I leim «u scher 141 Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 18. Juni 1808 Der Gtetzener Anzeiger v erscheint täglich, außer AB A Bezugspreis: Sonntags. - Beilagen: 'i' J v monatlich7bPf.,viertel- viermal wöchentlich M AA x'.M W A A Ak A A, -A A jährlich Mk. 2.20; durch is=v)ttncncr zlmciiwr wtttfchaftltcheZeitfragrn W ■ ■ V I W W V ^® ftinunte Lejesaal in dem Gebäude sür angetuanbte Kunst i|t zwar recht eindrucksvoll in seiner kühlen Miltelattertichkeil, aber mit keinen steilen Holzschnitzereien au den Wänden, den Stützbalken mitten im Raume, seiner ganzen gesuchten Altertümelei nicht anheimelnd für den modernen Menschen, und vollends nicht prakliich rls Lesesaal durch feine Düsternis und Niedrigkeit. Die Nischen ieilich bilden recht nette beschauliche Plätzchen. Die typographische Ausstellung der G e b r. K l i n g s p o r m Offenbach verdient die besondere Beachtung jedes Kunstfreundes. Sie üiebt ein lehrreiches und rreffendes Bild von der gegenwärtigen außerordentlichen Höhe deutscher Jllustrationstechnik, von der gelinden Lebenskraft der deutschen Illustration überhaupt, oder, bes,er gesagt, des neudeutscheu modernen Buchschmuckes, einer heute wieder ganz jungen, weil lange vergessenen Kunst, ihrer erstaunlichen Ent- ivickelunqsiähigkeit. Atan denke nur zurück an Die Zellen des alten 'Lhodowiecki, dieses wackeren und in gewisser Weise freilich iur alle Zeiten vorbildlichen Tippelmeiers, ja selbst an die Menzels, des Großen. Die Technik hat sich seitdem eben ganz gewamg vervollkommnet, und nicht zum mindesten durch die rühmenswerten Be- niühungen der Gebr. Klingipor. Tas -^-lefste und Beste laßt sich eigentlich doch nur durchs Auge, durch die Kunst der Illustration ini weitesten Sinne, nicht durchs Ohr, durch die Musik vermitteln. Tas zeigt diese Ausstelluiig der Gebr. Kliugspor. Die schöne Al arm orh al le der Ma, nz er Kunstgewerbeschule und viele andere tast oder ganz gleichwertige Räume au dieser Stelle gebührend -u besprechen, ist hier nicht der Ort. Einige Räume nur noch, .an dem anßersten Ostende dieses Gebäudes gelegen, werden das besondere Interesse der obechessischen Besucher ivachrusen, sind sie doch ivieder zum größeren.wie sur Nauheim bestimmt. ., _ . q>1.., Wenn wir das Gebäude für angewandte Kunst von der Ruck feite aus betreten, von dem Gebäiide für Architektur aus durch da- stilvolle, sinnig eiiigeiügte Gärtchen, das Pros. Albm AluUer ge- schaß'en hat, dann gelangeii wir zunächst m emen Briinneiihof, der, vorerst wenigstens, einen etwas eintönigen Eindruck macht. Ter vierteilige, in ö Warben ausgeführte keramsiche Brunnen ist em tüchtiges Werk der Firma Gail in Gieße n. Und dann gbümgen ,vir durch das Bureau, für das einige, praktische gediegene Helle riiid feste Aiöbel die Alsfelder Möbelfabrik Lelwfert hat, in die F ü r st e u b ä d e r für N a u h e i m. nt b?e ftürftenbabeAelle" einen reizenden Niiliiaturraum, dessen weiß- SKeXbe! mit'Sirf&aumeinlay d°r H. Bindewald in Friedberg alle Ehre machen. W-r sehen hier daß Fürsten zum Baden einen Bücherschrank notig habeii, BlumMvasen und ähnliche Dinge, die auch hier sich recht schmuck ausnehmen, mit den, Bade aber doch nur m losen Zusammenhang SfcJTÄ » tömmt"' enbU4U»a5U0yab.mBv '"L,-llunKb°l>.ch°r wZ inzwischei, längst fast in allen seinen Teilen fertig und alle, die daran chusen, habeii sich Mühe gegeben, ein Haus zu errichten und cin- zurichten, das in jeglicher seiner Einzelheiten den naiurlicheii SchönheitSsimi beruhigt lind befriedigt, das allenthalben Behaglichkeit ausströMk, das in erster Linie aber bestes Zeugnis ablegt von der kuiistgewerblichen Leistungsfähigkeit innerhalb unserer ^^J^h'dars hier einstigen, daß der Großherzog das Obeihessische Haus bereits dreimal besucht und sich sehr ersrent und lobend über die Gesamtleistung, wie über manche Einzelheiten noch tat besonderen, ausgesprochen hat. : . Dem Eingänge mit seiner vordrmgltcyen Vorhalle freilich kann ich auch bei öfterer Betrachtung durchaus feinen Geschmack abgewinnen. Die von Sack LJughardt gelieferten Mingenberger Mosaikplatten auf dein Fußbodeii des Vorplatzes beleben indes diesen tiicht unwesentlich. Die anstoßende Garderobe ist niedrig und eng, Schirm- und Stockablage darin, von Karl Krailmg sichtlich nach altem Muster geschaffen, von unförmlicher Massigkeit. Tie Toilette installierte G g. A p p e l. Und nun treten ivir ins eigentliche Haus, auf die ^icle, im Katalog Halle genannt. Sie gehört zu dem Schönstei, des ganzen Hauses und sie birgt auch dessen hervorragendstes eine;, den wundervollen Kamin, in seiner dnnkeln kupfernen Grunrote cm prächtiges Werk einheitlichen Formen- und Farbensinnes. ~eu Entwurf dazu lieferte der Darmstädter Architekt H. Stumpf. Tie Wandvertäfelimg und den Treppenbau führte der Schreuier- meister B. Weppler in Alsfeld mit Geschmack und im ganzen guten Gelingen aus. Lauschige Schmollwinkelchen bieten sich auf -wei Eckbänken. Die zum größeren Teil sehr wohlgelungencn Schnitzereien lieferten nach Modellen deS trefflichen Hauptlehrers K. Hube r in Offenbach die Herrrn Becker: in AlSseld, F r ic, e in Friedberg, Grandhome in Schotten und R in g s h a u| e n in Nidda. Tie einfach gehaltene, zur Füllung passende und gut wirkende Stuckdecke ist eine tüchtige Arbeit von H. B e ck e r in Friedberg. Die vorläufig neben dem Samin angebrachten hemen, an sich ganz gefälligen, aber hier durchaus nicht zum Ganzen lief) süßenden Beleuchtungskörper reichen natürlich nicht un ent'erntesten aus für diesen großen und hohen Treppenranm. Sie machen den Eindruck des Notbehelfs und werben gewiß bald den rechten Ersatz und die rechte Ergänzung finden. Das Mobilar, von Architekt B u r q in Gießen entworfen, wurde von R i n g s h a u s e n m Jhida in profiliertem Eichenholz sehr sauber ausgeführt. Die graugrünen Sessel bieten äußerste Bequemlichkeit. Sehr hübsch macht sich die große Wanduhr. ... , . Tie in altertümlicher Kranzform bleiverglaste weite Flügeltür zum Musiksalon fertigte Weppler in "Alsfeld. Dieser von Pro'.. Olbrich entworfene, in Hellmahagoni mit geschnitzten und sparsam vergoldeten Verzierungen sowie Intarsien angeführte Raum stellt im' wesentlichen eine Dlusterleistung der Gießener Hofnwbcliab^ Th. Brück dar. Man darf über diese Ausstellung uiid den sur sie miaus- bleiblichen günstige!'