Montag 17. August 1908 158. Jahrgang Nr. 19Ä Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. C3 kleinen Haushalt rin älteres anständ. Mäixt lches ctiü. kochen peri.:" int'l ienkels yU ididje WSuQChiiuitianoii. u Louis Reih Sroe., tirut fee 3L D, Neubau Gr. Leibe. (4756) illlfitt'» schneid., ßeiir Leut. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversuätS - Buch- und Cteindruckerei. R. Lange, Dießen. chev eliv. kochen uerit., f o. a.I.Levt.e.I Stell, im M. 106791) AberShos^ Die „Sletzener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Krctsblott für den Kreis Elchen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen 3ett- fragrn" erscheinen nronatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Tnickerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion: 112. Tel.-Adru AnzeigerGießen. 55. Deutscher ttatholikentag. (Unber. Nachdr. Verb.) S. u. H. D ü sseidor f, 16. Aug Mit einer Versammlung des ständigen AMÄOseS des Deutschen Katholikentages int Motel "^eidenbacher Mo, begannen gestern nachmittag die geschäftlichen Verhandlungen der oo. Oe- neralversanmtlung der Katholiken ^uttchla^. dre m den nächsten Tagen hier im Mittelpunkt des rhemne^weitsalilcyen Lndusttie-Reviers unter dem Zustrom einer »ach Tausenden zahlenden Menge abgehalten werden wird U. a nahmen an den Verhandlungen teil vom Reichs- und Landtage di. Abgg^r. Porsch (Breslau), Bachem (Köln), Grober Heilbronn) Graf ^ppe^ dort (Schlesien) mit) Mibe (Münster), vom Volksv^rern mr das rlathottschc Deutschland Landesrat .Brandt und General,ekrewr Diever (M.-Gladbach., vom Bonifacms-Vereui ,ur das kat^rlilche Deutschland Präsident Nacken, vom Verband katholpcher,Ge)ellen- Los von der Duma. Ueber den abermaligen Versuch der Sch,varzen Banden, die Abschaffung der Duma zu erwirken, schreibt man uns aus Petersburg vom 11. August: Neuerdings erhebt sich von neuem seitens aller reaktionären Elemente ein heftiger Kampf gegen die Existenz der Reichsduma. Man ist in hohen wie niederen Kreisen der Reaktion nicht abgeneigt, die Ferienzeit zu einem coup d’etat zu benutzen, und in Rußland, wo gegenwärtig nur die brutale Macht obenan ist, hat man stets mit allen Möglichkeiten zu rechnen. Vor einigen Tagen hatte eine hiesige Zeitung die sensationelle Nachricht gebracht, daß eine Reihe der bekanntesten reaktionären Staatsmänner, die von hohem Einfluß seien, sich zu einer konspirativen Gesellschaft znsammengetan hätten, um das Manifest des 17. Oktober rückgängig zu machen; sie nannte dabei einige Namen und darunter sogar den Verfasser des Manifestes selber, Witte. Wie weit diese jedenfalls übertriebene Mitteilung auf Wahrheit beruht, läßt sich nicht sagen, aber daß von neuem alle möglichen Treibereien im Gange sind, um die Reste des Konstitntionalismus in Rußland zu vernichten, unterliegt wohl keinem Zweifel. Dafür spricht auch die Tatsache, daß der .Verband des russischen Volkes" augenblicklich einen leidenschaftlichen Sturm auf die Duma entfesselt. In der gesamten Provinz sind die Gruppen an« gewiesen gegen das „aufrührerische" Parlament Proteste zu erheben und durch Massenkundgebungen auf den Hof cinzu- wirken. Dubrowin selbst, der Chef des Verbandes, bereist jetzt den ganzen Süden und predigt in diesem Sinne. In Kiew hat dieser Tage eine unter dec Leitung Dubrowins und des Priesters Wostorgow abgchaltene Versammlung beschlossen, einen Appell an die äußerst rechten Mitglieder der Duma und ihren Führer Graf Dorcer zu richten, in dem die Fraktion anfgefordert wird, in einer speziellen Deklaration innerhalb der Duma ihre Auflösung zu fordern und an den Zaren em gleiches Ersuchen zu richten. Momentan dürften alle solche Bestrebungen, selbst wenn sie wirklich in den geplanten Demonstrationen zum Ausdruck kommen sollten, von der Regierung hintangehalten werden. Denn mit der Duma in ihrer jetzigen Gestalt steht und fällt Stolypin. Mer wer garantiert, daß der mächtige Einfluß der Tnrnowo, ^chwanc- bach und Konsorten nicht doch bald durchdringen wird? Dann haben alle diese Experimente wiederum Sinn und Be- deutung gewonnen. vereine Deutschlands Matthias Wiese (Verden), vom Augustinus- Verein zur Pflege der katholischen Presse der Verleger der Krefelder Volkszeitung, vom Charitasverband für das katholische Deutschland Mosign. Werthmann (Freiburg i. Br.) und vom vorbereitenden Komitee für die (Generalversammlung dessen Vorsitzender Erb- gras zu Troste-Vtschering und Direktor Elkan (Köln). — Tie i Zer Handlungen waren verttaulicher Natur und betrafen die letzten Vorbesprechungen für die Organisation und Durchführung des diesjährigen Katholikentages, der sich nach dem Beschlüsse des Zentralkomitees zu einer großen Kundgebung des latholischen Deutschlands anläßlich der Feier des goldenen Priesterjubiläums des Papstes gestalten soll. Sämtliche Reden sollen demnach aus diesen Ton gestimmt ivcrden und ebenso ist für die erste ösfentliche Versammlung eine Resolution vorbereitet, in welcher die deutschen Katholiken dem Papst eine Huldigung bar bringen und ihm ihre unwandelbare Anl>änglichkeit versichern. Weiter wird wie alljährlich die territoriale Unabhängigkeit des Heiligen Vaters als Vorbedingung für ein ungehindertes und segensreiches Wirken gefordert. Eine Reihe weiterer Resolutionen werden in den Versammlungen vorgelegt werden. Sie betreffen die schwebenden sozialen Tagesfragen, so den Schutz des Mittelstandes, Handwerk und Gewerbe, der