WB M verwickelte, hat seine Abberufung veranlaßt. Was die An- *■-= m B -*■ -x—'eci *--- *■ Kolo- ll, Teilhaber ober Belr^ Ot, verlange zwecks i tojicnloien Leiuch w rttelers, welcher in teigen hier anwejeiib ist. !Utick>landö ®tunbfli&. tschästö-Register wer Main, Aoihschjldallee >: Deutscher Reich. 2er Kaiser stattete am gestrigen Nachmittage dem Reichskanzler Fürsten Bülow, j»cr gestern früh aus ^ivrder- ney in Barlin eingetroffen war, einen längeren Besuch ab. Stationen für drahtlose Telegraphie. (Ls soll im Reiche eine weitere Anzahl von Stationen für drahtlose Telegraphie errichtet werden, und zwar in Köln und in Königsberg. Gegen die Elektrizitätssteucr bat sich jetzt »auch die Oberbayrische Gewerbe- und Handelskammer ausgesprochen. Die Konferenz der Interparlamentarischen Union in Berlin wurde gestern durch einen Emp- -angabend im Reichstagsgebäudc eingeleitet, zu dem die ^Mitglieder der Konferenz, zahlreiche Ehrengäste, Vertreter 3er Regierungen, Parlamentarier und Vertreter der in- und ausländischen Presse sich cingefundcn hatten. Ter Reichs- 2inb Landtagsabg. Professor Eickhoff, der Vorsitzende der Leutschen Gruppe, mit lebhaftem Beifall begrüßt, hieß in «iner längeren Ansprache die Erschienenen herzlich will- Rommen. Die Anschuldigungen eines tschechischen Ärofessors gegen das berliner Museum für Völker- Runde werden in der Berliner Presse augenblicklich sehr eingehend erörtert. Es handelt sich um den Professor Fritsch rus Prag, einen Tschechen trotz seines deurschen Namens. verwickelte, hat feine Abberufung veranlaßt. Was schuldigungen des Prof. Fritsch betrifft, die deutsche nisten beho.adelten die Eingeborenen unmenschlich, erklärte ZoMdemovatijcher Parteitag. S.u. ö. Nürnberg, 16. Sept. 3. Tag. Ter Andrang zu der heutigen Sitzung war außerordentlich stark. Die Delegierten waren vollzählig zur Stelle. Hinter den Kulissen hatten gestern mehrstündige Einigungsverhandlungen stattgesunden, über deren Resultat verschiedene Gerüchte den Saal durchsclMirrten. Bebel erschien schon frühzeitig im Saale, nervös seine Papiere ordnend. Er machte, wie schon in den Tagen vorher, euren müden Eindruck. Ter „Partcipapst" Koutsky lief geschäftig hin und her. Kurz nach 9 Uhr eröffnete Singer die Sitzung. Zunächst wurde mit Rücksicht auf Bebels leidenden Zustand ein Rauchverbot erlassen. — Darauf wandte sich der Parteitag dem Hauptpunkte der. l)eutigen Tagesordnung unb des ganzen Parteitages zu, der Budgetbelvilligung in den Landtagen. Hierzu liegt die von uns bereits veröffentlichte Resolution des Parceivorstandes und der Kontrollkommission vor. Als nun Bebel das Wort ergriff, führte er im Anfang sehr ruhig und sachlich aus: Es wäre mir der größte Gesockten erwiesen worden, wenn man uns nicht gezwungen hätte, die Frage der Budgetbe- Vor fünf Jahren war der Herr Professor noch ein Jüngling von 22 Jahren, der erst das Abiturtentencxamen hinter sich hatte. Fritsch hatte dem Berliner Museum für Völkerkunde eine wissenschaftliche Sammlung zum Geschenk gemacht und war dann später mit einer Unterstützung des Museums zu Studienzivecken nach Brasilien gereist. Gegen die sachliche Ausführung des Auftrages war nichts zu erinnern. Er begann aber auch eine politische Rolle zu spielen und für Abschaffung des Sklavenhandels und Bestrafung des Mensck-enraubes in Brasilien zu agitieren, Fordernngen, die er jetzt wieder auf dem Amcrikanisten-Kvngrcß vertreten hat, während anderweitig bestritten rvurde, daß derartige Zustände dort überhaupt existieren. Ter deutsche Gesandte in Rio de Janeiro beklagte sich schließlich über das Auftreten des Museumsvertreters. Das Ende mar, daß die Direktion des Museums den Verkehr mit Fritsch abbrach. Herr Fritsch ist also nicht, wie er glaubt, einer Intrige zum Opfer gefallen. Lediglich seine Taktlosigkeiten, die ihn als Vertreter des Museums in Streitigkeiten mit Eingeborenen, Kolonisten und Behörden im fremden Lande ßys» I 'schwiegen, auch ohne ? ftajtn ota Ir politische Tagesschau. Die Konfercu; der Interparlamentarischen Union m Berlin. Am heutigen Donnerstag tritt in der deutschen Reichshauptstadt die Jnterparlanientarische Union zusammen. Welche hol)e Bedeutung man dieser Konferenz bcimißt, geht schon daraus hervor, daß Reichskanzler Fürst Bülow die Konferenzleilnehmer persönlich begrüßen wird. Als die Interparlamentarische Union vor runo 20 Jahren — im Oktober 1888 — begründet wurde, hielt man sie für einen Ableger der utopischen Bestrebungen, die sich an den Namen der Frau Bertha v. Suttner lnüpfen. Aus Deutschland beteiligten sich nur einige Männer der fortgeschrittenen Linken an ihren Beratungen und auch sonst nahm die Ent- Wicklung der Union nur einen schleppenden Fortgang. Tas änderte sich, je mehr man erkennen lernte, wie die Union durchaus darauf bedacht war, ernsthafte Arbeit zu liefern und wie fern sie im Grunde aller Utopie und den Träumereien vom ewigen Weltfrieden stand. Am letzten Ende hatte sich die Interparlamentarische Union ein äußerst praktisches Ziel gesetzt: sie wollte am Ausbau des Rechtsgebiets Mitwirken, das noch am wenigsten angebaut und am wenigsten „Recht" war; dessen 9tormen eigentlich alle mehr oder minder in der Luft schwebten: des Völkerrechts. Und in Der Richtung leistete sie in den letzten beiden Tezennien allerlei beachtenslverte Arbeit- Ter Berliner Staatsrechtslehrer v. Mörtitz, der für seine Person konservativen An- schauungen huldigt, von jeder Voreingenommenheit also wohl freizusprechen ist, hat in einem sehr sympathisch gehaltenen Bcgrüßunqsartikel in der Internationalen Wochenschrift als eigentliches Ziel der Interparlamentarischen Union bezeichnet „die Erhebung des Völkerrechts auf eine höhere Stufe durch Organisation der Staatengesellschaft". Auf der heurigen Konferenz finden sich unter enva 900 Teilnehmer 127 Italiener, 111 Oesterreicher und 105 Belgier, und aus dem gastgebenden Deutschen Reich 82 Abgeordnete. < lIllO. kll. benk -WW b?n Min- 9e*'01e Unit! W I U sE »SS 2aI ä honnernbJSi Tb-'b,r M 5 " Let wi* ücrlorcll^K?? Ateines HerriUeton. — Aus Dar m stadt wird uns nnterm 16. Sept, geschrieben : Der verstorbene Paul Wolfs kehl hatte be- Üinntlich in seinem Testament eignen Preis von 100 000 Mk. ttusge jetzt für den Beweis des berühmten Fermatschen Latzes. Tem B'.ichhalter Heinrich Rühl bei der Slaatsschulden- üasse soll dieser Beweis gelungen sein, so daß ihm die hunderttausend Btark zuerkannt werden dürften. Der Fer- inatsche Satz lautet: „Es ist ganz unmöglick), einen Kubus ätt zivei Kuben, ein Biquadrat in zwei Biquadrate und all- ucemein irgend eine Potenz außer dem Quadrate in zwei Lotenzen von demselben Exponenten zu Zerfällen." — Olga Desmond, die im vergangenen Winter und Frühjahr mit großem Beifall auf den Zchönhcit-Abenden ri Berlin auftrat, ist von ihrem erfolggekrönten Petersburger Gastspiel zurückgekehrt. Bevor sie sich nach Dresden, Wieii, München, Stuttgart, Frankfurt a. M., Köln, Düsseldorf, Hannover, Hamburg begibt, wird ste noch einmal auf dein Ende September stattfindenden Schönheit- Äbend mit einigen neuen Tänzen vor dem Berliner Publi- fam erscheinen. Interessant ist, daß die sonst nicht gerade Mtgegen kommenden russischen Behörden ihrem Auftreten als Schwerttänzerin, das viel iimftritten worden ist, weil Zräulein Desmond bei diesem Tanz nur mit einem