Deutsches Reich Sicherem Vernehmen nach ist der prinzipielle Wider Lbenalenncitzer (Ofc inrtH ÄMt ln-mMckwünichezi law sendet Ihr Mw, M tzahcken. an die liroebition > erbeten/^J^: ZTE» efunden ^°atdroschc aus da - nach dem Kriedhgs » Marbvrgcchr^ Lohn-t'uhren 1ß~ angenommen _ Rodbeimcrstr.1v uns aus Frankfurt: Der alte Peterskirchhof, der, mitten in der Stadt, zwischen Schäfergasse und Friedberger Landstraße, gelegen, seit vielen Jahrzehnten nicht mehr als Begräbnisstätte benutzt wird, birgt den ewigen Ruheort der Frau Rat Goethe. Umgeben von Tageslärm liegt die Grabstätte doch idyllisch an der Osttnauer des Kirchhöfleins. Ueber allen Wipfeln ist Ruh? Run will aber der Magisttat diesem geweihten Fleckchen Erde seine Wcltabgeschiedenheit nehmen. Frankfurts durchbruchlusttger Oberbürgermeister will um Frau Ajas Grab einen Schulhof, umtost von dem Lärm übermütiger, pietätloser Jugend, legen. In unmittelbarer Nähe von vier der meistbefahrenen Trambahnlinien soll eine Schule errichtet werden, die einen großen Teil des Peterskirchhofes wegnimmt. Dies sollte nicht zugelassen werden. . . . — „Lustige Witwen"-Hutnadel. Aus London wird uns berichtet: Der Triumphzug des ,Lustigen Witwen"-Hutes, der die Kopie der eleganten Damen mit einem duftigen Riesenberg von Blumen, Federn und Spitzen bekrönt hat, hat jetzt noch eine neue ergänzende Mode zu Tage gefördert: die .Lustige Wi1wen"-Hut- nadel. Sie bietet die erwünschte Gelegenheit, oie Federn oder Blumenmassen zu vergrößern und auf diese Weise dem Hutgebilde noch das an Schnuick und Pracht anzufügen, was auf dem breiten Rande sonst keinen Platz mehr gesunden hätte. Statt der kleinen bescheidenen Knöpfe, die die alten Hutnadeln trugen, laufen die neuen aus in Straußenfedern, in große Rosen von leuchtenden Farben, in Vogelköpfen oder gar in ganzen Vögeln. Auch kunstvoll aus Sammet gefertigte Fruchtimitationen, Apfelsinen unb. Pfirsiche werden von eleganten Damen bevorzugt, und erfahrene Londoner Modefachlelite prophezeien schon heute das Auftauchen von Tannenzapfen und ganzen Melonen an den breitrandigen üppigen Hüten. Die Hutnadeln müssen natürlich mit der dominierenden Farbe des Hutes in harmonischer Beziehung stehen; meist stimmen sie mit der Tönung der Federn und Bänder überein, aber es fehlt auch nicht an Modefreudigen, die die neue Hutnadel dazu benutzen, pifante Farbenkontraste hervorzubringen und den helleren Tönen des Hutganzen in der kokett aufgesteckten Hutnadel einen energischen dunkleren Farbenakzent entgegenzusetzen. — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Die Bibliothek des Berliner Pandektisten Heinrich Wernburg ist in den Besitz der japanischen Regierung übergegangen. Diese beabsichtigt, sie einer der Universitäten des Landes zu überweisen. hältnisse bei Casablanca. _ ., In wunderlichem Gegensatz hierzu steht folgende Paryer Mel- gung: „Der Sonderberichterstatter des „Temps" in Casablanca hatte eine Unterredung mit d'Amade, welcher unter anderem gesagt habe, daß die Bevölkerung von Azemur von der Zurückziehung der französischen Truppen peinlich überrascht sei. Die Notabeln der Stad: hätten ihn gebeten, zu bleiben, da seine Anwesenheit eine Bürgschaft für die Ordnung und Wohlfahrt wäre. Nach der Räumung von Azemur errichtete d'Amade einen MilitärPosten in Sidi-Ali- Beker, am rechten Ufer des Urner Rebiaflusses, etwa sechs Kilometer von der Stadt. Dieser Militärpvsten wurde mit Artillerie und allem sonst Erforderlichem versehen, um die Unterwerfung der am Urner Rebia wohnhaften Stämme, die durch den Abmarsch der französischen Truppen aus Azemur in Frage gestellt worden war, so weit als möglich zu sichern." Von anderer Seite kommt die Meldung, daß die ehemaligen deutschen Offiziere von Tschudi und Wolff ihre Teilnahme an öent Zuge des Sultans verweigerten. vorn an der Stirn befindlichen bienenwabenartigen Form. Ganz ähnlich erfolgt die Abkühlung beim Zeppelinschen Luftschiff. Um diesen Kühler wieder möglichst einem stark abkühlenden Luftzug auszusetzen, bringt man hinter ihn einen niehrflügligen Ventilator an. Dieser war der Störenfried beim Antritt der Zeppelinschen Dauerfahrt, indem einer seiner Flügel abbrach. Wie man also sieht, liegt hier ein vollständig unbedeutender Material- \ e hl er vor, der mit den Zeppelinschen Konstruktionen selbst eigentlich in gar keinem Zusammenhang De„ beim zweiten Versuch eines Aufstieges vorgesallenen De- fekt kann man eigentlich nur als „Force Majeure“ bezeichnen. Wenn man überhaupt jemanbem hierbei einen Vorwurf machen will, so läßt sich nur sagen, daß das Personal, das Zeppelin zur Verfügung steht, noch nicht genügend mit der Bemeisteruiig der bedeutenden Kräfte, die bei Ballons von solchen Dimensionen in Wirkung treten können, vertraut sind. * Angesichts des Mißgeschicks des genialen Mannes spöttelt man hier und da über „Kirchweihsttrnrnung" und rät, doch nicht wieder Vorschußlorbeem auszuteilen, von denen wir noch aus den Zeiten Waldersees genug haben müßten. Die Vergleiche scheinen uns nicht glücklick) gewählt. Als Graf Waldersee vor sieben Jahren mit dem Feldherrnstabe in der Hand auszog und sich von Bahnstation zu Bahnstation feiern lich, da war noch kein Stück seiner Arbett geleistet. Das Asbesthaus, das wohlverpackt aus dem Ozean schwamm, war so ziemlich das einzige, was in der Welt der Materie von dem künftigen Oberbefehlshaber vorhanden war. Beim Grafen Zeppelin steht es doch wesentlich anders. Schlacken und Fehler mögen seinem Werk noch genugsam anhasten; in der Hauptsache aber, so meint ja auch in Vorstehendem ein Fachmann, ist es doch getan. Selbst wenn ihm just irgend etwas Menschliches passierte und er endgültig verhindert würde, die geplante große Fahrt auszuführen, bliebe er den größten Erfindern der Menschheit zu« zuzählen. Grund genug also, daß seine engeren Heimatgenossen, daß alle, die in größerer ober geringerer Entfernung durch lange Jahre die Zeugen seines Mühens, Mißlingens und wiederum neuen Mühens waren, ihm jetzt durch wohlgemeinte Huldigungen kundzutun wünschen: Wir halten zu dir; denn du bist unser. — Das Grab von Goethes Mutter. Mau scheibt . yetren.8rLnnbae|i und, v. beit innw. Wen ttcL-Lem. Eckendes <1 Frankfurt a. M. (I, taMi Giessen. ag den 19. Juli 19(" ilien-Ausflug nach ’ossen-Bnsecl vom Bahnhof Sie?' mchmittagö. AnkMi c um llhr- Lon bi Ich mit Mstk nach dn Hohen Berg, iterhaltung, ouOj; er, ist beüens geiorgt lünstiger Witterung ür- lichten in einem'SM'1 ironcn-Buicckilatt. recht zahlreiche W cd gebeten. ' Der^Mtan^ Sektion Giesst: o.iOe.AA jffltos, »U 19. * Weilburg- [v- Ws irerbleibenM^.