Nr. 369 Zweites Blatt Samstag 14. November 1908 Erfchetnt täglich mit Ausnahme des Sonntags. Genergl-Anzeißer für Gberhefsen 158. Jahrgang $te „Sletzcnel Famillenblätter" werden dem ^AnzeiqerE viermal wöchentlich beigelcgt, das „Krdsblati für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Rotationsdruck und Verlag der Br üb lachen UnwersilälS • Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» ftrnße 7. Ervedition und Verlag: 5L Redaktion:e^ii2. rel.-AdruAnzeigerGleßen. Die innere Krifis. Die „Pvsft" schreibt anscheinend vffiziöS: In der Sitzung des BunbesratSausschusses für auswärtige Angelegenheiten, die gestern unter dem Vorsitz des bayerischen Ministerpräsidenten Frhrn. v Podewils stattfand und 41A Stunden dauerte, leate Reichskanzler Fürst Bülow in längeren Ausführungen den gegenwärtigen Stand unserer Berrchungen zum Auslande dar. In der sich daran an- schließenden Erörterung wurden alle Fragen, nicht nur der auswärtigen, Hubern nuch der inneren Politik, insbesondere auch die innere Krisis eingehend und gründlich besprochen, mit dem Ergebnis, daß sich der BundesratSauSschuß einmütig auf die Seite des Fürsten Bülow stellte. Alle Mitteilungen über einen bald bevorstehenden Rücktritt deS Reichskanzlers und dergleichen beruhen auf leeren Kombinationen, da irgend eine Entscheidung über die innere Krisis noch gar nicht gefällt ist. Die Entscheidung wird vielmehr erst in der für die nächsten Tage bevorstehenden Aussprache des Kaisers mit dem Fürsten Bülow in Kiel fallen. Aus seiner Reise nach Kiel wird der Kanzler vom Ches der Reichskanzlei v. Loebell begleitet sein Fürst Bülow wird einen durcl)aus objektiven Bericht erstatten, von dessen Ausnahme seitens des Kaisers naturgemäß die weitere Entwicklung der Dinge abhangcn muß. Wie sehr man nach wie vor mit einer bevorstehenden Kanzlerkrisis rechnet, geht auS verschiedenen Blättcrmcldungen hervor, wonach der aussichtsreichste Kandidat für den Reichslanzlerposten der Kommandeur des 10. Armeekorps, Genera ladju tant v. Löwenfeld, äu sein scheint. Er ist ein persönlicher Vertrauensmann des Kaisers und war zuletzt bis zur Uebernahmc des KvrpS- kommandos Kommandeur der 1. Gardedivijion. Bezeichnend für die gegenwärtige Lage ist die Stellungnahme einer Münchener Zentrumsversammlung zu der inneren Kri,iS. Dort erinnert der bayerische Kammerpräsident Dr. v. Orte re r in einer Rede an die Kämpfe der achtziger Jahre, die das Zentrum damals mit dem Fürsten Bismarck führte „gegen den politischen Niesen, der die Macht hatte größer als ein Fürst, der jedoch erklärte, nur ein Diener des Fürsten zu sein." Ortcrer fuhr Dann fort: ,Hch muß mir als einer der ältesten Parlamentarier gestatten, in diesem Augenblick zu sagen, die deutschen Stämme und Völker in ihrer berechtigten Eigenart geben sich der festen Hoffnung hin, daß ihr Vorgehen unterstützt wird von ihren Dynastien, denen sie angestammt und treu ergeben sind. Die Entwickelung der letzten Tage ist ganz wirksam gewesen. Wenn ich zurüasck)aue auf die Geschichte des ganzen Jahrhunderts, [o ist es seit der französischen Srationalversammlung nicht dagewesen, daß so herbe Worte und eine so scharfe Kritik gegen eine Autorität geführt wurden, zu der wir mit Ehrerbietung zu schauen gewohnt sind. Hier heißt es zusammenstehen mit unseren Fürsten und auf sie die Hoffnung setzen, daß das Vaterland keinen Schaden leide nach innen, aber auch nicht nach außen!" Inzwischen hat das Zentrum im Reichstag einen Antrag eingebracht, der.die gesetzliche Regelung der Verantwortlichkeit des Reichskanzlers fordert. Der Antrag lautet: „Der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher die Verantwortlichkeit des Reichskanzlers (ReichSverfasfung Artikel 17; und der Stellvertreter des Reichskanzlers (gteichsgesetz vom 17. März 1878, betreffend die Stellvertretung oes Reichskanzlers), sowie das für Geltendmachung dieser Verantwortlichkeit ein- ruhaltende Verfahren regelt." Auch von sozialdemokratischer Seite ist im Reichstage ein Gesetzenttvurf eingebracht worden betreffend Abänderung der Verfassung des Deutschen Reiches. Hinter den Artikel 17 sollen folgende Bestimmungen eingefügt werden: Der Reichskanzler ist für seine Amtsführung dem Reichstage verantwortlich. Diese Verantwortlichkeit erstreckt sich aus alle politischen Handlungen und Unterlajsungen deS Kaisers. »■■■«»■■W ■■■ HL I ■Bmmn-MM—S—MH— Schneeschuhspokt. lieber denn Schneeschuh und seine Verwendung sprach Lehramtsreferendar F. Peppler gestern abend vor dem „Wandervogel", der die Gründung einer Schneeschuhabteilung beschlossen hat. Wir entnehmen den fesselnden Aussührungen des Vortragenden folgendes: Der Schneeschuh, in norwegischer Sprache Ski (sprich: Schi), ist ein schon einzelnen Völkern zur Zeit der Völker- tvanderung bekanntes Verkehrsmittel, das heute über die ganze Erde verbreitet ist. Die Urheimat des Skis haben lvir wohl in Zentralasien zu suchen, wenn auch die äußere Form des Skis damals noch stark von der heutigen abwich. Zur Zeit der Völkerwanderung wurde auch in Europa der Skilauf bekannt und entwickelte sich besonders in Norwegen zu einem Sport der ganzen Nation. In den Mythen und Gesängen der Norweger tritt unS bereits ums Jahr 1000 n. Ehr. der Ski entgegen, man besaß eine Skigöttin, Slave, und einen Skigott, Ullr. Auch ihre Abstammung führen die Nordmänner auf den skilaufenden Nor zurück, der mit Skiern von Osten her in das Land einwanderte. Zum eigentlichen Sport entwickelte sich der Skilauf erst in neuerer Zeit, etwa zu Beginn der 70er Jahre. Da waren es zwei Momente von höchster Bedeutung für die sportliche Entwicklung des Slilaufs. Einmal die berühmte Durchquerung Grönlands auf Sck)neeschuhen durch Fridtjof Nanfen, die die ganze Welt in Staunen setzte und viele Freunde dem Skilauf warb. Dann war es das Auftreten der Telemarken in der Nähe Christianias in 9Lorwegen, die sich besonders mit dem Skilauf befaßten und in einem großen Rennen 1879 der Welt ihre Kunst vorführten. 