Gürtel Üekleidet war, keinerlei Schwierigkeiten bereitet haben, fo üaß der Petersburger Schönheit-Abend, der in Berlin nur nur einer geschlossenen Gesellschaft möglich war, öffentlich ssattfinden konnte. — Der Retter von Lio nardos Abendmahl. Sn dem Augenblick, da die Wiederherstellungsarbeiten am Abendmahl, die das gewaltige Meisterwerk des großen Florentiners von dem drohenden Verfall erretten, sich ihrem Mschluß nähern, Hai ein Mitarbeiter des Marzocco den Restaurator Prof. E a v e n a g !j i an feiner Arbeitsstätte auf- besucht und unter seiner Führung in Santa Maria della Grazie das wiedererstandene Wandgemälde besucht. „Am £5. oder 26. Juni, ich weiß es nicht mehr genau, beganH meine Arbeit. In ein paar Tagen bin ich fertig. Zwei •ftonate lang habe ich von morgens bis abends nichts anderes £2tan." Farben sind bei der Arbeit überhaupt nicht zur^Ler- menbung gekommen. „Ich habe nur die sich loslüsende Tem- m>ta wieder befestigt und den sich immer mehr anhäufenden gtauh beseitigt. Alles Vorhandene ist habet vollkommen jrbc u. Zlüblc weite Ä bitt. gefloM I. nrtUier, ZellerSweg^ Friseuse nimmt no* k ScltersweM.varu^ l,erteilt Uuterricbl^' ul gxbra und Gcoote- Schristl- Angebote Mn tt>!eGeslbiijtdst.b.G>ek^ Bei mir nMlt' ' kann MiojAitra. B '.«richt, und AbenäkL, Gtimnt. LlUeralur, Komikä Handelskorr.,Nachl!lHt5t . Englisch, Franz q. all. Weltspracb., durch Ut-i der betr. Nation. Massige ht-- Auf Wunsch Probest, gnu • obneVerblndlicbkeit.Pw/'. tvilligung nun zum dritten Male auf einem Parteitage zu oer^ni- deln. Tie sZmge bat eine mächtige Erregung bcn>enjevufnt. Die llrsachc war die Ueberrasckmig, als die 'Partei auf einmal rrfuln, daß unsere süddeutschen Genossen in Stuttgart zusammen,letreten waren und sich verständigt hatten, die Budgets für dieses Jahr zu bewilligen. Ich bitte, die DiSkusswn in der Presse hier nicht hineinzuziehcn. Es ist scharf geschossen worden herüber und hinüber ES sind sehr heftige und auch ungerechtfertigte Anschuldigungen erhoben worden. Maßgebend mußte die Lübecker Resolution sein, worin es heißt, daß nur ausnahmsweise in dringenden Fällen das Bupiet bfliiHigt werden kann Zwei Fülle legte ick» damals als Ausnahmen vor: die erste Möglichkeit ist die, das; durch die Ablehnung des Budgets ein schlechteres Budget erreicht werden könnte. In diesem Falle, der in Hessen eingetreten ist, kann für das Budget: als das geringere liebel gestimmt werden Im anderen Falle, der z. B. in Gotha akut werden kann, können die Genossen die Mehrheit haben und so daS Budget nach ihrem Willen gestalten. Dann müssen sie auch dafür stimmen. Für die badischen Genossen kommt keiner dieser Fülle in Betracht. Sie mußten dem Budget gegenüber ein glattes Rein sagen. (Beifall.) Ich bestreite entschieden, daß einer der beiden Fälle auf sie zutrifst. In Baden erklärten die Genossen, sie hätten mit Rücksicht auf verhältnismäßig hohen Aufwendungen für Beamt? unb Arbeiter daS Budget bewilligt, bad solle aber kein Vertrauensvotum für die Regierung fein. Tas ist ein falsck>cr Standpunkt, liebend! in der Welt gilt oic Bndgetbewilligung als Vertrauensvotum für die Regierung. (Sehr richtig.» Wenn die Genossen diese Bewilligung durch Erläuterungen abschwüchcu wollten, so spricht das für ihren guten Willen, aber loguch ist ihr Verhalten, nicht. (Zustimmung.) Der Hituger-Zolltaris hat die Beamten und-Arscitcr elend gemacht. Dann tarnen die Hottenwtteinvahlen, unb die Regierung versprach Besserungen, um günstig bei beit Wahlen abzufchnciden. Das sind die llt|ad)eii der Aufbesserungen. Die süddeutschen Genossen saßen ^hre Tätigkeit zu eng auf. Sie haben Scheuklappen angelegt. Sie blicken nur aus das enge Felo bor ihnen. So verlieren sie den Zusammenhang mit dem großen Ganzen. So ist Die Budgetbewiuigung zu erklären. (Bcisall.) Ich habe noch nicht gehört, daß die süddeutschen Staaten gegen die Ausnahmegesetze protestiert haben. (Zuruf: Bayern! Die Zucht- hanSvorlage!) Mag fein, daß manche Staaten mit süßsaurer Miene den Gesetzen zustimmen, aber sic tun es dock/. Solche Regierungen verdienen lein Vertrauensvotum. (Beisall bei ben Norddeutschen.) Bayern sitzt im Ausschuß für die auswärtige Politik, es 1)01 aber noch feinen Einspruch gegen unsere versahrene Politik erhoben. Die Regierungen haben ihre Schuldigkeit nicht getan. (Beisall bei den dlorddeulschen. > Baden hat seinen Fall Schänfele gehabt. Damals erklärte Kolb, einer solchen Regierung Rinne man nicht vertrauen. Trotzdem »uurbc bann das Budget bewilligt. JnBadengehendieGenossenmitdenbürgerlichen Parteigenossen zusammen, um eine Zentrums- mchvheit zn verhindern. In Bayern gehen die Genossen mit dem Zentrum leidlich zusammen^ Die badischen Genossett haben einen Horror vor dem Zentrum. Sic wollen den Staat retten. Beim Begräbnis des Großherzogs beteiligten sich auch Dr. Frank und Kolo, um zu zeigen, daß |ie gar nicht so schlimm sind. (.Heiterkeit.), Wenn das politische Taktik ist, bann hören w i r auf, Sozialdemokraten zu sein. (Lebbaster Beifall bei den Norddeutschen. ' Diejenigen, die eine grundstürzenbe Umänderung unserer Taklik verlangen, sind keine Sozialdemokraten: mehr. Tann können wir uns gleich soziale resormerische Arbeiterpartei nennen. (Sehr richtig bei den Norddeutschen.) Der babtfdje Minister v. Bodman hat erklärt, daß es ihm heb fei, wenn die Sozialdemokratie im Lanbtagsprasidium nicht vertreten ist und trotz dieser moralischen Ohrfeige hat man nicht Mannes- wurde genug gehabt, dieser Regierung ein Mißtrauensvotum zu geben. (Lebhafter Beifall bei den fllorddeutschen.) Die bayrischen Genossen erklären, daß das Budget große Mittel enthalte für allerlei Kulturaufgaben, und daß auch Aufbesserngen für Arbeiter, respektiert worden, selbst die schlechten Restaurationsarbei- ten meiner Vorgänger, die immerhin das Verdienst haben, die völlige Vernichtung des großen Werckcs hintangehalten zu haben." Tie Besichtigung des Wandgemäldes bestätigte vollauf die hohen Erwartungen, die man an die Restaurationsmethode Eavenaghis geknüpft hat. Tie Gestalten, die sich früher in nngcwisicr Verschwommenheit undeutlich vom Grunde abhoben, sind jetzt scharf und deutlich zu sehen, und eine Fülle von Einzelheiten der Zeichnung und der Farbe, die vordem verloren schienen, lammen jetzt prachtvoll zur Geltung. Freilich gewahrt man dabei auch jetzt die früheren oft ungeschickten Restaurationsarbeiten, die sick) nun deutlich ciiemwar vom Original ab he ben. „Sehen Sie nur genau die Köpfe", sagte Cavenaghi, oer mit Feuer und Flamme am Werle ist, „mit Ausnahme des heiligen Jakob sind alle von ihm, von Livnardo, nichts ist daran gemacht worden, sie sind wie unversehrt: und so ist es miet) mit den Händen." Professor Cavenaghi erzählt dann, wie er sein Wiederherstellungsoerfahren im Saufe der Arbeit noch weiter vereinfachen tonnte. „Rach kurzer Zeit schon mußte ich bemerken, daß ich wie" alle anderen mich geirrt hatte, als ich der Tradition Glauben beimaß, Lionardo habe sein Abendmahl mit Oelfarben gemalt. 