Nr. 115 Zweites Blatt 158. Jahrgang Samstag 16. Mai 1908 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die ..Stetzener ZamilienblStter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beiqelegt, das ..«retsblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Zeitfragen- erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhchen Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schea Universitäts - Buch- und Steindruckerel. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 61. Redaktion! r?. ^Ll-vfdruAnzeigerGießen. Deutsches Reich. Kriegsminister von Einem ist in Berlin ein- | Mtroffen und hat die Dienstgeschäfte wieder übernommen. Der deutsche Städtetag tritt am 6. Juli d. I. i unter dein Vorsitz des Oberbürgermeisters Kirschner in I! München zusammen. Koloniales. Wie die „Deutsche Post" erfährt, hat iur Gouverneur von Südwestasrika den Hauptmann Franke in das Ovamboland entsandt, um auf friedlichem Wege P b-tn deutschen Einfluß zu erweitern und zu verstärken. Die angebliche M o u a r cb e n b e g e g n n n g auf den Zalearen. Die Nachricht, daß Kaiser Wilhelm duf den Salearen eine Zusammenkunft mit König Alfons von Spa- | ii>en haben werde, wie der Pariser „Figaro" wissen wollte, entspricht der „Täglichen Rundschau" zufolge nicht den ^itsachen. Der Rechtsstreit des Hagener Vereins für k Feuerbestattung gegen die dortige Polizeiverwaltung .st vor dem Oberverlvaltungsgericht jetzt zur Verhandlung gekommen. Die Polizei hatte gegen die Absicht des Vereins, bte Einäscherung von Leichen vorzunehmen, ein Verbot er- Ilcrssen. Das Oberverwaltungsgericht hat die dagegen ein» I gelegte Beschwerde zurückgewiesen, also die Leichen-Verbren- niing als für Preußen nicht zulässig erklärt. Die Feuer- beftottung kann nunmehr nur ans dem Wege der Gesetzgebung zur Einführung gelangen. Der Kaiser und der Zar. Die „Magd. Ztg." hatte aus Petersburg gemeldet, daß in dortigen Hofkreisen perlaute, auch im kommenden Sommer werde eine Zu- stmmeukunft zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren statt- lirben. — Wie das „B. T." hört, ist an Berliner amtlicher Stelle bisher von einer solchen Absicht der beiden Monarchen ■ noch nichts bekannt. Anstand. Die Abgesandten Muley Hafids in Paris. Die vier Abgesandten Muley Hafids wurden gestern vormittag im Ministerium'des Aeußern zu Paris vorstellig und erlangten, vom Minister empfangen zu werden. Der Minister lehnte es ab, sie zu empfangen oder empfangen zu. lassen. Die Abgesandten zogen sich zurück, ohne ein Schriftstück zu hinterlassen. Die Abgesandten Muley Hafids würben auch im Elysee vorstellig, wo sie gleichfalls nicht mtpfangen wurden. In CHarb in wurden 200 Chinesen, darunter liefe reiche Kaufleute, während einer Theatervorstellung verhaftet und ins Gefängnis abgeführt. Der Polizei- : meister erklärte, daß die Verhafteten ohne Pässe seien. An j ben chinesischen Gesandten in Petersburg wurde eine Be- chZerde eingereicht. Chinefische Rebellen. „Newyork Herald" be- j lichtet aus Shanghai: Die Zahl der Aufständischen umfaßt I; l'j 000 Mann; diese stehen unter dem Befehl von Studenten, I iie in Japan studiert haben. Die Rebellen besitzen Artillerie | itcb haben ihre Bewegung seit langem vorbereiten können, & )a die Provinz Punnan, wo die Unruhen ausgebrochen rmi), nur 5000 schlechtgedrillte kaiserliche Soldaten besitzt. Litt Verbindungen mit Menglse, einer Kopsstation der fran- Wßischen Eisenbahn, sind abgeschnitten und die Einnahme .'2i Stadt durch die Rebellen wird stündlich erwartet. Die finger Regierung kann erst in drei bis vier Monaten Ver- iaifungen an Ort und Stelle bringen. Deutsche I n st r u k t e u r e für Brasilien. „New !>rk Herald" berichtet aus Rio de Janeiro: Der brasilia- r üphe Kriegsminister hat beschlossen, deutsche In st r u k- :e iir e an Stelle der französischen für die brasilianische ■t nee einzustellen. Die amerikanische Artillerie. Der bisherige f'l besehlshaber des atlant. Geschwaders, Admiral Evansi, der n San Francisco eingetrofsen ist, erklärte in einem Interview, die Veröffentlichung der Listen über die Treffer bei den Schießübungen der Kreuzer werde in der ganzen Welt Aufsehen erregen, da sie alle Rekorde der bisherigen amerikanischen sowie der englischen, französischen, japanischen und deutschen Artillerie weit übertreffen. Der Admiral erklärte sich für eine bedeutende Vermehrung der amerikanischen Flotte. Einen Krieg mit Japan halte er für unwahrscheinlich, da die Amerikaner zuviel Geduld hätten und die Japaner zuviel gesunden Menschenverstand besäßen. Aus Stadt und Land. Gießen, 16. Mai 1908. ** Tageskalender. Konzertverein: Sonntag vormittag 11 Uhr Kammermnsik-Matinöe in der neuen Aula. Kolosseum: SamStag Programmmechsel. Kine matographen- Theater: Samstag Programmwechsel. Anlage musik (Dolkskonzert) um 12 Uhr in der Süd- Anlage. Spielplan: l. Introduktion aus der Oper .Traviata", von Verdi; 2. Valse bleue, von MargiS; 3. Czardas, von Michiels; 4. Hoch das Kaiser-Regiment! Marsch von