Al, ^51** ar: iU1,: Mg,„h r. nie. ic|u. Seicht. le. predigt. e tz | e e e e G h«il»gd **/•** jrdneler tmann en dj! iaien? uiAfl eing^0"11 IsAorsta^ nari® id SUS*1 tV® t |18«Ci». vü sachkundigste Chef seines RiesenrefsortS, und Exzellenz Koch, den Verkehr wieder zuruapumpen lann, bleibt he ai)o mit der bisherige hochverdiente weiter der Reichsdank, der einer zu «roßen.Silberstauung andauernd belastet — und die Gegner seiner Diskontpolitik mit souveräner Ueber- das kann den nationalen und internationalen Geldmärkten, leaenhcit und feiner Ironie abzusertigen pflegte, hätten da die Bankausweise veröf,entlicht werden, nicht verborgen dem Grafen Kanitz viel schärfer gedient. Schade ist es bleiben — so kann der Kredit der Banknoten unter diesem auch, daß Herr Präsident Heiligenstadt von der sog. „Preu- ungesunden Zustand Schaden erleiden, ^eder Geschastsrnann behaupten, unserer auch, daß Herr Präsident Heiligensladt von der sog. „Preu- tzenkasse", von der an dieser Sielie ganz kürzlich die Rede war, nicht das Wort ergriffen hat. Anwesend war er. Wir Rationalökonomen durften darauf gespannt sein, zu hören, Verhältnisse hatten und im Ausland^ kann. Gegen eine mäßige Vermehrung der Sitberausprägun- gen, etwa in der Höhe von zwei bis zweieinhalb Mark pro Kops der Bevölkerung, wird man dagegen grundsätzliche Bedenken kaum erheben können. In den großindustriellen Provinzen des preußischen Westens, in den Rheinlanden und in Westfalen, mit ihren riesigen Lohnzahlungen wird seit Jahren über einen Mangel an Älbergeld in größeren Stücken Klage geführt. Es ist schwer, zu entscheiden, ob sich diesem Mangel nicht auch aus anderem Wege abhelfen ließe; denn in andern Gegenden hört man von einem Bedürfnis nach größerer Silberzirkulation nichts. Die int rheinisch- westfälischen Jndustriebezirk angeblich so beliebten Fünfmarkstücke sind anderswo gar nicht besonders geschätzt. Wenn die Reichsbankfilialen in rationeller Weise ihre Bestände austauschen, kann nach meiner Ueberzeugung der wünschenswerte Ausgleich auch ohne Neuprägungen herbe^geführt werden, und namentlich sollten alle öffentlichen Kußenverwal- tungen, insbesondere die Postanstalten, versuchen, das durch den reichlichen Edelmetallumlauf etwas verwohnte deutsche Publikum wieder an die Reichskassenscheine und die neuen Banknoten in kleinen Wschnitten zu gewöhnen. Diese Geldsurrogate sind ganz zweckmäßige Ersatzmittel für Hartgeld. Man muß nur ihre Einbürgerung tatkräftig unterstützen. Mag dem im übrigen sein, wie es lvolle, es ist wohl so gut wie sicher, daß es zur Neuansgabe von Silbermünzen lommen wird. Hoffentlich legt man sich dabei wenigstens eine gewisse Reserve auf und macht es nicht gleich zu toll. — Das ist in wenigen Strichen das Situationsbild der letzten Parlamentsdisrussion! Schält man den reellen Kern der Verhandlungen heraus, so findet man, daß wir aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer demnächstigen Münznovelle zu rechnen haben, die den Silberumlauf erheblich vermehrt. Für diesen Plan sind die Konservativen, Antisemiten, das Zentrum und wahrscheinlich auch die Mehrheit der Nationalttberalen, also wiederum eine Parteikonstellation, die der Bülowschen Blockpolitik direkt widerspricht. Auch die Michsregierung (Reichsamt des Innern und Reichsschatzamt) l-aben sich für die Silbervermehrung ausgesprochen. Schon früher, aber nicht aus währungspolitischen, sondern aus finanziellen und fiskalischen Gründen, hat das der Herr Abg. Paasche getan. Ich habe mich mit diesem Kollege»!, der immer mehr ein Augenblickspolitiker zu werden scheint, und den wohl viele nationalökonomische Pro- fessoven längst nicht mehr zu den wisenschaftlichen Vertretern ihres Faches rechnen, an anderer Stelle auseinandergesetzt. Leider muß man heute, ob man will oder nicht, alles, was gewisse einflußreiche Parlamentarier jagen, ernst nehmen, denn schließlich haben sie allein das Heft in der Hand, alle andern sind Stimmvieh. Herr Paasche, der, wie wir endlich positiv wissen, wirklich als llnterstaatssekretär im Reichskolonialamt in Frage kam, wird jetzt an der Börse als Havensteins Nachfolger im Präsidium der Seehandlung genannt Auch dieses Gerücht deutet auf einen Shstemwechsel hin. Bekanntlich hatten wir seit dem Münzgesetz von 1873 bis zum Jahre 1900 einen Silberumlauf von zehn Mark Scheidemünzen. Daneben hatten wir aus den früheren Zeiten der Silberwährung einen beträchtlichen Vorrat von Vereinstalern, die man mit Rücksicht auf den Silberpreissturz auf dem Edelmetallmarkt nicht weiter verkaufen konnte. Um diesen „Schönheitsfehler" unserer Goldwährung loszuwerden, erhöhte man den silbernen Scheidemünzenumlauf von zehn auf fünfzehn Mark. Die Reichsbank hatte den ungefähren Bedarf auf vierzehn Mark geschätzt Man prägte nun die Taler um, setzte sie am 1. Oktober v. Js. außer Kurs und erlangte damit endlich die reine Goldwährung. Gegenwärtig sind nur noch 25i/2 Millionen Mark in Talern in der Reichsbank vorhanden. Da wir dank der Bevölkerungsvermehrung jedes Jahr dreizehn .Millionen Mark an Silber mehr brauchen, so werden wir Ende 1909 mit den Talern endgültig aufgeräumt haben. Wenn man berechnen will, wie viel Silber als Zirkulationsmittel der Verkehr braucht, so muß man die Zusammensetzung des Metallbestandes der Reichsbank prüfen. Nun hat >itt) nach den Erklärungen des neuen Reichsbantprähdenten in der Sitzung des Zentralausschusses vom 13. d. Mts. ergeben, daß Der Goldbestand sich innerhalb Jahresfrist nur um 16 Millionen, der Scheidemünzeuvorrat dagegen um 37 Millionen Mark erhöht hat, d. h. die Stärkung der metallischen Basis kommt in erster Linie auf den Silber- zusluß. Für mich ein schlagender Beweis, daß Silber genug Da ist, jedenfalls eine starte Vermehrung, die Gras Kanitz und Paasche in der Höhe von 300 Millionen, der Zentrumsredner sogar bis zu 600 Millionen, fordern, dem Bedürfnisse des täglichen Verkehrs absolut nicht entspricht. Alle volkswinschaitl.ck-cn D nge lassen sich, bei Licht be»rach»et, auf ganz elementare Erjcheinnngen zuruckfuhren. Zu diesem Elementarphänomen gehört die statistisch nachweisliche Tat- sache, daß der wirtschaftliche Verkehr, sobald er mit irgend einer Geldsorte überjättigt ist, sie „ausspert". Der „Spucknapf" find in diesem Falle Die Keller der Reichsbank, wohin zuguterletzt, wie in einem Klärbassin, alles Ueberschusjige ab,ließt An und für sich wäre das kaum gefährlich, wenn die Metallvorräte der Zentralbank nicht in erster Linie als Deckung der Banknoten dienen müßten. Nun ist aber die Golddeckung eine vollivertige, die Silberdeckung eine fiktive, stark unterwertige und noch dazu stark schwcuikende. Hat | nun die Reichsbank mehr Silber, als sie gegebenenfalls in weiß, lvas das zu bedeuten hat Der geringste Zweifel, der in die glatte Einlösbarkeit der Banknoten gesetzt werden könnte, zumal in Zeiten allgemeiner Krediterjchütterungen, könnte geradezu verheerende Wirkungen haben. Die Stabilität und oas Ansehen unserer Währung würden