Nr. 18S Erstes Blatf 158. Jahrgang Dienstag _ Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntag». - Beilagen: A W* A Bezugspreis: V monatlich75Pf.,viertel- ZsEsApAttAy y| It^AtAAy— =ggwiv|)viivi anjviyvi —sS Seaeral-Anieiaer für Sberbchen MW Innabmc von Anzeige« i • e ! u. Land- und „Gerichts- $ «g1™ KotBticnsörud und Verlag der SrLHI'schen Univ.,Such, und Steindruckerei. H. Lange. NedaMon, Lrpedition und Druckerei! Schulstratze 7. An der ganzen Angelegenheit sind Bayern, Württemberg, > Prinzen Alfons von Orleans mit der Prinzessin Beatrice von! ß-Lothringen inib Dessen besonders interessiert. In Bayern Kvburg abgelchnt. Are Verlobung durste aus diesem Grunde wohl j)otttische Lagessch«« in sozrardemokratifcher Aedaktt u ' C . -i af inen eigenartigen Fall n:ri »viu Ged'-ns d -« g d :■ ' l-'.t oc ■ • • • a :r' • ' " ■ ' '' 1 ■ ' Sc 5< »‘Utah. - ti ■ 3i seines Antrages auf Setdstb es ch as t lg un g m: t dem Stricken von Netzen beschästigt. Ter „Vorw. bemerkt dazu: „Tiefe Nachricht erschien uns zuerst ganz unglaublich, da nach § 16 des Strafgesetzbuches die zu Gefangmsstrche verurteilten Gefangenen aus ihr Verlangen in einer ihren Zähigkeiten und Verhältnissen angemessenen Weise beschäftigt werde,: müssen. Es kam, keinem Zweifel unterliegen, daß hier wieder einmal m krasser Weise gegen den Willen des Gesetzgebers verstoßen wird, beim kein Mensch, kein Juftizbeamter wird bestreiten können, daß ein Mann wie Marckwald, der sich stets geistig beschasnqt hat, durch Netzestricken nicht in einer seinen Fähigkeiten und Verhältnissen entsprechenden Weise beschäftigt wird. Ter Straivollzug, wie er hier beliebt ist, stellt eine direkte Ungesetzlichkeit dar, es wird anstatt Gefängnisstrafe Zuchthausstrafe an Marckwald vollstreckt: Stur der Zuchtbausslrafling hat auf die Wohltat des tz 16, daß der Gefangene auf sein Verlangen in einer seinen Zähigkeiten, und Verhältnissen angemessenen Weise beschästigt werden muß, keinen Anspruch." Der „Vorwärts" appelliert an die Oestentlich- keit und bittet die bürgerliche Presse, von dem Vorgänge Kenntnis zu nehmen. Wir halten diesen Wunsch für berechtigt, unrecht soll man auch den Sozialdemokraten nicht tun. Ans Stadt und Land. Gießen, 16. Juni 1908. •• Tageskalender für Dienstag: Stcrdtt Heater Operettenvorstellung „Die lustige Witwe'. Anfang 8 Uh. Kolosseum: Hrogrammwechsel (Internationale Dame Ring!ampf-Ko nkurrenz). < •• Die Za vn in der Heimat. Die Kaist- u Al. I a n h r.n von N" ßland trifft, wie eine ^rankr. c-mb - Deuijiljeu Vodenresvu.l.Lu ui veu y?miiuurt),’^ocu|uuinuuHg r - die Oeffentlichkeit tritt, sind für die Entwicklung unse Städte von der allergrößten Bedeutung. Zwar herrscht . den Verhältnissen der einzelnen Kommunen die mannig-i faltigste Verschiedenheit und nichts wäre verkehrter, als die! Amvendung einer Schablone, aber es lassen sich doch allgemeine Gesichtspunkte gewinnen und Regeln ausstellen, nach denen — immer unter Berücksichtigung der örtlichen Besonderheiten — verfahren werden muß, soll ein Gemein-j wesen in seinem Emporblühen nicht aufs schwerste geschädigt werden. Die Grundlage jeder Stadterweiterung wird ein Bebauungsplan bilden müssen, der alle Interessen der Bevölkerung gleichmäßig berücksichtigt, d. h. der Geschäfts-/ Industrie-, Arbeiter- und Villenviertel, sowie Wohnstraßen für den weniger mit Gütern Gesegneten Vorsicht, genügend Luft und Licht läßt, Plätze für Kirche, Schute, Erholung schafft u. decgl. in. Sodann entsteht die Frage, wie weit soll der Plan ausgedehnt werden, soll er größer fein, als der augenblickliche Bedarf erfordert, oder braucht er nur diesem zu entsprechen. Die Richtung der Ausdehnung wird, meist von den besonderen örtlichen Verhältniffen abhängig! sein. Das größte Gewicht aber ist auf die Frage zu legen:! was hat die Stadtverwaltung zu tun, um 1. auf die billigstes Art Gelände für Straßen und ihre übrigen öffentlichen Zwecke zu erwerben, 2. das Emporschnellen der Grundstückspreise in1 den neu eröffneten Teilen zu verhindern und dadurch bie Errichtung billiger Werk- und Wohnstätten zu ermöglichen, 3. ihr eigenes über den Bedarf erworbenes Gelände angemessen zu verwerten, damit die Bautätigkeit angeregt und gefördert werde. Von der Beantwortung dieser Fragen wird es abhängen, wie weit dec Bebauungsplan überhaupt zu veröffentlichen und wie weit seine Teile der Bebauung