Hüttenberger. •* Parlamentarisches. Der IV. Ausschuß trat am Freitag zusammen, um eine Reihe von Berichten über Gegenstände, die in den letzten Sitzungen beraten worden waren, entgegen zu nehmen. Die Berichte, darunter auch die Vorstellung der Darmstädter Hofmusiker betr. wurden genehmigt. Die Beratungen werden heute fortgesetzt. •• Promotion. Wie wir erfahren ist der Direktor der medizinischen Veterinärklinik hiesiger Universität Professor Dr. ©meiner von der medizinischen Fakultät der Universität München summa cum laude zum Doctor m edicinae promoviert worden. •• Licht-Luft-Bad. In erfreulicher Schnelligkeit hat Bürgermeisterei und Stadtverordneten-Versammlung die erforderliche Zustinnnung zur Errichtung eines Licht-Luft-Bades auf den städtischen, an Badeanstaltsbesitzer Müller verpachteten Wiesen erteilt. Noch vor Pfingsten dürfen wir erwarten, daß die erste Anlage hergestellt ist und dem Betriebe übergeben werden kann. Der Vorstand hat daher beschlossen, schleunigst ans Werk zu gehen, und was ganz besonderer Hervorhebung wert ist, das Fr a u e n - Licht-Luft-Bad wird sofort mit errichtet. Zwar sind dazu noch nicht alle Mittel bereit, ober die Anteilnahme der weitesten Kreise dürfte für Aufbringung des fehlenden Betrages wohl in Kürze sorgen, und so dürfen wir hoffen, daß diesen Sommer ein dauerndes Unternehmen ins Leben tritt, das vielen Generationen zur Erhaltung des wertvollsten Lebensgutes, der Gesundheit, dienen möge. Beiträge sind jederzeit willkommen; bei der Bank für Handel und Industrie hat die Gesellschaft ein Konto eröffnet, auf das jederzeit Einzahlungen gemacht werden können und willkommen sind. ** Freidenker -V ereinigung Gießen. Man schreibt uns: Die Vereinigung begrüßt den bevorstehenden Vortrag des Pfarrers Korell und bittet Mitglieder und Nahestehende, ihn zu besuchen. Sie hat aber ferner beschlossen, noch vor dem Tage der liberalen Versammlung einen öffentlichen Vortrag abzuhalten. Derselbe wird im Saale des „Einhorn" stattfinden und zwar Mi.twoch, 20. Mai abends 9 Uhr. (Näheres demnächst im Anzeigenteil.) Es ist der Vereinigung gelungen, als Redner Herrn Professor Dr. W. Kinkel, Gießen zu gewinnen, der sich das Thema gestellt hat: „Freiheitliche Kulturideale". Der Stoff steht im engsten Zusammenhang mit der Erneuerung und Verjüngung der liberalen Parteien und dürfte deren Interesse im weitesten Umfange begegnen. •• Kun st verein. In der Gemälde-Ausstellung nm Brand sind zu den seit Sonntag ausgestellten Bildern des Berliner Malers Meinhard Jacoby weitere 5 Bilder hin- zugekomnien, sodaß die Ausstellung von diesem Künstler nunmehr 8 Bilder allfzuweisen hat. Die gegenwärtige Ausstellung verbleibt nur noch kurze Zeit. ** Grünt die Eiche vor der Esche, hält bet) Sommer große Wäsche!" In der Regel streckt der Eichwalb feine knorrigen Äste noch kahl gen Himmel, wenn ber übrige Laubwalb schon tagelang im schönsten Grün prangt. Diesmal ist's anders. Das feuchtwarmc Tropeu- wettcr ber ersten Maihälfte läßt ihn jetzt schon, kurz nach ber Rotbuche, fein zartes, krauses Blattwert entfalten. Die Esche ist noch zurück und kommt in geschützter Lage langsam nach. Sollte sich also obige Bauernregel bewahrheiten, bann bürste uns ber kommenbe Sommer noch gründlich ivascheu. Doch: Bange machen, gilt nicht! Wir wollen hoffen, baß bie in genannter Redensart angefüiibigte große Wäsche eigentlich schon erfolgt ist, so baß mir uns recht balb bei Hellem Sonnenschein an der herrlichen Vegetation erfreuen können, bie ber nasse Wonnemonat in seltener Ueppigkeit schuf. •• Alice-Frauenverein für Krankenpflege* Wie aus einer Bekanntmachung im Inseratenteil hervorgeht- lcißt der Alice-Frauenverein wie in früheren Jahren so auch dieses Jahr Vorträge für Frauen und Mädchen über, die Pflege Verwundeter und Kranken halten. Die Vorträge finden Donnerstag? von x/25 bis ^6 Uhr im Zeichensaale der Stadtmädchenschule, Schillerstraße 8, statt und sind unentgeltlich. Beginn am 4. Juni d. I., 5J/2 Uhr nachmittags. Der Kursus wird für alle Teilnehmerinnen von großem Nutzen fein, da sie das hier Gelernte im täglichen Leben vielfach verwenden können. Im Interesse des guten Zweckes, den der Alice-Frauenverein verfolgt, ist zu wünschen, daß die Vorträge recht gut besucht sein werden. Anmeldungen werden von der Oberlehrerin der Aliceschule, Frl. Möser, und Frau Kaufmann Fuhr, Sonnenstraße, entgegengenommen. •* Der Verband der Krankenkassen und der ®e* meinben als Träger der Krankenversicherung hält am Sonntags den 31. in Zwingenberg die 5te I nstruktions stunde, ab, wobei die wichtigsten Bestimmungen ber Unfall-, beri Krankenversicherungsgesetze, bie Rechte und Pflichten ber Aussichtsinstanzen 2c. besprochen werben. ** „D a bleibe, wer Lust hat, mit Sorges zu Haus". Die mehr unb mehr sich verbreitende Wanderlust veranlaßt auchmorgen wieder mehrere Gießener Vereine, zu Ausflügen. Tie Sektion Gießen des Deutsch-Oester-^ reichischen Alpenvereins unternimmt (ab heute mittag) eine; l^tägigc Wanderung in den Vogelsberg, während der Zweigverein Gießen des Vogelsberger Höhenllubs Dorsbach- unb Mühlbachtal, Nassau und Schloß Schaumburg besucht. Der „Lieberkranz" enblich unternimmt am Mittag einen Familienausflug nach Weilburg. ** Ein bemerkenswertes Doppeljubiläum kann Fabrikant Friebrich Krogrnann hier begehen. Es; sind jetzt gerade 25 Jahre, daß er seine Kafsenschrantfabrik: unb Fahrrabhandlung betreibt und gleichzeitig wurde ber < 20 0 0. Kassenschrant in seiner Fabrik fertiggestellt. Der „Jubiläurns"-Kassenschrank ist im Schaufenster der Firma ausgestellt. Pakete während der Pfingstzeit. Die Versendung mehrerer Pakete mittels einer Poslpaketadresse ist für die Zeit vom 31. Mai. bis einschl. 