Donnerstag 17. September 1908 ltt.219 Zweites Blatt 158. Jahrgang Gießener Anzeiger lLrscheint täglich mit Ausnahme de? Sonntags. General-Anzeiger für Oberheffen Lin Zchiedsgerichtshof bei Arbeiterstreitigkeiten I und andere Freunde der Mäßigkeitssache in großer Zahl ein- * a tti murN# aha Qf n I to L>r «innnfl w Preist billisf. 1 2lu*lanfc h Mmenkunft zwischen und Aehrenthal in Buch- jewesen sein. iio nm re interessant zu erfahren, ob sich jJ&UillvM ev CH olcher Beschluß auch ans die Absicht Bulgariens er^ satnM,3- Ä ilfdßen wird, seine Unabhängigkeit zu erklären. Eine Kvn- ÄendSlWj,s, । intiinopeler "Abendzeitung meldet nämlich aus Sofia, daß finbet im getjme , s 3uIgarcll demnää>s! ihre Unabhängigkeit unter einem Ebel die Mtu>e j Lj crf[äteu würden. Zn der Türkei selbst har sich er- ltiinopeler 'Abendzeitung meidet irärnlich ans Sofia, daß Handel 3’/4eJe Beichsanleihe 88.55 do. 3% 8% Portugiesen III 97.90 Ö tnuee-henri-Lisenbabu . Berliner Börse, 17. September. Anfangakurse. 206.75 22 80 148.ÖU 224 00 113.80 Jin Strideu sowie 8f ?n ©fviimuffii empieblr '.ßeleWilM. 92.00 83.40 90.70 80.00 28 50 99.20 93 45 Harpcner Bergwerk Laurahütte . . i.ombarden E. B. Nordd. Lloyd . . L urkenloae . . . . 137.00 . 178.00 . 146.50 . 202.20 61.50 62.55 96 80 91.40 94.30 147.00 52.00 86.50 65.40 97.60 Rußland und O c j. e rrei ch wollen gegen die neu- laylfsene Lage in der Türkei eine wohlwollende, ativartende Jung einnehmen, wenigstens soll das — wie das Wiener iilMspondenz-Bureau erfahrt, das Ergebnis der letzten Zu- Berliuer Baudelsge*. Darmstädter Bauk . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat Bauk Diakonto-Kommaudit Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- EisenLnhu . . . Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn Uesterr. btaalaDahu . Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen UnioerfitfitS - Buch- und SieinbrucfereL R. Lange, Gießen. 4russ.btaatsaul. 1905 4 XA v/e japau. Staatsanleihe 4 Conv. Türken von 1903 lürkeuloee...... 4>e Griech. Monopol-Aul. . 4-< äussere Argentinier . 3°/, Mexikaner . . . 4 Vi 7e Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W..... Tendenz: fester. die „Gießener Zamllicndlätter" werden dem ^.Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, dal .Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Erpedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: e^ä>5L Rcdaktiom^sS 112. Tel.-AdruAnzeigerGießen. Elektriz. ächuckert . . . Elchweiler Bergwerk . . Geilenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL Borpener Borgwerk. . . Laurabütte...... Nordd. Lloyd..... Ubeiicblci. Eisen-Industrie W- null (5lööp$ii Tlenit mmt in 4 Sofa* n'slans» ntiinblid), buaeln wird aiWncmK- Vubwinf-Plr.. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Glessen. Universitäts-Nachrichten. — In Berlin ist am 15. Sept, der Wirkt. Geh. Cberbaurat, Professor Dr. theol. et Dr.-Iug. Friedrich Adler im 80. Lebensjahre geßorbcu. Von seinen Bauwerteli seien die Erlöserlirche in Jerusalcin und das Museum zu Ltympia erwähnt. — Ain 24. und 26. Oktober 1908 findet in Halle a. S. die 14. Versa m m lun >n i t t e l d e l, t s ch e r P s y ch i a t e r u n b Neurologen statt. — Herr Prosessor Ernst T a e n e l l au8 Kiel tritt am Tienstag, 15. ds. Ätts» an Bord des Schnelldampfers „Slrou- prinzessin Geeilte" des Norddeutschen Lloyd die Reise nach New- Porl an. Herr Prosessor Taenell geht als „A u S t a u f ch - P r o - 1 esfo r" an die Untversität nach E h i c a g o. y gtitliftl« l Roblctmattn, Sleid, 122.30 117.00 201 50 198.40 109.90 201.00 210.50 92.20 100.65 168.00 127.60 238.80 3A9/, Konsols . . . . 