^ nim. Verein „Äyr , Gesangs Herren! Dame» LProsr^ Diesem Ansuchen sind, wie jetzt die Zentralstelle für Volkswohlsahrt mitteilt, bereits verschiedene Bundesstaaten uachgekommen. In Bayern und Württemberg haben die angeregten Fragen schon in den vergangenen Jahren den Gegenstand eingehender Erwägungen auch in den Land- ----- - , . „ ... a ... o f tagen gebildet. Mit einem Erlasse des Ministers Holler stand des Staatssekretärs des Reichspostamtes politische Lagesschau. Die Franzosen in Marokko. „Von zuverlässiger Seite" geht den „Bcrl. N. N." aus Casablanca folgender Kabelbericht zu: . T' Amade handelt noch immer gegen die Instruktionen der französischen Regierung, nach denen er die Grenzen des Schaujagebietes nicht überschreiten und im Thronstreit zwischen Abdul Asis und Mulay Hafid neutral bleiben soll. Tie französischen Truppen lagern zurzeit außerhalb des Schaujagebietes auf dem Boden der Dukalastämme jenseits des Flusses Unter Rebia etwa 90 Kilometer südwestlich von Casablanca. In dem franz. Lager bei Bisneka 25 Kilometer südwestlich Rabat erhalten französische Soldaten, die Abdul Aps auf seinem Marsch begleiten sollen, maurische Kleidung. Tie Stämme des Hinterlandes von Azemur und Mazagan, durch bereit Gebiet Abdul Asis auf dem Wege nach Marrakesch ziehen muß, beschlossen, jeder neuen Einmischung der Franzosen in die inneren Ängelegeltheuen Marokkos außerhalb des ochauja- gebietes mit Waffengewalt zu begegnen. Falls Abdul Asis in der Tat mit Hilfe französischer Truppen den Urner Rebia überschrcuen und in den Süden Marokkos einbringen sollte, sind schwere Kämpfe, unter denen der deutsche Handel in Casablanca, Mazagan, Sasi und 9ftugai»r erheblich leiden wurde, nicht zu vermeiden. Die Deutschen Casablancas wünschen sehnlich die Wiederherstellung geordneter Zustande in Casablanca und Umgegend, um in Ruhe ihre geschäftliche Tätigkeit, die jetzt schweren Sckaden erleidet, ausüben zu können. Sie sehen aber infolge des Vorgehens T'Amades noch kein Ende der unruhigen 23ct> zu einem Reichsverbande aufgegeben. Es soll gestattet werden, daß die BezirkSvertreter zu einer gemcmiamen Be sprcchung der Standesfragen zusammenkommen dürfen. Der bayerischen Abgeordnetenkammer und dem bayerischen Landwirtschaftsrat ist heute auch der bayerische christliche Bauernverein gefolgt und hat gegen den Plan einer Elektrizitatssteuer eine Protest-Reso- tution angenommen. Ausland. In Malmö ging am Donnerstag die Trauer-Prozession für den ermordeten englischen Arbeiter vor sich. Tie übrigen von dem Attentat betroffenen englischen Arbeiter, die an dem Wunsche, nach England zurückzukehren, festhalten, wurden unter starkem Polizeischutz an Bord eines Dampfers gebracht. Gestern wurde das jung-sozialisttsche Organ Nyafolkviljcm beschlagnahmt. Ter Chefredakteur und der Herausgeber wurden verhaftet. Der itaL Unterrichtsminister Rava hat die Absetzung verschiedener Beamten wegen Unregelmäßigkeiten verfügt. Weitere Maßregelungen schuldiger Beamten stehen bevor. Ferner hat der Untersuchungsausschuß ernste -schuld- motive gegen'den früheren Minister Baecelli auf- gedeckt. Baecelli hat sich ähnlicher Vergeudungen schuldig gemacht, wie sie dem Exminister Nasi zum Vorwurf gemacht worden sind. Tas Blatt „Avanti" verlangt, daß gegen Baecelli dieselbe Prozedur wie gegen Nasi angewendet werden soll. Die „Gazetta di Torino" veröffentlicht ein Interview mit einem römischen Prälaten, daraus geht hervor, daß eine Aussöhnung zwischen dem Papste Pius X. und dem Kardinal Rampolla stattgefunden und der Papst die Bedingungetl des Kardinals angenommen hat. Tie Bedingungen betreffen erstens Verweigerung jeder Konzession für italienische Katholiken, welche eine Aussöhnung mit der italienischen Monarchie anstreben; zweitens Eröffnung von Unterhandlungen mit Oesterreich, um dieses zu veranlassen, Verzicht auf sein Vetorecht bei Papstwahlen zu leisten; drittens Rückkehr zur Politik Leos XIII. Der Prälat fügte hinzu, daß Aenderungen in der inneren Verwaltung des Vatikans folgen werden. Die „Jtalie" meldet als eine Folge der vatikanischen Gerichtsreform die Einführung von vatikanischem Stempelpapier zu einer Lira den Bogen. Da jede Diözese beständig Hunderte von Angelegenheiten mit dem heil. Stuhl zu erledigen hat, so wird der Verbrauch des Stempelpapiers der päpstlichen Kasse bedeutende Einkünfte erschließen. Auch für Gesuche um eine Audienz beim Papst soll vermutlich das künftige Stempelpapier zur Verwendung gelangen. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Der Mann, welcher auf dem französischen Dampfer „Sidon" auf den Flügeladjutanten des Sultans S a d i k P a f ch a ein Attentat verübte, versuchte bei seiner Festnahme den Dampfer in Brand zu setzen, doch wurde eine größere Gefahr beseitigt. DieMobilisierungder kleinasiatischen Rediffs für Mazedonien umfaßt 28 Bataillone. Außerdem ist das Marineministerium beauftragt, vier oder fünf Kanonenboote zur Küstenbewachung nach Saloniki zu senden. Durch Bombardement ist fast ein ganzes Stadtviertel der pers. Stadt T ä b r i s z e r st ö r t worden. Die Horden Rahim Chans bestehen aus Halbwilden, die von neuem rauben und plündern. Am Donnerstag begann das Bombardement von neuem. Die revolutionäre Bewegung hat alle persischen Provinzen erfaßt. In Teheran rauben Truppen aus Mangel an Proviant mit Beleidigung gegen H.; neroo nehme ich hier. iQbr zuruck. Ps, D. । vom 16. Juni hat jetzt auch die preußische Regierung diel gegen die O rgan i s a t i o n der Postu nte rbe amten Regierungspräsidenten aufaefordert, diesen Fragen Beach- - ----'ott aeftattct tung zu schenken und durch die Kreisärzte im Benehmen mit einzelnen Gemeindevorstehern, Geistlichen, Aerzten, Lehrern, Hebammen, Gemeindeschwestern und L^ndpflegennuen die Frage der Säuglingsernährung im allgemeinen, der Stillhäufigkeit, der Ursachen des Nichtsrillens, der Ernährungsweise der Kinder durch Tiermilch und bei Elchmangel durch Ersatzstoffe im besonderen festzustellen und über die Mängel der Ernährung auf dem Platten Lande auch die Aerztekam« mem und die provinzialen Medizinalkollegien zu hören. Von Hessen ist in dieser Auslassung der genannten Zentralstelle nicht die Rede. Bei der starken ländlichen Bevölkerung unseres Landes aber und ihrer außerordentlichen Bedeutung für unser gesamtes Staatswesen ist es durchaus nötig, daß auch hier etwas geschieht und auch für unser Land Unterlagen geschaffen werden sowohl zur Beurteilung der Ursachen der Säuglingssterblichkeit in den einzelnen Kreisen als auch namentlich Einblicke in die Ernährungsverhältnisse auf dem Lande gewonnen werden. Es handelt sich hier um eine Frage von höchster sozialhygieni- scher Bedeutung, um einen Teil der großen sozialen Frage! Technische Erklärung bes Zeppelinschen Mißgeschickes. Von Oberingenieur Ernst Valentin, Schriftführer der Flugtechnischen Geselljchaft in Berlin. (Nachdruck verboten.) Der Grund, der den Grafen Zeppelin am 15. d. M. zur Umkehr veranlaßte, war das Versagen eines zur Motorkühlung gehörigen Ventilators, an dem ein Flügel abbrach. Mit der Kon- lcuktion des Luftschiffes selbst oder der zu seinem Antrieb benützten Taimlermotoren Hal dieser in technischer Beziehung ganz unwesent- lid)e Zwischenfall nichts zu tun. Er gehört vielmehr zu denjenigen Umständen, die in den ersten Wochen bei einem neuen Automobil- ivagen, Motorboot oder Motorluftfchiff nicht zu den Seltenheiten gehören. Kleinere Materialsehler oder Nachlässigkeiten