. Ersoigen gratulieren. Wenn dieses oder jenes ur der Idee verfehlt scheint, so trifft daran diese Firma nicht die geringste Schuld, sondern dcnnicht lMmerpraktijch denkeudenKimstler dessen Entwürfe auszusüyren die Firma verpflichtet war. Die hübsch geschnitzten möchte in diesen Tagen sommerlicher Glühhitze nicht em Fürst sein und sich in diesem prächtigen kleinen Alarmorbädleui gründlich abdouchen nach allen Regeln der hochentwickelten Brausetunsi. Tie gesamten Fustallatioiisteile, barmiter die vielarnnge VentU- gruppe und die beiden Brausen, hat die rühmlichst bekannte Gießener Firma H. S ch a f f st a e d t ausgeführt, und die verwöhntesten Fürsten luerbcii damit zufrieden fein. Tie beiden goldigen, gekrönte Löwinnen von heute ja hochmoderner stilvoller lieber- fchlankheit darstellenden Handlehnen kamen aus der Schlosserei von Wigandt L Gräfe. Die ganz zu hinter,: liegenben Bade- räume sind z. Z., weil unfertig, noch geschlossen. In den oberen Räumen dieses Hauses sesseln selbst den ermüdeten Wanderer einzelne besonders vortreffliche oder augenfällige Gegenstände: so einige oberhessische Töpfereien von tüchtigen Louis Keßler in W i e f e cE oder dem Lauterbacher Leonhard Bauer, als höchst fanbere Handarbeit das blitzblanke Pferdegeschirr von Louis B ö 1 z i n g in Großfelda, ewige fein stilisierte Sch11tzer L e i n w a r e n, vornehmlich aber, m emein Vorplatz mit sichtlicher Ungunst plaziert, em ganz köstliches Bild von dem großen, in seiner Fugkudblüte aus dem Leben gerissenen ö e i ns Heim, einen eifrigen Seifenbläser darstellend. Das Bild ist wahrlich ein Meisterstück, das geistvolle ungeistreiche Werk eines ganz großen Künstlers. Wer möchte nicht immer und immer wieder gelegentlich nuferen Gesetzgebern es übel nehmen, daß sie unsere Erdodersiache, den vaterländischen Boden zur gemeinen Handelsware gemacht haben. Wie unendlich viel vorteilhafter für das ganze Menschen- aefchlccht wäre es doch, nach den allerverschiedensten Richtungen hin wenn dieser Grund und Boden sämtlich unverschuldbares Lehn wäre. Tami gäbe es feine Bodenspekulation und keine Hypotheken, und was bergl. üble Dinge sind. Ein Volk auf freiem Grunde hätte eine wesentlich höhere Kultur, feine Hau er waren zum größeren Teile längst starke Zeugen ganz nidividueller Kultur- höhe und individuellen, ober ganz gewiß nicht niedrigen Kunst- geschniackes. Tie üblen Früchte unseres bestehenden Rechtes sind u a. dre Absperrung der meisten Wohnungen von der Natur, damit verbunden die Verkümmerung des geistigen und see stchen Lebens, die äußere Häßlichkeit der meisten Städte, die Beern-- trächtigung des ästthensche>i Enipsiudens unserer Bevölkerung. Die Darmstädter Aiathildenhöhe will nun in gewißer Weise als Muster dienen, wie dem bestehenden und nur nut unendlichen gesetzgeberischen Mühen umwandelbaren Rechte zum -rrotz auch eine moderne Stadt schön m die Natur hinemwachsen kann, Ichlicht zwischen Bäumen und Blunien, und durch jnneö Fürsten weife Mirsorge von keinem Spekulanten bedroht, seiner Provinz Ober-- hessen überließ er zur freien Betätigung dieses Gedankens ihrer- sens das nach seinem eigenem Ausspruche schönste Fleckchen dreier schönen Höhe, und unter der stillen und bescheiden zurückhaltenden, aber darum um so tatkräftigeren Aegide des Kommerzienrat^ 6 Billigen ft ä b t in Gießen ist für die Tarrn,tadter Ausstellung dieser fürstliche Gedanke zu einer für wette Streife M)erl)eneib> er- fprießlichen Tat gereift. Das O b e rch e f f i i ch e A u Sst e 11 u u 9 s- i^auS, von dem bisher nur..oberslächlich die Rede sein konnte, ist Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten. ' ------- --- Tf-niFi--Ti-T -------- Da; neue preutzische Abgeordnetenhau;. Im alten Abgeordnetenlfüuse zahlte die Real'tion (Konservative, Freikonservative, Zentrum und Polen) 317 Mandate, während sie es im neuen unter Hinzuziehung des einen Welfen aus 332 gebracht hat. Der Fortschritt dagegen, also dtationalliberale, die beiden frei,innigen Fraktionen und die Dänen, zählte im alten Landtag 111 Stimmen und wird im neuen, einschließlich der 6 Sozialdemokraten und des Moabiter Mandats, über das noch die Stichwahl entscheiden soll, nur 109 Stimmen haben. So hat sich die Spannung zwischen Reaktion und Fortschritt, Die im alten Abgeoronetei^use schon 206 Stimmen betrug, im neuen aus 223 erhoyr, also um 17 Mandate zugunsten der Reaktion. Zieht man hierzu noch in Betracht, daß die Zahl der preußischen Abgeordnetenmandate seit 1906 um 10 vermehrt wurde, so ist der Rückgang des Fortschritts trotz des Gewinnes der Sozialdemokratie relativ viel größer, als 2 Mandate. Ten Hauptverlust hierbei haben die Nationalliberalen erlitten. Ihren 5 neu gewonnenen Mandaten stehen 17 verlorene gegenüber, so daß sich ihr absoluter Verlust auf 12 Mandate beläuft. Zwar wird nun dieser Parteiverlust, sowie der Verlust eines Mandats der Freisinnigen Vereinigung, für den gesamten Fortschritt dadurch einigermaßen ausgeglichen, daß die Freisinnige Volkspartei ihren Befitz- stand um 4 Mandate vergrößert, die Sozialdemokratie die 6 ersten Mandate errungen hat und der Ausfall der Moabiter Stichwahl gleichfalls dem Fortschritt zugute kommt. Aber cs gibt doch für die Sache des Fortschritts und speziell des Liberalismus sehr zu denken, daß eine Reihe anscheinend fester nationalliberaler Wahlkreise, wie Goslar, Rothenburg- Hoyerswerda, Jerichow, Bersenbrück, Duderstadt und Kassel- Land an die Konservativen und Mandate, wie Essen, Dortmund-Land, Kattowitz, Tarnowitz und Beuthen, an das Zentrum übergegangen ist, und daß der Freisinn 3 Mandate in seiner Hochburg Danzig verloren hat. Wohl erhält dadurch, daß der entschiedene Liberalismus um 4 Mandate verstärkt ist und überdies die Sozialdemokratie mit 6 Abgeordneten ins Landtagsgebäude eiu.zieht, der gemäßigte LiberaliImus aber 12 Mandate cingebüßt hat, der gan^e Fortschritt einen Ruck nach links, der jeöod) bei der Verstärkung der reaktionären Parteien um 15 Stimmen leoigüu) eine ideelle Bedeutung haben kann. Und diese ist um jo geringer, als sich auf dem rechten Flügel durch die Verluste der Freikonser- va.ioen, die man doch allenfalls noch als Kulturpartei ansprechen kann, und den gleichzeitigen Gewinn der Konservativen und des Zentrums eine deutliche Verschiebung nach rechts geltend macht. Zieht man nun aus dir seit zahlenmäßigen Erwägungen das politische Fazit, so ergibt sich, daß in Kirche und Schule in Preußen fortab eine noch schärfere reaktionäre Tonart angeschlagen werden wiro, als bisher. 168 kultur- freundlichen Stimmen stehen jetzt 273 kulturfeindliche gegenüber, also ein Plus von 105 Stimmen. Wie sollte da an eine freiheitliche Schul- und Kirchenpolitik in Preußen auch nur im bescheidensten Maße zu denken sein! Uno noch schlimmer eingeroiHiat hat, sich an eine andere Universität berufen zu laifeu. Voraussichtlich werden die Innsbrucker Studenten ebenfalls c ir. = lenken. — Als der Kaiser vorgestern die neue Kinderschuh Station eröffnete, soll er, zu dem Unterrichtsminister Marthct gewandt, laut für alle Umstehenden vernehmbar gesagt haben; Machen Sie einmal dem Skandal ein Ende. Ihre Rektoren sind eine nette Gesellschaft. — Tie Rektoren von fünf Wiener Hochschulen sollen daraufhin beim Unterrichtsminister eine Audienz nachgesucht haben, um sich zu erkundigen, ob die Aenßerung des Kaisers authentisch sei. Im Falle der Bestätigung wollen sie ihre Demission geben. Prinz Harald von Dänemark, der dritte Sohn des Königs Friedrich VIII. hat sich mit der Prinzessin Helena zu S ch l c s w i g - 5) o l st ei u - G l n ck S b u r g verlobt. Prinz Harald steht im 32. Lebensjahre. Seine Braut ist eine jüngere Schwester der Braut des Prinzen August Wilhelm von Preußen. Die Prinzessin ist 20 Jahre alt. Die Abberufung des deutschen Botschafters in Konstantinopel soll, wie neuerdings ein türkischer Staatsmann erklärt hau, entgegen allen Dementis doch bevorsleheu. Aus Petersburg: Die