in Frage gestellt werden, wie wir das in Papierlänbem tagtäglich und noch kürzlich auch in der nordamerikanischen Union mit ihrer Tripelwährung (Gold, S.lber und Silberzertijitäte) klar beobachten konnten. Es ist also die allergrößte Vorsicht geboten. Bevor man unfern Silberumlauf aufs neue erhöyt, müssen exakte und zuver lästige statistiiche Untersuchungen über den wirklichen Scheidemünzbedarf angestellt werden. „Aus dem Handgelenk" kann ma- solche schwierigen Operationen nicht machen. Das neue Silber müßte Deutschland in London oder Hamburg in Barrensorm ankaufen. Bei einer Erhöhung, wie sie die Abgeordneten Graf Kanitz uni» Paasche wünschen, verdiente die Reichslässe allerdings glatt 1,0 Millionen Mark. Dieser mühelose Gewinn mag für viele etwas Bestechendes Haven, aber Deutschland wird dabei zu einem Teile sein gutes Gold los und bringt entwertetes Silber in den Verkehr, das man nie wieder ab sch leben Viel bedenklicher als eine über Gebühr vermehrte! Scheidemünzenausgabe ist der andere Vorschlag, den der Abgeordnete Graf Kanitz im Reichstage gemacht hat. Das Reichsmünzgesetz schreibt vor, daß niemand verpflichtet ist, mehr als zwanzig Mark in Silber in Zahlung zu nehmen. Die Konsequenz dieser Bestimmung ist, daß die Banknoten in Gold eingelöst werden müssen. ES entspricht das der Tatsache, daß wir gesetzlich eine Goldwährung und keine Doppelwährung haben. Im ruhigen Verlaufe der Dinge weigert sich natürlich niemand, auch beliebig größere Summen in Silber anzunehmen, und auch gegen die Einlösung der Noten in Scheidemünzen wird kein Geschäftsmann etwas einzuwenden haben. Nun verlangt der Graf Kanitz eine Erhöhung der Zahlkraft des Silbers von zwanzig auf tausend Mark. Diese Forderung sieht sehr harmlos aus, zumal man sie nur münztechnisch, nicht währungsvolitisck, zu verteidigen sucht. Gegen den Vorwurf, dag diese Maßregel uns wieder auf die schiefe Ebene des Bimetallismns führe, hat man sich pathetisch verwahrt. Trotzdem ist dieser Vorwurf durchaus berechtigt, und der Hinweis auf Frankreich, wo die Fünffrankstücke volle und unbefchränkte Zahlkraft haben, beweist nicht das, was man damit beweisen will. Denn Frankreich hat eben den. Bimetallismus, und der kolossale Silbervorrat und Silberumlauf des Landes kann ihm bei internationalen Verwicklungen erhebliche Schwierigkeiten bereiten, wenn auch nicht so große, wie in den Vereinigten Staaten, wo wir noch kürzlich ein Goldagio von zwei Prozent gehabt haben, und siebLNundsiebzig größere Geldplätze die Barzahlung zeitweilig ganz einge)tellt hatten. Gibt man dem Silber eine Zahilrast in der sünfzigfachen Höhe der gegenwärtigen, so spricht man mit einem Male aus, oaß unsere Banknoten sowohl in Gold als in Silber ein- gelöft werden dürfen. Das wäre nicht nur theoretisch, son- oern auch praktisch, höchst gefährlich. Das Ansehen unserer Notenbank-Organisation würde schwer darunter leiden. Die vielen Gegner und Kritiker unserer Geld- Würden sofort dahinter LHU wir experimentierten an _„f____ goldenen Valuta und milderten aus Goldnot die solide Einlösungspraxis bezüglich der Banknoten. Solche Vorwürfe könnten ui.3, selbst wenn sie weniger berechtigt wären, als sie in der Tat sind, ernsten Schaden bringen. Unsere Noten müssen nicht nur im Jnlande, sondern auch auf den internationalen Geldmärkten in ihrer Kreditwürdigkeit über jeden Zweifel erhaben fein. Ist das nicht der Fall, so kann sehr leicht ein Disagio ein treten, wie man das lange Zeit bei den italienischen Banknoten in ihrem Verhältnis zu den französischen gehabt hat. Läßt man die deutschen Reicks- banhioten bis zu tausend Mark von der Einlösung in Gold frei, so ist das gleichbedeutend mit der „Sistierung der Barzahlung" im währungspolitischen und stritt banktechnischen Sinne. Man wird vielleicht fragen, wie weit man beim die Grenze der Zahlkraft des Silbers ziehen könne. Etwas willkürlich und mechanisch wird jic wohl immer [ein. Grunde ob Herr Heiligenstadt feine früheren Resormvorfchläge, die in Fachkreisen allgemeines Kopjschütteln erregt hatten, noch aufrecht erhalten würde. Aber er schwieg. Im Namen der Nationalliberalen sprach ein neugeiuäljlter sächsischer Abgeordneter, der im Parlamentsalmanach als Bankdirektor in Löbau ausgeführt ist. An seiner Stelle vermißte man den früheren Aögeoroneten Büsing-Schwerin, der als eine anerkannte Autorität in den so schwierigen Geld- und Bankfragen allseitig Beachtung sand. Die Redner des Zentrums und der Svzial- oemokratie traten wenigstens rütthalttos für die Goldwährung ein und erklärten ihr grunojätzliches Einverständnis mit Den Ai's,ührungen des neuen Reichsbankpräsidenten. Der । reif innige Parteivertreter schwächte leider den Eindruck seiner besonoers sachkundigen Ausführungen durch handelspolitische Exkurse, die nicht unbedingt zur Sache gehörten, ab. Am stärksten im Bimetallismus machte ein Antisemit. Tas meiste, was er sagte, war ungereimtes Zeug. Wie soll auch ein Porzellanmaler, wie Herr Raab, dazu kommen, von solchen Dingen auch nur einen Schimmer zu haben? Immerhin erreichte er den gewohnten Heiterkeitserfolg, und zivar lachten die einen ironisch, die andern mehr über die Dolfs- cümlich-robuste und drastische Ausdrucksweise. Den Reichs- bankpräsidenten hatte Herr Raab entweder nicht gehört ober nicht verstauben. Für ihn ist bie Goldwährung „ein schönes Mädchen, mit bem andere spazieren gehn." „Die Armut iornrnt von ber Properteh", und wer selbst fein Geld hat, pfeift auf die ganze Goldwährung. Wenn Politiker von oem Schlage dieses Volksvertreters in die Enquete-Kvm- miffion kommen, bann kann die Sache gut werden! Sieht man indessen von diesen parteipolitischen Be- tirachmngen, die ja so wie so wenig erfreulich sind, ab, so muß man auch in wirtschaftspolitischer Beziehung mit Bedauern konstatieren, daß.die letzten Reichstagsverhandlungen anläß- Lich der Interpellation des Grafen Kanitz eine auffallend arm* fielige Ausbeute geliefert haben. Der Herr Interpellant, unzweifelhaft einer der kenntnisreichsten Köpfe der deutsch- buferüatiocn Partei, ein Politiker, der wirkliche Studien wacht und seine Reden gründlich vorbereitet, hat dem Reichstage auseinandergesetzt, woher der hohe Diskont bmmt. Das Parlamentäftenoaramm hegt zwar noch nicht vor, aber man hat ausführliche Zeitungsbcrichte. Sobald bie offizielle Niederschrift Iferausgefommen sein wird, werde eh in einer schon jetzt notwendig gewordenen zweiten Auf- Eige meiner Broschüre „Die deutsche Geldverfussung", bie ni Gießen vor wenigen Tagen erschienen ist, Die Jnter- 1 bellation bes Grafen Kanitz eingehender kommentieren. Sorläujig müssen einige wenige orientierende Bemerkungen genügen. Was Graf Kanitz über die Ursachen ber Geld- versttisung unb der hohen Zinssätze gejagt hat, ijt jeden- FallS weder neu, noch erschöpfend. In den ^ahrevuber- sichten führender Handelsblätter, wie der „Franksurter Zeitung" und dem „Berliner Tageblatt", konnte man in den letzten Wochen Darüber viel Gediegeneres lesen. Antwort des Staatssekretärs v. Bethmann, der immer wieder das Publikum auf die bevorstehende vertröstet, war auch ziemlich nichtssagend. Rede des neuen Reichsbantpr äs identen Havenjtem war diplomatisch reserviert. Immerhin kann man den von langer Hstno »orbcreiieten vorftog gegen unsere Goldwährung aw -uruck- gewiesen ansehen. Die Abwehr entbehrte aber durchaus der joust beobachteten Energie. Graf Posadowsky-Wehner, der Nr. 18 Erstes Blatt 158. Jahrgang Samstag 18. Januar 1808 De, Htrtzrner Lnzrlger Ä Bezugspreis: •tidumi täglich, autzer Q jT» ö monatlich75Pü,viertel- ÄlttplgpVMZ tzTienstag undFreilaq); [6® M W kmT Ei Bä W iS Wl »1 ö IQbrL ausfchl. Leitellg. tand' H ■ M HL BL. H KL WW HL Km Zeilenvrers: lokalI5dw »trNchoflUche Seitfrage« W ▼ ■ ▼ _ ■ ▼ VW auswärts 20 Mennig. Herwp.ech - Anschlüsse: MM MM Verantwortlich •füi bie Redaktion 113, Ä < ** für den politischen Teil: General-Anzeiger für Gberheffen WM nota«otts»ru» und Verlag der vrühl'schen Un!».