging das Mandat mit wenigen Stimmen an den Antisemiten Pickenbach verloren. 1893 siegte Köhler, ebenso 1898, trotzdem in letzterem.Jahr die beiden liberalen Parteien e; ien gemeinsamen Kandidaten aufgestellt hatten. 1903 gelang es dann, durch die Eichener Anzeiger General-Anzeiger fir Sderhesfe« rttsZnes jsnMeton. — Erinnerungsmunzeder Landesausstellung. Die Hessische Landesausstellung für freie und angewandte Kunst erläßt soeben eine Aufforderung zum Wettbewerb zu Entwürfen für eine Erinnerungsmünze. Sie soll allen an der Ausstellung beteiligten Ausstellern zur Erinnerung überreicht werden. Die '.lusführungsgröße soll 25 qcm im Quadrat nicht überschreiten, die Form der Medaille bleibt sreigestellt. Für den besten Entwurf wird ein Preis von 500 Mk. verliehen. Das Preisgericht besteht aus Minister des Innern Dr. Braun, Prof. Habich, Prof. Hölscher, Prof. Dr. Müller und Prof. Schar- vogel. Die Entwürfe sind bis 1. Dezember einzureichen. — Ein Olbrich-Museum. Anläßlich der gegenwärtig im Ernst-Ludwig-Ausstellungshaus stattfindenden Olbrich- Ausstellung wird an zuständiger Stelle lebhaft der Gedame der Errichtung eines ständigen Olbrich-Museums erwogen. Eine große rheinische Stadt (Jedenfalls ist es Köln. D. Red.), die die Ausstellung später auch in ihren Maliern dem kunstsinnigen Publikum zugänglich machen wird, geht auch mit der Absicht um, ein Olbrickj-Museum zu errichten. Gs sind aber, wie wir hören, bereits Schritte eingeleitet worden, die wertvolle Olbrich-Sammlung für die Stadt Darmstadt dauernd zu erhalten. Das schöne Wohnhaus Pros. Olbrichs auf der Künstlerkolonie soll nach dem Wunsche des Verewigten dauernd in unveränderter Weise erhalten bleiben und wird voraussichtlich später zur Unterbringung des Olbrich-Museums verwendet toerben. — Wie wir weiter hören, werden die größeren Arbeiten, die Professor Olbrich im Rheinland unvoll enoe t h lnter - lassen mußte, von einem seiner Schüler, Herrn Richard "Schm iot aus Gießen, fertiggestellt. Herr Richard Schmidt gehörte hier zu den Schülern des Verstorbenen und, kam dann als hehrer an die Kunstgewerbefchule in Mainz und später in gleicher Eigenschaft nach Hamburg. , _ _. — Ein Katalog der Bücherei Goethes. Die Neuordnung des Inventars im Goethe-Nationalmuseum zu Weimar schreitet rüstig fort. Insbesondere sind die Vorarbeiten zu einem Kataloge der Bücherei des Dichters, dessen Llusgabe ProMor Dr. E. Schüddekopf (Weimar) unternommen hat, beinahe zu Enoe geführt. In der Brbleothek sind die europäischen Literaturen, Geschichte und Reisen, Archäologie und Kunstgeschichte, aber auch Naturwissenschaft, besonders CptiE und Botanik, reich vertreten. Daaeaen fehlt, was man wohl hauptsächlich vermißt, größtenteils die zeitgenössisckie Literatur des 18. Jahrhunderts, nach Ansicht Schüddekopfs wahrscheinlich deshalb, weil Goethe und- Schiller sich an einer Auktion der weimarifckien Bibliothek im ^zahre 1 < Jy mit einer großen Zahl ihrer Bücher beteiligt haben. er Katalog in([ sich zu einer Grsamtübersicht über die Quellen gestatten, aus denen Goethe i'civ.c universelle Bildung schöpfte. Denn für chn ivaren seine Bücher, wie seine übrigen Sammlungen, rein totes Kapital; an seiner Bibliothek hastet ein Stück seiner geistigen Entwicklung. Daher wird es die Hauptaufgabe eines Verzeichnisses seiner Bücherschätze sein müssen, alle die feinen Faden zu verfolgen, die von diesem zu seinen Schriften hinüberspielen. Diesen Grundsätzen entsprechend wird der zu druckende Katalog alle in den Büchern befindlichen handschriftlichen Eintragungen Goethes verzeichnen. Auch alle handschriftlichen Dedikaiionen, die sich in den Goethe dargebrachten Werken finden, sollen nut» verzeichnet werden. Um aber zugleich eine Übersicht über die oesarnte sonstige Lektüre zu gewinnen, und -amtt einer Untersuchung über Goethes Quellen vorzuarbeiten, sollen dem Katalog mehrere Beilagen zugesügt werden, so z. B. em Verzeichnis der von Goethe aus den Bibliotheken in Weimar, Jena und Götttngen entlehnten Bücher und die von ihm selbst in die erwähnte Auktion der Weimarer Bibliothek gegebenen Bücher, soweit sie noch als solche nachweisbar sind. , ...., _ . — „S e N j a l i o u s n o v 11 a t. In einem oberheßiichen Land- städtcheil kündigte kürzlich die „Thealerdireltion" eine Aussührnug folgendermaßen an: . . , , Herrliches Schauspiel! SenfationSnovitat! Der S t r o in. Alles Nähere die Zettel. Wie tief ist die .hochwohllöbliche Direktion" in die Bedeutung des Halbe'schen Schauspieles eingedrungen. Wie großzügig und bedeutend klingt das: „Seiisationsnovitäl". Es ist nicht einzufehen, warum Mar Halbe fern Sclwiifpiel nicht jo genannt hat. Hoffentlich bekommt er jetzt em Einsehen und gibt feinen zukuickligen Werken die richtige Ärtbezeichmmg. Es macht sich doch auch vor- uehmer, so ein nettes, schönes Fremdwort. Und warum wären ivir denn Deutsche, wenn wir keine Fremdwörter brauchen ivollten! — Deutsche Studierende in Amerika. An der Harvard-Universität zu Cambridge U.S. A. ist vom beginnenden Wintersemester ab eine Einrichtung getroffen, die für die Forderung d?S deutsch-amerikanischen geistigen Austausches erhebliche Bedeutung zu gewinnen verspricht. Die Korporation der Universität hat sich nämlich vom 1. September d. I. auf zehn ^ahre bereit eMärt, eine Anzahl fortgeschrittener deutscher Studierenden, bis zu fünf im Jahre, die vom preußischen Unterrichts nnniltenum empfohlen werden, in allen Abteilungen cer Universität von den regelmäßigen Unterrichtsgebühren zu befreien. Da diese Gebühren je nach den UniverMtsabteilungen 600 bis 800 Mark jährlich betragen, so darf darin eine Ivesentliche Erleichterung des Studiums an her Harvard-Universität insbesondere für solche Studierende erblickt werden, die sich einem