3% do..... 3^°/e Hessen..... 3>4°/e Uberhenen . . . 4-z Uesterr Goldrentc. . 4l/e *« Oesterr. bilberrente 4-z Ungar Goldrente . . Italien. Heute . . . 854 Portugiesen Serie I . in Leulswland errichtet wurden. Trc bisherigcn Erfolge ermuntern zur regen Deitcrarvcit. Die Tätigkeit der im Verbände vereinigten Spezialanstalten sur TruntiuchlShellung muß fid) stetig steigern, damu nicht Tausende von Alkoholikern, die man leider oft mib ganz salschltch jiir un-» rettbar erklärt und völlig ausglbt, gcsundl?rltlich, slttlim und wirtschaftlich zu Grunde gehen, woraus der Volksgesundheit uiu) dem Votksvermogen der großic Sdfaden erwbchsl. Um die 29:rlsaml.ic der Anstalten zu fördern, wird der Verband aus d:c immer vollkommenere Einrichtung der Heilstätten (z. B. durch Etlauung von Wertsdutenl-dusern für bie Patienten> hinwirken, für die Heranbildung des Pflegepersonals durch Stellenvermittelung, In- strutiionskurse u. dergl. Vorsorge treffen, für die geheilten und entlassenen Pfleglinge nach Möglichkeit Arbeitsgelegenheiten Der- Mitteln und sie den Abstinenzvereinen zusuhren müssen, wie bu’d f'djon jetzt vielfad) geschieht. Der Verband muß aber vor allem seine Mitglieder zu mehren und seine Geldmittel zu erhöhen luchcn, um Durd) Wort und Sa-riu das ganze Volk über di, '.Uiöfllidifeit, Wichtigkeit und Trrngllchkeit einer — mit den gt- fidjertcn J-orschungsergebnissen der medizinischen Wissenschatt über cmflimmeiiben — Trinkerhetlarbeit aufklaren zu können Er mutz all an dieser gemeinnützigen 'et ui gäbe intere,fierten staatlichen uut kommunalen, kirchlichen und privaten Streue für den Gedanken der Trinkerfürsorge und der Trinkerheilung criväruicn. Tazt bedarj fs aber williger Mitarbeit uiw reichlicher Unterstützung Die Bitte, ihm solche zu gewähren, richtet er au bie Familien unt Angehörigen der Trinker, lvelche vor, lv.ihrend und »ad) dem Aufenthalt der Pfleglinge in der Anstalt die Heilbemliyungen unterstützen müssen. Er bittet ferner darum, daß in Stadt und Land Auslnnsls- und Fürsorgestellen für Alkoholiker errichtet wer den, tvelche ihnen die richtigen Wege zur .Heilung weisen. Er bedarf aud) der Hilfe und Mitarbeit der Mäßigkeit»- und Enthalt samkeitsvereine, der lirchtid en Liebeslatigkeit, der öffentlichen Ar- menpflege, der Krankenkasfcn, der LandeSversichcrnilgsanstalten, der Selbswerwallungsvrgane, der Landes- unö Reichsgeietzgebnng. Der Verband gibt |id) zuversichtlich der Öffnung hin, daß ihnt biefe allseitige Unterstützung zu teil wird, da eS sich bei feinen voltssreundlichen Bestrebungen um die Bekämpfung eines sozialen Notstandes ersten Ranges handelt. Nach einem Vor.rag über die Fürsorge für alkoholkranke Frauen berichtete Stadttttt Mavpcl man u^Crrfuri über „Die Notwendigkeit einer gesetzlid;eit Regelung der Trinkerfürsorge". Arn 11. Juni 1902 halte das Preußische Abgeordnetenhaus auf den Antrag des Grafen Douglas einmütig beschlossen, bie Regie ruug zur Initiative in dieser Frage aufzufordern. Auch die Vertreter der Staatsregiernng hatten damals zugestimmt. Bisher isc aber nichts gesd-ehen außer verschiedenen Erhevungen, sowie Ermahnungen der Negierung an ihre Unlerorgane, die Wcmcinbc.t usm. Eine vom Verband an den Reichstag gerichtete Petition (1905) ist infolge der Auslösung drS Reichstags linerledigt gc blichen. Unter Hinweis aus das von Tr. Waldschmidt u. a. gegebene Zahlenmaterial wies der Vortragende die 'Notwendigkeit gesetzlicher Schritte nach uirt> beantragte Den Erlaß einer netlen Petition an das Preußische Abgeordueienl-aus mit dem Ziel auf gesetzliche Oiegelung der Errichtung öffentlicher Trinkerheilanstalten und Verbringung