Nr. 139 Zweites Blatt 158. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger fit Vberheffen Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion:«-^ II». Tel.-Adr^'AnzeigerDießen. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts «■ Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Die „flHtßtnci §amilienb!2tter- werden dem EAnzetger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreteblott für drn Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal. Dienstag 1K. Juni 1908 Gießener Anzeiger 4)oSitLsche L^ges-chari. lieber eine angebliche Rede des Kaisers, die nach der Besichtigung der Garde-Kavallerie auf dein Döberitzer Truppenübungsplätze in der vorigen Woche gehalten sein soll, machte der Berliner Korrespondent der ,Dortmunder Zeitung" seinem Blatte Meldung. Danach habe der Kaiser laut und anscheinend zur besonderen Beachtung für die fremden Militärattaches geäußert: »Nun, eS sieht ja ganz so aus, als ob man uns ein- kreisen und stellen wollte. DaS werden wir zu ertragen wissen. Der Germane hat nie besser gefochten, als wenn er sich nach allen Seiten hin wehren mußte. Sie sollen uns nur kommen. Wir sind bereit." Dem „Berl. Tagebl." wird von angeblich unterrichteter Seite mitgeteilt, daß der Wortlaut der Ansprache, wie ihn die „Dortm. Ztg." veröffentlicht hat, nicht authentisch sei, doch habe sich der Kaiser tatsächlich in ähnlichem Sinne geäußert. Diese Aeußerungen seien im Anschluß an eine Erörterung über militärtechnische Fragen gefallen. * Friede im Flottcnverein. Der Friede im Flottenverein ist in Danzig besiegelt worden. Ein Friede, der Dauer verheißt, weil er auf einem Ausgleich auf Entgegenkommen von hüben und drüben beruht. Dem General Keim ist der billige DankeSzoll nicht geweigert worden; man hat ihm ein überaus herzliches Telegramm gesandt; man wird ihn vermutlich demnächst auch zum Ehrenmitgliede ernennen. Aber man hat auch davon abgesehen, durch seine demonstrative Wiederwahl die AnderSmeinenden zu reizen.. Der Fürst zu Salm - Horstmar wurde zwar wiedergewählt; aber man rechnete schon im Moment der Wahl mit der Ablehnung und loste für ihn gleich den Ersatzmann auS. In einein Stück unterlagen dann auch die Bayern. Gegen ihr Votum wurde eine Resolution angenommen, in der ausdrücklich der Flottenverein ein national-politischer Verein genannt wird. Aber mit Bedacht wurde hinzugefügt: das solle nur soviel heißen, daß der Flottcnverein ein vaterländischer Verein sei, der über den Gegensätzen der Parteien und Konfessionen stände und keine Parteipolitik treibe. Man versteht eigentlich nicht recht, warum die Bayern dieser Entschließung nicht zustimmen mochten: für unser Gefühl wird dadurch ja gerade alles ausgeschlossen, woran jene bisher Anstoß nahmen. Immerhin scheint das keine Verstimmung in die Versammlung getragen zu haben. Denn nahezu im selben Athemzug ward beschlossen: die nächste Jahrestagung solle auf bayerischem Boden in Nürnberg stattsinden. Wir freuen uns des ge- rechten Ausgleichs von ganzem Herzen. In ihm ist jeder billige Anspruch zu seinem Recht gekommen; nur die Ultras sind mit dem ihren unterlegen. Das möchten wir geradezu als einen Segen ansprechen. Irgendwo lasen wir in einer Vorbetrachtung zur Danziger Tagung: Die Bayern hätten sich zu fügen. Ging's dann nicht mit den Bayern, so müßte cS schon halt ohne sie gehen. Für eine solche Trotzkopspolitik bedauern wir, nicht das Verständnis aufbringen zu können. So stehen die Dinge überhaupt nicht im Reich, daß wir uns so gleichmütig den Sport leisten könnten, den einen oder andern Stamm zu verärgern, ihm die Freude am gemeinen Wesen dauernd zu vergällen. An centripetalen Kräften ist doch wahrhaftig bei unS kein Mangel. Streben wir aus ganzer Seele, den Zusammenhalt zu stärken. Nur so arbeiten wir in Wahrheit fürs Vaterland. * Zur Landtagswahl. Da? Zentralbureau der Freisinnigen Volkspartei veröffentlicht folgende Mitteilung: „Wir bitten unsere Parteifreunde überall da, wo Nationalliberale in der Stichwahl stehen, mit allen Kräften für sie einzutreten. Die gleiche Unterstützung wird den Freisinnigen von feiten der nationalliberalen Partei für die Stichwahlkandidaten der Freisinnigen Volkspartei zugesichert." Die zukünftigen Steuerpläne. Die „Norddeutsche Allg. Ztg." schreibt: Am Freitag und Sonntag fanden im preußischen Staatsministerium vertrauliche Besprechungen über die Reichsfincmzreforni statt. Den Beratungen werden weitere mit den anderen Bundesregierungen folgen. Der Reformplan und die dem Bundesrat und dem Reichstag zu machenden Vorlagen stehen also noch nicht fest. Gegenüber zahlreichen Meldungen, die in mehr oder weniger bestimmter Form von den Absichten der Reichsregierung zu berichten wissen, kann nur betont werden, daß man es hier mit Kombinationen zu tun hat, denen es im gegenwärtigen Stadium der amtlichen Beratungen noch an ausreichenden Unterlagen fehlt. So war kürzlich das von der „Köln. Volksztg." der Oeffentlichkeit dargebotene Steuerbukett fast durchweg aus P h a n t a s i e b l u m e n gewunden. Falsch sind ebenfalls, wie wir bei diesem Anlaß