7. Juni weder im inneren deutschen Verkehr noch im Verkehr mit dein Ausland — ausgenommen Argentinien — gestattet. Nach Argentinien können: auch in dieser Zeit mehrere, jedoch höchstens drei Pakete, mit einer Postpaketabreffe versanbt werben. ausgenommen. Die Komik des 2300 Jahre alten Stückes" hatte nichts von ihrer Wirkung eingebüßt, und sein Grundgedanke, der Streit des Idealismus mit dem Realismus, griff so tief in bie Gegenwart hinein, wie sie es zur Zeit der Erstaufführung in Athen getan. Inszenierung unb Darstellung waren vorzüglich. — Das Ltadlverordnetenkoue- gium, sowie Bürgermeister Dr. Glassiug unb mehrere Bei- georbnete besichtigten dieser Tage die Bauten der bestimmt am 23. M a i norm. 11 Uhr zu eröffnenden Ausstellung, sowie im Atelier des Bildhauers I o b st Darmstadts neuesten Denl'malsschmuck, bas neue Liebigbenkmal, für ba§\ bie Stabt einen Bauzuschuß von 3000 Akk. bewilligt hat. Zur Besichtigung stand ein kleineres, vollständiges Modell des Denkmals, sowie ein Maßmodell der Hauptfigur desselben zur Verfügung. Die Hauptfigur, eine Symbolisierung der Wissenschaft, vermittelt den Gesamteindruck des Denkmals. Sie steht auf einer quabratförmigen, mit nicberer Ballustrabe umgrenzten Steinplatte, bereu vier Ecken niedere: kugelgekrönte Säulen mit diskretem Reliefschmuck, den Ao- schluß der Einfafsung bildend, einnehmen. Auf der Mitte- der Steinplatte erhebt sich wuchtig und monumenral ein zweifach gegliederter, sich nach oben abgegrenzt verjüngender Sockel, der bildhauerisch fein ausgearbeitet ist: Die untere Hälfte des Sockels zeigt an den Ecken figürlichen Schmuck. Zwei Seiten des Sockels werden von figürlichen Reliefs eingenommen, die die Agrikulturchemie und oen Ackerbau symbolisieren, die Rückwand soll eine Inschrift aufnehmen, deren Text noch festzusetzen ist, die Vorderseite trägt nur den Namen Justus von Liebig in moderner Schrift. Die oben abgestufte Hälfte des Sockels trägt vorn das Reliesbildnis Liebigs, von einem Lorbeerkranz umrahmt, von dem ausgehend Lorbeergewinde, die von vier, die Ecken des Sockels bildenden Knabengestalten gehalten werden, den oberen Abschluß des Sockels umrahmen. Tie übrigen drei Seiten tragen bie Wappen ber Geburtsstabt Liebigs,. Darmstadt, der Städte, in denen er namentlich wirkte, Gießen und M ü n ch e n. Gekrönt wird das ganze durch eine Allegorie der Wissenschaft. Diese, eine überlebensgroße, sitzende weibliche Figur, die in der erhobenen' Linken eine Schale hält, von der eine Feuerflamme auf» lodert, ist vom Künstler in strengen Formen, aber in freier, ungezwungener Bewegung komponiert. Hessische Landesausstellung Darmstadt 1908. Ausstellung hessischer und nachbarlicher Grabmal- leschäfte, arrangiert von Dr. W. von Grolman-Wies- iaüen. Kleine Friedhofsabteilungen, von Künstlern einge- |littet, haben schon mehrere der Sommerausstellungen der ■’-bten Jahre gebracht, eine durchgreifende Besserung unserer roftlofen Zustände des Grabmaiwesens kann aber nur er- leicht werden, wenn es gelingt, bie den Grabmalhanbel be- iirschenden Steinmetzfrrmen vor den Friedhöfen wieder 'mstlerischer Arbeit zuzuführen, da immer nur wenige sich liieeft an den Künstler wenden werden. Im allgemeinen ist :nan sich nicht klar darüber gewesen, daß die Frage der ncift auf dem Friedhof int wesentlichen eine Materialfrage '!. Nur die Einführung des Granits, dessen übertriebene oo-rte jede künstlerische Formgebung unmöglich macht, gibt üe Erklärung, warum das Grabmal gerade in den letzten j Zähren immer tiefer sank, obwohl Architektur und Plastik ’dngft in aufsteigende Bahnen eingetreten waren. UeberaU, bv'hin wir kommen, empfängt uns dieselbe monotone Reihe chlvarz polierter Obelisken, die frisch gewichsten Oefen ntcht '-n.chnlich sind. Durch diese Politur sollte der Mangel an fOTim verdeckt werden, wobei man übersah, daß der polierte tain im Freien ganz unkünstlerisch wirkt, weil er niemals ’•<£) der Natur einfügt, sondern durch feine viel ju fatte fflnbe und die spiegelblanken Flächen frostig und nüchtern ’Ux den weichen Tönen und Linien der Umgebung heraus- ÜIBL Es muß zugegeben werden, daß der früher fast allein ' lidräuchliche Sandsteiit der Verwitterung und unschönem Üoosansatz allzu leicht anheimfiel. Aber für ihn ist fit den jch'reichen Kalksteinarten