9hm begann der Skilauf in sportlicher Beziehung sich rasch zu entwickeln; er wurde in Norwegen der nationalste aller Sports. Auch in Mitteleuropa entstanden zahlreiche Vereine, so der Ski-Klub Schwarzivald, Ski-Klub Taunus u. a. Vor allem noch ist der Akademische Skiklub München zu erwähnen, der die akademische Jugend, der tüchtige Läufer entstammen, um sich schart und für diesen edelsten aller Sports, wie chn Nansen in seinem Grönlandwerk nennt, begeistert. — Was die Ergebnisse bei den großen Dauer- und Nennläufen anlangt, so rann ein tüchtiger Skiläufer täglich 100 Kilometer leicht zurück legen. Tagesleistungen von 220 Kilometer find auch schon beobachtet worden, ebenso wie Tief- Der Reichskanzler ist zu entlassen, wenn der Reichstag eS fordert. Ferner bestimmt der Entwurf, daß bei vorsätzlicher ober grob fahrlässiger Verletzung der Amtspflichten, namentlich bei verfassungswidrigen ober sonst das Reichswohl schädigenden Handlungen oder Unterlassungen des Reichskanzlers der Reichstag gegen diesen Anklage erheben kann. Die Verhandlung und Entscheidung soll einem Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich rnfteljen, der au5 24 Mitgliedern bestehen soll, welche bei Beginn jeder Legislaturperiode vom ReicyStag zu ernennen sind. Nach diesem allen sind für die nächste Zeit bedeutsame Ereignisse zu erwarten. Stimmungsbilö aus dem Reichstage. Berlin, 13. Nvv. Die Arbeitslosigkeit. Auch die RoicHSverwaltuna druckte durch den Mund br5 Staatssekretärs des Innern ihre Teilnahme auö an der west fälischrn GlmbenVatcistwpbe, deren entfett über Umfang nun bekannt ist. Wie vorauSzusehen war, können die Erklärungen der Regierung auf die hierzu vorliegende Interpellation noch nich. gegeben tvcrdeu, da die Untersuchung der Urfadjen des Unglücks einige Zeit erprbert Wie gestern, beschäftigte man sich auch heute mit Angelegenheiten der Arbeiter, aber das heutige Thema nimmt die allgemeine Aufmerksamkeit viel mehr in Anspruch, als die gestrige Erörterung der Frage der schwarzen Listen. Zentrum und Sozialdemokraten haben Interpellationen über Die Wirtschaftskrise und ihre schlimmste Folge, die Arbeitslosigkeit, cingebrocht. Naturgemäß Eonnte es sich bei der Aussprache hierüber in der Hauptsache nur um akademische Erörterungen handeln; denn im Ernst trauen auch die verständigeren Mitglieder der sozialdemokratischen Partei, zu denen der Interpellant Molkeubuhr gewiß zu redjrtien ist, der Regierung nickst die Pslickstvergessenheit oder stzial- oder mirisd-aftspolitisd-e Verstludnislosigkcit zu, daß sie die Hönde in den Schoß gelegt und zur Milderung des gcrocrulidjcn Notstandes nicht die Maßnahmen aus Eigenem getrosten hatte, die im BeceickL ihrer Zuständigkeit liegen. Herr Morkenbuhr sprach es freilich aus, inbem er die vorwurfsvolle Frage fbclUe, ob sich denn die leitenden Stellen immer erst schieben lassen müßten. Aber der Staatssekretär von Bethmann-Hollweg führte darauf durch Auszählung nackter Tatsachen und Ziffern den Nadjweis, daß jedenfalls die Betriebs- Verwaltungen des Reiches und deS preußischen Staates das Auge offen gehalten und für ihre Arbeiterschaft die Arbeitsgelegenheit wirksam ausreckst erhalten haben. Die Forderungen, die von den Interpellanten Molkenouhr und Pieper, dem Vorsitzenden des Bollsvcvcins für das katholische Deutschland, sowie Ijernad) bei der Besprechiung der Antwort deS Staats,ekcetärs von den Wortführern der anderen Parteien erhoben wurden, richteten ftch denn auch mehr an die Gemeindeverwaltungen. So weit das Reich in Frage kommt, stehen die Einrichtungen regelmäßiger A r b e i t s l o s c n z ä h l u u g e n, der allgemeine Ausbau deS A r - veitsuachweises und vor allem die Frage der Arbeitslosenversicherung besonders zur Erörterung. Herr Molken- buhr ist der Meinung, baß es mit 200 Millionen jährlich, wozu Reich, Staat und Gemeinden je ein Drittel beisteuern sollen, ohne weiteres getan sei. Die Schwierigkeiten der Kontrolle der Arbetts- losen, der Bemessung der Unterstützung, der differenziellen Behandlung der verschiedenen Arbeiterklasseit, der Beitragsfrage u. a. erörterte er wohlweislich nicht und wird wohl auch dem frei- finnigen Abg. Gothein die Antwort schuldig bleioen, der betonte, daß eine notwendige Folge einer allgemeinen Arbeirs- lofenvrriichrrung eine Beschränkung der Freizügigkeit in den Kauf genommen werden müsse. Der Staatssekretär gab denn auch so deutlich wie möglich seinem Zweifel daran Ausdruck, daß man jemals zu enter ArbettSlv,enver' sityerung als Veranstaltung des Reiü-s kommen werde, und man stimmte ihm barm zu, daß es zurzeit zweckmäßiger sei, sich auf Fragen zu beschränken, deren vollständige LösuNg schon jetzt zu erreichen sei. Ein Spezialmittel gegen die Stockung deS gewerblichen Lebens konnte er ebensowenig in Aussicht stellen, wie es an Vorschlägen aus der Mitte des Hauses fehlte. Heber die im Augenblick am meisten intercssierendeFrage, ob die wirtschaftliche Depression ilstcn Höhepunkt überschritten hat oder sich die Besserung noch nicht bemerklich macht, gingen die Ansichten auseinander. Der Abg. Molkenbuhr glaubte, aus der Statistik des Arbe.ts- markts, der Krankenkassen usw. eine Fortdauer der Krisis noch für mindestens 1 */a Jahre Voraussagen zu können; der ^mtrumsreduer äußerte seine Besorgnisse nur noch für die lammenden Wintcrmonate, in denen ja der Ausfall der Saisonarbeit daS Arbeiterangebot noch verstärkt. Der Staatssekretär findet in den Berichten über die Lage der einzelnen Industriezweige, aber auch in anderen Umständen Anzeichen der Besseruiig, und er wies dabei besonders aus die durch die Präsidentenwahl in Amerika geschaffene politische Beruhigung hin sowie auf die Stärkung des knitschen Geldmarktes. Außer den Jnterpellatümsparteien kamen heute noch die beiden freisinnigen Parteien, die Nationallibcralcn mü) die Konservativen zu Wort. Und nur, weil die wirtschaftliche Vereinigung einen besonderen Wert daraus legt, auch ihre Aussassuug äußern zu können, wird die Aussprache morgen fortgesetzt werden. Der durch seine Berufss.ellung zur Beurteilung der Lage deö industriellen Arbeits- marlfre5 berufene jugendliche Sprecher der Nationalliberalen, Dr. S t r e j e m a u n, betonte, daß die gewerblich Stockung in Deutschland weniger schlimme Folgen zeitigt als in anderen Ländern, weil bei un5 die Industrie, und zwar im Einklang mit den Wünschen der Arbeiterschajt, sich mehr aus Verkürzung der Arbeitszeit einrichtet, als auf Verminderung ihres Arbeiterstammes. Er richtete an die Staats- und Gemeindeverwaltungen die Mahnung, der sozialen Fürsorge des Neick)s nachzueifern. Vollständig von den Erklärungen des Staatssekretärs besriedigt war nur der konservative Abgeordnete Henning. Der Abg. G o t h e i n hatte gegen die Statistik deS Staatsjelretärs einige Einwendungen zu machen. Er fand sich mit der sozialdemokratischen STritif darin zusammen, daß er einen großen Teil der Schuld an der durch die Arbeitslosigkeit hcrvorgerusenen Lage der Arbeiter der Wirtschaftspolitik deS Reiches beimaß, und auch der Vertreter der freisinnigen Lolkspartei, Dr. Carstens, verwies aus die Verteuerung der Rohprodukte und die B e u n - rubigung der Industrie durch mancherlei Steuerprojekte. Als inh; strieller Ar..ei.geocr legte ec s.eg n