Nr. 270 Dn ©teBtnet Anzeige» erlebend tdghd), außer 6onntag6. - Beilagen: Die t maI wöchenküch SlebenerZamiltendlätter, eroeunul roöcbcnfl.Kreis» blatt für den Kreis Liehen (Dienelag undJreiiag, zweunal monatl Land» »trtfd)af!lld)t Seltfragen ßernlpiccb • Anschlüsse r |üi Olt rnedaklion 112, Verlag u. Expedition 61 tUnefle lüt Depeschenr Anzeiger Gtcße«. Lnnayme von Anzeigen füi die Lagesiuiiiiiner biß vormittags 10 Uhr. Erstes Blatt 158. Jahrgang Montag 16. November 1808 Botationsörud and Verlag der vrühl'sche« Untv.-Vuch- und Steindruckerei B. Lange. BedaMon, Expedttton und Vruckerei: Zchnlstratze ?. SKMKU Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Bezu gvprct Zr monatlich 75 BI., viert el- lährllch Ml. 2.20; durch '.Ubbole- u. Sroeiqitellen monaihd) 65 'Bf.; durch Vie Bost 'Bit. 2.— Dtertel* fährt ausschl. ibeiieUg, yedenpreifl: total 151% aus,varls 20 Blenntifr Berantwortlich für den polinlchen fett, füi »Feuillelon* unb . Bernnlchles' Ernst Slnöerlon, tür »Stadt u. Band* und „(ßencbtd- tnal" E. Öcb, un den Anzeiaenteil p. Peck. ■L_ 1 _ - -L1 LJ .UL"! Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten. Der Kaifcr von China t. Der junge, seit Jahren schwer leidende Kaiser von China ist am Sonntag gestorben. Der Kaiser zeigte kurz vor seinem Tode deutliche Anzeichen von Geist.'sstöcung. Die Verschlimmerung im Bejinden der Kaiserin-Witwe soll durch die Erschütterung verursacht worden feilt* die sie beim Anblick des sterbenden Kaisers erlitt. Nur eine Scheinherrschaft war eS, die dieser Kaiser führte, in Wahrheit übte ja die Kaiserin Witwe Tsutsi als iRegcntin des Landes das ^Regiment aus. Ein sreudenloses Dasein hat der bisherige Kaiser getriftet, nach kurzer persönliche Herrschaft, in welcher er als Volksbeglücker auszutrelcn verbuchte, entriß die Kaiserin Witwe das Zepter seinen schwachen »änben, um ihn zur Tatenlosigkeit zu verdammen, und selber mit kräftiger Hand die Zügel der Negierung zu erfassen. Nach allem, was man über den Kaiser hört, hat dieser den Schlag nicht einmal so schwer empfunden, er war von je eine weltfremde Natur, ihm war die Besäiäftigung mit seinen Büchern viel lieber, als die Unter- zeichnung von Staatsdokumenten; überdies wurden ihm stets die seiner Kaiserwürde gebührenden Ehren zuteil. Seit Jahren kränklich siechte er dahin und die Kaiserin Tautai hatte freies Spiel. Anfänglich glaubte man, daß auf die freieren Regungen während der hirjen Herrschaft des Kaisers wieder ein völliger Rückfall in die allen Zeiten folgen werde, aber die Kaiserin- Witwe Tsutsi ist eine sehr kluge ftrau, die sehr wohl erkannte, daß c5 in der alten Weise nicht fortgehen könne, sondern, daß wirkliche Reformen nach europäischem Muster eingeführt werden mühten. Hierbei ging sie auch von dem richtigen Grundsätze aus, daß sich eine mchrtausendjährige Kultur nicht binnen wenigen Jahren mit einem Sclstage umstürzen lasse, sondern daß man ganz allmählich unter gebührender Berücksichtigung der heimischen öitten und sonstigen Verhältnisse vorgehen müsse. Bedeutende Reformen in der Verwaltung sind bereits eingesührt, und ebenso ist in der Armee eine gründliche Reform in die Wege geleitet wordeu. Verschiedene Kommissionen weilen in Europa um ein» gebenbe Studien zu machen und später ihre gesammelten Skennt- nisse in der Heimat zu verwerten. Wenn man aus diesem Wege sortschreitet, dann wird man sicher auch etwas erreichen. Die Frage ift wie sich die Dinge in China jetzt gestalten werden. Prinz Tjchun ist zum '.Regenten ernannt morden, während sein Sohn zum Thronerben erklärt wurde. Prinz Tschun war es, der vor sieben Jahren die chinesische Sühnenmission nach Berlin führte, sonst weist mtin im allgemeinen nickst allzuviel von ihm und ntttn wird daher das weitere abwarten müssen. Liegt die Gestaltung der Dinge doch nicht lediglich an ihm, sondern da- «m, nüe das Volk den Thronwechsel aufnimmt. In halb- 8-ivilisierlen Ländern pflegen derartige Ereignisse meist ucckst ohne innere Wirren abzugehen, und es wäre auch in diesem Falle keineswegs ausgeschlossen, dast sich etwas ähnliches wieder in China ereignet. Die Alandschu-Dynastie erfreut sich überhaupt nicht sonderlicher Popularität und speziell im Süden herrscht eine starke Strömung gegen sie; auch der Süoen ist eS ja, in dem sich alle Augenblicke Unruhen ereignen. Allerdings darf man nicht vergessen, dast in den letzten Jahren doch eine gewisse Konsolidation Platz gegriffen hat, eine Reihe einsichtiger Gouverneure haben sich eifrig des Refocinwerls angenommm und die ihnen unterstellten Provinzen ein gutes Stück vorwärts gebracht. Man darf daher der Hoffnung Raum geben, dast, falls wirklich Erschütterungen ein treten sollten, diese doch für den Bestand des chinesischen Reiches keine besonders nachteiligen Folgen haben lueite». Welche Folgen auf dem Gebiete der auswärtigen Politik der Thron- roedjel haben wird, lässt sich in diesem Augenblick im Hinblick darauf, cast der Regent ein utweschricbencs Blatt ist, in keiner Weise übersehen. . Wie in Tokio inbezug auf den Tod des Kaisers von China mitgeteilt wird, will Japan nur int Einvernehmen mit den übrigen Mächten in China vor gehen unb selbst, wenn dort Unruhen entstehen sollten, werde Japan keine Maßnahmen treffen, ohne vorher die übrigen Mächte befragt zu haben. * Peking, 16. Nov. (Reuter-Mekdung.) Die Kaiserin- Witwe ist gestorben. Stimmungsbild aus dem Reichstage. Berlin, 14. Nov. Ursachen und Folgen der Wirtschaftskrtfis. Die traurigen Meldungen vom westfälischen