ein unserem Kltma völlig gewachsener, an Schönheit weit überlegener Ersatz gegeben. ;-iqt minder glücklich tritt an die Stelle des un,oltden und • kenDig wirkenden italienischen Marmor der mannltch kraf- Wg« und tadellos wetterbeständige weiße „Laaser". Dte -stellung zeigt, welch reiche Abwechselung tn dtesen kleinen möglich ist und wie unendlich wohltätig bie Hefier- Htt der Hellen Farben den Ernst des Friedhofs freundlich mildern vermag. Möge das Unternehmen bin Zeug- iS des wiedererwachenden Idealismus in den Kreisen .der ^lainmetzen — dazu beitragen, auch die Kreise für eine di-ibige Ausschmückung ihrer Grabstätten zu interessieren, £n?n Zeit unb Ruhe oder Gelegenheit fehlt, sich direkt mit «n Künstlern in Verbindung zu setzen! Die Kollektiv -Aus st ellung des Ern st- Ludwig-Vereins unter Leitung seines Generalsekretärs, des Großh. Landeswohnungsinspektors, umfaßt die aus sechs Heimstätten (2 Zweifamilienhäuser, Doppelhaus für 2 Familien, 3 Einfamilienhäuser) bestehende Kleinwohnungskolonie, ferner Modelle, Pläne und Schaubilder von schönen, bereits in Hessen ausgeführten Häusern für Minderbemittelte, sowie von Entwürfen, die in dem 1905 von dem Verein veranstalteten Wettbewerb zur Erlangung mustergültiger Pläne zu Häusern mit kleinen Wohnungen preisgekrönt, angekauft ober in sonstiger Weise ausgezeichnet sind. Bei der Errichtung ber Kleinwohnungskolonie biente ein Programm als Grundlage, auf welches sich sämtliche Beteiligten geeinigt haben. Danach ist Zweck des Unternehmens die Lieferung des praktischen Nachweises, baß auch beim Bau kleiner Häuser unb bereu innerer Einrichtung künstlerischem Empfinben ohne besonbere Kosten Rechnung getragen werben kann; gleichzeitig soll es zur weiteren Ausbreitung der Woh- nungsfürsorgebestrebungen beitragen. Die Kosten für die Häuser und Möbel usw. müssen so bemessen werden, daß sie für weniger bemittelte Personen erschwingbar sind, und zwar dürfen die Baukosten betragen für das Einfamilienhaus höchstens 4000 Mk., für das Zweifamilienhaus höchstens 7200 Mk. Die Herstellungskosten der Möbel für Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche, nebst sonstigen Einrich- tungsgegenftändcn, wie Matratzen und Bettzeug, Küchengeschirr, Gardinen, Läufer oder Teppich dürfen die Summe von 1000 Mk. nicht übersteigen. Die Hersteller der Möbel sind verpflichtet, zu den von ihnen zu bezeichnenden und in den Häusern aufzulegenden Einheitspreisen, die sich innerhalb der Festsetzungen des Programms zu halten haben, jede in der Ausstellung etwa gemachte Bestellung auszuführen. Die Anlage erhebt mithin sowohl vom sozialen, als auch vom volkswirtschaftlichen und künstlerischen Standpunkte aus Anspruch auf besondere Beachtung. * — Aus Darmstadt, 14. Mai, schreibt man uns: Die Aufführung von Aristophanes Komödie „Die Frösche" auf unserer Hofbühne hat sich zu einem Ereignis gestaltet, das auch, für weitere Kreise von Interesse sein dürfte. Das Lustspiel, in der Einrichtung unseres Regisseurs Herrn Hackers für die moderne Bühne, wurde von oem zahlreich erschienenen Publikum mit großem Beifall wurde von Burschen in Walde er- früh aufge- Mund mit Der Täter Sohn des hier wohnhaften Spenglers Fischer einem unbekannten ca. 18 bis 20 Jahre alten einem in der Nähe von Weinheim gelegenen mordet. Die Leiche des Knaben wurde heute funden. Der Bauch war aufgeschlitzt und der Gras verstopft. Es liegt ein Lustmord vor. konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag den 17. Mai: Vorwiegend heiter und trocken. Nachts etwas kühler, am Tage etwas wärmer als heute. Große Ditze herrscht in Budapest. Das Thermometer zeigte gestern im Schatten 36 Grad. Aus Tirol. Einer der bekanntesten Gasthöfe in' Tirol das große Hotel „Alpcnhof" in Hinterriß, wurde bun Feuers' brunst vollständig eingeäschert. Infolge der warmen A'itterunq und per dadurch rasch bewirkten Schneeschmclze sind viel- Wildbäche ausgetreten und haben die umliegenden Kulturen über- chwemmt. Aus allen Teilen Tirols laufen Hiobspostm ein In Br ixen beschädigten die ausbrcchcnden Fluten das Elektrizitätswerk. so daß die Stadt seit gestern abend ohne Licht ist In Pfunds im Oberinntal richtete das Hochwasser riesige Verheerungen an. Die Felder und Wiesen sind in einer Fläche von 10 000 Quadratmeter aus Jahre hinaus vom Ernteertrag ausgeschlossen. Viele Ortschaften sind vom Verkehr gänzlich abgeschnitten. m. Münchholzhausen, 15. Mai. Die Gemarkung M ü n ch h o l z h a u s e n mit einem Flächengehalt von 585,8 Hektar steht im Zusammenlegungs verfahren. Die Fürsorge des Staates und der Provinz, die in der Grundstückszusammenlegung den bedürftigen Gemeinden zuteil wird, durften wir in besonderem Maße erfahren. Es sind in diesem Jahre für die Zusammenlegung an 15 Gemeinden des Kreises Wetzlar 32 180 Mk. bewilligt worden. Münchholzhausen erhielt davon 10 000 Mk., während vielen Gemeinden nur 500 Mk. bewilligt wurden. || Fellingshausen, 15. Mai. Der hiesige vor drei Jahren gegründete Turnverein begeht am