Landwirtsck)aft und der Arbefterichaft, die Fürsorge für Auswanderer, Arbeitslose und andere Fürsorge- bedürftiger, die Unterstützung christlicher Liebesarbeit, die Bekämpfung des Mkoholmißbrauchs, die Wohlfahrtspflege aus dem Lande, die Frauenfrage u. a. Der Abgeordnete Roeren ist wieder mit mehreren Anträgen vertreten, in welchen die durchgreifende Bekämpfung des Schmutzes in Wort und Blld sowie die Unterstützung der Arbeit des Deutschen Männervereins zur Bekämpfung der Unsittlichkeit verlangt wird. Auch der Missionsarbcft im Reiche und Auslaude sowie in ben Kolonien finb mehrere Anträge unb Resolutionen gewidmet. Für bie Beratung aller bieder Anträge sind die Vormittage der vier Verhandlungstage in Aussicht genommen. An den vier Nachmittagen werden in der mengen Festhalle am Rhein die hervorragendsten Führer deS katholischen Geisteslebens über bie verschiedenen Togesfragen sprechen.. Für die Generalversammlung ist bereits ein Schreiben des Papstes P i u s X. bei dem Lokalkomitee eingetroffen, in welchem der Papst seinen Dank für die ihm zugegangene Einladung ausspricht, feiner Freude über die Liebe der deutschen Katholiken zuin Heiligen Stuhle Ausdruck gibt und allen TeilnelMern den päpstlick-en Segen spendet. Ferner sind Begrüßungen ernge- gangen vom Kardinal Fürstbischof Kopp (Breslau), vom Erzbischof von Münchcn-Freysing, vom Erzbischof Grosckm (Wien), sowie fast allen Bischöfen in Deutschland. — Von bekannten Per- sönlick)keiten sind bereits eingetroffen der Präsident des Bayerischen Abgeordnetenhauses Dr. v. Orterer, bie Führer der Badischen Katholiken Geistlicher Rat Wacker (Zähringen) und Oberlandes- gerichtsrat Giesler (Mannheim), ferner Abg. Dr. Schäfer (Bamberg-, Abg. Gerstenberger (Würzburg), Oberamtsrichter Rohr, Abg. Erzberger, die Herausgeber der „Kölnischen Volkszeitung' Gebr. Bachem und bie Verleger und Chefredakteure aller hervorragenden Zentrumsblätter Deutschlands. — In dem Lokalkomttee sitzen u. a. Abg. Landesrat a. D. Fritzen, Abg. Reg.-Rat Dr. Fervers, Abg. Amtsgerichtsrat Kirsch, Oberlandesgerichtsrat Marx, Abg Geh. Justizrat Dr. Am Zehnhoff und Schloßhaupttnann Graf Heiner Samilie. iS Weil-Anlage 28, vm politische Tagesschau. Erneute Zunahme der Zahl der Medizinstudierenden. Die Zahl der Medizinstuoierenden an deutschen Hochschulen, die seit 1905 ständig zugenommen hat, ist im Sommersemcster 1908 auf eine geradezu auffallende Höhe gestiegen. Sie beträgt nach den neuesten amtlichen Verzeichnissen zurzeit 8250: dazu kommen noch die Studierenden der Kaiser-Dilhelms-Akademie in Berlin, die bekanntlich einen Teil des Ersatzes für das Sanitätsoffizierskorps der Armee liefert. Der Bestand betrug im Sommersemester 1905 6032 studierende Mediziner; demnach beträgt die Zunahme in den letzten drei Jahren mehr als 36 v. H. Unter diesen Umständen erscheint es äußerst bedenklich, wenn aus nicyt unterrichteten Kreisen nach wie vor das Studium der Medizin als aussickftsvoll und einträglich empfohlen wird: Wiederholt ist in den letzten Jahren in der Tagespresse darauf hingewiesen worden, daß aus der nicht erheblichen Zunahme der Gesamtsumme der deutschen Aerzte in den letzten Jahren nicht auf einen Mangel an solchen geschlossen werden darf. Zahlenmäßig wurde nachgewiesen, daß der aus der Zunahme der Studierenden zu erwartende lieber« fluß noch vermehrt werden wird durch eine mehr als reichliche Reserve beschäftigungsloser Aerzte aus früheren Jahren. So steht zu befürchten, daß der wirtschaftliche und soziale Notstand, der sich nicht nur in den Kreisen der jungen Aerzte in bedenklicher Weise fast überall geltend tnacht, in absehbarer Zeit nicht nur keinen Ausgleich, sondern eine erhebliche Vergrößerung erfahren wird, wenn auch die Rückwirkung der oben besprochenen Zunahnte der Studierenden auf den Aerztestand erst in etwa 4 bis 5 Jahren eintreten wird. Auffallend groß ist übrigens die Zahl derjenigen jungen Aerzte, welche von der Ergreifung irgend eines Spezialfaches eine Erleichterung ihres wirtschaftlichen Fort- kvmntens vergeblich erhofft haben; nach mehrjährigen Spe- zialstudien, nach erheblichen Opfern an Zeit und Geld sehen sich die meisten gezwungen, sich wieder der Ausübung allgemeiner Praxis zuzuwenden, .da auch die Spezialfächer überfüllt sind und ohne die kostspielige Unterhaltung einer Privalklinik heutzutage eine spezialärztliche Tätigkeit faupt denkbar ift Daß die Entwicklung der deutschen Kolonien bis aus weiteres noch nicht so fortschreitet, daß in absehbarer Zett Aerzte dort ein Unterkommen finden könnten, ist bekannt. Unter diesen Umständen sprechen die eingangs erwähnten Zahlen eine beredte Sprache; sie enthalten die eindringliche Mahnung an Eltern und Erzieher, daß der angehende Studierende bei der Wahl seines Berufs nicht nur von Neigung und Veranlagung sich möge leiten lassen, sondern and) von Erlvägungen, die auf dem Gebiete der rauhen Wirklichkeit liegen. Die Zahl der Enttäuschten int ärztlichen Berufe ist heute schon groß genug. ^•-55 etzten 6 ° dle5e; ihädhchk® d S|nd -15 öher e*ersll # [kanien' äaupt-Uebnng. Km $in*s.««ö eiiiern«1 __. ittUtH sucht Aufnahme mir lUluu Familie,wo fesche, .enseirige Vergüt im HE zl. mach. kann. FannbAMb t A.W. 100 poitt 911000. ‘ Wt 1908. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gderhejfen Entgegen den Gepflogenheiten früherer Jahre tritt der Katholikentag diesmal gleich mit der vollständigen Rednerliste für bie vier öffentlichen Generalversammlungen an bie öcffentlupEeit. Danach werben sprechen: 1. Rechtsanwalt Dr. Bitter (föef) über ben Segen des Katholizismus, 2. Direktor Dr. Brauns (M.