Grubenunglück beeinflustten auch die heutigen Verhandlungen. Nahezu alle Redner flochten in ihre Erörterung der Ursachen und Folgen der Wirt- schaftstrisiS und der Mastnahmen zur Abhilfe mehr oder minder temperamentvolle Bemertungen ein über die Frage der Schuld an der Katastrophe, und auch der Empfang des Kaisersohncs durch die erregten Kameraden und Angehörigen der Verunglückten wurde von dem radikalen Polen Brejsci entsprechend ausgebeutet. Der Präsident liest den Rednern weilen Spielraum, indem er auf die begreifliche Stimmung der Arbeitervertreter Rücksicht nahm. Aber man stimmte allseitig dem Staatssekretär v. Bethmann-'Hollweg zu, dast im Augenblick eine ersprießliche Erörterung dieser Angelegenheit nicht möglich sei, und beschied sich schließlich in Erwartung der demnächstigen Besprechung der Interpellationen. Tie gestrige Aussprache wurde heute durch die Redner der Wirtschaftlichen Vereinigung 2r. Böhme und Behrens, den jetzt der konservativen Partei zugehörigen Bündlerchef Dr. Hahn, die soz:aldemokratisä>en Gewerlfchastsjührer Sachse unb Sev e- r i n g und den Zentrnmsgewerkfchaftlcr Becker (Arnsberg? weiter- gesponnen und die polemischen SluSfübrungen der Redner der Rechten riefen auch den '21 bg. Gothein noch einmal auf die Tribüne. Neues trug niemand von ihnen mehr vor. Auf gelegentliche Bemerlungen von gestern wurde mit Auseinandersetzungen über Freihandel und Schutzzoll, Agrar- und Industrie- Politik, Bodenreform und Verstaa:lick)nng erwidert. Schließlich nahmen auch diese akademischen Erörterungen und damit die Besprechung der Interpellationen ein Ende. Aus den Erklärungen der Regierung, die Herr v. Äethmann-Hollweg durch weitere Darlegungen noch bekräftigt, kann man die Gewißheit entnehmen, dast von den zuständigen Stellen nichts versäumt wird, um die Folgen der gewerblichen Stockung für die Arbeiterschaft so erträglich wie möglich zu gestalten. Die wirtschaftliche Depression selbst wird durch die Interpellationen wohl kaum beeinflußt werden, und es durfte auch von manchem der anderen Kcdner gelten, was während der von seinem Standpunkt aus sehr geschickten Rede des Dr. Hahn von einer sozialdemokratischen Bank zur Tribüne herauftlang: Wenn der Hahn kräht auf dem Nist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist! parlamentarifd?cs- Diehseuchenkomm»ssion. Heine vormittag hielten saft alle Fraktionen des Reicvslciges Sitzungen ab. Dover wurde bie auf heilte auberaitmle Sitzung der Auioinobilkoimnislion abbcfteUl. GS tagte nur die Viehfenchenkommissiou. § 44 a lautet nach der Vorlage: „Für einen versengten Ort ober einen bestimmten ge- 'äljrbcien Beziik kann der Verkehr von Personen aud) in Räumlichkeiten tGehöit, Stall, Standort, Ho raum. Weideslöche, Vteh- ansslellling, Maikiplatz ufw.l, in denen sich für die Seuche emp'äng- liche Tiere befinden, beschränkt oder tn'oiDCit ausgeschlossen werden, als er nicht zur Wartung und Pflege des Viehs er'orderllch ist.' Ein Antrag auf Streichung des Wortes Gehöft rourbc abgelehnt, dagegen hmzugefügt: .Sowie zur E nbrmgung der Ernte'; hierauf soll also bei Erlast des Verkehrsverbots aud) Rücksicht genommen werden. Weiter wurde auf Antrag der Rouferuüiioen dem § 44u folgender Absatz hmzl,gefügt: .Innerhalb eines gefährdeten Bezirks dürfen iinbeschadet der nach den allgemeinen Voischrliien Auläifigcn Beschränkungen des Verkehrs mit Tieren öfsemltche Wege ooruber- gehend gcgcii den Verkehr auch von Personen gesperrt werden, wenn dadurch die Brnutzniig von Tieren, die einer Sperre (§ 22) unterliegen, zur Feldarbeit oder der Auftrieb solcher Tiere auf die Weide ermöglicht oder erleichtert wird.' Tie nächste Sitzung bei Kommission ist unbestimmt. politische «Jaacsi^au. Tie innere Krisis. Die Norddeutsche Alig^meme Zeitung beschäftigt sich in ihrer Wocl-en-Rundichau mit den 3ieick)stags-Vrrhandlungcn über das Kaifev-Julcrvrew unb sagt in diesen i-iusführungen u. a.: Mehrfach wirb Bedauern darüber geäußert. dast Fürst Bülow am zweftrn Tage des Diskussion nicht mehr das Wort ergrisscu hat. Es konnte nicht der Wunsch des Reichskanzlers sein, durch erneutes Eingreifen in die Diskussion noch 'oie Möglichkeit der Verlängerung bet)ciben um einen dritten Tag herbcizusuhrcn. Wir glauben nicht, der Sache einen Dienst -zu tun, wenn wir gegenwärtig t-ol)cr auf Rekriminationen eingeben wollten. Der Schtverpunkt der Situation liegt in der Besprechung, die der Kaiser am MoiUag mit dem Fürsten Bülow Haden wird. Ihr Ergebnis warten wir in Ehrerbietung vor der Krone und in dem Wunfck-e ab, dast es bald gelingen möge, zwischen Kaiser und Volk das alte Verhältnis yertzlichcn Vertrauens in vollem Umfange wieder herzustellen. Zu dieser Besprechung in Kiel wird es nun, wie an anderer Stelle mitgetcibt mürbe, nicht kommen. Der Kaiser unb der Kanzler werden sich in Berlin sprechen. Dem B. T. zufolge lösten in der vierstündigen Sitzung des Bundesrats-Ausschusses die Vertreter der Bundesstaaten Einspruch gegen die Rundreise-Politik, die seit einigen Jahren bei uns üblich ist, erhoben. Die hahen den entsch'ed-.'.en.Wunsch geäußert, der Kaiser und die Vertreter der ausmärltgen Poliric möcksten nicht anbaucTito aus verichiedcnen Weligegeuocn regieren, haben audj über das viele Festefeiern einige Bemerkungen gemacht unb haben ben Fürst.u Bütow ersucht, dem Kaiser diesen Wunsch der Bundesstaaten &u überbringen. Graf Hülfen Häseler r. Jftmitten einer fröhlichen Festlich leit ist der General- abjukuit des Kaiers.und Chef des Militärkaüinetls, Graf v. Hülstn-Häseler am Samstag abend p.