bei der Diontage, wie sie die Franzosen bezeichnenderweise Ja miss au point" nennen, werden so lange unvermeidlich fein, als man sich bei der Auswahl des Materials auf Menschen verlassen muß und als die Montage hier auch von Menschenhand erfolgt- Es irrt eben der Mensch, so lange er strebt. , . Es zeugt übrigens von dem technischen Verständnis Zeppelins unb seiner Ingenieure, daß sie trotz der geringen Bedeutung, die der Bruch des Venttlatorflügels auf den Betrieb des Motors ausübt, nicht iveiter gefahren sind. Es wäre andernfalls möglich gemeßen, daß der Motor sich bei der verlängerten Dauerfahrt überhitzt unb Schaben genommen hätte. Tie Fiinktion des Ventilators ist etwa folgende: Die Daimlermotore werden dadurch m Um- drehung versetzt, daß in einem oder mehreren geschlossenen Zy- linöern die benützten Gase komprimiert und ziir Entzündung gebracht werden. Durch tue dabei entstehende Explosion wird bann ein Kolben in bem Zylinder bewegt, der die Kurbelwelle in Rotation versetzt, wie dies bei den Dampfmaschinen durch den Dampf geschieht. Bei der Explosion der Benzingase entsteht eine außerordentlich hohe Temperatur, die sich dem Zylinder, den Kolben und den andern Maschinenteilen mit teilt. —te Erhitzung dieser Teile würde, loenn man sie ungehindert geschehen ließe, derartig stark werden, daß die Maschine sich bald heitzlaufen und festfressen würde. Es ist daher nötig, die Zylinder durch einen dauernd in Bewegung befindlichen Wasserstrom zu umspülen, -ta inan aber ans dem Lnftschisf kein fließendes Wasser zur Ver ugung hat, muß das heiße aus dein Zylinder kommende Waßer abbekuhll iverden, ehe es ivieder in den Zylinder eintritt, ^eje Abkühlung hübet in einem Wasserkühler statt, von der bei den Automobilen >*•> fen. (teN ÄÄ «. «"n Jute 'brüten tbeiwni<««h wtfltttaT" I1 Wem. Griff an •sen o. n blllndlln« Unterernährung aus dem Lande? Die Streitfrage, ob der Landbewohner oder der Stadtbewohner kräftiger, gesünder und leistungsfähiger sei, ist 1 uralt und viel erörtert, aber doch noch nicht völlig erschöpft. 3n neuerer Zeit sind sogar gegen die bisher als eine, unerschütterliche Tatsache htngenommene Behauptung, daß die ländliche Bevölkerung sich durchschnittlich gesuitd und auskömmlich ernährt, und in dieser Hinsicht um vieles besser gestellt sei als gewisse Bevölkernngsschichten in der Großstadt, Bedenken geltend gemacht worden. Bereits vor einigen Jahren hat Dr. Grotjahn in einer Arbeit: „lieber Wandlungen in der Volksemährung" von einer Verschiebung der einschlägigen Verhältnisse zu Un- aunsten der Landbevölkerung gesprochen. Er hat ausgeführt, daß durch die Entwickelung der Industrie, durch das Anwachsen der Städte einerseits, durch die Verbesserung der Berkehrsanstalten, durch die Vervollkommnung in der Behandlung gewisser, dem Verderben leicht ausgesetzter land- wirtsck)a ft sicher Erzeugnisse, durch die Erweiterung des ländlichen Genossenschaftswesens andererseits, viele dieser Probutte einen höheren Marktwert erhielten, als ihnen noch oor kurzem zukam. Gewisse landwirtschaftliche Erzeugnisse, die früher im eigenen Hausbedarf aufgebraucht wurden, weil sie eben nicht besser verwertet werden formten, stellten nun mit einem Male einen nicht zu unterschätzenden Bargeldwert dar. Das begriff der Landmann sehr rasch, und die Folge war, daß er den Verbrauch dieser Erzeugnisse im eigenen Hause zusehends mehr einschränkte, um soviel iDie möglich davon auf den Stadtmarkt zu bringen unb das blinkende Metall dafür einzuheimsen. Diese eigenartige volkswirtschaftliche Wandlung hatte die Zentralstelle für Volkswohlfahrt unb den Deutschen Verein für ländliche Wohlfahrtspflege veranlaßt, an die Bundesregierungen eine Eingabe zu richten, in der auf die etwaige Unterernährung auf dem Lande, als auf eine vorn sozialhygienifchen Standpunkte aus bedenkliche Erscheinung hingewiesen wurde. Die Denkschrift führt aus, daß die Zunahme der Milchkühe nicht mit der Verbrauchszunahme der Milch in den Städten Schritt gehalten hat. Es ist berechnet worden, daß zwischen 1890 und 1900 die Zahl der Nilchkühe in Deutschland von 8 700 000 auf 9 300 000 an» gewachsen, während der Milchverbrauch in den Städten von 2870 auf 5130 Millionen Liter in die Höhe geschnellt ist. hiernach ist dann ferner herausgerechnet worden, daß sich in derselben Zeitspanne der ländliche Milchverbrauch von 115 Litern auf den Kopf jährlich bis auf 54 Liter herabgemindert haben muß. Das ist allerdings eine Sache von ernsthafter Bedeutung. Die Unterernährung vieler städtr- >'cyer Voltsschichten hat leider in der Not, in unzureichender Arbeit ober auch in unzureichender Löhnung ihren Grund. Anders liegt die Sache auf dem Lande; hier treibt der gesteigerte Marktwert der Milch zur Nahrungseinschränkung unb vielleicht auch zu einer Unterernährung. Die Zentralstelle für Volkswohlsahrt wie der Deutsche Verein für ländliche Wohlfahrtspflege richteten daher an die einzelnen Bundesregierungen das Ersuchen, überall Erhebungen über diese Wandlung in der Ernährung der ländlichen Bevölkerung anstellen zu lassen. Es sollte fernerhin der Nückeinsluß dieser Unterernährung auf die Mutterschafts- und Säuglings-Für- iorge ermittelt werden. Denn davon hange nicht zum wenigsten die Erhaltung der deutschen Volks- und Wehrkraft zusammen. Nr. 166 Erstes Blatt 158. Jahrgang Freitag 17. Juli 1808 Der Stetzener Anzeige, es«™* ä , erscheint täglich, außer monatlich7öPf.,viertel- SonntagS. - Beilagen: Y ▲ M. ▲ jährlich Mk. 2^0; durch Ttetmal wöchentlich gä A Abhole- u. Zweigstellen tziehenrrZamUienblätter; MM M MX MW y 111 Ä TS monatlich 65 Pf.; durch iroetmalroödienll.Kteis. M W ■ M V UA I F | B 1/ ■ ,1 II A WV H W d,e Post Mk. 2.-viertel- sslyIvhvllvl 411 llvlUvV " vlrtichatlltcheSettfragen W M V M V yj auSmarta 20 Pfenmg. rras ” «Än.!srÄ: MUs General-Anzeiger für Oberhesfen WW Hotaftonsörufl und Verlag der BrübPtoen Univ.-Vuch- und Steindruck«»!. 8. rang«. Redaktion, Lrp-ditisn und vrucker«!: Schuiftratz« 7. Ml oormtttags 10 Uhr. immu -Ti rm— Giessen terri^1 rl5n( *//«*** XI. deutsches Turnfest. Frankfurt a. M., 16. Juli. Tas Programm des heutigen Abends, die Hauptprobe der musikalisch-deklamatorischen Festvorführung mit lebenden Bildern hatte eine noch größere Anziehungskraft ausgeübt, als die gestrige Probe des Festkonzertes, lein Platz in der Rieseufesthalle war leer. Tret lebende Bilder wurden vorgeführt.- 1. Jahn, feine Turner und ine deutsche Jugend zum Kampfe gegen die^sran- -.ösischen Unterdrücker aufrusend, die das Brandenburger Tor in Berlin seines stolzen Schmuckes, oer Quadriga, beraubt laben: oas zweite Bild, die Huldigung der deutschen Turner vor der vart Weller; in der Lu kasgememdc: Sparkasscnkontrollcur Haas, Bergwerksrepräsentant Marx, Professor Lucius, Ingenieur Oskar Klose, Unio.