tieferen Studium auf einem einzelnen speziellen Gebiet widmen wollen. — Kleine Chronik u :■ K u Jt u n d Wissenschaft. Max Bayrhammer, der bekannte Charakterdarsteller des Frankfurter Schanfpielhauses unb Rezitator, beabsichtigt, wie uns aus Frankfurt geschrieben wird, sich im September kommenden Jahres von der Bühne zurückzuziehen. Tie Lage in Bulgarien Nachrichten aus Sofia zufolge, herrscht in Bulgarien seit den letzten 24 Sttinden große militärisch e 4. ät i g f e 11. Infolgedessen sandte die Pforce nach dem letzten Minister rat an ihre Vertreter bei den Mächten eine Zirkularnote, worin die Aufmerksamkeit der Mächte auf die Lage in Bulgarien gelenkt und neuerdings auf die friedfertigen Absicksten der Türkei hmgewie,en wird. In dev Note wird "weiter mitgeteilt, wenn Bulgarien in feiner verletzenden Haltung bet Türkei gegenüber der harre, so werde sich die Türkei mit Bebauern gezwungen flehen, Vorsichtsmaßregeln zu treffen; sie lehne bann jede Verantwortlichkeit für den Fall eines Konfliktes ab. Serbien und Montenegro. Die serbische Dkuptschina bewilligte gestern einen Kredit von IG Millionen für militärische Rüstungen; dagegen stimmte bloß der sozialöemviratische Deputierte Karlero- vie. Die österreichische Polizei beschlagnahmte in .bcm Grenzorte Ortavae ein Manifest, das der Fürst von Montenegro an die bosnisch-herzegowinische Bevölkerung gerichtet hat. Der serbische Minister des Aeußern, Milawanowttsch, begibt sich heute nach Berlin, um mit Iswolsky zusammenzutreffen. Außer denl Minister des Äeußerii werden von einzelnen Parteiführern geführte Deflationen sich in die Residenzen der Sig- natarniächte bt-5 Berliner Vertrages begeben, um für die Interessen des serbischen Volkes bei den Großmächten einzutreten. Bon maßsebender serbischer Seite wird die Blättermeldung, König Peter beabsichtige a b z u d a n k e n, als jeder Begründung entehrend bozeichnei. Wie verlautet, wird aber die Hofhaltung und die Nalivnalbank nach Kragujewatz verlegt werden. Immer stärker tritt trotz der Dementts das Gerüu/t auf, daß König Peter zugunsten des .Kronprinzen Platz machen werde, Die Krifis im ©rknt. Der englisch-russische Programmenttvurs für eine Balkan-Kon- serenz wird mit sehr gemilchten Gefühlen ausgenommen. In Aonstantinoepl t>at er sogar große Erregung hervorgerusen. Die Regierungsblätter erklären, anstatt einer Konferenz würde nunmehr die türkische Armee die A.ntwort auf die Tagesfragen geben. Die Pforte lat eine in diesem Sinne gehaltene Zirkulardepesck)e an die Mächte cbgcfanbt. Da Demonstrationen für den Krieg ftattsinden, würben die Sicherheitsmaß«geln durch die Truppen verschärft. Das Organ des Grvßwesiers „Jeni Gazeta" sagt, daß die Türkei bas Konferenzprvgranim, das nur aus die bosnischen und bulgarischen Fragen zu beschränken sei, selbst diktieren müsse. DaS Organ des jungtürl'ischen Komitees „Schurai Uinnel" ist derselben Anschauung und fügt hinzu, andernfalls würde die Türkei nicht lellnehmen, da ein erweitertes Programm die Teilung der Türkei bedeuten würde. F-üv die Annexion Bosniens müsse Oesterreick)- Ungran auf (otie Postämter und einige Kapitulationsrechte verzichtens lit> von der türkischen Staatsschiil'd einen Anteil für Bosnien übernehulen. — Angesichts dieser Stimmung hat die Pariser Pepesa/e über daS Konsercnzprogramm einen bestürzenden Eindruck gemacht. Da8 Konfereuzprogramm und die Machte. Der Pariser „Temps" tadelt es scharf, daß das in London aufgestellte LwnfereuAivogramm noch vor der Ucbermittelung an die Diplomatie durch eine Indiskretion an die Oeffentlichkeit gelangt sei. Diese Veröffentlichung sei mehr, als eine Inkorrektheit, sie sei ein Fehler. Wenn, wie es walwscheinlich ist, Säuberungen vorgenommen werden sollten, bann würden diese für den einen die Bedeutung eines Erfolges unb für die anderen die einer Schlappe erhalten. Das sei nicht danach angetan, um das Einvernehmen zu beschleunigen. Das Blatt schreibt weiter, d aß Oesterveick^-Ungarn oie Veröffentlichung des Londoner Programm- entwnrses als ein nicht sehe angenehmes Vorgehen betrachte. Den Artikel 7 des Programmes (Serbien zu gewährende Vorteile) werde Oesterreich-Ungam nicht annehnicn. Wohl sei Oesterreich- Ungarn erkenntlich dafür, daß der Aiinistcc Pichon die Abänderung oex ursprünglichen Fassung dieses Artikels (Grenzberichtigungen zugunsten Serbiens "unb Ääontenegros auf Kosten des dem Sandschak Nowibazar benachbarten Gevietes von Bosnien und der Herzegowina) veranlaßt habe; aber Oesterreich könne auch die zweite Fafsung, wenngleich sie unbestimmter laute, nicht er Weise nicht äußern, xiber die Belgrader Kundgebungen gegen die Annexion Bosniens zeigten deutlich, wie das Progranim in Serbien ausgenommen joerben würde. Der griechische Gesandte erklärte einem Mitarbeiter des „Temps, baßer von dem Artikel 4 des Programmentwurfes betreffend Kreta sehr befriedigt sei, und betont, daß ccl n Griechenland wie in Kreta eine gute Ausnahme; finden den folgenschwere Zwistigkeiten hätten entstehen müssen. Ein anderer Pimtt des Programms ist die Verpflichtung Bulgariens, die Türkei sinanziell zu entschädigen. Es hanbett sich habet in erster Linie um den oftrumelischen Tribut. Dann geht das Blatt auf die anderen einzelnen Programmpunkte näher ein und bemerkt weiter: Eine bedeutende Rotte muß natürlich der Versuch spielen, der Türkei Genugtuung zu verschaffen. II. a. soll ihr die Aushebung jener Artikel des Berliner Vertrags, die die Verbesserung des Loses der Christen in der europäischen Türkei, wie der Armenier, bezweckten, in Wirttichkeit aber durch die Möglichkeit einer steten Einmischung der Mächte in innere türk. Angelegenheiten eine Quelle dauernder Unruhen geworden ist, nwrallsch-politische Ent)d?