ucr en Angriffen des Abg. Molkenbuhr Zeugnis ab für den sozialen Sinn, der sich auch in einem großen Teil der Arbeitgeberschast betätigt 4?olitijcbe Tagesschau. Der Kaiser und die Kaiserin von China im Sterben. Die Meldungen der letzten Tage, wonach der schon seit geraumer Zeit leidende Kaiser von China im Sterben liegt, scheinen sich zu bewahrheiten. Nach einer Meldung der Associated Preß aus Peking liegt aber auch die Kaiserin-Witwe im Sterben. In Peking ist nun gestern ein kaiserliches Edikt bekannt gegeben worden, wonach Prinz Chun zum Regenten prollamiert wird. Prinz Chun ist ein Bruder des Kaisers. Der Sohn Chuns, Puwei, ist zum mutmaßlichen Thronerben ernannt worden. Der sterbende! Skalier wurde am Nachmittag in die Sterbekammer der verboteneu Stadt gebracht. Deutsche- Reich. Der inaktive Staatsin inifter von Köller, big-' her in Straßburg t. E., wurde auf Lebenszeit in das Herrenhaus berufen. Der Bahnhofsverkauf von HardenS Zukunft, soll wieder freigegeben worden sein. Ausland. Die Grv ßherzo g . ii ;..aua Anna vo n Luxemburg wurde in ber gestrigen Kammersitzung zur Regentin ernannt. Der Papst cnrpftng gestern die Abordnungen Deutschlands, Oesterreichs, Spaniens und Portugals, die ihn seitens ihrer Monarchen zum Jubiläum beglückwünschten. Die deutsche Ab- oiLnung Überreichte dem Papste einen goldenen Siegelring, die österreichi''che Anordnung ein mit Diamanten gefaßtes Kreuz und die spcmiiche AborLnuug wertvolle Gobelins'. Die ^Delegierten statteren hierauf dem Kardinal Merry del Bal einen Besuch ab. Großfürst Alexis von Rußland. Der augenblicklich in Paris anwesende Großfürst Alexis ist schwer erkrankt Er leidet an einer Lungenenrzunvung, die Anlaß zu ernsten Besorgnissen gibt. Der Großfürst ist belänntlich der Oheim deS Zaren und OoerbefeblShaber der russischen Flotte. Gegen die Weinfälschung in Ungarn. Der ungarische Aaerbauminister Tarany legte dem Abgeordnetenhause einen Gesetzentwurf vor, der die Maßregeln zur Verhinderung der Wftn- iälichung verfck-ärst und die Tokayer Weingegend als geschlossenes Gebiet erklärt, in die Wein nur zu lokalem Gebrauch rmportieiL lverben darf, während von dort sremde Weine überhaupt nicht weitjprünge von 30 bis 40 Meter Länge. Redner ging bann auf die Form und die Befestigung der Schneeschuhe sowie sonstige skitechnische Fragen ein, bie er an Hand von Schneeschuhen und Bildern eingehend erörterte. Tas Schneeschuhlaufen ist nicht so schwer zu erlernen, sicherlich nicht schwerer als etwa der Schlittschuhlauf; nur muß berücksichtigt werden, daß zum Skilauf in der Regel viel weniger Zeit verwandt wird. Auch gefährlich kann man den Sport kaum nennen, denn ein Sturz in den weichen Schnee hat noch niemandem geschadet Dagegen ist der Skilauf ein Sport, der in ungeahnter Weise Muskel und Auge stärkt, der auch bei uns zu einem Sport des Volkes werden muß, den unsere Jungen und Mädchen schon von klein auf, wie das Sä)litt,chuylausen, erlernen sollten. — Der Vortrag, der besonders gut von der Damenwelt besucht war, sand reichen Beifall und dürfte manchen, der noch unschlüssig war, zu dem herrlichen Sport bekehrt haben, denn dem Ski,ahrer steht die ganze beschneite Welt offen, und wer erst einmal auf den schmalen Brettern dahinge- scchren ist, der schnallt sie nur ungern wieder ab. Amrrttas tünjtiger Präsident. Bilder aus dem Leben William H. Tafts. Die Entscheidung in dem großen Ringen um die amerikanische Präsidentschaft ist gefallen. Die Bürger der Bereinigten Staaten haben mü großer Mel/rhcit ihre Stimmen für den republikanischen Kandidaten abgegeben, so daß William H. Taft im nächsten Frühjahr in das Weiße Haus einziehen wird. Tast hat sich durch Jahrzehnte hindurch in entsaMngsvoller und erfolgreicher Arbeit den Weg zum Präsidentenstuhl bereitet, ist langsam die Staffel der verschiedenen Posten in Verwaltung und Diplomatie hinausgeftiegen. Als Sproß einer alten Beamtensarnllie, als ein stets auf weithin sichtbaren Posten gestellter Politiker, als Freund und Nachfolger Roosevelts, dessen Segen et gleichsam für seine Würde mitbringt, erscheint er den Amerikanern als eine volkstümliche allbeliebte Erscheinung und sie werden mit Freude und Zuverficht dem neuen, allvertrauten Manne, dem sie schon so viele populäre Namen gegeben haben, der sich in so mancher schwierigen Situation bewährt hat, die Shake-Hands erwidern, die er yiit seiner Riesensaust so kräftig auszudrücken weiß wie kein anderer. William Howard Taft entstammt einer Familie englischen Ursprungs, imb ist in Cincinnati, Ohio, geboren. Der Vater des neuen Präsidenten fjat seinem Sohne die ganze Karriere, aller- dmgs mit Ausschluß des letzteL höchsten Erfolges, vorgemacht Er war Richter in Ohio, dann Generalanwalt, dann Staatssekretär unter dem Präsidenten Grant, und zwar hatte er, wie später fein Sohn, das Ressort für Kriegswesen inne. Zuletzt war er Gesandter der Vereinigten Staaten in Oesterreich und Rußland. Der junge Tast hat die gleiche Stufenleiter der Würden erklommen, aber wie er den Vater früh an Körperumfang und Größe überragte, so entfalteten fick) auch feine Fähigkeiten in einem rascheren und glänzenderen Tempo. In seiner Jugend fielen freilich die leiblichen Vorzüge mehr auf, als die geistigen. Der „dicke Billy", wie man ihn allgemein nannte, wog mit 17 Jahren 200 Pfund und war 1,90 Meter groß. Als Student der Pale-Universität nahm er bereits eifrig am politischen Leben teil und seine Körperkräste leisteten chm bei den Wahlkampagnen gute Dienste. Damals Packte er einen Wahlschwindler, der leine Stimme mehrmals abgeben wollte und nicht gutwillig das Lokal verließ, einfach mit feinen beiden Fäusten, hob ihn hoch empor und warf ihn ohne alle Umstände durch das nicht hochgelegene Fenster. Nach der Beendigung seiner Studentenzeit war der junge Taft zunächst Journalist geworden und war GerichtSkorrespon- bent für einige Zeitungen. Nicht lange darauf wurde er Rechtsanwalt, war dann von 1887—1890 Beisitzer des Obergerichts in Cincinnati, wirkte zwei Jahre als Solicitor-General und wurde dann Vorsitzender des Bezirksgerichtshofs der Bereinigten Staaten. In dieser wickstigen Stellung, die er bis zum Jahre 1900 inne hatte, erwarb sich Taft den Ruf eines unbestechlichen weisen Richters. Auch in bet feierlichen Richtetprobe behielt er die ge* mütlidx Liebenswürdigkeit, die joviale Freundlicksteit von früfcr. Bittstellern gab er gute Ratschläge, ja er versaßte ihnen wohl selbst eine neue eindringlichere Blltichrift. Großen Anteil nahm er an dem späteren Schicksal der von ihm Verurteilten. Als er einst einen jungen Mann wegen einer unbedacht begangenen, Verletzung der Postgesetze hatte ins Gefängnis schicken müssen, sagte er zu ihm: „Komm wieder, wenn du die sechs Monate abgesessen l-ast." Der junge Mann kam, und Taft verschaffte ihm eine gute Stellung. So viel Zutrauen hatte man zu ihm, daß der 7^-ührer der ArbeitÄosen in einem großen Eisenbahw- streik, den er wegen Aufruhrs verurteilt hatte, sich nachher an ihn wandte und von ihm eine Vermittlung zwischen ber Gif em bahngesellschast unb seinen Genossen erbat. 