-V«ch- und Stcindruckerei. R. fange. He6aHion, LxpediNan und Druckerei - Schulstraße ?. Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten. Die letzten Reichstagsverhandlungen. Herr Pi-ofessor Dr. Bierrner schreibt uns unter dem 16. d. Mts. folgendes: Die Verl-andlungen im deutschen Reichstage anläßlich ber Interpellation des Grafen Kanitz am 14. und 15. d. M. find höchst interessant. Man sprach des langen und breiten über unsere Gelbverfassung unb bie Diskontpolitik. Von allen Seiten erhielt ber jetzt von seinem Posten zurück- getreteue Reichsbankpräsibent, Exzellenz Koch, bie wohlver- oiente Anerkennung, was aber weder die Führer ber Rechten des Hauses noch auch ben Nachfolger deS unvergeßlichen Grasen Posabowsky-Wehner, Herrn Staatssekretär v. Beth- rnann-Hollweg, abhielt, aleichsam in einem Atem mit bem L'obgefange auf den Präsidenten Koch Reformen für diskutabel zu erklären, gegen die sich Koch erst kürzlich ganz energisch gewehrt hatte. Es hat den Anschein, als ob an die Stelle des einen viele „Köche" treten sollen. Vielleicht gelingt es diesem Konsortium, in der bevorstehenden Gelb- und Bank-Enquete „den Brei zu versalzen". Ich habe schon vor zwei Jahren darauf hingewiefen, daß mit Kochs Ab- gang ein Systemwechsel zu befürchten sei. Ich scheine wie- emm einmal, was mir gar nicht lieb ist, recht zu be- Ijalteu. Neugierig darf man jedenfalls darauf sein, wie unter solchen Verhältnissen der vielgerühinte Block feine Feuerprobe bestehen soll. Zuerst überraschten die völlig la eierten und unglaublich ungeschickten Angriffe Paasches auf den Kriegsmipister in Sachen Harbens, kurz baraui tarn es zu einem nicht minder heftigen Zusammenstoß z-ivischen Bassermann und dem preuß. Finanzminister wegen ber Reichssinanzreform. Der Reichskanzler mußte in Person eingreifen und die Risse im Block wieder verkitten, was iTbejfen den nationalliberalen Abgeordneten Friedberg nicht abhielt, im preußischen Abgeorbnetenhause bie Angriffe gegen Den wegen feines Schneibs offenbar mißliebigen iliheinbaben kräftig sortzusetzen. Kurz vorher versuchte bie linke Seite des Blocks, ohne Sinn und Witz für das Reichstes.. atzlrecht in preußen S. m.i'.nng z. machen und Helte |iv, znr Freuve Der Zi.oniervai.iv en, aber auaj v.eler anderer, einen oeritablen blumenlosen iuorb vom Reichskanzler selbst, und endlich wagte der agrarische Flügel des Blockbundes einen Borstoß gegen die Bank- und Münzpolitik des Reichs, ben bie ^iiite uno Mitte ber Blockpartei kaum unwiDerfprochen lassen können. Zentrum unb Sozialdemokratie freuen sich über dieses Schauspiel wie die Schneekönige. Politisch rei| ist die neue Regierungspartei jedenfalls noch nicht. Vielleicht ist diese Frucht der sanguinischen Bülowschen Staats- hinft bereits überreif, und ich fürchte fast, fie wird bald vom Stamme fallen. Dann hat wiederum einmal Der Liberalismus, wie wiederholt zu Bismarcks Zeiten, den günstigen Moment, emslußreich unb goubememental zu iyerben, gründlich verpaßt. Es liegt das allemal daran, i»aß er Die schwebenden Zweckmätzrgkeitsfragen, die, wie d»ie Finanzsrage, nur nüchterne Realpolitik erfordern, viel pi programmatisch und doktrinär anpackt. Der neue ^Zungliberalismus" hat *u dieser Programmwut, hinter boer gar nichts steckt, viel beigetragen und die Natronal- l iberalen verlernen jetzt unter dieser unbequemen Einwirkung sogar die Kunst des „Umfallens", in der sie früher amsgesprochene Meister roareu. Von der bewährten Bis- Marckianischen Tradition haben sie sich unter Bassermann umd Genossen mehr und mehr abbrangeln lassen. Trotzdem trauen ihnen Die alten Widersacher Bismarcks immer noch nicht recht. Eine Mittelpartei hat es ja gewiß immer besonders schwer; aber gerade deswegen muß sie sich | möglichst an Die Regierung anschließen und sie zu stützen, wber nicht ihr das Leben unnötig sauer zu machen suchen. Die gegenwärtige Reichsregierung ist ja liberaler, jedenfalls moderner wie irgend eine andere in den letzten Jähr- zichnten. Mit diesem Regime mutz auch der entschiedene Oiberalismus, sofern er nicht kurzsichtig preußische und süddeutsche Verhältnisse ‘über einen Leisten schlägt, einen Modus vivendi finden können. Ohne gewisse, ja fortgesetzte, slomprontisse hat es noch nie ein konstitutionelles Zusammenwirken, das sich als lebenskräftig erwies, gegeben! ** Das Ober-Konsistorium gibt unter Bezugnahme auf einen in die „Franks. Zig."' übergegangenen 9lrhfe( der „Wormser Volksztg.", betreffend die Versetzung des Pfarr- ajsislenlcn W o e rrish of fer von Worms nach Dietzenbach, bekannt, daß für die Versetzung die angebliche national-soziale Gesinnung und Zugehörigkeit Woerrishöffers zur Organisation der Linksliberalen gänzlich bedeiitungslos gewesen sei. Die Androhung einer Versetzung auf die Beschwerde des Frhrn. v. Heyl, wie dies im "Artikel der „Wormser Volksztg." behauptet wurde, sei vom Ober-Konsislormm nicht erfolgt. Für die jetzt ein Jahr nach den fraglichen Neichslagswahl-Vor- gängen erfolgte Versetzung des Pfarrasssslenlen Woerrishoffer seien rein dienstliche Gründe maßgebend gewesen, ziimal die Verwendung Woercishoffers in WormS von vornherein nicht für längere Zeit in Aussicht genommen mar. ** Die Krisis im deutschen Flottenverein macht sich auch hier bemerkbar. Der Vorstand der Ortsgruppe, die einschließlich der körperschaftlichen Mitglieder etwa 650 Mitglieder zählt, hielt am Donnerstag abend eine Sitzung ab, in der der Vorsitzende, Amtsrichter Funk bekannt gab, daß eine Anzahl katholischer Mitglieder ausgetreten sei. Auch ein körperschaftliches Mitglied hat seinen Austritt angemeldet. ** Bei günstiger Witterung findet Anlagemusik morgen Sonntag norm. II12 Uhr in der Süd- Anlage statt. Das Programm lautet: 1. Ouvertüre zur Oper „Norma" von Bellini; 2. Valse bleue! Walzer von Margis; 3. Finale aus „Aida", von Verdi; 4. Unser Kaiser! Marsch von Hüttenberger. ** Evangelischer Bund. Der 1. Familienabend des hiesigen Zweig-Vereins findet nunmehr morgen abend in Steins Garten statt. Geh. Kirchenrat