äbigungen bringen. Wenn ihre Absclwf- sung von dem Erlaß besriedigender Reglements abhängig gemacht wird, ist dadurch die Gefahr von Verwickelungen nahegerückt. Wir können uns nicht Vörstetten, wie sich die neuen befriedigenden Reglements von den in der Türkei zu Recht bestehenden Vorschriften unterscheiden sollen. Sie sind vorhanden, und wenn sie nicht ganz ausgeführt sind, so liegt die Sckmld gar nicht allein bei der Pforte. Eine bedingungslose Mchafstrng der Artikel wäre besser gewesen. Was die ©onbererftärungen über die Aushebung der Kapitulationen und der fremden Postämter in Aussicht stellen, ist ^ttunftSmusik. So kann man im allgemeinen von dem ganzen Programm nur sagen, daß es ein Verlegenheitsgeschöpf ist. Die großen Erwartungen, die man daran geknüpft hat, besonders in der Türkei, iverden nicht erfüllt. TeutschlandS Haltung zn den Londoner Abmachungen steht noch nicht fest. Die franzöfisthe Regierung hat zwar dem deutschen Geschäftsträger in Parts über den Inhalt des in London vereinbarten Programms einer Baliankonferenz Mitteilung gemacht, der amtliche Text wird aber den Regierungen der Signatarmächte erst demnächst zugestellt. Wre dem „Lok.-Anz." an zuständiger Stelle mitgeteilt wird, wird Deutschland die Stellungnahme der hierbei am meisten interessierten Kabinette von Wien imb Konstantinopel abwarten, ehe es mit seiner Meinung über die einzelnen Punkte des Programnts hervortritt. Auch dürste die weitere Haltung der deutschen Re- gierung sich erst nach den demnächst zu erwartenden Besprechungen mit dem russischen Minister Iswolsky entscheiden. So viel aus den bisherigen Meldungen zu erseheii ist, hat man sich tu London prinzipiell darüber geeinigt, den kleineren Valkanstaaten gerotf j e Kompensationen zu gewähren, die aber in fernem tifollc auf Kosten der Türkei erfolgen sollen. Die Frage, von welcher Seite diese übernommen werden sollen, ist aber einjtweilen noch als offenstehend anzusehen, so daß auch hierüber noch eine Verständigung herbeizuführen wäre. f&tngcbcnbe ltnterffi$ung her Freisinnige:' bett naffonnftibcralcu Uandidaten .‘öcgiigenftacbt zu tvählen, nachdem es die freisinnige Partei mit Rücksicht auf den Umstand, das; man beit Nationat- liberalcti bezüglich ihres Eintretens für einen freisinnigen Kandidaten nicht ganz traute, abgclehnr habe, als gemeinsamen .standt- daten Dr. Gutfleifch aufzustellen. Bei der letzten Wahl habe man Heyligenftaedl wiederum bedingungslos unterstützt. Tie Niederlage von 1884 sei dadurch verursacht worden, daß damals die freisinnige Gießener Bürgerschaft auch im Lairdtag emen freisinnigen Abgeordneten hätte haben wollen und sich auch gewählt hätten. Deshalb hätten damals die Nationalliberalen den freisinnigen Abgeordneten hätte haben wollen, uns auch gewählt stelzten Landtagswahl habe man eine gleichmäßig zusammengesetzte ,fr'isinnig-nationalliberale Wahlmännerliste gehabt mit einem neutralen Wahlmann. Das hätte für den Fall einer Ersatzwahl verhängnisvoll werden können. Deshalb begrüße er es fast mit Freuden, daß die nationalliberale Partei ein gemeinsames Vor- gchen abgelehnt habe. Ec Hube das Vertrauen zur Gießener Bürgerschaft, daß sie auch heute noch wie früher überwiegend freisinnig gesinnt sei. Man werde sich bei der Aufstellung der Wahlmännerliste nicht auf freisinnige Kreise beschränken, aber eine in der Mehrzahl freisinnige Liste und im übrigen Manner von liberaler Gesinnung auf stellen, die sich für die Wahl Dr. Gutfleischs verpflichten. Er halte die Wahl Dr. Gutfleischs für gesichert, aber es gelte jetzt, die Mehrheit für ihn möglichst groß zu gestalten. (Lebh. Beifall.) „ „ „,, . . Auf Vorschlag des Schreinermeisters E. &. Muller wird Iber Vorstand mit der weiteren Wahlvorbereitung beauftragt. Von lebhaftem Beifall begrüßt, erschien sodann Geh. Justtzrat Dr. G u t f l e i s ch im Versammlungsraum. Er ergriff alsbald das Wort, um seinen Dank für das durch die Begrüßung und die Wiederaufstellung ausgesprochene Vertrauen anszusprechen. Was in der letzten Zeit geschehen sei, sei für ihn nicht unerwartet gekommen. Nach den Ereignissen der letzten 9Jtonate, namentlich dem Zusammengehen der Nattonalliberalen mit dem Zentrum im Landtag sei der Riß zu erwarten gewesen. Es hätte nicht so zu kommen brauchen, denn die Entwicklung der letzten Jahre chatte eher die Parteien zusammenführen müssen. Namentlich von dem Gießener Nalfwnalliberalen Verein, der stets auf ferne Sell^ .ftänbigfeit hin gewiesen habe, hätte er es nicht erwartet, daß er diese Entwicklung nritmachen werde. Es sei irnninehr verschiedentlich gesagt worden, der Beschluß der nattonalliberalen Partei gelte der Partei und nickst seiner Person, und man werde ihn wählen. Da könne er nur sagen, daß er nicht von der freisinnigen Partei zu trennen sei. Er gehöre ihr seit langen Jahren an und sehe immer mehr ein, daß die freisinnigen Grundsätze die richtigen seien. Deshalb werde er an ihr nach wie vor festhalten, wenn er auch damit die Gunst anderer Parteien verliere. i(Lebh. Beifall.) Von dem natlib. Vorstandsmitglied, von dein' tiriti gestern eine 'Zuschrift veröffentlichten, erhielten wir eine weitere Zuschrift, von deren Abdruck wir absehen müssen, weil sie tatsächlich Unrichtiges enthält. Zur Klarstellung der Verhältnisse bei der letzten Reichstagswahl geben wir im nachstehenden den damaligen Beschluß der freisinnigen Parteiversammlung wieder, der das ein» Fige existierende Beweisstück in dieser Beziehung ist: Nach allen diesen Erwägungen können aber wir Freisinnigen uns nicht entschließen, mit Rücksicht auf außerhalb des Wahlkreises geschehene bedauerliche Vorkommnisse, auf welche die hiesigen Parteien keinerlei Einfluß auszuüben vermögen, der dahier nach langen Verhandlungen seinerzeit mühsam erzielten Einigung