Montag 1«. März 1908 138. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 64 ErstkU fit mit einzubeziehen. srz I Dentseher Reichstag. Sitzung tont 14. Mavz. scheint ISgNch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener LamlNenblStter" werden dem AnzcigerE viermal wöchentlich beigelegt, das *KrcisbIatt für den Kreis Gietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. Zur Beratung steht zunächst der Etat des Reichstag?. Hierzu liegt eine Resolution Gamp vor, die GeschrftsordnungsLmnnsswn zu beauftragen, VorschKge KU miachen, durch welche bte Mchstanto bei der Berichterstattung über Kvm-missionsverhandrungen bcieMgt! werden, sowie ein Antrag Spahn, den Betrag -um «out von Singer (Soz.) führte auL, di< Resolution mLsse auMWrdcn^ lich vorsichtig behänder werden. Eine Beschränkung bet Srerhert die Mächte dürften sich daher auf die Berufung eines fchweize- rischen Offiziers zum Kommandanten der mazedonischen Gendarmerie einigen. Luxemburg, 14. März. Das Amtsblatt .veröffentlicht Einen Großh. Beschluß, »-durch bet Nrinz-ssrn Maria Adelheid als der nächsiberufenen Thronfolgerin der Titel „Erv- großherzogin ton Luxemburg, Erbprinzchin zu Nassau , verliehen wird. Der Großherzog stiftete 20 000 Mk. zur Forderung sozialer ylaram 14 März. Wegen der Landtags-Anflö- sung fanden in allen Stadtteilen ernste anti-ungarische äÄ? d^NEalgerschait des nerals de Giorgis wird von kompetenter Sette mttgeteilt, daß hi> itnricnüdie Reaierung auf die Ernennung eines Italieners verzM^ha^ Italien hat sich schon vor ermger Zett erschlossen, auf die Mission in Mazedonien zu verzichten und Rotationsdruck und Verlag der BrühNchen Universttäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedttion und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: es© 51. Redaktion: e^ 112. Tel.-AdruAnzeigerDießen- Älesormsragen der deutschen Arbeiterverstcherung. Der hes iisch-nassauische Zwttgverein der G e i e IH *a f t T u sozialeReform hielt gestern eine ziemlich gut besuchte Der U^mtun9 'm Neuen Saalbau ab, der u. a. Regierungsrat Welcker, Beig. Keller und zahlreiche Stadtverordnete beiwohnten. Zctwsfenen doch sehr empfindlich. Ein Rattenkönig ton Prozessen wird die nächste Folge der : Katastrophe sein. Hiev ist man natürlich in erster.Linie auf die . Äsung der Frage gespannt, ob der Vorstand der Stockheimer Zucker- ; icbiit für den Schaden haftbar gemacht werdeii kann, welcher der , Stabt und einzelnen Personen durch die versäumte Vernichtung . bitt Obligationen erwächst. Tis Ndehrzahl der Juristen, die sich gelegentlich dazu geäußert haben, ist geneigt, eine Haftbarkeit zu verneinen. Indessen befindet sich unter den in Rothschilds Wohnung beschlagnahmtcn Papieren ein umfangreicher Vertrag, dessen Wortlaut die Situation der Vorstandsherren in sehr viel mv» Nnstigcrem Licht erscheinen läßt. Freiwillig werden diese sich natürlich zur Zahlung nicht verstehen, und bis der Prozeß ent- shieden ist, wird noch viel Wasser den Scemenbach hinunter lausen. In der Klärung der Obermockstädter Wirren findet der Kon- Rirsverwalter, Ziechtsanwalt Sandmann - Hungen, eine seines Scharfsinns würdige Aufgabe. Hier liegen die Dinge so, daß Die Genossenschaftsmitglieder am Orte selbst durchweg wenig bemittelte Leute sind, während in den Nachbarorten manche sehr wohlhabende Herren dazu gehören. Einem Lehrer N. in R. hat man dieser Sage die Summe von 80 000 M. mit Beschlag belegt; sie war ihm icft kürzlich durch eine Erbschaft aus Amerika zugefallen. Es ist em- der unbegreiflichen Härten des Gesetzes, daß ttder Gläubiger das Recht hat, ,ick an irgend ein beliebiges Mitglied, das er sich heraussucheii kann, mit seiner Forderung iu halten. Als das vor 20 Jahren, geichaffene Genossew- chastsgesctz bekannt wurde, äußerten einsichtsvolle Leute, es arbeite nur den Wucherern in die Hände. Man überlege: Tas Gesetz verbietet die Hingabe von Darlehen an Personen, sie nicht Mitglieder der Kchse sind. Wer nun Geld bedarf md das Risiko d^ Mitgliedsckstlst nicht auf sich nehmen will, )emi ist. dieser reelle und solide Weg der Geldbeschaffung ein- iach verschlossen, lind wie groß das Risiko werden kann, zeigt gerade der vorliegende Fall. Es ist freilich wesentlich geringer jei den Genossenschaften mit beschränkter Haftung, und voraus- iichtlich werden iwch manche dem Friedberger Beispiel folgend sich in eine solche umwandeln. Allein gerade aus der unbe- ichrmitten Haftung beruht die hohe Kreditfähigkeit dieser Institute, und nach der Unttvandlung werden die Einlagen mit der verminderten Sicherheit ohne Zweifel spärlicher zufließen. Zn Büdingen arbeitet die Kreditkaise, c. G. ml u. H-, seit Zähren mit bestem Erfolg; alle Personen, die mit ihr anstatt mit dem Lanthans Wertheimer gearbeitet haben, sind vor ledern Verlust bewahre geblieben. Es liegt eine tragische ^wme Darin, daß der Rechner dieses Instituts durch eine Bürgschaft, die er aus persönlicher Gefälligkeit für .Herrn Thoma-Lorsbach ein- Ling, trotzdenv einige tausend Mark verlieren mußte. Die gerichtliche Untersuchung wird inzwischen eifrig betrieben. Ter verhaftete Prokurist Acker hatte gestern wieder ein mehrstündiges Verhör vor dem Untersuchungsrichter, LaM>- gerichlsrat Wchner, zu bestehen. Dagegen fehlt von dem Hauptschuldigen Rothschild noch jede Spur. Vielleicht tut der inzwischen erlassene Steckbrief doch noch seine Wirkung. An Deutlichkeit läßt er ja nichts zu wünschen übrig; insbesondere das „besondere Erkennungszeichen: trägt Zwicker", geeignet, ied» Verwechslung und jeden Zweifel auszuschließen. Oder nicht. Gießener Anzeiger Gmeral-Anzeiger für Oberhessen in Südwestasrika. Deutsches Ueieh. Berlin 14. März. Die Nachricht eines itatten. Blattes, daß der Re ich s k a n z l e r F u r st B ü l o w an der Begegnung Kaiser Wilhelms mit König Viktor Emanuel in Venedig teil- ÄtÄ Ä finVet M&njü L, Kanzler und ebenso der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes sind also nach dem Stande der parlamentarischen Beratungen nicht in der Lage, gerade in diesen Tagen.Berlin zu ver affcn. Daaeaen ist die weitere Bemerkung des italienischen Blattes, aud) politische Ang-l°g-nh-it bei der Entrevue zur Spraqc kommen dürsten, nicht unzutresiend. sr f e r D r b n e t e n __ Der Maaistrat und die Sta d tv er o r cin er cn oon Rirdorf haben gestern einstimmig beschlossen, Die vorgeschlagene Abänderung des Namens Rixdors in Hermannstadt abzulehnen. Nach der Katastrophe. x Büdingen, 15. März. Drei Wochen sind seit dem Zusammenbruch des Bankhauses ÜOertheimier u. Co. verflossen, und noch läßt sich die Größe des Schadens auch nicht annähernd überfeljen. Muß man die Konkurse !iü Gießen (Burk) and) noch auf das Schuldkonto 'Rothschilds setzen, si> wird an zwei Millionen kaum etwas fehlen. Der Kvnkurs