-Nentamtmann Weimer, Prof. D. Eck; in der IohanneSgemeinde: Eisendrehcr Karl Müller II., Fabrikant Karl MalkomesiuS. ** Dritter Hessischer und Nassauischer Theologischer Fericnkursus. Dieser theologische Ferienlurius für Pfarrer und Religiouslehrer aus dem Großhcrzogtiim Hessen und den preußischen konsistorial- bczirkcu Kassel, Wiesbaden und Frankfurt hat sich im lirch- lichcn Leben der beteiligten Gebiete schnell eingebürgert. Nachdem der erste Kursus 1904 in Frankfurt, der ziveite 1906 in Marburg stattgesunden hat, soll der dritte in diesem Jahre in Gießen gehalten werdeii. Sein Zustandekommen schien anfänglich in Frage gestellt, da die zuerst in Aussicht genommenen Bortrageitdcn teils absagtcn, teils durch Berufung an entferntere Universitäten verhindert wurden. Um so dankenswerter ist, daß die Gießener Theologische Fakultät sich bereit erklärte, die Referenten zu stellen. Es werden, wie sich dies aufs beste bewährt hat, drei Lehrgänge zu je 4 Stunden mit anschließenden Diskussionen abgehalten werden, und zwar werden vortragen Professor D. Gunkel über Probleme der Psalmen, Professor D. Eck über die historische Persönlichkeit, Vorfragen der Ehristologie, Geh. Kirchenrat Prof. D. Krüger über Werden und Wachsen des modernen UltramontaniSmus. Ter Kursus wird voraussichtlich am Montag, 19. Ok.obcr, mittags beginnen und am Mittwoch, 21. Oktober, mittags schließen. • • L an d w irt s ch a ftSk a m m e r - S 1 e n c r. Nach dem Hanplvoranschlag der Landwirtschastskammer, der vom Ministerium deö Innern die Genehmigung erhalten wird pro 1908 ein Satz von zwei Pfennig auf 100 Mark Vermögen als Umlage erhoben und ist als Ziel der 1. August d. I. bestimmt. Diese Steuer haben mir die Landwirte zu tragen. * * Aus dem Bureau des Stadttheaters. Auf die Aufführung von „W a l ze r t ra u m" am nächsten Dienstag sei nochmals hingewiesen. Die Aufführung der Novität hat sowohl im kurthealer in Bad-Nauheim, wie jüngst bei einem Gastspiel in Marburg geradezu jubelnden Beifall ausgelöst und eine Reihe der Hauptnnmmern nmrbcn da capo verlangt. Ausstattung und Zusammenspiel lucrbcn von allen Besprechungen sehr gelobt. Bemerkt sei außerdem, daß sämtliche ersten Kräfte in Haup.parlien beschäftigt sind, so daß eine in jeder Beziehung genußreiche Vorstellung verbürgt werden kann. • • Im Kolosseum beherrschen seit gestern Gebhardts Tegernseer daL Feld. Es ziehen ja viele Gebirgssänger- Gescllschaften in Deutschland herum, aber nur sehr wenige stehen auf einer so hohen Stufe, wie diese Tegernseer. Sie bieten echten Volksgesang, aber veredelt durch die künstlerische Auffassung, die sie den einzelnen Darbietungen zuteil werden lassen. Ihr Programm ist recht vielseitig; es umfaßt gemischten und Damenchorgesang, Einzelgesänge, humoristische Vorträge und selbstverständlich Tänze. TaS Schuhplattler- paar Defregger Annerl und Franz HoSp ist sehr gut und die ganze Anmut und derbreatislischc Anschaulichkeit dieses -Volkstanzes dec Aelpler kommt durch sie in vollendeter Weife zur Geltung. Der Chor verfügt ebenfalls über sehr gute Kräfte, insbesondere der Mädchenchor, der seiner Bezeichnung als ,Tegernseer Nachtigallen* alle Ehre macht. Die Solistin, 'S Lieser! vom Tegernsee hat eine prächtige und sehr kräftige Stimme, die sie geschickt onzuwenden weiß, und der Humorist der Truppe, ,ber Dachauer Sepp*, gibt einen so damischen Lacki ab, daß jedermann seine helle Freude an ihm haben wird. Dazu kommt eine prächtige alpine Dekoration, die namentlich in dem charakteristischen Schlußbild »Ein Abend am Tegernsee* großartig wirkt. Allen Freunden unverfälschten alpinen Volkstums kann der Besuch der Veranstaltung warm empfohlen werden. — Ter artistische Teil des Programms wird durch die Brüder Edison vertreten, die in ihrem zweimaligen Auftreten wahre Bravourstücke von Gewandtheit, Kraft und tollkühnem Wagemut bieten. • • JubiläumS-Schützenfest. Wie vom Schützenoer e i n Gießen mitgeteut wird, sind die Vorarbeiten für das Jubiläums-Schützenfest nahezu abgeschlossen. Am Samstag, 1. August, wird in Steins Garten em großes Festbankett statt finden, zu dem an sämtliche hiesige gesellige, Turner-, Gesang-, Krieger- und Sportvereine Einladungen ergangen sind. Ein großer Teil der Eingeladenen hat schon zugesagt. In dankenswerter Weise haben sich der Bauersche Gefangverein und der Männerturnverein bereit erklärt, durch GesangSvorträge und turnerische Aufführungen daS Feftbankelt verherrlichen zu Helsen. Einladungen werden auch an die Spitzen der Behörden, des Militärs und der Universität ergehen. Die Festordnung ivird den Gästen und Mitbürgern eine Fülle schöner Vergnügungen bieten. Als Festplatz ist das Schützenhaus und seine Umgebung vorgesehen. Ein umfangreicher Juxplatz wird allen Wünschen von Jung und Alt gerecht werden. Die Eintrittspreise betragen für einmaligen Zutritt 30 Pfennig, für Dauerkarten, die jedoch nur im Vorverkäufe bei Ang. Hdbinger, Seltersweg und Heinrich Noll, MäuSbnrg, 311 haben sind, 50 Pfennig. Tie Preise sind absichtlich so niedrig gehalten, um der gesamten Gießener Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, an dem Feste teilzunehmen. • • Kaufmännischer Verein. In den oberen Sälen des Vereinshauses fand gestern abend ein Konzert der obcrbayr. Sänger- und Tänzer-Gesellschaft Blank auS Tölz statt. Die Damen und Herren der Gesellschaft verfügen über ausgezeichnete Stimmittel und brachten ihre Lieder und Chöre in korrektester Weise zum Vortrag. Die Alt-Soli von Frau Blank, deren prächtige sonore Stimme auch in größerem Rahmen gewiß Beachtung finden würde, verdienen spez. Lob, wie auch das Baß-Solo des Herrn Leo lebhaften Beifall fand. Den Schluß bildete ein Schuhplattler, der, flott getanzt, in seiner urwüchsigen Art entzückte. Leider war infolge der ungünstigen Witterung der Besuch nur schwach. Um nun sämtlichen Mitgliedern des Vereins Gelegenheit zu geben, sich an den wirklich guten Leistungen der .Tölzer" zu erfreuen, wird daS Konzert voraussichtlich Ende nächster Woche im Vereinsgarten wiederholt, und es wäre zu wünschen, daß die guten Darbietungen das verdiente größere Interesse finden würden. • • 3um Frankfurter Turnfest. Die Turner des TurngaueS Hessen stellen sich zum Festzug am Sonntag vormittag 10 Uhr am Wendelsweg in Sachsenhausen (unweit des Lokalbahnhofs), HauS Nr. 2, auf. — Zu den gestern mitgeteilten Musterriegen aus dem Gan Heffen kommt noch eine Riege des Turnvereins Treis a. d. Lumda. — AuS Turnvereinskreisen wird uns geschrieben: Der Turnverein Gießen 1846 wird in recht stattlicher Zahl beim Deutschen Turnfest oertreten’ sein, jedenfalls auch im Festzuge. Gerade die Mitglieder des Turnvereins, der stets im Gau und Kreis eine führende Rolle spielte, dürften diese Gelegenheit zur Festigung naher turnerischer FrenndeSbande benutzen. Hiervon ausgehend wurde beschlossen, eine Musikkapelle in Stärke von 20 Mann mitziinehmen, die die Festteilnehmcr nach der Bahn bringen, in Frankfurt zum Standquartier (Essighaus) und alsdann auch im Festzug begleiten wird. Außer an den gestern erwähnten turnerischen Veranstaltungen, wird sich der Verein auch am Wettschwimmen beteiligen. * * Bon der Mainzer Direktion. An Stelle des in den Ruhestand versetzten Obirbaurats Schneider von der Eisenbahnbirektioii