3m SJlärj 1900 erhielt Taft ein Telegramm vom Präsidenten Mac Kinley, bas ihn nach Washington beorbertc. Der Präsident hatte ihn als Zivilgouverneur auf den Philippinen auSerfehen. Tast ftreubte fich zunächst gegen diese Auszeichnung, denn die Vereinigung der PHUippinen mit den Vereinigten Staaten war nicht nach seinem Sinn gewesen, und er meinte, „man hätte ohne sie ebensogut auSrommen können". Zwei WockZm lang schwankte er, dann nahm er «r. Durch seine in in in in *' Von der Technischen Hochschule. Im Studienjahr 1907-08 wurde der Grad eines Diplom-Ingenieurs erteilt: im Hochbaufach 44 Studierenden (11 Hessen), im Bauingenieurfach 78 (27), im Kulturingcnieursach 3 (1), im Maschinenbaufach 168 (14), im elektrotechnischen Fach 88 (3), im chemischen Fach 29 (11), im elektrochemischen Fach 10 Studierenden. Ueberhaupt wurde der Grad eines Nach den Tarifsätzen sollen erhalten: Unterbearnte Klasse B 360, C 290, D 220, E 150; weibliche Beamte Klasse B 480, C 400, D 320, E 250; mittlere Beamte Zlasse B 650, C 540, D 450, E 330; höhere Beamte Klasse B 990, C 810, D 720, E 630 Mk. verein wurde gestern abend vom Rhein-Main'schen Verbandstheater Gutzkows „Königsleutnant" aufgeführt. Es ist bereits die 3. Theatervorstellung, die genannter Verein seinen Mitgliedern und Freunden gibt. Alle erfreuten sich eines außerordentlich starken Besuchs aus allen Bevölkerungskreisen. — Der Vortragsverein veranstaltete am Sonntag sein zweites Winterkonzert. Wahrscheinlich wird der Komponist Hans Hermann von Berlin selbst erscheinen, um von ihm komponierte Lieder,! die Kammersänger Fahr in Darmstadt -vorträgt, zu be- oleiten. Das Konzert beginnt um 7i/2 Uhr im Sprudel-Hotel. -m. Ockstadt, 14. Nov. (Del.) Schon wieder ist hier ein Verbrechen vorgelommen. Dem Landwirt Johs. Weid-1 mann V. wurden 530 ML mittelst Einbruch gestohlen. ES scheint, daß hier und in der Umgegend eine größere Diebesbande ihr Unwesen treibt. -rl. Büdingen, 12. Nov. Die Bürgermeister- wähl findet voraussichtlich am 24. Noo. statt. Als Wahl-! I kommissär wurden Gemeinderat Treser und als Beisitzer die Gemcinderäte Dotter und Methfessel bestimmt. Man sieht der Bürgermeisterwahl mit großer Spannung entgegen, allem Anschein nach wohl deshalb, weil ein Teil der Bürger einen Berufsbürgermeister, der andere Teil aber diese Angelegenheit nach dem seitherigen Verfahren erledigen will. Eine Aus-' spräche in einer öffentlichen Bürgerversammlung könnte zur Klärung dieser wichtigen Angelegenheit vieles beitragen. — Herbstein, 13. Noo. Die Stadt Herbstein bcab- fichtigt, den Hofreitegrund de§ früheren, durch den vorjährigen großen Brand eingeäschcrten Stadtwirtshauses und Rathauses zu verkaufen. Es ist der schönstgelegene Platz am Markt, in der unmittelbaren Nähe des Großh. Amtsgerichts und der Apotheke. Der Käufer muß sich verpflichten, an dem Platze ein Gebäude mit Metzgerei und Gastwirtschafts. I betrieb zu errichten. R.-B. Darmstadt, 13. Novbr. Bei den heutigen schlichte Einfachheit und wahre Güte erwarb er sich schnell die Liebe der Eingeborenen. Die Besucher fanden ihn immer in einem groben Drillichanzug, der ehemals weiß gewesen sein mochte. Er erklärte, das sei die einzige Methode, sich mit den gewöhnlichen Leuten auf guten Fuß zu stellen; zu einem Herrn in seinem Anzug würden sie kein Zutrauen haben. Bald fühlte sich Taft mit seiner neuen Aufgabe und seiner neuen Umgebung so innig verknüpft, daß er eine zweimalige Berufung an das Obergericht ablehnte. Er folgte erst dem Ruf Roosevelts, der ihn zum Kriegssekretär berief. „Einen modernen Falstaff" hat ein englischer Journalist den neuen Präsidenten genannt, und wirklich mag diese ungeschlachte und doch bewegliche, gcmüllich-joviale Erscheinung im ersten Augenblick an Shakespeares unsterbliche Gestalt erinnern. Aber ist es ein Falstaff, der mit seinem Urbild nur des Leibes Rund- gestall und des Geistes nimmermüde Beweglichkeit, die unerschütterliche^ Gleichmütigkeit in schweren Lebenslagen und den sieg- hast sttahlenden Humor gemein hat. Der neue Falstaff sitzt nicht im Wirtshaus, sondern lebt im gemütlichen Heim als bester' Familienvater unter den Seinen. In Tast verbindet sich mit der offenen Herzlichkeit und dem schallenden Gelächter eines „good fellow", die planvolle Stetigkeit und der selbstbeherrschte Ernst des modernen Arbeitsmenschen. Er ist „eine schwere Maschine", aber so wuchtig und unermüdlich, wie er mit feinen Riesenfüßen daherstampft, bei aller Dicke beweglich und geschickt, so unaufhaltsam und gründlich arbeitet sein Geist. Seme Ausdauer im Arbeiten wird als ganz erstaunlich gerühmt, und hat er sich einmal mit aller Wucht auf seinen Arbeitssessel fallen lassen, dann steht er nicht eher auf, als bis die anfge- Dwlsin • Ingenieurs 420 Mal erteilt, davon 67 Mal in I Hessen. •• Der hessische Lehrerverein für Naturkunde! blickt jetzt auf sein erstes Vereinsjahr zurück, das recht günstig! war. Bei der Gründung waren eS nur 622 Mitglieder, I heute sind eS schon rund 800 und zwar 700 Mitglieder, die iu Bezirke gegliedert find und 100 Einzelmitglieder. Der I deutsche Gesamtoerein zählt 30000 Mitglieder. Zweck des Vereins ist die Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse! und Einwirkung auf die Ausgestaltung naturkundlichen Unterrichts in der Schule, Beteiligung an der Erforschung der natürlichen Verhältniffe der Heimat, sowie Eintreten für den Schutz ihrer Naturdenkmäler. Der hessische Landesverein beabsichtigt die Gründung einer Landesbibliothek. - Stadttheater. Nochmals sei darauf hingewiesen, !daß die morgige Sonntags-Vorstellung von ,Äcan* aus- ! nahmSweise um acht Uhr beginnt wegen deS Konzertes des Konzertvereins, das nachmittags im Stadttheater stattfindet. — Wie groß der Erfolg der Pariser Gesellschaft, die am Montag vle malade imaginaire- hier spielen wird, überall gewesen ist, geht daraus hervor, daß von Marburg, wo dasselbe Stück am vergangenen Montag vor ausverkauftem Hause gespielt worden war, wiederum eine größere Anzahl Bestellungen für hier vorliegt. — Die Volks- vorstellung von ,Jungfrau non Orleans' am nächsten Dienstag ist die letzte Aufführung des Schillerschen Werkes. "Unsere RegimentSmusik konzertiert morgen in «Limburg. •’ Spielteufel. Durch Vernehmungen, die das I Polizeiamt vornahm, hat sich ergeben, daß zurzeit der Spiel- teufet in weiten Kreisen unserer Bevölkerung grassiert. Es ist festgestellt, daß in einer ganzen Reihe von Wirtschaftrn in der' Stadt die ,Wutz" und andere verbotene Kartenspiele fast täglich gespielt worden sind. Ter Behörde, die etwa hundert Personen in der Sache vernommen hat, soll eS darauf ankommen, festzustellen, ob nicht unter den zahlreichen Spielern sich solche befinden, die die Sache gewerbsmäßig betrieben haben. Den Wirten, die die verbotenen Spiele geduldet haben, ist die Untersuchung höchst unangenehm, da sie wissen, daß sie dieserhalb strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. "Die Maul- und Klauenseuche ist ausge- br och en in Brzosken, Kreis JohanniSburg (Reg.