Begnadigung von 48 wegen Beteiligung an Judenhetzen verur,teilten Personen wird von dem Organ des Verbandes des russischen Volkes, der „Rußkoje Snauja' , gemeldet. Das Dementi der Döberitzer Rede des Kaisers wird von der Londoner Presse nicht beachtet. Tie Mehrzahl der Blätter bleibt im Gegenteil bei der Behauptung, die Aeichcruug des Kaisers sei gefallen und nimmt die Rede zum Anlaß von Kommentaren. So erklärt der konservative Taily Telegraph den Gedanken, daß England das deutsche Reich nngreifen wolle, für geradezu lächerlicp. Tie englifäie Armee sei viel zu unbedeutend, als daß England etwas derartiges unternehmen könnte. Rußland braucht eine lange Periode der Ruhe nach den Ereignissen der letzten Jahre. Frankreich sei das friedlichste Land der Welt. Ter Daily Telegraph verurteilt dann die agressive.Haltung d., deutschen Presse. Die Aenßerung des Kaisers dürfe man nicht zu tragisch nehmen. Roosevelt und die Neuwahlen. Bundcssenator Lodge, der zum ständigen Vorsitzenden des republikanischen Kvn- vents gewählt wurde, führte in einer Ansprache ans, Roosevelts Weigerung, die Wiedernomination zur Präsidentschaft anzunchmen, sei endgültig und unwiderruflich. Jeder, der vcriudie, seinen Namen in Verbindung mit der Präfidentschaftskandidatur zu gebrauchen, greife ffioosevelts Aufrichtigkeit an, die eine feiner Haupteigenschaften fei. An der Politik, die Roosevelt hinter- lasse, halte seine Partei weiter fest. Jrn weiteren Verlaufe seiner Rede wurde Lcdge durch mehrfache, lang anhaltende Beifallskundgebungen für Roosevelt unterbrochen. Tic Delegierten stellten sich auf die Stuhle und schwenkten in großer Begeisterung Fahnen und Hüte. __ Aus Stadt utt$ Land. Gießen, 18. Juni 1908. Das laudw. Schauwesen in Oberhesseu. Zu. den bewährtesten Förderunbsmitteln der landw. Technik gehört zweifellos die Veranftaltung von Schauen und Ausstellungen, die mit Prämiierungen der besten Leistungen verbunden find. Der Zweck dieses Schauwesens besteht sowohl darin, vorwärtsstrebenden, tüchtigen Lanowirteu eine Auszeichnung für die im Interesse ihres Berufsstandes und der Allgemeinheit gelegenen Tüchtigkeit zuteil werden zu lassen nnb sie zu weiterem Fleiße aiizuspokuen, als auch den Ausstellern und Ausstellungsbesuchern durch die zum Vergleich auffordernde Vorführung hoher Leisluugen Be- irischen Hochschulen immatrikuliert werden. Feuerbestattung in Preußen. In der Stadtverordnetenversammlung vcn Wilmeisbori ist ein Antrag auf Errichtung eines Krematoriums eiugebracht worden. Der Kaiser und der neue amerikanische Bätsch a f te r. Ter Korrespondeut des New York Herold erfährt von einer Persönlichkeit des Hofes, daß BotsüMfter .H i L l c i n e n außerordentlich günstigen Eindruck aus den Kaiser g c in a ü) t habe. Der Kaiser soll sich nach der Audienz des amerit'aiiischcu Botschafters zu seiner Umgebung geäußert haben: „Tas ist ein sehr angenehmer Gelehrter", und soll auch nicht mit feinem Unmut darüber zurückgehalten haben, über Hill falsch unterrichtet worden zu sein, indem er sagte: „Es zeigt sich wieder einmal, daß ich nicht immer gut informiert werde." Ter Kongreß für gewerblichen R c ch t s f ch n tz in Leipzig beriet über die Einsetzung von Patentsondergerichten. Nach sehr lebhafter Debatte wurde ein Antrag der Kommission des Vereines für gewerblichen R^chtsswutz angenommen, Welcher es für erforderlich erkläre, daß in Angelegenheiten des gewerblichen Rechtsschutzes Gerichte eingesetzt werben, die aus Rechtsgelehcten und technischen Richtern zusammengesetzt sind. AusLand. Der 5 tu b eii te n ft r e i i in O e st cr r eich. Aus Wien wird gemeldet, daß die Studenten Den Streik als aussichtslos auf- gegeben haben, namentlich deshalb. Weil Prosefjor Wahrmunb Zehrung zu erteilen und nachahmungswerte Beispiele vor Mgen zu führen. Der Landwirtschaftskammer-Ausschuß hat für eine Reihe von Jahren einen Schauplan für die Provinz Oberhessen ausgestellt, der den Bürgermeistereien und Vertrauensmännern in diesen Tagen zugestellt worden ist, aus dem wir folgendes entnehmen. Jeder politische Kreis ist 'in 6 bis 7 Schaubezirke eingeteilt, in denen gleichartige Verhältnisse bestehen und infolgedessen auch ein gerechter Pre.isbew'erb auf den verschiedenen Gebieten der landw. Produktion erwartet werden kann. Als größtes Ausstellungsunternehmen des Landwirtschaflskammer-Ausschusses /fungieren die Ar eisschau en, die abwechselnd in den 6 Kreisstädten veranstaltet werden, sich über sämtliche landw. Produktionszweige- eines jeden Kreises erstrecken und ein Bild des gesamten landw. Gewerbes liefern. Eine solche Kreis- s ch a u findet alljährlich einmal im September statt und zwar im Jahre 1908 in Alsfeld. Es wird eine kleine landw. Ausstellung geben, auf der die Zuchtprodukte der Pferde-, Rindvieh-, Schweine-, Ziegen- und Geflügelzucht, sowie die Erzeugnisse des Acker- und Obstbaues zur Schau gestellt werden. Die Landwirte des Kreises Alsfeld werden schon jetzt ihre Vorbereitungen zu dieser Kreisschau treffen müssen, damit sie wohlgerüstet mit Erfolg den Wettstreit bestehen können. Kleinere Schauen, die sich nur auf bestimmte, durch die Arbeitspläne festgelegte Bezirke und einzelne Betriebszweige erstrecken, finden außerdem im Laufe des Jahres in der ganzen Provinz statt und verteilen sich folgendermaßen: Orts schauen für Rindvieh und Ziegen werden abgehalten: in Mdda, Lich, Sellnrod, Angersbach, Rodheim v. d. H. und Reichelsheim; Stallschauen für Rindvieh und Schweine finden statt in den Bezirken: Herbstein, Schotten, Ulfa und Gießen: ferner werden noch besondere Stallschauen für Schweine in den Bezirken: Maar-Wallenrod, Butzbach und Büdingen anberaumt werden. Bezirkspferdeschauen finden statt in Schlitz, auf dem Selzerbrunnen, in Grünberg, Düdelsheim und Berstadt. Eine Provinzialgeflügelausstellung wird in Grünberg und vier Bezirksgeslügekschauen für kleinere Bezirke werden in Laubach, Bad-Nauheim, Büdingen und Echzell abgehalten. Größere, in der Regel auf zwei Bezirke sich erstreckende A u s st e l l u n g e n f ü r E r z e u g n i s s e des A ck e r - u n d Obstbaues werden arrangiert in Butzbach, Lich, Büdingen und Laubach, während kleinere, örtliche O b st- ausstellun gen in den Orten tzeldenbergen, Vilbel, Gr o ß en-Lind e n, Lauter, Borsdors, Berstadt, Eichelsachsen und Stockhausen (Kreis Lauterbach) vorgesehen sind; ferner werden auf dem Gebiete des Obstbaues voraussichtlich noch Prämiierungen von Ob st Pflanzungen in den Bezirken Melbach, Friedberg, A l t e n - B u s e ck, Geilshausen, Londorf und Stockheim-Ortenberg zur Durchführung gelangen. Die Veranstaltungen auf dem Gebiete des Obstbaues werden in Gemeinschaft mit dem Oberhess. Obstbauoerein getroffen werden. Man sieht also, daß den Oberhess. Landivirten reichlich Gelegenheit geboten wird, sich Anregung und Belehrung zu holen und in kleineren Konturrenzstreiten die Erfahrung und Hebung sich anzueignen, die zum erfolgreichen Auftreten aus größeren Ausstellungsunternehmungen erforderlich ist; letztere werden von der Landwirtschaftskammer in Darmstadt als Landesausstellungen oder von der T. L. G. für ganz Deutschland als sog. Wanderausstellungen veranstaltet. * ** D ie hessische Wah l rechtsvorla ge. Der Gesetzgeb nngSaus schuß der Zweiten Kammer Hot sich nach der »Franks. Ztg." gestern vormittag nochmals [mit der Wahlrechtsoorlage beschäftigt und folgenden Bericht •on das Plenum der Zweiten Kammer fertiggestellt: Als Ei> jgebnis der letzten gemeinschaftlichen Beratung der Ausschüsse 'bet beiden Kammern wird zunächst festgestellt, daß der Ausschuß der ersten Kammer mit Majorität beschtossen hat, seine Fußverstrebungen an dem großen Sofa machen ein Rückivärtsrichten der Beine unmöglich und dürften von den Füßen bald arg abge- sloßen werden. Auch der Lüster ist nicht nach meinem Geschmack. 