Professor Dr. K r ü g e r wird reden über „I n d e x, S y l l a b u s, E n z y- klika", also ein höchst interessantes und aktuelles Thema behandeln. Es bietet sich somit eine treffliche Gelegenheit, diese wichtigen Dinge kennen zu lernen, da es sich in dem Vortrag nicht nur um die neuesten Erscheinungen auf diesem Gebiete, sondern auch um geschichtliche Rückblicke und Begriffsbestimmungen handeln wird. Daneben werden wieder musikalische Darbietungen unter Leitung des Herrn Musiklehrers Gernhardt den Abend verschönern helfen, so daß ein reger Besuch erwartet werden darf. ** Die diesjährigen Manöver des 18. Armeekorps finden im September in dem Gelände zwischen Gießen, Marburg, Biedenkopf, Dillenburg, Westerburg, Limburg, Weilburg und Wetzlar statt. — In der Nähe von Gießen wird Brigadeexerzieren abgehalten. In demselben Gelände fand auch 1903 das Manöver des 18. Korps statt. " Angriffe auf Schutzleute. In der Nacht vom 16. auf den 17. l. Di. brachte em Arbeiter einen total betrunkenen Mann, den er in dem Neuenweg liegend betroffen hatte, zur Polizeiwache mit dem Ersuchen, dem Manne Unterkunft zu gewähren. Als zwei Schutzleute den Betrunkenen nach dem Hastlokale führten, erschien ein der Polizei bekannter Bursche und versuchte den Beamten den Betrunkenen zu entreißen, was ihm aber nicht gelang. Der Bursche folgte nun den Beamten bis ins Haftlokal, und als sie im Begriff waren, die Türe zu öffnen, warf der Bursche mit einem dicken Stein nach den Schutzleuten. Der Stein flog einem Beamten dicht am Kopfe vorbei und an die Mauer. Der Täter ergriff die Flucht. Verhaftet wurde gestern ein Arbeiter aus Rüd- dingShausen, welcher sich in letzter Zeit verschiedene Zech, be tügereien m hiesiger Stadt zu schi.lden kommen ließ. X Lang-Göns, 16. Jan. Am 5. und 6. Juli feiert der hiesige Turnverein sein zehnjähriges Stiftungsfest, verbunden mit F a h n e n w e i h e. Die hiesigen Frauen und Jungfrauen haben zur Fahne eine beträchtliche Summe gespendet. ch Münster beiLich, 17. Jan. Die E i n f ü hr un g d e r F e l d b e r e r n i g u n g ist nunmehr beschlossene Sache und die Arbeiten werden im Frühjahr mit dem Bahnbau f ß^72 7'Grünberg begomwn. 5>te Gemarkung um- Arrs Seaot uiio tuno. Gießen, 18. Jan. 1908. Zur Aufklärung. Die hiesige soziaibemotratiscpe „Oberhessische Volks- Leitung" beschäftigt sich in ihrer gestrigen Nummer mit dem Leiter des 'hiesigen städtischen Elektrizitätswerkes Stolte und dem vor längerer Zeit aus diesem Werke entlassenen Jnstallationsmeister Wille. Zuerst wird der Kampf der hiesigen Installateure gegen Herrn Stolte erwähnt und die z. T. glänzenden Zeugnisse, die ihm von mehreren Sachverständigen gelegentlich deren Gutachten ausgestellt sind. Nach dieser scheinbaren Belobigung kommt aber gleich der vernichtende Schlag. Herr Wille hat festgestellt, daß in der Brühl'schen Druckerei ein verkehrter Messer für den Verbrauch des elektrischen Stromes aufgestellt und der Stadt dadurch eine Schädigung von mindestens 3000 Mark zugefügt sei und zieht daraus den Schluß, daß Herr Stolte nicht auf den Posten gehört, den er bekleidet. Die „O. V." erwähnt dann noch, daß der „Gieß. Anz." ein Eingesandt in dieser Angelegenheit abgelehnt habe. Der Sachverhalt ist folgender: Herr Eccarius kam mit Herrn Wille, den er als seinen Ingenieur einführte, zu uns und ersuchte um Aufnahme der oben erwähnten Behauptungen als „Eingesandt" im „G. A." Das Ansinnen wurde abgelehnt mit der Begründung, daß Herr Wille ohne Erlaubnis und Kenntnis des Besitzers resp. der Geschäftsleitung im Betriebe der Brühl'schen Druckerei also unerlaubterweise, herumgeschnüsfelt habe, daß seine Behauptungen in dem Augenblick völlig unkontrollierbar seien und, daß eine Beschwerde über einen Beamten bei der vorgesetzten Behörde anzubringen sei. Es wurde den Herren gesagt, sie müßten zu dem Vorgesetzten des Herrn Stolte und zur Stadtverordneten-Versammlung das Vertrauen hegen, daß eine Beschwerde unparteiisch geprüft und sachlich erledigt werde. Wir sind der Meinung, daß die Installateure sich durch fortwährende Quängeleien und Verdächtigungen eines städtischen Beamten, dem von hervorragenden Sachverständigen, wie Direktor Telmann und Gehermerat Dr. Kittler gute Zeugnisse ausgestellt sind, in den Augen des Publikums mehr schaden als nützen. Gewiß nehmen wir Beschwerden gerne auf zur Beseitigung von öffentlichen Mißständen, möchten aber ungerechtfertigten persönlichen Anfeindungen keinen Vorschub leisten. Wrr ersuchten sofort telephonisch den Ingenieur der in Frankfurt, der die Ausführung unserer irischen Anlage geleitet hat, zur Prüfung herzukommen. Inzwischen wurde vom Elektrizitätswerk gemeldet daß ein Beamter zur Prüfung der Stromzähler kommen nLrde. Ber genauer Untersuchung hat sich herausgestellt, daß rur Mesfung des Stromes für Den Krastbedarf allerdings ein verkehrter Zahler angebracht war. Der sofort durch einen richtigen ersetzt ist. Der Strom für Kraft wurde teils 'sätzlich sollte man sie so gestalten, daß die Reichsbänknoten «ruf Verlangen stets in Währunasgeld, d. h. in Gold, ein- gelöst werdem Unter diesen Voraussetzungen ergibt sich ftir heute die Grenze von zwanzig Mark ganz von selbst. Schlimmstenfalls durfte sie hundert Mark unter fernen fUmständen überschreiten. Ein dritter Munsch, der schon ziemlich alt ist, aber immer tviederkehrt, ist auch setzt wieder laut geworden. Er bezieht sich auf die sogenannte „Goldprämienpolitik'", die die Bank von Frankreich betreibt. Es wird behauptet, daß Frankreich einen so niedrigen Bankz-inssatz habe, weil tes den Abfluß von Gold durch die sinnreiche Einrichtung der Goldprämie zu hemmen verstehe. Diese Goldprämie bestehe darin, daß die Französische Zentralbank im Gegensatz §ur Deutschen Reichsbank Gold zum Export nicht zum Nennwerte hergibt, sondern eine Prämie, die die Goldausfuhr verteuert, von wechselnder Höhe in Mzug bringt. Dadurch werde — so sagt man — die Metalldeckung der 91oten gestärkt, und der Diskont bleibe niedrig. Diese Darstellung rst nicht richtig. Man übersieht, daß Frankreich trotz bei Suspension der Silberprägungen noch gesetzlich die Doppelwährung hat. Das französische Volk ist im Gegensatz zum deutschen an Silberkurantgeld gewöhnt. Frankreich Hal einen kolossalen Silbervorrat mit voller Zahliraft. t£r wird auf das 9 fache des deutschen und auf das 4 fache desjenigen der Deutschen Reichsbank geschätzt. Die Bank von Frankreich löst ihre Noten grundsätzlich in Silbergeld und nicht in Gold ein. Darin liegt der Hauptunterschied. Wir würden den internationalen Kredit der Reichsbanknote und unserer Währung schwer erschüttern, wenn wir diesem Beispiele folgten. Gold in Barren und in der Form fremder Münzen gibt die Bank von Frankreich allerdings nur gegen ein Aufgeld ab. Eine eigentliche Goldprämie für die Landesgoldmünzen über ihren gesetzlichen Zahlungswert hinaus ist das indessen nicht. Die Prämie auf Barren und fremde Goldmünzen verhindert auch nicht den Goldabfluß ins