-Bez. Allenstein) am 12. November. △ Klein-Linden, 13. Nov. Der Kriegerverein feiert am 21. d. Mts. im „Bernhardtshäuser Hof" den Geburtstag des Großherzogs. Der Verein zählt jetzt etwa 110 Mitglieder. — Am 28. ds. MtS. veranstaltet die ! H e i m a t v e r e i n i g u n g ihren ersten Volks Unterhaltung §- abend in der „Deutschen Eche". Es wird ein Lichtbilder- Bortrag über Deulsch-Süd-Westafiika geboten. Der Gesang- ! verein „Eintracht* trägt dabei Volkslieder vor. d. Bad-Nauheim, 13. Nov. Iw Bildungs- Ha ndelSka mm erwählen wurden als Vertreter für die Industrie die Herren Geh. Kommerzienrat Dr. Louis Merck, Kommerzienrat Fröhlich, Kommerzienrat Schlager, Wilhelm Rummel, Kommerzienrat Roeder, Karl Wittich, Kommerzien- rat Jacobi und Eisenbahndirektor Wolf auf die Dauer von sechs Jahren gewählt. ** Darmstadt, 13. 4dov. Einige der Arveiter- häuser der Landesausstellung werden erhalten | bleiben, da die Eigentümer Freiherr v. Heyl, Reinhart, Dyckerhoff-Amöneburg und Clos-Nidda die Bauten dem Großherzog kostenfrei zur Verfügung gestellt haben, der । sie auf seinem "Terrain nächst der Hofmeierei an der Rosenhöhe in gleicher Ausführung wieder errichten wird. In den vom Großherzog errichteten Häusern sollen Wohnungen für Hofbedienstete hergerichtet werden. h. Offenbach, 13. Nov. Die Stadtverordnetenversammlung nahm gestern bei vier Enthaltungen mit allen übrigen Stimmen den Dringlichkeitsantrag bürgerlicher Stadtverordneter an, die Bürgermeisterei möge die hessische Regierung ersuchen, im Burrdesrat dahin zu ivirten, daß künftighin Borkommnisse wie die Veröffentlichungen im „Daily Telegraph" unter- ! b l e i b e n. Auch die Sozialdemokraten stimmten für den Antrag unter der Bedingung, and) künftig die politische Frage vorbringen zu dürfen. Der Bürgermeister Dullo erklärte, daß die Versammlung hierfür nicht zuständig sei, «und daß er den Beschluß anfechten müsse, wenn er auch I seine Tendenz als. Staatsbürger billig^. Das UnglüS aus Seche Radbod. In der Nacht vom Donnerstag auf Freitag wurden zwei neue Explosionen festgestellt, denen in den Mittagsstunden eure dritte folgte. Jede Hoffnung, die in der Grube ernge- schlossenen Bergleute retten zu können, ift vergeblich. Sic Bergpolizei ordnete deshalb die Schließung der Brandtüren, an, um das Feuer zu ersticken. Die Bevölkerung ist deshalb überaus erregt, und stellenweise kommt es zu erschütternden Austritten. Eine Frau wurde wahnsinnig, zwet andere stritten sich um den verkohlten Körper eines Mannes. AnS einer Familie sind der Vater, drei Söhne und der Schwiegersohn verunglückt. In den Querschlägen liegen noch Dutzende von Leichen, die nicht mehr nach oben gebracht werden können. Ein zweiter Versuch auf der zweiten Sohle, 770 Meter ttef, zu bert Verunglückten zu gelangen, mißlang, da der L>chachtzugang g e s p e r r t und die Querschläge eingestürzt waren. Dw Rettungsmannschaften von Herne, Börne, Kamen und anderen Bergwerksortschasten wurden fast alle besumungslos zutage ge- bracht und crtlärten, eine Rettung der in der Grube verschütteten Belegschaft für völlig ausgeschlossen. Auch die emge- fahrene Feuerwehrmannschaft mußte unvemchteter Sache , mietet herausgebracht werden. Das Feuer nahm von Minute zu Minute zu. 30 Totc wurden geborgen. Die Leichenhallen lsind überfüllt. .. - , r. lieber die Ursache der Katastrophe verlautet, dte Explofwn sei dadurch entstanden, daß die Nachtschicht in einem Querschlage Sprengdynamit gelegt, dieses jedoch nicht genügend berieselt hätte. Andererseits sollen auch dte unzulänglichen Sicherheitsmaßregeln das Unglück verschuldet haben. Fachleute erklären, weniv in genügender Weise für Berieselung gesorgt wäre, dann hätte das Unglück nicht diesen Umfang annehmen können. „ , _ Der Handelsminister Delbrück ist gestern nachmittag emgc- I troffen und begab sich sogleich an die Uuglücksstelle. Eitel Friedrich traf um 6 Uhr 16 Mm. hier ein und begab sich N" Unglücksstätte. . Als Prinz Eitel Friedrich emttar wurden erbitterte Ruse I laut und schließlich die Marseillaise angestimmt. Der Regierungspräsident wollte eine Ansprache halten, wurde aber üb er johlt. Die Menge verlangte, daß die schwarze Fahno I ausgehängt werde. Die Polizei verhinderte durch ihr be- l sonn en es Vorgehen den Ausbruch einer Revolte, du zuweilen unvermeidlich schien. Prinz Eitel Friedrich empfing I eine Abordnung von drei Bergleuten, die ihre Wünsche ausspracv, I und er versprach ihnen, dem Kaiser Bericht zu erstatten.. Bei der Abreise des Prinzen brach die Menge abermals in erbitterte I Kundgebungen aus. Der Prinz fuhr in die Stadt zurück und begab sich in die beiden Krankenhäuser, wo er über eine stunde I verweilre. . , Wie uns aus Hamm telegraphisch mitgeieilt wird, hat es I sich als notivendig herausgeftellt, die ganze Grube unter Wasser z u setzen, da eine andere Bekämpfung des Feuers nicht möglich ist. Die Beerdigilng der bis jetzt geborgenen Leichen findet am Montag statt. Präsident Falliöres richtete aus Anlaß_des Grubenunglücks folgendes Telegramm an den deutschen Kaiser : „F r a n k- I reich hat die Sympathie, die die deutschen Grubeiigesellschasten Iden französischen Bergleuten bei dem Unglück von Courriöres bezeugt haben, und den Heldenmut der westfälischen Bergleute, die zur Rettung ihrer fianzösischen Kameraden herbeieilten, nicht vergessen. Um io tiefer war unsere Ergriffenheit, als wir von Idem furchtbaren Unglück vernahmen, das sich auf Zeche Rad- bo d zugetragen hat. Wir nehmen von ganzem Herzen an dec Trauer teil, die bai> Deutsche Reich in so schrecklicher Weise bc» I troffen hat. Ich bitte Eure Kaiserliche Majestät, den Llusdrua I unseres aufrichtigen Beileids entgegenzunehmen. Der französische Minister des Auswärtigen, Pichou, über* I niittclte