fcststellen wollen, die Angaben des genannten Blattes über eine angeblich am Donnerstag erfolgte Besprechung der Blockführer mit dem Reichskanzler. Eine derartige Konferenz fand überhaupt nicht statt. iö? Deibaiiöstag öes veutzchen TechmiecverdaMs. lieber Schulwesen und fachwissenschaftlich« Angelegenheiten sprechen Verbandsvorfitzende Kraecker-BerliN und Richln-Aachen, die beide dem Landesverband als Berpäte angeboren, wiederholt hat der Verbandsvvrstand gegen minderwertige nicht staatliche technische Lehranstalten mit Erfolg Front genrachchebenio ftch energuch gegen geplante Neugründungen technischen Fachschulen gewendet und in entsprechend begründeten Eingaben auf bre Verbesterung des gewerblichen Schulwesens hinzuwirken gesucht. Bei der Besprechung der geplanten Neuorganisation der Bau- Lewerkschulen wurde von dem Verbandstag beichloiftn, Qit maßgebender Stelle dahin zu wirken, daß an den staatlichen und staatlich anerkannten Bauschulen Deutsch als Hauptfach in den Lehrplan ausgenommen wird, oder daß die Aufnahme der Schüler von dem Bestehen einer Vorprüfung in Deutsch abhängig gemacht werden soll. Ebenso tourbe deo Verbandsvorstand beauftragt, mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß den Absolventen der technischen Mittelschulen dieBerechtigungzumeinjährigenDienst gegeben wird. Auch zur Reform des Patentgeseßes und des Rechtes der Angestellten an Erfindungen wurden verschiedene Vorschläge gemacht. Bei der Verkündigung der Preisträger aus der letzten Verbandskonkurrenz wurde beschlossen, Preisausschreiben in Zukunft nur noch auf Grund von Aufträgen anderer zu veranstalten und wenn nötig, die ausgesetzten Preise aus Verbandsmitteln auf eine angemessene Höhe zu bringen. In bezug aus die W o h l f a h r t s e i n r i ch t u n g e n desVer- bandes wurde eine Zentralisierung und Resorm des Stellenvcr- mittelungswesens und ein zweckentsprechender Ausbau der Aus- lunftei.über Firmen und Ortsverhältnisse in Aussicht genommen. Die hierzu eingebrachten Anträge wurden dein Verbandsvorstande als Material überwiesen. Der dritte und letzte Verhandlungstag brachte sehr stürmische Debatten. Insbesondere handelte cs sich dabei um Angriffe gegen den gescl-ästsführenden Vorstand, die auf der Vertreterkonserenz der Bezirisverwaltungen in Magdeburg vorbereitet waren und wegen eines Defizits in der letzten Jahresrechnung entstanden waren, das durch Die Preisgabe des Reservefonds gedeckt werden mußte. In der Hauptsache ist dieses rund 14 000 Mark betragende Defizit auf die Unrentabilität der Verbandszeitung ^UDückzuführen. Die gesamten unliebsamen Vorgänge auf dem Veroandslag sind eigentlich nur durch mehr oder weniger versteckte Wühlereien des „Bundes der technischen industriellen Beamten" entstanden, wie seitens der Redner des gesck-äftsführenden Vorstandes mit aller Schärfe betont wurde. Dieser Bund tritt bei jeder Gelegenlzeit als entschiedener Gegner des Deutschen Technikerverbandes auf und bewies das auch jetzt wieder in Kknigs- berg, wo er in wenig zarter Weise am Eingang zum Verhandlungssaal seine Propagandaschristen verteilen ließ und auch an den Litfaßsäulen für sich Reklame machte. Wohl hatte der geschäftsführende Vorstand trotz aller möglichen Klagen und Beschwerden schließlich doch die Mehrheit der Delegierten auf seiner Seite, aber der Fortgang der Verhandlungen wurde doch durch den immer wieder hereingetragenen , Zündstoff" ganz ungemein aufgehalten und gestört. Die Zeitungsangelegenheit, die den Verband in den letzten Jahren wirtschaftlich sehr stark belastet hat, wurde ebenfalls zu einem gewissen Abschluß gebracht. Auf Vorschlag einer mit der Regelung dieser Frage beauftragten Kommission beschloß der Veroandstag, die jetzt noch bestehenden Verträge zu kündigen, den Druck und den Inseratenteil einer anderen Firma zu üercragen und unter den neuen Verhältnissen den sachwissenschaftlichen Teil der Zeitung beizubehalten, den sozialpolitischen Teil aber weiter auszubauen. Nach dem Rechenschaftsbericht d^s Verbandsdirektors Tr. Feldgen betrugen im letzten Jahre die Einnahmen des Verbandes (einschließlich Reservefonds) 350 784,16 Mark, die Ausgaben 355 822,82 Mark. Dazu treten 29 810 Mark Außenstände. Die Zahl der Mitglieder beträgt 25 052. Auf Antrag stahnt-L'chzfg wurde beschlossen, die gesamte Rechnungslegung durch zwei vereidigte Bücherrevisoren auf Verbandslosten prüfen zu lassen. Vorbehaltlich dieser Nachprüfung iüurüe dann der Rechenschaftsbericht richtig gesprochen. Dank der Rührigkeit Der Zweigvereine hat Der Verband in Der letzten Zeit wieder eine ganz außerordentliche Entwickelung aufzuweisen gehabt. Ein Antrag der Bezirlsverwaltung Leipzig, die selbstöndlgen Mitglieder sollten nicht mehr in Den Verbandsvorstand und die Vorstände der Bezir'sverwaltungen gewählt werden dürfen, was einem Aufgeben des bisher gewahrten paritätischen Prinzips gleich- geiommen wäre, wurde nach sehr erregten Debatten mit überwiegender Mehrheit ab gelehnt. Beschlossen wurde dagegen, daß in Zukunft Lezirksverwaltungen nicht mehr als 500 Mitgliedern einen, und je zwei