Trunksüchtiger in solche auch ohne vorhergehende Entmündigung. Er stellte folgenden Antrag: Der Verband anerkennt die Notivendigkeit einer gesctzlid-en Regelung der Trinkerfürsorge und beschließt, den Vorstand mit Einreichung folgender Petition an das Preußische Abgeordneten Haus zu beauftragen: Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen, die Königliche Ctaatsvegierung zu ersuchen, recht bald m Verfolg des Beschlusses des Laufes vom 11. Juni 1902 (Antrag Graf Douglas) dcm Landtage den Entwurf eines Gesetzes betreffend Fürsorge für Trunksüchtige (Alkoholkranke) vorzulegcn, in welchem die Errichtung öffentlicher Trinkerheilanstalten und die Ver> bringung Trunksüchtiger auch ohne vorhergrgangene Entmündigung aus einer den Gesetzen vom 11. 7. 1891 und 2. 7. 1900 aitgepaßten Grundlage geregelt wird. Soweit cS jid) dabei um notwendige reichsgesetzliche Normen handeln sollte, trolle die Königliche Staatscegierung sich dieserhalb mit dem Herrn Reichslanzlcr in Verbindung setzen. Dieser Antrag wurde nach Befürwortung durd) Lvcrstaats- anwalt Theobald-Gießen mit dem Zusatz angenommen, daß cnt- sprechendes Ersuchen an Die Regierungen der übrigen deutschen Bundesstaaten gerichtet werden soll. Gesangs?»;.' Schristl. ?lnaebotc « an den Giki;. AineiU^ /s-ibe dieses Menalc--^ leerer'WbtÜMcnr-. Kirchweih U- ^'^staa, den 22. «LLL e>t entflenen. Dietzch^". Ken erfolgt Wilhelm Wil! ^urn-und.rant'^ _ ^ücritrafw i? 729 örau 8t gefunden. Schon am Sonntag wurde aus Anlaß der Tagung in Gegenwart Der Vertreter ter staatlichen, städtischen und nrd>* Cauada E. B......169.80 Darmstädter Bank . . . 127.60 Deutsche Bank .... 238.50 D ortmunder-Union C. . . 59.50 Dresdner Bank . . . 146.50 Tendenz: behauptet. Mläumsjahrerversammlung öes deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger GelräMe. (Originalartikel des „Gieß. Anz.") Kassel, 16. Sept. Ar diesen Tagen hält der Deutsche Verein gcgen^Dcn Miß- . iäioo geistiger Getränke in Aassel, wo er vor 2a Fahren s> fittrlet tvordcn ist, seine IübiläumS-Fahresversammlung ab. Hur LMr72hme an derselben haben sich Die Mitglieder des Vereins ; demnächst in England ins Leben gerufen inerben. Tic ! immensetzung des Gerichtshofes wird bei jedem Strei.. I eine andere sein. Die Vorsitzenden sollen einer bcson jtn Liste angesehener, unparteiischer Persönlichteiten, die diesem Dienst unterziehen wollen, entnommen werden ii oder Awei Schiedsrichter sollen aus jeder von zwei tidicn Listen von Arbeitgebern nnd Arbeitnehmern im chen Verhältnis ernann. werden. Erforderlichenfalls i9 das Handelsamt technische Beisitzer ernennen, bcncit iK kein Stimmrecht zusteht. Diese Bestimmungen find offenbar einem Gesetz nach- I 'ldet, das sich in Kanada sehr gut bewährt haben soll. kanadische Gesetz, das den Tilel trägt: „The Industrial 1 -Jute» Investigation Act", Gesetz zur Untersuchung indu- si^ller Strettigieiten, wurde im März 1907 cingesuhrt. 6'0 Dr. Barth sind die wesentlichen Bestimmungen dieses k!»ctzes, das gemeinhin L6mienx-Akte genannt wird, fol- Ei.ie: Wenn in einem industriellen Betriebe, in dem min- »mS zehn Personen beschädigt sind, eine Arbeitsstreitig, tl ousvricht, bei der das Mittet der Arbeitcransfp.'rrung jeu des Streiks zur Anwendung zu tommen droht, so darf km der beiden Parteien, ohne beträchtlichen OHldstrafen »werfallen, zum Streik oder zur ArbeiterauSsperrung schrei- ti, bevor der Streit nicht einer ad hoc gebildeten Sach- »: sandigen .ttvmmission zur Ui tersuchung und zu einer gut- ti !ichen Aeußerung unterbreitet worden ist. Bis zum der Untersuchung dürfen Lohn- und andere Arbeits» hihguiigcn nicht geändert werden Jede solche Unter- ingstommission vesteht aus drei Personen, von denen ft der streitenden Parteien eine und diese beiden die dritte rillen, können sie sich über die dritte Person nicht einigen, (.