Ül-indewald (Friedberg) kann nur insofern mit dem hiesigen Bank- käch in Verbindung gebracht werden, als zahlreiche Gläubiger, baburd} ängstlich gewordm, auf Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten beäugten; mit Rothschild haben die Brüder Bindewald keinerlei geschäftliche Beziehungen unterhallen. Hier hat, wie sich voraussthen ließ, nachdem die Faschings- siiMNung verraucht, an Stelle des Galgenhumors vielfach eine nur p begründete Niedergesckstagenheit Platz gegriffen. Während sonst bei einem Unglückssall im Llnfang meist die Zahl der Opfer über- tncben zu werden pflegt, haben wir hier die umgekehrte Erscheinung: tiglid) werden neue Verluste gemeldet, täglich neue Spitzbübereien b-kannt. Dabei sck-euen sich noch manche, ihren Verlust anzumelden, bd sie die betreffenden Kapitalien nicht versteuert hatten. Es . . nMg ja auch recht unangenehm sein, nach Verlust des Geldes auch . »och wegen Steuerhinterziehung bluten zu müssen. Wir haben imher der Manipulation mit den Hessen-Phillppsthalschen Ob- . gationcn gedackst, die langst zurückgezahlt waren, aber, mit einer -.hstempelung versehen, laut der sie bis 1911 unkündbar sein sollten, I »riebet m das Publikum gebracht wurden. Nicht nur die Stadt i ift in dieser Weise geschädigt worden; mancher hat erst hinterher j ju seinem Schrecken die Entdeckung gemacht, daß die vermeintlich so ioliden, 4Vr Pwzentigen Papiere nur noch gut sind, um Feuer Damit anzumachen. Einzelne haben sehr bedeutende Beträge in diesem wertlosen Minder angelegt. Eine dreiköpfige Familie, g bte fetthct gemächlich von ihren Renten lebte, ist gänzlich verarmt; oa in den 30 er Jahren stehende Sohn, der seither ohne Beruf nut dem Jagdvergnügen nadj-ging, muß in Stellung gehen. Ein Alegreßanspruch an die Philippthalsche Standesherrschaft erscheint i ach Dem Wortlaut der Schuldverschreibungen ausgeschlossen. - Inders steht es mit den Kommunal-Obligationen einiger Nach- lavgemeinden, denen daS Haus Wertheimer u. Co. Anlechen ver- rrittelt hatte. Auch hier hat Hofrat Rothschild größere Summen, I tie er von den Gemeinden zur Rückzahlung erhielt, unterschlagen, und den Gemeinden wird nichts übrig bleiben, als noch einmal in den Beutel zu greifen. So verliert Altenstadt 4000 M., ein 1 dortiger Ortsbürger Sch außerdem noch 7000 M. Auch die Ge- x ncetnbe Lindheim scheint ähnliches zu argwöhnen; wenigstens sor- iert sie alle Besitzer von Schuldverschreibungen, die auf ihren I ’Jhmcn lauten, zur Meldung auf. Für die fürstliche Reittkammer bat fick) nachträglich noch ein Verlust von 17 000 Gulden heraus- ntfteUt; sie hatte Den Betrag an Rothschild zur Einlösung von Schuldverfchreibmigen ausgezahll, aber trotz wiederholten Drängens uic angeblich eingelösten Obligationen nicht erhalten können. — Äschädigt sind auch zahlreiche Handwerker und Lieferanten, bei senen Der Hofrat natürlich unbegrenzten Kredit besaß. Handelt .s sich auch meist um kleinere Summen, so ist der Verlust für die Berlin, 14. März. Dem Reichstage ist zugegangen I'in Zweiter Nachtraasetat. Darnach werden angefordert in Dem orDenllichen Etat bei dem Kapttel „Verwaltungen des Reicks beere s" als fortdauernde Ausgaben noch 385 345 Mk. infolge der unerwartet hohen Aretssteigerungen der Leinen- und Baumwollstoffe; ^i dem Kaptte^Reichspoft und Telegraphen Verwaltung 510 000 Mk. für Die C?rhnbuua der Vergütung bei den Postagenturen, in dem außerordentlichen Etat bei Dem Titel „Reichs-Kolontal- amt" 7 800 000 Mk. als Zuschuß $u Den Verwaltungsausgaben Abg. Frhr. v. Richthofen "(fonf.)' unterstützt den letzten Wunsch de» Vorredners und erklärt sich g e g e n die Einrichtung einer offiAiellen Kommission. Auch dürsten den Vernl)terstatterri keine Norwattv^ bestimmungen für ihren Bericht auferlegt werden. Wünschens wert sei, daß, wie cS auch im Abgeordnetenhause der Fall ist, die Namen der Redner nicht genannt werden. (Beisau.) Berichterstatter Abg. Dr. Paasche (nl.): In bezug auf das Krankengeld für Hilsöbeamte wird genau nach än gesetzlichen Bestimmungen verfahren. Eine toetterc Steigerung der Bezüge der Hilfsbeamten ist deshalb nicht möglich, weil sie nahezu die VeFge der etatsmäßigen Beamten erhalten. Die Pensionen für LiliSkräfte werden nach denselben Normen bemesien, wie sie für die Beamten Gleitung haben. Dtt Vefoldung^orläge wir auch entsprechende Erhöhungen der Bezüge der Hilfsbeamten 6t"6 M». Dr. iZtr.): t , ... Die Öffentlichkeit der KommtssionSverhandlungen darf mchr ausgeschloffen werden. Ich habe nicht die Empfindung, als ob in der Kommisston zu viel Sachen vertraulich behandelt würdem Durch Zuziehung von Stenographen wurde eine zu große Be lastung entstehen. Gegen kleine Irrtümer bei der Derichterstat tung darf man nicht zu empfindlich sein, dagegen muffen sich dre Berichterstatter von Gehässigkeit in ihren Berichten freihalten. Abg. Dr. Müller-Meiningen (freis. Dp^: Wir sind unter allen Umständen gegen einen Ausschluß der Oeffenilichkett. Ich hatte eS für unbedingt notwendig, daß wemg- stens bei wichtigen Debatten die Stellungnahme der Parteien feft- gelegi wird. Jur eine offizielle amtliche Berichterstattung sind wir nicht zu haben. Wir haben damit bei den Zolltarifdebatten keine guten Erfahrungen gemacht. (Beifalls Die !Bortmlrfe,. d,e Herr Singer den anderen Parteien be^glich des D i S k r e t i o n gemacht hat, waren durchaus mcht am Platze, er hatte sich ruh»« schenken können. Daß er in soinem .Vorwärts eme Ideal- etnrichttmg sicht, ist begreifttch, wenn ihm cmck die anberen Par- teim nick?beistttnmen. (Lachen der Soz.) Wir t*e &ber Bezüge der Hllfsbeamten. Wir danken dem Prast- und dem Bureaudirekwr, daß er für bte SIbgeocbneten eme Reihe von Bequemlichketten genhaffen hat. Wir hos- fen, daß hja Heiden Herren auf diesem Wege lortschretten. ^Vei- faK)' Wg. Gröber '(Zentt.)' . wünscht eine Regelung der rechtlichen Stellung deS Präsidenten gegenüber dem FiSkuS. Ein neuer Hauptkatalog sei notwendig. Abg. Dr. Spahn (Zentr.) beantragt, die für die Anschaffung von Büchern und Zeitichrlsten ausgesetzte Dumme von 80.000 Mark auf 38 000 Mark zu er* höhen. *' Professor Dr. Stier-Somlo hielt einen längeren Vortrag über Die Reformaufgabcn der deutschen Arbeiter-VersicherungS- gesetzgcbung. Einen radikalen Ausbau und Aufbau der Ver- ficherungsgesetze hielt er auf absehbare Zeit unmöglich. Der Redner erklärte sich in seinen objektiven Ausführungen für materiell* rechtliche Verbesserung der Gesetze im emzclncn und Ausbau der Gesetze nach Maßgabe der neu auftauchenden Aufaaben, so Ausdehnung auf die Witwen- und Waisenversorgung, Einführung der Arbeitslosen-, Privatbcamten- und Der Mutterschaftsversicherung usw. Aber Die materiell-rechtliche Verbesserung muh darauf Rücksicht nehmen, daß die Versicherungsgesetze nicht wttl- kürlich