'Nein, einen solchen Fehler hat er nicht begangen, und ich schäme mich fast, daß ich es solang« glauben tonnte. Heute bin ich sicher, daß das Abendmahl in Tempera forte gemalt ist, mit in Eiweiß gelösten Farben." Auf die Fragen, warum Lionardo direkt nicht al fresco gemalt habe, erwidert Cavenaghi: „Lionardo konnte nicht al fresco malen: er arbeitete zu langsam und feine Arbeitsweise war unberechenbar, er mußte arbeiten können, aufhören und wieder beginnen, ohne sich an kurze Zeitgrenzen gebunden zu fühlen. Wenn er in der Fresko Technik gemalt hätte, wäre das Abendmahl wahrscheinlich so gut erhalten geblieben, wie ettva die Kreuzigung des Montor- sano, die gegenüberhängt und in völlig uTwersebrlem Zustand ist. Der wirkliche Grund des Verfalls des Abendmahls liegt in der Technik, die der Meister aus persönlichen -Gründen wählen mußte. Beim Fresko verbindet sich die Farbe löslich mit dem Katkbewurf; in der Teinpera sorte-Techuil dagegen bildet sie nur eine Art Schleier über beni Mörtel, der mit der Zeit dazu neigt, abzüfallen. Tie Tempera des dlbendmahls war im schlimmsten Zustande: völlig zusam- men gerollt und aufgesprungen, kleine Risse und Heine Beutel hatten sich gebildet, die die vo oben herabfallenden Farb- der brasilianische Gesandte, daß seines Wissens derartige Beschuldigungen niemals gegen unsere dortigen Landsleute erhoben worden seien. Er glaube im Gegenteil, daß, soweit die schon etwas zivilisierten Indianer mit den deutschen Kolonisten in Berührung gekommen seien, die Eingeborenen stets gerecht behandelt worden sind. Gegen den Vertrieb von Pferdewurst als Wurst aus Rind- und Schweinefleisch soll nun mehr, da die bisherigen Maßnahmen nicht im ft cm be waren, das liebel, wodurch das reelle Fleifchergelverbe schwer geschädigt wird, vollständig auszurotten, mit neuen gesetzlichen Bestimmungen vorgegangen werden. Me die Allgemeine Fleischer-Zeitung erfährt, finden Erhebungen statt, die den Zweck verfolgen, ein Gesetz vorziibereiten, worin für den Verkauf von Pferdewurst bezüglich der Verpackung ähnliche Bestinimungen getroffen iverden, wie solche für den Verkauf von Margarine bestehen. Cs soll äußerlich schon deutlich kenntlich gemacht werden, daß sich in dem Papier Pferdewurst befindet. — Ob das allein wohl helfen wird? IT W ein ön, ’^cheip M. wi9« Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 17. September 1908 erscheint täglich, ai-net 0 vczug»pret»: EormtagS. — Beilagen: W monatlich75Ps.,viertel- viermal wöchenilich Ä JÄ ▲ A. >< ▲ AA. ▲ A. A WH A. A. A A A A. A A A jährlich Mk. 2.20: durch S8®l6nC11Cr Ältttzllltzk wittschastlicheSettfragen H W K & W Ä- tSr Zeilenvreu: lokallb^ Fernfprech - Anschlüsse: U M V ■ V ® auswärts 20 Psennig. für die Redaktion 112, f^^F Of Verantwortlich Verlag u. Expedition bl Z™ < aw* * * e* V < ** für den politischen Teil, MM General-Anzeiger für Oberheffen WZZ bl« oorminagsio'ut," Botalionsörud und Verlag btt vriihl'lch«, Unio..Bnd). nnö Steinöraderel R. langt. He6attion, «rpcöltion und vrncktrtl: Schulstratzt 7. teilchen auftiahmen." Stück um Stück wurden diese Farbenpartikel aus ihren Schlupfwinkeln geholt und wieoer ait ihre ursprüngliche Stelle gebracht und dort befestigt und heute strahlt oas Bild wieder in zartleuchtender Pracht der Farben. Professor Cavenaghi hat übrigens jedes Horwrar abgelehnt; auf die diesen Punkt berührende Frage des Beiuck)ers findet der Wiederhersteller des Abendmahles nur ein leises Lächeln unb dann die einfache Antwort: „Die Regierung gibt mir keine Vergütung, weil ich das nicht wollte; Diese Arbeit ist eine Huldigung, die ich Lionardo darbringe." — Interessante Versuche mit drahtloser Telephonie wurden zwischen dem in der Brüsseler Vorstadt Forest aufgestiegenen Ballon „Condor" des Aeronauten Robert Goldschmidt unb einer aus dem Turm des Brüsseler Justizpalaftes eingerichteten Station unternommen. Alle Experimente gelangen ausgezeichnet. Auch die vom Eiffelturm in Paris abgegebenen Morsezeichen wurden im Ballon deutlich ausgenommen. — Der Schliff des kleinsten der beiden C u l l i m an- diaman^en ist beendet. Ter Diamant hat ein Gewicht von 330 Karat und ist somit bisher der größte geschlisfene, Edelstein der Welt. Sein Wert wird auf 4 Millionen veranschlagt. Der andere Cnlliman, welck)er C(K) Karat wiegt, wird einen Wert von 60 Millionen Mark haben. — Kleine Chronik aus Äunsi und Wissenschaft. Im Anschluß au die Klinger-Ausstellung, die am 23. Sepleniber schließt, wirb im Frankfurter K u n st v e r e i n, Jimghofslraße 8, Sonntag den 27. September die bereits angelün- digte R o d i n - Z u l o a g a - A uS st e l l u n g eröffnet werden, die eine Reihe von Werken des berühmten französischen Bildhauers unb 16 ®emä(b< be5 spanischen Meisters bringt. Tie Ausstellung dauert bis zuni 1. November. — Gleichzeitig nut der Gejelljchast Deutscher Natuiiorfcher unb Aerzte wird auch der Deutsche Ausschuß für Den mathematischen unb natnrwissenschältlichen Unterricht am 23. dss. Nils, in Köln a. Rh. eine Sitzung abhalten, in der über die Vorschläge der Unterrichts- fommihlon, die Ausbildung des Lehramtskandidaten belrefsend, verhandelt werden ivird. — In jpannöu.-SDIünöen soll Dein Dichter des Wejerliebeä .Ich kenne einen deutschen Strom", Franz v. Dingelstedt (geboren am 30. Ium 1814 zu ya lsborf bei Kassel), ein Tentmal gesetzt werden. — Eine nach dem Inneren von Island entsandte Expedition jur Erforschung des Schicksals des seit Juni vor. Js. verschollenen Geologen v. Knebel unb deck Malers Rudlos ist au die Küste zurückgekehrt, ohne emc Spur der Vermißten zu finbeii. Beratungen aus Don hm G* . Uhr würben daraus di nerStog coimitidg vertagt. den ü> c n e n iv (t v t S ft d a i traurige Parte» lein, wenn wir «licht auch auf u m g e ft n 11 e n £> c th w t v t e n ftaai Dcrroeiflcru ? Karl #aut»fn will e5. Ta- gibt aber einen unlösbaren tiiöerfprud). Äautlfo hat sich bie GteimDlage zu feiner theoretischen Bildung doch auch au' den Umoerfitäien des 5Uoficn- floate3 geholt. Ader wenn alle Akademiker, die zu unS konrnien, nur grau m grau malen, ebne 2?erüd«~id)tigimg der realen kl:r- hältmfje, dann icäre es v elleicht im Interesse der Panei. wenn man 0:e 5ht:el für die Universitäten verweigern würde. (Grove Heiterkeit.) Nächsten- werden wir einen bäuerischen Lehrer aIS Ran en. Wir halten c-3 ’■ ^Uch» daß er in ferner Stellung bleibt. Wir baten mit vielen unhaltbaren Zu- landen aufgeräumt. Selbstverständlich stehen die erreichten Bor- tci.c weit hinter dem zurück, wa5 wir als Sojiideniokrateii verlangen. Wertet die Ne.chStagSfraktion nicht aber auch polnisch? Welche Stellung hat fie denn zum tirafen Pofadcwrky »uient em- genommen? Idir haben politisch unterschieden; fönst wären wir der Stellung unfähig gewejeii, die wir bekleidein Wir dürfen nni nicht an die Zwirnsfäden bloßer Formalitäten hängen. Wir haben auch nach der Lübecker Resolution gehandelt. Tenn wenn wir gegen das Budget gestimmt hätten, bann würde da-: alte genehmigt worden fein. Tamm haben wir mit Recht dem kleineren Uebel zugestimmt. Genosse Joost (Gotha) vertrat in Lübeck gleich nach Bebel den etanDpiinfr, der dem unserigen gleicht, und fein Mensch hat ihm widersprochen. Jetzt will man durchaus Bayern, Baden und Württemberg verurteilen. Lachsen und Gotha nimmt man aber an*. In Gotha trat 1902 der erste Sündensall em. flem Blenfch regte sich auf. So macht man Unterschiede. Tic wachsen schlawn bei welterschü'temden Ereiguinen, sie winen nicht, «vaö sie hm. Sic roiütu nur, daß wir aus der Panei anSgefchlosscn iverden müssen. (Große Heiterkeit.) Wir müssen auch im GegenwartSsiaat möglichst Zweckmäßige- für die Arbeiterkreise heranholen (Beifall). Unjeic heutige Anfsassung oeckt sich völlig mit den Ausführungen Bebel- aui dem Inter» uationaten Kongreß in Pan- im Jahre 1889. Und in Erfurt hat Bebel erklärt: Ten großen Anhang haben wir niirx weil die Arbeiter sehen, daß rott praktisch für sie tätig sind, («turnnsches Hört! Hört! bei de.