-rnennt die Regierung oas dritte Mitglied. Die Vcr- tirlungen der mit richterlicher Gewalt ausgerüsteten stom- I' tonen sind öffentlich. Alle Triften des Verfahrens trägt 1 Lasse der Bundesregierung. Vorsichtigerweise hat man ks-KS Gesetz nur für solche Betriebe obligatorisch gemacht, s wie Bergwerke, Eiscnbahnei'., Telegraphen, Straßen- pi®en, Eleitrizitätswcrkc, Wasserleitungen, Schissahrts- iei^cnehmungen usw. das öffentliche Interesse besonders Frnnkfurter Börae, 17. September, 1.15 Uhr. 92.20 | Elektriz. Lahmeyer . . «8" 6il' | Bürgerliche Gesetzbuch Der Entmündigungsparagraph 6, Absatz 3 ausgenommen, und daß nad) unb nach viele Trnikerheilanualten. Es tobet eröebenft em l) Schiedsgericht als gerecht und billig bezeichnet hatte. Diese Erfolge der r.'6mienx-Akte haben Die Vereinigten traten, England, Neusüdwales und Transvaal veranlaßt, st mit dem tanadischen Gesetze näher zu beschäftigen. Dr. meinte kürzlich in der Berliner Volkszeitung in einer t:iJelfolge über postlive demokratische Politik, daß auch liiUifchland die Anwendbarkeit des Gesetzes für unsere Ver- :iiltniffe prüfen möge. 9hin, man wird ja wohl bald er- |fctrtu, lote es sich in England bewährt. E. A. lichcn Behörden eine Die Schäden des AlkoholiSmus zur Darstellung bringende Ausstellung durch den Vorsitzenden des Staffelcr BezirkSoereins, Medizinalrat Tr. xxüiemann, eröffnet. Dabei gab Der Vorsitzende des Gesamtverbandes, WirN. Geh. LberregierungSrat Tr. o. Strauß unb Tornetz der Hoffnung Ausdrud, daß die Slusjteliung sich als wertvolles Hilfsmittel im Mampf gegen die Ilnrnäßigkeit bemähren möge. Man Dürfe nicht verzweifeln an der Zukunft des deutschen Volkes. Wenn die Bestrebungen des Vereins von Erfolg begleitet seien, werde unser Volk die erhabene Stellung in Der Gemeinschaft der Völker, bie es in ben letzten Jahrzehnten errungen habe, aufrecht erhalten können. Ausgestellte Atodelle gesunder und kranker Crganc des menschlichen Mörpers (Diageu, fieber, Nieren, Herz) zeigen die verderb- lid)e Wirkung des unmäßigen Trinkens. Das normale Herz wiegt 330 Gr, das „Münchener" Bierl-erz dagegen 700 Gr. lieber- aus interessant ist das rcichlid) ausgestellte Tabellenmaterial. Ein Stammbaum eines Trinkers leigt, baß nicht nur dieser, sondern aud) seine Nachkommensd)afr durd) Den Älkoholismus schwer leidet. Von fünf Söhnen des dem Trünke ergebenen Mannes waren nur zwei gesund, die bra anberen wurden Trinker unb starben am Herzschlag. Von ihren Minbern wieder enbeten sechs ais Trinker, Verored)cr unb Prostituierte. Eine Statistik von Professor Demme weist noch traurigere Zahlen auf. Tabellen über bie Verübung von Roheitsbelikten an Den verschiedenen Tagen der Woche bc> weiseii Den Zusammenhang vcn Alkohol und Kriminalität in uniriderleglid'er Weise. Die Sonntage, an Denen am meisten Alkohol genossen wird, weisen die größte Ktiminalitätszisfer auf, bann folgen der Samstag (Lohntag- und der (blaue) Montag; von Mittwod) ab fallen bie Ziffern ganz erheblich. So sind von 205 Straftat len am Mittwoch 9, am Sonntag Dagegen 121 verübt worben. Wichtige Einblicle gewahren bie Tabellen auch inbezug auf Die Verursachung von gewerolichen Unfällen durch Alkol-oimißvrauch und Die Frage des Nährwerts des Mkohols. Für dieseit Luxusartikel gibt das deutsche Volk jährlid) d300 Millionen Mark aus, wöhreiid die Ausgabe für die wichtigsten tliahninasmittel, Brot nur 17cü, Fleisch 2260, Milch 1000 und Eier 300 Millioneit