gemacht sind, sondern sich in ihrer verschiedenartigen Ausgestaltung den verschiedenen ihnen obliegenden Aufgaben anpassen. Wohlfahrtseinrichtungen. Chr iftiania, 14. März. In dem, am Nachmittag. im Schloß abgehaltenen Staatsrat reichte daS M in i st e r i u m fc t n c Demission ein, die der König annahm. Der Komg erachte die vv^vw™. o 77-L—--x r ■ . Regierung, vorläufig im Amte zu bleiben. Das Abschiedsgeiuch Die wesentlichen Verbesserungen, die man mit der Zusammen-1 ^y^e mit der gestrigen Abstimmung im Storthmg begründet, legung der Drei Versicherungszweige erreichen will, kann man ^as Ministerium hat dem Könige geraten, sich wegen der Neu- aui anderem, weniger schwierigem Wege erreichen, wie der Redner hbldung des Kabinetts an den Präsidenten.des Storthii^, Gunnar an einigen Beispielen nachweist. Die vom Redner sodann er- K^dsLn, zu wenden. Der König hat diesen Rat befolgt örterten auszuführenden Verbesserungen erstteben in materiell- m • = März. Der „Figaro" Dementiert Die Nachrechtlicher Beziehung zunächst AusDehnung Der Versicherungsgesetzez^önig EduarD feine Kreuzfahrt im Mtttelrneer mindestens auf dem Kreis, der der 3ntoIt^)entorfl^^erung5Wt^^t a^Legt6c|t ^e. Königin Alexandra wird zwischen dem unterliegt. Im einzelnen fordert er Einbeziehung Der DiEtk 25 ^ und 30 März in Toulon eintreffen unb mit Dem König boten, der lanDwirtfchaftlichen Arbeiter Idie der Redner als emes ^nn Kreuzfahrt antreten. König Eduard wird der besten Mittel zur Bekämpfung der Landflucht bezeichnet), unb ^S^ai ln SarSon zurück erwartet. Der Dausgewerbetteibcnden in die Krankenversicherung, ber An- 9 b 14 März Die , Daily Mail" meldet aus Te- MÄÄ unb bemUy «ment TÄXtrn« aUi »Hint U.. Ä LL°e-^ BLL-'Le mm t ° «n fpitiauna ber Hilfskaffen sei untunliü), es genüge eine Aus-! Japan 21400 Pen zu bezahlen und dw Massen zurückzubehaltQl, Dehnung des KmttrollrechtS ber Aufsichtsbehörden. Auf Dem Ge- welche die Ladung des Tatfu-Maru brldeten, desgleichen 10000 biet bes Orlskrankenlafsenwefens fei die Schaffung großer gemein-! Taels Liegegelb. Man erwartet, daß der Tatsu-N^ru am 1.5’ a i ferner Krankenkassen notwendig (Bezirkslrankenkaslen). Bei der freigelassen wird - Sapmr willigt ein, Bch^mungen Nnsallversickeruna ist Dr. Stier-Somlo der Ansicht, daß die erlassen und m Kraft zu setzen, dieb em.massen unu -ucu Arbeiter in die ^Verwaltung ausgenommen werden und in,olge- nitionshandel ton J^an nach China Vorbeugen sollen, des sen auch zur B ei trag sl c iftu ng mit Der Hälfte ber Beiträge heran- lehnt .es aber, ab, das Territorium von Macao ut diese Begrenzung gezogen werden müssen. Anstelle des Bettiebsunsalles allein müsse der Unfall allgemein als entschäDigungSpflichttg gemacht werden. Bezüglich ber Höhe ber Renten sei eine Verkürzung Der Unfallrente und eine Erhöhung der Invalidenrenten notwendig, fer* ner Die Einbeziehung von Berufskrankheiten m den Unfallbegrisf. Der Redner erörterte sodann die Frage ber Beitragsleistungen von Arbeitgebern unb -nchmern unb die notwendige Beseitigung der Mängel beim Jneinandergreifen der verschiedenen Versicherungszweige, und bann zum Schluß eine Vereiiihettlrchung der letzt -7. In ber Diskussion führte Herr Fourier aus, er fei von Uhg. F^hr. v. Gamp (Reuyspariei) begrmidet seine Reso-, ben Ausführungen bes'Vortragenben enttäuscht, da er nicht von Die Herausgabe amtlicher Be-ncyte sei untunlich, ebcnio ber Zusammenlegung ber Drei großen Versicherungszweige sondern dtw stenographische Berichterstattung, die der Budgetlommisiwn MÄ". "“Ä » L ÄÄX* Ä£L ÄttÄ? $ = 1f erM«nn (nttt.) sühn- «u§, °m- Norberte unbedingte Erhaltung des Selbftviwwaltungsrechts der Kvmmissionsberatungen als Prinzip könne nM eingefuhrü werden. Arbeiter in ben Krankenkassen. Ferner sprach er für Beseittgung einer objektiven Berichterstattung fehle es, weil die Bericht der Betriebs-Krankenkassen usw. unter alleiniger^ewehm>I ung durch Parteimänner erfolge. Ob es wünschenswert sm, tung der Ortskrankenkassen. Bei ber bevorstehenden Rescmn der Formativoestimmungen anzunrhrnen, möge die Gefchästsordnung^ »saa »-k w ö«,>"">». ”» ä" £ 8M ®L M £««*> »Ä» * "SSH1 K'aKZ ßinfommen Der Grundbetrag ber Krankenrente müsse erhöht und der Abgeordneten m ihren^Handlungen wolleseine Partei cht. die Sckwanaerschaftsversicherung eingeführt bezw. erweitert werden. $)ätte er die Begründung des Abgeordneten Gamp vorher gehört, Schlleßllch^dorderte er^noch Umgestaltung des § 50 des Kranken- lviirbc « cs sich überlegt haben ob er die Resollttion unter- 1 versicherungsgesetzes. schreiben solle. Mit der Berttaulichkett bei diesen Mitteilungen ' ,onun aut6 ** aus die Ausführungen der Redner näher evm Lusbesondere wider- stenographen Sutei^werden. leate er die Ausführungen des Herrn Fourier, daß 1906 schon' fionva Vorarbeiten für eine Reform ber VersicherungSgesetzgebung im Sinne ber Zusammenlegung von der Reichsregierung gemacht gewesen. Dwfe Reform wolle man allseitig, aber erst müßten die materiell-rechtlichen Vorbedingungen dazu geschaffen werden. !Ein" Kisch- Würdigung .des V°-ir°°s ist uns Bon Dr. Biermer freundlichst in Ausnckt gestellt worden. Red.) Baue 23.; «°°. a"- i allen m-aB; e von 21DS-J* 6„ und A* pieren u. Ware» o-uDgen. ionsfrei«; ■eciinuug81 tzen. ffr > ligatiolie”,S0^ D0U2. ” 4 ,1 .tr von 1 ar** mt (ba/,) sivn u sherdi Konstrnki b leihweise jigenieir ri Fertsi ehmD 'ÄsS auiP-likallG'p (Beifall links.) Darnit ist der Etat deS Reichstags erledigt. Verwaltung der Reichseisenbahnen. Abg. Dr. Müller-Meiningen (freis. Vp.): Abg. Böhle (Soz.) ordert Besserstellung der Eisenbahnarbeiler. Der Redner weist darauf hin, daß über die Hälfte aller Arbeiter und Beaurten Sozialdemokraten seien. Der Chef der Staats' Verwaltung solle das wohl überlegen, wenn er mit den schärfsten Mitteln die sozialdemokratische Agitation zu unterdrücken suche. Der Redner erhebt weiter Protest gegen Matzregelungen von Arbeitern, die zur sozialdemokratischen Partei gehören. Die Geduld der Arbeiter habe schlietzlich auch ein Ende. (Beiiall der Soz.) Eiseubahnminister Breitcnbach: Durch die Kette von Drohungen deS Vorredners laste ich mich von meinem Standpunkte nicht abbringen. «Beifall rcchts.) Seine Beschwerden werden gepriift werden. Ich habe den Eindruck, datz der Abg. Böhle jede Matznahmc, die die Eisenvahnverwaltnng iw Interesse der Wohliahrr ihrer Angestellten getroffen hat, geflissentlich heruntergerissen hat. Daher klären wir die Beamten und Arbeiter darüber auf, wie gefährlich es ist, sich von der Sozialdemokratie nm« garnen zu lassen. (Lebh. Beifall rechts. Lärm b d. Soz.) Bezüglich der Fahrkarten st euer habe ich ausgeführt, datz nach den Ev tahrungen, die wir während eines Jahres gemacht haben, es zweifellos ist, datz die heutige Gestaltung dieser Steuer einen