« Süddeutschen), weil wir sie nicht ans den Zuknnltsstaat verweiset«, von dem wir nicht wissen, wann er kommt. ,Erneutes stürmisches Hört! Hört! bei den Süddeutschen). Durch die S o z i a l r e i o r in zum Endziel! Wir haben praktische Politik getrieben, ohne das Endziel z,l vergessen. Singer hat sich oereit eifläu, für eine RcicttepeimögcnSsletier, für eine ErbjchaitS- jteuev zu stimmen und Bebel wat seinerzeit bereit, Mittel für ein rauchlos cS Pulver und bessere Uniformen zu gewähren, um die Cpict des Krieges zu vermindern. Und erst unläiigft hat Singer 2 Millionen für Zcppclin bewilligt, obivohl dessen Versuche ifauyt- sächlich int militäriichen Interesse geschahen. Nirgends hnDcn wir also den Standpunkt, daß man dem Wegenwartdftaat feine lUittel bewilligen dürfe, und Bebel hat zngesagt, für den Etat zu stimmen, wenn vernünftige Reichsstencrn emgciiihrt werben. Entweder eine selbständige parlamentarische Vertretung ober gar keine. W t x lassen uns unser Recht nicht beschranken. Persönliche Verständigungen lassen wir zu, aber sonst keine Beein- iliissungen! EssollteleineHerrscher nnd ketneBe- h errichte bei und geben. Tagegen werben wir un5 aii6 benw- Italischen Gründen bis anfS äußerlte wehren. (Stürmischer Bei- fall bei den Süddeutschen). Ich bin fein PaNikulanfl, aber nach Lage der Verhältnisse gibt es keine andere Haltung al- die, die wir einnehmen. Die Resolution bcS Parteivorstandes i ft für unS vollständig u n a n u eh mbar. Da- einzige Entgegenkommen, das «vir bieten können, ist, daß wir die Lübecker Resolutionen mit der früheren Auslegung behalten. Wir haben die eivige Resolutionsmacherei satt. (Stürmischer Beifall bei den Sübb.). Wir verlangen Vertrauen und nicht den fortwährenden Partei» Ikaudal in der verbissensten Form. Zwingen Sie, Genossen von Rorddeutschland, unS nicht Ihren Willen auf. Gegen die Resolution gibt cs nur entschiedenen Widerstand. Wir hoffen, daß Sie c? nicht zum äußersten kommen lasten werben. (Beifall bet den Süddentscheii, großer Lärm bei den Norddeutschen.) Sie dürfen 'ich nicht daraus stützen, daß Sie bereits gebunben sind (Lachen), Sic müssen alS freie Sozialdemokraten handeln, Sie müssen den Hut haben, ihre nach reistlicher llcberlegung und Aufklärung gewonnene Uebergeugung Ihren Genossen gegenüber zu vertreten. Pierncr Papst ist, sondern daß wir berechtigt und verpflichtet siiid, selbst zu prüfen, zu handeln. Es ist nichts verheimlicht warben. Der Äbg. Pfcmnkuch ipußic, daß wir in Stuttgart über die 6rage der Budgetbeivilligung verl^anoeln ipollten. Ter Ttartci- vorftanb wußte also Davon; vielleicht ber „Vorworts" auch. (Redakteur Strobel vom „Vorwärts' ruft: Das ist eine Infamie! Großer Lärm. Von'. Singer: Wir wollen doch die Situation durch icmperamcntDolb* Zwischenrufe nicht noch versä>ärscn. Dr. Frank-Mannheim (fvrtfabrenb : Sie dürfen uns nicht zwingen, das Budget nicht »n. bewilligen. Wir wollen den Staat uniformen und erobern Das ge,chiebt nicht dadurch, daß wir mechanisch von Zeit zu Zeit Rein lagen, sondern dadurch, daß rott den Staat crusvauen Man will den Staat in der Idee verneinen. Dadurch wird aus dem StaatSgebäude fein Stein verrückt. Tie Resolution ist f u r uns völlig und unbedingt unannehmbar (Beifall und Gelächter • Wir la Isen ur.s btt diesen Tingcn nicht majorisieren. (Beifall tntb Lärmen., Im Namen der Württemberg:scheu LandtagS- sraktionsvrachRcichStagsabg. Hildenbraud (Stuttgart , der erklärte: Wir sind mit den bayerischen unb baMcbcn Genossen ut der Frage der Budgetbc.vUligung völlig i j 11 - daris 6' Das sprcdie icg gern vor der gan-eu Partei au- Wir lind liegen unserer Stellung von der „Leidiger ValkS-eitung" alS parlamentarische Kretins beschimpft worben. Jeder anständige Mensch Wird von dem Schmutzblatt befubcU (Pfuirufe.^ LSie lange werden bi? Leip>i Blatt noch dulden! Es gibt kerne M^nei in o:r 5k-!i sonst, iw so viele Leute an dec Smbe dirigieren, aber nicht imt uns arbeiten wollen. (Großer Lärm.) Tic Resolution ui )ut uns unannehmbar Zwingen Su uns die Rci'olutiou auf, fo ro:irt*n wir dennoch bei der nächsten Budget- abftunmung überlegen, wie Wir uns in dcr Frage der Abstimmung zu verbauen babvn (Stürm, '^niall. bet den Süddeutschen ) Als Führer dcr Minorität bet bayerischen Land- tag-sra ktion «vracy bet Abgeordnete oiniont«*Rürnber Für die Mutoricht dec babnctzen Landtigssraktian sprach brt Lundtag-abg Ei chhorn. Au- Stadt unS Can». Gießen, 17. Sept 1908. • • Ten Geburtstag der Großherzogin feiere die Schulen dadurch, daß am heutigen Tage dcr Unternch: ausfällt. Tie öffentlichen Gebäude haben zur Feier bc: TagcS Flaggenschmuck angelegt. ~ Zur Landtags wähl. Der Vorstand des hiesige, nationalliberalen Beiern- hat ber freif'. Parteileitung mitgete it, baß er ber Generalversammlung deS Vereins Vorschlägen wiü. bei der bevorstehenden LandlagSivahl den seitherigen Ao. geordneten Geh. Iustizrat Dr. (Sri tf lei sch zu unterstütze,* falls dieser wieder die Kandidatur annimmt. — In einer DertraueiiSmänncr-Beriammlimg des Bauernbundes zu Tann, stabt würbe für den Wahlfrei S Groß-Gerau der seit, herige LanblagSabgeordnete Bürgenncister EenSfelder. Büttelborn einfltmmuj wieder als Kandidat ausgestellt. 6enf selber hat die Kandidatur angenommen. — Eine RcichStagScrfatzwahl in Hessen? Te: RcichStagSabgeordneie für den 8. Hessischen Wahlkreis Alzey- Bingen Gutsbesitzer Ph. Keller auS Stcin-Bockenhein «. neuerdings wiederum so schwer erkrankt, daß man sich sehe mit der Person eine« Nachfolgers beschäftigt. Ä. ist oll Kandidat deS Bundes der Landwirte mit nattonaQiberß! und ZentrumShilfe gewählt unb nennt sich nülbhbcraL • • Parteitage. Tie beoorslehenbe LandtagSwob gibt den einzelnen Parteien Veranlassung zu erhöhter Tätig, feil. Ter nationalhbcialrn LanbeSversammlnng, die a> letzten Sonnlag in Tarmsladt tagre, folgt am 20. Septem, bei* der Parteitag der Zentrumspartei in Mainz, bc sich natürlicherweise vorwiegend mit ber LandtagSivahl de. 'chästigen wirb. Wiederum 8 Tage später, am 27. Sept., finde zu Worin2 der Pattcllag deS sretsinnigen Lande« vcreinS statt, ans dessen Tagesordnung außer dem pohl. schen und geschäftlichen Jahresbericht ausschließlich Frage der Landespolitik stehen, nämlich bic Landtagswahlen inu die 9lefonn der hessischen DerwallnngSgesetze. Mehr zu em- Rückschau auf die Tätigkeit der soz«albemokratischcn Landtag-, fcaftion unb bic LanbtagSwahl wirb sich bie Tagung der Landeskonferenz der Sozialdemokraten Hesien« gestalten, die am 7. und 8. November in Mainz fiattfuibr. • • In Audienz empfangen wurde von 6. H H. dem Großherzvg am 'Mittwoch u. a. Lehrer Schmu m unb von Groß-Felda. • • Der Vorsitz im Schulvorstand. Da- he». Oberkonsistorinm hat, um den Wünschen der Geistlichen ze entsprechen, den Geistlichen gestattet, bei der Schu - bcf)örbe um Befreiung voin Vorsitze des Schu!« Vorstandes nachzusuchen. Da aber nach Art. 70 bei BolkSschulgesetzeS vorn 16. Juni 1874 dcr Vorsitzende fcc? SchiilvorslandeS auS dessen Mitgliedern durch die oben.