dem deutschen Botschafter Fürsten Radolin im Namen der Regierung persönlich die Teilnahme. Tie Blätter geben gleich- I falls ihrem Mitgefühl Ausdruck. Der „Temps" erinnert art die Hilfe, die Frankreich nach dem Unglück in Eourrieres • I von Deutschland erhalten hat. und sagt, die französische öffentliche «Meinung wende sich an das durch die Kalasttoyi)e schwer geprüfte I deutsche Volk mit dem lief bewegten Ausdruck lebhaftester Teil- ’ I nähme. Die parlamentarische G r il p p e für das intet* 'Nationale .Schiedsgericht der Kämmer hat der deutsche» häuften Aktenmassen durchgenommen, die Eingaben und Vor-! lagen erledigt und „reiner Tisch gemacht ist". Der erste Eindruck, den man von ihm erhält, ist der einer gutmütigen Ehrlichkeit, eines heiteren Kindergemüts, wie es Riesen nicht selten ausstrahlen. Sein Gang und seine Bewegung sind nur mit Denen eines Elefanten zu vergleichen. Er geht nicht mit den Füßen allein, sondern mit dem ganzen Körper bewegt er sich imb die Schultern arbeiten dabei ebenso wie die Beine. Sein Grtächter Hingt dröhnend; seine Gesten sind rasch und von ge-j ttnnncnber Offenheit. Ein Mann spricht hier ohne allen Arg im Gefühl seiner Kraft, das Bedenken und Befürchtungen über Schwierigkeiten aller Art garnicht aufkommen läßt. Setzt er sich bann nieder, schlägt die Beine übereinander und plaudert mit dem Besucher in aller Lebendigkeit. Wer aber viel mit ihm zusammen gewesen ist, der wird in ihm vor allem den immer regen Jnstinlr für das Richtige bewundern, die außer orbentlidje Feinfühligkeit und gültige Beweglichkeit trotz des anscheinenden Phlegmas und der Innigen Haltung. Unb von d ■ fern unteren Feuer, das die schwere Mape seiner )dörperlichs.tt brr - wärmt und durchleuchtet, geht der Zauber 1 einer Ersel v, kuic Macht übiw Pik Menschen ans. -d. Mainz, 13. Nov. Zu der Schmuggelaffäre in Höchst wird noch qemelbef: Hier wurde heute früh ein Schiffer und ein Kapitän in Haft genommen, letzterer aber nach einigen Stunden wieder freigelassen. Der Sch'ffer blieb in Haft zurück. Es war der 30jährige Mackey aus Höchst. Ein Ballen Tabak und Zigarren, welche sich bei ihm vorfanden, wurden von der Behörde beschlagnahmt. u. Dutenhofen, 13. Nov. Auch hier, un benach- barten Münchholzhausen und in Groß-Rechtenbach sind Fortbildungsschulen gegründet worden. Hier haben sich 26 junoe Leute angemeldet. --- Atzb ach, 13. Nov. Die Errichtung der dritten Lehrerstelle macht auch die Beschaffung eines weiteren Unterrichtsraumes erforderlich. Während man sich anfäng» !lich mit dem Gedanken trug, auch noch die andere Hälfte des AmtShanses zu erwerben und für Schulzwecke einzunchten, hat man nunmehr die Errichtung eines Neubaues auf dem Schulgrundstück beschlossen. . sj Marburg, 13. In der heutigen Stadtverordneten sitzung wurde beschlossen, einen Ernhettsprers für Leucht-, Ko ch-und Heizgas sestzusetzen und dresen auf 15 Pfg. pro Kubikmeter zu normieren. Ferner wurde mitgeteilt, daß die projektierten Arbeiten zur Vergrößerung unserer Gasanstalt ettva 170000 Mk. Kosten verursachen. — In der Nähe des Dorfes Qckershausen stieß man beim Suchen nach einer Quelle auf einen gut erhaltenen mit einem großen Wassertrog versehenen Brunnen, der reichlich Wasser spendet. Man glaubt, daß hier einmal eine menschliche Niederlassung gewesen ist, die wahrend der ! Kriegswirren zerstört tonrbc. F-rüher hat man hier auch schon Kanonenkugeln in der Erde gefunden. I ** Kleine Mitteilung c ü a » .v essen und den Nachbarstaaten. Zur Erweiterung des Bahnhofes ! R e i ch e l s h e i m i. d. W. werden eine Anzahl ©rimöitude benötigt, die auf dein Wege des Enteignungsoersahrcu erworben werden sollen. - Sein 40jähriges Bestehen feierte das Landwirtschaftliche Kränzchen zu A l s i e 1 d. An der Feier nahmen zahlreiche Landlvirte, ferner Vertreter des Kreises und der Stadl teil. Scho ffengericht Gießen vom 13. Nov. 19 08. Tierquälerei. Der Vichttansporteur A. F. zu Kointz transportierte im Juni l. I. vom hiesigen Bahnhof nach den Stallungen mehrere Kühe und Kälber (Westpreußiick)es Werde- vielff, wobei er sie in ärgerniserregender Weise mitzhanoelte. ^pas Gericht verurteilte denselben zu 10 Mark Geldstrafe ev. 2 Tage ÜebcrtretuHg "ber Feierabend st u nde. 2)er SSirt E. D. dahier, duldete in der Nacht vom 9. aus 10. August l.J. das Verweilen der Gäste in seinem Lokale und verabrcrchtc diesen noch Getränke bis diacküs über 2 Uhr, ttotzdem um IV- Uhr Feier-ch-nd geboten war. Das Urteil lautete auf 3 Mark Geldstrafe ev. 1 Tag Haft. Schleswig, 13.Nov. In dem Diszipltnarversahren gegen Bürgermeister Dr. Schückin g von Husum wurde auf 500 Ä Geldstrafe erkannt. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der gestrigen Auflage enthalten.) ter testiert werden dürfen. Die Verwendung von Koristtlxn fritr ]■ Versüßung des Weines wird verboten. Die Strafbestimmungen beziehen fick auch auf gefälschten Wein, der vom Ausland im-1 $‘S?ieVet£rt€ der englischen Flotte. Im englischen! Unterhause richtete Lee an Asquith die Frage, ob die Regrernng den Zwei ?Rächts-Standard der Flotte in dem Sinne auffaffe, daß die englische Flotte stets den Flotten der beiden Trächstnärtsten Seemächte um zehn Prozent überlegen sein rnirsfe. Asquith jagte I weiter nichts, als daß er die Frage mit Ja beantworten könne. I (Allgemeiner Beifall.) , Die englij che Regierung hat das serbische Kabmett > wissen lassen, daß das Auftreten des serbischen Kronprinz sie sehr befremde und daß sie besonders dessen jüngste 'Jiebe entschieden I mißbillige. Aus Stadt und Land. Gießen, 14. 3tooember 1908. - Tageskalender. Stadttheater: Samstag nach- Mtttag 37, Uhr: Schülervorstellung: Jungfrau von Orleans.'I Sonntag abend 8 Uhr: „Scan/ Konzertverein. Sonntag abend 5 Uhr tm Ltadttheater: I 2. Orchester-Abend. Sollst: Pros. Henn Marteau. (Hauptprobe vormlliags 11 Uhr.) Kolosseum: Täglich Vorstellung. Kinematographen-Theater: Programmwechiel. Kalserpanorama: Programmwechsel: Thüringen. Anlage musik (bei günstiger Witterung) findet am Sonntag sdrmittag 11*/» Uhr in der Süd-Anlage nut folgendem Spielplan statt: 1. Ouvertüre zur Oper ,Norma' von Bellmi. 2. Dalse bleue ’ I von Margis. 3. finale aus ,Arda" von Verdi. 