sehr ungünstigen Einflutz auf den Verkehr au»' geübt hat, insbesondere inbezug auf die Abwanderung nach den unteren Klassen. streite ich ganz entschieden. Datz wir alle Angestellte»! nicht be« friedigen können, das wissen wir. Jedoch haben wir ein ostenes Ohr für die Wünsche unserer Angestellten. Es ist nicht notwendig, datz uns diese auf agitatorischem Wege zugeführt werden. Abg. Schwabach (natl.) weist darauf hin, daß ein Jmprägnierungsverfahrcn erfunden toov den sei, wonach auch buchene Hölzer zum Gebrauch für Schwellen nutzbar gemacht werden können. Man sollte von diesem Versah- ren ausgiebigen Gebrauch machen. Das würde im Interesse unie- rer deutschen Forstwirtschaft liegen, weil wir dann einen großer Teil der Schwellen aus unseren eigenen Hölzern herstellen können und hierzu nicht mehr fremdländische Hölzer brauchen. Auf eine Anfrage erklärt Minister Breitenbach daß ihm die Umgestaltung der Mülhausener Bahnhofsanlage be« sonders am Herzen liege. Die Resolution Dr. Will wird angenommen, der Etat genehmigt. Minister Breitenbach: Wenn ich auf dem Standpunkt stehe, daß Sozialdemokraten nicht zu uns gehören, dann vertrete ich auch das allgemeine und das öffentliche Interesse. Sie können mir dankbar sein, daß ich an diesem Standpunkt festhalte. (Beifall rechts.) Unsere Beamten dürfen sich auf keinen Streik einlassen. Wenn sie es dennoch tun, dann wird sich der gesunde bürgerliche Sinn gegen sie wenden. (Beifall.) Alle Streike der Eisenbahnbeamten sind bis jetzt erfolglos geblieben. Wir halten an dem Standpunkt fest, daß die Eiscn- preußt werden. Abg. Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg (Hosp. d. Rpt.): Daß die Mißstände auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens in den Reichslanden auf die Personalunion zwischen dem preußischen und dem Reichseisenbahnwesen zurückzuführen seien, glaube ick nicht, aber auch ich meine, daß ein Vorteil für die Reichseisenoahnen nur durch Vereinheitlichung der gesamte nd eu t- schcn Eisenbahnen zu erzielen ist. Besondere MiMan.de ergeben sich bei der Verwendung der Güterwagen, die jetzt zwar im ganzen Reiche benutzt werden können, aber nach einer gewissen Zeit in ihren Heimatsstaat zurückkchren müssen. Das führr zu einer Schädigung der Industrie infolge Wagenmangels und verursacht den Eisenbahnen nur unnötige Kosten und eine umständliche Abrechnung untereinander. Nach meiner persönlichen Erfahrung ist für eine wirkliche wirtschaftliche Ausnutzung unseres Eisenbahn, wesens eine Betriebsmittelgemeinschaft durchaus erforderlich. (Beifall.) Eisenbahnminister Breitcnbach: Eine Betricbsmittelgemeinschaft im weitesten Sinne des Wortes ist ja nicht zustande gekommen. Diese Tatsache hat mich veranlaßt, nunmehr mit den Einzelstatten Vereinbarungen abzu- schlicßen, die eine völlige Freizügigkeit des deutschen Güterwagens herbeiführen sollen. Sie haben den Erfolg gehabt, daß vom Avril dieses Jahres ab auch die mecklenburgischen Staats- bahnen sich dieser Gemeinschaft anschließen werden. Auch die Verhandlungen mit weiteren süddeutschen Staaten werden hoffentlich von Erfolg gekrönt sein. Durch die völlige Freizügigkeit der Güterwagen wird dem deutschen Verkehr ein außerordentlicher Dienst erwiesen. Aus nationalen Gründen betreibe ich die Lösung der Frage, mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln. Der Ausbau der Strecke Straßburg-Basel wird eingehend geprüft. Es wird auch erwogen, die Linie durch eine neue Änfuhrstrecke auszugestalten. Die Beseitigung der Rheinbrückenzuschläge erscheint auch mir erstrebenswert. Die Löhne der Arbeiter sind nicht zu gering. Die berechtigten Wünsche sind fast alle erfüllt worden. Jetzt in der Zeit der niedergehenden Konjunktur kann keine Lohnaufbesserung stattfinden. Ter Abg. Emmel hat mich mit einem brutalen Unternehmer und einem Sklavenhalter verglichen, weil ich alle o r d n u n g s f e i n d - lichen Bestrebungen bekämpfe. Unter Ordnungsfeindlich- kcit verstehe ich in erster Linie die Neigung unserer Angestellten, sich zur sozialdemokratischen Partei zu bekennen, für sie zu stimmen und zu agitieren. Jeder Beamte und Angestellte, der sich zu dieser Partei rechnet, gehört nicht mehr zu uns. (Beifall rechts.) Ter Beamte hat einen kaiserlichen Treueid geleistet, und der Arbeiter hat sich ausdrücklich verpflichtet, sich allen ordnungsfeindlichen Bestrebungen fernzuhalten. Die Sozialdemokratie erkennt die bestehende Ordnung des Staates nicht an. (Lärmender Widerspruch der Soz. Abg. Albrecht (Soz.) ruft: Das ist Unsinn! Das ist eine Unverschämtheit!) Vizepräsident Dr. Paasche: Ich rufe Sie zur Ordnung. Wohin sollen wir kommen, wenn solche Worte im Deutschen Reichstag gebraucht lverdcn. (Beifall.) Der Antrag Gcrmp wird angenommen, ebenso der Antrag Spahn? Es folgt die Beratung der sachlichen Ausgaben. Abg. Geck (Soz.): Die Wandelhalle des Reichstages wird jetzt durch einen roten Teppich geschmückt, der dem ganzen Blockhause einen wärmeren Ton gibt. (Heiterkeit.) Hoffentlich wird durch die nächste Wahl auch der politische Bestandteil des Hauses wieder etwas mehr rot gefärbt. (Heiterkeit.) Tie Ausschmückungskommisllon sollte endlich dafür sorgen, daß die kahlen Wände unseres Sitzungssaales mit Malereien geschmückt werden. Als Sujet wurde ich die S i - tuation aus dem Januar d i e s e s I a h r e s vorschla- aen, als der Reichstag polizeilich bewacht wurde. (Unruhe.) Jenen Augenblick, als die B e r l i n e r A r b e t t e r- schaft als Prometheus das Feuer des direkten allgemeinen Wahlrechts aus dem Reichstag holen wollte. (Heiterkeit.) ^ic Speisekarte ist erfreulicherweise jetzt wieder bester au-gc- stattet, es gibt sogar kulinarische Genüffe. (Heiterkeit.) Aber schrecklich sieht es noch aus, wenn man einen Ausflug in die oberen Räumlichkeiten macht, wo die Wäscherinnen noch ohne jebes technische Hilfsmittel in primitiver Art ihres Amtes walten. (Erneute Heiterkeit.) Der Redner rühmt die Vorzüge der m o d er» nen. Waschmaschinen unter großer Heiterkeit des Hauses, bis der Präsident einschreitet. Abg. Dr. Stengel (freis. Dp.): Unsere Drucksachen werden noch in der sogenannten deutschen Schrift hergestellt. Wir sollten aber die Antigua einfuhren. (Allseitiger Widerspruch. Zurufe: Unsinn!) Ich bin sachverständiger auf diesem Gebiete wie Sic. (Heiterkeit.) Wir sollten uns endlich dazu entschließen, den anderen Kulturvölkern zu folgen. Präsident Graf Stolberg: Lassen Sie die anderen Kulturvölker in Ruhe! (Stürmische Heiterkeit.) Abg. Dr. Stengel (ftcis. Vp.): Unsere deutschen Buchstaben sind nichts Nationales.. Ich beziehe mich dabei auf das Urteil unseres alten Jacob Grimm. Präsident Graf Stolberg: Jacob Grimm gehört wirklich nicht hierher. (Große Heiterkeit.) Wir haben hier keine prinzipille Debatte über deutsche und