der Liberalen durch Aufstellung eines eigenen Kandidaten ein Ende zu bereiten und dadurch unter Umständen eine Stichwahl zwischen Antisemiten und Sozialdemokraten herbeizuführen, womit der Wahlkreis für den Liberalismus verloren wäre. Die freisinnige Partei beschließt demnach, ohne sich damit für die Zukunft zu binden, mit den Nationalliberalen für die Wieder- ivahl des seitherigen Abgeordneten K v m m e r z i e n r a t L. Hey - ligenstaedt in Gießen einzutreten. Derselbe hat, wenn wir auch seinerzeit seine Abstimmung bei den Steuervorlagen nicht überall gebilligt haben, im übrigen durch jein Wirken int Reichstag, durch seine ganze Persönlichkeit, sowie seine Leistungen im sozialen Leben, insbesondere jn der Gemeindeverwaltung und in gemeinnützigen Vereinen sich das Verttauen auch der freisinnigen Wähler unseres Wahlkreises erworben und gibt uns Garantie dafür, daß er im Reichstage die liberalen Interessen, bas Wohl des Wahlkreises und damit auch die Wohlfahrt des Reiches fördern wird. Die Freisinnigen des 1. Hessischen Reichstagswahlkreises aber geben sich dec Hoffnung hin, daß ihr Beispiel in anderen Wahlkreisen Nachahmung finden und speziell in Den übrigen hessischen Wahlkreisen in absehbarer Zeit unter Außerachtlassung aller nebensächlichen Streitigkeiten die im Interesse der friedlichen und frei- heitlichcn Enlwicllung unseres engeren und weiteren Vaterlandes unbedingt notwendige Einigung der Liberalen aller Parteirichtungen eintreten möge. Wahlbezirk Grünbcrg-Gicßen. Man schreibt uns: Die Annahme, Bürgemeister Sann von Weitershain fei als Kandidat der freisinnigen Partei aufgestellt worden, ist nickst zutreffend. Bürgermeister Sann, ein in seinem Heimatsorte hochangesehener und int Landtagswalstkreis Grünberg sehr bekannter und geschätzter Mann von unabhängiger Gesinnung, ist parteilos. Er wird zwar von der freisinnigen Partei unterstützt, wird sieh aber int Falle seiner Wahl ihr ebensowenig anschließen, wie 'irgendeiner anderen Partei. Seiner ganzen Gesinnung nach ist er vor allem als der Mann des kleinen Bauernstandes, so wie er in dem Bezirk überwiegt, zu bezeichnen, da er in den Prinzipien des Bundes der Landwirte, namentlich in zollpolitischer Hinsicht, lein Heil für unsern hessischen Bauernstand erblicken kann. Auch der ländliche Handwerlersland, dem er angehört, würde in ihm im 3alle seiner Wahl einen eifrigen Vorkämpfer feiner Interessen finden, an dem cs int hessischen Landtag bis jetzt ganz fehlt. Herr Sann ist Anhänger des direkten Wahlrechts und würde als Abgeordneter dafür eintreten, aber keine Konzession an die Erste Kammer machen. Eine Erklärung K o r e l l s. Auf die auch in unser Blatt übergegangene Nottz „Wahl- nta xije?" der „Darmft. Ztg." hat Pfarrer Kor ell folgende Erklärung abgegeben: Die ,,Darmft. Ztg." greift mich in ihrer Nr. 241 wegen eines Artikels an, den ich in die „Hilfe" geschrieben habe, und in dem ich ein Urteil über das politische Verhalten der National- liberalen in dec Zweiten Kammer abgebe. Sie verlangt von mir, nachdem sie die Leistungen dieser Partei aufgezählt hat, den Beweis für meine Ansicht. Was habe ich gesagt? „Die Linie hat es dem Notionalliberalisrnus unmöglich gemacht, der Regierung allzuviel Schwierigkeiten zu machen." Dafür verlangt die „Darmft. Ztg." den Wahrheitsbeweis. Was aber sagt diese Zeitung im gleichen Artikel selbst? „Was die übrigen erledigten Gesetzentwürfe anlangt, so ist feftzustellen, daß die nationalliberale Partei in keinem Falle allzuviel Schwierigkeiten gemacht hat." Das sage ich ja auch: ich begründe es aber damit, daß ich behaupte: Die Nationalliberalen konnten diese Schwierigkeiten nicht machen, weil das unter der wachsamen Kontrolle der Linken nickst möglich war, sie wären sofort aufgedeckt worden. Die „Darmft. Ztg." ist wohl der Meinung, die Sck)wierigkeiten seien von selbst ans Liebe zum Liberalismus unterblieben. Demgegenüber verweise ich nur auf die Tatsache, daß die nationalliberale Partei umfiel, sobald sie aus der Kontrolle der Zweiten Kammer heraus war. Der cinipanbfccie Zeuge dafür ist die „Wormser Ztg.". Diese bescheinigt schmunzelnd der Parteileitung, daß sie jetzt ganz von ihrem früheren Standpunkt in der Wahlrechtsftage, Gemeindefteuerresorm u. a. abgekommen sei und den des Freih. v. Hehl und der „Worms. Ztg." anerkannt habe. (Artikel zum nationalliberalen Wahlaufruf.) In,der Tat geht aus dem Wahlaufruf hervor, daß sie eine ©emeinbefteuerrefonn, wie sie ihr bereits zugestimmt hatten, nicht mehr machen würden. T .-ckichu kann man doch nicht bat tun, wie an diesen buben Resotmgesetzen, daß die Nationalliberalen die Farbe wechseln, sobald jic aus oein demokratischen Einfluß der Zweiten' Kammer unter den der Unverantwortlichen in der Partei geraten. — Damit glaube ich ein übriges getan und den Beweis, b. h. die Begründung tur meine ausgesprochene Ansicht, die ich voll aufrecht erhalte, gegeben zu haben. Aus Stafct und Land. Gießen, 17. Oktober 1908. " Tageskalender. Stadttheater: Samstag nach, mittag 3'/, Uhr Schülervorstellung: .Maria Stuart." Sonntag nachmittag 3*/t Uhr: ,Jm weißen Röß'l", abends 71/» Uhr: ,-tie Dame von Maxim." Kolosseum: Täglich Vorstellung. . Kinematographen- Theater: Programmwechiel: Das deutsche Turnfest in Frankfurt. . . Kaiserpanorama: Programmwechsel: Gardasee. An tage musik (Bolkskonzert) findet am Sonntag mittag 12 Uhr in der Süd-Anlage mit folgendem Spielplan statt: 1. Krönungsmarsch aus der Oper ^Die Fotkunger" von Kretschmer; 2. Venus-Walzer von Lincke; 3. Finale aus der Oper „Rienzi von Wagner; 4. Kaiser-Musketiere! Marsch von Strauße. - Die Berliner Gesandtschaft Hessens. Am Freitag abend um 7 Uhr empfing der Kaiser den bisherigen hessischen Gesandten Dr. v. Neid Hardt cin AbschiedZaudienz