srei- zugeben sind. Ueber dies und anderes werden wir durch Herrn Henrich, der auf diesem Gebiete hervorragend fach-! verständig ist, belehrt werden. Aber auch aus der freien. Aussprache, die dem Vortrag folgen wird, dürfen wir für! unsere sich schnell vergrößernde Stadt guten Gewinn erhoffen. •• Finanzexamen. Das Examen für die mittleren Stellen nn Finanzfach (Fmanz-Examen I. Kateg.) haben bestanden Ferdinand Roth und Ernst Seyferth in Gießen. ** Hessischer Sparkasse »verband. Zu der ant Sonntag in Frankfurt abgehalteneil 13. Generalversammlung des „Hessischen S P a r k a s s e n v e r b a n d e s", der 32 Bezirkskassen mit einem Gesamtbarbestande von 265 Millionen Mark zählt, hatten sich die Delegierten der 32 Kassen einge- funden. Als Vertreter der Hessischen Regierung war Mimsterlal- rat Best erschienen, der Hessen-Nassauische Sparkassenverband hatte einen Vertreter entsandt. Beigeordneter Dr. Wevers-Worrns referierte über die Einstellung der Kursverluste in die Bilanz, Oberamtsrichter Dr. Fischer-Lorsch über stempelfreie Auskunsts- erteilung an die Sparkassen. An Stelle des verstorbenen klammer- direktor Korell-Büdingen wurde Direktor Schneiberhöhn-Mamz in den Vorstand gewählt. Die nächste Generalversammlung findet 1909 in Mainz statt, dann wird abwechselnd m Meßen nutz Darmstadt getagt, nicht mehr in Frankfurt a. M. ** Hessen auf der Stuttgarter Ausstellung für Student en kunst. Aus dem Ergebnis des! Preisausschreibens find nach der „D. Z." folgende Resultate zu erwähnen: Das Korps Starkenbur^ia in Gießen erhielt für 2 Mefsingkandelaber den Ehrenpreis der Technischen Hochschule in Machen: eine Standuhr, ausführt von den deutsches Elsaß-Lothriugen uub Hessen besonders interessiert. In Bayern ind es nicht weniger als 1172 Gemeinden, die Oktroi haben. In Hessen sind es 13 Städte, aber nur 6 von ihnen besteuern Nahrungsmittel. Die beiden größten Städte des Landes, Darmstadt und Mainz, erheben sowohl Oktroi auf Mehl- und Backwaren, als auf Vieh und Fleisch. Fleisch und Fleischwaren sind außerdem in Offenbach, Gießen und Worms oktroipflichtig. In Gießen wurde das Oktroi auf Backwaren und Mebl im Juni 1898 aufgehoben. Ein Stadtverordneter, der sogar Bäckermeister war, bekämpfte diesen Beschluß und bezeichnete ihn ganz zutreffend als ein Geschenk an die ländlichen Bäcker. Als ich vor sechs Jahren die Angelegenheit besprach, hatte ich ausgerechnet, daß Darmstadt im Jahre 1910 22 °/o, Worms 14 °,o, Offenbach und Mainz je 13 °/o und Gießen 8 °/o an direkten Kommunalsteuern mehr erheben müßten, wenn die indirekten Abgaben für Fleisch und Brot in Wegfall, kommen. Diese Zahlen haben sich weiterhin erhöht, und Darmstadt und Mainz drohen ganz kolossale Einnahmeausfälle, die sicher nicht durch die Wert- zuwachssteuer und dergleichen wettgemacht werden können. Es wäre also höchste Zeit, daß sich Hessen der bayrischen Aktion anschließt. Unsere liberalen Kommunalpolitiker wollen freilich von der Sache nichts wissen. Sie ziehen hier an einem Strange mit den doktrinären Sozialdemokraten, die natürlich auch in Bayern für den § 13 sind. Interessant ist es aber, daß in Bayern sogar die Demokraten für die Beibehaltung des bisherigen Oktrois eingetreten sind und gestimmt haben. Das hat selbst auf die „Frankfurter Zeitung' etwas Eindruck gemacht, denn sie schreibt in ihrer Sonntagsnummer folgendes: „Zweifellos würden von einer Aufhebung des Oktrois schon ab 1910 speziell die bayrischen Gemeinden schwer getroffen werden, da infolge der bevorstehenden Neuregelung des kommunalen Steuerwesens die Beschaffung eines angemessenen Ersatzes im Augenblick doppelt schwierig, wenn nicht überhaupt unausführbar wäre." Die „Frankfurter Zeitung" hofft zwar immer noch auf einen Ersatz zum festgesetzten Termin, aber daran ist gar nicht zu denken. Aehnlich wie die bayrischen Kommunen sind auch einige hessische an der Beseitigung des § 13 interessiert, und man sollte doch sehen, was sich im Reichs^g und Bundesrat noch erreichen läßt. , , Deutsches Reich. Der Kaiser umd die Kaiserin besuchten gestern morgen um 9 Uhr das Mausoleum und legten an dem Sarg des Kaisers Friedrich einen Kranz nieder. Um 10 Uhr empfing der Kager im Neuen Palais das Staatsminiiterium mit dem Reichskanzler Fürsten Bülow an der Spitze und hierauf das Hauptquartier mit dem Generalfeldmarschall von Hahnke an der -Lpitze zur Entgegennahme