* Schulbehörde ernannt wirb, so kann in Zukunft nur btex, d. h. baS Ministerium deS Innern, die Geistlichen von de-, Vorsitz im Schulvorstand wirklich befreien. UcbrigcnS merkt das AuSschreiben des Großh. OberkonsistociumS, t:, in besonderen Fällen, fei cS das Jntereffe der evang. Air*- wie z. B, bei KonfejsionSschnlcn, fei es dal Interesse ter BolkSerziehnng, sich ein ivciteceS Verharren in diesem 2 auch unter erschiverenben Umständen dringend empfehl^ k. kanntlich hat die LandeSsi)node schon vor einigen 3al)t*tu. 34 gegen 19 Stimmen die LoSlösung des Schulamte- dem kirchlichen 9lnü gefordert. T»e Entscheidung liegt al jetzt vollkommen bei dem Schulmtnisterimu. " AuS den Mauövcrn. Prinzesfin Friedrich Karl von Hessen wird vom 19.—28. Sept, den M-- nöüevn deS 18. KorpS zwischen der Till und dem Cbcrlar der Lahn amvohncn nnb m Dillenburg Wohnung nehmen — Der Kommandierende des 18. Korps von Eichhorn ifi gestern in Dillenburg cingetroffeu, woselbst er bis zu« 23. Scplbr. Quartier nimmt. — Auf dcr Lahnbrücke br Breidenstein stürzte gestern ein Darmstäbter Dragaac: m btc Lanze seines AorbcrmanncS unb blieb auf btf Stelle tot. Die Ucberreicht«ng ber Meisterbriefe an bi panbwerker au3 Lberhefsen, bic die diesjährig. Meiste > prüftmg bestanden haben, wirb am Sonntag, 27. Septem de: vormittags IO1/, Uhr im Gewecbehause stattfinden. Im Kolosseum gab cs am Mittwoch abend c« neuer' Prograinm, bas aus bas Publikum eine aufjc ordeutliche Anziehungslraft aurüblc unb einen B-'u- votlaus verbient. Iongleurkunststückc fmb im Gligcmemti nichts neues unb wenn dennoch auf diesem (gebiete rntw neues gezeigt wird, fo ist dies doppelt bemerkrnswert. inentlich, loenn cS mit solcher Eleganz und Sicherheit g* fchieht, wie sie Mister Body uns uorfn! wnr Regenschirme, eine kleine Zt)linberhuthandlung, MonaW Jigarreii und andere schöne Dinge mehr rv.rbeltcn nur so c der Luft herum uub würben von dem Künstler mit u-> fehlbarer Sicherheit -gehandhabt. Mimftkr-3 trat dann noai bei feinem ztveiten ut ’ ? bot hierbei NU IN Hub' • Handstaubsacheii und lief auf dem xopf Fräulein tzerton, eine fesche Soubrette, brachte jcutpointterte LrD trüge, bic recht gesieleti. Ungeheure Heiterkeit unb haste Bcwuiiberuug fanben bie dressierten Tiere deS Pepitio, ber mit einem Schwein unb einigen Hunden eoi qanj kleine ZirkitsvorsleNutig zum besten gab. Eine zwer Soubrette, Fräutein Erna Lu cettc, fana zuerst als I» gerin unb bauu im geschmackootten Breiillvstttm rti- jc nc:r Liedchen, die burdi ihre ansprechende Bonragoart beftaf zur Geltung kamen. Ztvet . Elever, cntfcifcUcn burdi ihr grotcskanisches 'Auftrcii: toahre Heiterte,lsstürme. Sie fangen zunüchu alS tit^-r linder und bann als „Erwachsene — wenn man bei etrnn Meter Größe von Erwachsenheit spr ' Duette unb tanzten dazu mit V*ra ic und SchiL Der i1 m ort ft Herr Buschmann bewegte ' ' recht wryigen Vorträgen vorwrcgeno auf politische« biet. Er tonnte mit icmcin Er - 2 ■ • tarn bic schone Eleo, die erst vor wenigen rochen h- mit gros Sachen Auch bicsinal wieber rnt,;iufle die Künstlerin tu.-r . i.j.u. und die iudmv Mmlicln. Grazi- it)rt: Luftretcus jo, daß sie wieder^ im.rbc. Xtc beiben Hamiltons MU komischen iifrol stücke und ihre verb ihcnbc Sdineitmalcrci nod/ eine er genehme ttbircdu-Iung tu da^ Programm, bür - uch beNe sich ouszeichnet, daß c. mchi allzulang ist. Udjrer und Beamte vora den sci?:n finb codi gam selb st- verständliche Tinge, aucy für oen bürgerlich.n Staat Das hat doch mit dcr Sozialdemokrat * nicht- y; tun. Ich verstehe ntd>r, nne man solche selbstverirmdlichc Dinge -um Gegenttano eines blonderen Dertrauensvotuins machen kann. Solche Sachen kommen doch in jedem Budget ror Dann müßte man ja aud« icheS Budget bewilligen. Tann wrru L»r haben ia aua das allgemnn-' Wahlrecht erobert, das ba'Jt ihr in Iteurxn nicht In Preußeir sind auch andere Michtc vorherrschend. Ein starkes Junkertum im Lsten und eine mächtige Bürger laste in Rbeinlano und Wesnalcn. Unsere hlämo’c in Preußen eben über bic süddeutschen Äanipse hinaus Die Klughelt gebietet mir, überunser nächstes Ziel nicht.' ; u sagen. Aber in der glatten Weise wie im Süden vattii.ht sich bte Sache in Preußen nicht. Wir werden eine - Tages o vf und Kragen daransetze n müssen (£':*.!; _ .-r imll bet den Norddeutsü* In Bayern »ft Zentrum Trumps Der bayrische Kultusminister Dr. Wehner ist genau so schrvif wie der preußische Kultusminister Volle. Sie sind von dergleichen Iarbc. Dr. Wehners Berhalten gegen den Lehrer Bcyhl ift von unseren OkuoiLn a!s Unverschäml- brit bezeichnet Worten, unb trotzdem stemmt man für das Budget, für eme Regierung, bie reaktionär bi> an bic »tnochen ist! Wenn man so intim mit I,ohen Herren verkehrt, ivenn man bei den Ministern Wafhreunb gerootoen ist, wenn man der Frau Minister bie Hand küßt, dann tommt man freilich in eine vertrauensselige Stimmung. terkeit Tann bekommt man freilich von allen Dingen eme andere Ansicht. Pvrläusig werden bic sozial- fcemoküt;id*m Beamten in Bayern noch gemaßregelt. Es müßte bann sein, oaß die bayrische Sozialbcmokratic sg zahm wird, daß die Regierung nichts mehr gegen sie ew*un>cnbcn l)at. Denkt doch an die Gewalttätigkeit ber Polizei hier in Nürnberg bei den Aussperrungen. Die Poli-ci würde heute noch genau so handeln. (Sehr richtig.) Bor 27 Jahren sprach ich in Fürth. Daraus rourte dcr xz-iabt das Recht ent-ogcn, Versammlungen ^u genehmigen. Das ist beute noch so. (Zuruf: Nein, das Ministerium bat ber Stabt bas Recht wicbctgcgebai! Nun gut, es ist aber eine Schmach unb Schaube, baß ein solcher Zustand 27 Jahre bestehen kann. lLebh. Beifall bei den Norddeutschen.) Unter diesen Umständen heißt die SubgetbcwilUgung nicht nur Ancrketinuilg, ionbem auch Unterstützung, Aufrechterl-altung deS Systems. (Lcbh. Zustiumiung bei den Norbdeutsdxm. Was hat es den Genossen gefchobet, daß sie bisher gegen das Budget gestemmt haben'? Nichts! Selbst in dem revisionistisch verseuchten Baden hat bic Partei große Fortschritte gemacht. Wir müssen unsere prin»ipielle Aussasiung vertreten, müssen die Mafien aufklären. Ich war in meiner 3 ugenb ein grimmiger Gegner der Sozialdemokratie. Wir sind alle aus Sauluffen zu Paulusfen geworden. Menn wir die Massen gewinnen wollen, bann dürfen wir nicht am Bodeii kriechen. Wir dürfen feine Konzessionen niadjcn und unS an die Regierung wenden Wir erschüttern damit das Vertrauen der Massen -u tmS. Air haben noch dunkle Gebiete aus-uklaren, Mecklenburg, Oberschlesien, Hinterpommern. (Zuruf: Berlin und Branbeuburg! Große Heiterkeit.) Wir entziehen unS das Vertrauen der Massen, loenn wir bic Budgets bewilligen. Air müssen dagegen ftimmeu. (Stürmischer Deijall bei den Nvrd- dciitschen.) Die Rede Bebels hatte nur iy< Stunde gedauert. Bebel verließ bald daraus in Begleitung seiner Frau ixn Saal. Die Rede von T i m m -M ü n chen. Als -tveiter Redner erhielt das Aart der Laudtagsabg. Timm- München. Er wurde, da er geborener Norddeutscher ist, mit dem Zuruf begrüßt: Berliner Bayer! Er führte aus: Es ist fein erhebendes Gefühl für mich, hier eine Sache zu vertreten, die selbst verständlich ist. Wir haben eigentlich und tigere# zu tun, als und mit ber Budgetsragc -u beschäftigen. (Lebhafte Zustimmung bei den Süddeutschen - Wenn wir die ganze Frage nüchtern und ruhig behandeln, dann muß angegeben