in Mainz ist der Geh. Baurat Schöbe rth (früher in Gießen» zum Oberbaurat ernannt worben. X Leihgcste rn, 16. Juli. Ter Gesangverein „Liebe r k r a u z", ber bis jetzt sechs Preise errungen hat, feiert nächstes Jahr sein 50 j ä h r i g c s I u b e l f e st, verbunden mit großen nationalen Gesangswettstreit. Die Vorbereitungen dazu finb im vollen Gange. (a.) Reiskirchen, 16. Juli. Heute mittag ging ein hier durchreiseuber H a n b w e r ks b u r s ch e in die Wohnung eines Arbeiters und erbrach den klciberschrank. Kinder, die ihn sahen, schlugen Lärm, so baß er verhaftet und nach Gießen ins Gefängnis verbracht werben konnte. + Hattenrod, 16. Juli. Vergangenen Sonntag feierte der K r i e g e r v e r e i n sein 25 j ä h r i g e s Stif- t u n g s f e st. Es nahm, vom herrlichsten Wetter begünstigt, einen schönen Verlauf. Nahezu 30 Vereine marschierten in dem sich nachmittags durch unser Dorf nach dem F-estplap benregenben Festzug. Die Nachfeier am Montag wahrte bis tief in die Nacht. — Seite heute ist unser Dorf an bas öffentliche Fernsprechnetz angeschlossen; die Fernsprechstelle befindet sich bei Bürgermeister Rock. -m. Friedberg, 17. Juli. (Tel.) Gestern wurde hier ein junger Mensch namens Krauthaus aus Erfurt Der- haftet, der versucht haben soll, sich in den Buchhandlungen von Bindentagel in Bad-9Lauheim und hier eine größere Kollektion besserer Merke zu erschwindeln. Er hatte in beiden Städten Wohnungen ein und durch den Umstand, daß beide Geschäfte von ihm teilweise dieselben Bücherbestellungen erhielten, wurde man auf den Schwindel aufmerksam. ? Aus ber Wetterau, 16. Juli. Gegenwärtig ist die H i m b c e r e r n t e in vollem Gang. Sie ist dieses Jahr besonders gut ausgefallen. Die Stauden sind dicht mit schönen großen Früchten bchangeti. Täglich iverden große Mengen nach Hause getragen, um sie zu Gelee ober Saft zu verwerten. Leider wird beim Eiufammelu der Früchte — namentlich durch Jtinocr — in den Heegen, jungen Fichten- beständen, wo die Himbeere am besten gedeiht und die Früchte am schönsten find, vielfach Schaden anßerichtet. Wenn auck überall Tafeln mit ber Aufschrift: „Hecge betreten verboten" angebracht sind, so wird bies doch in biefer Zeit wenig beachtet. Tie Forstbeamten müssen eben einmal ein Auge zubrücken, benn tye süßen Früchte finb boch zu verlockend und ein Verdienst für viele Leute. R. B. Dar m stadt, 16. Juli. In ber heutigen Sitzung ber Stadtverordneten wurde ein sehr bemerkenswerter Antrag Henrich und Genossen angenommen, der dahin gebt, die Bürgermeisterei möge einen Wettbewerb ausschreiben zur Erlangung von Unterlagen, auf Grund bereit ein neuer Bebauungsplan von Tarrn ft abt unter Berücksichtigung ber großen neuerlichen Verändern», gen, besonders ber Bahnhossanlagen hervorgerufenen Verschiebungen in den wirtschaftlichen und industriellen Ver- hältnissen ber Stadt, angefertigt werden kann. Ferner möge eine Kommission gebildet werden aus technisch und sozialpolitisch erfahrenen Mitgliedern, die alle Bange suche im Hinblick auf die neuen Grundlagen vor lieberweisnng an die Stadtverordnetenversammlung zu prüfen hat. h. W 0 rmS, 16. Juli. Zum Patronendiebstahl wird noch mitgeteilt: Nachdem der Tienstknecht Appenhaus am Sonntag früh ein Geständnis abgelegt und den Waffenhändler Schuler in Ludwigshafen als seinen Haupt, abnehmer bezeichnet hatte, verständigte man sofort die Ludwigshafener Kriminalpolizei, welche am Sonntag früh 5 eben auS WonnS angekommene Kisten scharfer Patronen beschlagnahmte. Weitere Recherchen im Keller führten zur Beschlagnahme von insgesamt 3000 scharfer Patronen. Weiter fand die Polizei 2000 scharfe Armee-Revolver« Patronen, Platzpatronen, soivie Geivehrpatronen Modell 1871, welche daS Wormser Regiment ebenfalls vermißte. Schuler hat die Patronen, die, loie die Militärverwaltung bekannt gibt, auf 90 Mk. zu stehen kommen, zu 50 Mk. baß Tausend gekauft. Nach seiner Vernehmung reifte Schuler ab, wohin ist unbekannt. Er hat die Patronen inS Ausland iveitei verkauft. Schuler ist vor zwei Jahren in emc ähnliche Militärgeschichte verivickelt gewesen, doch konnte ihm damals nichts nachgewiesen werden. Außerdem soll der Polizei auch daS vor einiger Zeit beim 117. Infanterie-Regiment abhanden gekommene Gewehr Modell 1898, für deffen Auffindung 100 Mk. Belohnung ausgesetzt waren, bei der Haussuchung m die Hände gefallen sein. ♦* Kleine Mittel' n . u > 5 Hessen und den N a ch b a r sl a a t e n. Im Walde bei Bodenrod wurde eine m ä 11 n 11 d) e Leiche ge'undcn. Ter Tole soll ein vor vierzehn Tagen aus der Zellenslrafanstalt Butzbad) cniroidjener Gefangener fein. — In Heidesheim schlug der Blitz ui die Arbeitsrauine der Mafchmen-Fabrik. eänulidjc Arbeuer, etwa 80 an der Zahl, wurden betäubt und zu Boden gcivoven, kamen aber ohne Ber- letzung davon. Der Eulenburg-prozeh in der Lharitee. xv. Berlin, 16. Juli. Fürst Eulenburg wurde heute in seinem Bett .iad> dem Konscrenzfaalc der Eharits transportiert. Ter Fürst sah ungemein leidend aus. Ter Vorsitzende eröffnete die heutige Sitzung in Anwesenheit der Vertreter der Presse. Berichterstatter Thiele ersucht im Hinblick daraus, daß zwei. Journalisten a.s Zeugen vernommen werben, wodurch das Prinzip des Ausschlusses der Ocffentlichkeit durch- b r 0 d) e n fei, ihn auch als Berichterstatter für sämtliche Berliner Zeitungen ruzulassen. Da der Oberstaatsanwalt und die Verteidigung hiergegen nich.s cinwenden, beschließt ber Oft» richtshos die Zulassung des Thiele. Ter Vorsitzende teilt mit, daß ihm bekannt gcivord.'ii sei, daß gestern aus dem Korridor Zänkereien zwischen den Zeugen stattaesundcn haben. Er er- sucht ganz besonders den Hoffd-auspieler Arndt, die anderen Zeugen in Ruhe zn lassen und sid) taktvoll zu benehmen. Für etwaige Beratungen der Geschworenen wird Generalarzt Tr. Scheibe fein Tirektionszimmer überlassen Medizinalrut Tr. Hoffmann glaubt für die nächsten Tage eine günstige Prvg» nvse stellen zu können, wenn heute nicht zu lange vcrhandM werden wird. » Geheimrat Schacht bittet, ihn möglichst svsort -u vernehmen, da er in der Gesandtschaft in München unentbehrlich sei. Er beschwert sich über Preß-Angriffe. Ter Vorsitzende erwidert, er werde bemüht fein, ihn so schnell als möglich zu vernehmen, heute werde sich dies aber nicht durchsührcn lassen. Bczüglid) ber Preßanansse könne er nichts unternehmen. Er und aud) aobere Prozeßbeteiligte wurden in ber Presse fast täglich angegriffen. Es wurde zunächst ber Cbcraru der Charite, Privatdozent Steyrer, aufgerufen. Tiefer bekundet, daß im Befinden Eulenburgs eine ganz bedeutende Besserung ei» getreten sei. Auch sei er geistig völlig intakt. Ein Transport nach Moabit erscheini vorläufig noch nicht möglich. Hieraus werden die beiden Schössen im Münchener Stadele- Prozeß Eichcnschien und Linninger als Zeugen über den Eindruck vernommen, den sie von Riedel und Ernst hatten. Beide erklären, daß die Zeugen ihnen glaubwürdig erschienen seien. Sic glauben nicht, daß Ernst bestochen worden sei, ebenfo* wenig, daß er