Ausland, der ja Don der Zahlungsbilanz abhängt, und hier komme ich auf den Alveiten wichtigen Unterschied zwischen französischen und deutschen Verhältnissen. In Frankreich pulsiert das wirtschaftliche, namentlich das industrielle, Leben nicht annäheimd so lebhaft wie in Deutschland. Frankreich gleicht einem satten Kapitalrentner. Dank seines enormen Besitzes an fremden Effekten ist seine Zahlungsbilanz meistens eine aktive. Frankreich kann also Gold abgeben, ohne in die Gefahr einer Go Id knapp hei t zu kommen. Ein Abfluß des Goldes aus dem freien inländischen Verkehr ist nicht zu befürchten, während England und besmrders Deutschland damit fortgesetzt zu rechnen haben. Ein Land wie Frankreich kann sich also einen andauernd mäßigen Zinsstand leisten, Deutschland bekommt dagegen bei jeder Hoaftonjunktur eine unangenehm fühlbare Geldverteuerung, und nur die allerletzte::, glücklicherweise vorübergehenden Diskonterhöhungen, die bei uns wie in England die Bankraten auf em ganz anormales Niveau brachten, sind auf die amerikanischen Vorgänge und die Goldentzrehungen zurückzuführen. Exzellenz Dr. Koch, der jetzt in den Ruhestand getretene Präsident des Reichsbantdirektoriums, hat wiederholt, zum letztenmal vor Jahresfrist, sich gegen die Goldprämwnpolitik, die auch aus der großen deutschen Silberenquete i. I. 1894 eine Rolle spielte, und zwar mit Nachdruck ausgesprochen. So überzeugend und schlagend seine Ausführungen waren, so haben sie doch anscheinend nicht den nötigen Eindruck gemacht, wenigstens hat selbst der Staatssekretär v. Bethmann in Aussicht gestellt, daß man sich in der Enquetekom Mission U. a. auch mit der Prümie:rpolitik befassen werde. Wir erraten also das ungefähre Programm, mit dem sich diese Enquete beschäftigen wird. Es dürste folgende Punkte enthalten: 1. Die Vermehrung des Silberumlaufs. 2. Die Erhöhung der Zahlkraft des Silbers. 3. Die Goldprämien- Politit. 4. Die Erweiterung des Notenkontingents der Neichs- bank und 5. Maßregeln zur Erweiterung Der bargeldlosen Zahlungsausgleichungen im Wege des Scheck- und Giroverkehrs. Wir werden auf dieses Arbeitsprogramm vielleicht später ausführlicher zurückkommew richtig, teils doppelt, teils gar nicht gezählt. Die Motore aber, deren Stromverbrauch doppelt gezählt wurde, laufen seit Benutzung des neuen Betriebs, während von den anderen Motoren, deren Verbrauch nicht gezählt wurde, einige oanz erheblich später in Betrieb gesetzt sind. Es ist deshalb noch fraglich, ob an das Elektrizitätswerk zu viel oder zu wenig gezahlt worden ist. Jedenfalls ist die Differenz zwischen der verbrauchten und gezahlten Strommenge eine ganz minimale. Bis jetzt kann noch niemand wissen, ob durch den falschen Zähler die Stadt oder die Druckerei geschädigt ist; eine Schädigung von mindestens 3000 Mark tft aber völlig ausgeschlossen, selbst nach den Angaben des Äerrn Wille. Dieser Herr rechnet einen unberechneten Stromverbrauch von 1500 Kilowattstunden heraus. Die Kilowattstunde für Kraft kostet 20 Pfg. Die Richtigkeit der Wille'scheu Angaben vorausgesetzt, würde also der Verlust für die Stadt nicht 3000 sondern nur 300 Mark betragen. ,, „ Ob hier ein Rechenfehler oder ein absichtliches „Versehen"" vorliegt, wollen und können wir nicht feststellen. Das Piibliknm wird ja wissen, was es von derartigen leichtfertigen Angaben zu halten hat. Zur annähernden Schätzung sollen für eine bestimmte Zeit bei den einzelnen in Frage kommenden Motoren Zähler eingeschaltet werden. Es ist uns unbekannt, ob Herr Betriebsleiter Stolte irgend ein Verschulden an der Sache hat, vorläufig aber möchten wir dem Gutachten der Herren Direktor Telmann und Geh-eimerat Dr. Kittler, zweier anerkannten Autoritäten auf dem Gebiet der Elektrotechnik, über seine Befähigung mehr Wert beimessen, als der Ansicht des Herrn Wille darüber, der uns der ganzen Sachlage nach gerade kein klassischer Zeuge dafür zu sein scheint. Für die Brühl'sche Druckerei und den „Gießener Anzeiger"" ist die Sache hiermit erledigt. Nicht aber scheint uns dies für die Stadtverwaltung und die Bürgerschaft der Fall zu sein. Es geht nicht an, daß eine Gruppe mißvergnügter Interessenten fortgesetzt die Bevölkerung durch halb und ganz unzutreffende Behauptungen beunruhigt und sowohl im Interesse des Herrn Stolte wie in dem der Stadt muß endlich einmal diesen ständigen Angriffen gegenüber Ernst gemacht werden, damit nicht das Ansehen unserer städtischen Verwaltung durch dieses Querulatttentum empfindlichen Schaden erleidet. DermifafteSe •3 um willen ft ei'n er Mord e. Der Kommandeur de? Dragonerregiments König Albert von Sachsen, Oberst Graf 0. d. Groebcn, bat wegen der Affäre des Majors v. S ch ö n b e ck plötzlich seinen Abschied genommen, v. d. Groeben ist erst seit dein 14. Dlai v. Js. Oberst. Der Termin gegen den Hauptmann v. Soeben, der den Major v. Schönbeck ans Liebe zu Fran v. Schönbeck erschossen bat, war ursprünglich auf den 20. Januar festgesetzt. Er ist aber wieder ans unbeftimmte Zeit verschoben worden, vermutlich um erst noch eine Untersuchung des Geisteszustandes v. Goebens herbeizn'ühren. — Frau 0. Schönbeck bat übrigens, wie man u n s ans Braunfels nntlellt, dort in Dem Sanatorium des Sanilatsrats Dr. Gerster im Jahre 1897 ein Vierteljahr lang als Pallentin geweckt. Sie war damals von hochgradig nervöser Ueberreizung, aber ausgezeichnet durch große Liebenswürdigkeit ihres Wesens. Ihr nun ermordeter Galle hat sie dort wochenlang besticht und man schätzte ihn als einen Manv von vornehmer Gesinnung und einnehmenden geielligen Talenten. Alan bebauert in Braunfels das unglückliche Ende des Majors aufs tiefste, zivei elt aber nicht daran, daß feine Witwe mit der Ausführung der Mordtat nicht in Verbindung zu bringen ist. Kleine Tageschronrk. Wie das >,Berl. Tagebl."" aus zuverlässiger Quelle hört, wird Prinzessin Pia Montea von Sachsen int Juni dieses Jahres für immer in Dresden Aufenthalt nehmen. Gerichts vastL. )( Marburg, 17. Jan. Die S tra fkamm er verurteilt« heute im Wiederaufnahmeverfahren den Handelsmann S. Oppenheim aus Ernsthausen im Kreise Kirchhain, jetzt wohnhaft in Gladenbach, wegen Wuchers zu einem Monat Gefängnis und 500 Mk. Geldstrafe. Oppenheim hatte durch Vermittlung des Handelsmannes Nathan in Lohra dem damals dem Trünke ergebenen Jakob Naumann aus Nanzhausen, einem Bruder des bekannten hessischen V.olksschriftstellers Naumcmn, das Erbteil für 1250 Mk. abgekauft und letzterer mußte an Oppenheim, der 2400 Mk. beanspruchte, schließlich 2200 Mk. zahlen. Tas vom Reichsgericht angeordnete W jeder aufnahme- verfahren hat nichts genutzt. ™ hcmüel. — O stafrik anis che PilanzungS-Aktiengesell- ' ch a f t. In Würdigung der überaus günstigen Bedingungen, die Lentsch-Ostasrika für die Produktion der drei so wichtigen Massen- artifel — Kautschuk, Sisalhani und Baunuvolle — bietet, tritt das Ostafrikanische Pflanzungssyndikat durch den in der heutigen Nummer unserer Zeitung veröfseiitlichten Prospekt an das Publikum mit der