werben, daß wir recht gehandelt haben. (Lebhafter Bcitall bei den Süddeutschen, I^fdgc Oüo-Rufe bei den Norddeu«scheit.) Der „Vvnvarts" f)ot in unerhörter Weife die Leidenschaiten aufgestachelt. (Lebhafte Zit- Ihntmuitfl bei den Sübbcutfd>en.) Seit einigen 3aljrcn ist eine eigentümliche Shimpfmdhobc bei und eingerissen. Unverantwortliche Persvneii haben das löbliche Bestreben, bie Massen von ben Getverkschastssührern loS-u lösen. Ern regelrechtes Hendl reiben gegen hervorragende Geiverlschas 1 ssührer wurde cingclcitct. Tas Waren bic Borboten der -tonipfesart, bic man setzt gegen die süddeutschen Genossen anwendet. (Stürmische Ziisteminung bei ben Sübdcutschen.) Eine -ügclloie Aufttad-elung btT Leidenschasten wurde in Szene gesetzt. Ich l-abc das Empfinden, daß unsere Theoretiker -u wenig Fühlung mit ben Prak tifern haben. ^Lebh. Beifall bei den Snbbcutjd)en.) Tie bayr. Genossen stehen nut ganz geringen Ausnal-men Innter und. (Leoh. Beifall und X^clächter. In Lübeck wurde der Resolttttoii die Tcutung gegeben, daß die Landtagviratlioneii selbständig über das Budget nach pflichtgemäßem Ermessen entfä^nden können. (Lcbh. Widersprilch bei den Norddeutschen. ES ist in ber Diskussion kein Wort dagegen gesagt worden. Air behalten uns auch fernerhin die freie Entscheidung darüber vor. (Cborufc bei den 9ü>rt>bcut)d>en nnb üfLmtativcr Bcisakl Bei d.u Stibdcutscheti.) Der „Borwärte'' l)at in schamloser Weise gewütet. Ec sprach von ,,Tisziplinbruch'*, purlameu«arischem Eretintsmus", von einer „hösifchen Frinbe" (Psuiruie Mxwu eine solche Sprache dec Partei wroerhd) sein! (Lebh. Beifall bei ben Süddeutschen.- Id) ivtll gar nicht entgehen ans ben Anwurf ber Lcipziacr Volks- leitung. Id) sage aber: wenn ich Leiter des Reichsverbandeo zur Bekämpfung der Sozialdemokratie wäre, bann würbe ich wünschen, daß diese Leute in Leipzig noch recht lange wirken mögen (Lebh. Beifall bei den Süddeutschen In ba* Partei wirb teder beschiinpft unb für vogelfrei erklärt, denn wir finb ja eine Partei ber Brüder^ lichkeil. (Lachen nnb Zustimmnng Diese Hetzereien w o t c n | d)«! I b a n unserer ungeheuren WahlniCbcr - läge. (Beifall und Aidevspruch.' Und uuit treibt man die Sache nod) weiter. ES ist irwol, gegen die Fraktionen zu l-etzeu. Wir verlangen eine gcrcdite Würdigung unserer Tätigkeit. Id) klage jetzt den Parteivorstand an, daß er nicht rechtzeitig eingegriffen hat. Er durste nicht warten wie in Dresden, brs der Sd-adcu ängctidjtet ist, b«S das Haus in Flammen steht. Air verlangen, daß er bic Parteiorgane -urechtweist. Wir dürfen aus dem Parteitag feine Attion von Terroristen modren, sondern von Parteigenossen, bie die Angelegenheit sachlich aufklären. (Stürmischer Beifall bet den Süddelitschcn, Gelächter bei ben 'Jiorb- dentschen > Wir haben nut unserer Meinung nicht hinter bem Berge gehalten. Neberraschl über unser Veihandlung koimte niemand sein. Der Stiittgarter Geheunkonfeienz wohnte ja sogar Plannkuch vom Parteivorslanbe bei! (Lebhafte- Hört, Hört!» Der Vorstaiib >var also vollkonnnen orientiert. Wir Huben dem Budget -ugefumml; die t r e i b e n de n E l e in e n t e Dabei ,p a r e n aber nicht die Akademiker, sondern die '21 r b c 11 c r. (vört, Hört!) Ich habe keinen Anlaß, unsere bäuerische iHcgicvung zu loben, aber so, wie Bebel die Sache gcschildc»i hat, ist sie doch nicht. Tie Alifbesjeiiingel» mußten nicht veivllligt werden. Tie ircibende Kraft war unsere Fraktion. Wir haben Die Regierung zum Vor- wurt3|d)rdtcn gezwungen. Ter Redner weift unter lebhaften Hört, Hort! - Ruten nach, daß Die Beamten uuD Arbeiter ui Bauern durch Diese- Eintreten für Das Budget jetzt wesentliche Vorteile erlangt haben und fährt Dann fort. W > r m ü b t e n ja eine wollten. (Lebhaster Beifall, Lachen. Vom .Vorwärt»' wurde uns vorgeivoneii, wir hätten durch die BuDgetbeiPllligung auch dem bäuerischen Milltäretat zugcftimint. Ter Militärelat steht aber befoubcifl, und wir haben gegen ihn gestimmt. Ter ,Voi- wärt»' mit feinen elf Redakteuren sollte über solche Sachen besser BescheiD wissen, ei sollte sich nicht bei den einfachsten Sachen bla- mieten. Wie viele von denen, Du* im- oernrteilen, wifien überhaupt, war ein Budget ist? (Lebhafte Zustiininiing und Hodn- gelachter.) Redner gibt dann eine llcbci|td)i über bte bäuerischen Budgets »nid erklärt: Tie ßraktwn hat iu a. gegen die jroillifte und als Gegner der Todesstrafe auch gegen bao i'tehalt deS Scharf- nchlcr- gestimmt. »Heiterkelt ) Angeilonnneii wurde a. auch Der Etat Des Alüuchener Hofbräichaufer. (Große He'.terkeit.) Air had.ti auch für Die Universitäten gestimmt. Sollten wir sie dem Klaffen- (Frlf. Ztg ) Urteil wurde vertagt. Tem „Echo" jufolgc wurden bei dem Grubenunglück auf der n «i < . M f - J. — — X 4 Ofa. Lxä t«•* A uÄi.i* «■ K 1 .4 hnh t Gcreci?tsdaoi der Anspruch der Eisenbahn - Direktion Mainz zurückgewiesen I werden. Nach dem Gesetz vom Jahre 1858 sei nämlich bestimmt, daß der höchstbesteuertc Grundbesitzer Sitz und Stimme in der Gemeindevertretung haben soll, aber nach den, StaatSvertrag, der mit der Hessischen LudwigSeifenbahn- Gesellschaft s. Zt. abgeschlosien worden sei, sei das ganze Grundeigentum dieser Bahn in das Eigentum dcS preußischen und hessischen Staates übergegangen; der Eisenbahn-Direktion Main; sei aber nur die Verwaltung dieses Grundeigentums übertragen, ein EigentuuiSrecht darauf habe sie nicht, die Eisenbahn-Direktion Mainz sei mithin kein hüchstbesteuerter Grundbesitzer und habe daher auch keinen Anspruch auf Sitz und Stimme in der Stadtverordneten-Versammlung. — Das Briefkasten -er Redaktion. (Auouhme -lufraacu bleiben unberücksichtigt.» Nach Nidda. Ja! überwacht werden. _ ,, Die Hafenbehörden von Antwerpen I)obcn umfassende Maß- Schriro-Prozeß Davritscheff und Goldsieiu einstimmig, Anna Schwarz mit Stinnnemnehrheit frei und der Erpresser Vogl (alias Below) wurde in allen Punkten verurteilt. Man erwartet eine Strafe von 3—5 Jahren Gefängnis. Tie Verhandlung hat zehn Tage gedauert. Der Schriftsteller wii.it Tr. Reidel b a ch (Münchens ist irt seinem neuerrichieten Bajaltwerk in Cbernebcnbirg, Unteriranicu, vor den Augen seiner Frau in die Transmission geraten und* ins Getriebe gezogen ivorbei,. Er ivurbe fd^ver verlebt. In Petersburg sind in den lebten 24 stunden 2oO Neu- erkrankungen und 64 Todesfälle an Cholera eingetrctcn. In Odessa sind die ersten yvei Ehoteraerkrankungcn mit tödlichem Msgange bakteriologisch iestgeiteilt worden. Der Landesgesundheiisrat von Frankreich beschloß, dem Minister des Innern verschiedene Maßregeln gegen die Cholera - gqal,r vorzuschlagen (O, daß man schon so lueit ist! D. 9to>.) Insbesondere soll von allen Schiisern, die aus rusiiichen Hafen tommen, ein GesundheilSpaß gesoroert 1derben. Aus Rußland kommende Reisende sollen ärztlich untersucht und eine zeitlang Uniüerfitäts»Uad?rid)teia. — Pro'. Thieß, der Nationalökonom der technijchen Hochschule in Danzig folgte einer Berufung der japanischen Regierung in die Verwaltung der südmandschurischen Eisenbahn. -s- AuS dem Kreis Wetzlar, 16. Sept. Nachdem sich für sämtliche Schulen der Kreisstadt die Pforten ivieder geöffnet, beginnen für sämtliche Landschulen mit dem heutigen Mittwoch die vierwöchcntlichen Hcrbstferien. Sie sind zu begrüßen in, Interesse der Eltern, die sich mit der neuen Krciöferienordmmg noch immer nicht befreunden können. Durch die Ungunst der Witterung ist sowohl die Frucht-, als auch die Grummeternte in Verspätung geraten, so daß setzt dik Kinder mithelfen können. Ebenso finden ihre fleißigen Hände bei der Obst- und Kartoffelernte in den beginnenden Ferien Beschäftigung. Frankfurt a. M., 16. Sept. Für das deutsche BundeSschieß en 1912 ist als Festort Frankfurt in i aber nach Art. 70 s 1874 der Vorsitzen)!. ^gliedern durch die;z :ann in Zukunst nm: m, die Geistlichen um? h befreien. Uebrigenl rbh. OberkonsistoriM;, Interesse der evang. ? sei es das Intens Verharren in diejm en dringend empfehl! )on vor einigen Jatza osmtz des Lch'üamtkS.c Lie Entscheidung liezl: nnisterium. , Prinzessin Friri! in 19.