Mark beträgt. Hier zeigt sich, daß Die Unterernährung zum großen Teil auf Unkenntnis des Voltes beruht. In der Frage Der Ernährung zeigt sich eben das deutsche Volk nidjt als Volk der Denker. Einer Sitzung dcs G e s a m t v o r sta n d es am Montag nachmittag folgte am Abend desselben Tages eine zwanglose Z u s a m m e n f u n f t Der Teilitchmer an Der Tagung im Hotel Schirmer. Unter den Erschienenen bemerkte man außer dem Vor^ fitzenden,xSenatsprüsidenten von Strauß und Torney und seinem Generalstabsd)ef, dem hochoerdienteir Eeschästsflihrer des Vereins Go ns er u. a. folgende, in weiteren Streifen bekannte Stampfer firr Die Mäßigkeitchache: Oberbürgermeister Strudmann-tzildes- heim, Pwfessor Dr. Döhmert-Dresden, beide Mitbegründer des Vereins, den Tübinger Physiologen - Professor Dr. Grützner, Geh. Stvmmerzienrat P^oller-Lrackerode, Dr. Waldschntibt-Eharlottenburg, Vorstand Der Heilstätte Waldsrieden, Justizrat Dr. Hensel-Leipzig, Sanibätsrai Dr. Meinert- Dresden, Stvnsistorialrat Kayser-Frankfurt u. a. Aus dem Groß- herzogtllm H esse n Ijatten sich eiugefunben als Vertreter Der Regierung der Vorsitzende des Larwesverbanbes Geh. Obermedi- zinairat Dr. f)!eidHardt und der Vorstaiid der Landes-Ver- ficherungsanftalt, Geh. Regierungsrat Dr. D'ietz. Der Vormittag des 15. September war einer Sitzung des Verwaltungsausschusses gewidmet. Der über sechs Stunden tagte und feine Verhandlungen erst am Nachmittag beenden l'onnte. lieber hundert gewühlte Mitglieder und als Vorsitzende ober Vertreter von BezirtSvereincn und Frauengruppen dem Ausschuß angeboren De .Herren und Damen waren erschienen, um Den Bericht des Geschäftsführers und andere für Die Oeffentlichkeit zunächst nicht bestimmte Berichte entgegenzunehmen und sie durch eine angeregte Aussprache für Die Praxis fruchtbar zu machen. Von Den hessische n Bezirksvereinen waren vertreten Darmstadt (Tr. Mühlverger), Gießen (Oberstaatsamoalt Theobald), Friedberg - Sd) otten (Pfarrer Fritsch - Ruppertsburg), Worms (Polizeünspetcor Bisd,off. Aus dem Bericht des Ge- schäftssührers ergibt sich, daß Die Zahl Der Mitglieder im Iuoi- läurnsjahr von 27 000 auf 31000 gestiegen ist. Die Geschäftsstelle wird als AuskunfiSstelle in steigendem Maße in Ansvruch genommen von staatlichen und stäotischeii Behörden, von Vereinen, Zndustriellen unD Privaten. Die Zahl der Postausgänge ist vom Fahr 1904 mit 18 000 bis zum Jahr 1907 auf 47 000 gestiegen. 3a!jlreid>c Eingaben wurden an staatliche, städtische und hrd)» liche Behörden, den Reichstag, Verficherungsmistalten, gewerbliche Verbäiide und Vereine gerichtet. Der direkten Einwirkung auf die öffentiidje Meinung durch Aufklärung uns Erziehung dienten vor allem die Vorträge, die teils auf Lwngreffen und Monfercnjen, teils in Volksversammluiigen gehalten wurden und die Sdjriftcn, Die verbreitet wurden. Ter VereinSverlag hat im Jahre 1907 nicht weniger als 29 Schriften neu herausgegeben, 17 wurden von anderen Verlagett in oen Mäßigkeilsverlag tariflich übernommen. 21 neue Bezirksvereine wurden gegründet, darunter Maiicz, Bonn, Elberfeld, Hamburg, Nürnberg und Hagen. Aus dem reichen Inhalt der übrigen Verhandlungen im Verwaltungs- ausschnß sei nur eines begeisterten und begeisternden Vortrags des Rektors Terbrüggen-Hamm Über die Mitarbeit Der Sdjulc und die Heranziehung der Lehrer ermähnt. Der Vor trag wird ivwohl Dem Vorstand, wie hoffentlid) auch zahlreichen Bezirksoereinen nod) Aula8 zur Verfolgung Der Darin gegebenen wertvollen Anregungen bieten. In der am Nachmittag deSieiben Tages abgebaltenen 9. 