ersten Augustsonntag sein Fahnenweihfest. Der junge Verein zählt bereits 70 Mitglieder und ist dem Lahn - DünSberg- Turnbund beigetreten. Mit dem Fest wird die Turnfahrt des Bundes verbunden. Am 5. und 6. Juli wird im benachbarten Nodheim das Bundesfest gefeiert. a. Kloster-Altenberg, 15. Mai. Für nächsten Montag ist die Eröffnung der Kreis-Jung v ie Hw eid e zu Kloster Altenburg angekündet. Sie besteht bereits 3 Jahre und hat sich bisher auf's beste bewährt. Es ist während dieser Zeit weder ein Krankheitsfall noch ein Unglücksfall bei den Tieren vorgekommen. Dahingegen waren stets große Gewichtszunahmen durch die Waage festzustellen, wie auch das Aussehen der Nmder vorzüglich und der Gang korrekt und flott war. Das tägliche Weidegeld beträgt für die Vieh- besitzec des Kreises nur 25 Pfg., da der Rest im gleichen Betrage vom Kreise übernommen ist. Diese Preisermäßigung gilt für die ersten 40 angemeldeten Rinder. Für weitere Tiere haben die Besitzer das volle Weidegeld von 50 Pfg. zu entrichten. ss Marburg, 15. Mai. In der heutigen Stadt- verordneten-Sitzung wurde die diesjährige Etats- beratung zu Ende geführt. Der ordentliche Etat ist kürzlich bereits festgesetzt worden. Den außeordentlichen Etat normiert man auf 415 397 Mk. Ein Antrag, in den städtischen Schulen die Türen wegen der Feuersgefahr nach außen ausgehend umändern zu lassen, fand Annahme. fc. Kassel, 14. Mai. Auf Schloß Arnstein bei Eichenberg feierten der Kurfürstlich Hessische Kammerherr Arthur Freiherr v. Boden Hausen und seine Gemahlin Auguste, geb. v. Loßberg, körperlich und geistig rüstig, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar steht im 81. Lebens- >ahre, die Jubilarin, welche eine Tochter des Generalleutnants v. Loßberg, des letzten Oberkommandierenden der kurhessischen Truppen 1866 gewesen ist, im 71. Lebensjahre. h Homburg v. d. H., 15. Mai. Zur Einweihung der Erlöserkirche, die unter der Anweisenheit des Kaisers stattsindet, sind bisher geladen: der Großherzog und die Großherzogin von Hessen, sowie Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, außerdem zahlreiche hochstehende Persönlichkeiten aus dem Reiche, namentlich aus Frankfurt, Wiesbaden und Homburg. Auf Veranlassung des Kaisers erhielten etwa 400^ Personen Einladungen. Außerdem wurden weitere 1100 Einladungen verschickt. Diese sind in der Hauptsache an alle in Frankfurt und Homburg wohnenden Personen ergangen, die Beiträge für den Kirchenbau gezeichnet haben. h. Weinheim, 15. Mai. Der drei Jahre alte des Hofgutes erstrebt werden. — Nidda, 15. Mai. Der Verband der Krankenkassen im Großherzogtum Hessen hält im Monat Juni hier einen I n st r u k t i o n s k u r s für Versicherungsangelegenheiten für Oberhessen ab. -j- Uetzhausen, 14. Mai. Die Wirtschaft im Schweizerhaus, deren Besitzer diese infolge Konkurses aufgeben mußte, ging in den Besitz von Isidor Fenkel- mann in Salzschlirf über. X Weid-Moos, 14. Mai. In unserer sowie in der Nachbargemeinde Nösberts, die beide zur Bürgermeisterei Bannerod gehören, besteht der Wunsch nach einer eigenen Bürgermeisterei. Es sollen deshalb Schritte unternommen werden. sd. Darmstadt, 15. Mai. Eine sensationelle Verhaftung sand heule in P f u n g ft a d t statt. Nachdem gestern ein hiesiger Bücherrevisor bei dem ca. 70 Jahre alten Holz- Händler JonaS Mainzer eine Revision vorgenommen hatte, wurde Mainzer heute durch die Gendarmerie verhaftet und mit einer Droschke in das Untersuchungsgefängnis in Darmstadt eingeliefert. Wie man höre, ist er ui verschiedenen Fällen der Bewucherung beschuldigt und besonders soll der „Fall" Gärtner in Auerbach in letzter Linie die Veranlassung dazu gegeben Ijexbe. Gärtner har int letzten Winter als Schreinermeister verschiedene größere Arbeiten ausgesührt, wozu ihm Mainzer das Holz lieferte. Für seine Forderung ließ sich Mainzer einen größeren Posten von Gärtner zedieren, wourch er in Zahlungsschwierigkeiten geriet und sich vor einiger Zeit erhängte. Aus erfolgte Anzeige fanden Feststellungen stal/, aus denen «ich ergab, daß Mainzer auch in anderen Fällen Wuchergeschäfte betrieben hat. Mainzer ist Inhaber dec Firma Gebrüder Mainzer, die neben dem Holzgeschäft auch einen Papierhandel betreibt. GereehtstzaaL. Oldenburg, 15. Mai. Das Landgericht verurteilte einen S ch u l k n a b e n zu drei Monaten Gefängnis, weil er im Streite einem anderen Schulknaben mit einem Eisenstück aus den Schädel geschlagen hatte, so daß der Knabe starb. Original-Drahtmel-ungen. Parey a. d. Elbe, 16. Mai. Das Gericht hat die Ausgrabungen zweier Kinderleichen angeorbnet, da der Verdacht besteht, daß die Kinder im Jahre 1905 und 1906 vergiftet worden sind. Es verlautet, baß weitere Ausgrabungen bevorstehen. Thorn, 16. Mai. Großes Aufsehen erregen umfang« reiche Diebstähle von Militär-Effekten. Bei dec Revision der Kammer der 12. Kompagnie des 21. Infanterie. Regiments wurden erhebliche Mankos an Mänteln, Stiefeln und Hosen entdeckt. Bei der Nachforschung wurde ein Teil der gestohlenen