und den neuernannten hessischen Gesandten Frhrn. v. Gagern in Audienz. " Die Prüfung als Ob er-Postschaffner haben bestanden die Postschaffner Philipp Römer, W. Kern, Karl Nohn und Schwarz. Als OberleitungLanfseher: der Leitungsaufseher 1. Klaffe Christoph Becker. •* Kunstverein. Die Gemälde-Ausstellung im Turn- hauS am Brand ist von morgen Sonntag an wieder geöffnet. Die diesmalige Ausstellung umfaßt über 100 Bilder, unter denen sich eine Anzahl Werke von bekannten hervorragenden Künstlern befinden. Ein Besuch dieser Ausstellung wird recht lohnenSivert sein, da sie für jeden Kunstliebhaber einiges aufzuweisen hat; Genres, Interieurs, Städtebilder, Landschaften, Porträts und Blumenstücke. Geöffnet ist die Ausstellung täglich mit Ausnahme des Samstags von 11 bis 1 Uhr, an Sonntagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen und Mittwochs noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags. •* Jn der gestrigen Generalversammlung deS freisinnigen Vereins erstattete — nachdem der erste Punkt der Tagesordnung, die LandtagSwahl, erledigt war (die Leser finden den Bericht hierüber an anderer Stelle) — der Schriftführer Stadto. Fabrikant Eichenauer den Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Tätigkeit erstreckte sich auf die Vorbereitung der Stadtverordnetenwahl, die Inangriffnahme der Landagitation und die Veranstaltung regelmäßiger Versammlungen in Gemeinschaft mit dem nationalsozialen Verein. Bei der Stadtverordnetenwahl wurde ein Angehöriger der Partei infolge einer besonderen Agitation gegen ihn nicht gewählt, doch wurde erfreulicheriveise statt seiner in der Person des Nechtsanwalts Grünewald cin treuer Anhänger der freisinnigen Volkspartei gewählt. Der Verein gehört nach wie vor der freisinnigen Volkspartei an, während die Landesorganisation feiner der drei linkslcheralen Organisationen angehört. Mit einem kurzen Rückblick auf die Reichspolitik und die Tätigkeit der linksliberalen Fraktions- gemeinschaft schloß der mit Beifall aufgenommene Bericht. Stadtv. Dr. Ebel forderte — ebenso wie der Vorsitzende Justizrat Dietz — zu eifrigem Besuch der Parteiversammlungen auf. Dem Vorstand wurde für seine mühevolle Tätigkeit der Dank des Vereins durch Erheben von den Sitzen ausgesprochen. Rach Erledigung des vom Stadtv. Leib erstatteten Kassenberichts wurde die Vorstandswahl vorgenommen. Es wurden durch Zuruf in den Vorstand berufen die Herren Justizrat Dietz, Stadtv. Schneidermeister Leib, Stadtverordneter Fabrikant Eichenauer, Stadtveroid- netcr Kaufmann Habenicht, Stadtverordneter Kaufmann Th. Haubach, Stadtv. Geh. Justizrat Dr. Gutfleifch, Rechtsanwalt Dr. Jung, Kommerzienrat Beigeordn. Georgi, Fabrikant Barnaß, Schlossermeisler Martin Dörr, Fabrikant Ludivig Hanau, Stadtv. Kommerzienrat Schaffslädt, Stadtv. Direktor Loos, Rentner Wilh. Herbert, Stadtv. Spenglermeister Karl Aug. Faber, Stadtv. Rentner H. E. Jughardt, Kommerzienrat Fabrikant Koch, Kaufmann Karl Schlüter, Uhrmacher Otto Schmidt, Fabrikant Karl Georgi, Fabrikant Hermann Klingspor, Kaufmann Hch. Jughardt jun., Reallehrer Grimm, Stadtv. Oberbibliothekar Dr. Ebel, Stadtv. Rentner Löber und Kaufmann Max Friedberger. Mit der Aufforderung zur eifrigen Mitarbeit für die Sache des Vereins schloß nach 11 Uhr der Vorsitzende die ruhig und sachlich verlaufene Versammlung. ** Stadt-Theater. Der Sonntag bringt zwei Vorstellungen bei kleinen Preisen. Am Nachmittag V24 Uhr gelangt der beliebte Schwank ,Jm weißen Röß'l" zur Aufführung, der am vergangenen Sonntag mit unserem neuen Komiker Herrn Max Kronert als »Giesecke* wahre Heiterkeitsstürme entfesselte. Auch die neue Ausstattung des Stückes, z. B. der Dampfer mit den Vergnügungsreisenden gefiel sehr. — Sonntag abend wird der übermütige Schwank „Die Dame von Maxim" aufgeführt. Jn der Hauptrolle der .Crevette^ hat unsere neue, so rasch beliebt geworbene Soubrette Frl. Lore Scholz Gelegenheit zu glänzen. * • Unsere Regiments-Kapelle konzertierte am vergangenen Sonntag in Bad-Rauheim zum 7.Riale in dieser Saison, was beredt für die Beliebtheit der Kapelle und ihres rührigen Dirigenten, dcS Musikdirektors Krauß e spricht. Der Beifall, den die Kapelle im Laufe des Sommers gefunden hat, veranlaßte die Kurdirektion, sie auch für den Winter zu engagieren. — Wir weisen darauf hin, daß die Kapelle morgen unter Leitung des Musikdirektors Krauße im Philosophenwald konzertiert, was nach der langen Pause sicher mit Freuden begrüßt werden wird. • * Stenographie. Morgen Sonntag, den 18. ds., hält der Bezirk Gießen im heff.-naffauischen (Main-Rhein- Gau) Verband Gabelsberger'scher Stenographen seine Herbst-Vertreter-Versammlung in dem nahen Heuchelheim ab. Der Versammlung geht ein Wett- schreiben voraus. Nach Beendigung der Tagung ist ein geselliges Zusammensein auf den, .Windhoff vorgesehen und hat es der Gabelsberger Stenographenverein Heuchelheim übernommen, für die nötige Unterhaltung Sorge zu tragen. * * Aus dem GS i e ferner Geschäfts leb en. Es i|t ein erfreuliches Zeichen für Die Rührigkeit unserer Geschäftsleute, daß wir fortgesetzt über größere Umbauten von Geschäftshäusern zu berichten haben. So eröffnet Wte die Firma Jakob Hcilbronne r ihr Geichaffsyaus wieder, das einem Umbau unterzogen und durch einen Anbau bedeutend vergrößert wurde. Das Ecke der Markt,trave und Rrttcrgasse gelegene Haus nimmt sich in seinem modernen Warenhausstil schon von außen recht vorietthaff aus. Wer das Innere betritt, wird überrascht sein über die praktische Raumausnutzung; in drei Stockwerken, die mit a.cunps- heirung und elektrischem Licht ausgestattet sind, sind abteilungsweise sämtliche, Waren untergebracht, die,uran in großstädtischen Geschäftshäusern zu finden gewohnt ist. Allen sicherheitspolizeilichen