3 a &• resversamtnlung des Verbandes von Tr-.nkerhetl- statten konnte Pastor Tr. Martins- Freienbessingen Den an» gekündigten Feswortrag ir-egen Erkrankung nicht selbst halten; sein wesentlicher Inhalt wurde durch den Leiter der Lintorfer Heilanstalt, Pastor Kruse, zur Kenntnis der Versammelten gebracht. Ter Verband von Trinkerheilstätten deS Deutschen Sprachgebiets hat sich aus dem Deutschen Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke heraus enfivufelt. Bei der Gründung des Deutschen Vereins int Jahre 1883 wirkten Fachmänner der Trinkcrhriluug mit. Die Gründung von Trinkerheilanstalten wurde daher mit in das Arbectsprogramm Der neuen nationalen Vereinigung gegen den Alkoh-olisrnus ausgenommen. Sie wurde aber nicht zu seiner Hauptaufgabe gemacht. Denn diese bestand in Der Herbeiführung staatlicher, gesevgeoerischer Einwirlungen gegen Den Atkoholschaden unb in einer ausgedehnten, vorbeugenden Xiereindtitigfeit gegen den Älkoholismus. Demnach machte man in Dem Dresdener und in anderen Bezirksoereinen Des Gesamwereins balD mit aller Hingebung bireftc Versuche zur individuellen Trinkerpflege und Tnnkerhcilung, da bie Alko- l-olkranken oder ihre Familien Darum dringend baten. Diese Bemühungen konnten keinen dauernden Erfolg haben, da man Damals Die Alkoholiker nicht ist Die abschnetdende und entwöhnende Umgebung von Absttnenzverelnen versetzen unb sie auch nicht in Spezialanstalten für Trinker Heilung aufnehmen lassen tonnte. Um so lebhafter arbeitete nur der D. V. indirekt an Der Trinkerheilung, indem er für Die Entmmtdigung Der Trinker und für Die Gründung von T. kerHeilstätten mit Ausdauer und Nachdruck euitrat. Es geschr dies durch ^chlreiche Beratungen, Erträge, Aufsätze unb Sä', n, welche viel bayt beitni^m, dpß in Has . tnize erklären fvürden. Zn der Türkei selbst hat sich I li.tage inzwischen ein icenig verschlechtert. Zn swnstau- 11toi erhalten sich nämlich die Gerüchte über eine bc» I l »ist Heu de Minifterkrise. Die Unzufriedenheit mit der titgontblicklicheit Regierung nimmt zu, so daß die Stellung kM.Kabinetts sUarnil-Paschas erschüttert ist. Zur Besserung tlic Jage trägt die Meldung jedenfalls auch nicht bei, Vag :ih türkischen Truppen in Ptevlje unter dem stommanbo sMSman-Pascha gemeutert und Suliman angegriffen hätten, :tic >ach Agram entflohen und die österreichtfche Garnison Bit .^ilfe gebeten habe. Das Befinden des St aif crs Franz Josef, : bekanntlich seit einiger Zeit leidend ijt, hat sich ein wenig iNkjxjlimmert, doch will der Monarch sich dadura- nicht ab- lassen, den Trnppennbuitgen deizuwohnen. ü in c neue Haager Konferenz wird für das •$ji; 1909 geplant. Tie niederländische Regierung hat auf vMitich der deutschen unb italienischeit Regierung alle auf tt ^oeiten Friedenskonferenz im Haag vertretenen Staaten , M Lieser internationalen sionserenz eingeladen, um ein estclLvechselrecht zu entwerfen. K--ij 22.70 92.00 146.20 ■ ji l. Nifjtoneu nieoergefetzt wuroen, yavett init rtusnayme urDeSuBv öODli einzigen Falles beioc streitenden Parteien den Spruch k' ZchieosgerichtS akzeptiert und so ihren Streit gescylich- ; lt Nur in einem einzigen Falle zogen die Arbeiter den 6:e?it nach erfolgtem Sprua) vor. Ter Streit dauerte ^^ehn Wochen und das Ende war, daß die Arbeiter die wit wieder ausnahmen genau zu jenen Bedingungen, die s a.11 y f • Mr s rhZ berühren. Fakultativ [üiui aber aua) jeder Arbeitsstreit ir .mderen Betrieben unter das Gesetz gebracht werden, ii t lD beide Teile das wünschen. Das besonders Eharat- Wische des Gesetzes ist nun aber die siaibmalbcftimmnng, fcniad) die Untersuchungskommission zwar ein schiedsrichter- ?. > > Urteil unter ausgiebiger Begründung avzugeben hat, h aber keine