Gegenstände bei mehreren Droschken« kutschern gefunden und beschlagnahmt. Die Kutscher be« haupten, die Sachen von einem ihnen unbekannten Unter« Offizier gekauft zu haben. Die Untersuchung ist im Gange. W i e n, 16. Mai. Die Vermählung d e r. E r z h e r z o g in Henriette, der Tochter des Erzherzogs Friedrich mit dem Prinzen Gottfried Hohenlohe wurde endgültig auf den 3. Juni in Baden bei Wien festgesetzt. R o m , 16. Mai. Die Unterstaatssekretäre für Unterricht und Finanzen teilten der Kammer mit, daß sich der Kaminerausjchim zu Gunsten eines rechtlichen Anspruches des Staates am die beiden farnesischen Paläste ausgesprochen hat. Tie Regierung wird infolgedessen ihre Besitznahme betreiben. In einem dieser Paläste befindet sich der Sitz der französischen Botschaft. Paris, 16. Mai. Der K r i e g s m i n i st e r teilte mit, daß die Zahl der Arbeiter in den Militär-Werkstätten infolge Mangel an Beschäftigung um 1670 herabgemindert werden müsse. Außerdem müssen 700 Arbeiter der staatlichen Pulverfabrik entlassen loerben, von denen nur wenige in anderen Betrieben Beschäftigung finden können. Paris, 16. Mai. Bei Bu-Denib an der algerischen Grenze sand ein blutiger Kampf zwischen Truppen des Generals Vigy und der Harka des Marabu- Mu l e y Hassan statt. Die Marokkaner griffen am 15. Mai nachmittags die Franzosen an. Der sich entspinnende heftige Kampf dauerte bis zum Anbruch der Nacht und endete mii der Zurückwerfung der Marokkaner durch Ar tiHerie und Spahis. Die Franzosen hatten 15 Tote un- 55 Verwundete. Paris, 16. Mai. Echo be Paris erhält aus Tanger eine Bestätigung, daß die kaiserliche M a h a l l a unter dem Betel. Bagdadis in Stärke von 4000 Manu zu den Anhänger,. Mulay Hafids üb e r g^e g a n g e n ist. Sie wurden da-., durch den Stamm der Beni Snassen, in bereit Gebiet sie ihr Sage.: ! aufgeschlagen hatte, unter Drohungen gezwungen, denen die Sultane- truppen im Hinblik auf die Uebermacht des Stammes nachgatm.. L o n d o n, 16. Mai. Staatssekretär Dernburg rourb- - gestern abend von König Eduard im Beisein des deutschen Geschäftsträgers in Audienz empfangen. Her:' Dernburg gedenkt heute über Southampton nach Kapstadt abzureisen. . . London, 16. Mai. Der parlamentarische Ausschuß für Armee wesen hat seine Arbeiten beendet. Er bei - langt Mehrausgaben von 2 Mill. Pfund für allgemeine Kriegszwecke und von 7 Mill. Pfund fu:: Verstärkungen der B e f e st i g n n g s we r kc und Auf besserung der Offizicrsgehälter. London, 16. Mai. ,,Daily Chronicle" meldet ain Konstantinopel: Die französische Regieruu ' hat durch Vermittelung des türkischen Botschafter. tn Paris der Pforte eine zehntägige Fr i jt gc stellt, ue' sich über ihre Rechte int Hafen von Heraklea unter Vorlegung der Dokumente zu äußern. Sollte die Pforte bie|S Frist verstreichen lassen, so würde die französische Regterünly ihren Vertreter in Konstantinopel abberufen und weuer: Maßnahmen in die Wege leiten. London, 16. Mai. In Kalkutta explodtcrtc gestern, eine Bombe, die auf den Straßenbahngelcisen lag, al-- ein Wagen über sie fuhr. Vier Personen wurden bei wundet, darunter eine schwer. Die Bombe war kurz vory, i auf die Schienen gelegt worden und offenbar für einen ffltJ Europäern besetzten Wagen bestimmt. Inleripg eleganter Herrengarderobe nach Mass. Erstklassige Verarbeitung. Tadelloser Sit*. Grosses Stofflager. J. Pfeffer, Marktplatz. - Entsprungen. Aus dem Zellengefängnis in Butzbach ist in verflossener Nacht der Kaufmann Johann Trauntschnig, der wegen Diebstahls ?c. eine längere Freiheitsstrafe zu verbüßen hat, entsprungen. Er ist 23 Jahre alt, 1,70 Meter groß, hat schwarzes Haar, schwarzen j Schnurrbart und ist mit Anstaltskleidern (Kalmukanzug) bekleidet. Trauntschnig war auch hier in Stellung und hat Straftaten verübt, er ist hier lokalkimdig. ? Großen-Buseck, 15. Mai. Die B a h nhof sc r - Weiterung in Großen-Buseck kommt nun endlich zur Ausführung. Von der Bahnverwaltung ift ein _ größeres Gelande- stück jenseits der Station angckauft waren, so daß endlich der beengte Verkehr auf dem Güterbahnhof beseitigt wird. Die Arbeiten zur Ausführung des Projekts sind der Firma Peter Schepp und Preis in Burkhardsfelden übertragen worden. u Bad-Nau heim, 15. Mai. Bis zum 14. Mat sind 3524 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 2873 anwesend waren. Bäder wurden dis zum 14. Mai 22 944 abgegeben. (!) Der Wetterau-Lahngau-Sängerbund veranstaltet, nachdem am 3. Mai unter Vorsitz des Bundespräsidenten Lehrer Buß-Leihgestern eine Tagung der Bundesleituug hier stattgefunden hat, in der u. a. die Kassenverhältnisse als äußerst günstig festgestellt wurden, am Sonntag, 24. l. Mts., im Saale „Zur deutschen Eiche" in Kleinlinden unter Leitung seines Bundes-Chor- meisters Musiklehrer W. Gernhardt-Gießen eine Probe 'seiner diesjährigen Bundes chöre. Außer zwei Liedern vom Vorjahre „Soldatenliebe" von Groß und „Mein Mädel hat einen Rosenmund" (Hessisches Volkslied) üben die Bundesvereine Mozarts „Brüder reicht