'Er macht in seiner unförmlichen, in diesen keineswegs hohen imb weiten Raum (ein Musiksalon könnte gut und gern höher und weiter sein) nicht recht passenden Plumpheit ben Eindruck einer bedrohlich über den Häuptern schwebenden, gar ivohlge»iährten Rieseiispnine Nett "ist das eingebaute Sosa mit dem hübschen kleinen Wandschrank darüber, den H. Brand in Friedberg mit einer scheinbar die Musik barftellenben stilvollen Malerei versah. Tie Sessel nnb Stühle sind einfach, prattisch, gefällig. Eilte zierliche Vitrme enthält allerlei merkwürdige Schnitzereien au§ der Sammlung des Kommerzienrats Gail in Gießen, lieber einem der Sofas hängt ein niedliches kleines Medailloiibildn'.s des Erb- großherzogs, üon Frl. Felchuer in Gieße,, lebensvoll ausgefaßl und mit Geschmack und Talent ausgesührt. Tas kleine Bild fesselt die Aufmerksamkeit der meisten Besiicher. Ten prachtvollen Stutzflügel, das ivertvollste nnb bedeutenste Stück dieses Raumes, stellte W. Rudolph aui. P, W. (Fortsetzung folgt.) — Moli, sm ns! Gar häufig tönt jetzt dieses Schlagwort. Monistische Weltanschauung ist eine Parole geworden^ es wird mit ,hr Agitation getrieben im guten und schlechteii einne. Es ist deshalb anzuerkennen, daß Professor Eduard König sich mit dem Monismus m ruhiger und sachlicher Weise in der Juninummer der Monatsschrift „Nord und Süd" (32. Jahrgang. S. Scholllaenders Verlagsanstalt, Berlin W. 35) auseinanbersetzt. Ohne Haß nnb ohne Vorurteil bezweifelt er die Einheitlichkeit dieser Well- aiischallung, ohiie zit uerfcimen, daß ihre Vertreter ideale Bc ftrebungen habeii. — Die Umfrage der 9torb nnb Süb-Rebaklion nbcr die „Kulturellen Werte bes Theaters" ivirft trotz der langen Fortsetzung lebenbig. Professor Karl Joel kommt zii dem Schluß: das Theater ist der mächtigste Klmstausbrilck des Lebens. Paul Erlist, Richard Schaitkal, Rudolf von Delius, Rudolf Lothar nnb Johannes Schlaf sprechen verschiedenartig über die Kräile und "Werte des Theaters. — Die „Entwicklung des deutschen Liedes von Richard Wagner bis Hugo Wolf" behandelt Ernst Otto 9tob» nagel; dazu gehört em Bildnis Hugo Wölls, bas ein vorzügliches Relief des '-Wiener Denkmals von Professor Helmer barstellk. — Jur vorigen Jahre wurde viel von der Burg Kreuzenstein gesprochen, als der Kaiser ihr einen Besuch abstaltete. Stiassny, ein Wiener Architekt, übernimmt es, das Schloß und seine Geschichte zu charakterisieren, nnb vier gut reproduzierte Aufnahmen illustrieren feine Aussührnngeli. — Es gibt Fragen, die dadurch, daß man sich viel mit ihnen beschäftigt, noch akuter und interessanter,verden, die Frage der Vorstrafeii gehört dazu. Pros. Höpfner äufeeit sich zu dieser in einer ausführlichen populär-wissenschaftlichen Abhandlung. — Ter Künstler Eugen Bracht ivirb von Rosenhagen gewürdigl und dem ganzen Schaffen dieses Künstlers ein Licht aufgesetzt. 5 Bilder illustrieren seine Arbeit nnb ein vorzügliches Bilb Brachts von Professor Koner macht sie besonders lvertvott. — Zn einem stimmungsvollen Bilde Ludwig ThonraS „Morgen an der Tonan" schreibt Hermann Bang einen lyrisch-poetischen Text. — Erwähiien wir noch die Musikbeilagen, die Essays von Dr. Lilienfein über »Moderne Urteilsfähigkeit" nnb von Dr. Friedell über „Peter Altenberg", sowie ben „Dramatischen Monatsbericht" und bic „Literarischen Berichte" von Prof. Dr. Lndw. Geiger unb anderen, so kommt man immer mehr zu der Ueberzeugnng, daß „Nord und Sud" eine der inhaltreichsten Monatsschriften Deutschlands ist» seitherige ablehnende Stellungnahme zu ben Anträgen Glässing zu modifizieren. Der Ausschuß der Ersten Kammer hat sich bereit erklärt, den Antrag Glässing 511 Artikel 67 der Verfassungsurkunde anzunehmen. Der Ausschuß der Zweiten Kammer hält n in eine Verständigung auch hinsichtlich des Artikels 75 für möglich. Er legt dieser Bestimmung nur eine theoretische Bedeutung bei. Nach der Erklärung der Negierung ist es aitsgeschlossen, daß in absehbarer Zeit eine Vorlage eingebracht wird, wenn nicht die Zweite Kammer vorher die Basis zu einer Verständigung mit der Ersten Kammer gutgeheißen Hal. Um zu verhüten, daß der neue Landtag in dieser Frage vor einem Nichts steht, ist schon jetzt vorbehaltlich der definitiven Stellungimhme des neuen Landtags eine Aeußerung des Ausschusses der Zweiten Kammer erforderlich. Der Ausschuß beantragt daher, die Zweite Kammer wolle die Regierung ersuchen, eine neue Wahl- rechtsv orlage eiuzubringeri, die auf der von dem Ausschüsse der Ersten Kam tu er gebilligten Verständigung fußt unb somit einen erheblichen Fortschritt gegenüber der vorliegenden Wahlrechtsvorlage darstellt. Da dieser Antrag in deut gegenwärtigen Landtag nicht mehr behandelt werden kann, so erklären die Mitglieder des Ausschusses, daß sie, ihre Wiederwahl vorausgesetzt, im nächsten Landtage einen entsprechenden Antrag bei der Zweiten Kammer stellen werden, damit durch Plenarentscheidung der Zweiten Kammer die Möglichkeit des direkten Wahlrechts und seine Einführung bei den Lvnbtagswahlen in Hessen entschieden wird. * * Höh. Forstverwaltung. S. K. H. der Großherzog haben den vortragenden Nat bet dem Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung, Geh. Oberforstrat Karl Thaler auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, treu und ersprießlich geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt unter gleichzeitiger Entbindung von der Stellung eines Mitgliedes unb Stellvertreters des Vorsitzenben bet Prüfungskommission für das Forstsach in Darmstabt unb unter Verleihung bes Komtur- kreuzes 2. Klasse des Verbienstorbens Philipps des Großmütigen, solvie den Forstmeister August Diefenbach 511 Schotten unter Verleihung des Amtstitels Oberforstrat mit Wirkung vorn 1. Juli 1908 an zum Vortragenden Rat in der Abteilung für Forst- nrtb Kameralverwaltung des Ministeriums der Finanzen ernannt. * * Lehrer p e r s 0 nalien. Ucbcrtrngen wurde bem Lehrer Karl Gaul zu Sichenhausen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschttle ztt Leiselheim. — Erledigt ist eine mit einem evangel. Lehrer ztt besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule ztt Angenrod. * * Der Fackelzug der Studentenschaft am Santstag abend stellt sich an Oswalds Garten auf unb bewegt sieh von da um etwa 9 Uhr durch die West-Anlage, Scltersiveg, Kreuzplatz, Mänsburg, Marktplatz, Marktstraße, Neustadl, Lahubrücke, Schützenstraße 311111 Bismarckturm. * * Treue Arbeit. Se. Kgl. Hol), der Großherzog haben dem Handarbeiter