östlich infolge eines Schlaganfalls gestorben. Der Graf hatte noch morgens dem Kaiser Vortrag gehalten unb bann ben ganzen Tag munter unb frisch aus der F-uchsjagb verbracht. Auch bei dem geselligen Zusammensein am Abenb fühlte er sich burch- aus wohl. Es geschah ohne jebes Zeichen eines bevorstehenden Anfalls, baß er plötzlich mitten im Streife ber Gesellschaft um siel unb aus seiner Ohnmacht nicht roieber erwachte, obwohl ärztliche Hilsc sofort zur Stelle war. Gestern, um 10 Uhr vormittags fanb im großen Saale bes Schlosses, wo bie Leiche bcs Grafen von Hül,en-Häfeler aufgebahrt war, ein Trauergottesbienst statt, an bem ber Kaiser teilnahm. Nach ber 'Feier legte ber Kaiser einen .Kranz nieder. Der Kaiser war auf bas höchste bestürzt. Als ihm bie Trauerkunbgebung gebracht würbe, eilte er an bas Bett bes Grasen unb sank bort nieber. Alle Festlichkeiten würben sofort ausgehoben. Der Kaiser hat, wie bas „Berl. Tagebl." erfährt, infolge bes plötzlichen TobcS, ber den Chef des Militärkabinetts Graf Hülsen-Häscler ereilte, bie Reise nach Kiel zur Rekrutenvercibigung unb zur Besprechung mit bem F-ürsten Bülow ausgegeben. Der Reichs- läuzler hat insolgebesfen seine Reise ebenfalls aufgegeben. Der Kastor wirb heute in Donaueschingen.bleiben unb Dienstag in Berlin eintreffen. Die Besprechung mit bem Fürsten Bülow wirb bann im Berliner Schlosse srattsinben. » Großfürst Alexis von Ruhland f. In Paris ist am Samstag früh ein Onkel be§ Zaren, ber 57 Jahre alte Großfürst Alexis am Herzschlage, infolge eines Lungenlcibens gestorben. Ter verstorbene Großfürst war zur Zeit des russisch-japanischen Krieges Großadmiral der russischen Flotte, unb nach ber unglücklichen Schlacht bei Tschufchima entlub sich aus ihn ber Unwille bes gesamten Votkes. Dian machte ihm, nicht mit Unrecht, ben Vorwurf, baß die Mißwirtschaft in ber englischen Marine allein durch seine Sck-ulb eingerissen sei. Der Großfürst mußte feinen Posten aufgeben unb Rußland verlassen. Es hatte sich nämlich in der Tat herausgestellt, daß Großfürst Alexis, ber als Lebemann noch größer war als in seiner Admiralseigenschaft, bie für ben Bau eines russischen Schlachtschiffes bestimmte Summe dazu verwendet halle, seiner Freundin, der sehr schönen französischen Sck-auspiele- rin Fräulein Barletta ein Perlenkollier unb anbere Schmuckslücke zu schenken. Es war zu einem öffentlichen Stanbal gekommen. Fräulein Barletta, bie bem sranzöfischen Theater in Petersburg angehört hatte, würbe bei ihrem Erscheinen in einer Loge vom Publikum cmsgepfiffen unb mußte am nächsten Tage über bie Grenze geleitet werben. Auch Alexis verließ alsbalb Petersburg und zog sich nach Paris zurück, wo er bereits vorher ben größten Teil bes Jahres verbracht unb auch eine eigene Wohnung innegehabt hatte. Auch in Monte Carlo gehörte ber (Großfürst zu ben bekanntesten Erscl-eirmngen bes Spielsaales. Ter Großfürst war mit einer Tochter des Dichters Schukowsky verheiratet, bie Frau nxrr aber frühzeitig gestorben. Tie löctner Konvention. Nachdem bie Unterzeichnung des neuen Vertragsiustcumentcs der Berner Konvention zum Schutze der Werke der Lttecatur unb Siünst im RcickStagsgebaude staltyesunden Hal, miirden am ^air.s- tag in der fünften Plenarsitzung die Protokolle der letzten cikuingcn genehmigt. Hierauf wurde die Skonferenz von Berlin von ihrem Präsidenten v. Studt für beendet erklärt. Das neue Vcrtrags- in ihm ment enihäli 30 Artikel. Sie behandeln hauptsächlich sol- gcnde Punkte: Gleichstellung des Ueberietzungs.echtcs nut bem yieditc am Crininaliüerfc, Einbeziehung der potittschen Zeitungsartikel in den Schutz, Skicitigung des musikalischen AussülirungS- vvrbchaltcS, Sck)utz gegen die Wiedergabe von Köinppsttwncn mittel» mechaniscljer Musikinstrumcnle unter Berücksichtigung der ivohlerworbenen Reckpc der Fabrikanten, Schutz der Merke der Literatur und Sttinst gegen die Wiedergabe durch Slineniatographen, andererseits Sck>utz der Originale kinematvgraphischer Merke gegen unerlaubte Wiedergabe, Feststellung der Wecke, die absoluten Schutz genießen, Beseitigung der Formalitäten innerhalb des Ber- pandcs, Unabhungigkeit des SckMtzcs in ben übrigen Vertrags- staaten von den gesetzlichen Borfchciftcn des Ursprungs.andes, joroie einlxitliüjje SckMtzinst Von 50 Jahren unter Voruehalten für diejenigen Vcrtragsländer, die kürzere Sckmtzftisten haben. Aus StaSt unS LauS. Gießen, 16. 'Jtooember 1908. ** Ordensangelegenheit. S. K. tz. der G r o ß - Herzog haben bem Gg. V!aus, Gefchüftssührcr in ber Teuisck-en Landwirtjchaiis-Gesellschaft zu Berlin,, bie Erlaubnis zur Annahme unb zum Tragen des iljm vom König von Preußen verliehenen Kronen-Orbens 4. Klasse erteilt ** Finanzpersonalien. S. K. H. der Großherzog haben den Hauptsteueramtskoiitrolleur bei bem Hauplsteucramt Gießen, Phil. W e i ß zu Gießen zum 5)aupt- Iteucramlsrendanien bei bem Stäupt ji euer amt Worms, ben Hauptileucramtskonlrolleur bei bem.Hauptsteucramt Mainz, Franz S ch c il ke l b e r g zu Mainz zum Hauptjicueramts-- cenbanlen bei bem Hai'prsteuerarnt Dingen unb ben Dczirls- kasscasjistenten Gg. Veit zu Darmstabt zum Buchhalter bei der Haupt staats lasse ernannt. Fo rsl person ali en. S. K. H. der Grobherzog haben den Forslassislenten Eduard Gro o8 zu Odenberg zum Oberförster der Oberförsterei Viernheim, sowie die Forslassessoren SI'qcI Thum aus Laubach unb Gustav Buß aus Butzbach zu Jorstassistenlen ernannt. ** Lanbw. Vorträge für Solbaten werden im Einvernehmen ber