-23. Sept, bin? der Dill und dem Ck Dillenburg Wohnung ntr Korps von Eichhsi- ffen, woselbst ec bis - Ans der Sübnbriidi Darmstädter W annes und blieb aui > Griginal-Drahtmeldungen. Darmüadt, 17. Sept. Das Ehrengericht der Anwaltskammec gegen den hiesigen Rechtsanwalt Fritz Mainzer setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen. Den Vorsitz führt Geh. Justizrat Dr. Gutfleisch, Gießen, Referent ist Geh. Justizrat Dr. Jöckel, Friedberg, Vertreter der Anklage Generalstaatsanwalt Dr. PreetoriuS, Darmstadt. Die Verhandlung findet nicht öffentlich statt, ebenso auch keine Zeugenvernehmung. Innsbruck, 17. Sept. Professor Wahr mund wird sicherem Vernehmen nach seine Lehrtätigkeit an der Prager Universität überhaupt nicht mehr aufneymen. Vielmehr tritt er bereits nächster Tage einen Urlaub an, der vorläufig ein Jahr dauert. Der Wahrmund-Fall endet also mit einem Erfolge der Klerikalen, deren Forderungen erfüllt sind. 51open ha gen, 17. Sept. Es darf nunmehr als sicher gelten, daß die Betrügereien Albertis sich auf nicht mehr als 14 Millionen Kronen belaufen. Die Meldungen von Albertis leidendem Zustande sind übertrieben. Sein ganzes Auftreten hat das Gepräge größter Ruhe. Es fanden «ich Chiffre-Telegramme seiner englischen Verbindungen, doch scheint der Schlüssel dazu von Alberti beseitigt zu sein. Angeblich soll er vor Ausbruch der Katastrophe ein Vermögen für sich auf die Seite geschafft haben. London, 17. Sept. Daily Expreß meldet aus Plymouth: Während eines Nacht-Manövers lehnte sich die Mannschaft an Bord eines Kreuzers auf und -er» Itörte die Zieleinrichtungen der Geschütze, um ihrer Unzufriedenheit wegen der Nachtübung Ausdruck zu geben. Vom Bahnbau Bad-Nauheim —Griedel durch das Wettertal. Die Bahnbaufirma Lenz u. Co hat nach etwa dreijährigen Vorverhandlungen mit den Gemeinden und nach eingehenden Vermessungen die Pläne fertiggestellt. Sie liegen gegenwärtig offen und nacktsten Freitag und Samstag findet die landespolizeiliche Abnahme statt. Die Finanzierung der Linie ist erfolgt, die Gemeinden haben Obligationen übernommen und die Ge ländestellung beschlossen, der Staat hat den Bahnbau und einen Staatszuschuß von 30 Prozent der Baukosten genehmigt. dkach der landespolizeilichen Abnahme erfolgt alsbald der Geländeerwerb, und falls et glatt von statten geht, hofft man noch dieses Jahr den Bahnbau beginnen und ihn bis 1. Okt. 1909 vollenden zu können. Die Teilstrecke Griedel—Rockenberg will man auf Wunsch der Interessenten schon bis ^um Frühjahr vollenden Auf dieser Strecke sind zwei Brückenbauten über die Wetter erforderlich. Bon Rockenberg bleibt die Bahn westlich der Wetter. Znnschen Steinfurth und Bad-Nauheim verursachen mehrere Schluck) ten einige Dämme und Einschnitte, besonders in der Nähe der Löwenquelle bei Wisselsheim. Hier geht es int Bogen die Anhöhe nach Bad-Nauheim hinein, die Maximalsteigung ist 1:50. Nordöstlich Bad-Nauheim kommt die Bahn am Goldslein heraus und führt hier neben der Main-Weserbahn her bis zum Elektrizitätswerk. Eine Unterführung unter der Mainweserbahn durch wird die Reisenden zum Bahn Hofsplatz und zur Stadt bringen. Geländeschwierigkeiten sind auf der ganzen Strecke nicht vorhanden, so daß der Ban rasch vor sich gehen wird. Stationen erhalten Bad-Nau beim, Steinfurth, Ofipershosen, Rockenberg und Griedel. Ein Bahnhof für Wisselsheim an der Löwenquelle ist megen der Geländeverhältnisse umvahrscheinlich. Sämtliche Stationen erhalten auch Güterverkehr, Bad-8temheim einen Rangierbahnhof. Die Leitung des Bahnbaus hat Regie rungsbaumeister Humann. Die Baufirma Lenz u. Co. hofft durch die Durchführung ihres Bahiinetzes von Grünberg über Lich bis Butzbach, Bad-Nauheim und später Wetzlar auf einen stärkeren Güter- und Personenverkehr und somit auf bessere Rentabilität. Bekanntlich rentiert die Teilstrecke Butzbach-Lich nicht. Den Hauptanteil der Aktien hat die Firma Lenz u. Co., nur wenige Aktien besitzen Private. Tie Gemeinden Steinfurth und Griedel führen gleichzeitig die Feldbereinigung aus, wahrscheinlich auch Rockenberg und Bad-drauheim. ch Butzbach, 16. Sept. Bedeutende Erweiterungen soll dieses Jahr noch die Maschinenweristatt Tröster am Bahnhof erfahren, nachdem erst voriges Jahr eine neue Gießerei erbaut wurde. Tie jetzigen Neubauten erfordern über 150 000 Mark und umfasten weitere Fabrikräume für etwa 100 Arbeiter. g. Bad-Nauheim, 16. Sept. In Begleitung einiger Lehrer besuchten heute die beiden Oberllassen des Friedberger Lehrerseminars die hiesige Stadt schule. ES waren etwa 60 angehende junge Lehrer. Schon vor 8 Uhr hatten sie sich eingefunden und sand zunächst eine Besichtigung des schönen, auf das modernste eingerichteten Schulgebäudes statt. Die Zöglinge wohnten sodann dem Unterrichte in den beiden Ober- und Elementar klaren bei. Auch im Turnen und Zeichnen fand eine Probelektion statt. Aus dem Kreis Friedberg, 16. Sept. Im Laufe vorigen Monats hat für die Lehrer, die im Kreise Friedberg Unterricht in land w. Naturkunde zu erteilen haben, ein besonderer Kursus stattgefunden. Tas Großh. Lehrerseminar stellte für diesen Zlveck den Physiksaal und die nötigen Apparate kostenlos zur Verfügung. Die Borträge hielt Seminaroberlehrer Dr. Schäfer hier, der einen Kursus bei Professor Dr. Gisevius in Gießen mit- gemacht hat. Die Vorträge verteilten sich auf 3 Vor- und 3 'Nachmittage. Am Schlüsse der einzelnen Vorträge zeigte Tr. Sd)äfer, wie eine große Zahl von Versuchen mit einfachen Hilfsmitteln ausgeführt werden können. Die Krcis schulkommission hat je einen Lehrer aus dem Gemeinden herangezogen, m denen hauptsächlich die Forlbildungsschüler landwirtschaftlich beschäftigt sind. Ter Kreis hat die stoften der Vorträge übernommen. Auf eine vorherige Anfrage bei den betreffenden Bürgermeistereien haben sich die Gemeinden mit ganz wenig Ausnahmen bereit erklärt, den Lehrern Reifevergiltungen au3 der Gemeindekasse zu zahlen. Dadurch konnten 30 Lehrer ein gerufen werden; 2 davon haben sich freiwillig gemeldet. Der Kursus wurde von Schulrat Süß, der sämtlichen Vorträgen und prattifchen Uebungen beigewohnt hat, mit einer Ansprache gssckchosien, ivorin ec auf die große Bedeutung der Vorträge für die lanbro. Bevölkerung und die Förderung der Steigung zum lonbrn. Berufe und zum Landleben hinwies, auch dem Leiter der Vorttäge für seine interessanten und fruchtbringenden Vorträge Dank aussprach. )( Echzell, 15. Sept. Vom 19.