die Hand zum Bunde" sowie Mendelsohns „Wer hat dich du schöner Wald". Das diesjährige Bundesfest, bei dem von den einzelnen Vereinen auch Einzelchöre vorgetragen werden, wird gegenüber dem vorjährigen einen mehr geselligen Charakter tragen; ein Wettsingen findet nicht statt. Nach Art einer Sängerfahrt soll ein von allen Bundesvereinen gut zu erreichender und mit den nötigen Einrichtungen für alle Witteriingsverhältnisse eingerichteter Platz besucht werden, dessen Lage in freier Natur außerhalb der Ortschaften sein soll. Als Tag des Bundesfestes ist der Sonntag nach ^Pfingsten (14. Juni) festgesetzt; der Ort soll gelegentlich der Probe in Kleinlinden definitiv bestimmt werden. Wie wir erfahren, soll Bichlers Hardt (Textors Terrasse) viel Aussicht haben, gewählt zu werden. Ein derartiger Beschluß wäre wirklich zu begrüßen, bietet doch der große Saal bei ungünstiger Witterung eine ausgezeichnete „Sängerhalle" und würde doch gerade hier mancher Gießener Scmges- freund auf beuqeme Art dem Fest beiwohnen können. Interessieren dürfte ferner noch, daß sowohl gelegentlich der Probe in Kleinlinden als auch zum Fest selbst der Besuch verschiedener auswärtiger Freunde des Männergesangs und der vom Bund gepflegten Bestrebungen in Aussicht steht. Auch beabsichtigen verschiedene Nichtbundesvereine an der Sängerfahrt des Lahngau-Sängerbundes teilzunehmen. -r. Büdingen, 14. Mai. Heute wurde der Gardist Heinrich Friele von der 12. Komp, des Leib-Garde- Jnfanterie-NegimentS Nr. 115, der sich unerlaubter Weise von seinem Truppenteil entfernt hatte, auf dem benachbarten iHerrnhaag zwecks Verbringung in seinen Gamisonsort fest- genommen. F. trug volle Uniform. ---- Herrnhaag b. Büdingen, 14. Mai. Obwohl hier schon seit dem frühesten Mittelalter eine Kirche steht, in der Vonhausen, Diebach und Lorbach eingepfarrt sind, hat der zuständige Geistliche doch nie einen festbestimmten Wohnsitz gehabt. In alter Zeit wohnten Geistliche in Diebach, während des 30jährigen Krieges in Vonhausen, später auf dem Herrnhaag und in Lorbach, im letztvergangenen Jahrhundert in Büdingen und — da die Pfarrei Herrnhaag nach der Auflösung der lnth. Pfarrei Büdingen (1817) mit der Pfarrei Büdingen III vereinigt wurde — zeitweise auch wieder in Vonhausen. Es ist erklärlich, daß dieser Zustand mancherlei Mißhelligkeiten im Gefolge hat und auf die Dauer unhaltbar ist. Namentlich kann eS nicht im Interesse deS Kirchspiels liegen, daß der Geistliche außerhalb desselben wohnt, wie es zurzeit wieder der Fall ist. Schon um die Mitte des vorigen Jahrhunderts wollte man ein Pfarrhaus auf dem Haag errichten; leider aber konnte man damals die beteiligten Gemeinden nicht alle drei für den Plan gewinnen. Jetzt scheint aber die Angelegenheit zustande zu kommen, denn die Neuerrichtung eines Pfarrhauses ist bereits im Prinzip beschlossen. Zu den Baukosten wird die Fürstliche Präsenzverwaltung zu Büdingen 14 000 Mk. beitragen, während der Rest von den drei Gemeinden aufzubringen ist. Der Fürstl. Baumeister zu Büdingen ist mit der Ausarbeitting eines Bauplanes beauftragt, die Auswahl des Bauplatzes sowie die endgültige Verteilung der restierneden Baukosten unter die drei Gemeinden dürfte demnächst zu erwarten sein. Ein Übelstand wird sich allerdings von vornherein ergeben: der Wassermangel. Die Anlage eines eigenen Brunnens beim Pfarrhause wird zu bedeutende Kosten verursachen, und die Benutzung des wenige Minuten entfernten „Herrnhuterbrun- nens" ist wegen seiner Tiefe (84 Meter) sehr beschwerlich; es müßte deshalb Anschluß an die primitive Wasserleitung Drucksachen ailer Arli liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die BrühPeche Universitäts - Druckerei, Schuld* verrRischtrs» *Derneue Aeroplan der Gebrüder Wright, der von den Erfindern als der erfolgreichste Flugapparat ausgegeben wurde, ist bei einem Flugversuch in Manteo im Staate Nordkarolina vollständig in Trümmer gegangen. Vorgestern abend stieg Wilbur Wright mit der Flugmaschine auf, er legte zuerst acht englische Meilen mit einer Geschwindigkeit von 45 Meilen in der Stunde zurück, wobei er die Maschine vollkommen in der Gewalt hatte. Auf einmal funktionierte das Höhensteuer schlecht, der 2lpparat verlor das Gleichgewicht und fiel von einer Höhe von 30 Fuß zur Erde. Wright wurde leicht verletzt, die Maschine dagegen zertrümmert. Die Gebrüder beabsichtigten, einen 50 Meilenflug zu unternehmen und in diesem Sommer eine Reise nach Europa anzutreten. — Graf Zeppelin beabsichtigt, am württembergischen Bodenseeuser den Ankauf eines größeren Geländes zur Fortsetzung des aeronautischen Versuchs und sucht Teilnehmer zur Gründung eines solchen Unternehmens. Kleine Tageschronik. In gefährlicher Situation befand sich in der vergangenen Nacht die Ehefvau eines Restaurateurs in Dortmund. In einem Tobsuchtsanfall und offenbar in selbstmörderischer Absicht sprang die Frau aus dem im fünften Stock befindlichen Dachfenster, blieb jedoch an der Dachrinne mit den Kleidern hängen. Ein