Vorschriften ist selbstverständlich Genüge geschehen und überall sind ytotausgänge für die rasche Räumung des Hauses in Fällen der Gefahr vorhanden. Der Umbau wurde vom Baugeschäft Becker ausgesührt. Ein weiterer bemerkenswerter Geschäftshausumbau wurde von Metzgermeister Adolf Möhl vorgeiiommen. Dein in der Bahnhofstraße gelegenes Haus enthält nunmehr einen stattlichen neuzeitlichen Metzgerladen, der in Hellen Farben gehalten ist und in seiner ganzen Art allen hygienischen Anforderungen entspricht, die man gerade an ein Geschäft der Nahrungsmittelbranche stellen darf. Auch die Kühlanlage, Wurstküche usw. sind sehr zweckentsprechend eingerichtet. Der Umbau des Möhlschen Hauses erfolgte nach Plänen des Architekten Hammann. * • Die Feld bereinigung macht in der ganzen Pro- vinz Ober Hessen große Fortschritte, nicht nur in der Wetterau, sondern auch im Vogelsberg. Die Kultur - Inspektion Gießen allein beginnt nächstes Jahr 36 Feldbereinigungen. Dazu kommen noch zahlreiche Projekte der Kultur-Inspektion Friedberg. • • Die Maul- und Klauenseuche ist au§. gebrochen aus dem Schlachtviehmarkt zu Metz am 15. Okt. • • Kaninchen-AuS st ellung. Auf den Ehrenpreis für die beste Gesamtleistung der ausstellenden Vereine hat der Kaninchenzucht-Verein Gießen zu Gunsten des Kaninchen- zucht-Vereins Hersfeld verzichtet. Den ersten Ehrenpreis für beste Gesamtleistung der ausstellenden Einzelzüchter erhielt Martin Schwall - Gießen, den zweiten H. Ebert-Gelnhausen. O Klein-Linden, 16. Okt. Der Turnverein hielt kürzlich seine Generalversammlung ab. Die Rechnungsablage zeigte ein recht günstiges Bild. Bei der Vorstandswahl wurden wiedergewält der seitherige Vorsitzende 21. Brandenburger, der Rechner Will, der Schriftführer Fey, zuni 1. Turnwart wurde gewählt Fr. Jung, zum 2. Turnwart H. Reuschling, zum Zeugwart Andermann, als Beisitzer I. Frey und W. Ufer. □ Dorf-Gill, 15. Okt. Die Feldbereinigungs. arbeiten in unserer Gemarkung gehen jetzt ihrem Ende entgegen. Die Ueberweismig der neuen Grundstücke ist am 1. Oktober erfolgt und zur allgemeinen Zufriedenheit der Beteiligten ausgefallen. Die umsichtige und treffliche 2(rbcit der ausführenden Behörde findet allerseits vollste Anerkennung. Selbst die seitherigen Gegner der Jeldbereinigungs- sache haben ihre irrige Ansicht geändert, und hat das erlangte Resultat auch bei ihnen vollen Beifall gefunden. ES ist also wiederum der Beweis geliefert für den Vorteil und praktischen Wert und somit für die Notwendigkeit der Feld- bereinigustg, und dies dürfte ein Ansporn sein für die Gemeinden, die sich für die Sache noch nicht entschlossen haben. * * Kleine M i 11 c i t h n o . . v c) | e u und d c n Nachbarstaaten. Die Gemeinde E ck e n h e i m hat gestern die Eingemeindung in Frankiurt beschlossen. Das gleiche ist von G i n n h e i m zu berichten. Nunmehr haben sämtliche Gemeinden des Landkreises Frank'urt mit Ausnahme von Schwanheim der Eingemeindung zugcstimmt. Wasser schleifte, während die Fahrer nit Netzwerk waren. Bei dem Versuche, die Gondel zu erreichen, wäre das Rettungsboot beinahe gekentert. Erst nach zweimaligem Versuche gelang die Rettung.^ Beide Herren erklärten, sie hätten schon alle Hoffnung aufgegeben und alles aus der Gondel geworfen gehabt. — Gm ui Oste r w anne (Rheinland-Westfalen) aufgegebenes Telegramm des "Hergesell" besagt: „Hergesell" 9 Uhr vormib» tags. Hohe 2100 Meter. Richtttng und Ort unbesttmmt, anscheinend Nahe der Küste. Förffch. Das von Dorfbewohnern gcsimdene Telegramm läßt nicht erkennen, an welchem Tage es ausgegeben worden ist. Jedenfalls ist cs sckwn zwei oder drei L.age alt Außerdem soll der Ballon „Hergesell" bei Beirum, einer osttriesischen ^nsel, gesichtet worden sein, ßeutnant Fürtsch i\t em Sohn des Senatspräsidenten Förtsch beim Reichsgericht in ^.rnpzig. Er wollte sich am nächsten Sonntag verloben. Bei p-lugproben in A l d e r s h o t stürzte der englische Armee- Aeroplan auy einer Hohe von 20 Fuß zur Erde urü> wurde zer - trummeit. Oberst Eady, der Erfinder, kam unverletzt davon. i/er nächste Aufstieg des Grasen Zeppelin wird am 20. Okt erfolgen, ^ne Dauerfahrt soll, sofern keine unvorhergesehenener- Ereignisse emtreteii, am 25. Okt. erfolgen. -Bennett-Wettfahrtder ~ u,v veröffentlichen die Berliner Blätter folgende ,,^ran%c" Twidding (Dänemark) 425, Wwgboldsbuhr (Aurich) 423, „Le Condor" (Tondern) 361' 384, „Jsle de France" (Garding) »'dt^eld (Dttmarschen- 353, „Cognac" Neufeld -'Brise d Automne" (Garding) 351, Aelos" K"^us,eldorf (Mulsum) 345, „L'Utopie" Altem Sandstedt (Weser) 339, „Valencia" 312, „Brittama (Lüneburger Heide) 300, „Basiliola" doAoo ^hh rr"^fpbCr 28x6, r/Montanez" (Spanien) bei Meißen- - /England) bei Schricke 113, „Ville de Bruzel- 2 ffilo^äen) 32' „Conqueror" (Amerika) Friedenau CTOHTI Danksagung für Herren und Damen Friseur Balser und Familie. 6161 Gießen, den 17. Oktober 1908. 3 Preise Danksagung. w Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wagner (Sur Durchfahrt). 6158 | Salzböden, den 16. Oktober 1908. HaHbarkeit in Eleganz LillenfeM’s Schuhwarenhaus [6169 Klein-Linden, 17. Oktober 1908. SeHersweg 52 Telephon 293 Bn/io Wieselt abzugeben, woselbst Voranschlag und veranschlagt zu Mk. 1647,00 10 Sand! Sand! Sand! mit 2700,00 890,16 M ident mgland zur Einsicht offen liegen. Erdarbeiten ...... Maurerarbeiten..... Material-Lieferung (Zementröhren und Einfallröste) Mk. V London, 17. Cft Daily Telegraph meldet aus Sofia, der bulgarische Vertreter in Wien habe von seiner Regierung neue Instruktionen erhalten. Er sei beauftragt worden, die Direktion der Orientbahn-Gesellschaft zu überzeugen, daß die Regelung der Frage am Besten durch direkte Verhandlungen zwischen der bulgarischen Regierung und der Ge.ellschaZ erfolgen könne. Die Regierung werde die Vorschläge der Direktion in entgegenkommender Weise aufnehmen. Tie Lieferung und Aufstellung der Eiskonstruktton für den Personentunuel auf Bahnhof Grünberg (Oberhessen) soll vergeben werden. , . B17/u Angebotsmuster und Zeichnungen liegen bet unterzeichneter Inspektion, Zimmer 16, zur Einsicht aus; auch können Angebote für 1.00 Mk. (bestellgeldfreie Postanweisung» bezogen werden. Die Angebote werden am 3L Oktober dö. Hs. vormittags 11 Uhr im HnspeklionSgebäude geöffnet. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Vollendungs» frist 4 IHonate. Großh. Eisenbahn-Betriebs-Jnsvektion 1 Gießen.________ dbereinigungs, l jetzt ihrem Ende Grundstücke ist am l Zufriedenheit dec mb treffliche Arbeit eits vollste An«. : FeldbereinigungS' und hat das er« fall gefunden. c den Vorteil unb rndigkeit der Feld« i sein für die entschlossen haben, elfen unb den »heim hol Mn Tas Mche ist amtliche Gemeint- zn Schwanheim M Originai-OrahtinelSungsn. Stuttgart, 17. Okt. Tie Volksschulkommission des Abgeordnetenhauses hat den Antrag der Volkspartei, das achte Schuljahr obligatorisch einzuführen, abgelehnt und den Regierungsentwurf angenommen, der die fakultative Einführung des 8. Schuljahres vorsieht. Paris, 17. Okt. Der gestern abend hier eingeirofsene russische Minister des Aeußern, Iswolsky, hatte bald nach seiner Ankunft eine Unterredung mit dem Mitarbeiter des Echo de Paris, dem er erklärte, die Mitteilung der Agenee Havas über Einzelheiten des Konferenz-Programms Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag den 18. Oktober: Fortdauer der trockenen Witterung. Nebel. Temperatur wie heute. Oestliche Winde. an dem Witzinarer Weg in zwölf Losen meistbietend versteigert. Gießen, den 16. Oktober l'.DL. . Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. M e c n in. ..... allen Branchen finden Herren aller Stände, welche ihren Berus zu wechseln gedenken, Anstellung. Nichlsachleute werden eingc- arbeitet. Offenen unter T. 11155 an Haaienstem & Vogler A.-V. Jrankiurt a. M. (hv16/^ B entbehrte jeden offiziösen Eyarakters. Er bestehe darauf daß der Inhalt der Note in einem Punkte vollkommen unrichtig wiedergegeben worden fei, während die Mehrzahl der übrigen Punkte nur teilweise^ richtig wiedergegeben worden seien. Er stehe der Veröffentlichung vollkommen fern nno nur die an die Presse gesandte Note der engl. Regierung trage offiziösen Charakter. Paris, 17. Okt. Iswolsky wird heute den Präsidenten Falliöres besuchen. Heute abend findet zu Ehren Iswolskys ein großes Diner statt, dem auch Clömenceau und Pichon bei» wohnen werden, Paris, 17. Okt. ,Petit Journal" berichtet auf Grund von Gerüchten, daß die Ra chr ich t vom Tode des Negus Men elik an der Küste eingetroffen fei. Ernste Unruhen Ortsstraße in der Gemeinde Wieseck sollen im Submissions- tuege vergeben werden. Offerten sind bis zum 24. 1. Mtö., nachmittags 4 Uhr aus Großherzogl. Bürgermeisterei 1 Bedingungen Große Versteigerungen. Mittwoch den 21. und Donnerstag den 22. ds. Mts., nachm. 2 Uhr, versteigere ich im Saale des Hotel Einhorn die zum Nachlaß -lut. Koch gehörigen Mobilien und Borräte an Schaum- und and. besi. Weinen bevorzugter Kellereien. Zum Ausgebot kommen: Sophas, Spiegel, Schränke verschiedener Art, Stühle, Betten, Nacht- Wasch- und Nähtisch, 1 Nähmaschine, Vorhänge, sodann 1 Samen- und 1 Herrenuhr, Ringe, Ohrringe rc., div. Weißzeug als: Bettücher, Bezüge, Frauenhemden, Kochschürzen, Kaffeegedecke usw; ferner: Sekt: Bürgest, Wetßloe und Cabinet, sowie Rüdesheimer, Scharlachbecger, Bern- kasteler, Caseler, Gracher u. v. A. Besichtigung der Möbel: Mittwoch: 10—12 Uhr im Versteigerungs-Lokal. (6176 L. Althost, Nachlaßverwalter. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste unseres lieben Mariccherr sagen wir Allen auf diesem Wege herzlichen Dank. BeMnnrmachnng. Montag, 19. Oktober, nachmittags etwa 5 Uhr, wird im Anschluß an die Geländeverpachtting das Abfallholz von dem Buschwerk des Lahnnfers U II 1908. Berufs-Wechsel Bei einer la. Versicherungs-Gesellschaft Submission. Die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung einer amntet oerurleilie ichlaguiig im Slmte ?u iQini und fRenbauttii und den Kon!uw- alte, zu einer Wciaiiii- onalen Gefängnis wurde ein 14' teilt, der feinen Eltern । einen Diebstahl be- i Florenz wurde ei' >effm entlallen-" ilid) eilten Erpresiung- haben. Ter Kamm - leroejen fein jjM1* Mtragte. wurde fre' Seinen geehrten Abnehmern teilt der Unterzeichnete mit, daß in seiner Sandgrube stets schöner, weißer Streusand in Wagenladungen zu den alten, seither üblichen Preisen abgeholt werden kann. 6157 Wieseck, 16. Oktober 1908. San Kuhl, Sandgrubenbesitzer. Gießen, den 17. Oktober Senßfelder, Kreisstraßenmeister. einen % ?le^. SSsFÄ eSs “wS acht, bie’“lb °b- ien. von - mS? ä- M 0 ^uguichtek n“S An H ^te Kultur. ' W 36 i i rci^e Projekte bet Ä ift •* ^etz am 15. Olt. Ehrenpreis Öcnben Vereine hat l«n des Kaninchen« w Ehrenpreis für ^Schlichter erhielt - Ebert-Telnhausen. cc Turnverein mlung ab. Sie -ges Bild. Bei bet er seitherige Vor« Will, ber Schrift, 'ählt Fr. Jung, zum >rt Anberniann, als r berliner Wettfahrtetl * Plauen" oare das , g bic asten ichon el gewöhn vorwit- Le Eondor HM BIM Uncntgettliche Arbeitsvermittelung. Ltiidtischer MeiiMchmis Gikhen. Gartenstraffe 2, Zimmer 2. Es können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Glaser, 2 Dienstmädchen, 3 Lauffrauen, 3 Laufmadchen. Lehrlinge: 1 Schreiner, 1 Wagner gegen Vergütung, b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 Arafchmenschtosser, 1 Schmied, 1 Bauschremer, 1 Wagner, 2 Schneider, 1 tandwirtsch. Arbeiter, 1 landw. Dlenftmadchen. Lehrlinge: 1 Spengler, 1 Sattler. Es suchen Arbeit: Ä , .. . 