Komödie gespielt habe. Bei der Vernehmung der beiden Schöffen fragte Oberstaatsanwalt Isenbicl aus eine von Justizrat Wronker ausgr- worsene Frage, warum der Fürst den Zeugen Riedel und Ernst im Münchener Prozeß nicht gegenübergestellt worden sei, den Angetlagten, ob er in diesem Falle wirklich einen Verkehr mit den beiden Zeugen bestritten haben würde. Eulenburg bejaht dies, wenn auch Ernst sofort hätte verhaftet werden müssen. Präsident: Kein Mensck) sei so schlecht, daß er einen Meineid leiste, nur um seinem Wohltäter zu sd)aden, ferner, wenn Eulenburgs Behauptungen zuträfen, müßte letzterer rein wie ein Engel, Ernst schwarz wie der Teufel sein. Ter Angeklagte: Tie Aussagen des Ernst seien für ihn ein psycholögisd>es Rätsel. Er habe gewiß seine Fehler, ferne besten EigensdZauen seien aber immer ^rcue und enthusiastische Freundschaft und seine wohltätige Gesinnung gewesen. Leider habe die Welt alles in Gemeinh.'it und Schmutz verkehrt. Er könne jedem nur raten, egoistisch zu sein bis in b.e Knochen. Tem Ernst sei 1 ebenfalls solange zugeredet worden, bis er eine falsche Aussage machte, ivorauj er nicht mehr zurück konnte. Fedensalls l-abe Ernst namentlich infolge der Androhung mit de» ^uchthause so auSgesagl. Wenn er in einem Briese an Ernst gc- ichcieben habe, es sei letzt alles verjährt, so könne et nickst sagen, wie sich dieser Ausdruck in den Brief hi n e i n g e sch l i chen ljabe. Es sei fdjon lange her und damals fei er noch kränker gewesen als jetzt. Die Verteidiger d.s Angeklagten glauben aus dem Hergang bei der Vernehmung Ernsts in München herleiten W können, daß auf ihn nachdrücklich in der Richtung seiner schlietz- lichcn Auslage ein gewirkt motben sei, insbesondere durch Justizrat Bernstein, der ihm mit Zucksthaus gedroht habe. Fusriirat Bernstein erbat das Wort zur Feüslellung des Wortlauts seiner damaligen Aeußerung zu Ernst. Der Gerichtshof beschloß, als Zeugen den Gerbermeister 9tüder aus München zu laden, der wegen Sittlichkeitsverbrechens drei 23od>cn Halt verurteilt, in zweiter Instanz jedoch seinerzeit deswegen srcigesprochen worden mar, weil der damalige Zeuge Riedel unglaubwürdig sei, ferner den Gastwirt Lang- München, der ebenfalls einmal von Riedel beschuldigt worden war. Em großer Ten der Sitzung wurde Dura» Die Vernehmungen des Angeklagten über seine Bezi l ungen zu Hofrat Kistler aus- gefüllt, für den Eulenburg in auvjeb.Unter Wnje durch die Beförderung vom einsachcn Soldat zum ©ofrat aeforgt und den er in einem bei xilticr Vorgefundenen, sozusagen den letzten Willen darstellenden Brief an den Kaiser warm der Fürsorge des Kaisers empfiehl:, iväbrenb von der fürstlichen F«' milie in diesem Brief nur mit ivenigen Zeilen die Rede ist, beit er ferner tum Testamentsvollstrecker eingesetzt hat. Ter Angeklagte erklärt, daß er mit Kistler durch den Dichter Ernst v. Wildcndruch bekannt wurde, ber ihm diesen Auf Teilzahlung kauft man reell, gut und billig bei J. JTTMANN, Giessen, Blockstrasse 14-16 ss «Nachdruck verboten.) 1. kikßtlltt KaualreichNgs-Mitilt Tel. 568. Tel. 119. Tel. 119. gegen Nachnahme. 4374 Rindfleisch Psd. 54 Pfg. B17h Mobs, Echzell (Hessen) Gemeindeeinnebmer. KfifPEE' . MAG i Gesellschaft Bremen und ist der einzige Kaffee, der von Nervösen. Herz- und Nicrenlcidenden, Blutarmen ctc. tadellos vertragen wird und keine Schlaflosigkeit erzeugt. Fragen Sie den Arzt! Prüfen Sie selbst! Lassen Sic sich davon nicht abhalten (Jurcb Verkäufer, die ihn noch nicht führen! *4355 :telcfon 3521 Frühkartoffeln Perle von Erfurt versendet mit Sack ab hier pro Zentner 4.50 M. Uebcrnahme von Kanalreinigungen und Verstopfungen in u. außer Abonnement. (4382 Perman. Abonnentenzuwachs. la. Refer. v. Behörden u. Privaten. Persönliche, erfahrene Leitung. Kostenloser Besuch nach Wunsch. Moritz Flessa, früher Theatermeister im Kolosseum Gießen. anderen Mannschaften sehr benachteiligt waren. Der endgültige Sieger war Siegen Jahn I, welcher auch den von Dillenburg gc- tiftetert Pokal erhielt. Die hiesige Mannschaft mußte sich dem Sieger, obgleich völlig überlegend spielend, mit 1:0 Tore beugen, da die Stürmerreihe vor dem Tore verjagte. Auch die Marburger Mannschaft, welche in Dr. Nikodeiüus als Mittelläufer den Haupt- Stützpunkt hatte, verlor mit 1:0 Tore. Tie Resultate sind folgende: Wetzlar Fußballklub I. gegen Dillenburg Fußballklub 3:0 Tore. Marburg Fußballklub II. gegen Siegen 1905 I. 3:2 Tore. Siegen Jahn gegen Wetzlar Fußballklub 3:1 Tore. Siegen Jahn gegen Marburg Fußballklub 1:0 Tore. Siegen Jahn gegen Gießen 1900 II. 1:0 Tore. London, 16. Juli. Bei den soeben hier begonnenen olympischen Spielen wurde im Wetturnen Steuernagel-Leipzig vierter, Wols-Hannover fünfter Sieger. Tas deutsche Militär-Luftschiff etzte am Donnerstag in Berlin seine abendlichen Uebungs- ahrtcn fort. Punkt Vs8 Uhr wurde der Ballon aus der Halle geführt. Er verblieb zunächst über dem Gelände der Luftschisfer- ubteilung, um einige Steuerübungen zu machen, dann fuhr er eine halbe Stunde gegen einen Westwind von 3 Meter pro Sekunde. Major Sperling, Hauptmann George und Hauptmann Groß, ein Öberingenieur und ein Ingenieur waren in der Gondel. Der Ballon bewegte sich in einer Höhe von 3—400 Meter mit gutem Erfolge. Es gelang ihm vorzüglich, seine Lage durch das Höhensteucr in beinahe senkrechter Haltung beliebig zu verändern. Um Vr9 Uhr wurden die Schlepptaue ausgeworfcn und der Ballon in die Halle zurückgeführt. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesse» am Samstag den 18. Juli: Trüb und Regen. Später etwas Aufheiterung. Wmdig. Wärmer. _____________________ Handel. Mainzer S t a d t a n l e i h e. Die Stadt Mainz hat die Genehmigung erhalten, den Restbetrag der im Jahre 1905 aufgenommenen 3'/rprozentigen Anleihe von 6 Millionen Mark, wovon 3 Millionen Mark noch unbcgeben sind, nunmehr zu 4 Prozent zu emittieren. Gin fetter Konkurs. In der Konkurssache Konrad Tcerlindcn in Oberhausen findet ,eht die Echlußverteilung statt. Zur Verfügung stehen insgesamt 35 000 Akk. gegenüber einer Schuld- summe von 11 338 983 Mk. Sport. — Fußball. Vergangenen Sonntag fanden in Dillenburg Ausscheidungsspiele der II. Klasse des sechslen Bez irks statt, an denen sich von Gießen die 2. Mannschaft des ^Fußballklubs 1900 beteiligte. Vorauszuschicken wäre, daß die Spiele nicht ganz ehrlich waren, da speziell Marburg und Siegen verschiedene erstklassige Spieler einschoben, wodurch natürlich die eingetroffen. (4383 D. Isenberg Wwe., VserdehaMmig, Gießen, 7 Grabenstraße 7. ißi genealogische Arbeiten empfahl. Kistler, der damals stoch * Diente, war von Beruf Zeichner. Er gab eine feste Zukunft auf, | itm die Arbeiten des Angeklagten zu übernehmen. Ter Angeklagte >be sich gesagt, er müsse für den ,/ttmen Kistler" etwas tun, fit den Fall er sterbe. Durum habe er ihn Sr. Majestät warm < :mpfohlen. Ter Angeklagte bestreitet entschieden, daß zwischen Im und Kistler sittluhe Verfehlungen vorgcnomnwn seien, gibt S aber als möglich zu, ihn geduzt zu haben. Tie Verteidiger weisen