der Glückwünsche anläßlich des zwanzigsten Jahrestages des Regierungsantritts des Kaisers. Der Herzog von Cumberland ist mit seinem jüngften Sohn, dem Prinzen August, Herzog zu Braunschweig nnd Lüneburg gestern, von Wien kommend, in München emgetrofsen. E i n E r i n n e r u n g s z e i ch e n für vorwurfsfreie und verdienstvolle Betätigung im Feuerlöschdienste ist vom Kaiser, wie der Staatsanzeiger mittellt, gestiftet worden. Eulenburg. Von einem Verfahren gegen den Fürsten Eulenburg wegen Verleitung zum Meineide ist an unterrichteter Stelle nichts bekannt. Zeppelins neuestes Luftschiff. In Friedrichshafen trafen gestern die Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden (K'riegsminister von Einem usw.) sowie eine Kompagnie Der Berliner Luftschiffertruppe ein, um heute bei geeigneter Witterung der ersten Fahrt des Grafen Zeppelin mit dem neuen Modell Nr 4 beizuwohnen. Es folgen dann eine {Jaljrt mit Landung auf dem Exerzierplatz in Konstanz und eine große Dauerfahrt n a ch M a i n z. Auf Wunsch der Militärbehörde werden Details hierüber geheimgehalten. Ausland. Der Rektor der Wiener Universität>hat eine Kundmachung erlassen, in der mitgeteilt wird, daß die in Wien versammelten Rektoren zu .dep vollen Ueberzeugung gelang. sind, daß der Unterrichtsminister die Lehrfreiheit der Hochschul-Professoren und die Freiheit der Forschung m vollen Umfange a ler- irten unbedingt wahren und die Autonomie Der Hochschulen schützen werde. Die Rektoren fordern daher die Studenten auf, von dem Streik abzulassen unter Hinweis aus ^ schweren Nachteile und Schädigungen. Der Rektor der Universität Ümt hinzu,, er habe die gefestigte Ueberzeugung gewonnen, daß die Lehrfreiheit der Hochschulen nicht gefährdet, vielmehr für die Zukunft gesichert sei. V Vrbciterroobnungen. Die ungarische Regierung hat Dem' Reichstag seine Vorlage von der Erbauung von Arbeiter. Wohnungen in Der Umgebung von Budapest eingereicht, ioosür 12 Millionen beansprucht werden. . eine Halste der Wohnungen ist für Staatliche, Du andere für Arbeiter in Privatbetrieben bestimmt. „ Ker Vatikan M die Zustimmung »u per Mischehe des. gelost werden. . r, . Die Mehlzollfrage in der Schweiz. Ter schweizerische Bundesrat beschloß, das von Deutschland angeregte Schiedsgericht in Sachen der in Der Mehlzollfrage bestehenden Meinungsverschiedenheiten unter gewissen, von der Schweiz vorgeschlagenen Bedingungen an zu ne hm en. Die geeignet erscheinen, eine sachgemäße und beschleunigte Lösung herbeizuführen. In Warschau wurden wieder sechs Todesurteile gen fällt. Die Lage im Kaukasus verschlimmert sich von Tag, zu Tag. Jetzt wird auS Tiflis gemeldet, daß im X)inblid? auf | das Anwachsen des revolutionären Terrorvs sämtliche Kassen der >' Staatsbank und alle Sparkassen geschlossen wurden. Die Postämter haben alle Geldoperationen eingestellt. Marokko. Aus Rabat erfährt die „Daily Mail": Nack, dem Einmarsch in Fez befahl Muley Hasib, daß die Frauen sämtlicher Notablen im Dienste Abdul Asis als Geißeln bis zur, Rückkehr ihrer Gatten nach Fez gefangen zu l-alten seien. Einige Frauen wurden in Ketten gelegt und hatten brutale Mißhandlungen zu dulden. Es wurden Kuriere nach Rabat gesandt und die Gatten zur Rückkehr gedrängt. Als Abdul Asis hiervon Kenntnis erhielt, erlaubte er den Gatten die sofortige Rückkehr; und stattete sie hierzu mit Geldmitteln aus. NeueUebergrifseVenezuelas. Ein Telegramm aus: Willemstadt meldet, ein venezolanisches Küstenwachtschiff habe auf1 „Marion" und „Carmita", die zwischen der Insel Aruba unb1 Baraeoa verkehren, angehalten und gezwungen, nach Coro zu gehen. Dort seien die Schiffs zwei Tage festgehalten toor» den. Alle an Bord befindlichen, nicht in Postbeuteln verschlaf-, fenen Briefe seien beschlagnahmt worden. Die Zukunft der städtischen Oktrois. Von Professor Dr, M. Bierm.er, Au den launenhaftestes Beschlüssen, die der Deutsche Reichstag sich jemals geleistet hat, gehört der jetzt so viel genannte § 13 des Zolltarifgesetzes vom 25. Dezember 1902. Dieser Paragraph lautet in seinem ersten Absätze, wie folgt: „Für Rechnung von Kommunen oder Korporationen dürfen vom 1. April 1910 ab Abgaben auf Getreide, Hütsenfrüchte, Mehl und andere Mühlen- fabritate, desgleichen auf Backwaren, Vieh, Fleisch, Fleischwaren und Fett nicht erhoben werden." Der Reichstag, der 1902 nach langen Kämpfen eine starke