Bezirlüverwaltringen mit weniger als 500 Mitglieder zusammen auch einen Vertreter in den Gesamt- Vorstand zu wählen haben. Auch den drei Sondergruppen der Gemeindetechniker, der Maschinen- und Elektrotechniker und der sächsischen Eisenbahntechniker würbe es freigestült, auf Kvsten des Verbandes in den Gesamtvorstand je einen Vertreter mit beratender Stimme zu entsenden, um ihre besonderen wirtschaftlichen Interessen dort ivahrzunehmen. Gleichzeitig wurde den Bezirksverwaltungen abgegeben, ihre Vertreter zum Gesamtvorstande bis zum 1. August d. I. dem geschäftsfichrenden Vorstände namhaft zu machen. Die bisherigen Mitglieder des erweiterten Vorstandes bleiben bis dahin im Amt. . Zu Agitationszwecken wurde die Anstellung von drei Oberbeamten als Agitationsredner mit einem Gehalr von je 4000 Mk. beschlossen und dazu Kaufmann-Würzburg, Schubert-Leipzig und Gramm-Ml in Aussicht genommen. Der Verb andsv o r sitzende wird in Zukunft auch besoldeter Beamter des Verbandes sein. Er wird zwar den Vorsitz elbst ehrenamtlich versehen, daneben aber als Chefredakteur der „Deutschen Technikerzeitung" ein Gehalt von 6000 Mark beziehen. Zum Verbandsvorsitzenden-wuide Ingenieur K r a e ck e r - Berlin mit großer Mehrheit wiedergewählt. Im übrigen wurde die von der Vezirksverwaltung Brandenburg vorgelegte Vorschlagsliste für den geschästsfühvenden Verbandsvorstand in Berlin gc» wählt. Die gewählten Vorstandsmitglieder wurden sofort durch Architekt Höhne-Leipzig verpflichtet. . Die Kosten für die Vertreterkonferenz der Bezirksverwaltungen in Magdeburg ivurden nach recht hitziger Debatte mit 14000 gegen 10 000 Stimmen in namentlicher Abstimmung auf den Verband übernommen. . , .. Die vom Gesamtvorstand vvrgeichlagenen und als tm Interesse Der Sache notwendig begründete Abänderung der Satzungen uer Verbandssterbekasse wurden einstimmig genehmigt., . Der nächste ordentlick-e Verbandstag wird Litern 1910 in Stuttgart zusammentreten. , Inzwischen wird, da Der Deutsche ^ecqrukerverband im Jaiyre 1909 sein 25 jähriges Bestehen feiert, voraussichtlich noch em Jubiläumsverbandstag stattfinden. Naclchem schließlich von einer beantragten Erhöhung der Beiträge Abstand genommen war, wurde der 19. Verbandstach um 2 Uhr nachts mit einem Hoch auf Den Deutschen Technlkerveroand geschlossen. __ ____ Ans StadL nnd Land. Gießen, 16. Juni 1908. •• Lehrerpersonalien. Uebcrtragen wurde dem Lehrer Friede. Dietz in Breungeshain, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hillesheim. — Entlassen wurde Die Lehrerin an dec höheren Mädchenschule zu Offenbach Elisabeth Schaub auf ihr Nachsuchen. Erledigt sind: Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Olm, und zwei mit fall). Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Vlernhenn. " Erledigt ist eine mit einem kath. Lehrer zu be*i setzende Lehrerstelle an der Geineindeschule 311 Hainstadv (Kr. Offenbach). "Obsternte-Aussichten! Die Obstbaumblüte ist! nun allenthalben vorüber und der Fruchtansatz läßt in unseres Gegend im allgemeinen eine gute Ernte erwarten. Reich' behangen sind die Kirsch bäume mit schön entwickelten! Früchten, hier und da schon leicht von der Sonne gerötet. Zwetschgen und Birnen gibt es nur mäßig viele. Ihres Blütezeit siel in eine Regenperiode, welche Die BefruchtungS- organe zerstörte, bevor Die Befruchtung stattsinden konnte.! Aehnliche ungünstige Witterungsverhältnisse in der Blütezeit erklären den schwachen Fruchtansatz der Beerensträucher. Gartenerdbeeren scheinen eine Aiisnahme zu niachcn. Unser edelster Obstbauin, dec Apfelbaum, verspricht Diesmal einen guten Ertrag im Gegensatz zu Den beiden Vorjahren.' Damit eröffnen sich auch herrliche Aiissichten für Den Aepfel- weinkenner. Sie werben Dann im nächsten Jahre nicht fortwährend Die ja leider eben oft berechtigte Klage zu erheben! braiichen über ein „Gewächs, sieht aus wie Wein, ist's aber nicht." ** Oberhessische Eisenbahn fragen. Man') schreibt uns: Wie ich aus einem Bericht in Ihrer Zeitung! vom 10. Juni aus Ulrichstein ersehe, so ist die Frage der Erbauung einer Bahn nach Ulrich stein wieder angeschnitten worden, jedoch mit dem Zweifel, ob eine Ab- zweigung nach Groß-Felda gebaut werden wird. Meiner Ansicht nach ist es absolut nicht notwendig, die Bahn von der Station Mücke nach Ulrichstein zu führen. Ich, der ich: im Feldatal geboren bin, kenne im Umkreis von vier Stunden, die ganze Gegend und zwar so genau, daß ich jedem Situa- lionspläne machen könnte. Es ist mir deshalb nicht ganz! klar, wie man von technischen Schwierigkeiten sprechen kann. Hat denn der Marktflecken Groß-Felda mit seinen industriellen Anlagen, seiner ausgedehnten Landwirtschaft und seinem lebhaften Handel, sowie die Orte des Feldatales' Schellnhausen, Ermenrod, Klein-Felda, Zeilbach, Kestrich, Windhausen, Köddingen und Stumpertenrod weniger Berechtigung auf Erbauung einer Bahn, als Das Ohmtal? Ich glaube, wenn man eine Bahn baut, so baut man eine' solche nicht von heut auf morgen, sondern für. immer, und da kommt in erster Linie Die Rentabilitätsfrage in! Betracht, auch wenn, was