-Glad- bach) über die Selbsthilfe der Katholiken im wirtschaftlichen und sozialen Leben, Landgerickftsdirektor Larmann (Eilen) über die Wahrung der katholischen Ideale bei der studierenden Jugend, Oberlandesgerichtsrat Marx (Düsseldorf) über die Lage der Katholiken in Deutschland, Professor Dr. Mausbach (Münster) über die Bedeutung der Enzyklika über ben Mobernismus, besonbers ur bie deutschen Katholiken, Pros. Dr. Meyers (Luxemburg) über die Stellung der Katholiken zur modernen Kunst und Literatur, Stänberat Wirz (Sarnen-Schweiz) über das Papsttum, Prof. 2.r. Zahn (Straßburg i. Els.) über Frauenbildung und J-rauenbe- tätigung, Pfarrer Dr. Janssen (Bünnik) über Katholiken und Protestanten in Holland und schließlich Fabrikbeiitzer Matthias Wiese (Verden-Ruhr) über August Reichensperger. . . Von dem italienifdfen Kardinal-Erzbischof Ferran von Mailand, welcher der Kölner Jubiläumsversammlung der beut)eben Katholiken beiwohnte und damals eine vielbemerlle Ansprache an die deutschen Katholiken namens des Papstes hielt, ist, ebenfalls ein längeres Begrüßungstelegramm eingetroffen, eben)o von dem Kardinal Vanutelli (Rom). _ .. . „ ,.... Am heutigen Sonntag leitete em vom ftbrbinaXmbtfctpT von Köln Dr. Fischer zelebriertes Pontifikalamt zu Ehren der Jungfrau Maria als der Patronin der Generalversammlung und in Verbindung damit ein Tankamt zum 50 jährigen Priefter- jubiläum des Papstes Mus X. mit einem feierlichen Tel^m unter Beteiligung der Fahnendeputationen aller kacholochen Vereine der Stadt Düsseldorf in der Pfarrkirche zum Meiligen Lam- bertus den ersten und Hanptfesttag der 55. Generalveriamm- lung der Katholiken Deutschlands ein. Im Laufe des Vormittag- trafen aus dem ganzen Jndustrierevier dichtbesetzte Extraziige nut verschiedenen Deputationen der Arbeiter-, Handwerker- und Käravp- sckiastS-Vereine an. Ein ungeheuerer Menschenstrom bewegte sich durch die Stadt. Fahnen in den Reichs-, städtischen und papftlichcn Farben wel-en von allen Häusern, an denen sich außerdem ein reicher Girlandenscl muck hin zieht. Besonders prächtig find bie Gartenanlagen der Feststabt geschmückt. Audi die staatlichen und ftäbtifd-cn Gebäude hatten sich an der Ausschmückung beteiligt. Desgleichen die nrt Düsseldorfer Rheinhafen liegenden Schisse. An der altbekannten Hafenkneipe „Wichsdos" war folgende poetische Inschrift zu lesen: „Wlllkommen Ihr Katholiken, Hier könnt Jhr^Euch er — quieken!" Auck) das Geburtshaus des Dicksters der „Wallfahrt nach Keve- laar" Heinrich Heine in der Bvlkerstcaße o3 war festlich geschmückt. Tas altertümlidjc Haus gehört jetzt einem Düsseldorfer Sckslächtermeister. Gegen Mittag erschienen die Präsidenten der Krttholisäxm Stubentenkorporationen in einem langen Wagenzuge vor dem'ersten Hotel der Stadt, dem „Breidenbacher Hof" und gaben dort ihre Karten bei den Zeittrumssühvern ab. Die Ausfahrt machte einen sehr feudalen Eindruck. Um 1 Uhr nachmittags versammelten iid> die Teilnehmer an dem großen Festzuge der Arbeiter-, Gesellen- und Knappen- B er eine durck) die verschiedenen Straßen der Stadt. Zu dieser aro6artigen Veranstaltung hatte sich eme ungeheure Menschen- menge, über 600 Vereine mit ca. 60 000 Mitgliedern ein gesunden- Infolgedessen machte sich eine Teilung in einen Nord- und einen Süd-Zug notwendig. In den prachtvollen Hosgortenanlagen der Stadt Düsseldorf vereinigten sich beide Züge, um darauf an den Geistlichen und weltlichen Ehrengästen vvrüberzuziehen, die dort Ausstellung genommen hatten, an ihrer Spitze der Kardinal-Erzbischof von Köln Dr. Fischer, der Oberpräsident der Rheinprovinz Frhr. v. Schorlemer-Lieser, sowie der Oberbürgermeister, von Düsseldorf Marx. Der Vorbeimarsch der gewaltigen Menschenmenge nahni mehr als zwei Stunden in Anspruch und bot ein interessantes Massenbud, bas durch die etwa 70 Musikkafxllen, die sich über den gan'.-n Zug oertellten, durch die bunten Uniformen der Bergknappen und die zahllosen Fahnen der im Zuge ratt m Well -e im Marschscknitt mit vorüber. Etwa 100 Radfahrer mit schvngesdmiückten .vabrrabert Hantierten t>?n Festzug, der bei bedeckte IN Himmel, aber durchgängig gutem Wetter von statten ging. Besonders eindrucksvoll gjtaltete jid> die Huldigung vor dem Erzbischose von Köln. Dieser hatte in großem Ornat unter einem purpurgeschmucktcn Baldachin auf einem Sessel im Jägerhof Platz genommen, ^andlags-.lo- georbneter Strafanstaltszcistticher Schmidt (Tüiielbor' hielt eine iurze Ansprack-e, in der er darauf hin wies, daß sich die «Laujenbe unb Zehntausend: der katholischen 9lrb-‘iterfdxHt eingefunben h.ittcn, um zu beweisen, daß sie gut: katholisch: Manner, aber and) treue Untertanen und Patrioten sticn (stürm. Beoall. dir ihrer Verehrung für d:n Kardinal und die Vertret.r der Behörden Ausdrua geben nwllten. Marbmal Dr. Fifck>er crlyob sich bacain und dankte mit einigen Worten, in denen er die treue Liebe der kl hol ischen Arbeiter zur Kirch« hnworhob. Hieraus setzte sich der Zug wieder in Bewegung. Spater trennte er sich wieder, woran! die einzelnen Teilnehmer nach den ren'd icbcnen Versammlungslokalen der etabt logen. Solcher Versammlungen waren im ganzen 29 anberaumt, >ie alle gut oesuckst maren. Zu der HauPtversammlung ' n dcr Festha11e hatten, sich etwa 15 000 