Erhöhung dec Agrarzölle etzte, fühlte dabei doch fo" etwas wie soziale Gewissensbisse. Er agte sich, daß die Verteuerung der notiuenbigften Lebensmittel )ie große 9Nasse der besitzlosen Klassen verstimmen und erregen werde. Ms Beruhigungsmittel erfand man deswegen den § 13, nach dem von einem bestimmten Termine an die städtischen Abgaben auf Nahrungsmittel beseitigt werden sollten. Der Gedankengang, der hier den Gesetzgeber leitete, liegt klar zu Tage. „Wir wollen zwar", so sagte man sich^ „das Preisniveau für Brot und Fleisch erhöhen und damit die ländli. D0it Pros. Riegel, erhielt der Akademische Verein an der Technischen .Hochschule in Darmstadt für Stammtischftänder aus Messing. Prof. Riegel errang einen Preis von 300 Mk., der Wingolf-Darmstadt erhielt für einen Kronleuchter den Ehrenpreis der Erlanger Dozenten: eine Truhe mit Kissenbezug. Ein Ehrenpreis im Werte von 30 Mk. wurde der v. Münchowschen Hof- und Universitätsdruckerei zuerkannt, und den Ehrenpreis der Universität Gießen: ein Elirenpokal aus Zinn, errang der Tübinger Wingolf 'für einen Präsidentenstuhl. *• Im K in ematograph en-Theater wird diese Woche wieder ein sehr gutes Programm vorgeführt. Ein Werkmeister als Dieb und Brandstifter, ein Drama, das in der Wirklichkeit nicht deutlicher gegeben werden könnte; Winteroergnügen in den Alpen. Es wird manchem neu sein, bei den jetzigen heißen Tagen hier ein kühles Plätzchen zu finden. Angeführte Zollbeamte, sowie durstige Auszieher sorgen für Humor und zuletzt gehts im Automobil um die Welt. *• Diebstahl. Einem hiesigen Arbeiter wurde gestern Morgen am H a up t p o st a m t, während er sich im Gebäude eine? Auftrages entledigte, sein Fahrrad gestohlen. Als Täter kommt ein etwa vierzigjähriger Unbekannter in Betracht, der Sammthose'trug. . "Betrüger. Am vorigen Samstag mietete sich em angeblicher Chemiker Bachmann bei einer Frau ein möbliertes Zimmer. Er verschwand aber am anderen Tage spurlos unter Mitnahme der Hausschlüssel und ohne seine Schuld zu begleichen. Dtr Betrüger hat auch in anderen Städten, zuletzt in Worms solche Gastrollen gegeben. Ermittelt. Ter Dieb, der in der Nacht vom 11. am 12. I. Mts. eine Baubude erbrach und einen Anzug nebst ein paar Schuhen entwendete, ist in der Person eines hier wohnhaften Arbeiters ermittelt worden. Die gestohlenen Gegenstände wurden in seiner Wohnung vorgefunden. X Grünberg, 15. Juni. Die heute nachmittag hier im Gasthofe „Zum Hirsch" tagende Bürg e rmeister-V c r- samntlung war von allen Bürgermeistern des Landkreises Gießen, sowie einer Anzahl Gemeinderatsmitgliedern besucht. Vor der Versammlung nahmen die Erschienenen um 1 Uhr das Mittagessen im Hirsch ein. Während des Essens begrüßte Provinzialdirektor Geheimrat Tr. Breidert die Versammlung und erinnerte daran, daß es heute 20 Jahre seien, seitdem Kaiser Wilhelm II. den Thron bestiegen habe unter dessen Regierung das Reich im Frieden weitergediehen und erstarkt sei. Er schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Kaiser und Großherzog. Bericht über den Verlauf der Versammlung folgt nach. kg. Kirtorf, 15. Juni. Int Gasthaus zur Krone fand heute auf Einladung des hiesigen Eisenbahnkomitees eine Versammlung statt, in welcher über den Bau einer Eisenbahn von Alsfeld durch das Kleinlai über Kirtorf nach Kirchhain beraten werden sollte. Außer Vertreter der in Betracht kommenden Gemeinden war auch Landtagsabgeordneter Braucr-Oberofleiden erschienen. Ter Vorsitzende des Kirtorfer Pn,. c '■ dn- V-> ' ' " x it der Strecke Klrchhain-Gemüirden beschöft fimigt seien, müßten alle Minel in Vewega ui oas fehlende Glied Zwischen dieser Kerle, o ir- -rin in Angriff zu nehmen. Er er inne t f , j du v rkche tu Angyisf « »mim n werdet Rex. em X' j th jedenfalls hierauf nicht einlassen würde. Er selbst wolle die Angelegenheit, so viel ihm möglich sei, unterstützen. Nach längerer Aussprache wurde eine Kommission gewählt, die mit allen in Betracht kommenden Stellen unterhandeln und auch das für die Rentabilitätsberechnung notwendige .statistische Material sammeln soll. In , einer späteren Versammlung sollen dann die weiteren Schritte beschlossen werden. f Q Gonterskirchen, 15. Juni. Entgegen einem früheren Berichte über eine Unvorsichtigkeit des Schießenden, stellte die Voruntersuchung fest, daß die Tat nach einer vorausgegangenen Bedrohung auS Eifersucht über die Gunst einer Dorfschönen im Garten des Wirtshauses, in dem Tanz war, geschah. Bei der gerichtlichen Vorführung behauptete Nohn, daß noch eine Kugel im Revolvcrlauf gesteckt habe, von der er nichts gewußt habe. Die Untersuchung ist bereits in den Händen der Staatsanwaltschaft. Bis jetzt ist es den Aerzten nicht gelungen, die Kugel aus dem Halse zu entfernen. [] Aiarburg, 15. Juni. Unter dem Vorsitze des Sanitätsrats Dr. Hartmann aus Kassel fand gestern in der chirurgischen Universitätsklinik die 4. Abgeordnetcn-Versamm- lung des Aerzte-Verbandes für Kurhessen statt. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil besprach man die Tagesordnung des am 26. und 27. Juni in Danzig stattfindenden deutschen AerztetagS und wählte als Vertreter Dr. Sarde- mann aus Marburg. Die nächste Versammlung soll 1909 in Hanau st attfinden. Im Anschluß an die Versammlung sprachen die Herren Stöckel und Friedrich über chirurgische Fragen und dann begaben sich die Teilnehmer ins Hotel Pfeiffer. Später fand dann ein Ausflug in die Umgebung statt. h. Frankfurt a. M., 15. Juni. Im Anschluß an den Internationalen Rettungs-Kongreß wurde gestern der 8. deutsche Samaritertag abgehalten. Als neuer Name des Bundes wurde die Bezeichimng „Deutsche Gesellschaft für Samariter- und Rettungswesen" gewählt. Die nächste Tagung ist 1910 in München. — Am Sonntag nachmittag fuhr an der Ecke Neue Mainzerstraße-Obermainquai ein Straßenbahnwagen mit einem Automobil zusammen. Das Automobil wurde zertrümmert, der Straßenbahnwagen stark beschädigt. Personen wurden nicht verletzt. Hauptversammlung der Vogelsberger höhenklubr. h. Nidda, 14. Juni. Zum drittenmal hatte heute das freundliche Städtchen Nidda die Freude, die Vertreter des Vogelsberger Höheuklubs bei sich zu sehen. Wehender Flaggenschmuck und frisches Waldesgrün begrüßte sie, die diesmal in besonders stattlicher Zahl erschienen waren. So kam die wachsende Bedeutung unseres heimischen Gebirgsvereins auch äußerlich zur Geltung. Kürz nach 11 Uhr nahm die 27. Hauptversammlung mit einer Begrüßung der Gäste durch den Zweigverein Nidda, in dessen Namen Lehrer Küfer sprach, ihren Anfang. Die Feststellung der Vertreterliste ergab, daß von den bestehenden 25 Zweigvereinen nachstehende 19 vertreten waren: Alsfeld mit 131 Mitgliedern (nach den für den Jahresbericht gemachten Angaben), Burg- und Nieder-Gemünden 31, Büdingen 20, Frank-? surt 238, Gedern' 36, Gießen 57, Grebenhain 4Ö, Grünberg 40, Hirzenhain 17, Hoherodskopf 55, Hungen 43, Laubach 67, Lauterbach 170, Lieh 31, Nidda 68, Salzschlirf 30, Schotten 145, Ulrichstein 61 und Vilbel 16. Der langjährige verdiente Klubvorsitzende, Forstmeister D i e f e n b a ch - Schotten, konnte somit seststellen, daß die Versammlung, auf der 1289 Stimmen vertreten waren, die bestbesuchteste feit Besteheii des Klubs war. Der vom Vorsitzende erstattete Jahresbericht für 1907 erwähnte zunächst die erhebliche Steigerung der Mitgliederzahl, die nunmehr bei einer Zunahme um 422 oder 39 Proz. die Zahl 1500 überschritten hat. Es entstanden neue Zweigvereine in Frankfurt, Ortenberg, Vilbel, Büdingen und Gießen (neben dem bereits bestehenden Zweigverein Taufstein), die heute formell ausgenommen warben; auch die alten Zmeigvereine nahmen teilweise erheblich an Mitgliedern zu, z. B. flieg Lauterbach von 96 auf 172 und Alsfeld von 114 auf 131. Die einzelnen Zweigvereine entfalteten mit geringen Ausnahmen eine sehr rege Tätigkeit, namentlich ist die Veranstaltung gemeinsamer Wanderungen in erfreulicher Zunahme begriffen. Zu ivünschen bleibt immer lisch die Unterstützung durch die Gemeinden. Nur die Stadl Gießen gehört dem Gesamt- ve.reili mit 10 Mk. Jahresbeitrag an, während die Städte Schotten und Lauterbach Mitglieder der örtlichen Zweigvereine sind, letztere auch einen einmaligen Beitrag von 100 Mk. an den Zweigverein leistete. Da die gesamte Tätigkeit des Klubs den Bewohnern des Vogelsberges vielfache Vorteile, namentlich auch wirtschaftlicher Art bringt, märe es durchaus wünschenswert, wenn die Gemeinden, Kreise uslv. die Tätigkeit des Klubs finanziell fördern würden. Der Gesamtverein ist am 18. Januar d. I. in das Vereinsregister eingetragen worden und hat damit, ivie unter Heiterkeit gesagt wurde, 1 das Recht und die Möglichkeit erhalten, Schulden machen zu können. Der Jahresbericht beschäftigte sich dann weiter