Regierung mit ber 26. Division auch in bem Winterhalbjahr 1908/09 wieder abgehalten, unb zwar in ben Garuifonert Darmstabt, Ostend ach, Butzbach, Gießen unb Worms. In jeher biejer Garnisonen werben 16 Vorträge gehalten aus bem Gebiete der Pflanzen-, Boben-, Tier- unb Wirlschaststunbe. Der erste Vortrag sinbct heute nachmittag von 5 bis 6 Uhr abenbs statt. Wegen der Vorträge in Mainz wirb vom Gouvernement bas Erforberliche veranlaßt. •* Erlebigt sind an ber Gemeindeschule zu Heusenstamm, zwei Stellen, von denen die eine mit einem cuang. Lehrer, die andere mit einer kath. Lehrerin zu besetzen ist. ""Bei ber Landesversicherungsan st altGroßh. Hessen sind ttn Oktober l. I. 2 5 1 Rentengesuche (233 Invaliden- und Krankenrentenanträge, sowie 18 Altersrentenanträge) eingegangen. Unerledigt wurden in den genannten Monat übernommen 349 Renlengcsuche, so daß 600 Gesuche in Bearbeitung standen. Es fanden Erledigung: 237 durch Rentenbewiüignng (217 Invaliden-, 7 Kranken- unb 13 Altersrentengesnche); 35 durch Ablehnung, weil unbegründet (23 Invalidenlentengefuche); 13 durch andere Weise — Zurücknahme usw. — (11 Invaliden- und 2 Altersrentengesuche), zusannuen 273, so daß 327 Gesuche als unerledigt ailf den RionatNovember übernommen werden mußten. Ferner wurden im Atonat Oktober l. I. 317 Anträge auf Beitragserstattnng gestellt, und zwar 273 infolge Heirat weiblicher Versicherter (H), 39 infolge TodeS oersicherter Personen (2) und 5 wegen Bezugs von UnfaQrente (11.). Unerledigt wurden in den genannten Monat übernommen 87 Erslailungsanträge, so baß 311 bearbeiten waren 404 Gesuche. Bewilligt wurden 234 Anträge (200 H. und 32 T, und 2 T.), abgelehnt wurden 19 Anträge (12 H., 9 T. und 1 U.). Unerledigt blieben 151ErslattungSanträge(113H., 29T.und9U ), die auf den Monat November übernommen wurden. — In welchem Umfange die Landes-Versicherungsanstalt Großh. Hessen Heiloeifahrenßkosten für ihre Versicherten übernimmt, ergibt sich aus noch tehenben Erläuterungen: Ende Oktober 1908 waren in den nachverzeichneten Anstalten untergebracht: in der »Ernst Ludwig-Heilstätte* bei Sandbach i. O. 110 Versicherte, in dec .Eleonoren-Heilstätte* Wmterkasten 79 Versicherte, in der Göttmannschen Heilanstalt in Reichelsheim 32 Versicherte, in Lindenfels 38 Versicherte, in Bad 91au- heiin 26 Versichette, in Bad Lippspringe 18 Versicherte, in der Dr. Lossenschen Älnstalt hier 1 Versicherter, in der Klinik von Dr. Grein 7 Versicherte, in Krankenhäusern, Kliniken unb sonstigen Anstalten 8 Versicherte, zusammen 319 Versicherte. -ft Lollar, 14. Nov. Gestern abenb hatten einige von auswärts stammende Arbeiter in der Gastwirtschaft und Metzgerei Hch. Moos V. den Geburtstag eines Slollegen gefeiert. Als nun heute morgen der Besitzer der Wirtschaft seinen Vichllall betrat, fand er den aus Krofdorf gebürtigen unb zu Wißmar verheirateten, in den 30er Jahren stehenden Arbeiter Becker tot vor. Wie der Genannte in den Stall gekommen ist, steht dahm. Eine gerichtliche Koniniission weilte bereits heute nachmittag hier behufs UntersuchunZ. Jedenfalls sind die Angehörigen, bezw. bie Familie, denen auf solch unerwartete Weise der Ernährer entrissen wurde, tief zu bedauern. --Lauterbach, 15. Nov. Unserem hessischen LandS-s mann, bem Kaiserlichen Gouvernement»-At$"y0 japau. Staatsanleihe 1?6 Conv. Türken von 1903 Türkenlose 1 % Griech. Monopol-Anl.. 456 äussere Argentinier . o°/e Mexikaner . . . 1 A °/o Chinesen . . . . sich iDibcripenitig zeigte/ aus einem volzhaufen einen Prügel ergriffen und ihn damit gezüchtigt, bis das Blut vom Kovse löü Seine Berufung begründete der Angeklagte damit, er hätte die Pflicht gehabt, den Jungen zu züchtigen; der eine Schlag, ben der Junge auf den Kobs bekommen habe, war von ihm nicht beabsichtigt, und die Wunde war auch nur sehr leicht. Diese Angaben schienen auch richtig zu sein. Das Gericht wandelte die Strafe in eine Geldstrase von 2s Mark um. Nieder-Gemünden. ----,, ---- Klmgelhöier-Alsfeld. Klasse 26: 3. Preis Koller-Bad-Nauheim Geräte: 1. Preis Lauterbacher Blechiabrik. Litt er a tu r: 1. Preis Scün-Grünberg Ztergeflügel. 1. Preis Jöckel- Ver- kaufsstellen durch dieses Plakat Handel. Budapest, 13. i'iov. -.e geiler Ungarische Cornrnercial- bank hat an die Deutsche Bunt in Berlin eine neue Serie von 4'/2 prvzcntigen £jügaiwnen der Ungarischen Lolatttsenbahncuf A. G. im Betrage von 211/4 Millionen Mark 5uni giöb’tenteile fix gegeben. Das bezügliche Pvospett wird in nächster Jeit bei der Zulassungsstelle in Berlin eiligereid)t werden. Es wird nach erfolgter Zulassung die Emission üieier SchuldversHreioungen durch >ie Deutsche Bank vorgenommen werden. . 218.50 . 112.90 LnnSwirt-chnft. ** Waldsamen und Waldpflanzenbezug. Die Landwirtschastslammer für das Großherzogturn Hessen beabsichtigt, kommendes Frühjahr den Bezug von Waldsamen und Waldpflanzen für Prioatwaldbesiber zu vermitteln. Als fpätester Termin zur Einsendung der Bestellungeii an die Land- wirtfchaftslammer ist der 15. Dezember vorgesehen. Zur ord- nungsmäbigen Durchführung und zur Vermeidung von unnötigen Sdjreifcereien werden zu diesem Zweck von der Landwirtschastslammer vorgedruckte Bestellkarten auf Wunsch kostenlos den Interessenten übersandt. Tie Waldsamen werden frei Poststation des Bestellers, die Waldpflanzen frei Bahnstation des Absenders geliefert. Die Privatwaldbefiher werden auf diesen Bezug besonders aufmerksam gemacht und gebeten, von dieser in diesem Jahre zum erftcnmale durchgeführten vorteilhaften Einrichtung regen