ich immer noch bezweifele, sich! einige Bauschwierigteiten zeigen sollten. Das F-eldatal mir seinen fleißigen, rührigen Bewohnern ist eine unbedingte. Bürgschaft für die Rentabilität Der Bahn in erster Linie,, in zweiter Linie in ungeheuren Holzlieferungen'aus den! ausgedehnten Waldungen, Denn die LebenäbeDingungen einer. Bahn beruhen nicht auf Der Persvnern, pnütm auf dep Güterbeförderung. Meiner Ansicht nach könnte die Bahn von Ehringshausen abgeleitet werden und zwar vorerst auf dem Bahnkörper der Oberhessischen Bahn bis an den Wald,. an der Waldseite entlang links der Felda der Quellrichtungj bis auf Den Rottberg, Lunberg, an dem Backofenkeller (ein! Stück Räuberromantik, angeblich eine Höhle aus Schinder-) Hannes Zeiten-, sowie an Schellhausen vorbei^ oberhalb!! der Au an dem Schellhäuser Wald vorbei, mit einer lieber-, brückung nächst der ersten Mühle über die Felda, an Groß-^ Felda vorbei, dis an die Chaussee Klein-Felda—Zeilbach, wo auch der Bahnhof im Interesse dec anderweitig beteiligten Orte Kestrich, Klein-Felda und Zeilbach, sowie der zu errichtenden Anfchlnß-Gleise hinkommen könnte. Tie Weiterführung könnte im Tale der Felda bis Stümperten-^ rod geschehen und von da südöstlich dis Ulrichstein. Wäre eine Weiterführung dis Schotten geplant, so könnte eine solche auf der südöstlichen Seite weiter erfolgen, wenn aber, was leichter ausführbar wäre, Ulrichstein mit Lauterbach verbunden werden sollte, so käme eine Weiterführung nur; auf der nördlichen Seite in Betracht. Im Interesse des gesamten Feldatales, aber auch seiner Amtsgerichtsstaoft Ulrichstein, wäre es zu wünschen, wenn das Projekt so! ausgearbeitet würde, wie eS beiden Teilen am meiste^ Nutzen bringen würde. — Wieseck, 14. Juni. Dec N 0 rdbezirk Des! Gaues 9 Des deutschen Nadfahrerbundes hält am! 12. Juli hier sein Bezirkssportsfest ab und hat Dafür eine Vereinsdauerfahrt. Wanderfahrt für Einzel- und Kraftfahrer, Wettbewerbe im Kunst- und Neigenfahren, Radball- und NaD^ polospiel ausgeschrieben. -r. Büdingen, 13. Juni. Für Den vom 4.^-6. Juli/ dieses Jahres hier ftattfiiiDeiiDen nationalen Gesangs--, to e 11 ft r ei t steht nunmehr endgültig das Programm fest. Eröffnet wird das J-esl am Samstag, 4. Juli, mit großem! Kommers in Der Festhalle. Es kommen als Hauptpunkt niederländische Voltsüeder sowie andere ausgcwählte Chörck durch den festgebenden Verein und den Brodt schen Männer-i chor von Hanau unter Mitwirkung Der gesamten Hanauer, Ulanenkapelle zum Vortrag. Sonntag, 5. Juli, findet das! Wettsingen in drei Sälen statt. Nachmittags 3 Uhr! wird sich Der Festzug, unter Teilnahme der wettstreitendech Vereine, der Gastvereine sowie Der hiesigen sonstigen Vereine; durch die Stadt nach den: Festplatze bewegen, woselbst nach der Festrede und Abfingen des Begrüßungschors Die Preise Verteilung stattfindet. Hieran schließt sich Konzert und, Tanz. Für Montag, 6. Juli, ist 10 Uhr vormittags cuti Ausflug mit Musik über den „Wiloenstein" nach der „Klippe" vorgesehen, woselbst Frühschoppen mit Konzert stattfmdet. Am Nachmittag sinder großes Volksfest auf Dem F-estplatze statt. AbenDs werden die beiDeu hiesigen Turnvereine durch Aufführung von Gruppen milwirten, auch findet abends das Abbrennen eines Brillantfeuerwerks statt. Der F-eft- platz, in nächster Nähe der Stadt gelegen, bietet Mit der großen Festhalte sowie Nebenzelten für etwa 2000 Personen Unterkunft. Festteilneymer, die auf Wohnungen für die Dauer des Festes reflektieren, erhalten solche durch den Wohnungsausschuß (Lehrer Weidmann) nachgewiesen. Extrazüge werden abends für die Heinibeförderung der Fest-i teilnehmer bereit gestellt werden können. Außer einer größeren Anzahl Hoyer Gaste wird mit Bestimmtheit S. K. tz. der Großherzog, der einen tvertvollen goldenen Pokal als, Ehrenpreis gestiftet hak, erwartet. Es steht, alles in allem,; ein. schönes. Fest zu erwarten, umsomehr, als. die gesamtA Bürgerschaft der Veranstaltung ein warmes Interesse entgegenbringt. Mainz, 13. Juni. In der gestrigen gemeinschaftlichen Sitzung des Bauausschusses und der Deputation für Geländc- verkchr wurde die Einführung einer Besitzwcchselabgabe einstimmig ab gelehnt. Bezüglich der Wertzuwachssteuer kamen verschiedene Meinungen zum Ausdruck. Die Mehrheit des Bauausschusses, der allerdings nicht vollzählig zugegen war, sprach sich gegen die Wertzuwachssteuer aus, wahrend die Mehrheit der Deputation für Gelände - Verkehr sich für die Einführung entschied. Stadtverordneter Pagenstecher beantragte Milderling der Steuersätze gegenüber der Vorlage der Bürgermeisterei. Dieser Vorschlag dürfte wahrscheinlich im Plenum der Stadt- verordneten-Versammlung die Grlindlage einer Einigung bilden. Während nach den gestrigen Beschlüssen die Besitzwechselabgabe als gefallen gelten kann, besteht darüber kaum ein Zweifel, daß sich für die Einführung einer Wertzuwachs- steuer bei ermäßigten Sätzen eine Mehrheit finbet. II Atzbach, 12. Juni. Unser Gesangverein „Frohsinn* rüstet sich zum frohen Feste, das am ersten Julisonntage gefeiert werden soll. In erfreulicher Weise haben die