auf die Beförderung des jetzigen Geh. ' Mgierungsrats Scheeser hin, der eine ähnlick-e Karriere gemacht L l-abe durch den Reichskanzler, der deswegen ebenfalls unlauterer Begehungen zu Scheefer fälschlich durch den inzwischen verurteilten Schriftsteller Brand beschuldigt worden sei. Vor der Vernehmung des dritten Münchener Schöffen, des Chemikers Tr. Hein, wurde die Verhandlung wegen Evschöp- iung des Angeklagten abgebrochen. Hd. Berlin, 17. Juli. (Tel.) Das Befinden des Fürsten Eulenburg ivar gestern abend den Umständen nach leidlich. Allerdings war der Fürst durch die Aufregung der gestrigen Verhandlung abgespannt, aber die Temperatur und die sonstigen Symp- ‘ Lome lassen die Hoffnung zu, daß der Fürst an der heutigen Vcr- landlung wird teilnehmen können. Tas neue Krankenzimmer it weit geräumiger als das bisherige und bedeutet vom hygienischen Standpunkte aus eine Verbesserung. II. Deutsches Turnfest Frankfurt a. BI. Empfehle allen meinen Freunden, Bekannten und Gönnern während ihres Aufenthaltes in Frankfurt a. M. mein reichassorltertes Lager in Cigarren, Cigaretten und Tabak von nur allerersten Firmen des In' und Auslandes. Cigarren-Haus „Hotel ßttronprinz“ tkarlstraße 15, Ecke Niddastr. Direkt am Alb. Schumann-Theater. Nächster Nähe des Festplatzes. 2 Minuten vom Hauptbahnhof^ Bei Bedarf bitte mich gütigst berücksichtigen zu wollen. Prompte und reelle Bedienung zugesichert. Hochachtungsvoll Frühkartoffeln ö) Kilo mit Sack Mk. 4.50 liefert peßen Nachnahme ab Station Friedberg in Hessen hv16/? J. Wertheimer Dricdbcra i. H. Tclcf. 362. Bin gestern mit einem Transport Pferde letzte Neuheiten vom einfachsten bis feinsten Genre in grosser Auswahl. Billige Preise. (C^A Casseler SGhMahrik Giessen, Seltersweg 9. Urverrsvergehung. Die Maurer-, Pflasterer- und Llspbaitarbciten für die Neubesestigung des fühl. Bürgersteiges in der Löberftratze zwischen der Garten- und Goethestraße sollen Mittwoch, den 22. Juli d. Js.. vormittags 11 Uhr öffentlich vergeben werden. . Die Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen wahrend der Dienststunden bei uns zur Einsicht öffen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und nut entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. — Zuschlags frist 3 Wochen. Bw/7 Gießen, den 15. Juli 1908. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Orsginal-Drahtnreldriirgerr. Wien, 17. Juli. K'öntg Eduard von England wird am 12. August in Ischl eintrefsen. Kaiser Franz Josef wird ihm bis Gmunden cntgegcnsahrcn. Zu gleicher Zeit wird der Minister Baron Aehrenthal in Ischl eintrefsen. Rom, 17. Juli. „Jtala al Estera" will erfahren haben, daß ein Abkommen zwischen Oesterreich und der Türkei über den Balkan dem Abschluß nahe sei. Die Grundlage des Vertrages sei folgeiwe: Oesterreich verpflichtet sich, die territoriale Integrität der Türkei zu sichern und gegebenenfalls mit Waffen zu verteidigen. Oesterreich würde den Distrikt Rovibazar besetzen, um Unruhen in den Balkan- ftaaten zu verhindern. Außerdem würde Oesterreich verschiedene Privilegien in Mazedonien erhalten. Rom, 17. Juli. „Tribuita" veröffentlicht an leitender Stelle eine angebliche Zuschrift aus Tanger, die aber eher von amtlicher Stelle zu kommen scheint. Darin heißt es: Schon heute schuldet Marokko Frankreich 150 Millionen, und wenn man Frankreich erst zum Räumen Marokkos werde veranlassen wollen, dann werde Frankreich zuerst seine durch das Blut seiner Soldaten erhöhte Rechnung präsentieren. Krakau, 17. Juli. Tas Gericht verurteilte den Grafen Skarczynski zu 5 Ta g e n Ge f ä n g n i s, weil er mit feinem Automobil ein fünfjähriges Kindüber fahren hatte. reisende Hospiz Damen evang. Schwesternhaus, tiieeeeo, fobaDnewtr. 7. Inh. H. Hess. Boonstr. 31. Gerichtssaal. R. B. Darmstadt, 16. Juli. Kriegsgericht der 36. Division. Der Dragoner Karl Hirzel aus Hirzenhain von der 4. Schwadron des Drag.-Rgls. Nr. 24 mar Geireiter und hatte als solcher einen Dragoner unbefugter Weise zu veranlassen gesucht, ihm die Stiesel zu putzen. Als dieser sich weigerte, das zu tun, kam es zwischen beiden zu einem Streit, wobei der Gefreite so in Wut geriet, daß er mit einem Waschbecken auf den Gegner losschlug und ihn so unglücklich traf, daß itzm das linke Ohrläppchen abgetrennt wurde. Ter Angeklagte, 2er bereits auf disziplinarischem Wege vom Gesreilendiensl ent- i-mt wurde, erhielt für seine jähzornige Tat wegen gefährlicher Körperverletzung zwei Monate Gefängnis. Hamburg, 17. Juli. Tas Landgericht verhandelte gestern -■gegen den Werftarbeiter Drews wegen Hochv errate, begangen durch die Verteilung anarchistischer Schriften an die Mannschaften des Kriegsschiffes „Scharnhorst". Drews erhielt E5 Monate Gesängnls. Zwei Mitangeklagte wurden frei- gesprochen. Universitäts-Nachrichten. — Der Vorstand des Thüringischen Städteoerbandes hat dem Prorektor der Universität Jena zu deren 350 jährigem Jubi» . ium eine Stiftung von 10 000 Mark für ein jährliches Stipendium überreicht. — Der König von Württemberg hat die ordentliche Professur "iir Verwaltungsrecht, Staatsrecht und Kirchenrecht an der slacus- i wissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen dem i rdenllichen Professor Dr. Karl Sartorius an der Universität 1 -reifswald und die ordentliche Professur für Wirtschastslehre und . inanzwirtschast an derselben Fakultät bent Privatdozenten Dr. Robert Wilbrandt an der Universität Berlin übertragen. — Ter zum Senatspräsidenten am Oberlandesgericht zu Königs- Lerg ernannte Oberlandesgerichtsrat Eugen Ebert in Breslau i t von der juristischen Fakultät der Universität Breslau zum . hrendoltor ernannt worden. Arbeiterbewegung* Der Agrar streik in Oberitalien. Nach Meldungen unseres römischen Korrespondenten hat infolge des r.lgrarstreiks die Situation in Oberitalien und ganz besonders an den Provinzen Faenza, Forli und Ravenna einen äußerst bedrohlichen Eharakter angenommen. In der Umgebung üon Faenza kam es zwischen Truppen und Landarbeitern bereits zu äußerst blutigen Zusammenstößen, sodaß die -.ruDpen aezwungen waren, von der Waffe Gebrauch zu inachen. Vier Landarbeiter wurden getötet und eine große Zahl verletzt. Paris, 16. Juli. Im Kohlenbecken von Etienne droht rin Generalstreik der Bergleute, da die Verhand- blingen mit der Grubengesellschaft wegen Lohnerhöhung ge- s Heitert sind. Neues Saliertiaiu Neue Salz-Gurke» Neues Grünkorn eingetroffen 4379 I. BI. Schulhof. Versteigerung. Mittwoch, den 22. Juli 1908 nachut. 3 Ubr sollen tm städt. Pfandlokale Seltersweg 11 dahier die wegen rückst. Ortskrantk.-Bei- träge, Wassergeld pp. gepfändeten Gegenstände Möbel aller Art, sowie ein Pferd und 1 Fahrrad versteigert werden. 