mit bem Bismarckturin auf dem Taufstein. Am vergangenen Donnerstag hat eine Ortsbesichtigung ftattgefunden, an der u. a. Geh. Baurat Knapp von Darmstadt teilnahm. Die statischen Berechnungen des Ergebnisses der Untersuchung durch Geh. Baurat zlnapp sind noch nicht abgeschlossen, von ihrem Ergebnis wird es abhängen, ob der Turm in der beabsichtigten Weise gebaut werden kann. Jedenfalls ist die Fertigstellung des Turmes nicht vordem nächsten Jahre zu erwarten. Die Gesamtbaukosten sind auf 20 000 Mk. anzunehmen. Da bis jetzt etwa 14 000 Mk. vorhanden sind, sind noch 6000 Mk. auszubringen. Einen Teil hiervon hofft man noch durch freiwillige Beiträge aufzubringen, der Rest soll geliehen und nach und nach amortisiert werden. Der im vergangenen Jahre vollzogene Ausbau^ des Klubhauses erwies sich sehr nutzbringend, der Besuch des Hauses stieg sehr erheblich, namentlich auch zur Winterzeit. Die Zahl der lieber» nachtungen stieg von 411 auf 535. Eintragungen im Fremdenbuch erfolgten über 2700, während der wirkliche Bejuch naturgemäß noch viel größer war. Die Kosten des Umbaues betrugen statt der veranschlagten 6000 Mk. 8500 Mk., der Mehrbetrag wurde genehmigt. In den nächsten Wochen wird der dringend wünschenswerte Telephonanschluß erfolgen. Für den beabsichtigten Bau einer Wasserleitung hat die Sektion Tausstein eine beträchtliche Summe aufgebracht. Das Verlangen, bessere Bahnanschlüsse zu erhalten, hatte in, mehreren Füllen Erfolg, es empfiehlt sich, derartige Gesuche im Fall der Ablehnung immer wieder zu erneuern. Die Markierung wird in der nächsten Zeit überall, wo es erforderlich ist, aufgefrischt und ergänzt werden. Zum Schluß empfahl der Geschäftsbericht alle auf Ausbreitung der Schülerwanderungen gerichteten Bestrebungen. Im Anschluß daran machte Oberlehrer Como von Lauterbach einiac Mitteilungen über die Vorarbeiten zur Er- < um Unterstützt' >' bxür. Tie Rechnung für 1907 schloß mi. -'036 Spindlersselder Ruberverein von 1878. Ter Kaiser händigte den' Siegern des Kaiservreises selbst den Preis aus. Inzwischen halten die sich für den akademischen Vierer um den Wanderpreis Seiner Majestät gemeldeten Boote gestartet; hier siegte das Boot des akademischen Rudervereins Hannover. Der Kaiser reichte der Mannschaft selbst den großen silbernen Pokal ins Boot. Dann dampfte die „Alexandra" nach Berlin zurück. Als die Kaiserjacht Treptow passierte, wäre ein mit einer Dame und einem Herrn besetztes Ruderboot von der Jacht überrannt worden, wenn nicht der Kaiser, der am Stern stand, die Gefahr bemerkt und rechtzeitig das Signal „Stopp! R ü ck w ä r t §!" gegeben hätte. Ein Matrose stieß auf Befehl des Kaisers das Ruderboot mit dem Fuße ab. Hierauf setzte die Jacht mit Volldampf die Fahrt fort. Die Prinz HeinrichHahrt. VL Auf dem Tönniesberge bei Hannover am Kilometerstein 3,7 wurde gestern wieder in Abständen von einer Minute gestartet. Gra' Arnim entließ 120 Wagen auf die 331,2 Kilometer lange Strecke. Zwischen 1 und 2 Uhr trafen die ersten Fabrer bereits in K ö l n ein. Bei Engelskirchen, nicht weit von Köln, hatte der an der Spitze fahrende Oberleilungswagen das Pech, in eine scharfe Kurve zu fahren und drei 'Meter tief in das Flußbett zu stürzen. Tie Insassen wurden nipht verletzt, auch erlitt der Wagen keinerlei Beschädigungen. Tuberkulose-Kongreß. Der von dem deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfirng der Tuberkulose einberufene 'fünfte Tuberkulvsenwngreß in München wurde gestern vormittag durch den Ehrenpräsidenten Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern eröffnet. Professor Friedrich Müller* München hielt einen Vortrag über die Diagn ose de r Tuberkulose. Professor Rieder-München führte Röntgenaufnahmen von an Tuberkulose erkrankten Lungen vor. Ten Vorträgen folgte eine längere wissenschaftliche .Diskussion. Die Teilnehmer am 5. Tuberkulose-Kvngreß und ihre Damen vereinigten sich Abends zu einem Festmahl. Sptelplan der vereinigten Srantfurter Stadttheater. Gpernhaur. Mittwoch den 17. Juni, abends halb 8 Uhr: „Die lustige Witwe." Donnerstag den 18. Juni*): „HanS Helling." Freitag den 19. Juni geschlossen. Samstag den 20. Junt: „Die Fledermaus." Sonntag den 21. Juni: „Carmen." 