benachbarten Gesangvereine überaus zahlreich der an sic ergangenen Einladung entsprochen, denil es liegen 21 Anmeldungen vor. Der Verein blickt in diesein Sommer auf ein 2 5jähriges Bestehen zurück und die hiesigen Jungfrauen wollen alls diesem Anlaß demselben eine Fahnenschleife überreichen. Letztere, von der Firma Schulze-Gießen angefertigt, wird eine Zierde unserer Sängerfahne werden. Der Festplatz wird nach der Lahn gelegt, sodaß er auch von Station Dutenhofen aus bequem zu erreichen ist. [] Marburg, 14. Juni. Gestern abend goß hier ein älterer Mann seiner Fr all gelegentlich eines Familienstrcitcs eine ätzende Flüssigkeit ins Gesicht. Die Frau mußte in die ftlmif gebracht werden, während der Mann verhaftet wurde. h. Frankfurt a. M., 13. Juni. Der Kongreß für R e tt un gswc sc n ist nach viertägiger Tauer heute geschlossen worden. Der nächste Kongreß soll in Wien siattfinden. — In der heute fortgesetzten Verhandlung des deutschen F r e i d e n k e r k o n g r e s s e s teilte die Prüfungskommission mit, daß die Bücher durchaus in Oronuhg uc- funden worden seien. Nach erregter Diskussion wurde dem Geschäftsführer Entlastung erteilt und zugleich von der Versammlung nahezu einstimmig Dank uno Anerkennung ausgesprochen. Bundesvorsitzender Tschim Breslau und der Geschäftsführer Schmal-Münchcn wurden wiedcrgewählt. Als Ort für den nächsten Kongreß wurde Düsseldorf gewählt, dessen Freidenkerverein mit besonderem Hinweis auf den dortigen Katholikentag einlud. Schwurgericht. • th. Gicßcn, 16. Juni. Verbrechen im Amt. Gestern vormittag wurde vom Vorsitzenden Landgcrichtsrat Ncunhagen die diesmalige Tagung des Schwurgerichts eröffnet. Verhandelt wurde gegen den am 24. Februar 1865 zu Rodheim an der Horloff geborenen Bahnwärter Karl Roth, z. Zt. in Bude 22 a in der Gemarkung Stcinhcim in Dienst. Die Anklage geht damn, daß Roth in den Jahren 1906—1‘JOS in seiner E-genichaft als Eisenbahnhallepuntt-Wärter zu Treis-Horloff amtliche Gelder, die er vereinnahmt hatte, untcrfchlagcn hm und falfche Eintragungen in die zur Kontrolle dienenden Blücher gemacht hat. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Reuß. Die Verteidigung führte Rechtsanwalt Dr. Spohr^ Der Angeklagte gibt an, daß er das iL-chuhmacherhandwcrk erlernt und darin selbständig gearbeitet hat, auch schon verheiratet war, als er j)on 1887—1890 beim Militär eintreten mußte. Er trat als Streckenarbeiter bei der Eisenbahn ein, wurde 1895 Bahnhofsarbeiter und am 1. November 1899 als Bahnwärter mit 700 Mk. jährlich und freier Wohnung fest angestellt, zuerst auf der Station Ranstadt. Sein Einkommen fei soweit gestiegen,^ daß er am 1. Januar ds. Js. außer freier Wohnung 880 Mk. bekommen habe, wovon jährlich für Kleider 60 Mt. abgingen. 1905 sei er nach Treis-Horloff versetzt worden, wo er die Fahrkarten zu verkaufen hatte. Der Angeklagte gestand zu, daß er von 1906—1908 in ca. 50 Fällen kleine Geldbeträge aus der Kasse genommen und für sich verwendet hat. Wieder Vorsitzende seststellt, hat Roth im Ganzen 42.25 Mk. unterschlagen. Um die Fehlbeträge zu oerüeden, hat der Angeklagte die als Beläge dienenden Kopten Den ihm ausgestellter und verausgabter, Blankofahrscheine verfälscht, er hat ite dahin abgeändert, daß sie auf niedrigere Summen lauteten, als die ausgestellten Originale, und dementsprechend auch die niedrigeren Beträge in die zur Kontrolle dienenden Bücher eingetrogen. Der Angeklagte bemerkt, daß er eine Familie von sechs Kindern zu ernähren gehabt habe und daß Krankheit und Mißgeschick ihn in Geldverlegenheiten gebracht haben. In seiner 'x'loi habe er sich an fremdem Geld vergriffen. Der Vorsitzende konstatiert aus den Personal-Akten des Angeklagten, daß dieser in den Jahren 1900—1902 sich wiederholt wegen Unterstützung an seine Behörde^ gewendet hat und diese ihn damals dreimal mit je 15 Mk. unterstützt hat. Ferner bemerkt Landgerichtsrat Neun- Hagen, daß Roth nach fünfjähriger Dienstzeit die Dienstaus- zeichnungsfchnürc für besondere Treue erhalten hat. Weiter wird aus den Akten festgestellt, daß die Familie Roth einen Barver brauch von 90 Mk. im Vierteljahr hatte. Der Angeklagte bemerkt noch, daß sein Sohn einen Handel mit deut 'Nachtwächter hatte, wegen dessen er vom Schöffengericht mit Gefängnis bestraft worden sei, hiergegen habe er auf seine Veranlassung Berufung verfolgt mit dem Erfolg, daß die Freiheitsstrafe in eine Geldstrafe von 40 Ml. verwandelt wurde. Durch diesen Strafprozeß des Sohnes seien ihm Unkosten im Betrage von 200 Mk. entstanden. Auf Befragen des Vorsitzenden bemertt der Angeklagte, daß er nach und nach sein fleinee Vermögen, während er Bediensteter der Bahn gewesen, zugesetzt habe. Er habe seine Verfehlungen auch sofort eingestanden und den Fehlbetrag ersetzt. Die Beweisaufnahme gestaltete sich sehr kurz. Der Hilfsweichensteller Peter Stenger, der in Treis-Horloff als Vertreter des 9ioth fungierte, wenn dieser frei hatte, war dahinter gekommen, daß der Angeklagte wieder einmal Blanio- scchrkarten gefälscht hatte. Er rügte dies sofort, doch meinte Roth, er müsse besser wissen, was