lateintsche Schrift, sondern nur über den Etat- des Reichstages. (Beifall.) /r ,r m x Abg. Dr. Stengel (fteis. Vp.): Nur die Intoleranz der Verwaltungsbehörden ist schuld, daß drc lateinische Schrift noch nicht eingeführt ist. (Heiterkeit.) Präsident Graf Stolberg: Die Intoleranz der Vewaltungsöehörden gehört nicht hierher! Abg. Haußmann (Südd. Vp.): Die Verhandlungen mit den einzelnen Bundesstaateii über die Freizügigkeit der Güterwagen sind von größter Wichtigkeit in finanzieller und verkehrstechnischer Beziehung, da dadurch eine protze Beschleunigung des Verkehrs erreicht wird. Sie sind als erster Schritt zu einer allgemeinen Be« triebsmittelgemeinschaft zu begrüßen. Die Fahrkarten' st e u e r hat von allen Steuern am glänzendsten ent» täuscht. Sie ist ein Akt mangelnder Sie u-e rweisheit, und wir freuen un-3, datz der Minister selbst einsieht, daß eine Reform notwendig ist. (Bestall). Aber zu reformieren ist nicht viel daran, sie ist im Prinzip falsch. Es ist ein Widerspruch, bei Landes- eisenbahnen eine Reichssahrkartenstener einzuführen. (Sehr richtig'.! Das bisherige Verhalten der Reichseisenbahnverwaltilng hat ihr wenig Sympathie erworben. Daß die Reichseisenbahiiverwaltunq auf ' demselben sittlichen und st a a t s e r h a l t e n d e n S t a ii d v u n k t wie die preußische steht, ist nicht verwunderlich. Auch die bayerische und württembergische Verwaltung bekennen sich zu denselben Grundsätzen. Freilich legen wir einen viel freieren Maßstab an als Preußen. Der Ausschluß der sozial« demokratischen Literatur von den Bahnbofsbuchhand« lungeu ist eine ganz undurchführbare Maßnahme. Man befördert ja Personen aller politischen Glaubensbekenntnisie. Da kann man ihnen doch nicht vorschreiben, welche geistige Nahrung sie zu sich nehmen sollen. (Sehr richtig!) Dabei befördern die Reichseisenbahnen alle sozialdemokratischen Blätter und streichen recht gern das Geld dafür ein. Aber auf den Bahnhöfen auslegen, wollen sie sie ncht. Das ist ein lächerlicher Standpunkt. Die Eisenbahnverwaltnng selbst kann doch nicht ent« scheiden, welche Literatur gut oder böse, ist. Sie folgt nur den Denunziationen des engsten Geistes. Nächstens wird sie wohl noch eine Kontrolle über d i e Schnäpse in den Bahnhofs« wirtschaften einrichtcn. (Heiterkeit.) Es ist die höchste Zeit, daß c5 der Reichseilenbahnverwaltung endlich einmal zum Bewusstsein kommt, datz wir in einer modernen Zeit leben. Sie sollte sich davor hüten, daß die preußische Verwaltung zu stark auf sie abfarbt. Der allgemeine Pensionsfonds. Berichterstatter Graf Oriola (natl.) begründet die Resolution der Kommission a)_ betr. Anrechnung eines Teils der Militärdienstzeit auf das BesoldungZdicnstaUer b) wesentliche Einschränkung der diätarischen Beschäftigung » Militäranwärter; c) Zahlung der „Dienstzeitrente" an cncmaiW Militäranwärter nach dem Eintritt in die Zivilpension; d) E ' Haltung der Grundsätze für Besetzung der Subaltern- und unte' beamtenstellen im Reichs-, Staats- und Kommunaldienst mit tärantoärtern. ..r w • Ter Berichterstatter hält, und zwar im ausdrücklichen um trage der Kommission über diese wichtige Frage einen mehr a • • halbstündigen Vortrag, der in der Unruhe des Hauses vollkomme». verloren geht. Er erklärt auf Schlußrufe des Zentrums, ßiU“; riftcn in der Kommission legten ausdrücklich Wert darauf, sag u.- Abg. Emmel (Soz.): Elsaß-Lothringen befindet sich auch in verkehrstechnischer Beziehung in einem Ausnahmezustände, weil die Landesvertretung auf die Eisenbahnvcrwalttmg keinen Einfluß hat. Der Chef der Reichseiscnbahnverwaltuug behandelt seine Untergebenen m bezug auf Koalitionsfreiheit, wie ein brutaler rückständiger Un.er- nehmer. In anderen Bundesstaaten wird der Arbeiter bester^behandelt, Preußen macht natürlich eine Aufnahme. 2" Bayern wird einem Bahnbcamten, der sozialdemokratischer Abgeo-Dne.er ist, der Lohn auch während der Parlamentszeit gezahlt. Sn Elsaß-Lothringen wirft man aber jeden sozialdemokratischen Bean reu und Arbeiter auf die Straße. So verpreußt ist man schm. D« preußische Rückständigkeit zeigt sich auch bei der Bahnhofszensur. Der Chef der Verwaltung sollte sich nicht in politische Dinge mischen und nicht oppositionelle Zeitungen ausschliehen. Was gehen ihn die politischen Neigungen des Publikums an? Er scheint sich wie ein Sklavenhalter zu fühlen und sich die ,ud. amerikanischen Sklavenbarone zum Muster zu nehmen. Es Ware vorteilhaft für das nichtpreuhische Reich, wenn die Personalunion zwischen dem preußischen Eisenbahnminister und dem Chef der ReichSeisenbabnen aufhören würde. Tic D r a n g s a l i etun. q e n de- süddeutschen Staaten wurden dann vielleicht ein Ende finden. Unsere Reichseisenbahnen dürfen nicht ver- bahnbeamten sich ihrer staatsbürgerlichen Pflichten bewußt bleiben muffen. (Beifall.) Abg. Werner (dtfch. Ref.-P.) wünscht größere Berücksichtigung der kleineren Firmen bei Submissionen. Die Eisenbahnverwaltung dürfe sich beim Abschlüsse von Verträgen nicht in Abhängigkeit vom Kohlcnsyndikat bringen lasten. (Beifall.) Abg. Dr. Heckscher (freis. Vgg.): Unser Eisenbahnwesen hält den Vergleich mit jedem aus. ländischen aus. Das Streikrecht kann den Beamten nicht gewährt werden, aber freies Vereins- und Versammlungsrecht haben sie zu beanspruchen. Die Bahnhofszensur ha^ Dr. Müller- Meiningen mit Recht gegeißelt; gegen das Verbot von umvürdi. gern Schund wird kein Mensch etwas einzulvcnden haben. Abg. Hoen (Zentr.) wünscht, daß bei den Bahnhofsbauten die GesetzederAcsthe« t i k mehr als bisher berücksichtigt werden. Bei Gelegenheit von Kongressen sollte die Eisenbahnverwaltung größeres Entgegen- kommen zeigen. Die Bekanntmachungen der Verwaltung sollten mit Rücksicht auf die zahlreichen französisch sprechenden und die. italienischen Arbeiter in deutscher und französischer Sprache er-, folgen. Eisenbahnminister Brcitenbach: Die Richseisenbahnverwaltung hat bezüglich der Ausgestaltung des Eisenbahnnetzes im vollen Maße ihre Pflicht getan. Die Verwaltung wendet der Frage der Arbeitsordnuna besondere Aufmerksamkeit zu; es wird dafür Sorge getragen, daß die Arbeiter zur rechten Zeit zur Arbeit gebracht werden. Ich halte e? für unzulässig, wenn die Beamten bei den Wahlen ihre Autorität mißbrauchen. Die Eisenbahnverwaltung ist bestrebt, bei Vergebungen das Kleingewerbe in jeder Weise zu fördern. Die preußische Eisenbahnverwaltung hat sich keineswegs in die Hände des Syndikats begeben. Eisenbahnminister Breitcnbach: Ich wünschte dringend, daß ich Auskunft über die Reform der Fahrkarten st euer heute erteilen konnte. Es ist aber Nicht anzunehmen, daß, bevor der Reichsschatzsekretär eine o r g a Nische Finanzreformvorlage eingebracht hat, bteje ^ragc erledigt wird. Ich als Chef der Reichseisenbahnvcrwaltung Wunsche