Arbeiter, Gesellen und Knappen Angefunbcn. Die Festhalle ist nach einem Entwurt von Pros. Kleesattet mit einem ztosteiuiufwand von 65 000 Mark erbaut, in frühbyzantinischem Stile gehalten und mit 8 Türmen gefrönt, ^jm Innern der Halle umrahmen geräumige Galerien bie Wände. Für die Post und die Presse ist reichlich gesorgt, leider aber nur ür die Vertreter bet katholischen Presse, ivahreiid die Korrespondenten nichtkatholischer Organe in einer Vertiefung unter der Präsidialloge postiert finb, ivo sie die Redner weder sehen noch hören können. , Bald nack) dem Einzüge der Arbeitervereine, unter denen fuf> in der Mauptiad* die des Essener unb Dortmunder JndustriebezirkS befanden, erschienen, stürmisch begrüßt, der Karbinal-Erzbischof von Köln Dr. Fisck^er uiü> der Weihbisck)of von Munster auf bet Präsidialttibüne. Miet hatten sck-on vorl-er in der ersten Reihe die Abgeordneten Gröber (Heilbronn), Trimdorn (Köln), Hitze Münster u. a- Platz genommen. Der Vorsitzende, Landtags- Abgeordneter Schmidt, eröffnete die Versammlung und übertrug ine Leitung dem Erbgrasen Max zu Drosü>Viskh2rlng, dem Sohne des Vorsitzenden des ständigen Aussck.iisses der KuthoUkentage. Hieraus nahm, von dem jubelnden Beifall der Versammlung begrüßt, Kardiiial-Erzbischof von Köln Tr. F-isck-er das Wort- Et dankte für die herrliche Kundgebung, die ihm uorljer gebracht morden sei. Jedem einzelnen der 60 000 Arbeiter, bie an bet Veranstaltung teilgenommcH hätten, möd’te er gern die Hanb schütteln, um ihnen feinen innigfUn Dank auszusprechen. Die -tausende unb Abertausenbc katholischer Männer, die fast ausschliesstick) dem Arbeiter stände angehörten, hätten durch ihren Vorüberzug vor ihrem Bisck>os äußerlid) luntgetan, baß sie fest zur katl^lischen LUrche staiiden. Er danke dem lieben Gott, daß er dem katholischen Volle diesen treuen Sinn bewahrt habe. Ec habe den innigen Wunsch, daß Gott aud) ferner den arbeitenden Katholiken den ^Glauben bewahren möge, die Liebe zur heiligen Kirche und das 2krtrauen zu denen, bie der Heilige Geist gesetzt habe, die Kitd-e Gottes zu regieren. Es seien jüngst in einet Versammlung, die sich mit Acbeiterinteressen beschäftigt habe, inbezug auf die Bischöse einige Worte gefallen, die sein für bie Arbeitetbevolkerung warm schlagendes Herz tief ergriffen hätten. Et wolle indessen annehmen, daß diese Worte nid>i so gemeint waren, wie sie gesprochen worden. Et wifse, daß das eigcnttiche arbeitende katholisch: Volk treu zu den Bischöfen unb ihren Priestern stehe. Sie seien bie besten Freunde des Arbeiters und nxinn schlage ihr Herz für das arbeitende Volk. Er buffe, baß bie Arbeiter auch in Zukunft treu zur heiligen katholischen Kirche stehen unb daß sie diese Liebe zur Kirck-e niemals aus ihrem Herzen reißen lassen würden. Er wünsck-e, daß alle katholischen Arbeitervereine blühen unb gedeihen mögen unb benutze diese Gelegenheit, ben wackeren Priestern, die die Vereine leiten, feinen innigsten Dank auszusprechen für ihre Tätigkeit. Zum Schluffe erteile er den auf bie Knie gesunkenen Teilnehmern ber Versammlung seinen erzbischöflichen Segen. Grbgraf Droste zu Bische ring führte dann aus, daß bie katholische Kirche im Kampfe gegen den Umsturz stets bie Führung bt> Ijdtcn werde. Sie habe ben Halbmond überwunden, und sie werde auch das moderne Heidentum besiegen. Ter Redner wies dann nock) aus die besondere Bicheutung^ der diesjährigen Generalversammlung hin, bie gleichzeitig das 50 jährige Priesterjubiläum des Papstes Pius X. feiere- Es folgte bann die Festrede, die der Düsseldorfer Stabtoer- orbnete Arbeitersekretär Meyer hielt. Er führte aus: Die ganze katholische Welt stehe heute unter dem Eindrücke ber Jubelfeier. Tie Arbeiterschaft beteilige sich mit Freuden daran, unb ihr heutiger Massenfestzug habe il-r Gelegenheil gegeben, vor ber breiten Masse in ber Oeftentlichkeit von ihrem Glauben Zeugnis abzulegen. (Stürm- Beifall.) Nock) kein Katholikentag habe einen solchen Festzug erlebt, i Der Düsseldorfer Festzug habe jeden Rekord gesdflagen. (Stürm- Beifall.) Die lätholisehen Arbeiter hätten von neuem ihre AnhanglickKit unb Treue zur Kirche bekundet, und so lange das der Fall fei, braud>: man um Deutschlands Zukunst feine Sorae zu hegen. (Stürm. Beifall.) Der Festzug habe gezeigt, daß die Lockungen gewissenloser Agitatoren an dem frommen Sinne der katholischen Arbeiter abprallen. (Stürm- Beifall., Der Redner besck-äffigte sich bann mit ben sozialpolitischen Fragen, betonte, daß die katholisch: Kirch: bie Arbeiter bei ber Losung der sozialen Frage als Mitarbeiter gern unb freudig anerkenne, unb bestritt, daß die katholisck-o Vlrbeiterbcnxgung der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung gleich zu achten sei. Tie katholisckxn Arbeiter würden stets für Kirch: unb Vaterland cin- treten. Damit schloß die imposante Riesenversammlung- Auch in den übrigen 29 Versammlungen wurden ähnliche Ansprachen gehalten. In allen diesen Versammlungen erschien, von den Teilnehmern stürmisch begrüßt, Kardinal-Eitzbischos von Lköln Dr. Fischer unb spendete auch dort den Versammelten seinen bischös. ttchen Segen.