er zu tun habe. Der Zeuge hielt cs für seine Pflicht, von dem Vorfall Anzeige zu machen, er will dies getan haben, um sich selber^ vor Unliebsamkeiten zu schützen. Bürgermeister 9c i k l a s Don Steinheim kennt Roth schon lange Jahre. Er sei sehr beliebt und werde Don Jedermann als ordentlicher und nüchterner Mensch geschätzt. Es sei richtig, daß der Angeklagte mit Krankheiten in der Familie zu kämpfen hatte, ebenso habe die Affäre des Sohnes mit dem Nachtwächter dem Vater Kosten Derursacht. Ter als Zeuge unD Sachverständiger gehörte Verkehrskon- kwlleur Peter Becker gibt dein Angeklagten das beste Zeugnis. Es bestehe bei der vorgesetzten Behörde nicht der mindeste Zweifel darüber, daß Roth nicht über feine Verhältnisse gelebt Hai. Tie an die Geschworenen gerichtete Schuldsrage lautete auf Unterschlagung amtlicher vereinnahmter Gelder in Höhe von 42 Mk. 25 Pfg. und ob der .Angeklagte um diese Unterschlagung zu verdecken, die zur Kvntrolle geführten Bücher und 'Nachweise gr fälscht l)at. Im Falle der Bejahung dieser Frage: Sind mildernde >Imftänbc vorhanden. Staatsanwalt Reuß plädiert aus schuldig im Sinne der Anklage. Es fei nicht in Abrede zu stellen, daß der Mann durch Krankheit und Not in der Familie zum Verbrecher geworden sei. Auch fei zu berücksichtigen, daß der unterschlagene Betrag nicht hoch fei, und alsbald nach der Entdeckung der Tat Don dem Angeklagten ersetzt sei. Hierzu komme, daß' Roth seine Tat un- unuvunden eingeftanden hat. Diese Acomente lassen die Straftat des Mannes im milderen Lichte erscheinen. Auch die Eiscnbahn- behördc habe die Auffassung, daß die Tat ihres Beamten milde anzuschen fei, sie habe ihn deshalb zwar Dom Schalterdienst entfernt, ihn aber weiter im Dienst behalten. Staatsanwalt Reuß bat daher die Geschworenen, dem Angeklagten mildernde Umstände zuzusprechen und Dcrsicherte noch, er werde seinen Einfluß geltend machen, daß Roth nicht von deni Eisenbahndienst entlassen wird. Rechtsanwalt Tr. Spohr erklärt, daß er sich den Ausführungen des Staatsanwalts nur anschließen könne. Tic Geschworenen zogen sich zur Beratung nur kurze Zeit zurück, worauf ihr Obmann, Stadtv. Haubach-Gießen, den Wahr- fpruch verkündete, der auf schuldig "des Vervrechens im Amt lautete, und die Frage nach mildernden Umständen bejahte. Staatsanwalt Reuß beantragte daraus die niedrigste nch dem Gesetz zulässige Strafe, nämlich 6 Atonale Gefängnis. Dem gegenüber erklärte der Verteidiger, keine Anträge stellen zu können. Tas Urteil lautete dem Antrag gemäß, Tic Eefchworenen unterzeichneten unmittelbar nach der Verhandlung ein Dom Verteidiger verfaßtes Gnadengesuch. Provinzial-Ausschrrß der Provinz Oberhesien. L Gießen, 13. Juni. Nachdem eine F r a u i n N o m r o d an Erscheinungen ge - ft o r b c n war, die darauf schließen ließen, daß die Todesursache Wochenbettsieber war, nahm der Kreisarzt eine Revision der Geschäftsführung der Hebamme Dickel vor, bet der sich ergab, daß diese schon seil längerer Zen teilt Tagebuch geführt und keine Temperalurzellel ausgefüllt hatte. Sie war auch, obwohl ihr bekannt war, daß die Verstorbene hochgradiges Fieber gehabt halte, innerhalb 24 Stunden noch zu einer anderen Wöchnerin gegangen, entgegen den ausdrücklichen Vorschriften. Nach dem Verhör, bet dem sie eine Schuld an dein Sterbefalle bestritt, erklärte sie sich zur Niederlegung des Amtes als Gemetndehebamme bereit, nicht aber als Privatamme. Tas Großh. Kreisaml Alsfeld stellte deshalb förmlichen Antrag auf Entziehung des ihr seinerseits erteilten Prünutgszeugnisses. In der heutigen Verhandlung ließ sich eine Schuld der Frau Ticket an dem Tode der Wöchnerin nichi mit Sicherheit Nachweisen. Ter Proviiizial-Ausschuß erkannte aber trotzdem mit Rücksicht am ihre sonstigen Verfehlungen auf E n t- Siebung des fraglichen Zeugnisse s. Enlgegen einer Bestimmung der allgemeinen Bauordnung, nach der Gebäude jeder Art nicht m geringerer Entleimung als 7,50 in von der Kanie des Bahnkörpers oder von der Grenze eines Bahnhofs errichtet werden dürfen, halte Adolf A l l e u d o r f zu G r ü n- b_c r g hi einem Abstand von 1,50 m von der Bahnhofsgrenze einen Schuppen ohne vorherige baupolizeiliche Geil c h in i g u n g erbaut. Tie Konigl. Eisenbahndirektion Frank- mit a. M. erklärte sich aus prinzipiellen Gründen nicht tu der "age, der nachträglichen Genehmigung der Anlage zuzustimmen. Tas Großh. Kreisamt Gisßeu erließ nunmehr einen Polizeibefehl gegen Allendorf, m dem er zur Entfernung des Schuppens aufgefordert wurde, andernfalls dies am feine Kosten durch die Orts- polizei geschehen iverde. 