dringend, daß die Fahrkartensteuer reformiert wird. Es ist richtig, daß der Gepäcktarif nach dem Aus lande auf Schwierigkeiten gestoßen ist. Unser Gepäcktarif enthalt andere Festsetzungen als die Auslandstarife. Eine Hauptschwierigkeit lag in der Bestimmung, datz bei einem Gepäck über 200 Kilogramm die überschießende Menge doppelt zur Anrechnung kommt. Die Aufhebung dieser Bestimmung wird in Balde beschlossen werden. Von Dr. Müller-Meinmgen hatte ich, wenn er über unzulässige Preßzensur Beschwerde führt, die Anführung bestimmter Fälle ertoartet Es ist mir feine einzige Beschwerde zugegangen. (Lachen.) Die Bahnhof.buchhandler werden in erster Linie von der allgemeinen Lanbespolizei beaufsichtigt. Wir behalten uns vor, in einzelnen Fallen einzugreifen, nämlich beim, wenn staatsfeindliche ober unsittliche Schriften cms- gelegt werben. Es ist mir kein einziger Fall mitgeteilt, in dem ein solcher Eingriff stattgefunden hat. Es handelt sich also lediglich um eine akademische Erörterung. Ich kann nicht anerkernien, daß der Zensor sich auf dem Gebiete der Reichseifenbahnen blamiert hat. Mg. Will (Ztt., Els.): Die Abwanderung in die unteren Klassen ist ^anziell bei uns ausgeglichen durch Zunahme des Verkehrs. Der Ueberschutz dieses Jahres beträgt 1,5 Millionen; erfreulich, weil nun für untere ->er- kchrsbedürfnisse bester gesorgt werden kann. Obereffatz ist beim Ausbau des Bahnnetzes etwas zurückgeblieben. Vor allem ist notig eine Entlastung der großen Linie Straßburg-Basel auf der 1^0 Züge in jeder Richtung verkehren. Es sollte eine Entlaitungsbahn zur Linie Schlettstabt—Straßburg gebaut werden, eine , zweite Hauptbahn von Schlettstabt burch das Rheingebiet am Rhein entlang bis St. Ludwig—Basel; auch für den Kriegsfall Ware sie von Wichtigkeit. Das Verhalten der Regierung in der BesoldungSfragc ist wahrlich nicht geeignet, das vertrauen der Beamten zu stärken. Auch die Arbeiter werden durchaus ungenügend besoldet. Tie Wohnungsnot 'st groß. Der Redner empfiehlt eine Resolution, wonach Arbeiten der Verwaltung nur an Firmen vergeben werden dürfen, die bezüglich Der Arbeitsbedingungen die gesetzlichen Vorschriften einhalten, und bei denen die Ärbcitsbedingungen nicht hinter eventuellen Tarifver- trägen zurückbleibcii. Bei der Festsetzung bon Arbeltsbestimmungen 1 sollen Arbeiterausschüsse und Arbeiterorganisationen gehört werden. Wann endlich wird die unglückselige Fahrkartensteuer aus der Welt geschafft? Je früher diese l e gisla torische Mißgeburt verschwindet, um so besser für das Publikum und alle Beteiligten! Wie steht es weiter um die Beseitigung der großen Diskrepanz zwischen den direkten und gcbroche- neu Tarifen nach dem Auslande? Professor Eduard Engel hat in einem ausgezeichneten Artikel nachgewiesen, daß die direkten erheblich teurer sind, als die gebrochenen. Der Chef der Reichseisenbahnverwaltung müßte alles daran setzen, daß ein derartiger Mißstand verschwindet, der zu großen Klagen der Auslanbreisen- den führt. Die auf den Bahnhöfen der Rcichseisenbahnen ausgeübte Pretzzcnsur möchte ich dann kurz besprechen. Man meint, dem guten deutschen Staatsbürger vorschreiben zu müssen, was er zu lesen hat, wenn er eine Reise tut Eine derartige Bevormundung ist eine Lächerlichkeit, weil sie vollkommen un, ausführbar ist. Man geht einfach über die Straße, und kauft sich die Zeitung in einem Kiosk, die man merkwürdigerweise im Bahnhof nicht bekommen konnte, und hat damit natürlich wieder einmal den deuffchen Staat belämmert. (Heiterkeit.) Nein, man hat wieder einmal den deutschen Staatsbürger mit so vielen kleinlichen Polizeischikanen verärgert. (Sehr richtig!) Denn bloß um eine Verärgerung handelt es sich ja. (Sehr richtig!) Im Abgeordnetenhause hat der Minister geäußert, daß staatsfeindliche und unsittliche Schriften auf den Bahnhöfen nicht zugelasten werden können. Der Begriff staatsfeindlicher und unsittlicher Schriften ist in unserem Strafgesetzbuch nicht enthalten und derartige allgemeine kautschukartige Begriffe können sehr merkwürdig ausgelegt werden. Zu der staatsfeindlichen Lektüre gehören z. B. nicht nur alle sozialdemokratischen Zeitungen, sondern auch die „Welt am Montag", zu den unsittlichen gehört selbstverständlich der „Simplizissimus"; früher auch die „Jugend". Wir echauffieren uns selbstverständlich nicht für irgend eine parteipolitische Presse. Hier handelt es sich um eine Frage der Gerechtigkeit. E§ ist eine Unvernunft, derartige Parteipolitik mit kleinlichen Maßregeln zu treiben, die lediglich Propaganda für die Parteien und deren Tendenzen machen, die man in einer solch kleinlichen Weife bekämpfen will. (Sehr richtig!) Wenn eine derartige Preßzensur für Eisenbahnverwaltungen gegeben ist, sind wir vor keinen Ueberraschungen sicher, sie könnte bann auch ein« (Große Heiterkeit.) Abg. Bassermann (natl.): Ich muß den Ausführungen des Vorredners widersprechen. Wir sind mit unfer er deutschen Schrift v o l I - kommen zufrieden und wünschen keine Aenberun^ (^.ev- haster Beifall. Zurufe von allen Seiten: Wir auch nicht!) Abg. Bindewald (Ref.-P.) Etwas komischeres als die Vorschläge des Dr. Stengcl habe ich noch nicht gehört. (Heiterkeit.) Wir sind hier un Deutichen Reich und freuen uns, daß wir eine deutsche Schrift haben, die ein Zeichen des deutschen Wesens ist. (Beifall.) Abg. Dr. Stengel (freis. Vp.): An den verschnörkelten Schriftzeichen kann auch nur ein Kunstmaler wie Herr Bindewald Gefallen finben. (Heiterkeit und Widerspruch.) Präsident Graf Stolberg: Die verschiedenen Anregungen werden vom Vorstand des Reichstags bezw. von mir bestens erwogen werden. Ucber die Frage der Kompetenz des Reichstagspräsidenten werden demnächst Verhandlungen stattfinden. mal freifinnige, liberale ober Zentrumszcitt..igen verbieten. Ist es denn die Ausgabe der Eifenbahnverwaltung eine Derartige Kultur- und Parteipolitik bei der Ausübung ihres Gewerbes — Denn um etwas anderes handelt es sich nicht — zu treiben? Die Eisenbahnverwaltung hat einzig uni) allein die Bedürfnisi- des reisenden Publikums zu bcfrieoigen. Wenn sie eine Derartige Zensur ausübt, mutz sie auch die volle Verantwortung tragen für alles, was auf diesen Bahnhöfen sonst noch vertrieben wird. Das fft zum Teil eine schöne Literatur! (Sehr richtig!) Das ist wie bei jeder Zensur. Der Zensor blamiert sich immer. Welcher greuliche Schund wird tatsächlich auf diesen Bahnhöfen vertrieben! (Sehr richtig!) Der Kollege Pfeiffer hat in einer sehr merkwürdigen Vorlesung ober Rede vor wenigen Tagen, auf die wir Sie, meine Herren vom Zentrum, später Hinweisen werden (Lachen im Zentt.), in seinem Hohelied auf d i c künstlerische Freiheit gesagt, daß die Polizcizensorcn Geister sind, die stets verneinen. Das ist ein ganz guter Standpunkt. Wann wird man bei dcr Regierung einmal etnsehen, daß man ein gesittetes Volk nicht wie eine Schar kleiner Kinder bezüglich ihrer geistigen Lektüre behandeln kann. (Sehr richtig!) Bei dem internationalen Charakter unseres Verkehrs macht uns eine Derartige Zensur im Auslände lächerlich. Deshalb möge Der Chef der Neichseisenbahnen etwa» großzügiger und moderner vorgehen. (Lebh. Beifall links.) :'e. 