Einladung heran, sich an einer Aktiengesellschaft zu beteiligen, die sich den Aiiban jener Kulturpflanzen zur Ausgabe macht. Dem neuen Unternehmen steht für seine Zwecke ein sehr gut gelegenes Terrain mit einer 240 ha großen Sisalpflanzung zur Verfügung, die schon 1908 die ersten Erträge an Sisalhanf und Baumwolle liefert (diese wird in Zwischenkultur angebaut). Außerdem kann das Unternehmen über weitere rund 200o ha angrenzendes Land zur Anlage von Sisal- und Kauljchukpflanzungeii vei> fügen. Das Unternehmen bietet dadurch besondere Vorteile, daß Baumwolle bereits vom ersten, der Ceara-Kantschukbaum und die Sisalagave vom dritten Jahre an Erträge ergeben. Hierdurch ist die Wartezeit bis zum Eintritt von Dividenden ivesentlich kürzer als bei Unternehmungen in anderen Kolonialgebieten. Obwohl die Erträge der ersten Jahre mit zur Ausdehnung der Pflanzungen verwendet werden, kann schon nach vier Jahren Bauzeit, während der 4 Proz. Baiizmsen gezahlt werden, gemäß der ausgestellten Rentabilitätsberechnung die erste Dividende in Höhe von 8 Proz. gewährt iverden. Unter Berücksichtigung bedeutender Rücklagen sind an Tividenden für das sechste Jahr 10 Proz., für das siebente Jahr 12 Proz. usw. steigend bis zu 25 Proz. im elften Jahre zu erwarten. Daß die Leitung in denselben Händen liegt wie die der ^asata-Samoa-Gesellschait, Samoa-Kaickschuk-Eompagnie A.-G., Borneo-Kaiilschuk-Conivagnie A.-G. und Kamerun-Kautschuk- Compagme A.-G. ist eine Stärke des neuen Unternehmens. Die rege Beteiligung an der Zeichnung, die bis jetzt schon 1 250 000 Mk. ergab, beweist, daß diesem Unternehmen volles Vertrauen entgegen» gebracht wird. ______________________________ Vor ausgchtltche Witterung ynt Pencu am Sonntag den 19. Januar 1908: Meist trüb. Geringe Niederschläge. Etwas milder. Westliche Winde. (ÖrigüiabDratyhnelOiiiigcn« London, 17. Jan. Die britische Flottenliga bittet in einem Aufruf um die Unterstützung ber Oeffentlichkeit, damit sie iu der Lage sei, für England das zu tun, was der deutsche Flottenverein mit seiner gewaltigen Mitglieder- zahl und den bedeutenden Jahrcseinkünsien für Deutschland leistete. Stockholm, 17. Jan. Der Justizm in ist er ordnete die Beschlagnahme der am 13. Januar erschienenen Nummer des sozialdemokratischen Blattes Arbetaren in Hefte an, die in einem Artikel über den preußischen Wahlrechtskampf eine schwere Beleidigung des deutschen! Kaisers enthält. Verdun, 18. Jan. Das lenkbare LustschifsVille de Paris führte gestern^ mehrere erfolgreiche Aufstiege aus. ^as Luftichifs manövcrierte gegen den Wind ohne die geringste Schwierigkeit. New York, 18. Jan. Dem „Newyork Herald" zufolge fürchtet China, daß die japanische Mrnisterkrise auf die strittigen Fragen zwischen den beiden Reichen eine ungünstige Rückwirkung ausüben wird. Japan soll eine drohendeHaltung annehnien und in der Mandschurei Jotoie auf den Pescaoores-Jnseln Befestigungen angelegt yaben. Rio de Janeiro, 17. Jan. Im hiesigen Hafen befinden sich nunmehr 27 amerikanische Kriegs- schrffe, sowie von fremden §lriegsschiften der deutsche Kreuzer „Bremen"" und ein italienischer Kreuzer. Ottawa, 18. Jan. Die Anuam-Linie hat auf Grund des frcmz-ösq'ch-kanadischen Hcmdelsabkommens hie Einrichtung einer regelmäßigen Schnelldampfer-Verbindung zwi- 1 chen Canada und Frankreich beschlossen. 85 Wohnungen von 1—8 Zimmern. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 Wagner, 2 Schneider, 1 Installateur, 2 Friseure, 1 Maschinen- schloqer, 2 Dienitmadchen. Eö iucbcu Arbeit: ßie/ 1 dnftaUatcur, 4 Juhrknechte, 1 Buchbinder, 1 Friseur. 1 Holz- aber Weinküfer, 1 schlosser, 2 Maschtnenschlofter, 1 Schreiner, 1 Spengler, v Ztgarrenmacher, 1 Maler, 18 Arbeiter, 3 Haus- 2 Lauffrau, 1 Waschfrau. _____________Wi CMWr ArbeitSNtiMis Gießen. w Gartenstraffe 2, Zimmer 2. Es können einaestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 jüngerer Arbeiter, 3 Buchbinder, 1 Spengler, 40 Zigarrenwacher bezw. Wtäelmacher, 1 Schuhmacher, 3 jüngere Haus- burschen, 1 Schuhmacher, 4 Dienstmädchen, 2 Küchenmädchen, 1 Tabalentrippertn, 2 Kauffrauen, 3 Laufmäüchen. Lehrlinge: 1 Schmied, 1 Installateur, 1 Buchbinder gegen Vergütung. 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'.'^iiengesell. ^eömgungen, bie 0 wichugt» Mafien. le ' bietet, tritt bas ",ln der heutige ■eit an das Publikum lengeiellschall zu be- ®Ä zur Ausgabe 'eine Zwecke ein jebr in Li'alvflauzung zur je an eifalljani und u angebaut), Autzti- 5 2b^ In Qitgrenjti? Äukvsta,Zungen Betontere Porteile, baj ^t'chukbaum und bie 'geben. Hierdurch iji ’en weienlltch kürzet [gebieten. Obwohl bie ning der Pflanzungen ien Pauzeit, während uv der ausgestellten in Höhe von b Proz uteuder Rücklagen sind )j., iür das sieben.! . im eüten Iah« zu »den liegt wie die btt k-Lompagme A.-E. Kamerun-liautjchul- Unkerttehmtns. Tie t schon 1250 000 K Herirauen entgeger- n am eonntag den iederschlage. Äival DOß: KÜ rtunfl uigeit von, ;L Meg KhnunS E ZilMNtt- ttgcn. i)C stlottenlis- j b:r Och'enMkeii ä zu tun, was bt: roaltigen Witta* en für Seutfdjla™ Minister ordnen fthienenen Shttnmei le- Arbetare- t preußischen M1 j DC5 deutsche» : Lu st schiss Li llk ncidt Sukinege °u V ohne die gnmgst crf heraid" zusE- , Dnistertrch beitan . ~jpan soll ew' 'hiö«®mb,K jncjngtn angeA- .rr.«reuzer. ' au Grunds uerbinH"981” is 8i*t r«- , 40 Zig-Ä /jsucheniE^ B**1 5* ,1^ VT 1 striicuAreB .ffroll' i * SC®!oss©6gm Qlesseo Walltorttr. 36—38 (früher Cafe Leib) Telefon 644 Spezialitäten-Theater I. Ranges. Feiöst.FamuIieii-VergMiigiin<;s-]EtabiD3sement Tätlich groffe Vorstellung von nur allererstklassigen Kunstkräften. Stürmischen (Stfoln erzielt das vollständig neue großartige Niesen- Weltstadt-Programm. Morgen Sonntag 2 große Vorstellungeir 4 und 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr ermäßigte Preise. Bormittags von 11—1 Uhr Frühschoppenvorslellung bei freiem Eintritt. Mtttwoch Den 29. 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Reinig ?« Metkäufvh KW-^WWM Aug."Waag Seltersweg 60 und B«a Kreuzplats 6. STIL"™ I ö TageS-Ordnung : 1. Jahresbericht über die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Geschäftsjahre. 2. Rechnuugsablage. 3. Vorstandswahl. 4. Stellung des Vereins zur Kanalgebührenordnung. 5. Das Gesetz über die Wertzuwachssteuer. 6. Haftpflicht. , Kräftige Arbeiter, welche als Former Hereits gearbeitet haben, oder dasselbe erlernen wollen, finden dauerrtde Bcschästignng "WS 'hei Sommer- und Winterbetrieb• 419 Scheidhaner & Gießing A.-G Fabrik seuerjcster Produkte. Mainzlar. giTWBMM MlWUMfiTMiW1 fl 11TO I Kragen Serviteurs | Manschetten | Manschetten- " Knöpfe W Lichtung: Gelegcnhcitskaui! hsnarirnhiiljuew°g-" Verkleinerung der Zucht von heute bis Sonntag ä Slck. 2 Hilt- billiger, schon von 5 Mk. an. Gebe noch 4 Tage aus Probe unt Garantie. Hunermund, WolLengasse 19. 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Möbel etc. als: Spiegel, Rohrstühle, 1 großer neuer Werktisch und andere Tische, Nachtschränkchen, Waschkommode, zwettnr. .