____________________________________________ _____ Aus Statt und Land. Gießen, 17. August 1908. •• Scharfschießen. Während im Vorjahre die Scharfschießübungen des Infanterie-Negiments Kaiser Wilhelm zu Gießen bei Erda stattfanden, hat man sie in diesem Jahre in bie Gemarkung Groß-Rechtenbach verlegt. Das gewählte Schießgelanbe liegt am Ausgang nach Weibenhausen mit ber Schußrichtung nach dem Stoppelberg. Donnerstag wurden bie Langschläfer in aller Frühe burch ein heftiges Gewehrfeuer aus ihrem Schlafe geweckt, denn die ersten Schützen trafen schon bald nach TageSgrauen ein. Wahrend an ben beiben ersten Tagen in ben Zügen der Kompagnien Schießübungen stattfanden, wurde am CamStag aus den drei Bataillonen des Regiments je eine kriegsstarke Kompagnie gebildet. Die Ziele stellten in erster Linie Kopf- und Brustscheiben bar. Auf Entfernungen von 12- bezw. 1300 Meter waren ferner noch Maschinengewehre aufgestellt. Auch das Butzbacher Bataillon traf am Samstag ein, um Schieß- itaurant UU1:R 8 UNd für den Betrieb eines pre isaltstcinbrucheS Mn M Mahn, in der Nabe Gm- W" Der Teilhabc :r Tarlehn M M wflute Sicherheit ge!uA ffchM Angeb unter W' i^Gieß. Anz. erbeten. i Privat Mittagsti'ch I ' Schullttaizeüll^. . itte vorher. Anmeldung. 1^ ’JA•2^0ct,ote unter ben Giehener jnitflnbme slrau sucht A le. Nahe d.Alicestt.bevo n 'chustl. Angebote unter u den Giehener änaeioer Übungen vorzunehmen. Nach der großen Truppenschau der Mainz nimmt doS Schießen seinen Fortgang. •• Deutscher Kellner-Bund. Anfang Lktober findet hier die Jahresversammlung deS Deutschen Kellner- BundeS für die Rhein-Mam-Lahn-Zone einschl. Süddeutschland statt. Die Veranstaltung wird zwei Tage in Einspruch nehmen; eS werden Delegierte von sämtlichen BezirkSvercmen, besonders auch auS den größeren Städten, hier erwartet. fc. Laubach, 16. Aug. Infolge Ablebens des Grafen Ernst zu SolmS-Laubach ist in den zu der EtandcLherrschast SolmS-Laubach gehörenden Orten eine achttägige Trauer angeordnet worden. fc. Schwalheim, 16. Aug. Die hiesige Bürger- Meister-Stichwahl zwischen I.Hensel III. und 0. Hensel I. (der seitherige, vom Verwaltungsgericht abgesetzte Bürgermeister) findet am 21. August statt. Mit Spannung erwartet man allenthalben den AuSgang. Io. Kaich en, 16. Aug. Eine von unserem Bürger- meister einberufene Versammlung, die auch auS der Umgegend gut besucht war — ReichstagSabgeordnetec Graf Oriola war auch anwesend — sprach sich für die Errichtung einer Güterladestelle an der Haltestelle Erbsiadt-Kaichen auS. - Büdingen, 14. Äug. Die Vorbereitungen für die LSandcrversammlung des Oberhessf schen Bienenzüchtcrvereins sind nun beendet. Tas Ausstellungslokal — Garten und Gartenhalle des Hotels Fürstenhof — ist für derartige Unternehmungen sehr geeignet. Inmitten der Stadt, am alten Jerusalemer Tor gelegen, ist es für Einl-eimifche und Fremde bequem zu erreichen. Boni Garten aus, einem Teil der alten Stadt- iimwallung, genießt man bei klarem Wetter einen herrlichen Blick auf Büdingen und seine ehemaligen Befestigungsanlagen, sowie auf die nähere Umgebung der Stadt. Ist das Wetter günstig, so wird das unternehmen seine Anziehungskraft nicht verfehlen. Und ein Besuch der Ausstellung dürfte auch niemanden gereuen, denn sie ist sehr reichhaltig beschickt und geschickt angeordnct. VMen den bekannten obcrhcssischen Imterjirmen sind auch mehrere auswärtige, selbst von Eleve an der holländischen Grenze, mit Pavillons, Bienenwohnungen oder Gerätschaften für den Bienenzuchtbelriev vertreten. Daneben stehen im Garten lebende Bienenvölker, und nichr denn luo Bienennähr- pslanzcn veranschaulichen dem Besucher, woher die Biene die kostbare Götterspeise, den Honig, entnimmt. In der Garten Hal le haben Wachs und .Honig Aufstellung gesunden, letzterer teils flüssig, teils kandiert und in den verschiedensten Farben prangend. Eine Tombola gibt dem Besucher Gelegenheit, dem Glücke die Hand zu bieten, und auch der Musikfreund dürste auf seine Rechnung kommen, da während der beiden Ausstellungstage — 16. und 17. August — ein Teil der Hanauer Ulanenkapelle konzertieren wird. 2 Krofdorf, 16. Aug. «Zusammenlegung. Elektrische Bahn.) Die |cn Jahren eifrig betriebene Zii- sammenleguna cxt großen Feldmark Krofdorf-Gleiberg 'st so weit vollendet, das; die lieber gäbe noch im Lause dieses Herbstes er- wlgcn kann. Tie Besitzer hoben sich aber dahin geeinigt, bezüglich der mit Idee bestandenen Grundstücke erst im nächsten Jahr den Austausch vor zu nehmen. Unter dem vielmaschigen Wegenetz hat der Ausbau einer neuen Straße oberhalb der Seemühle die meisten Kosten verursacht. Diese am Fuße des Gleibergs all* mählich ansteigende Teilstrecke bildet die direkte Fortsetzung der neuen Stwßc Gießen-kTosdors, welche in gerader Richtung in die dortige Sdmtzcustraßc einmüntxt. Sie ist für die Anlage einer elektrischen Bohn wie geschaffen und wird >oohl die Stadt Gießen nicht versäumen, auch unseren Ort in ihren Bereich ein* ßafck-l! f;vi! W Hanau, 15. Aug. Der Verband deutscher Kriegsveteranen fyelt heute hier seinen VerdandStag ab, dem auch Reichstagsabgeordneter Graf Oriola beiwohnte. ES wurde u. a. beschlossen, eine Petition an den Reichstag zu richten, daß die NnterstützungSbedürftigkeit von Veteranen noch bei einem jährlichen Einkomnien von 900 Mark anzuerkennen und von einer ärztlichen Untersuchung gänzlich abzusehen fei. Der nächste VerdandStag soll in Lauban in Schlesien statt- finben. Kurs über zamilienforjchung und Vererbungslehre. Bei dem Mur», der vom 3. bi4 6. August in Gießen statt- gefunden hat, vereinigten sich 56 Zalnel/mer auS allen Teilen von Deutschland und zum Teil aus dem Auslande (Holland, Schwei;, '.'Nordamerika, Rußland. Eine beträchtliche Zahl von Aerzten war mit Üki|*tlid>en, Lehrern und Juristen, zum Teile in hervorragenden Stellungen, dabei versammelt. Darunter sah man eine Reihe von Teilnehmern, die im Gebiete der natunvisseu- schasttich-genealogischen Forschung und verwandten Bestrebungen ,chon literarisch und organisatorisch hervorgetreten sind, z. B- Tr. Ploctz aus München, Herausgeber des Archivs für Rassen- und Gesellschaftsbiologie, Tr. 51'a u p auS Berlin von der Zentrale für Bolkswohlfahrt, Rechtsanwalt Tr. Br ey ma nn-Leipzig, Borstand der Zentralstelle für Deutsch.