'Allendorf rekurrierte gegen diesen Polizeibefehl an den Prooinzial-Ausschuß. Er bemerkte dabei, daß der Schuppen schon früher an berfelbcr Stelle gestanden habe und mir herumgedreht ivorben sei, augeidem ständen seinem Slehenlassen die Jnieressen der Bahn nicht entgegen. Ter Provinzial-Ausschuß beschloß heule, die Verhandlung auszusetzen und zunächst durch eine Kommission einen Augenschein einnehmen zu lassen. Getreide-Wochenbericht der Prcisberichtstctte des Deutschen Landwirtfchastsrats vom 2. b.is 15. Juni 1908. Mit Ausnahme einiger kühler und regnerischer Tage wurde die Witterung der letzten beiden Wochen im allgemeinen als günstig erachtet. Immerhin begegnet man vielfach ftarf voneinander abweichender Meinungen hinsichtlich der Sommersaaten, und auch beim Winterroggen wird die Beurteilung durch die Verschiedenartigkeit des Standes wesentlich erschwert. Was die Ernteaussichten int AuSlandc betrifft, so ist die Lage an der Donau und in Rußland infolge mehrfach nicbcrgcgangcncr Reg en fälle weniger beunruhigend, aber immer noch ernst genug. Indes waren für die Stimmung und den Preisgang während der letzten Zeit nahezu ausschließlich die günstigen Ernteerwartungen Nordamerikas entscheidend. Angesichts der Nachgiebigkeit der amerikanischen Forderungen zeigte sich Argentinien sichtlich bestrebt, seine Preis- anspruche mit denen seines nordischen Konkurrenten in llcberein- stimmuiig zu bringen. Gleichzeitig verringerte sich der noch vor kurzem bestandene Preisunterschied dieser Provenienzen gegenüber dem inländischen Produkt auf wenige Mark. Dieser llm- stand und die Schwierigkeit des Warenabsatzes im Jnlände veran- tas'/. < tc Importeure zu LieferungSabgaben, die den Juliwert in wenigen Tagen um 10 Mk. herabdrückten. Im Anschluß an die wieder fester gewordenen amerikanischen Märkte uiid aus die aus England gemeldete Belebung der Kauflust für Ladungen trat auch hier eine Erholung ein. Herbstlieferung wurde durch die rückläufige Bewegung weniger getroffen, da die Klagen aus Rußland Abgeber vorsichtig machten. Aehnliche Erwägungen waren int allgemeinen für die Haltung des Roggenmarktes maßgebend, der wohl zeitweise durch die schwäche des Weizenmarktes mitgezogen wurde, zum Schluß aber nur uuwesentliche Preisverluste aufwieS. Im übrigen hat sich die Nachfrage für diesen Artikel keineswegs gebessert und gestaltete sich der Absatz namentlich mit Rücksicht auf die neuerdings Innzugetretenen Quolitätsbefürch- tungen nur noch schwieriger. Hafer war in den rvenigcr aiige- botenen besseren Sorten stärker gesragt, während für die geringeren und mit Geruch behafteten Qualitäten der Absatz nach wie vor schleppend geblieben ist. Im Maisgeschäft begegneten Angebote ans den jetzt reichlicher heraiikommciiden Zufuhren bei gedrückten Preisen geringer Unternehmungslust. Es stellten sich die Preise iür inländisches Getreide am letzten Markttage: Weizen Roggeu Hafer Königsberg 220 (— ) 180 (— 3) 152 (— 4) Danzig 223 (- ) 185 (— 5) 160 (— 1) Stellm 217 (— 2) 182 (- 7) 160 (— 2) Posen 221 (- ) 180 (— 2) 155 (— 2) Breslau 216 (- 2) 185 (+ 2) 155 (— 1) Berlin 214 (- 4) 188 (— 5) 175 (— 3) Akagdeburg 210 (- 4) 189 (— 5) 161 (- 1) Halle 210 (- 5) 192 (- 2) 160 (- ) Leipzig 216 (- ) 196 (— 1) 159 (— 1) Rostock 213 (— 2) 185 (— 4) 163 (— 2i Hamburg 208 (— 5) 192 (- 2) 176 (- j Hannover 211 (- 4) 191 (— 5) 165 (- ) Braunschweig 211 (- ) 190 (— 3) 160 (— 2) Tüsseldorf 210 (— 7) 193 (— 7) 170 (— 2) Köln 205 (— 5) 192 (— 3) 169 (— 3) Frailkfurt a.M. 210 (-7V2) 205 (— ) 1777- (- ) Akaiuiheun 217 (— 9) 201 (— 4) 171 (- 4) Aküucheu 222 (— 8) 194 (— 4) 178 (— 4) Weltmarktpreise: Weizen : Berlin Juli 212.25 (— 6.00), Sept. 193.50 (+ 1.50). Budapest Okt. 186.30 (-s- 21,20). Paris Juni 175.40 (— 6.60). Liverpool Juli 162.20 (— 7.30). Chicago Juli 137.35 (— 1.15). Roggeu: Berlin Juli 191.— (— 2.00). Sept. 177.00 (— 1.75), Hafer: Berlin Juli 162,25 (— 2.75). Sept 157.50 (— 0.50) Mk. Märkte. Gießen, 16: Juni. Marktbericht. Aus heutigeui Wochen- maiTte kostete: Butter pr. Pfd. 1.20—1.25 Mk., Hühnereier 1 St 6—7 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Kasematte 2 Ei. 5—6 Pfg. Erbfeu p. Pfd. 18—24 Pfg., Linsen p. Pfd. 25—40 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Alk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Akk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Ganse pr. Psd. 00—00, Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Mk., Ochsenfleisch pr. Psd. 76—84 Pfg. Kuh-- und Rindfleisch pr. Pfund 74—76 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammelfleifch pr. Pfd' 70—84 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.00—7.00 Akk., Zwiebeln pr' Ztr. 8,00—10,00 Akk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 0—00 Pfg., per Zentner Akk. 0.00—0.00. — Aepfel per Str 10—25 Mk., Birucn per Ztr. 10—25 Akk. Nüsse 100 Stück 50—00 Pfg., per Ztr. 0-00 Akk. Marktzeil von 7—1 Uhr. Aniversitäts-Nachriehten. X 9)1 a r b u r g, 15. Juni. Der außerord. Professor der physikalischen Ehcmie Tr. phil. Earl Schaum Hal einen 91 uf als Extraordinarius für Pholochemie an Die Universität Leipzig erhalten und angenommen. NirehUche Nachrichten. Katholische Gemcnwe. Gottesdienst. Mittwoch, den 17. Juni: Nachmittags um 5 Uhr und abends um b Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Donnerstag, den 18. Juni. Frohulcichuamsfest. Vormittags von 6'/2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. , um 7 Uhr: Die erste heil. Akesse. , um 8 Uhr: Die zweite heilige Akesse. Akilitärgottesdieust mit Predigt. , um 91/, Uhr: Hochamt; darauf Prozession in der Kirche. Nachmillags um 2 Uhr: Fest-Andacht mit Segen. Meteorologijtye Beobachtungen der Station Gießen. Ium 1908 Barometer au' 0° reduziert Temperatur t er Lust o o O ~ Relative tftuchligkeil Windrichtung Windstärke . Weiter 15. 