—21. September findet hier, veranstaltet vom LandwirtschaftSkammer-Ausschuß und dem Geflügel- und Vogelzucht-Verein Echzell und Umgegend, die erste BezirkS-Gef lüge l-AuSst c l lung , verbunden mit Kaninchen-Rbteilupg, statt. Viele Ehren- und Geldpreise sind hierzu gestiftet. Die Anmeldung von AusstellungStieren ist schon recht zahlreich. Rodenbach bei Büdingen, 16. Sept. Gestern morgen brach in der Scheuer deS Gast- und Landwirts Hammel vermutlich durch Selbsteutzündung Feuer aus. Da sämtliche Erntevorräte eingefahren waren, sand das verheerende Element reichlich Nahrung, so daß auch die Stallungen und Nebengebäude von den Flammen ergriffen wurden. Tie Feuerwehren von Rodenbach, Altenstadt und Heegheim waren schnell zur Stelle und ihrem energischen Eingreifen ist die Rettung des gefährdeten Wohnhauses zu dünken. Das Vieh^ konnte mit vieler Mühe in Sicherheit gebracht werden. Der Schaden ist bedeutend. M R.-B, Darmstadt, 16. Sept. Die beiden Verbrecher Rosenberger-Bürstadt und Leiser-Gießen, die vor mehreren Wochen mit drei anderen Genossen aus der Irrenanstalt Philippshospital bei Goddelau entsprangen, sind noch nicht wieder emgebracht worden. Von Leiser fehlt jede ^pur, während man von Rosenberger vermutet, daß er sich noch immer in der Gegend seiner früheren Tätigkeit (R,ed) aus- galt — Die Darmstädter Polizei hat gestern und heute m allen Wirtschaften und Verkaufsstellen die neueste Nummer des illustrierten Witzblattes ^SimplizissimiiS^ be sch lag- nah in t, da das Blatt eine Verhöhnung des badischen Eisen- bahnministeriumS in Wort und Bild enthält. Mainz, 15. Sept. In der heutigen Sitzung des Kr e isauSs chusses kam die Angelegenheit der Vertretung der Eisenbahn-Direktion Mainz in der Stobt- verordnetsn-Versammlung als höchstbesteuerter Grund- besitzer, auf Grund des Gesetzes vom 3. Mai 1853 zur Verhandlung. Der Vertreter der Stadt Mainz bestritt, daß das Gesetz noch zu Recht bestehe, aber auch ohnedies müßte lt'9cn I . 11 W v. I 'is?°rsl0 Uhr. sowie ca. 40 Wirte des Kreises Dieburg wegen Ausstellung von mochcnao te%icnfr Sountaa und Freitag morgen» Geld-- und 3igairenantomaten zur Anzeige gebracht »b? D o ü-riaen Tage VuorgenS 5 15 Uhr, ab?nds und vom Sdiöfsengericht zu Geldstrafen verurteilt, da diese Auto- R-J 1 ’J; XIC ,U,UQCU *aflc uu,l9Cnö 0,10 UX)X' aucnofl maten als öfsentlickie Ausspielungen oben Glücksspiele -u betrachten u-v seien und daher nach 8 286 des R. Str. G. der obrigkeitlichen . Genehmisuna unterliegen. Die Strafkammer bat dieses Urteil m .. bestätigt uno in seiner letzten Sitzung befaßte sich der Strafsenat O lllridjftcin, la. ccoi. x-ic letzten Alarkte 5^ Grundes Lberiandcsgerichtes mit der Angelegenheit. Die Angeklagten berg, wie ubcrljaiipt der Umgegend, zeigen euien starken 'Abschlag bcluuhten, daß man bei einiger Uebung die Vorteile des Spieles! der Ferkelpreise, der sid) zwischen 10 20 Mk. für daS Paar bekenne und in der Lage sei, immer zn gennnnen, so daß diese Auw- I wcgt. Dieser Preioriickgang war and) aus unserem Michaeli- maten berechenbar und nicht mehr als Zufallsspiele bezeichnet! m a r k t off ei i fi cl) 11 i c£;. ^as Paar Ferkel geringster Sorte wurde werden dürften. Ter Strafsenat verkündete heute seine Cnt- nut 34-38 Mk. bezahlt, bcfierc galten 40-4a Mk., dw besten sciwidung dahin, daß die Revision zu verwerfen und die An° 45-50 Mk. Der Rindvichniarkt zeigte die gewöhnliche Befahrung, geklagten in die Muften zu verurteilen seien. Aus der Begründung Obgleich der Preis für erstklassiges Mastvieh als hoch gelten kann, geht bmwr, daß oer höchste hessische Gerichtshof diese Automaten, zeigte sich doch and) hier eine Abflauimg des Handels bei die unter dem 9temcn „Tip Top" „ForUma", „Onkel Theodor" I reduzierten Preisen. usw. in den Verkehr kominen, als Glücksspiele betrachtet. tc. Franksurt a. M., 17. Sept. (Tetegr. Orw.-Berichl des -rn. Friedberg, 15. Sepr. Vor dem Schöffengericht „Gieß. Anz.".) Aintstche Notierungen der heutigen Vrehmarkt. standen I>nitc die Landwirt Langlitz Eheleute von Okarben preise. Zum Vertause standen: 17 Ödsten, 5 aus Oesterreich wegen Milchfälschung. Ms Sachverständige waren geladen, 5 Bullen, 0 aus^Ocstcrreld;,65 Kühe, Fersen, eticre und Rinder, Tireltvr Krüger von der Landwirtschastl. Versuchsstation Tarm- 972 Kälber, 140 Schale und Hammel, 990 Schweine, 11 Ziegen, stadt und Tr. Fritzmann-Frankfiirt a. M. Die Angeklagten hatten I 0 Ziegenlämmer, 2 Schastäinmer. Bezahlt wurden für Milch an die Molkerei iliieder-Wöltstadt geliefert, die iaft immer 100 Psnnd Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 80—84 Alk., von Direktor Breujch beanstandet wurde. Als eines Tages die 2. Qualität 73—75 Aik., 3. Cualüät 60—64 Mk.: Suflen: Milch so aus sah, daß man sie ohne Untersuchung als gefälscht er- 1. Qual. 63—65, 2. Qual. 59—61 ; Kühe 1. Qualität 74—76 ÖIL, kennen konnte, sandte der Direktor eine Probe an die Landwirt- 2. Dual. 65—66 Mk., 3. Qual. 53—54 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., schafiiiche Versuck)sstatron nach Darmstadt; hier wurden 15 Prozent I 5. Qual. 00—00 Alk. Bezahlt mürben für daS Psund Schlacht- W 56,0—00 Pfg., 3. Qual. 62—68 Psg., Lebendgewicht 00— 00 Psg. fitzende für den Wied-?rlwlungsfall eine sofortige .Haststrafe an» Geschäft bei Hornvieh gut, Ucberstand unbedeutend. Bei Kleinvieh drvhte. Als der Sachverständige erklärte, daß mit aller Bestimmt-1 gut, kein Ueberstand. heil eine Fälschung erwiesen sei, indem Salpeter in der Probe! Limburg a. d. Lahn, 16. Sept. Fruchtmarkt. Turch- gefunden nmxbc, erklärte der Angeklagte, seine Kühe erhielten l sd)nittöpreis pro Atalter. Roter Weizen knaffauisd)er) 17,00 Alk., immer Wasser, das viel Salpeter enthalte. Beide Sachverständige iveißer Weizen (fremder) 16,00 Mk., Korn 13,00 Mk., Gerste (Futter) erklärten dies für ausgeschlossen, da durch den Verdauungsprozeß 9,00 Alk., Haler, alter 9.00—0.00 Mk., neuer 6.74—0.00 Mk., Erbsen der im Wasser enthaltene Salpeter ausgeschieden würde und nicht 10,00 'Ulf., Kartoffeln 7-0,00 Alk. in die Milch kommen könne. Auf Grulid der Beweisaufnahme ... ■ -- --------— ■ . kam daS C'kridjt $u folgendem Urteil: Die Ehefrau wird wegen Gicßencr Wetterdienst. Milchfalschung in einem Fall in eine Geldstrafe von 100 M k., Bora,»-sichtliche Aitternng für Hessen am Freittag den der Ehemann Larrgnitz wegen Fahrlafsigkut in jroei Fallen 18. September: Wechselnde Bewölkung. Regensälle. Temperatur zu je 10 M k. verurteilt. I wie heute. Südliche bis westlid)e Winde. Lausanne, 16. Sept. Tie Geschworenen sprachen im! ........ ■■■ — Telefon 330 do. Madeira Pajaret 2 Srttflrllfa kauren. Grabenstr 4. II. <77734 Heute und morgen frisch eintreffend: Gebrüder Berdux 1908 au vermieten. 52to Fernsprecher 231. Bahnhofstrasse 27 für dauernd gestickt Wolkengalle 2*2. I. 4834) ^inrbiirncritrnhc 4*2. 2 Zimmer 07279 Vut>ivi(i»plali 141 2,1 acht Wochen alte 5451 sofort zu vermieten. '5392 «021 Gute Qualität • Bill. Preise bauer, Ludwigstr .V. 07735 Die KlOß/Oß B“/< Apfel-Most irisch von der Kelter 15288 M. Schäler Ww., Kaiferallee 4. 1. mit ihr. 17 5 Zimmer Gesangs-Riege des H zum 1. Oh. fldutbt. ' Ml MN Verkä« Sffllrihtfirliidjr II crldji ebene iliuif-(ilcrnd)e 3n üeviiiieten r ItlirtiH’ludje (Offene Stellen 070571 Kl. S-Himmerwabn. ,u ver- mieten, frrau Heim. Steinftr. 78. 3 Zimmer-Mobnung zu verm. lunger, kräftiger Hausburlche (am liebsten vom Vanbei oer fofort gesucht. Neskauration 3. 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