- Personen- und Famrlien- gesckichte, Dr. von den Beiden aus Weimar, bekannt durch seine genealogische Malerei. Auch einige Damen, die Vorsteherin eines Erziehunqsinstitutes und eine amerikanische Lehrerin, nahmen als vollberechtigte Mitglieder an dem Jturfe teil. Beachtens- wert ist die rege Anteilnahme aus dem Großherzogtum Hessen, besonders Gießen und Umgebung, ivobei eine Anzahl bekannter Persönlichkeiten bemerkt tvurde. Als Bortragende nahmen außer dem Veranstalter des Wurfes, Pwsefsor Sommer, die Pro- fessoren Strahl, Hansen und Tannemann, ferner als Genealoge Herr Tr. Kckule von Stradonitz aus Berlin teil. Schon bei BegrüßungSabend in dem mit Pflanzen geschnrückten Saale des Hotel Schütz war durch das gemeinsame Interesse an bau Gedankenkreise des nurscs sehr belebt. Die weiteren Tage zeitigten vielfache geistige Bestehungen ber den verschiedensten Be- rufen angehörendei» rtursteilnehmer untereinander und zu den Bortragenden. Herr Tr. Kckule von Stradonitz entwickelte die Grundbegriffe der Genealogie, erläuterte den Unterschied der Stamm- und der Ahnentafel, sowie d,e Art der Bezeichnung einzelner Personen int System der Ahnentafel. Ratunvifsen- (dxiftiid) genügt es nicht, nur die Vorfahren dcs Bakers mit gleichem Rainen zu ermitteln, sondern für die Frage der Vererbung müssen die sämtlichen Mitglieder der Ahnenreihe durch mehrere Gene- rationell scstgestrllt werden. Tcr Vortragende gab eine Reihe von Beispielen, u. a aus jetzigen Herrscheriamilien. Die Grund- begriffe der Genealogie sind die gleichen, mögen sie auf adlige, bürgerliche, Bauern, oder Arbeiterfamilien angeioendet werden. Raturn'nienschaitlic. handelt es sich darum, die körperliche und geistige Befdkmcuhcil tKi Ahnen festzustellen und daraus, ivenn möglich, die Beschaffenheit der Nachkommen »u erklären Die Vererbung von Eigenschaften .nbezui auf die einzelnen Menschen und die Erscheinung von ähnlichen Anlagen, die uns m Form von stamme»* und VollScigcnschaften entgegentreten, be ruht un Grunde au, der Beschafsendeit und dem Zusammen- Irenen von »cimelcmenten bestimmter An Taher ist bei Betrachtung der Vererbung, «rtenbübun i und Variation die Untersuchung der Keimzellen erforberliä- und deren . ..richtung notwendig. Tie Darstellung dieses Okbiete» hatte Herr Professor Strahl übernommen und führte biadbe in wi,seu>lHiiul.l^r und Zugleich gemeinverständlicher Form durch, wobei der Ertragende sei» Ausführungen durch sehe lehrreiche Modell' und nnkrofkopische Prävarate erläuterte. — Nach beoent Einblicke in die mensch- litbe ittimcntnn'felung bot Herr Gehenneral Harnen^me um- 'assende Ueber'icht über b:e Fragen der Verechung, Artenenr- rrrcfelung, Bildung von Loria nonen bet den Bilanzen, wo der er die vcn Mendel entocck'.en Bererbuntsregeln mbe^ug mtt dre Blüteniarbe bestimmter Pflanzenarten durch lehr anichauliche Ueberiick.tSta'cln erläuterte. — Tre Kursteilnehmer ha cn^ gerade auch die Terrsrelluna der genannten Probleme durch die riachoer- treta mit großem Interesse ausgenommen. . Aus dieser breiten naturwissenschaftlichen mtb genealogiidjen Grundlage erörterte sodann ^rofeior Sommer^die angeborene Anlage des Menschen vom tfr/tc vdu'wlci'tchrn xtunbpunrit. besonders alS Ausgangspunkt aller B^radwungen über die Vererbung von Eigenschaften. Er t>:ban>-lte bte «yrage, wie roeu ,'ich diese Anlage bei genauerer Untersucknmg mit frnnmmten '.'Ji et hoben in gesetzmäßiger ZSeuc »um Ausdrucke bringen läßt, nobet er auf Grund von PJiäbngtn Studien über bin« »yragen eine An^rhl von schlagenden Beispielen gab. Im Zusammenhänge damit fand nne Erläuterung der llntersuchungsmittcl und der Loborawnen der Klinik für r^ochifdre und nervoie Krankheiten statt, in der alle Vorlesungen mit Ausnahme der anawmiichen gehalten wurden. Turch Dergletoynbc Anwendung derselben Methoden auf Normale, Nervöse und Geisteskranke haben sich eine Reihe von Einblicken in bte Besonderheit von angeborenen An- lagen und Die Art ihrer Abweichungen und Störungen ergeben. Bei ber Torstellung per angeborenen Anlage im (hebiae ber M« mal-Psyck/ologie erörterte ber Vortragenbe auch bic erragen ber Erziehbarkeit und der Strafbarkeit. Tas Thema ber angeborenen Anlage im Gebiete der G e istcs - krankheiten und der Kriminalität wurde,auf Grund bei umiangretdxn Forschungen über erbhdx’ Belastung, unter vielfacher Benutzung von Stammbäumen, Krankengeschichten und (Gutachten durch Herrn Professor Tanncmann erläutert, der tkiran eine Reihe von Betrachtungen u.er die zweckmäßige Be* hanc-lung von hereditär Anomalen knüpfte. In zwei Schlußoortragen fas'te sodann Professor Sommer bic lahadxn der Degeneration und Oie für die Re- gcucrction in Betraa t kommenoen Mittel zusammen. Am Mülwvch, dem 5., fand abends m Steins Garten ein von der Mursleitung veranstalteter Vortragsabend über „Bismarck und Go bungSlehre" statt, über den in diesem Blatte schon berich- tet wordcn ist. Tie