Gg. Müller zu Darmstadt, in Diensten des Pächters F. P. Pitthan auf dem Karlshof bei Darmstadt, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" verliehen. * * Internationale Damen - Ring kämpfe im Kolosseum (2. Tag). Frl. Richter-Schlesien siegte über Frl. Manuela-Spanien in 4 Min. 30 Sek. durch Ueberwurf nach hinten. Frl. Nelson-London besiegte Frl. Kuoor- Nheinlanb in 12 Min. 14 Sek. durch Halbnelson am Boden. Der Kampf ztvischen Frl. H0ag-Stuttgart unb Frl. Koslows ky-Ostpreußen blieb nach 20 Minuten heißem Ringen une ntsch ie ben unb wirb an einem bet nächsten Tage fort- gesetzt. * * Zirkus Schu 11t a 11 it. Am Freitag vormittag zlvncheu 9 und 10 Uhr wirb der bekanute Zirkus Schumann mit Extrazug, der ans 44 Achsen besteht, hier eintressen, um auf Oswalds- garten ein nur sechstägiges Gastspiel zu veranstalten. Es i|t von der Direktion ein großes Wagnis, mit ihrem Unternehmen auf jo kurze Zeit nach Gießen zu kommen, aber da in dein Zirkus nur Erstklassiges geboten wird, sollte das Publikum nicht versäumen, den Zirkus zu besuchen. Die Eröffnungsvorstellung findet am Samstag abend 8*2 Uhr statt. Am Sonntag ttnbcn zwei große Vorstellungen statt, und der Besuch der Nachmittags- Vorstellung kann dem auswärtigen Publikum nur empfohlen werden. * * Postansweiskavten. Für den inneren deutschen Verkehr besteht die Einrichtung der Postausweiskarten, die dazu bestimmt ist, beim Empfange von Postsendungen Weiterungen zu vermeiden, auf die wir bei Beginn der Reisezeit besonders aufmerksam machen möchten. Tie Karten dienen als Ausweis an den Postschalrern wie auch gegenüber dem Postbestell- personal. Bet der Abtragung von Postanweisungen sowie von Wert- und Einschretbsendnngen an einen dem bestellenden Boten unbekannten Empfänger, der sich durch Vorlegung einer Post- auSweiskarle ausweisen kann, bedarf es daher der sonst vorgeschriebenen Bürgschaftsleistung durch den Gastwirt oder eine andere Person nicht. Tie Postausweiskarten haben eine Photographie, eine kurze Personalbeschreibung und die eigenhändige Unterschrift des Inhabers zu enthalten. Für ihre Ausstellung ist eine Schreibgebühr von 50 Pfg. zu entrichten. Anträge auf Ausstellung sind an ein Postamt persönlich unter Vorlegung einer unausgezogenen, nicht zu dunkeln Photographie in Visitformcck zu richten. Dem Postamt unbekannte Personen haben sich durch eine andere Person, oder in sonst zuverlässiger Art aiiszuweisen. Po'stauSweiskarten sind ein Jahr, vom Tage der Aufstellung ab gerechnet, gültig. Postausweiskarten, während deren Gültigkeitsdauer im Aussehen des Inhabers solche Aenderungen eintreten, daß die Photographie oder die Personalbeschreibung nicht mehr zutressen, müssen schon vor Ablauf der Frist erneuert wcvden. Die in Deutschland auS- gestellien Postausweiskarten werden auch in Oesterreich, Belgien, Luxemburg und in der Schweiz bei der Aushändigung von Postsendungen als vollgültige Ausweispapiere angesehen. * * Die Meisterprüfungen i m Handwerk. Im Laufe des Sommers finden bei den drei Meisterprüfnngskom- mijsionen im Großherzogtum deffen die Prüflingen zur Erlangung des Meistertitels im Handwerk nach § 133 der Reichsgewerbeordnung wieder statt. Es sei hier daraus aufmerksam gemacht, daß alle diejenigen, welche sich nach dem 1. Oktober 1901 selbständig gemacht haben, die Meisterprüfung ab leg en müssen, wenn sie den Meistertitel (z. B. ^chremer- ineister, Maurermeister, Bäckermeister usw.) führen wolle 11. Eine andere Art der Erwerbung des Titels wie vielfach angenommen, etwa durch Verleihung, oder Berechtigung zur Führung, wenn jemand eine Reihe von Jahren sein Geschäft selbständig betrieben hat, gibt es nicht. Die Anmeldungen sind möglichst bald an die Vorsitzenden der Prüfungskommissionen einzusenden. Jeder Handwerker, der sich selbständig macht, hat besonderes Interesse daran, die Prüfung abzulegen, führt er doch vor einer staatlich hierzu bestellten Kommission den Nachweis, daß er befähigt ist, fein Gewerbe auszuüben. Aber auch die Gesamtheck hat einen nicht zu unterschätzenden Vorteil, da schon äußerlich durch die Führung des Meistertitels der zu erkennen ist, der den I Nachweis seiner Befähigung erbracht hat. Daß aber auch von «den Prüfungskommissionen auf praktischem wie auf theoretischem Gebiet von den Prüflingen etwas verlangt und Sei nicht gcJ nügenben Kenntnissen und Fertigkeiten im Handwerk auch mit Strenge verfahren wird, beweist der Umstand, daß im letzten Jahre von J 40 Geprüften 21 nicht bestanden sind und die Prü- ung wiederholen müssen. Wie eS sonach int Interesse einer wirtschaftlichen Stärkung des Handwerks notwendig ist, daß sich jeder, der sich selbständig macht, der Meisterprüfung unterzieht, 0 ist es auf der anderen Seite auch eine Ausgabe des Staats, der Gemeinde und der Gesamtheit, die "geprüften Handwerker durch Zuwendung der Aufträge und durch 'sonstige Berücksichtigung zu fördern und zu unterstützen. Nach der vor kurzem durch den Reichstag beschlossenen, Gewerbenovelle idem sog. kleinen Be- ähigungsnachweisi dürfen vom 1. Oktober 1908 ab in der Haupt- ache nur noch Inhaber dcS Meistertitels Lehrlinge anleiten, ausgenommen sind nach den Uebergangsbestimmungen nur ältere Handwerker, denen aber die Genehmigung zum Anleiten erst ausdrücklich durch die untere Verwaltungsbehörde verliehen werden muß. Im übrigen dürfen aber insbesondere die jüngeren Handwerker von jetzt ab nur noch Lehrlinge anleiten nach abgelegter Meisterprüfung, wodurch den Inhabern des Pceistertitels ein weiteres Recht von weittragender Wirkung verliehen ist. Aus der Unterlassung des Erwerbs des Meistertitels werden sich also mit dem 1. Oktober 1908 für viele Handwerker sehr empfindliche Nachteile ergeben. (Forcfall der Berechtigung zum Anleiten von Lehrlingen.) Es wird deshalb mehr und mehr zur dringenden Notwendigkeit für alle selbständigen Handwerker, «die die Be- rediiigung zur Führung des Meistertitels )wch nicht besitzen, die Meisterprüfung abzulegen. Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß die unbefugte Führung des Meistertitels mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft werd. r. H u n g e n, 17. Juni Die letzten 2 bis 3 Jahre haben unserem Stadtbild ein anderes, schöneres Gepräge gegeben, indem eine größere Anzahl Neubauten im oberen Stadtteil (Bahnhofsviertel) entstanden resp. noch im Entstehen begriffen sind. Diese äuser sind durchweg den Verhältnissen angepaßt und in hygienischer und ästhetischer Hinsicht einwandfrei; wenn je ein Bedenken aus^usprechen wäre, so könnte dies bei den Bauten des gemeinnützigen Bauvereins geschehen, da diese Wohnungen mit ihren zwei Zimmern und Küche für eine mehrköpfige Familie zu klein und überdies im Preise zu teuer sind. Trotz der erfreulichen Fortschritte, die im Bauwesen hier zu verzeichnen sind, ist keineswegs etwa ein Wohnungsüberfluß vorhanden, im Gegenteil kann immer noch von Wohnungsmangel geredet werden. Im älteren Stadtteil dürften nach und nach eine Anzahl Wohnungen leer werden, da die Vorstadt bevorzugt wird. Was bis jetzt an Wohnungen geschaffen wurde und noch im Rohbau ist, ist bereits alles vergeben und soweit