^leiderschrank, Borhänge mit Roleaux, 1 Waschgarnitur, 1 ^chuel;- korb, 1 Spazierstock mit Silbergrist, 1 neue silb. Taschenuhr und 3. i"Pserd7^Schwein, 1 Jagdhund, 2 Braecks, 1 Halbverdeck, ea.1000Dielen und Waschpfatften, 3 Drehbänke, 24 Hanoelswagen, 1 Eisfchrank, 1 Rollschreibtisich mit Sessel, 1 Plüschiofa, 1 T>uffet und andere Sachen. t L t Die Verstcigeruna zu 1 und 2 findet bestimmt »att. gjßj Born, Gerichtsvollzieher tu Giehen. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförfterei Lich. Montag, den 27. Januar, vormittags 9Va Uhr Ln Distrikt Meilbach: , Bcheiier, Jin:.: 490 Bnchen,2 Eichen; Knüppel, Rm. s98Buchen,17E i ch e n; Blöcke, Rm.: 157 Buchen, 16 Eichen; Reisholz-Wellen: 4120 Buchen, 280 Eichen. x S Eichen Stammholz = 0,49 Fstm. (26 «. 29 cm. Durchm.); A3 Buchen-Stanimbolz = 24,94 Fstm. (40 bis 5a cm. Durchm., 4 bis 8,8 Mtr. Länge); 17 Erlen-Stammholz -- 3,97 »lim. «20 bis 24 cm. Durchm.); 3 Elzbcer-Ttammbolz 1 0,80 Fstm. »22 bid 24 cm. Durchm.); 1 Fichten-Stammholz — 2,15 Fstm. »38 em. Durchm., 19 Mtr. Länge); 12 Fichten - Stammholz 2,05 Fstm. (13 bis 17 cm. Durchm.); 9 Fichten-Derbstaugen = 0,95 Fstm. (9 bis 12 cm. Durchm.). Die Bnfammenkunft ist auf der Straffe Lich - Hattenrod, ivo dieselbe vom Bicmalweg Burkhardsfelden-Sriederbessmgen gekreuzt wird. Fast alles Nutzholz kommt bei Beginn der Bersteigerung aum '^^obot.^^ 28< Januar, vormittags 9V2 Uhr "‘H Scheitert Rim: 379 Buchen, 4 Eichen, 11 Nadelholz (Kiefern); Knüppelholz, Nm.: 116 Buchen, 44 Eichen, 10 Nadelholz; Stockholz, Rm.: 157 Buchen, 3a Eichen, 12 Sladelholz; Reisholz-Wellen: 7760 Buchen, 1880 Elchen, 2360 Nadelholz (fast ^^Is'^Eickicu-Stammholz — 3,36 Fstm.; 52 Fichten-Stamm- Dolz -- 11,51 Fstm.; 136 Fichteu-Derbstangeu - 7,26 »ftm. Die Zusammenkunft ist auf der Hauotichneme tm Höler, nahe -dem Ausgang nach Htd) zu, wo Wingerteweg und Hauptschneitze fch kreuzen.__£-11 iioiiipiette Htaikliiühiie für Vereine und Gesellschaften zu verleihen evt. zu verkaufen. [412 Näh. K. Hollmann, Noonstr.32, H. jUeitchellieim. Haus mit Laden, zwei 3 - Zimmer - Wohnungen in bester Gesckiäftslage des £)i*tcß zu verkaufen. ..,438 Näheres Heinrich Krock V. diimist billig abzugeben, t0320 Steinstr. 69, p. Gr. preiswert zu verkaufen. >0338 sliäheres in der Geschäftsstelle des Giehener Anzeigers._______ Eine Staute Mist zu verkaufen. 422j Rujstfcher-Hof. Grötzere auswärt. Fabrik sucht- mit 50000 bis 100000 Mk. Gesamts jahresgewinn 30000 Mk. Ganze- Produktion auf Fahre verschlossen daher risikofrei. Anfragen unt. 364 von Selbst- restektanien an die Exved. d. 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Die Bauzeit (Anlage uild Betrieb der Pflanzung bis zum Eintritt ergiebiger Ernten- erstreckt sich aus die Jahre 1908 bis 1911. Vom 5. Jahre (1912) ab tritt an die Stelle der Bauzinsen die Dividende. 3. Organisation der Gesellschaft. Die heimische Verwaltung der neuen GeseUichast wird von derselben Zentralstelle aus er'olgen, die bereits die Verivaltung einer Reihe anderer kolontalwirljchaslltcher Unlernehmtingen um- sagt (Samoa-Ztauischuk-Eompagnie, Bornev-Liauisd)ul°k§ompagme, Kamerun-Laulschuk-Eompagnie und Saiaia-Sainoa-Ecsetischail). Es stehl der neuen Gesellschaft von Ausaug an nicht mir ein entsprechender Verwaltung apparat zur Versügung, sondern es koillinen ihr auch die vieliachen Erfahrungen und Beziehungen der Zentralstelle zu gute. Für die sachgemäße Betriebsleitung in Ostafrika ist nach jeder Richtung hin vorgesorgt worden. Vorstand: W. Mertens, Generaldirektor. Dr. S. Soskin, Agronom. R. Schultze. Aufsichtsrat: A. Thomsen, Admiral z. D., Riel, Vorsitzender. C. F. W. Birg- feld, Hamburg. Konsul W. Gaedertz, Lübeck. Direktor H. Gremmler, Friedenau. 5vommerziciirat L. Heyl igenftaebt, Gießen A. von Rosenberg-Gruszczynsk,, General z. D., Polsdain. Freiherr H. von Salmuth, Oberst a. T., Karlsruhe. Kommerzienrat Th. Sproesjer, Stuttgart. Professor Dr. O. Warburg, Berlin. Technischer Beirat: Professor Dr. C. Uhlig, Berlin. Pilanzungsleiter: Fr. Meinhardt, Gomba bei Makuyuni in Deutsch-Ostasrika. 4. Gegenstand des Unternehmens. Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, die Anlage und der Betrieb von Pflanzungen in Deuisch-Sfta'rika, insbesondere die Kultur von Sisalhans, Kautschuk und Baumivolle. Hierzu sind vom unterzeichneten Syndikat mit Unterstützung des Kautschuk- lkullur-Syndikats die Vorarbeiten geleistet worden. Es wurden be- Pflanzte und unbepflanzte Ländereien gesichert, welche die neue Gesellschaft »rach ihrer Wahl kaufen oder pachten kann. Diese Ländereien liegen in West-Ksambara unwert der Station Makuyuni der Eisenbahn Tanga—Mornbo, 114 km von dem Hasen Tauaa .entfernt. ( Das vorzügliche Gedeihen von Sifalhanf, Kautschuk und Baumwolle i|t durch den Betrieb der in dem zur Wahl stehenden Gebiete belegenen Pflanzung Gomba rmd durch die erfolgreiche Tätigkeit ihres srüheren Besttzeas Brunn Hoss nachgeiviesen worden. Tie von uns zu Rate gezogenen Kenner des Landes und der im Austrage des Kautschuktultur-Syndlkats nach Oslairika entsandte Vertrauensmann beslätrgen die günstige Lage und Bejchasienheil jener Ländereien. Für den bisherigen Betrieb und seine vorläusige Ausdehnung veriügt das Unternehmen über einheimische Arbeiter, die größtenteils aus der Umgebung stammen. Sollten diese später nicht mi5- relchen, so rvürde die starke arbeitsame Bevölkerung aus dem Seengebiet Ostasrikas herangezogen werden können. 5. Aussichten der Sifalhanf-, Kautschuk- uud Baumwollkultur. Die Verwendung von Sisalhans zur Herstellung von Seilen, Stricken, Bindiaden, Sacken usiv. ist allgemein belannt. Weniger bekannt dürste es dem großen Publikuttl sein, daß der Sijalhani Deutsch-Oslairikas bem Manilahan' fast gleichlommt. Die immer steigende Verwendnug des Sisalhan'es drückt sich in den Verbrauchs- zahlen der Jahre 1893 bis 1903 aus: Wahrend 1893 50 0001 Sisal- hans verbraucht rourben, stieg der Weltverbrauch 1903 aus 100 000 t. Deulsch-Lstairika »iitjrte 1901 204 und 1906 schon 18201 aus. lieber die guten Aussichten der Kautschukkullur in Deiftsch- Ostasnka werden ebeniaUS keine Zwci'el gehegt. In erster Reihe kommt die Kultur der in Deutsch-Osiasrila vorzüglich gedeihenden Hani bot Glaziovii in Frage, die mir auch für das geplante Unternehmen in Aussicht genommen haben. Tie deuisch-oslauilanijche Baumivolle hat die Eigenschasten der ägyptischen und erzielt demenlsprechend hohe Preise. Als Zwischenkmiur in den S.sal- und Kaulschukpflanzungeii angebaut, luirit die Baumivolle bedeutende Erträge ab und zwar schon im ersten Betriebsjahr. 6. Rentabilität unseres Unternehmens. Tie Rentabilitätsberechnung bietet Anhaltspunkte sür die Entwicklung des llmeuiel)men§ und die Verzinsung des hineingeilecklen Kapitals. Im vorliegenden Falle sicht sic aus den von eigenen und rcmden Unternehmungen gemachten Erfahrungen. Wir habeii es iür richtig gehalten, nut niedrigeren als den gegcniüärttgen Preisen der in Frage kommenden Erzeugnisse zu rcchueii und die Unkosten Höher einzusetzen, als den bisherigen Ersahriliigssätzeii enlspiicht. 