3 Baufchtoffer, 1 Spengler, 2 Installateure, 2 Schneid^:, 1 Maler, 2 Wagner, 2 landw. Arbeiter, 1 Bäcker, I Koch, 2 Sattler und Tapezierer, 3 Schreiner, 1 Fuhrknechl, 1 -veizer und Ifiafcknmst, 6 Hausburfchen, 7 Arbeiter, 1 Packer, 1 Auslauser, 4 Lauffrauen, 4 Waschfrauen, 1 Flickfrau, 1 Laufmädchen. Lehrlinge: 1 Polsterer und Dekorateur. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme von Nah und Fern bei dem Hinscheiden unseres lieben, unver- M j geglichen Vaters sagen innigsten Dank. fc WhEÄifefitMei. toter eröffnet ihr 17. Untercichtsjahr am 4. Nov., vorm. 10 Uhr. Aufgenommen werden Landwirte von 15 bis 20 Jahren mit mindestens guter Volksschulbildung und gutem Leumund. Schulgeld: 20 Mk. pro Winter. V29 Uhr Beginn, 4 Uhr Schluß des Unterrichts. Das Winterhalbjahr dauert bis Ende März. Alles Nähere durch den D17/i0 Direktor: Courtin. Danksagung. Allen, die meinem lieben Gatten, dem Metzemkister Phil. Weitz das letzte Geleit gaben, sage aus diesem Wege innigsten Dank. Besonders Dank sage noch .yerrn Pfarrer Zimmermann für die trostreichen Worte am Grabe. Mara Weiß Wwe. und Kind. LMtislher WohmuMchiveis Wetzen. Gartenstrane 2, Zimmer 2. (GeschästSstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) ES sind zu vermieten: r 1 Wohnung von 8 Zimmern, 2 Wohnungen von 7 Zimmern, 4 Wohnungen von 6 Zimmern, 10 Wohnungen von o Zimmern, 14 Wohnungen von 4 Zimmern, 7 Wohnungen von 3 Zimmern, 1 Wohnung von 3 Zimmern mit Laden, 3 Wohnungen von 2 Zimmern, 7 möbl. Zimmer, 1 unmöbl. Zimmer, 1 Werkstatt, 1 Wagenhalle. , Ä _,,, Au mieten gesucht: 16 Wohnungen von 2—7 Zimmern. IL'Vw Griechen und einer Türkin, die nach jahrelangem Kmckubinat heiraten wollten, die Oeffentlichkeit immer mehr. Daß und Fanatismus brechen hervor. Gestern wurden wieder viele Verhaftungen vorgenommen. In Detroit (Nord-Anrerika) wüten fortgesetzt W a l d - brande. Ein von Presque Jsle nach der Ortschaft Metz gesandter, mit Flüchtlingen besetzter Zug entgleiste und verbrannte. Nach den letzten Meldungen fanden dabei zweihundert Personen den Tod. Der Gouvenreur Daslell von Oklahoma (Nordamerika> strengte eine Klage auf Scl>adenersatz in Höhe von 600 000 Dollars gegen Hearst wegen Verleumdung an. Die Sache ist eine Folge von Dearfts kürzlich veröffentlichten Enthüllungen über Haskells angebliche Bc^iehungen zur Standard Oileompany. Wilü W M seien im Lande ausgebrochen. London, 17. Okt. Die „Times* berichtet, daß P r ä s i Roosevelt Anfang des Jahres 1910 einige Zeit in Ei.. verweilen wird. Er werde in der Oxford - Unwelsitöt Vortrage hallen und dasselbe Ehren-Tiploni erhalten, wie der deutsche Kaiser. Später begibt sich Roosevelt nach Paris, wo ec in der Sorbonne gleichfalls Vorträge halten wird. Tellephon 298 au/M Einen Zusclineide-Kursus (System Maurer-Berlin.) Eröffne am 26. Okt. zu halben Peisen einen ilM tettil-teiis der gesamten modernen Zuschneidekunst, für Herren-, Damen- und Wäsche-Schneiderei. Der Unterricht ist genau derselbe, wie an der Berliner Akademie. Alle Teilnehmer erhalten nach beendetem Sturfuö das akademische Bcsabigungösengnis. Ausbildung gej wissenhaft. 6165 Für häuslichen Bedarf 14tägige Kurse zu halben Preisen! Vorherige Auskunft und Prospekte gratis und franko von Direktor C. Weberstr. 43 früher Lehrer der größten Berliner Zuschneide-Akademie v. Maurer. Bei Millisten her LebeMittelbrallche (Kolonial-, Spezerei-, Viktualien-, Mehl« u. Vorkoschandlungen) nur sehr gut eingeführter Vertreter wird von allererster Kokosbuttersabrik gesucht. (b“/ie Gest Offerten u. B. N. 876 an Daube & Co., Bremen. handel. Berlin, 16. Okt. Der Wert der deutschen Ein fuhr lm Spesia'.handel betrug in den drei ersten Viertelsahren 1908 ohne (: elmetalle Gl 14,9 Mk. gegen 6523,6 Ptillionen Mark im Vorjahre, ber Wert der ?lusf u h r ' 5000,8 gegen 5073,3. Ter Bewertung liegen größtenteils die für 1907 ermittelten Werte zu Gt-unde: die n-ixilieben Werte werden daher wescntlieh niedriger sein. Die Edelmetall -Einfuhr betrug 306,3 gegen 145,2 Alillionen Mark tm öor- jeihre, die Edelnietallauoiiilir 59,1 gegen 63,6. ftlcuie Tagcschrontr. Der Berliner T-Zug Nr. -14, der am Donnerstag abend Berlin verließ und um 2 Uhc in Köln eintreffen sollte, entgleiste zwischen Mülheim (Rhein) und Kuppersteg dadurch, daß voti ruchloser vand eiserne Schwellen über die Gleise gelegt worden waren Die Maschine und mehrere Wagen bohrten sich tief in die Erde. Mehrere Reisende wurden schwer Der- I e Zuchtstuwlestkvlonie He la bei Danzig, die von Mewe aus zum Aus forsten der Dünett abfomiuanbiert ist, wurde der Aufseher Blech durch Sträflinge erschlagen. Die Täter wurden bisher lischt ermittelt. ,Q Die Cholera st atrftik verzeichnet tn Petersburg 49 Neuerkrankungen und 21 Todesfälle. Die Zahl der Kranken beträgt 8Ö^ein Personenzug fuhr 90 Kilometer vor Petersburg durch falsche W c i ch e n st e l l u n g ^auf, einen Güterzug. g Wagen wurden zertrümmert. 2 Schaffner wurden zermalmt. 20 Personen erlitten schwere Verletzungen. In Spanien herrschen arge Unwetter. Besonders tn ber Provinz Valencia haben die Fluten großen Schaden angerichtet. Aiich Menschen sind umgckommen. In Konstantinopel erregt die Ermordung eines Jtt xJtt laufen gesucht, mit Preioang. Ist D mil acht ob neue Unterr ober auch ( Beteiligung bei ähnlich! Ganz aus die h Einem die ihre Ki bekannt sei Schulen s schwieriger an, baß b Zimmer i Zähren eil ich ihm rc Schulzimn [sislerwe^ Aarbeigeb Haus ($ßi sche Bara zu Helsen Sell daS Verl Räumen ^schwäch! leugnet n Zweck dur begünstigte! F 8ol)iibofi hort den v Ldcr ist <8 überflustig , Schüler in 1 Men? $' dcn zwei 111 vorerst nur MeinungDC tfultn wie Es st' b>ct Äaldsit Was ec i« mit nieintl frage" Samt do. 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