noch Bauten projektiert sind, kann sich deren Besetzung im voraus gesichert werden. Bis jetzt besteht für die B a h n - Verwaltung bezüglich der Beschaffung geeigneter Wohnungen für ihre Beamten und Bediensteten noch eine Kalamität. In Dutzenden von Fällen konnten Versetzungen nach hier nicht aufrecht gehalten werden, da die nötigen Familien- wohnunge fehlten. Darum hat sich auch nunmehr die Bahnverwaltung entschlossen, eine Anzahl Wohnungen zu bauen und zwar sollen zunächst 8 Wohnungen für obere und 6 Wohnungen für untere Beamte resp. Bedienstete errichtet werden, lieber die dopelte Anzahl Mieter des Bahnpersonals hat sich zum Bezüge dieser Wohnungen gemeldet, die Wohnungen sind also bereits zum voraus vermietet. Die Bahuverwaliung wird die Wohnungen zu entsprechend billigeren Preisen abgeben können und außerdem für praktische Einrichtung besorgt sein. Bezüglich des Geländeerwerbs sind die Verhandlungen im Gange. Man trägt sich mit der Hoffnung, daß in der nächsten Zeit auch eine Erweiterung resp. Umbau des Bahnhofsgebäudes stattfinden wird, da dieser Bau den Verhältnissen seit der großen Erweiterung der Bahnhofsanlage nicht mehr entspricht. Mit diesen Bauten wird der neue Stadtteil von Hungen wieder eine beträchtliche Vergrößerung erfahren und es erscheint darum jetzt selbstverständlich, daß der projektierte Schulhausneübau in keine mibcrc Lage, als in die Vorstadt kommen kann. Die günstige Entwickluna unseres Städtchens, das infolge geeigneten Geländes noch weiter ausdehnungsfähig ist, hat bereits eine Zunahme der Einwohnerzahl im Gefolge. An dieser Stelle sei noch darauf hingewiesen, daß zur Errichtung größerer industrieller Unternehmungen die Verhältnisse hier die denkbar besten sind, sowohl hinsichtlich der Bahn- wie auch der Arbeiter- und Geländeverhältnisse. Die jetzt hier beschäftigten auswär- tigen Arbeiter sind morgens rechtzeitig an der Arbeitsstelle und können obends rechtzeitig zu Hause sein. Wenn mangels der nötigen Einsicht und deS Entgegenkommens bereits vor Jahren beabsichtigte industrielle Uukeruehmuilgen hier nicht zustande fonimen konnten, so haben sich heute die Verhältnisse wesentlich geändert, dieselben sind Jnteressentcn zur Prüfung empfohlen. = Faurbach b. N., 16. Juni. Am 14. und 15. Juni fanden hier die beiden Fahnen weihen des Gesang- und des Krieger-Vereins statt. Bei dem herrlichsten Wetter wurde das Fest außerordentlich stark besucht; ferner hatten sich zahlreiche Vereine eingefunden. Um 2 Uhr bewegte sich der stattliche Festzug unter Vorantritt der tüchtig geschulten Licher Stadtkapelle durch die Straßen des Orts nach dein Festplatz, woselbst verschiedene Ansprachen stattfanden, worauf man zum gemütlichen Teil und Tanz überging. Erwähnt sei noch, daß die beiden Fahnen von der Licher Fahnen- Anstalt Hisgen bezogen waren und großen Beifall fanden. Kg. Kirchhain, 17. Juni. Auf dcr Main-Weser- Bahn wurde heute vormittag der Bahnwärter Dre- wes von einer Maschine ersaßt und sofort getötet. — In das Gefängnis wurde heute ein junger M e n s ch eingeliefert, der in der hiesigen Gemarkung zwei Sittlich k e i t s v e r b r e ch e n ausgeführt hatte. Ter Verhaftete, bei dem man einen scharf geladenen Revolver fand, und dessen Verhaftung erst nach heftiger Gegenwehr erfolgte, heißt Wilhelm Funk' und will aus Rauschenberg stammen. Frankfurt a. M., 17. Juni. Eine schwere Anschuldigung richtet sich gegen eine Lehrerin der GrunelmSschule in O b e r r a d in einer polizeilichen Anzeige deS ScyremerS 4>- Renkauff. Dessen 10jährige Tochter ist gestern abend gestorben, nachdem sie seit dem 4. d. Mts. bewußtlos darmedergelegen. hatte. An diesem Tage soll das Kind nach Angabe des Vaters in der Schule, als es eingeschlafen war, im Gemck gepackt uno geschüttelt worden fein. Kreisarzt Dr. Fromm untersuchte gestern das Kind und konnte k e i n e n Z n s a m m e n h a n g zwischen dem Vorfall in der Schule und der Todesursache konstatieren. Außerdem wurde eine Sektion angeordnet, die hoffentlich den Han aufiläreu wird. Das Kind soll nach Aussage des Arztes schon an tuberkulöser Hirnhautentzündung gelitten haben. h. Koblenz, 17. Juni. Im hiesigen 2 8. Infanterie-Regiment sowie im Ehrenbrertsterner T r a i n - B a k a i l l 0 n ist der T y p h u s ausgebrochen. Tw Typhustranken wurden alle in das Ehreubreitstenier Garnison-Lazarett gebracht, während die anderen Kranken nach dem Koblenzer Lazarett gebracht wurden. Unter den Typhus kranken befindet sich auch ein Offizier vom 28. Infanterie-Regiment. Hardt, beide in Büdingen. — Frau Elisabcihe Wilhelms, geb. Lesch, in Hainchen. — Frau Alarie Momberger, geb. Weber, in Bad sttauheim. — Herr Friedrich Haus in Hermannstein. — Frau Hermine Schnell, geb. Textor, in Marburg. Mrchttche Nachrichten« Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage), S a in s l a g den 20. I u u i 1908: Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Lchriftcrklärnng. Sabbatausgang 9.40 Uhr. <• Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeier am 20. Juni 1908; Freitag abend 8.00 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 9.40 Uhr. Wochengottesdiensl: morgens 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr. Vermischtes. * Der kuicende Kaiser. In Farm einer Ansichts- Postkarte erschien eine Reproduktion des vom Kaiser einer Arche in Lüneburg gestifteten Glasgemäldes, auf dessen Sockelbild er selbst knicend mit) betend int Ritterharnisch dargestellt ist. * Unwetter. Am 17. Juni ging über M ü n ch e n und Umgebung em sehr schweres Gewitter nieder. Ein gewaltiger woltenbrucharttger Regen setzte die Straßen eine zeilläng unter Wasser. Tas Gewitter war von heiligem Hagelschlag begleitender 10 Atinuten dauerte. — Bei Trossen in der Renmark schlug der Blitz in eine Schafherde, tötete 40 Schale und verbrannte den Schäier schwer. — Auch ein in der Gegend von Dresdeii niedergegangenes schweres Uiiwelter mit Hagel hat erheblichen Schaden angerichlel. Der prächtige alte Baumbestand des königl. Gartens hat stark gelitten. Auf einem stark besetzten Vergnügungs- darnpfer wurde der Steuermann Hempel kurz vor Dresden vom Blitze ers ch l a g e n. — Ferner richtete in der Umgebung von Essen ein furchtbares Unwetter gewaltigen Schaden an. In Bottrop schlug der Blitz in eine Banhütte, wobei ein Handlanger gelötet und zwei Arbeiter verletzt rviirden. In Allenessen ivurde un Garten ein Mann vom Blitz erschlagen. Auch im Westen und Norden der Provinz Hannover herrschte ein starkes Unwetter, ebenso in Holland. In Terapel wurde ein Vater mit seinem 24jährigen Sohn und in Giesbeek eine Mutier mit ihrem Kmde vom Blitz gelotet. In Meidend; (Rhld.) sind in'olge des Sturmes einige Häuser eiligestürzt. Ein Radfahrer wurde vom Blitz getroffen und gelähmt. Bei Sherenberg unweit der deiilschen Grenze wurde ein Familienvater gelähmt und feine Frau verwundet. — Im Streife Wittlage wurden der Ackerbauer Finke nebst Fraii und Sohn durch Blitzschlag gelotet. * A u t o m o b i l u n f ä l l e. Bei einer Automobilsahrt, die von Sagan aiisging, versagte auf der Sorauer Ehaussee die Steuerung des Wagens, bei dem Anziehen der Bremse überschlug