Gebrauch zu machen. Airehttche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 16. November, abends 8 Uhr, int Lukassaale: Bibe l |'t u n d e.P'arrer B c ch l 0 lshe 1 m c r. Telefoiüsche Üursbericate Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 16. November, 1.15 Uhr. Eichener Strafkammer. Gießen, 13. Nov. Tie verkauften Bücher. Tie Fortsetzung Du oeu^u^-atg gegen den früher in einer hiesigen BuaHandlung beschäftigten Buchhalter W. -vH. aus Magoeburg ergab, daß er etwa 1000 Mark unterschlagen bot. Äese Summe setzte sich aus dem Erws von Büchern zusammen, den er, stall in die Lasse seines Prinzipals abzusuhren, in seinem Nutzen vvrwcndete. Ilm seine Veruntreuungen zu verdecken, nahm er Streichungen und AeiDerungen in ben Geschäftsbüchern vor. Entgegen seinem früheren Verhallen, gestand er noch mehr zu, als ihm nodjigetoieicn iverben konnte, xiiö unterschlagene Geld hat er grösstenteils zur Unterstützung Angehöriger und für Lotterielose verwendet. Er mürbe wegen sorige,etzter Unterschlagung und Urkundenfälschung zu 8 Monaten Gefängnis, abzüglich 6 Wock^n Unter, uchungshaft verurteilt. Tic Schwiegermutter. Einen gegenteiligen G;rivtg ent Mann aus einem Nachvawrt mit seiner Berufung. Er war wegen Beleidigung und Nötigung seiner Schwiegermutter angeklagt; das Schöffengericht verurteilte ihn icegeit des erstgenannten Deliktes zu 10 Nik. Geldstrafe und sprach ihn im übrigen frei. Er focht dieses Er- keuntnis an und glaubte, er nttnie sreigesprochen^werden, da ihn die Schwiegermutter auch fujoit ucicioigt hatte. Sem Verteidiger und der Vorsitzende gaoen sich Mühe, ih.n ktar zu machen, daß er nach fernem früheren Geständnis verurteilt werden müsse, und vast infolge Berufung ocr ^attsaiUvar^ast eine ickhirsere Strafe eintreten könne. Er bestund aber aus Durchführung der Be- rusung und verlangte ferne Freisprechung. Die ^-ewcisausnahme ergao, bog der Ange klagte die Ture der Einfitzstube seiner Schwiegermutter mit einer A^t eingeschlagen hat. Mit erhobener Axt forderte er sie auf, aus die tfnic zu fallen und forderte von ihr oen Lmnchchag, vag sic ihm oen Gcldoe.rag, bezüglich dessen em Prozeß zwischen ihnen schwebt zusage, anoernfaiis c§ mit ihrem Leoen aus sei. In ihrer Angst sagte die Frau auch zu, worauf sich der Angettagtt emfertue. Ais am nännicijen Vag die Frau das Daus verliest, um in die Kirche zu gehen, rief ihr der Angeklagte nacy: „Gelt altes Missgeburt, du willst die an mir begangenen Sünden verbeten." Entgegen der Annahme des Styossengerichts, das Lie Aussagen der r)-rau als unbestimmt und schwankend bezeichnete, mackste die Frau einen guten Eindruck und deponierte bestimmt und glaubwürdig. Tas Gericht hielt für die rohe Vanolungsweise eine Freiheitsstrafe für angezeigt und erkannte w.gen Nockgungsversuch und Beleidigung auf einen Monat Gefängnis. Wegen Diebstahl im Rückfall wurde der Diensttn^r A. 22. um Wa10 ,1 schbacy zu drei yjeonaten und l-i Tagen Gesüngnis verurteilt. -^Das gestohlene DbjeU waren einige Paar Strümpfe, die zum Trocknen aufgehängt waren. Aus tt>rund eines Indizienbeweises wurde der Taglöhner L. R. aus Büdesheim z,u 2 Jahren Zuchthaus und 5 jähr'.gern Ehrverlust verurteilt, i^m «.eptemver louroc einem Back- ftvinurenner -u Massenheim auf seinem Schlafraum ein Geto- uctrag von 30 Mark entwendet. Der Dieb hatte um die Mittagszeit das üenstw zertrümmert und ist eingenügen. Der Angeklagte, ucr den fragt 1^11 Raum kannte und einem anderen von der Aosicht, das Geld zu holen, Milteilung gemacht hatte, ist zwar nia-t gesehen worden, dmy sprack)en alle Umstände für seine Tater- schast- Fabrikant: . August Jacobi, Darmstadt Wer Wich 20 Wnnig für ^iofon Baut Skaitung und Kräftigung auöuiot, wird den Er- 6* folg sehr bald m feinem AUgeineinbefindeu ivabr- II nehmen. Erhältlich ’/• Kilo für einige Wochen aus- II reichend 3 iUtnrt in Avotheten, Trogerien ufro. (b,s/10 ü GerrchtsscraU fc Marburg, 15. Nov. Eine gerechte Strafe diktierte das Schöffengericht in Neukirckjen (Landgerichtsbezirk Marburg) einem 40 Jahre alten Landwirt von dort zu. ^er Mann hatte aus Rache vor einigen Wochen im Garten des dortigen Bürgermeisters eine Anzahl Johann.sbeersträuck)er herausgerissen, einen jungen Lbstbaum und einen Ztosenstock der Kronen beraubt, in anderen Gärten im ganzen 15 jungen Bäumen die Kronen abgebrochen und sie dadurch vernichtet. Für diese Frevel erhielt der Mann ein Jahr fünf Monate Gefängnis^_________ )( Marburg, 14. Nov. Daß die Zulassung her Frauen zum Studium an den preußischen Universitäten mannigfache Veränderungen tm akademischen Leben hervorgerusen hat, zeigte die heute in der Aula der Universität vorgenommene endgültige Immatrikulation der Studierenden des diesmaligen Wintersemesters. Auster den angehenden Studenten hatten sich auch ihre weiblichen Kommilitonen, über 20 an der Zahl, eingebunden. Ter derzeitige Rektor, Geh. Rat Prof. Dr. Bogt, wandte sich zunächst an die männlichen Studierenden. Er erinnerte sie an )ic Rechte und Pflichten, die sie mit ihrem Eintritt in die Universität übernommen und ermahnte sie, neben der ftuDcntifd?cn Jugendlust, die sie im schönen Marburg geniesten möchten, auch ihr Studium nicht zurückzustellen. Zu den Damen gemenbet erinnerte der Rektor daran, daß feit Dem 300jährigen Bestehen der alma matcr Philippina zum erstenmal Frauen als gteidp berechtigte Kommilitonen einziehen könnten. Ties? könnten jetzt sagen: „Es ist erreicht!" Es seien dies die Früchte der stillen Arbeit, welche die-Frauen, die id)on seit Jahren unter anderen Formen sich dem Studium gewidmet, geleistet hätten. Auch ein Verdienst fei ihnen zu danken, nämlich dasjenige, dast in den neu entiDorfencn Matrikeln anstatt der lateinisck-en, die Deutfdje Sprache gewählt worden sei. Das Beifallsstrampelu der Stu- deuten, mit dem diese die Rede des Rektors ost unterbrochen, erreichte seinen Höhepunkt, als die erste Studentin aufgerufen wurde und sich zum Rektor begab, um unter Handschlag ihre Matrikel in Empfang zu nehmen. Braut-Seide v. 84.85 94.30 84.70 92.90 92.00 58.20 99 05 93.00 57 50 58.50 97 05 91.25 92.30 143 20 49 30 86.20 63.60 97.50 X% Uesterr Goldrente. . 