2” 747,4 21,6 10,6 55 NE 2 Sonneiischein 15. 3" 746,4 17,7 12,2 81 SE 2__ Klar. Hiiluncl 16. 73i 745,5 16,8 11,2 78 NNE 2 Sonnenschem Höchste Temp natur am 1- . bis 15. In ii — + 25,5 ° C. Niedrigste , U 1* 15. „ — 8,5" c. T eSefonisohe des Giessener Anzeigers, und Industr Frankfurter Kör» 314% Reichsauleihe . . 91 .CO 3% do. . . 82.45 3*2 °/0 Konsols .... 92.00 3% do 82.50 ä>aolo Hessen 90.75 ö^°/o Oberhesseu . . . 91.00 4% Uesterr Goldrente. . 99.10 4*/s 26 Oesterr. Silberrente 99.25 4,"o Ungar. Goldrcr.te . 93.50 4j?o Italien. Rente . . . 104.20 3^6 Portugiesen Serie I . 63.80 3% Portugiesen „ 111 64 00 4^0/0 russ.Staatsaul. 1905 95.20 4>£u/0 japan. Staatsanleihe 89.30 4% Conv. Türken von 1903 96.10 Türkenlose 148.00 4-z Griech. Monopol-Aul. . 51.20 45» äussere Argentinier . 86.50 ö°/0 Mexikaner . . . 66.75 4>i7o Chinesen .... 96.10 Aktien: Bochum Guss 207.40 Buderus E. W 109.00 Tendenz: befestigt. Berliner Börse, 1 Canada E. B. . . . . . 155.90 Darmstädter Bank . . . — Deutsche Bank .... 227.70 Dortmunder-Union C. . . 55.60 Dresdner Bank .... 136.60 Tendenz: ruhig. i&ursiseracnite teilt von der Bank für Handel ie, Giessen. >e, 16. Juni, 1.15 Uhr. ' Elektriz. Lahmeyer . . . 115.10 Elektriz. Schuckert . < . 105,00 Esehweiler Bergwerk . . 199.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 184.90 Hamburg-Amerik. PaketL 109.00 Harpener Bergwerk. . . 194.00 Laurahütte 199.50 is'ordd. Lloyd 94.10 Obeischles. Eiseu-Industrie 98.00 Berliner Handelsges. . . 159.20 Darmstädter Bank . . . 123.10 Deutsche Bank .... 227.90 Deutsch-Asiat. Bank . , 134.00 Diskonto-Kommaudit. . . 171.30 Dresdner Bank .... 136.70 Kreditaktien 196.30 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn 88.25 Gotthard bahu —.— Lombard. Eisenbahn . . 25.20 Uesterr. Staats bahn . . . 148.00 Prince-Henri-Eisenbahu . 118.00 5. Juni. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 193.50 Laurahütte 200 50 Lombarden E. B. ... 25.10 Nordd. Lloyd 93.90 L'ürkenlose 147.59 Besatz mit 1t Monaten 6 Zähnchen und machte Gehversuche. Wenn solches von einem kleinen, eher zarten als kräftigen Mädchen gesagt wird, fragt man unwillkürlich, wie das wohl möglich war? Der nachsichcnde Brief wird darüber am besten Aufschluß geben: Ehernnitz''Kappcl, Zwickauerstr. 199 L, 8. August 1907. „Mit besonderer Freude teilen wir Ihnen heuie nut, daß unser nunmehr 11 Mouaie alles Töchterchen Elfriede sich durch den ständigen Gebrauch von Scotts Emulsion geradezu prächtig eulwickell hat. Aus dein früher so schivächlichen Kinde ist ein rundes, frisches Mädchen geworden, das keinen Augenblick mehr ruhig sitzen kann und and) bereits Gehversuche auslellt. Tie Zähiichcu, ivovou die Kleine schon 6 hat, brachen durch, ohne ihr Wohlbefinden un geringsten Akaße zu stören." (gez.) Jos. Llnharül und Frau. Dank ihrem Wohlgeschmack kann Scotts Emutsion selbst den verwöhntesten Kindern sozusagen mühelos verabreicht werden, was für Miittcr und Kind eine unschätzbare Erleichterung bedeutet. Außerdem leicht verdaulich und reich an Nähriverten bewährt sich Scotts Emulsion immer wieder als bestes Kräftigungsmittel. d7/6 Scoklü Emulsion wird von uns auSschlictzlich im großen ucrkauir, und zwar me lofe nach Dcwian ober Matz, sondern nur tu versiegelten Origtnalflaicheu tn Karton mit tmferer ^chntzmarlc (Fnchet mit dem Dorsch). Scott u. Bomnc, G. tn. !>. H, tzrantsurl a. M. Bestandteile: Feinster.Mebtzmal-Lebcrtrau 150,0, prima Glyzerin 50,0, unterphoSphorigsanrer Kalk 1,3, unlerphosphortglanrcS 'Jtutroit z,u, puiv. Tragant 8,0, feinster anib. Gummi pulv. 2,0, bcftilL Wasser 123,0, Alkohol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt-, Mandel- und Äaulthertaol je 2 Trovfcn. Nur echt mit dieser Marke—dems^ischer — bem Garantie- zetchen des Scott» scheu Berfahrenöl Fabrik. Jos. 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V 41 .5.3 5 -5;— a »Sss-ts- d± <5? 3 «ft 22 515"o5 gO»' y oi~ •-5-5 jQ 2 g1" 5 uÄ a53ä' 1gwigS!£’e» «so-«» a =a=a v s=> - ö ffl*- 4) - Vsä- KJÖ-Ä»’Ä Oft z> w a — a a^'S« :r «r ZLLsßZ ® O’U 3 Z^s^l ZiZrZ^ m <» w v v —- .2 §L 8 £ ^©««ft Ä 5 a s~a " Si. rO a"^ «J ■S to; v ^Oft-A ■Äo a"° <üwq _ q_S ^so5« w _. QsG-*— a S 3^ uh O S LaEaa 5 a" o 13 a^co E^-** s sw a" " — a m 4> a tztS a.^ i»p- a^—s saa"o^-aa -o. u fO w <3^p "°-4-» ; :“2 ^*.»^ *-* VrT < C<1 S>- ^-Z M ; -U> "" t» _ Z L-Z^Tslß ■gu a a a GZL»Z L »2QÄ *2 « h g” L^A o a «= Q S^-WQEoo sco ^oo^<» ad«® «$> o t, o ° — r: ° ZL LV 0.54 iS & 05 5Z«M <3>-Ss_. U H E CO Wo <—> an — ■CD «4.&C 5 öS T a> Oft ^ iSaSo c e «r. > «L 'S <3 «fttiD»^ »ß» «5« o O «ft - a eittol <3 ÄsS- f Ö5 2 cn« a 5 uD- og? 3 a a, ** -£ o*ti ->b s w Ö8U- Oft vX. 34 o E c u C •— £e e< d tä i® «ft§LZN a --> E es «ft a «$> > ■-* s-> -k, a — «öS^GQjg.^. «N-> ü)NM^ o N a «ft.. " r* -3 70 So «ft S! 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