4* Armee-! marsch Nr. 10. ** Vorn Großh. Hofe. Prinzessin Ludwig von Battenberg nebst Prinzessin Louise und dem Prinzen Ludwig Franz sind nach der Darmstädter Ztg. am Donners-1 tag vormittag in Begleitung der Hofdame Miß Kerr im Neuen Palais eingetroffen und haben daselbst Wohnung genommen. — Die Gro ß herzo glich en Herrschaften, sowie Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen und Prinzessin Ludwig von Battenberg nebst Prinzessin Louise folgten am Donnerstag einer Einladung des Prinzen Franz Josef von Battenberg zum Abendessen. — Fürst und Fürstin zu Solms-Hohensolms-Lich sind Donnerstag abend im Neuen Palais cingetroffen und haben daselbst Wohnung genommen. ♦* Die Wohnungsgeldzuschüsse in Hessen. Mit dem Entwurf eines Besoldungsgesetzes für die Reichs- beamten ist dem Reichstage auch die Vorlage über die neue | Regelung des Wohnungsgeldzuschusses für die Reichs- und; König!. Preußischen Staatsbeamten §ugegangen. Von hessi-1 scheu Städten und Orten sind zugeteilt: der Klasse B Mainz und Ofsenbach; der Klasse C Bad-Nauheim, Bingen, Darmstadt, Friedberg, Gießen, Kastel und Worms; der KlasseD Alsfeld, Alzey, Babenhausen, Benscheim, Budenheim, Bürgel, Butzbach, Meburg, Gau-Algesheim, Gernsheim, Gonsenheim, Griesheim, Groß-Gerau, Heppenheim, Jugenheim, Kostheim, Lampertheim, Langen, Lauterbach, Lich, Lorsch, Viombach, Neu-Isenburg, Nierstein, Nieder- und Ober-Ingelheim, Oppenheim, Osthofen, Pfungstadt, Rüsselsheim, Schotten, Seligenstadt, Viernheim, Vilbel und Weisenau; der Klasse E alle übrigen Orte des Landes. Auffällig ist, daß die inzwischen eingemeindeten Orte 51'astel, Mombach und Bürgel noch als selbständige Ortschaften in niedrigeren Klassen als die Hauptorte erscheinen, während bisher bei Eingemeindungen ohne werteres der Tarif desjenigen Ortes galt, in dem die Eingemeindung erfolgt war. eJoa.MCiillei? Limburg S elfen-a.chem.-tcdm. Fabrik. bleicht und reinigt die Wäsche ohne Reiben und Büreten! Garantiert unschädlich! Grösste Schonung! Kein Nacbgelben der Wäsche! Bemmste MmtM M varversahrtn gegen uurbt auf 500 R nur in einem 2eJ Nov. 1908. ö- zu Krnitz Bahnhof nach ben preußis^s Weide« mikhandelte. Das bftrafe ev. 2 Tage unbc. Ter Win ul' 10. August l.iZ. ' verabreichte bitjen Hem um IVi ilhi aus 3 Mark Gelb .W,' M Hilft I nt ** «* r'M hSitt. 1,11 * H 9 bet drill,, H antöna. ' °"d°» to|l( Ib««e8 «nj im Hgett Stabtber. "heitspr^ fcnunb biefen tferner tourte ■t ^rgrößcruitq ^Verursachen. -2 tleB man beim erhaltenen mit "en, der reich« ^er einmal eine e während bei Mn hier auch 'ilenunbben 1 ?°h'.',hoscs !h ®tuiiö|tude b(. euahren erworben el>en leierte bas der Feier nahinen Kreises und bet idböd. wurden Mi neue Magsstunben m der (Strube Üp tT9tbli4i A-' ng berente»' BevöllcMg ist be? es zu entkam zwei ander. \tvM nes. Au; einer ; unb der Lch»"- liegen noch werden können M Meter tief, $u ber. Scha-Htzuga-! ^ürstivEM tarnen und ander» WNgslos >r Grube verichultela 'n. Auch die E crichteter Saü ^LnchenhalU- rlautet, di-E in einem OuerM nicht genüge« ch die unzulang Uc- M nicht oiticu WÄÄ >s.5$ (ZAZ kW «Wte? Jbe'ii''1; Ks < 6 des Srub^ ÄnM.ve. .Ifl erb lick von^v Sclgt^ xE-MZ ■««“W ’m iÄ Maieslnt' ... icHcm mi61,lt' s? 'S-1» Handschuhe Pfg- Weisse gestrickte, 4Q cm lang, in Grösse 7, 8, 9 Paar Weisse gestrickte, 40 cm lang, reine Wolle, Grösse 6, 7, 8 Paar Pfg. 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Die Berkämerm Frieda Helm in Dresden tötete ihr sieben Monate altes Kind dadurch, daß sie e§ so lange in das eisalte Wass er eines Teiches tauchte bi5 eS tot war. Sie wurde verhaftet. Der Rechnungsbeamte 3 e n it i in Budapest, der in Gemeinschaft mit einem Lehrer Wechsel in der vöhe von über 100 000 Kronen gefälscht hatte, wurde gestern verhafte t Der als Arzt auf Labrador lebende Missionar Wilfred Grensell hält die angeblichen Funde für einen Irrtum und glaubt, datz es das Grab eines neufundländischen F-i s ch e r s sei, unter denen der Name A n sty, nicht Andree, sehr häufig vorkomme. Brooklyns ältestes Schauspielhaus, das bekannte Parktheater, wurde wenige Minuten nach einer Vorstellung voll ständig eingeäschert. Die Zuschauer konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, doch sind bei den Löscharbeiten viele Feuerwehrleute verletzt worden. Eigene Röstung, allseitig beliebt, Pfund M. 0.80 biß 1.80 Perl kaff ec M. 1.00 ll 1.20 Liberia, grohbohnig, M. 1.20. bei 5 Pfund 5 Pfg. billiger Jakob Maternus, Ecke Klinik- und Frankfurlerttr. Aufträge werden entgegengenommen bei Herrn Kataster- qeometer Wagner zu Hungen und Bäckermeister Petri zu Lich. (09472 San Francisco, 13. 2ü>v. Der BezirkSanwalk Francis H en ey, der gegen den Bürgermeister von San Francisco Schmitz und gegen andere betrügerische Beamte Klage geführt hatte, wurde das Opfer eines Akten- - ates. Es besteht wenig Hoffnung, ihn am Leben Zn erhalten. In Ausführung die Fürsorgekaffs für die Beamten und Bediensteten der Landgemeinden nnd Kommnnatbcamten betreffend: bin ich aufgefordcrt worden, nach Gicstcn in den Lcuz'scheu Felseukeller auf Sonntag, den 22. Novcmvcr nachmittags 3 Uhr eine Versammlung der 906 Mitglieder dieser Kaffe in der Provinz Oberheffen zu veranlassen, in der über die vom 21. bis 22. vorzunehmenden Ausschuffwahlcn b-- raten und Vorschläge zur Wahl gemacht werden sollen. Diese Aussprache ist erforderlich, um die Mitglieder miteinander bekannt zu machen, damit die tüchtigsten und zugleich geeignetsten Männer ausgewählt werden können. Ich bitte sämtliche Oberhessischen., Frankfurter, und Darmstädter-Zeitungen, soweit sie in der Provinz verbreitet sind, besonders aber die Kreisblätter im Juteresse der guten Sache, diesen Aufruf unentgeltlich und kostenfrei alsbald an in die Augen fallende Stelle zu veröffentlichen. Sollte ich durch Teilnahme an den Verhandlungen des Reichstags verhindert sein, den Vorsitz in dieser Versammlung zu führen, so wird Herr Bürgermeister und Landtagsabg.1 Leun, Großenlinden gebeten, ihn zu übernehmen. [D14/u Böhler-Langsdorf M. d. R. u. d. Hess. Landtags. Gruppe eine Beileidsadresse übernMelt. — Der Genternde rat' von Paris sandte der Bevölkerung Westfalens eine herzliche Depesche. Der österreichische Arbeitsminister Gebmann richtete an den preußischen Handelsminister ein Telegramm, in dem er das tieffte Milgriühl ausdrückt. — Der Berliner Maqistrat beschick, 10000 Mark für die Hinterbliebenen zu bewilligen. — Die Kölner Blätter veröffentlichen Aufrufe zu Sammlungen. Die „Höht. Ztg/ teilt zugleich mit, daß bereits 2 4 0 0 0 Mark bei ihr als Spende eingegangen sind. Die vom „Wests. Anz." er- öffnete Subskription hat schon 3000 Mk. ergeben. Die Geschäftsstelle unseres Blattes ist zur Annahme von Gaben bereit, und bittet im Rameu der Hinterbliebenen um zahlreiche Beteiligung der Gießener Bürgerschaft. Unterzeichneter empfiehlt sich für Anfertigung sämtlicher geometrischer Arbeiten. Heinrich Petri, Gr. Geometer I. Kl. au/“ Aeuserst günstige w-WM Nur solange Vorrat. 