sich das Kraftfahrzeug, wobei es die Insassen unter sich begrub. Der Einjährige Hermann vom FeldarliUerie-Regnnent in Spröllau erhielt schwere Kopfwunden und eine Gehirn-Erschütterung, die Rentiere Ida Heinrich aus Sproltau einen fom pürierten Armb r u ch, der Führer des Fahrzeuges, der Arzt Dr. Sauer aus Sorau uiid dessen Gattin wilrdcn leichter verletzt. — Das Automobil des österreichischen Botscha'ters Grasen Rhevenhüllcs in Paris ivurde dort von einem Laslautomobil angerannt und v o l l st ä n d i g zertrümmert. Ter Graf kam mit geringfügiger Verletzung davon. SUcitte Tagcschronik. Am Sonntag Nachmittag wurde auf der Landstraße bei Mainbernheim (Franken) der Mechaniker Oskar Seidl aus Lieg- nitz in Schlesien mit einer Schußwunde im Hinterkops, ermordet, jeiner Barschaft, Militärpaß und sonstiger Papiere beraubt, auf- gesunden. Seidl befand sich zuletzt m Nürnberg in Begleitung von zwei Haudwerksburschen, die auch mit ihm zusammen von dar« abretsten. Der eine bauern ist noch uubekaiit, der zweite ist der 18 Jahre alte Heinrich Lenz aus Kirdorf, Kreis Alsfeld in Oberhessen; gegen den Letzteren hat die Staatsanwaltschaft Würzburg Haftbefehl erlassen. Die Beiden, die als Täler in Betracht komnien, dürften sich attf Grund der gestohlenen Papiere, bcn Namen des Ermordeten beigelegt haben. In Alt da mm (Pommern) betrat Dor Eintritt dcr Lehrerin riit unbekannter Mann eine Klasse der höheren Mäd chc n s ch u l e, stellte sich als Professor der Gesuiidheiislehre vor und unternahm eine Anzahl unsittlicher Handlungen. Darauf ging er in eine Mädchenklasse der Volksschule und wiederholte das Manöver, wurde aber durch Lehrer gestört uiid flüchtete. In Nantes ivurde die 30jährige Marie Perouze, die mit vicht 49,5-00 Pfg., 3. Qual. 51—56 Pfg., Lebenbgewicht 00—ÖO Psg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand imbebcutcub, bei Schafen und Kälbern gut, kein Ueberstand, bei Schweinen gut, Ueberstand unbedeutend. Limburg a. d. Lahn, 17. Juni. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro 9)lalter. Roter Weizen (nassauischer) 17,80 Dir., weißer Weizen 00,00 9)lk., Korn 14,60 Mk., Gerste 11,00 9)1 L, Haier 7.50—0.00 Mk. nach Qual., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 5,50 Mk. Fasniiien-Uachrrchten. Verlobte: Fräulein Karolme Waltz mit Herrn Heinrich Kranz, beide in Büdingen. — Frau lern Johanna Emden in Giebringhausen mit Herrn Georg Krömmelbein in Lauterbach. — Frl. Käthe Ametidt in Oppenheim a. Rh. mit Herrn Dr. Aug. Guhl in Wetzlar. Gestorbene: Herr Christian SlnUmamt, Herr Georg Ger- Gießener Lüettcrdieust. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag den 19. Juni: Wechselnd- Bewölkung. Vielfach Regen. Temperatur wie heute. Südliche Winde. Mnller'sche Badeanstalt. W a s s w ä r m e der Lahn 18 °R. GriginaL-Drahtnieldnngen, Hamburg, 18. Juni. Das ObertriegZgericht verurteilte den Au archisten Albert Liebsch, ber vom Kriegsgericht wegen Nichtbefolgens des Gestellungsbefehles zu 2 Jahren 9 Monaten Gefängnis verurteilt ivorden war, nunmehr zu 6 Jahren Gefängnis. Rom, 18. Juni. Rudini wurde mit den Sterbesakramenten versehen. Sein Ableben ist stündlich zu erwarten. Mailand, 18. Juni. Ein Zyklon hat in Affori und Brufsan furchtbares Unheil angerichtet. Häuser wurden abgedeckt, Fabrikschornsteine umgestürzt, die Feldfrüchte völlig vernichtet. In Affori ist eine Frau vor Schreck gestorben; zahlreiche andere Personen wurden in den beiden Ortschaften verletzt. Paris, 18. Juni. Petit Parisien veröffentlicht einen Leitartikel über die französisch-deutschen Beziehungen, worin es heißt, daß auf beiden Seiten sowohl in Berlin als auch in Paris anerkannt werde, daß die Beziehungen zwischen beiden Ländern freundliche und korrekte sind. In dem genannten Artikel wird auch darauf hiu- gewieseu, daß die Presse in Bezug auf die Beziehungeu zwischen Deutschland und Frankreich dieselbe Verantwortlichkeit trägt, wie die Diplomatie. Madrid, 18. Juni. Eorrespvndenzia versichert, daß das spanische Kvnigspaar dem ü st e r r e i ch i s ch c n Kaiser anfangs September einen Besuch abstatten wird. Der Aufenthalt des spanischen Königspaares wird vier Tage dauern/ Wad) Deutschland wird sich das spanische Königspaar bei dieser Gelegenheit nicht begeben, da der deutsche Kaiser dem Könige immer nock) einen Besuck; schuldig ist. Auf der Hin- und Rückreise wird sich das Königspaar in Paris aufhalten und Voraussichtlid) die Königin von Holland im Haag oder in Amsterdam besuchen und dann vier Wochen in* cognito auf der Insel Mght zubringen. Stockholm, 18. Juni. Präsident Falliöres wird am 24. Juli hier eintreffen und am 26. iiad) Rußland weiter reisen. WtzWWMW^ 'M K67/08 B"/6 Donnerstag, den 2. 3ult 1908, nachmittags 3 Uhr, werben auf hiesigem Ortsgericht die vor bem Rainen ber Ehesrau des August .Helsenbein stehenden Grundstücke ber Gemarkung Gießen. 2/164,4=507 qm Hosreite links ber Chaussee, 21/15,2 — 262 qm Grabgarten rechts des Wiesecker Wegs, 21/15,5—2496 qm Hosreite bas., 21/15,8 = 1053 qm Grabgarten daselbst, öffentlich mentbietenb versteigert. Gießen, ben 10. Juni 1908. Gr. Ortsgericht Gießen. __________Gros.__________ K13/08 B Gießen, den 17. Juni 1908. Der Vorstand der israeibifchcu Rcligiousgemeindc Gießen. S. Heichelheim. Bekanntmachung. gaffe und »Wg unterw b 1 “U de., anliegende» Konsumenten zur Kcnntuis bringen. B,7/ti ■ Nur Saison-Ausverkauf Mtt-LiezMM 10% »ft SS10/s [1, -'M* Billig Vieh weißt Oiegtsta^ ---------------- ■-------------------------- 9 bis Samstag 3707 ZWKKW Theater » Verein v19/6 B‘% verlegt. (Gebhardt. V,CA sro U y B18/( Warum? I. Es II. Es III. Die 39. Abbildm enkel's Papiere B£lebpasta Megativiack Blitzlicht Platten Entwickler Fixagen Tonbäder Bläusburg Tel. 386. versend, alljährl. d. allein. Fahr. Fritz Scfiulz |un. Leipzig. f. Salatöl per Str. 90 Pfg. [«» L. Steinhäuser Seltersweg, Neuen Baue Oe^erahmpsammlluiig Tages-Ordnung: Nechuungsablage. VorstandZwahl. • Heugras-Bersteigerung. Samstag, den 20. Juni von 11 Uhr beginnend, soll das Heugras der Pfarrwiesen in dein Dorfeldfchen Professor Br. Franz Soetbeer Spezialarzt für innere und nervöse Erkrankungen. Sprechstunde: Montag bis Freitag SV,—4 Ehr. Fernsprecher 269 Garten, dahier, versteigert werden. Wieseck, den 18. Juni 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. S cl) o in 6e r. Badenbnrg. Wieseck, den 18. Juni 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. Schomber. Freitag, den 19. Juni, 8% Uhr : : im Gksrüschaftsverem : : Gesellschafts'Acrein. Wegen dec am 20. Juni d. Js. stattfindeuden Bismarck^ Feier wird der Ball auf Samstag, glers 27 a J&mi cln J. Mehr als 50 Millionen] L__ Dosen 1 Päckchen 10 Pfg. [ng19/fl] 3 Päckchen 25 Pfg. Br. Oetker’s Puddingpulver ist das beste 1 ist das einzige, welches aus dem besten und teuersten Puder, nämlich aus Reispuder hergestellt wird. ist das einzige, welches knochenbildendeSalze enthält, welche für den wachsenden Körper unentbehrlich sind. Ntiie Matstrhttinge, Rollmöpse, MmmL-ßemze, Kartaffelll unb Mroueii Z sämtliche Artikel sind irisch eiuge- trofsen und von bester Qualität. Ev. Dart, Hengras-BersteLgermrg. Das Heugras von den Wiesen dec Gemeinde Wieseck soll nächsten Samstag, den 20. Juni d. Js. versteigert werden. Ter Anfang gu den Wiesen bei Wieseck ist vormittags 10 Uhr in dem Dorfeldschen Garten, dahier, dec zu den Wiesen bei der Badenburg nachmittags 5 Uhr auf der I Kgr. ßach3. b l TecimiJkiimj | Mittweida sJ- Diiektort Professor Holzt Röhera technische Lehranstalt fUr Elektro- u. Maschinentechnik, ßonderabteilungon für Ingenieure, Techniker u. Werkmeister. Elcktrot. u. 