4l/6 % Uesterr. bilberreute 4% Ungar Goldrente . . Provinzial-Geflügel-Auzstellung. V Grünberg, 16. Novemb. Wohl kaum hat es in Oöcrhcssen eine Geflügel-Ausstellung gegeben, die an die am Samstag in der hiesigen Turnhalle eröffnete heranreicht. Nach jeder Hinsicht must man sie als wohlgelungen bezeichinen. An ihr beteiligten sich sämtliche 17 Geflugelzuchtveremc, die dem Verband Oberhessischer Geflügelzuchtvereine angehören, nämlich Die Vereine zu Gicsten, Alsfeld, Lad-Nauheim, Echzell, Friedbergs Gedern, Hungen, Lau- lwch, Lich, Lollar, Lauterbach, Allenbors a. d. Lumda, Schotten, Vilbel, Ortcnberg, Wihba und Grimbergs Dazu kam noch das in einer SvnDeraoteilung uiuergebrachte Iunggeflügel aus den sechs L e i st n n g s z u ch t st a 11 o n e n d e s Landwirt- schafts kämm er-Ausschuss es. Bon den sechs oberl-efs- Zuchtstationen find 25 Stamme, bestehend aus Italienern, Wyan- dottes und Minorka ausgestellt. Wahre Prachlriere konnte man hier sehen. Namentlich waren die vorzüglichsten Nutzstämme wie Wyandottes, Miiwrta unü Italiener augctt't zahireiip vertreten, man zählte fast je 100 Nummern Wiiandottes und Italiener, dazu kamen etwa 80 Nummern Tauben, die in allen Rassen und Zaroenschlagen ausgestellt waren. Auch Emen und Gänse kamen in großer Lahl zur Schau. ES ist erstaunlich, bis zu welcher Größe und zu welchem respektvollen Gewicht man es bei guter Pflege und Zucht besonders bei Gänsen bringen Cann. Riesige Wyandottes, Orpingrons und Plhmauth-Rocks standen neben den soroenprächtigen Hamburger und den taubengwßen Zier- und Zwerghühnern. Tie gesamte Ausstellung umiagic nahezu 4uü ytummem. Zur Prämiierung standen reidje Nüttel zur Verfügung. Bon Den 21 Ehrenpreis en entfielen allein acht auf Den Landwirtschasttammer-Ausichuß, serner viele auf die ooerhessisdjrn Zuchtvereine, auf Die Stadt Grunoerg und Private. Auch Der Verein Gießen hatte einen Ehrenpreis gestiftet. Die Erbsfnung der Ausstellung sand ^auisrag nachmittag durch Den Vorsitzenden des Laltdwiriicha,rsliammer-iiuSschufies für Oberhefsen, Landtagsabg. Ko r e ll-Angenrod und im Beisein des Bürgermeisters Zimmer von Grünberg statt. 2er Vorsitzende Der Ausstettungsieilung, Jockel- Grunoerg, bantie dem Landwirlschafistürnmer-ttus,d>ug und dem Oberheffiicyen GeftügeD zückfter-Vervand für ihre Mitarbeit und Die Stiftung der zahlreichen Preise. Landtagsabg. Ko r e 11 l>ob hervor, oav die heutige Ausstellung die erste sei. Die unter Mitarven Der Landwirtjchafts- Bammer ab gehalten werde. Tie Stanimcr l)aoe sich aud) Die Hebung der Gesiugnzucht als eines wichtigen Gliedes Des landwirt- schastlick;en Betriebes besaßt. Durch gemeinsame Arbeit der Kammer und der Vereine solle die Geflügelzucht auf eine hohe Blüte gebradft werden. Der Befuch Der Ausstellung war am Sonntag veckü gut, für Viontag sind mehrere Sck>ulklassen zum Besuch angemeldet. Dem Vogelsoerger Geflügelzuchtverein zu Grunoerg gebührt vor allem Anerkennung für die vorzügliche Leitung uno Einordnung der Ausstellung. Alit Der Ausstellung war eine Verlosung verbunden. Tas Ergebnis der Preisverteilung war 'olgendes: Ten Ehrenpreis für beste (üeinmtleifiung in der Abteilung Junggellügel aus den Zuchlflauonen erhielt Föister Sunou- Ehringshansen. In dieser Avleckung gab es noch folgende: 1, 2. und 3. Preis Sinion-Ehringshaufen, einen 1. und zwei 3. Preise Rodemer Jungviehweide bei Kauieibaci), zwei 2. und einen 3. Preis Lehrer Alaurer-Heuchelheini. blasse 1: Wassergeflügel. Ehrenpreis der Landwirlschaslskainiuer Rnbsanien-Gießeii, 2. Preis Weiß-Hoi-Graß, I. Zuniner-Bingniühle und (Änlapiel-Liefjelvach; lobende Ancrlennnng Better-Grundschwalheim. L 1 a s! e 1: Gänse. 1. Preis Rübscnnen-Giegeii und G. H. 5teil-a|t zu Büdingen. Der 60iähnge Greis, der bei Dem Vorfall angetrunken war, tarn mit 8 Monaten Gefängnis Durch, worauf 4 Wochen luitersuck)ungshaft angerechnet werden. Zechpreüerrt. Im letzten Sommer kam der Dienstknecht Fr. 2. aus D r eite n b a ch in eine Wirtschaft zu Garbenteich und machte eine größere Zeche. Vor bem Weggehen stellte er sich als wolle er bezahlen, und griff in alle Taschen. Endlich sagte er, er habe für einen Wirt in Dorf-Güll gemäht und habe das Portemonnaie in der Sonntagshose stecken lassen. Er wolle nach Hause -u feiner kranken Mutter und habe jetzt aud) kein Reisegeld. Die Frau gab ihm auf diese Angaben hin noch 2 Mk., die er am andern Tage bei Begleichung der Zeche auch zurückgeben wolle. Er hatte aber weder gearbeitet noch wollte er zu seiner Mutter, noch viel weniger kam er um zu zahlen. Es ist ein mehrfach bestrafter Zechpreller: doch waltete noch einmal Milde, denn er kam mit 4 Monaten Gefängnis abzüglich 3 ©odjen Untersuchungshaft durch. Ein schlagfertiger Vater. Das Schössengerickst Bad-Nauheim hatte Den Maurer W. N. aus Schwalheim wegen K^irperverleirung zu einem Monat Gkiängnis verurttitt. Er hatte seinem 