'ich S‘ phii bJJ S .Eliten gt r 1)q[ 2t jift. 'b°t t>cn ’unS1 :n hÄrn. ^ederT^t :iNwZ ÖKtoaltunXZ '«äenben tol s, Äscher Zpllchr "Cl liA bet M& : glicht geh. j, orbnuna btjoni* * b°? liefe erben, Wen ihre Mr- bestrebt, bti?>Z n fötbetn. s'ch feinen nbeSftaaten üw :> ötzter SBütigfe j, : I. da baburä q i rs eneiibt ti:i j allgemeinen dis i Fahrlntü: . . glänzendsten e? i teu-erhjeisbtkl ; : cinsieht, b^ n \ j innieren iit niäti! j ^echruL. 6ci$ti$ jj ihren, (gebt titi iiüertoaltunq fall , -eisenbahuverwü' | itserhalteün it nicht verlnmbkÄ roailung befenuei i ir einen viel fräs un der ioii:.' n BabnbosöbüÄ ime. Man besÄr Kenntnisse. Tn b he geistige Äinr (!) Tabei beiiti tischen Blätter r ein. Aber _oc| k Da§ ist ein Idi-T.i st kann doch nijl» Sie folgt niii ns wird sie trot'.r: e in den $a!’- >ie höchste Zeit.!^ nal zum BetW n, Sie sollte M stark auf sie £'■ r. Ter Redner « et Arbeite-^ . Der Chef der Z n er mit ben fis» unterdrücken en. Dre W" niall der Sozi dach: i des »ringen. Jo habeden^ troffen hat, . Beamten b b.®w 6rt, »Äi« :'n an die Großh. Regierung in Darmstadt, ob ich Aussicht Me, dort einen Schulpostcn zu erhalten. Erste Antwort: Ich n’öße zuerst 1,50 Mark in Stcmpelmarken, eventuell l ^5 Mark in Geld einsenden; dann erst werde meine An- fage beantwortet. Das tat ich. Zweite Antwort der Re- S^'rung: „Auf Ihre Eingabe vom so und s. erwidern wir ö-wen, daß zurzeit kein Bedürfnis vorliegt, auswärtige ^'hrkräfte für den diesseitigen Schuldienst heranzuziehen", ^empclmarken waren natürlich nicht aufgeklebt, weil das ja ^ht nötig ist. Seit wann aber läßt sich die Regierung eines ^-lndesllaates für Schreibgebühren bezahlen? Und warum v"rlangt man einem armen Schulgehllfen Geld ab, wenn ihlu die Türc weisen will? — Warum? Wer lvill die sege des heiligen Bureaukratius erforschen?! Abgewöhnung des Stotterns der schul- ÖÄ Älnbct hat in letzter Zeit in Osnabrück ein zweiter Xatt9cfimben, über dessen Schlußprüfung, der Schulrat Magistrats und Bürgervorsteherkollegiums, t Lehrerinnen der Bürger- und Volksschulen beiwohnten, SiAti.S?30 Leitung folgendes berichtet: Das Hersagen kleiner Ölungen Md Erzählungen seitens der Schüler uiti) Schülerinnen ließ den denkbar günstigen Erfolg des Unterrichts erkennen; denn obwohl aller Augen auf die kleinen Vortragenden gerichtet waren — eine Situation, die bekanntlich mit dem Gebrechen des Stotterns behaftete Personen am wenigsten zu ertragen vermögen — ging alles doch so geläufig und ohne Unterbrechung der einzelnen Sätze von statten, wie es auch sprachlich normal veranlagte Kinder kaum besser machen können. Der Erfolg ist offensichtlich. — Auf das Stattfinden derartiger Kurse in unserer Stadt (Leiterin Frau Hoffmann) wird nur empfehlend hingewiesen. (Siehe Inserat.) Butzbach, 15. März. Die scharfe Kurve der Main- Weser-Bahn an der Wetzlarer Straße hat der Bahnverwaltung schon viele Sorgen bereitet. Mit einem starken Aufgebot von Strecken-Arbeitern hat man dieser Tage die Kurve um 2 Meter erweitert. Mitglieder der Direktion wohnten den Arbeiten bei. — Eine Personenüberführung möchten die Eiluvohner unserer Stadt an dem stark benutzten Bahnübergang haben, es ist deshalb eine Eingabe an die Bahn in Vorbereitung. O Laubach, 14. März. Die Influenza macht hier schnelle Fortschritte; in 20 Familien sollen Erkrankte darniederliegen; in einer Klasse des Gymnasiums fehlt die Hälfte der Schüler. — Wetterfeld, 14. März. In letzter Woche verweilte hier ein Rechnungsbeamter aus Darmstadt. Es handelte sich um Umwandlung der Privatgesellschaft der „Holzindustrie" in eine Genossenschaft m. b. Haftpflicht. Ein Kredit von 20 000 Mk. soll sofort durch den bisherigen Vorstand gezeichnet sein. Marburg, 14. März. Gestern wurde hierein junger Bursche fest genommen, der als Zwangszögling in Nidda in der Lehre war und feinen: Meister mit 121 Mk., die er zur Post bringen sollte, durchgegangen war. Von Berlin aus, wo er das meiste Geld ausgegeben, war er wieder bis nach hier gekommen und trieb sich in den Straßen umher. Das Geld ist alle. (Ob. Ztg.) — Wiesbaden, 15. März. Die Druckerei und der Verlag des „Wiesbadener General-Anzeiger" mit dem Amtsblatt der Stadt Wiesbaden sind käuflich in den Besitz des Theodor Kranzbühler-Worms, Direktor und Mitbesitzer der „Württemberger Zeitung" in Stuttgart und Verleger Konrad Ley b o l d - Stuttgart übergegangen.^ Die Uebernahme erfolgt am 1. April er. Der bisherige Besitzer des Blattes, Verleger Emil Bomm ert, tritt nach 12jähriger Leitung von dem Unternehmen zurück. Provrnzial-Arrsschuß der Provinz Oberhessen. L. Gießen, 14. März. Kasimir Kister aus Buckenau mußte von dem Ortsarmenverband Gießen durch Gewährung von Herbergspflege unterstützt werden, weil er infolge einer Lungenerwciterung seine Reise nicht fortsetzen konnte. .Hierdurch entstanden 2,40 M. Kosten, deren Ersatz, der unterstützende Armenverband von dem Landarmenverband des Kreises Gießen begehrt. Dieser lehnte die Erstattung ab, indem et die Ansicht vertrat, daß der hier fragliche Pflegefall die Fortsetzung eines in Mainz zutage getretenen sei und somit fortgesetzte Hilfsbedürftigkeit vorliegc. Der Orts- armeuverband klagte nunmehr gegen den Landarmenverband und wies dabei darauf hin, daß Kister aus dem Krankenhaus zu Mainz als zu leichter Arbeit fähig entlassen worden sei, die hiesige Unterstützung sich demnach als ein neuer Fall der Hilfsbedürftigkeit darstelle. Ter Provinzial-Ausschuß. pflichtete heute diesen Ausführungen bei, indem er der Klage ftattgab. Ter Ortsarmenverband Vonhausen klagt gegen den Or t s arm cnver band Lorbach auf Erstattung von Pflegekosten für ein Kind des Jost Euler. Tiefer ist auf dem Herrn- haag bei Lorbach bedienstet, während seine Familie in Boühausen wohnt. Er besucht diese von Zeit zu Zeit, wohnt jedoch im übrigen bei seinem Tienstherrn. Bon dem Ortsarmenverband Lorbach wurde der Klageanspruch abgelehnt mit der Begründung, daß Euler in Bonl>ausen seinen Unterstützungswohnsitz habe. Nachdem in der heutigen Sitzung des Provinzial-Ausschusses feftgeltellt worden war, daß Euler den Mittelpunkt seiner wirtschaftlichen Tätigkeit auf dem Herrnhaag hat, wurde der Klage stattgegeben und der Ortsarmenverband Lorbach zum Ersatz der verauslagten Kosten verurteilt. Die Gemeinde Rommelhausen hat in ihrem Voranschlag für 1907, wie in den letzten Jahren, die Verteilung von 74,4 Festmeter Los Holz an die Ortsbürger vorgesehen. Diese Vorsehung widersprickch jedoch der gesetzlichen Vorschrift, wonach eine Ausdehnung des Nutzungsrechts zum Nachteil der Steuerpflichtigen nicht stattfinden dürfe. Tas Großh. Ministerium der Finanzen hat festgestellt, welche Losholzmengen 1872 bei Erlaß des Gesetzes den Ortsbürgern in den einzelnen Gemeinden des Landes zustanden, indem aus den in den Jahren 1863 bis 1872 in jeder Mg. b. Eiern '(kons.) r " Wir haben keine Veranlassung, nach den Erklärungen vom Regierungstische auf die Frage einzugehen, wie die Gerichtbarkeit in der Armee gehandhabt worden ist. Nur wenige pensionierte Offiziere haben eine hohe Zivileinnahmc. Das Besoldungsdienstalter der Militäranwärtcr mutz anders festgesetzt werden. Dbg. Dr. Stengel (freis. 