4381 Gemmecker, Pfandmeister. vermischtes. * Feuer. In Köln brach im Fernsprechbureau letzte Nacht Feuer aus, das durch die rasch alarmierte Feuerwehr au einer weiteren Verbreitung verhindert wurde. Mehrere Zimmer sind ausgebrannt. — In Brom berg wütet em großes Feuer in der Schneidemühle der Firma Felix Salomon. Ungeheure Holz- Vorräte liegen auf dem Holzplatze ausgestapelt und bilden ein Flammenmeer, dem gegenüber die Feuerwehr machtlos ist. — In Taal bei Elberfeld brannte eine znm Bahnbali errichtete Kantine ab. Unter den Trümmern fand man die verkohlte Leiche eines Mannes. Ter Erdarbeiter Comeotte wnrde unter dem Verdacht verhaftet, den Manu erschlagen und den Brand verursacht zu haben. — In Harburg brach in den Lelwerken Teutonia ein Großseuer aus, das das ganze Fabriketabllssement einäscherle. Bei den Löschungsarbeilen wurden drei Feuerwehrleute verletzt. Ter Materialschaden ist sehr bedeutend. Kleine Tageschronik. Beim Bau der Bayn von Krahenhöhe nach Müngften versagte die Bremse einer Lokomotive der Barmer Bergbahn bei einer Talfahrt und sauste mit furchtbarer Geschwindigkeit den steilen Abhang hinab. Hierbei überschlug sie sich und begrub einen Heizer aus Köln und einen Maschinisten unter sich, Tie Äkomotive wurde zurtrümmcrt. Der dRaschinist würbe g e- tötet, der Heizer konnte tödlich verletzt, noch lebend unter der Lokomotive hervorgeholt werden. In Viersen hat der frühere Gefängnisaufseher Ittenbach des Geständnis auf dem Totenbett abgelegt, daß er eine Gärmersfrau erdrosselt habe. Er wurde auf Grund von Indizienbeweisen seinerzeit zweimal zum Tode verurteilt und zu lebenslänglichem Zuchtl)aus begnadigt. Er hatte mit der J-rau ein Verhältnis, das diese nicht lösen wollte, so daß Ittenbach von seiner Behörde getadelt wurde. Am Dienstag fand die Trauung der Prinzessin Amalie von F ü rstenberg mit dem A u t o m o b il a g ent eu Koczian auf Schloß Kammburg in Böhmen, das dem Onkel der Braut gehört, im engsten Familienkreise statt. Koczian, dem die Familie Fürstenberg die Zustimmung zur Heirat mit der Prinzessin erst nach einigem Widerstreben erteilte, beabsichtigt sich als Landwirt in Tirol niederzulassen. In Leoben (Steiermark) kam cs zu starkes Exzessen der B e r g a k a d e m i k e r, die soweit ausarteten, das; 6 0 Studenten verhaftet wurden. Hierauf brachen die übrigen das Tor des Rathauses auf und demolierten alles, was ihnen in die Hände fiel. In Jußczyn (Oesterreich) ging ein furchtbarer Wolken- b r u ch nieder. Die Bewohner mürben im Schlafe überrascht. Tas Wasser drang in die Häuser. Zahlreiche Personen ertranken. Nach Regengüssen traten Schneefälle in den fte i r i s ch e n und Kärtner Gebirgen ein. Berichte der Muntzipien an das ungarische Landwirt- schaftsminifterium melden eine allgemeine Mißernte in Futterstoffen und fordern den Erlaß eines Ausfuhrverbots für Futterstoffe. Auf der Station Wienerbruck der nicderösterr. Eisenbahn stieß cüt Personenzug mit einem Güterzuge zusammen. 6 Passagiere aus Wien erlitten schwere, mehrere andere leichte Verletzungen. Garienmöbel Eisschränke Eismaschinen Rasenmäher Waschmaschinen Wringmaschinen Drahtwäscheleinen kaufen Sie vorteilhaft bei Emil Pistor Nacht, Marktstrasse 10. dsW Zum Ansehen Arulhtbriluntmin Liter von 70 Pfg. an. Gebrüder Adami 4273) 14 Mänsburg 14. Für die Ferienzeit empfehlen wir unser großes Lager in Handarbeiten. der Lharitee. erlin, 16. Juli. nnemBettMhk- 1 ,^r Fürst sah w : erotznele bie heut- ■ treter bez Press vmblick batauf, baß zu rben, imdurch bas lcnllichkeit burq, :er für sämtliche Berlir. Isanivalt und bie 9krtr beschließt ber le. Ter Vorfitzenbe te gestern aus dem fonfc efunben haben. Er c 'rnbt, die anderen ZrM nehmen. irenen mind Generalai. ffen. Webijituilrut 2: ne günstige Prve )t zu lange verhandi ialichft fvfort zu der München unentbchrlic e. erde bemüht sein, i:: ute werde sich dies ck Preßangriffe könne! tc Prozeßbelciligle ik in. er Charite, PrivaÜM et, daß im Befinde iibe Besserung tc । intakt. Ihn Transits nht möglich. . im Münchener Stobt. Zeugen über den Ginbci b Ernst hatten. A würdig erschienen p: ,d)cn worden Jet, eben- Men fragte Oberstau, fustizrat Wronkec M Zeugen Riedel und Ew gestellt roorben ffl, ‘ wirklich einen BerW Uten haben,wum n auch Ernst |o|ort to- io schlecht, baß er ltäter zu ich-^N' ^ äsen, mußte letzterer Ä’ikS-f! ei'*« V&t e lurüdtoiö M '“653s °«"'Z-Md--- it« n iU&»u«6b“K: nt ivurde- Auskuusl .ÄÄj, fachen, Fertigung von Eingaben, Testamenten, Erbschafts-Steuererklärungen, Vermögens - Verzeichn., Einziehung von Ausständen 2C. 14104 Notte, Rechtskonsulent Sonuenstraße 12 p. Ter Prokurist her Hermes-Bank in Budaixst, Ernst, sprang auf der Fahri nach seinem Sommeraufcntbalt, um sich einen Umweg zu ersparen, in der Nähe der Station Raks vom Zuge ab. Er geriet unter die Räder und wurde sofort getötet Ein Postzug entgleiste bei Vraanduk ^Herzegowina). Die Lokomotive und 5 Wagen stürzten um. Mehrere Personen wurden verletzt In Bethune (Nordfrankreich) schleuderte ein Unbekannter eine Bombe in die Wohnung eines P o l i z e i a g en t en. Durch die Explosion wurde das gesamte Mobiliar der Wohnung, bie Zimmerdecke, Türen rc. völlig zerstört Einen Automobil-Unfall erlitt der frühere KriegS- miniftcr Elicnne, jetzige Vizepräsident der franz. Kammer, in der Rähe von Argenta n. Infolge Unvorfichtigteit des Ehaufseurs stürzte der Kraftwagen um, wobei Etienne einen do palten Rippenbruch sowie sonstige innere Verletzungen erlitt. Seine Gattin wurde ebenfalls schwer verletzt, desgleick>en der Ehaufseur. In Arra s (Franko., ist die Familie Theodulc, bestehend aus Vater, Mutter und fünf Kindern, infolge des Genusses von Schierling statt Petersilie vergiftet worden. In Grandoli bei Rom drohte ein Bürger ans Eifersucht seine Frau zu erschießen. Em Karabinier versuchte den Wütenden zu entwaffnen. Dieser schoß ihn aber auf der Stelle nieder. Aus den fliehende.' Mörder gab ein anderer Karabinier einen Schuß ab und tötete ihn. In Newyork sind während eines Gewitters 8 Personen getötet und 6 schwer üerrounbet worden. Der Blitz. zerstörte in Philadelphia die Villa des Senators Elkins, Vater der Bram des Herzogs von Abruzzen. Der Sck-aden beläuft sich auf 200000 Dollars. Arn vorl)ergegangenen Tage hat die Hitze in New York 4 0 Todesfälle zur Folge gehabt In B o sto n erfolgte auf dem Zollamte, als ein Zollbeamter eine Küste mit Zündhütchen zu öffnen versuckzte, eine Explosion, durch d:e 2 Beamte und ein Lagerwärter getötet wurden. Mehrere andere Beamten wurden verletzt Ter Millionär Gastland wurde in seinem Schlafzimmer; in Buenos Aires überfallen und durch zahllose Dolchstiche zerfetzt Ein Vcrgnügungsdampfer, der von Manila nach den Eorregidorinseln bestimmt war und 75 Passagiere an Bord hatte, geriet in einen Taifun und ging unter. 25 Personen Iollen ertrunken fein. Ein Teil der Schiffbrüchigen wurde von einem die Unfall stelle passiercndm englischen Dampfer ausgenommen. Meine Italien o. Krausen abgevaßt und am Stück von 20 Pfg. bis 3.50 Mk. A. Salomon LCie. (a1T/? Decken-Stoffe, Läufer, Wandschoner, Milieus, Kissen, gezeichnet, Ueberhandtücher, Klavierdecken, Büffetdecken, Westen zum Besticken. Sachgemäße Anfertigung aller gewünscht. Zeichnungen, i. Salome» 8 Cie. (a17/? Einmachzucker 10 Pfund Mk. 2.20, wenn im Laden abgeholt. H. F. 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