12jährigen unfolgsamen Sohn mehrere Mal ins Gesicht geschlagen und als er 'Lipowsky, der 1895 int Mai von der Großh. Neubau, Abteilung II Hierselbst als erster hessischer Beamter in den Reichskownialoienst eintrat, ist von S. M. dem Kaiser der Kronenorden verliehen worden. .Herr L., dessen 2ln- oehörige in Gießen wohnen, weilt zurzeit krankheitshalber in Deutschland. Obwohl seit Mai 1895 ununterbrochen in Deutschostasrika tätig, hofft Herr L. nach seiner gesundheitlichen Wiederherstellung erneut nach seinem alten Wirkungsfelde rurückzukehren, wo er seit Jahren die Stelle des „Betriebsleiters der Kais. Banverwaltung" inne hat. Besonders auch im öffentlichen Leben hat sich L. ehrenamtlich vielfach wirksam betätigt, der als hervorragender Kenner der Eingeborenen-Sprache und Sitten gilt. Wie sehr ihn auch die Kolonie zurückwünscht, beweisen die dortigen anerkennenden Zeitungsberichte. Besonders unserer engeren Landsleute, insonderheit der dortigen hessischen Ge- schaftstreibenden, deren es eine Anzahl gibt, hat sich L. allzeit hilfreich unterstützend angenommen, die ihm viel Anerkennung zollen. Auch unseres Hessenlandes hat L. nie vergessen, wovon manches liebestätige kirchliche Werk Zeugnis geben könnte. Dem tüchtigen Kulturpiouier in unserer größten afrikanischen Kolonie wünschen auch wir baldige ©enefung und weitere Erfolge in feiner kolonialen Tätigkeit. X Nidda, 13. Nov. Die andauernde Trockenheit hat einen eigenartigen Uebelstand bei uns hervorgerufen. Sonst wurde bei eintretendem Frost unsere städtische Wiese, ein großer Komplex, durch das Wasser des Hochsteiner Bachs allmählich unter Wasser gesetzt, um durch die entstehende Eisfläche Schlittschuhläufern eine Freude zu machen und den Brauereien und Wirten Eis zuzuführen. In diesem Jahre war dieses bis jetzt nicht möglich, weil durch die Trockenheit der letzten Wochen das Wasser des Baches ganz klein geworden war, und weil alles Wasser nötig ist, den Fortbestand der Mühlen zu sichern; letztere können nur noch ganz wenig mahlen und werden doch von allen Seiten gedrängt. Seit kurzer Zeit sind hier viele Wohnungen frei geworden, weil die Bahnverwaltung am Bahnhof eine Anzahl Wohnungen für ihre Angestellten errichtet hat. Eben wird am Bahnhof wieder ein Bau errichtet für die Verwaltung. Auch an den Unterführungsarbeiten wird fleißig gearbeitet. Diese haben vielen Familien lohnenden Verdienst verschafft, und wird die Arbeitsgelegenheit fleißig benutzt — Schon verzollt! — Verlangen Sie Muster! — D’/iol G. Henneberg, Zürich» Merschrod-Zeilback. Klaffe 7: Wyandottes. Ebrenprene. Södlcr ° Nieder-Gcmündcn (3), Oefonomierat Hoünann - pof-iSuI W.Techerl-Gicßen. 1. Preis : Storck-Krowors. 2. Preise: Lodlcr ° Nicder-Gemlmden, Slorck-Lroidors, ßtöpler-^autcrbad), Kolter - Bad-Nauheim, Lodler - Nieder-Gemünden, PH. OUbcrm- Ewicll, Gmapiel^esfelbach. 3. Preise: Blum-Lauterbaw, Rub° ' a m e n - G r e ß e n , !leil-Strebcndorf, Södlcr - Nieder-Gemunden, Simon - Ehringshausen, Gutapfel - Kesselbach, Kaus-Bellersham, Slöpler-Lanlerbach, Spengler - Grund-Schwalheim, Zimmcr°Bmg° mühle, Högy-Laubach, Storck-Kroidor^. Klasse 8: Minorka. Ehrenpiris: Kreuder-Vadenrod. 1. und 2. Preis: Krcuder-Vaden- rod, 3. Preise: Hildelbrand-Geltenau, Stein-Grünberg. Klaffe 9: Hamburger. Ehrenpreise: Lehrer Dörr-Lehnhcim, Lehrer Kemmer-Zeilbach. 1. Preise: Maus-Ruppertenrod Lauer-Atzen- bam, Burg-Ruppertenrod. 2. Preise: Höqy - Klein-Eichen, 'Ltotz- Kloslcr Arnsburg, Nolm-Rupperteniod. 3. Preise; AlauE-Rupper- lcnrod, Krömmelbein-Lauterbach, Törr-Lcbnheim, Burg-Rupperten- rod, Gcorg-Ramrod, Kemmer-Zeilbach. Klasse 10: e ch o t l e n. 3. Preis: Bettenhausen. Klaife > 1. 3. Preis : Törnics-Laubach. Klaffe 12: L a n g s h a n. Ehrenpreis: Han au-Greven 2. Preis: Keil - Slrebendorf Klaffe 13: Orpington. Ehrenpreis: Znnmer-Zeilbach. 2. Preis: Schuchardi-Getteuau 3. Preis : Merte-Strebeudori. K l a f f e 1 4: P l ym o u t h - R o cks. 2. Preis : Merfchrod-Zeilbach. 3. Preis: Euler - Ober-Breidenbach. K l a s s e 1 5: Brahma. 3. Preis: Piafi-Laulerbach. Rian e 16: Ma st hü hner. 1. Preis: Lekouom-.erat pofmann - po'- Wüll. Klasse 17. 2. Preis: Tr. Nenhageu-Romrod. 3. Preis: Salheiier-Glauberg. „ , r - , Klasse 18: Zierhühner. Ehrenpreis: Jockel-Grunberg 1. Preis 8tttter°Grüiibcrg. 2. Preise Theiß-Stockhausen, Jockel- Gränbcrg, Ritter-Grünbcrg. 3. Preiie Kolter-Bad-^iauheirn, Lotz- oiieder-Breidcnbach. — Tauben. Ehrenpreis: Lehrer HeUenbein- Burg-Gemünden. 1. Preis Waliher - Bauernheim. 2. Preise Fladnng-Llarben, Wick-Ebsdors, Sauerfchwem-^ lllmgen. 3. Preifc Jladung'Lkarben,Zinn-Laiiterbach,Ballher-Bauernheinr. Klasse8: Jran^ö fische B a g d e l t e n. Ehrenpreis: Koller-Bad°Nau- heim. Klaffe 10: Dragon und Indianer. 3. Preis Becker-Laubach. Klaffe 12: Deutsche K r o p i e r. 1. Preis Wick-Ebsdorf. 3. Preis Weiß-Hof-Graß, Wick-Ebsdorf, Pitz-Lail- bach. Klaffe 13: Englische Kröpfer. 3. PreiS Kolter- Nauheim. K 1 a f f e 1 4: Französische Kropfe r. Lobende Anertennung: Ludivig R i n d f u ß - G i e ß e n. Klaffe 16: B r ü n e r K r ö p f e r. 1. Pi eis Ueller-Lsfenhelm. 2. Preis Keller- Lsfenheun. 3. Preis Keller-Lssenhelin. Klasse 17: P f a u - tauben. 2. Preis S ch w , e d e r-G i e ß e n. 3. Preis Schmieder- Gießen. K l a s s e 1 8 : P e r r ü ck e n. Ehrenpreis: Schmieder- Gießen. 2. Preis S ch w i e d e r-G r e ß e n. Klaffe 20: A! ö v ch e n. Lobende AiierkeiiiiMig : Kolter-Bad-Nauheini. Klaffe 21: 2. Preis Fe lf in g- G ie ß en. Klaffe 22: Farbe n- t o u b e u. 2. Preis R ü b f a m e n - G i c ß e n. 3. Preis Södler- Klaffe 2 4: Brieftauben. 