93p.): Es ist bedauerlich, daß durch das neue MannschastenpensionS-) gesetz die Zahl der Pensionen verringert worden ift Dbg. Hamccher (Zentr.) bittet, die Lage der alten Pensionäre zu verbesiern. ; Dbg. Dr. Mugban (freis. Vp.): Man sollte doch nicht ehemaligen Offizieren Pension geben, die im bürgerlichen Leben glänzenden Verdienst haben. Wg. Graf Oriola (natl.) befürwortet eine Gleichstellung der pensionierten Offiziere der Schutztruppe mit denen des heimischen Heeres. Hoffentlich ^schließt > sich das Zentrum seiner Ansicht an. Dbg. Erzberger (Zentr.): Sie sind auf dem Holzwege, Herr Graf, Zentrum.'bleibt Zentrum! (Heiterkeit.) Die Resolution wird angenommen, der Pcnsionsetat bewilligt. Ohne Debatte werden erledigt die Etats des Jnvalibenfonds, des Reichsmilitärgerichts unb des Rechnungshofes des Deutschen Reiches. Dbg. Dr. Mugdan (freis. Vp.): Ich konstatiere, daß nach den Veschlüsien des SeniorenkonventS die Etats des Reichsmilitärgerichts und des Rechnungshofes erst am Montag beraten werden sollten. Dadurch Waren wir der Möglichkeit beraubt, uns zu diesen Etats vorzubereiten. ^Zustim« nmng.), Vizepräsident Dr. Paasche: Es ist ganz korrekt verfahren, die Tagesordnung ist gestern verlesen worden. Abg. Erzberger (gtr.)' schlägt vor, die Sitzung am Montag schon um 11 Ilhr zu Beginnen. Die Mehrheit der noch arckvesenden 20 Abgeordneten ist dafür. Montag 11 Uhr: Einnahmen aus den Zöllen; kleine Etats. Schluß 8% Uhr. Gemeinde verteilten Losholzmengen eine Turchschnittssumme ge-! bildet wurde. Für Ziourmelhausen ergab diese Llusstellung, daß in den genannten 10 Jahren zusammen 168,5 Feftmeter verteilt! worden, sind. Hiernach wurden als Durchschnittsmenge jährlich 34 Feftmeter festgesetzt und die Gemeinde von Großh. Kreisamh Büdingen ausgefordert, den Voranschlag entsprechend zu ändern.! Ta der Gemeiirderat sich dessen weigerte, entschied der Küeis-Aus- schuß deS Küeises Büdingen, daß der Beanstandung des Kreisamts stattzugeben und die Gesamthöchstmenge des Losholzes auf 34 Fest- nveter feftzusetzen sei. Ter gegen diese Entscheidung an den Provin- zial-Ausschuß verfolgte Rekurs wurde koftenfällig verworfen. Bezüglich der Enteignung von Gelände zur Verbreiterung: des Mittelwegs in Gießen hat die Kgl. EisenbahndirektionI Frankfurt a. M., nachdem! die Einweisung in den Besitz des beanspruchten Geländes durch rechtskräftiges Erkenntnis für zulässig erklärt worden war, unter Erbringung des Nachweises der Hinterlegung der von der Lokalkommifsion begutachteten Entschädigungssumme die Einweisung in den Besitz beantragt. Diesem Antragi wurde heute entsprochen. Wöchentl. Üebersicht der TodrrsSlle i. d. Stadt Stehen. I 7. Woche. Vorn 9. bis 15. Februar 1908. (Einwohnerzahl: angenommen zu 30 400 (iukl. 1600 Mann Militär.)! Sterblichkeitszisfer: 30,80°/,,, nach Abzug von 4 Ortsiremdeir: 23,94 o/x». Kinder Es starben an: Znsannnen: Erwachsene 1. : int Lebensjahr: vom 2.—15. Jahr, Lungenschwindsucht 2 2 — —— Lungenentzündung 7(2) 5(2) 1 1 Gehirnentzündung 1 — — 1 Diphtherie Blmddarm-Ent- 1 — 1 zündung 1(D — — 1(1) Blutvergiftung 1 1 — — Schlagfluß 1 1 —• — Arteriosklerose 2 2 •*— — Lebensschwäche Bösartigen Neu- 1 *— 1 bildungen 1(1) 1(1) —— — .) Sumina: 18 (4) 12 (3) 2 . 4 (1) Anm.: Tie in Klamnrern gesetzten Ziffcrir geben an, wie viel, der Todesfälle in der betreffenden Krmrkheit auf von auswärts nach! Gießen gebrachte Kranke foinnieu. Telefonische des Giessener Anzeigers, und 1 Frankfurter ESör 3^°/0 Reichsauleihe . . 91.85 i 3% do. . . 82.35 3^°/o Konsols .... 91.85 3% do. .... 82.35 3^°/0 Hessen 91 30 3%°/0 Oberhessen . . . 92.00 4% Oesterr. tioldreute. . 9910 4V5 % Oesterr. Silberrente 99 60 4% Ungar. Goldreute . . 93 95 4% Italien. Reute . . . — 3?ä Portugiesen Serie I . 61.00 3% Portugiesen „ III 61.50 4%*7O russ.Staatsanl. 1905 94 00 4>£°/0 japau. Staatsanleihe 87.40 4% Couv. Türken von 1903 94.70 Türkenlose 150.00 45« tiriech. Monopol-Aul.. 49 40 456 äussere Argentinier . 85.50 3% Mexikaner . . . 66.00 4jti% Chinesen .... 96.15 Aktien: Bochum Guss 198.30 Buderus E. W 111.00 Tenden;: ruhig. Berliner Börse, 1 Canada E. B. . . . . . 146.30 Darmstädter Bank . . . 124 70 Deutsche Bank .... 238 10 Dortmuuder-Union C. . . 56.20 Dresdner Bank . . . 137.80 Tendenz: ruhig. Kursberichte teilt von der Bank für Handel ■ie, Giessen. se, 16. Harz, 1.15 Uhr. I Elektriz. Lahmeyer . . . 118.80; Elektriz. Schuckert . . . 103.00 Eschweiler Bergwerk . . 204.75 Gelsenkirchen Bergwerk . 184.20 Hamburg-Amerik. Paket!. 110.90, Harpcner Bergwerk. . . 194.50 Lanrahütte 209.00 Nordd. Lloyd 98.00 Obeischles. Eisen-Iudustrie 95.50 Berliner Handelsges. . . 158.60 Darmstädter Bank . . . 124.30 Deutsche Bank .... 238.25 Deutsch-Asiat Bank . , 137.00 Diskonto-Kommaudit . . 175.80 Dresdner Bank .... 138 10 Kreditaktien 201.80 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn 82.80 Gotthard bahn —■.— Lombard. Eisenbahn . . 2610 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.25 Priuce-Eenri-Eiseubahu . 118.50 i. Mälz. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 194.60 Lanrahütte 209.80 Lombarden E. B. ... 26.40 Nordd. Lloyd 98 00 Türkenlose 150.40. Kranken -Kinder- mehl kost. Hervorragend bewährte Nahrung. Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei u. leiden nicht an Verdauungsstörung. ie erreichendurch den täglichen Gebrauch der vieltaufendfadr von Professoren und Acrztcn empfohlen ^cnn 1*.c. ist die einzige, welche den Vv t osmcmchen Bestandteil -das Mur-, rh.olm — mit anerkannter und bewährter SchöichcitS^ Wirkung auf die Haut enthält b’/j Johannesstr. 17, gegenüber der Johanneskirche. Filiale Giessen Fernsprecher 168 und 2089, Andrea«. Heichelheim. Holesseuisi liessen Telefon 644 oder Darmstadt, den 16. März 1908. Bank für Kandel und Industrie Hedderich Parcus 2 Zimmer 7 Zimmer | Seltersweg 35. 10001 l’on 1 fit Ile 02015] ftl. Wohnung, sow. Zimmer mit Bett »u verm. Steinstr. 43. [ Möbl. Zimmer j tiiauinfje 11. mieten. 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