'Dlontag den 22. Juni geschlossen. Dienstag den 23. Juni: „TaS goldene Kreuz." Hierauf: „Die Altweibermühle." Mittwoch den 24. Juni, abends 6V4 Uhr: Volksvorstellung: „Die Meistersinger von Nürnberg." Schauspielhaus. Mittwoch den 17. Juni*'): „'Mein Leopold." Donnerstag den 18. Juni, abends halb ö.Uhr: „2x2 — 5". Freitag den 19. Juni: „Mein Leopold." Samstag den 20. Juwi: „Die Großen und die Kleinen." Sonntag den 21. Juni: „Anna Karenina." Montag den 22. Juni: „Die glückliche Gilberte." Dienstag den 23. Juni: „Die glückliche Gilberte." Mittwoch den 24. Juni: „Anna Karenina." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abenbs um 7 Uhr. Gießerrer Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch den Bcivölkung. Geivitter. Sehr warm. c'.nrr.. 5JC1 ■ :iiur, - onicHiauu ra» .unj -y. iLlf I • nii nuöemeixete werdeTx für Jy:i Ernst-Ludwigsturm aus I . ■ öd1.-- «'• .> ‘fa !-•'»- ..ei Geld. 7 bl üben für diesen I Zweck reserviert und gelängen -nr Verwendung, wenn der Äer- j kchrsvercm Vogelsberg dem Höhenrmb als Zweigverein beitritt. | Für die Vorbereitung einet 2 Auslage des Liederbuches wurde! bildet wirb. Für ben bevorstehenden. Neudruck ixt Satzungen wurden einige Aenderungen genehmigt, u. a. wurde auf Antrag von Frankfurt hin beschlossen, daß die wirtschaftliche Hebung des Vogelsberg als weiterer Vereinszweck genannt wird. An Stelle der seitherigen beiden Beisitzer im Zentralausschuß sollen in Zukunft die Vereine mit mehr als 100 Mitgliedern je einen Vertreter in den Zentralausschuß entsenden. Mit einem von Prof. Bender auf den verdienten Vorsitzenden Forstmeister Diesenbach ausgebrachten „Frisch aus" fand die Versammlung dann ihr Ende. — An dem sich anschließenden vortrefflichen Essen, während dessen die Hanauer Ulanenkapelle konzertierte, beteiligten sich etwa 80 Damen und Herren. Trinksprüche brachten aus Forstmeister D ie s e u b a ch auf den Großherzog, Kreisrat Boeck - m a n n auf die ober hessische Heimat und den Höhenklub und Bürgermeister Roth-Nidda auf die Gäste. Nach ^dem Essen erfolgte ein gemeinschaftlicher Spaziergang nach Bad-Balzhausen, wo in dem herrlichen Park die Hananer Kapelle konzertierte. Damit sand die 27. Hauptversammlung einen reizvollen, allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleibcitbcit Abschluß. i che Badeanstalt. Was! r n> ä. r m e b e r ß a l) n 17 0 R. Drahtmeld ringen. Der Kaiser hat an ben geschäftS- .xx f deutschen Flottenvereins t tcn, von Möller ein Telegramm 1 k-. lassen, wo. . ..ne Freude über SaS Ergebnis der vxeins-Ve igen aussprichi. Die „Voss. Ztg." meldet aus Peters- bir Cm gtuyer x ,.... - Sdiebstahl ist in der vergangenen Nacht >.n ixnt Zxix'x-. Zordon verübt wjorden. Der Wert der gestohlenen Waren übersteigt 300 000 Rubel. Berlin, 16. Juni. Tas „Berl. Tagebl." meldet aus Teheran: Der Schah ließ vor seinem Garten außerhalb der Stadt, wo er sich gegenwärtig aushält, eine .Batterie Geschütze in der Richtung auf Teheran ausfahren. Lemberg , 16. Juni. 'Nach einer hier eingetroffenen Privat-, Meldung wurde die Stadt Düna bürg von einer furchtbaren Feuersbrunst heimgesucht. Mehrere hundert Wohnhäuser sind, niedergebrannt und zahlreiche Menschen verunglückt. Weitere Ein-, zclheiten fehlen noch. London, 16. Juni. Ein Telegramm der Unitad Prest Telegramm-Agentur will wissen, daß mehrere persönliche Briesej zwischen dem deutschen Kaiser und dem türkischen Sultan ausgetauscht worden find und daß der Kaiser int September nach Kvnstantinopel reisen werde. Einzelheiten der! Unterredung sind jedoch noch nicht vereinbart. In diplomatischen, Kreisen ist man der Ansicht, daß der Kaiser den Wunsch habe, bin Türkei dem Dreibünde einzuvcrleiben. hum'■—■ui rir III«« i ri»—KBami■ ii ■ if m Gevechtsfcral. fc. Friedberg, 15. Juni. Das Reichsgericht verwarf heute die von dem Landtagsabgeordneten Hirsche! gegen seine in Gießen ersolgle Verurteilung eingelegte Revision- RB. Darmstadt, 14. Juni. Wegen Vergehens gegen das Krankenversicherungs - und Invaliden- verficherungsgesetz hatten sich gestern vor der hiesigen Straskammer vier Arbeitgeber aus Bensheim, Maurermeister Bapüst M ohr, Zimmermeister Friedrich L u l e y, Weißbinder- meister Karl M ü h l u m und Maurermeister Jakob L e h m a n n zu verantworten. Die Genannten halten in ben letzten Jahren ihren Arbeilern die Versicherungsbeiträge vom Lohn abgezogen, aber bie Abführung biejer Beuräge an die Kassen imtcrlafjcn, unb Die von letzteren emgelcitcfe Zwangsvollstreckung blieb fruchtlos, ba inzwischen Konkurs eintrat. Die Angeklagten machten geltenb, baß sie bie Zahlung nur aus Vergeßlichkeit unterlassen hallen, doch enlschieb bas Gericht, baß alle vier sich beivußt waren, sich rechts- loibrig bie ben Arbeitern abgezogenen Gelber angeeignet zu haben (Vergehen gegen bie §§ 82 b unb 182 0. Das Urteil lautete gegen Luley auf 100 Mk., gegen Mohr auf 80 unb gegen bie beiben an- bereu auf je 50 Mk. Gelbstrase; bei ben beiden ersteren beträgt bie hinterzogene Summe über 100 Mk. Heiligensteiu, 14. Juni Ter „Wunberboktor" Aus- mcier würbe wegen fahrlässiger Körperverletzung zusechsWochen Gefäitgilis verurteilt. Sport. 