der beiden Parteien an dieses Urteil ge- ! knüen ist. Wenn einem der beiden Streitenden das schieos- W&ldiinmhnd-« "Erliche Urteil nicht gefällt, so kann er zum Streik oder IIMÜllllHlllnil ' Aussperrung schreiten; kurzum, er ist ganz frei in frneii werteren Maßnahmen. Gerade diese Den Zwang aus- eßende Bestimmung hat das Gesetz wirksam gemacht. l£-ic das tanaoische Arbeitsministerium dem Dr. Barth il^eteilt hat, ist dieses Gesetz im ersten Jachre seines Be- Roonsirafic 32, n. Beitemvsobl. Dame M D klavieruu.icrricht. r Holzhem ,, , . . . i - HL 1JUI, IJI UlV VV Vp UH Ul ICH x>uyLV LllltV Myarne M p f.fe.'ilS 28mal zur Anwendung gekommen. Insgesamt waren fjabe fletl oonflli» t Üesen Fällen 20 bis 30 OOu Arbeiter in Mitleidenschaft y;(»jen. Bei ben 28 Anlässen nun, in denen Untersuchnngs- draiissionen niedergesetzt wurden, haben mit Ausnahme Eröffnung der Modell-Ausstellung M. Hof-Wenzel Bahnhofstrasse 34 Bahnhofstrasse 34 B* 7. iniemals/ einem verehrl. Publikum in Eurpfchlung. B'7$ 5489 Praktische Arbeit Hirz. .5492 5496 Hilbert. putzen nur mH *---------- OK dem Kellen Lina Petri, grprijtt Lkhkktill 0<23L CbciHisßc ' Fr/Y; öchlr/F, Zeitig bilden anzn- [5383 zum Auügedol. Hosqüll. Nachdem mein Etablissement wieder neu bergen^1 bringe ich meine Fremdenzimmer und meinen T' te- tnnft Bahnhof HosgüU. Muschenheim. oder sonstige Ansprüche an den nibr. Nachlag zu haben, auf, solche binnen längstens 8 Tagen bet mir melden. Gießen, den 12. September 1908. Dec gerichtlich bestellte Nachlaßpflcgcr: Friedrich Boeck, Dammslraße 24. vereinigt grosse Haltbarkeit mit höchster Leuchtkraft. — Nur echt zu haben in allen einschlägigen Geschäften, die durch das rote Auer- Löwen-Plakat kenntlich sind. Auergesellschaft, Berlin 0.17 Großherzogtiche Bürgermeisterei Gießen Mecum. D*7, Hoffmanii. Haute4*, rclnltt, ' . htdie! v-.c gesund, »atnniciveicb, gibt reifen, etizvucn Tc^nt and roe-gca /.aeseben. titQck ri-naip, lu Ori^lwlpack-n; überall za Laben. Allcinigc Fabrikanten: A. L. Mobr, Act.-Ges., Altona • Bahrenfeld. Tnnft im Ort. Saasen, den 16. September 1908. Großherzoglichc Bürgermeisterei. I. B.: Ass. D*7 Eifer, Beigeordneter. rufen alle Hausfrauen aus, die eie verdacht habe-, denn ei gib’ nichts Bcseercs für die Hsntrflerc' Schulz' Kamillcn-Scil" ■>'. ciutu Heilsamen Elnlluts ,-.u. .Le Obstverstei^erung Freitag, den 25. September von vormittags 9 Uhr an, soll das Gcmemdc-Obst zu Saasen, bestehend in Acpfcln, Birnen und Zwetschcn, versteigert werden. — Zusammen- Obftverfteigcrnng. Im Anschluß an die Versteigerung in der Gemarkung Arnsburg, konunt das Obst bei (Gemarkung Hofgüll, bestehend in 140 Väumcn besten WutschastS- und Tafelobstes Odstverfteigcrung. Montag, den 21. I. Mts., soll das hiesige Gemeinde- obst bestehend m Acpfeln, Birnen und Zwetschcn versteigert werden. — Ter Anfang ist morgens 10 Uhr beim Ort. Grümngen, den 15. September 1908. Großh. Bürgermeisterei Grümngen. Zuschneide-Lehranstalt Kaiser-Allee 14a. Maßncbmcu. 'Viuilcncidinen, Buitbncibcii und Verarbeiten kann icde Tarne gründlich erlernen. Ter Huviuc vegiuut am 21. September IVOb. Anmeldungen von, II. Sevtbr. ab erbrleu. Globus Putzexträk Obftvcrfteistcrung. Ticnotag, den 22. d. MtS. vormittags von 9 Uhr ab, soll daS hiesige Gcmeindeobst, sowie das der Feld- gemarkung Oberstcinberg zustehende Obst, bestehend auS 2lepfcln, Birnen und Zwetschen an Ort und;Stelle versteigert werden. — Die Zusammenkunft ist bei der neuen Schule. Watzenborn-Steinberg, den 15. September 1908. Großh. Bürgermeisterei Watzenborn-Steinberg. iSelkgtchitslliiis f.