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Paris, 14. Nov. Die sozialistische Gruppe der Kammer besckchch, eine Adresse an die Hinterbliebenen der Opfer der Gruben-Katastrophe von Hamm zu ncksten. London, 14. Nov. Daily Telegraph veröffentlicht eine für inspiriert gehaltene Information, in der es hcistt, die österreichische Negierung l>at das Recht, England und di- übrigen Mächte zu ersuchen, einen Truck auf Belgrad aus- -zuüben, um der serbischen Bewegung Einhalt zu tun, aber bic österreichischen Staatsmänner haben keineswegs zu beklagen, dast Serbien mit der Türkei in Verbindm»g tritt, um die Berteidrgung pes Landes zu sichern. England lvünsche, dast die östrrrcrchifchen Staatsmäiiner den Ernst der serbisckneii Staatsmänner recht erkennen möchten. Augenblicklich könne diese Bewegung leicht geleitet werden, ohne dast es Oesterreich eine Demütigung koste, wenn diese letztere Nation aufrichtig ist in ihrer Berstcherung, auf jede weitere Ausdehnung in der Nickstung auf -Lalonitt zu Verein der Hausbesitzer Giessen. Kanaireimgung. Wir beabstchtigen, mit einem Zlanalreinigunasinstitnt in Nnterbaudlung au treten, um jür unsere Mitglieder eme Cr- müBiouna un Abonnement berbeizuiühren. -önbeut rotr unteren Mitgliedern im Prinzip den Beitritt dringend cmpiebleu, ersuchen wir'ne, sich recht bald bei unserem 'Lohuunasnachweis, Selters- Weg 26, zu der dort aufliegenden Liste schriftlich ober mündlich zu melden, damit schon nut Wirkung vom 1. Januar ab eine Preisoergünftigung berbeigefübrt werden kann. Je zahlreicher die Meldungen entlaufen, desto größer ist der Rabatt. v»/.j Der Vorstand. Am 16. November, vormittags 10 Ubr, sollen auf hiesigem Güterschuppen eine Anzahl überzählige Güter als: 2 Slahlblöcke, 1 Nolle Drahtgestecht, verz. Bandeisen, 1 Biehgeburtshelfer, leere Säcke u. s. w. öffentlich an den Meistbietenden gegen sofortige Barzahlung verkamt werden. | Gieffen, den 13. November 1908. *66061 Gr. Güterabfertigung. Biang. ÄichnWMMii. Bei der am Mittwoch den 18. November, abends 8 Uhr in der Stadtkirche stattfindenden Refoimtionsskier, bei der Ps. 42 von F. Atendelssohn und eine ReformationS- kantate von Bartmust zur Aufführung kommen, werden die beiden Emporen und die vorderen Bänke im Schiff für unsere un • auf vevzicksten. Wenn aber Oesterreich darauf besteht, bte gegenwärtigen Frder in nationalen Gefühle Serbiens Ku verkennen, so durfte aus dieser —s. I Halsstarrigkeit ein Konflikt resultieren.__________________________ Im Klärbecken, vorsichtig weit vom Weichbilde unserer Stadt abgerückt, findet all das seinen Niederschlag, was wir durch das .ilanalncb geruchlos und heimlich verschwinden lassen aus inneren Wohnstätten. Sauberer und schmucker wird unsere Swdt, und als ein leuchtendes Zentrum unserer Kultur ragt das neue Stadttheater freudeverheistend auf. Und nun? Verhülle dein Antlitz, Muse, das Ekle und Äidenvärtige, das wir iveit von uns schoben, hoben sie wieder hereingeholü Thalias Tempel umhaucht ein pestilenzialischev Geruch, der uns fliehen lästt in schleuniger Fluchc. Es must gesagt werden: es — stinkt furchtbar um das Theater herum, das noch vor kurzem von idyllischen Stofen und saftigem Ziasen umgeben hror. Aber nicht die Nase allein empört sich vb solcher Praxis. Wo sind die öffentlichen fcütet der Gesundheit? Mutzte die Praxis so grob unser Ideal stören, und unsere Gesundet gefLHLdcn .-' Steht nicht - auch in den Anlagen cm weister weiser Mann, der gelehrt hat, dast es noch andere Mittel gibt, die Pflanzen aiufjumuntern, als das Umrühren von Klärbecken. Warum lassen wir die Bazillen-Reinkultur nicht gleich in der Stadt? Das ist wenigstens billiger. — Und nun ihr Kämpen, springt dem „Eivis" bei, dem die Not die die Hand drückte und der Schmerz ob solcher Greuel. Versteigerung. Montag, ben 16. ds. Mts. nachm. 2'/r Ubr sollen dahier, Wallwr- straffe 6 lDarmstadter Haus) 1. 13 Dtzd. groste Mejftngwag- ickalen und 3 Handclswagen II. tutebrere Pferde, Wagen, 1 Staffenicbrant, 1 gräst. Partie Schuhwaren, 2Pferdegeschirre, Handkoffer, 6 Sportwagen, 1 Vabenrcgal von Eisen, 1 Glasschrank, 1 Bergröfferungsglas, 7 iya» Werffwem, Haus- unb Küchengeräte all. Art u. versch. and. zwangsweise gegen Barzahlung verft. werben. (09500 Berit, ud I find, bestimmt statt. Mori, Gerichlsvollz.-Afp. 66281 (Yäm'c! ff. ig. fette, Hafermast, tauber gerupft, 7—10 Pfb. ä Pfd. 43—48\>ig.,täal. fr. geschlacht. vers. geg. istachu. A. Grtguli, Gänse- maueret, Gr.-Lrtcdrutzsdori. Groste Auswahl gchÄckr?spp« in jeder Preislage. Gelenkpuppen - Stofi- d. Leöergestßlle sowie alle Puppcnteile. Puppen-Wäsche. -Kleider, -Schuhe, •Strümpfe, -Schürzen, -Hütchen, -Mützchen. * Feine echte Haarperücken ♦ J. H. Fuhr Fuppen-Klinik 6622 Gieffencr Wetterdienst. voranSsichtliche Witterung für Hesse» am Sonntag den 15. November: Abkühlung. Spüler Frost. Geringe Niederschläge. Abnehmende Bewölkung. Auffrischende östliche Winde.___________ GriginaL-Drahtineldulisen. Köln, 14- Nov. Die Strafkammer verurteilte den 16 jährigen Laufburschen Llosteryulfen, der im Juni fieses Jnhres einen neunjährigen Knaben im Kölner Stadt- tvalde ermordet hatte, wegen vorsätzlichen Mordes zu 12 Jahren Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte 15 Jahre beantragt. TaS Gericht erklärte, dast als strafmildernd in Betracht gezogen werden müsse, daß der Junge ein Opfer her Schund-Literatur geworden ist. Wien, 14. Nov. Die Parteiführer - Konfe - renzen im Ministerium des Innern, welche bis morgens 3 Uhr dauerten, sind resultatlos verlaufen. Freiherr von Bienerth wird sich heute zum Kaiser begeben und ihm den Vorschlag machen, eiu Bcamten-Ministerium zu ernennen, eventuell auch die Schließung des Abgeordneten- Hauses zu verfügen. Wien, 14. Nov. Wie in hiesigen diplomatischen Kreisen versichert wird, nehmen die Verhandlungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland wegen des Zustandekommens einer Konferenz einen befriedigenden Verlauf. Konstantinopel, 14. Nov. Gestern abend drang ein Offizier in das Po st Verwaltungsgebäude und bedrohte den Generaldirektor mit einem Revolver. Einern Beamten gelang es, sich dazwischen zu stürzen und ein Unheil zu verhüten Ter Offizier wollte sich an dem Generaldirektor rachen, weil fern Bruder unter dem früheren Regime als Spion angesehen und abgesetzt worden war. St'onftantinopel, 14. Nov. Die bisherigen Meldungen über eine Demobilisierung der Türkei sind unrichtig. Die tnrfi)d)c Regierung wird mit der Demobilisierung solange warten, bis sich die Situation ge- Carl Schunck-Giessen Seltersweg52 Telephon 138 Telephon 138 für elektrische Licht-, Kraft-, Telephon- und Klingelanlagen. 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