sofort herbeigerufener Schutzmann konnte die Frau jo lange halten, bis die entschreitende Feuerwehr beide Personen aus ihrer lebensgefährlichen Lage befreite. Erdbeben. In der vergangenen Nacht wurden im Distrikt von Aciveale, wie aus Catania gemeldet wird, wiederum mehrere Ett)stöße verspürt, um 4 Uhr morgens richtete ein sehr heftiger Erdstoß neue Schäden an den Häusern an, auch int Marktflecken Guardia. — Die Behörden verteilten Zelte unter die Bevölkerung, da die Dörfer bereits großen Schaden gelitten haben. In Hamburg verzeichneten die Apparate der Hauplstation für Erdbebenforschung ein mittelstarkes Beben in einer Entfernung von 7500 Kilometern. Die Aufzeichnungen begannen um 9 Uhr 42 Minuten 21 Sek. und dauerten ungefähr drei Stunden. Selbstmord e ines B a n kd ire kto rs. In seiner Villa zu Käputs bei Potsdam erhängte sich Bankdirekwr Schlosser aus Berlin. Schauerlicher Fund. Im Brirtscheider -Walde bei Aachen wurde gestern morgen die Leiche eines jungen Mädchens aufgcfunden, die nach ärztlicher Feststellung etwa 10 bis 14 Tage int Walde gelegen hat. Die Leiche war halb verscharrt und bereits von Raubzeug angesresscn. Sie wurde durch ein mit I. ge- zeichnetes Taschentuch und durch Rabatmcrrle»t von Geschäften, in denen die Ermordete Einkäufe gemacht hatte, als die 15 jährige Lina Klinken berg rewgitoSziert. Man nimmt Lustmord an, weil die Lag!e der Leiche und der Kleider daraus schließen läßt Erklärung. Auf die vielen offenen und versteckten Beleidis ungen, mit denen sich Herr Th. Reuther in der heutlgc Nummer seiner Zeitung für den für ihn so üblen Ausgw': seines Prozesses an mir rächen zu muffen glaubt und «. ■ mit Unwahrheiten reichlich durchsetzt sind, habe ich nur erwidern, daß ich ein für allemal auf die persönn Kampfesweife jenes Herrn nicht eingehe. Gießen, den 16. Mai 1908. Osw. Riedel. Garantirt chlorfrei Henkels Prima Kackükiae , empfiehlt billigst )703 t-eorg Schäfer, Llcherstr. 9. Todes-Anzeige. Heute nacht Y23 Uhr starb sanft nach langem, schweren Leiden meiner lieber Bräutigam, unser lieber, guter Heinrich Rühl Im Namen der trauernd Hinterbliebenen : J. KSingeihöffer - Giessen (Asterweg 26), den 16. Mai 1908. Die Beerdigung findet Montag, den 18. Mai, nachmittags 31/, Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 3124 Für Bellersheim, den 16. Mai Die Beerdigung findet Montag den 18. Mai, nachmittags 31/, Uhr statt. [3138 8 die trauernden Hinterbliebenen: J. Könsg, Pfarrer. 1908. Todes-Anzeige. Es hat dem Herrn gefallen, seinen treuen Knecht, unseren innigstgeliebten Gatten, Vater, Grossvater, Schwiegervater und Schwager, den evangelischen Pfarrer i. P. August Diefenbach heute nacht 2 Uhr in seinem 89. Lebensjahre zu sich zu nehmen in sein himmliches Reich. 3103 Garbenteich; Alsfeld, den 15. Mai 1908. Empfehle neue von 3.50 Mk. an. werden ausgearbeitet, werden gefärbt, in felrenen Farben, in grau und weiß £.'A- ■ Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Lehrer Völsing. Familie Gerichts-Assessor Dr. Völsing. Toupe u. Scheitel nach Maß bei Heinrich Tichjf, Spezialgeschäft in Haararbeilen, Sellersweg 43, Ecke der Goetheftr. Zöpfe Zöpfe Zöp?e Zöpfe Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Krankheit sowie bei der Beerdigung unserer teueren Entschlafenen Frau Elisabeths Völsing Witwe, geb. Dietz sagen wir Allen, insbesondere Herrn Pfarrer Hepding für die trostreichen Worte am Grabe und für die zahlreichen Blumenspenden auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Zöpfe -----------.. Zöpfe werden von ausgekammlen Haaren angeferngt. 11929 LMM MeitsmliMil' Metzen. Gartcnstrafie 2, Zimmer 2. Es können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern. - . 1 Sattler und Polsterer, 2 Schneider, 1 Wagner, 1 Kuncher, 1 Schuhmacher, 2 Tapezierer und Polsterer, 1 Zettungstragerm, 2 Kauffrauen, 1 Laufmadchen, 1 Haushälterin, 6 Dienstmädchen, 1 jüngeres Kindermädchen, 2 jüngere Hausburichen. 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Diejenigen Einwohner, welche bis zuul 5. Zürn lernen Gemeindcfteucrzcttcl erhalten haben, nach ihren Verhältnissen aber annepmen muffen, dag sie steuerpflichtig sind, werdeit hiermit auigefotderr, davon alsbald, bei Meldung liachteiliger Folgen, auf der Bürgermeiücrei lZlmmer Ar. 9) Anzeige zu er,lallen. B1C/5 Gießen, den 14. Aiai 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ____________________________I. V.: Kelle r.____________________________ Auf Veranlassung des unterzeichneten Vereins werden auch in diesem Jahre BorNäge für Frarreu und Mädchen über die Pflege Belwunoeler u. Kranker abgehallcn. Tie Vortrüge find uncntgeltlid) und findeil im Saale der Stadtmadchcnichulc, Schillerstr. 8, Donnerstag von ‘ ,.5 bis 1,6 Uhr liachmitlags ilali: ne beginnen Lonnerslag, den 4. Juni 19v8, »iachmiltags 'bi5 Uhr. Anmeldungen tvcrden in der Aliccschulc, Kirchftraße 20 und bei J-rau Kaufmann Fuhr, Sonnenstrage, enlgegengenoininen. 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