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Besondere höhere Gebühren kommen in Anrechnung für: 1. sofort oder auf bestimmte Zeit verlangte Besuche; 2. solche Besuche, deren Bestellung nach 9 Uhr morgens iür den Vormittag, sowie nach 3 Uhr nachmittags für denselben Tag erfolgte; 3. Besuche und Konsultationen, die an Sonn- und Feiertag-Nachmittagen verlangt werden. Die Rechnungsstellung erfolgt mindestens halbjährlich. Die Erhöhung ist die unabweisltche Folge der die gesamte Lebenshaltung treffenden allgemeinen Teuerung, d19/ ßarleü- und Veranda-Möbel Eissehränke, Rollsehutzwände — Gartengeräte = 2747 in grosser Auswahl empfehlen zur Saison Mer MM Inh.: Heinrich Guthzardt. WSSCh'AßZOge, Kieler Faeons, zu sehr billigen Preisen. 11 Kirchenplatz 11 Markus Bauer Kücken gedeihen prächtig,wenn siestetsSpratt'g Kückenfutter erhalten. IMW. Billigst — auch Spratt's’ Hundekuchen — zu haben bei: j Gustav Walter und ihre Umgebung. Giesiener Verkehrshandbuch. 8°. 335 S. mit Plan der Stadt, Karte der Umgebung, Theaterplan, Eiseiwahnkarte, ILBollbilderw 4 Aquarelldrucken und zahlreichen Lextiüustrationen. Brosch. Mk. 1.50, geb. Mk. 8.-. Nicht als ein Wegweiser im gewöhnlichen Sinne des Worts, sondern als eine um lassende Monographie der Stadt Giesicn pellt sich der vorliegende stattliche Band vor, zugleich eine &eit« gäbe für die im Sommer d. Ä- begangene tzeicr der vor dreihundert Jahren erfolgten Gründung der Universität Gienen, der alma mater Ludoviciana. Der Herausgeber hat es verstanden, Jachmänner der verschiedensten Gebiete für das Unternehmen zu gemiunen, und so bietet das Buch eine nicht nur äusterst vielseitige, sondern auch zuverlässige Darstellung der geographn schen und landschaftlichen Lage, der öffentlichen Einrichtungen, des wissenschaftlichen und künstlerischen Lebens der Musenstadt, ohne dabei alle die Angaben und Hinweise der üblichen Stadte- füiirer vermissen zu taffen. Die Geschichte der Stadt, der Um- versität, der Garnison erfährt sachkundige Behandlung, und die übrigen Teile des Buches zeichnen sich namentlich dadurch vorteilhaft aus, dasi die Entwicklung der einzelnen Anstalten, Museen, Schulen usw. bis zur Gegenwart berücksichtigt ist. Sie Beschreibung einer grosien Anzahl Wanderungen in der näheren und weiteren Umgebung schlingt sich an. Zahlreiche oortrenUche ‘ ,w "'rucke, voran das Bildnis des Grob- Herzogs, Pläne und Tafeln erläutern den Te;t, der durch eine Liste „Hassiaea" ergänzt wird. Em ausführliches ^achreglster und em Verzeichnis der Abbildungen erleichtern das Nachichlagen. Das Buch ist auch typographisch mit grober Sorgialt behandelt. Nicht nur am Platze, sondern auch bet allen, die jemals tn Mienen geweitt haben, wird es stets em willkonuncner Haus- freund bleiben und em stets gern gesehenes üestgeschenr, eine liebe Erinnerungsgabe an unsere schone Heimat sein. Spezial-Haws ferner Herren- und iSnaben-Grarderobe. 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Die Erhebung erfolgt in 6 Zielen, und zwar in den Monaten Mai, Juli, September, 'Jioocmber 1908, Januar und März 1909. Das Hebregister liegt vom 10. bis 26. Juni einschließlich auf der Bürgermeisterei — Zimmer Nr. 15 — zur Einsicht eines jedeil Beteiliflten offen. Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis gebracht, das; Beschtverden gegen die Erhebung der Umlagen nach Vorschrift des Arttkel 96 der Städteordnung binnen 4 Wochen bei Groffherzogl schein Kreisamt Wieben vorzubringcu sind, und dah später vorgebrachte Reklamationen keine Berücksichtigung sindcn können. Gleichzeitig wird bemerkt, dasi die Bekanntmachung der Umlagen durch Groffherzogliches Äreisamt Giesteu im Regierungsblatt unterm 11. dö. MtS. erfolgt tst, dah daher die Frist zur Borbringung von Reklamationen, welche gegen die Erhebung der Umlagen überhaupt gerichtet sind, von diesem Tage und für Reklamationen, welche gegen die Beitragspflicht oder das angenommene Bcitrags- verhältnis gerichtet sind, vom Ende der Ofsenlegungsfrift abläuft. Giesien, den 18. Juni 1908. Grobherzogliche Bürgermeisterei Glesien. M e c u m. KüpMWUErdbkmn 06127 Neuenweg 52. Photographie 1 Photographische Apparate §Ml-M Sitz-LiMM L87o „ Einige leicht am Lack beschädigte Sportwagen ganz besonders billig. Alleinverkauf der bekannten Brennabor- Kinderwagen. August Kilbiuger Seltersweg 79. [8703] Telephon 276. I* Miliz gegen die Kitze ist das Tragen von niederen modernen Stehumlege-Kragen in allen Weiten und verschiedenen Formen. [a18/6 Ingarant.Leine u.Shhtiug Stück 65, 75, 80 Pfg. i A. Salomon & Cie. -V.b., Verlag von Emil MM Roth In Glessen. ■ ■ - ............ fcr-Äü ----------- Ich habe meine Sprechstunde nach der = Frankfurter Strasse 13 = verlegt. mos Bekanntmachung, Behufs Vornahme von §»abelarbriteu ist das Kabel ist der Babnbosstraffc von Westanlage bis Babubof, Alicestraffe von Bahnhofstraffe vis Frankfurterstraffc, Grabenstraffe und Liebigstrafre von Anfang bis Frankfnrterstraffe am 19« d. Mts., von vormittags 6 Uhr bis nachmittags L Uhr, ausgeschaltet und die Stromlieferung unterbrochen, was mir hiermit den anliegenden Konsumenten zur Kenntnis bringen. (Sichen, den 17. Juni 1908. B17/8 Städtisches Elektrizitätswerk Gieffcn.____________ Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A. wurden eingetragen: 1. Die Firma Hch. Wilhelm Fvrmhais in Allendors a. Lda. Inhaber Kaufmann Hch. Wilhelm Formhals daselbfi. 2. Die Firma A. Hcst Söhne zu Gießen. Inhaber: Kaufmann Adolf Heß daselbst. Bl8/6 ! Gießen, den 4. Juni 1908. Großhcrzo glich es Amtsgericht- Bekanntmachung. Die 5 in na Adolf Löb zu Hungen ist auf Gustav Löb zu Hungen als nunmehriger Inhaber übergegangen. Dieser hat seiner Ehefrau Mathilde Löb geborenen Gernsheimer 311 Hungen Prokura erteilt. Eintrag zum Handelsregister Abt. A. ist heute erfolgt. Hungen, den 15. Juni 1908. b18/6 ' Großherzogliches Amtsgericht. Die Arbeiten und Liescrungen zur Erbauung eines Bahnmeister-Magazins auf Bahnhof Burg - und Nieder - Gemünden sollen vergeben werden. Zeichnungen u. Angebotsmuster liegen itnGe- fchästsgebaude der unterzeichneten Inspektion und bei der Bahnmeisterei Burg- und Nieder-Gemünden zur Einsicht aus. Die An- gebotsmuster können, ohne Zeichnung von der Inspektion für 1,05 Mk. (Postanweisung) bezogen werden. Die Angebote werden am 6. Juli d. Js., vormittags 11 Uhr im neuen Gefchäslsgebäude der Zmpektion ui Lauterbach geöffnet. Zuschlagssrist 14 Tage. Bollendungssrist 1. November 1908. Fulda, den 17. Ium 1908. D1B/e Königl. Eüenbahn-Betriebs-Jnspektion 2. &AG6IÄÄ feinste BauiHon Ö* btets irisch vorrätig bei Eberhard Melzger, Seltersweg 70. le18/«,] Garantirt chlorfi-el MW ■