93 o n bet Berliner Ruderregatta. Aus Grünau bei Berlin wird vom 14. Juni gemeldet: Heute Nachmittag spielte sich auf dem Langen See bei Grünau die Ruderregatta des Berliner Regattavereines ab. 39 Vereine mit 164 Booten hatten sich gemeldet; bie ftegenben Mannschaften erhielten biesmal silberne Ehrenbecher. Nach bem brüten Rennen erschien ber Kaiser nut ben Prinzessinnen Viktoria Luise unb Alexcmbra zu Holstein- Glücksburg, ben Prinzen August Wilhelm uub Oskar, Kultusminister Dr. Holle, Leibarzt Dr. Niebener u. a. An Borb gingen ber Vorsitzenbe bes Regattavvreins, Kommerzienrat Büxenstem, unb Lanbrat Dr. Achenbach. ES starteten ber Berliner Ruberklub „Hellas", ber Berliner Ruberverein „Allemannia" unb ber Berliner Ruberkilb „Hellas", der schon in ben Jahren 1906 unb 1907 ben Kaiserpreis gewonnen hatte, ivurbc auch in biejem Jahre mit 7 Miiiuten 422/5 ©efunben erster. Im zweiten Achter siegte ber BekannünaHung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wirb die Nord- Anlage zwischen Stein- und Tammstraße von heute an bis aujj Weiteres für den Fuhr- und Rabfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 13. Juni 1908. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.. I. V.: B i l o. Bekanntmachung. In dem Verfahren zur Anlegung des Grundbuchs und Berggrundbuchs für die Gemarkung Treis a. d. Lda. beginnt die An^ meldungsfiist am 1. Juli 1908, die Frist endigt am 30. Sep^ tember 1908. Die Vorschriften darüber, was seitens der Be^ teiligten während ber Anmeldungssrist zu geschehen hat, können auf der Amtsstube des Gwßh. Ortsgerichtsvorstehers zu, Treis a. d. Lda. und ans dem Anschlag an der dortigen Ortstafel cri sehen werden. ' , Gießen, den 12. Juni 1908. Großherzogliches Amtsgericht. Arheitsvergebung. Die Sckreiner- und Weißbindcrarbciteu zur Unterhaltung der Gebäude ber Stadtkiiabenschule sollen Montag, den 22. Juni d. I., vorm. 11 Uhr öffentlich vergeben werben. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur EM- sicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbu eckhältltch, find bis zum genanntenZeilpunkl an uns einzureichen. Zuschlagsfrpt 14 Tage. Gießen, den 15. Juni 1908. B14/« .Städtisches Hochbauamt. GerbeI.__ Gcsckfchasts-Vercin.— Wegen der am 20. Juni d. Js. stattfinderrden Bismarck- Feier fvrrd der Ball auf Samstissg, eäeai L7. Juni d. J- verlegt. v16/e Gebhardt. einigeMcheZähiie ?^^~Tni8Cl? », ea VerhutetZahnstein- u. Speiserest- - .. ,.pf BOCfllal Ablagerung. Tötet den Fäulnis- SeiferbBäiSdyiiPüz u. Krankheits-Erreger. («“ Schützt ges. Zähne vor Ansteckung, die durch mangelh. Reinig.künstl. Gebisse entsteht. Preis' pro Dose 1,50 Mk. 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Herrn Carl Becker i geziemend in Kenntnis. [v16/e Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 17. ds. Mts. statt, Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. — Zusammenkunft bei Kamerad Kremer (Stadt Marburg) Korsett ,Raja£ gesetzt gesch. Marke Deposee - Unentbehrlich für starke Damen - Gibt hochelegante Figur - Grade Front Kein Druck auf den Magen Preis Mk. 10.-, 12.-, 15.- u. höher. Korsett ,Liilian‘ Hochfeines Tiillkorsettf.d.heisse Jahreszeit Hotels, Restaurants und Pensionate verwenden C /8 Rffifiee am vorteilhaftesten &vtW in großen plombier- ö V rai ® y sBÜl LU ten Flaschen Nr. 5 gfl , ' A m Egj Lim re (ca. 1 Liter) zu M.6.— HJi LIIg Bestens empfohlen von Emil Fischbach, Seltersweg 24. Hautpflege In Tuben ä 60 Pfn. u. I M., Probeiube 20 P(g., Kombellaselfe 60 Plg., Kombellapuder I M Kombellafabrik Georg HäntzscheL Kgl. Hofl., Dresden. Depots: Viktoria-Drogerifl Bieler Central-Drogene E. Karn______ Ist ©hi- MDÄ Ksuft-Bad Täglich geöffnet von vovni. 6—8 Uhr abends. 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