Äntjijem« Große Anzahl kompletter rin« unb zweisp. Resch- Herren- und Tamcnsättcl, einzelne «tidiiiTirilr 4 Mnmmöccfcl, Lcllctee, Zügel, Anmmete, Unter - dcckchen :c. foivic eine große Anzahl Montutftücke, ti i r Mantel ttsw., um zi» räumen, billigst abzngeben m k:| vom 19. bi» 21. Leplcinber a. e Sattlerei Lananerlandstr. 11/13 ab 4 Wochen aus. Darmstadt, den 16. September 1908. Kaiserliche Obcr-Postdirektion. I. N.: Dinge ldep. Knaben-Jnstitut Lucius forStbailS bei Gdize’l (IDetterau). " ■ ■-* - Gegründet 1809. ~ ■—■ - Rerrl. Lage am ßodjtoald. Gunst. Pensfonsbedingunghi. 6ifolgreid)r Vorbereitungen bisOber-Secunda derbcbtrti Eebranslalten. Däbere Auskunft erteilt Julius Euclus •roubenoal. Ikn, PrktNir. Bekanntmachunst die Bedienung der Rnrlstanvcrschlüffe betreffend. Unter Hinweis aus 5 18 Absatz 2 bei ^otizeiverorlnumg von» 1. 2luguü 1904, die (rntiväffening non Grundstücken im Anschluß an die städtische Ranaltiation betrehenb, welchen wir nachstehend »um Abdruck bringen, machen ivir diejenigen Hausbesitzer, weiche ihre Grundstücke an die Neufanaiisalion bereit angeschlofsen haben, oacaui aniinertsam, baj in der Aeit vom Iw. September bi» 8. Cltober v. I». eine -pülung sämtlicher städt. Straßen» lauäle oorgenoinmeii wird. Gießen, den 16. September 1908. Wu-5cKimr für Damen, Herren und Kinder In erprobt soliden Qualitäten. In farbigen Schirmen oder mit bunter Kante bieten wir konkurrenzlose Auswahl Bekanntmachung Der Plan über die beabsichtigte Errichtung einer ober irdischen Telegraphenlinie an den» Wege hinter der alten Stadtmauer (Schloßgartenmauer) in Grün berg (Hessen) liegt bei dem Kaiserlichen Postamt in Grimberg (Hessen) von heut Obstversteigernng. Lame tag, den 19. Lcpt., nachmittags 2 Uhr wird das Obst der (Ncmarkung Arneburg versteigert. — Zusammen» Aufforderung. Dom Großh. Amtsgericht Gießen als Pfleger über den Nachlaß der Johannes Need Ww. geb. Bellos in Gießen bestellt, fordere ich alle diejenigen, welche noch Forderungen Bekanntmachung. Behufs Vornahme von Mnbclavbcitcn in buo Kabel in der Walltoruraßc bi» Dammstraße, aus der Bach, ?*inbcMV?ali, Uirchciwlan, Uirchftranc, Burggraben und Marktplan von Stirrticnplnh bi» Schulnraßc am IN. d. Mt». von vormittags 7 bi» nachmittags 1 Ubr ausgcfchaltet und die Stromlieserung unterbrochen, was wir biermit den anließvnbcn Konsumenten zur Kenntnis bringen. B,TA Gießen, den 16. September 10W. Städtisches Elektrizitätswerk Gießen. Stoite. Neue Kartottü »er Ztr. rmpnebii A Weiset, jen*1 Trlrvbon __> ZSHSrG.Wrauch L wa»c t wasser. c n - I SS. ™u*rcc'ht u> ro?£ct^ ü 10*T0n. 60 Pt KtiIM«r* Wt- Selle SO H. PL Sptr. B. 12 13. Ter Sigeutümer har für den ordnuuaSmäßigeu Zustand und die rtchlige Handhabung des Bcrichfusseo Sorge yi tragen und ist allein für alle, durch etwaigen Nüc.'.tau dco Sielwaffer» hervorgerusene Schäden verantwortlich. Tic Verjchlnsse sind so anzubringen, baß sie jeder Zeit, auch bei Riitkstan zugänglich sind und bequem gehandhabt werden können. ______________________________________________ Bekanntmachung. Wer für den kommenden Winter Am-rrndectrelser au» den städtischen Waldungen zu beziehen wümchi. wolle dies atfbald aus der Burgernicmerei — Zimmer 15 — nnzeigen. Der Dreiv beträgt 2V Psa. für die itvvUc und in bei der Anmeldung zu entrichten. Die Vicfcnmn erfolgt frei vor das Haus. Die Mcldcliften werden nm 1». Oktober gcichloffcu. picruach noch eingehende Beuellungen künneu nicht berucksimtigt werden Gtetzeii, den 11. September 1908. B“/» Kroßbcrjoglichc Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Keller. H. Haas III vletchttr. 8, Htnterbans, Iclcien CV1 — drr t*cftartnna#acnof!enfd>afi bcr freien echretncrvereinia' unn (Hicfcfn. flM