starke Beteiligung an oicfem öffemUchcn Vortragsabende zeigte, wie weite Kreise nn den tn dem stnqc behandelten Fragen Anteil nehmen und nne die Betrachtung der Ahnenrclhcn, früher Tvmäne der adligen und einzelner burger- haA’r Kreise, in ihrer Bedeutung für Die allgemeine geistige und körperliche Gesundheit des ganzen Volkes immer mehr gewürdigt wirb uno zu einem Gegenwände allgemeinen Interesses geworden ist. Herr Professor Sommer erläuterte in seinem Schlußvortrag, daß, abgesehen von einer Reihe von anderen Mitteln zur Regeneratwn es 1-auptsächlich darauf ankoinmc, daß ber natürliche A b e l in der Ah neu reihe der einzelnen Menschen möglichst zahlreich vertreten sei, d. h-, daß Die einzelnen Menschen bei der Auswahl ihrer Ehegatten sich von der Rücksicht auf körperliche und geistige Tüchtigkeit leiten lassen sollten. Am Tounerstag sand im Ansck-lusse an den Kgirs die Be- spreämng über eine weitere Lrganüaiioii der iiaturwlsscnsäxtftlich- genealogischen Arbeit statt, Reihe von anderen daran interessierten Teilnehniern cingefunden hatte. Von der Gründung einer neuen Vereinigung wurde mit allgemeinem Einverständnisse Abstand genommen. Dagegen wtirde als Ziel das richtige Zusammenarbeilen Der schon besteheiideii Ein- rid/tungen dieser Art und deren 2urd)Dringung mit nahimnn'cn» fdxiftlidicii Grundgeoankeir hingestellt. Zu diesem Zwecke wurde ein Ausschuß geivrihlt, der aus den Herren Dr. Breymawn, Tr. Kekule von Stradonitz,^Professor Sommer, Prv- sessor T a n n e nra n n, Dr. Ploe tz", Dr. itaup und Tr. von den Beiden besteht. Qklegcnllid) der jreien Aussprache machte Herr Tr. von den Beiden Mitteilung über Stammbaum und Ahnentafel des Grafen von Zeppelin, der jetzt im Vordergründe des öffentlichen In- terq'fes stcht. Es handelt sich bei diesem um die Misd>ung norddeutschen Landadels mit Nachkommen von französischen Emigranten und mit sütnvestdeutfchen Volks-Elementen. 9iad;i>cni sdwn am Montag und Dienstag gesellige Ziisammen* fünfte der Kursteilnehmer stattgefundeit hallen, sctüoß der Mur» am Donnerstag abend mit einem noch zahlreich besuchten AuS- vom Mittwoch die Erinnerungen an Goethe ausgefrifd-t louroen, der für Die nalurwisjeiifd-aftliche Genealogie einen Prüfstein für den allnuiljlid,x*n Fortfäiritt dieser BetradstungSart bildet. Die Lüiederholung eines berartigen Kurses wurde von allen seiten für sehr wünsdxnswert erflärt. 2Cird?c und Schule. — Naturw issenschaf tlichcr Unterricht an den O e st e r r e i chischc n Mittelschulen. Tie Bestrebungen, dem nattwwissenfd:astlichen Unterrid)te in ber Lehrvenasfung ber höheren Sd-ulen bic ihm gebührenbe Würdigung zu verschassen, machen sich aud) in Oesterreich geltend. Aus einem kürzlich erschienenen Berichte ersehen imr, daß berens zu Beginn dieses Jahres aus Anregung der K. K- zoologisctz-botanifch^-n Gesell- fd)*i!t unter Mitwirkung der geologisdxn und der niiiieralogischcn Gcfellschaft in der Akademie der Wissenschasten in Wim eine Reihe von Tiskussionsabendcn statigesuiidcn hat, an denen iveitaus die Mehrzahl lwr Wiener x?odn"(huIpruieisoren und Fadkehrer des imturwissensdxtstlidxn Unterridsts sich beteiligte. In Der- nüniliger Anknüpfung an bad historisch Genwrdene wurden hier liir die öftere. Mittelschulen entipredx’noe Forderungen ausgestellt, wie sie bei und von der Gesellschaft bcutfd>cr Natur so rfdxr unb Aerzte erhoben ivurDen. Insbesondere wurde betont, daß an allen höheren Lehranstalten neben t*er Physik auch die Chemie, bic Geologie uud die biologischen Fächer eine zeltgemaßc und bessere B. rudjtd■t-.gung finden müssen, alS cS bislxr gefchchm ist. GerichtssaaL. Frankfurt a. M, 14. Aug. Bor dem Schösfengerü^ batten ftd> beute 10 Milchhändier nxgen wifseutlieher unb fahrlässiger Nahrungsmittel-F-älschung zu verant- wortm. Tie Angeklagten, Die die Milch teils abgerahmt, teils gewässert unb daun als Vollmilch verkauft hatten, wurden bis auf einen verurteilt und erhielten Geldstrafen von 15 dis 50 Mk. Gin Händler, der gewässerte Butter vertäust Halle, erhielt 10 Mk. Geldftra^e. ic. öranffurt a- 14. Aug. Ter Diamantschlei- fcr vcinnch Vtahr auS Hanau, ber zuletzt in Höchst a. Main m Arbeit stand, der zmufinann Friedrich Eizcnhöscr unb bessm Ehefrau Marie geborene Schmidt von hier lourDen heute von der hlefigen >-lrastammer wegen Münzvergehm zu ie fünf Äkonaten GeiangNiS verurteilt. Tas Trifolium hatte Ende 19iev, 14. Aug- T-e S ! r a ß e n b a b n - A >i g e stell- ten droben, nährend ber Wad Did .»'acks Der amorikan»scheu Flotte in den Ausstand zu treten. Ti. Ursache dieser Aus- ■.Irbeiier, die vor ein ger Zeit entlassen imitocn, wieder einzo- stellen. ' ------ ■- - !