91 ad) der in unserer Tenkschrist ciithaltenen anssührlichen Berechnung geben wir folgende kurze Zusanimenfassung: 1. bis 4. Jahr: Eingezahltes Kapital 1 600 000 vH Ernte des 1. Jahres . 79 200 „ „ „2. „ 183 750 „ „ „ 3. „ . . 288100 „ „ „ 4. „ ........ . 500 500 „ 2 651 550 vH Anlage und Betrieb der Pflanzung einschließlich Bauzinsen ......... . 2 351 500 „ Ueberschuß für Rücklagen und als Betriebsreserve . 300 050 vH Jahr Ernte Betrieb Jl Gewinn Jt Reserven und Tantiemen vH Divi-- benben % 5. 651 000 485 000 166 000 23 840 8 6. 733 750 510 O00 223 750 63 750 10 7. 921 250 578 000 343 250 151 250 12 8. 1 108 750 640 000 468 750 228 750 15 9. 1 271 250 694 000 577 250 289 250 18 10. 1 408 750 739 000 669 750 333 750 21 11. 1 477 500 762 000 715 500 315 550 25 7. Die Aussichten für den einzelnen. Aus eine Aktie von 1000 vH sind nach unseren Zeichnungsbedingungen bei der Zeichnung 50 vH, bei der Zuteilung 200 vH einzuzahlen und den aus im Lau'e der Jahre 1908, 190», 1910 je 250 JL. Bei einer Beteiligung in Höhe von 10 000 vH betragt die Einzahlung bei der Zeichnung 500 jH, bei der Zuteilung 2000 vH und die jährliche Leistung in den genannten drei Jahren je 2500 JC. Diese 'Betidge werden m den er।len 4 Jahren mit 4°/0 verzinst Bauzinsen). 91ad) 5 Jahren werden nad) unserer Berechnung die angelegten 10 UOJ vH voraussid)tlid) eine Dividende von 800 nad) 11 Jahren eine solche von 2öu0 JL bringen. Eingehende Darlegungen mit Plänen, Abbildungen und Berechnungen werden auf Wunsch kostenfrei zuge- j and t. Zeichnungen werden angenommen oon der Firma W. Mertens & Co., (d. m. b. H., Berkin W. 9, Königin Augustastr. 14. Einzahlungen: An die Kasse der genannten Finna (Kassenstunden 9-4 Uhr) ober ans deren Konto bei der Deutschen Bank, Deposilenkasse C, Berlin W. 9. Berlin, 19. Januar 1903. Oftafrikanisches Pflarrzrnrgssyirdikat G. m. b. H. Zeichnungsschein. Ich zeichne hierdurch auf das Grundkapital der zu errichtenden Ofiafrikanischen Pflanzungs-Aktiengesellschaft---zum Nennbeträge auszugebende Aktien von je 1000 Mark, zusammen----Mark, und zahle gleichzeitig 5 % des gezeichneten Betrages an die Firma W. Mertens & Co., G. m. b. H., Berlin W. 9, Königin Augustastr. 14, oder auf deren Bankkonto (Deutsche Bank, DepositewKasse 0, Berlin W. 9), ein. Weitere 20 % werde ich bei der Zuteilung leisten, den Nest in Raten nach Bestimmung der Gesellschaftssatzung und auf Ansuchen des Gefellschastsvorstandes. An diese Zeichnung halte ich mich für sechs Monate gebunden. ------------------- den 1908. Herren M. Wertens & Co., G. m. b. H., Berlin W. 9, Königin Augustastr. 14. 149 * - ’■ ~iir,' um r ■um in 1 iiimiim i ■■■■■ — BetaunruruHung. ES wird hiermit Folgendes zur öffentlichen Kenntnis gebracht: 1. Unsere Gerichtsschreiberei ist täglich (mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage) vormittags von 10—12 Uhr für die RechtSsuchenden geöffnet. 2. Als Amtstag wird der Donnerstag jeder Woche und zwar von vormittags 8—12 Uhr nnd nachmittags von 2—6 Uhr vorbesummt. 3. Für Grundbuchssachen ist der Dienstag jeder Woche von vormittags 8—12 und nachmittags 2—6 Uhr festgesetzt. Außerhalb der angegebenen Zeiten hat — dringende Fälle ausgenommen — niemand Anspruch auf Anhörung bei Gericht. Hungen, den 4. Januar 1908. _ ___________Großh. Amtsgericht.__________________fB18/, Bekanntmachung. Betr.: Die Stiftung der Frau Hviger^lsrat von Krng und ihres Sohnes des Hofgerichtsrat i»r. Llarl von Krug. Die diesjährigen Zinsen aus der Krug-Stiftung sollen an 12 arme bet Sladl iHußen nut je 20 Mark vergeben werden. Bewerbungen fniö bis zum 15. Februar 1908 schriftlich oder mündlich bei bem Armenamt, Reueubüue 25 Zimmer 9ir. 2 vorzubrrnacn Gießen, den 17. Januar 1908. Bis, Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 1 __________________Mecum. Aezirkssparstasse Kietzen. Die am 1. Januar l. I. fällig gewesenen Zinsen von ansgeltehenen Kapitalien können nur noch in den nächsten 8 Tagen ohne Losten bezahlt werden. Gießen, am 18. Januar 1908. Bezickssparkasse Gießen. Doering. •i BekanuLruachuug. Vetr.: Die Stiftung des GemeiuderatsmitgliedS Friedrich Lony senior. Die diesjährig, n Zinsen auS der Lony-Stiftuug sollen an 8 Arme der Stadt Gießen mit je 20 Mark vergeben werden. Bewerbungen sind bis znut 15. Februar 1908 schriftlich ober mündlich bei dem Armenamt, Neueubäue 25, Zimmer Ar. 2 einzureichen. Gießen, den 17. Januar 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________Mecum.________ BckttnrUuurchrmg. Die Üduigliche Elsenbahndlreltlou Frankfurt a. M. hat um die sandeSpoüzeiliÄe Genehmigung Dafür nachgesuän, u. a. daß der au der Bahnlinie Gicßeu-Fulda in km. 5,1 Gemarkung Gießen l>° lcgene Wegübergang während der Nachtzeit, im Sommer von 10 Uhr abends bis 4 Uhr morgens, im Winter von 6 Uhr abendS bis 8 Uhr morgens, geschloffen gehalten werden kann. E.nwenduugeu hiergegen können von den Jutcrefsentcn bis 20. d. M. bet Meiduug des Auofchinsses bei der uuter- zeichneteu Bürgermeisterei vorgebracht werden. Gießen, den 18 Januar 19i8. Großh. Bürgermeisterei Gießen. M ecu in. jjn/ Hoizverfiergerurru. Freitag dc>l 24. d. Mts., vormittags von 9 Uhr an, soll im hiesigen Gemeindewald, Distrikt Uirschbaum, nach»' verzeichnetes Holz versteigert werden: 43 Eichen-Slämme mit 8,81 Frn., 28 Fichten-Derbstangen nut 2,97 Fm., 178 Rin. Buchen-Scheit, 62 Rrn. Buchen-, 21 Rm. Eichen-, 6 Rrn. Fichten-Knüppel 2100 Wellen Buchen-, 550 Wellen Fichten-Retser, 38 Rm. Buchen-, 17 Rrn. Fichten-Slock. Großen-Buseck, den 17. Januar 1908. Großh. Bücgermeisieret Gcoßen-Buseck. Schwalb. 424 Holzversteigeruug. Donnerstag, den 23. d. Mts., von Vormittags 9V2 Uhr an kommt im Beucrner Gemeindewald in den Distrikten Mark, Buchberg und Entenpfuhl nachverzeichnetes Holz zur Versteigerung: 36 Km. Buche Scheit 8 „ Eiche 36 ,, Kiefern „ 104 „ Buche Knüppel 23 „ Eiche , 93 „ Kiefern und Fichte Knüppel 168 n Buche Reiser 62 „ Eiche 143 „ Kiefern „ 20 „ Buche Stock 16 „ Eiche „ 25 „ Kiefern „ 17 „ Fichte Die Zusammenkunft ist an der Kreisstraße Allertshausen. Beuern, den 17. Januar 1908. Großh. Bürgermeisterei Beuern _________________________Otto._____________________[431 Nutz- und Biennhvlz-Berkauf der Königl. Obersörstcrei Krofdorf. Mittwoch den 29. Januar, vormittags 10 Uhr, kommen im Freundscheu Saale in Krosdorf zum Berlaus: Schutzbez. Ärosdorf: Disir. 3 Homberg — Eiche: 7 Rm. ünüpp , 6^5 Rm. yieij. Fichten: 3u tiod. Stämme Nr. 496 — 525, 141 Stg. II, 77 Stg. III, 12 Rm. Scheit, 14 Rm Änüpp. dieser: 1 Rm. Schichtnutzh, 20 Dirn. Reis. Tistr. 10 Dieb-kaut und 11 Frohnbachskopf = Eiche: 2 Rm. Scheit, 5 Rm Reis, Buchen: 291 Rm. Scheu, 20 Rm. Knüpp., 452 Rm. Astreisig, 8u3 Rm. Durchforst, Reis — Disir. 14, 15, 16 Ureuzschläge — Eichi^ 15 Rnu Scheu, 2 Rm. Knüpp., 65 Rm. Avis. Buchen: 427 Rm. SchM, 31 Rm. Shtüpp., 710 Rm. Reis. B‘a/t