1. Preis [odew^renha* offeriert folgende 1908 Nur Neuheiten der Saison PJ do. 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Schuiz-Evler, Arabesken über „An der schönen blauen Donau“ Jos. Lhevinne. Zum Besuche lade ich verehrt. Interessenten höflichst ein. WühB Rudolph Hoflieferant Pianofortelager, Seltersweg 91. Flau Theresa Carreno schreibt: Das „Welte-Mignon“ hat mir die 6. Rhapsodie von Liszt welche ich tür dieses wunderbare Instrument gespielt habe, gespielt, und die Wiedergabe ist so genau, wie ich spiele, dass ich wieder meine Bewunderung für diese unglaubliche Erfindung Ihnen ausdrücken möchte. Das „Welte-Mignon“ ist das Wunder der Wunder in den mechanischen Erfindungen. uu Ludwig Steinhäuser Ncnenbilue 17 Seltersweg; 27 [6637 ,0ma!in‘ moderne Möbel-Politur tatbebri. IBr Hb Ensfrau empfiehlt [6633 A. Grünebaum Bahnhofstrasse 35. Lästige Haare im Gesicht, an den 'Armen, entfernt sicher u. schmerzlos jOeßilo Lose Mk. 1.50. itö37 Adler-Drogerie, SelterSweg 39. Otto Schaaf. Bekanntmachung. Tic Rechnung dec Landjudenschaft dec Provinz Ober- hessen für 1907 und der Voranschlag derselben für 1909 liegen während acht Tagen m der Wohnung des unterzeichneten Vorstehers zur Einsicht der Beleitigten offen. Gießen, den 14. November 1908. Ur die Landjudenschaft der Provinz Oberhcffen: Der Vorstand der israelitischen Rcligionsgememde Gießen. Bte/„ S. Helchelhei ni. Von köstlichen Wohlgeschmack und hervorrntfend m Qualität sind die beiden Margarine-Marken „SEeyepcei66 und sie gleichen feinster Molkereibutter vollkommen! Alleinige Fabrikanten: A. L. Mohr, Act.-Ges., Altona - Bahrenfeid. Slflflfl ®Wn m -,eb- Stell, nut u"fbiaLn ausacstovst. [<«,. J.Gelzenleuchlcr, Schulstr.limi Verlobte | welche sich ihr zu- jjg| künitiges behaglich einrichten wollen, finden die grösste Auswahl gediegener Möbel zu s ss! i e n Preisen im Möbel-Fabrik-Lager und Ausstattungs-Geschäft Hermann Dominicas. 13 Kaplan-gasse 18 ti IESSEX. St Saaltoau (Ste ns Uarcen.) Am Dienstag den 17 November, abends 8 Uhr Konzert des eÄta FiauiSiGo üiax Becker unter Mitwirkung der Konzertsängerin Fräulein MHi Klender aus Frankfurt und des Pianisten Herrn Alexander Karr.buch aus Frankfurt. Eintrittskarten a 2.— und 1.— Mk. und Eamilicn- billet 4 Personen 3 Mk. an der Abendkasse 7V, Uhr. 09503 Den Konzertflügel stellt die Finna Rudolph, Gießen. Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen bezüglich der Firma Joseph Strautz L Co. in Gießen: Jakob Abt ist am 1. Oltober 1908 aus der offenen Handelsgesellschaft ausgetreten und diese mit diesem Zeitpunkt erloschen. Das Geschäft wird von dem anderen Gesellschafter Joseph Ltrauß unter der bisherigen Firma und unter Uebernahme der Aktiva und Passiva weiter geführt. Gießen, den 10. November 1908. jay __________Gr o ß h e r z o v 11 o> e § umt § gericht.__“ BetmrMmachuttg. Dec Ätachtrag des Umlageregisters für 19u8, betreffend Standgeld für die nicht in die Gemeinde eingezogenen Mitglieder, liegt zur Einsicht der Beteiligten acht Tage in der Wohnung des unterzeichneten ersten Vorstehers offen. Gießen, den 14. November 1908. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. Bl6/n ________________S. Heichelhei in.______________________ Bekanntmachung. ' Tie Rechnung der israelitischen Retigionsgemeinde Gießen für 1907 und der Voranschlag derselben für 1909 liegen während acht Tagen in der Wohnung des unterzeichneten ersten Vorstehers zur Einsicht der Beteiligten offen. Gießen, den 14. November 1908. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. B16/11__S. Heichelheim. Fleisch-Verdingung. Am 2. Dezember 1908, 10 Uhr vormittags wird im Geschäfts- zimmer der Verwaltung - Kaserne 1 — wo auch Die Bedingungen ausliegen, der Bedarf amtfleifdr und Wursrwaren für die hiesigen gruppen vom 1. Januar viö Ende Ium 1909 verdungen. r , Dre nach Ziffer 17 der Bedingungen auszustcllenden Angebote sind spätestens zu dem obengenannten Zeitpunkte, mit der Aufschrift „Angebote nur Lieferung von Fleisch- und Wurstwaren" versehen uu GeichattSzlmmer versiegelt abzugeben. __________________Garnison Verwaltung (Sichen. Versteigerungs-Anzeige. Mittwoch den 18. November 1908, vorin. 9*^ Uhr anfangend, versteigere ich zwangsweise meistbietend öffentlich gegen Barzahlung im Gambriuus zu Nidda: Stühle, Tische und sonstige Möbel, 1 Wage, 1 Quant, ca. 9 Meter Buchenholz, eine Partie Eolonialwarcn aller Art, Cigarren, Tabak usw.^ hieran anschließend im Auftrage des Konkurs! Verwalters Stork die zur Konkursmasse des Kaufmanns Ferdinand Wittich in Nidda gehörigen Warenbestände, insbesondere Modewaren an Putzartikeln, Bandvorräle, Strohhüte, Filz-, Hute, Kappen, Blumen, Kränze und dergleichen mehr Alsdann Donnerstag den 19. November 1908, Vvrm. 91/, Uhr anfangend, versteigere ich in demselben Lokale im Auftrage der Frau Otto Fritz Witwe meistbietend gegen Barzahlung diverse Gegenstände, als: 1 Spiegelschrank, Stühle, vernickelte Nipptischchen, 1 gfOBC Eßservice, Kaffee - und Thccservice, Glas, Porzellan, Figuren und diverse Nippsachen, Messer, Löffel und Gabel, Haus- und Küchengeräte und feine Porzellansachen, einen Regulator mit Schlagwerk, Gardinen, 1 Nachttisch mit Mar-, moraussatz, 1 Koffer, 1 Bowle, 1 Fenslermantel und Aehn-! Uch°s mehr. 6635,1 Vetzberger, Troßh. Gerichtsvollzieher in Nid"a. ’ ^CL l>eiltuJcn ^lummer liegt cm Prospekt bcS^ Tabak- und (Ligarreuhauses F. Fraß,, Iggelheim Nr. 102 (Pfalz) beu ’