-- Rkine Tnarschronik. In der uon>ergangenen Nacht wurhe der G h a u s f e u r einer '.'tutomobubrt-iu>tc tn 'IX u i: a ; ;t ..aa) nuiaeioDori Dm» giert und dort von seinen Fahrg iten, 511.1 gut gcjleibetcn jungen Männern, plötzlich meudItngs überladen Ter unc warf ihm eine Led.ii^.inge um den HalS, cer aiuere hiev mit nnem Schlagring aus ibn ein. Ter Chauffeur stoppte ao uird^sprang hüierufend vorn Wagen, die Riubcr hinter ihm Drein Sie ver- folgten ben ilicfr-nocn Ghauffeur und hatten es offmbar auf feine Tageseinnahme abgesehen, vot a,s Hilf tarn, ließen bic R ruber von ihrem Cpf'rr av Ter Ehau ;ur irt schwer verletzt, bic Räuber sind entkommen. In nnciir üctxcu>eieib vei Roßberg Sachsen wurde eine nuinnlitbe Leiche auigviunben. Nach den äntzeren Merkmalen zr schließen, liegt Raubmord vor. Tic Lei®; ist vermutlich die des Jupcliers Rapstein. Ter Slad.lnaglftrat Schöneberg verbot das Diabolospiel m btn Straßen und Anlagen, da Passanten durch herabfalleiid; Magnctrolleii oiterS Verletzungen erlitten. Ter aus '.'Jiannbeim gebürtig.' Lim ernt inner Grimm, der die Ivvlyfager Eisenbahn'in Ungarn baut, wurde von Wegelagererri überfallen, die 30 000 Kron.n rauoten. Im kaiupi wurde Grimm leicht, ein rluffenbotc schver verletzt. Mehrere Aröeitn wurden verhaftet. Einer der verletzten der Katastrophe auf dem franz Schulschiff „Eouronrrc" nt in Toulon -einen Verletzungen erlegt». Damit steigt die 3at)i der Toten auf adtf. Inwlgc eines Wortwechsels jivnd ;n ltgliedern zweier Musik- gesellsdviten artete ein Blume n kor so im Bad-.orte Vi^lla (Portugal- in ein blutige» Handgemenge aus. Mehren schüsfc wurden abgeieuert, zahlreich Personen verletzt. Aufsehen erregt cm Vorfall, d.r iid) im Spital der ruu'.anische, Stadt 'Liuzcu ereignet hat. Don wurde eine schwangere fyraa aufgenommen und nad- einigen Stunden, da dem Arzte genietdci morden war, sic fei verschieden, in die Leichenkammer gochant. Als einige Srunden spater bie Autopsie vorgenommen werde» sollte, fand man bic Frau tot, neben ihr tag jedo® cm ncugeborenti Ktnd, cm zweites lag neben dem Seziertische mir jcriibincttertre Sd-adel aus dem Bvdcn. 2ie Frau ivar oisenbar in eine tiefe LHuma d,t gesunken und l>attc in Der Le 1 dzcnha11e geboren Unteriiidnmg wurde eingeleitet. Handel. — Aus der heutigen ^..obelinbustrie. GS wat gemeldet, saß die Bergebung Der Mvoellmerungcn |ur da» nrv erbaute ebener ^iathaus bevor frei t Ttcser Auftrag Ditril über 1 '.'711111011 Mark uiniasfen unb bei oer uetniirnben ^uin Mission daher eine große Anzahl erster Firmen aui dem Gebie» bet 'UiöbclmDulttic nd) beteiligen. Der betreuenden Submiifw» resp. toen Grgebnie wird mit großem Intcrrffc entgrgengefehe». — Bon ber Berliner Börse. Bei Eröffnung war du Tcnbcnz der Börse allgemein schwächer. Die Augultemnahmeii ber ameritanifa.cn Bahnen verstimmten Tw Bruttiw-rlragnifsc wollen eben nod> immer nidx wumch.ms.verterweife in bic voh: gehen. Immerhin zeigte sich ant Luiijen Platz eine gewisse Wtdek» standskrast. Biel Interesse herrfd.w am Eifcnmarkt G» uhc gcmelbct, daß das hwhciseiislvioikat Sd--vierigleiten begegne. Aua gingen Gcrüdckc um, baß D;r Slahlwcrlsvcrbanb eine larmäßlguns ber 5d)iencnprciic bcichlossen habe. Bochumer waren zurrt niebriger am ein Zirkular, wonach Lohwrebultioncn bcabfidMi#: waren. Bankaktien waren wenig Dcranbert. Nanonaloank cimul fester. Der Verkehr m amerikanlsa-on Balmiocrten mai belebt. Du Kurse ließen aber eNvas nach. Baltimore schlossen 95 Prozent Im weiteren Verlaus des Verkehrs regte der ^crid» be« Fror 'JJtongcr an. Xie Tages,vekulatioii nahm Teckungen vor- Ter Privaunskont sdftoß 2?/e Prozent. Telefonisch© Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteüt von der Dank tUr llnndrl und ludnstrle, Giemen. Frankfurter Börne 3)je/e Beicbsanleibe . . 82.00 3% do. . . H3.60 3jje/e Kousols .... 88 00 3X do 83.50 8>je/e Hessen 90^0 3^*/, Uberhessen . . . 80.00 4?e Uesterr Goldreuu. . 9m Ob 4*/e ** Oesterr. .'•ilbcneulo 99.45 4?» Ungar Goldronto . . 3 40 4?» Italien, heute ...-- Portugiesen Serie I . 61.50 3K Portugiesen „ III 62.00 4 >j•/, russ Staatsanl. 190o 96 60 V/V., ;apan. sUatsanlnihe b9.30 4?» Conv. Türken tou 1903 93.60 Türkenlose 145 30 4H Gnech. Monopol-Aul. . 5v 6u 4% husaere Argentinier . 85.75 3°/, Mexikaner . . . 65.10 4>tv/e Chinesen .... 87.60 Aktien: Bochum Guss 223 30 Buderus K W 111.80 , 17. August, 1.15 Uhr. Elektns. Lahmeyer . . . 11901 Elektnz. Schuckert . . . Iu7.fr. Escbweiler Bergwerk . . 2UU* Gelsenkirchen Bergwerk . 194 tz Hamburg-Amerik. Paket», llu.2- Uarpentr Bergwerk. . . 200.9. Lanrnhütte 212.« .Xurdd. Lloyd . ... 94 4 Obci«cblt« Ei*en-Iudnstrle 108.« Berliner Handelsge* . . 1651- barmsUdler Bank . . . 1Z7A Deutsche Bank .... 236« Deutsch-Asiat. Bank . . 135.* Diekonto-KomuiandiL . . 176.9 Dresdner Bank .... 142.* Kredilaktieu IW 1 Baltimore- und ÜLdo- hiseulahu 94- Gotthard bahn — Lombard. Lisenbahn . . 2171 Uesterr. blaaUbanu . . . 147.'? i’ r ince-11 eun-hiseu bah u . 122 » Tendenz: fest. Berliner Böree, 17. August. Anfangakurie. Cauada E. B 166 00 Darmstädter Bank . . . 127.9 Deutsche Bank .... 235.70 Dortmunder-Union C. . . 57.40 Dresdner Bank . . . 142 9u Tendenz t fest. Harpeuer Bergwerk. . LaurabüUe . . . . ..umuarden E. B. . . Nordd. JJoyd . . . . • tirienJose 201.1- 212.0 94 1 144> Eine interessante Toiletteseife ift bie auf Bakis der idion im Altertum al» Schönheitsmittel bo* geschatztrn Myrrhe, DargeueUie Mvrrhulinkeiie. Wir emokeole: Daher allen oenienigen, welche auf einen hutüchen Demi, au» Rei» veu und . .arihctt Des Antlitzes unö der Hande Wert legen, »ei laaiiiden iMcbtnucb der Mvr rdol,n«el»e. Die Sommerhitze bringt große <*kiabr für alle mii Milch er nahnen Lauglmge, und irrten ^.armkronthetten unö Brcchburw'all. in eNchreckendcr Wei-e au». Wer «einen Liebling biefn arosci iHcabr mchl aus fetzen will, beuge uv, unb ucrab-olac Heu, Ninlx eine gleichbleivenbe, Oie Erbauung nictzi itot. nbe Nahrung. Tie dNa Gewahr bicici bicnn das feu ,'mDren altbewahrte Neftle iche HxnbcT me^lr weil dasselbe nur mit Waffer zuberettet werden braucht Üt tM gntf< flr. riet««®. «t f < ppcti ifi *di* -^teng1 'M ^gtischc *(aai»n «rar ebe gfibtnti ui Teul ,2 ergr iaisc d niutlbc vbradil :