Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. lichkeit austreten, nicht außer acht gelassen werden. Wenn Leute zusammenkommen, um sieh an dem Anblick des Schönen zu erfreuen, — wo soll da auf einmal und notwendig das Schmutzige Herkommen? Wir glauben, daß die Dinge psychologisch )o liegen: Auch die künstlerischen Darstellungen eines Praxiteles und eines Thorwaidseu Ans Stafct und Land. Gießen, 3. 3!ovember 1908. ** Ausstellung in der Univ. - Bibliothek. Die Ausstellung von wertvollenHandschriften,seltenen Drucken, Holzschnittwerken und Kunstblättern in der Universitäts-Bibliothek ist jetzt wieder erneuert worden und an jedem Montag von 12—1 Uhr jedermann zugänglich. *» Knrhesslsche Personalien. Ober-RegienmgSrat Kurt Freiherr Schenck zu Schweinsberg (Zweig: Rieder-Ofleiden), zugeteilt dem Negierungspräsidenten in Kassel, ist an Stelle des in den Ruhestand getretenen Kon- sistorialpräsrdenten v. SUtenbocfum zum Konsislorialpcäsidcnten für den Konsislorialbezict Kassel ernannt. Sein Vater war der letzte kurhefsische Kommandant von Kassel General-Major Ludwig Schenck zu Schweinsberg. "'Die 4 4. Jahresversammlung des LandeS- vercinS für innere Mission, verbunden mit dem 30. JahrcSfest des Oberhessischen Vereins für muere Mission ftndct am 10. und 11. November in Friedberg statt. Auf der Tagesordnung, die sehr reichhaltig ist, steht Folgen, des: Sitzung deS Preßausschusses unter Leitung deS Großh. Rats Sonne-Darmliadt, Sitzung des Ausschusses für Land- krankenpflege unter Leitung des Geh. Rats Fey-Friedberg mit einem Referat von Pfarrer Schwabe-Gießen über »Neue Arbeitsziele*. Die große Mitgliederoersamm- hing, zu dec übrigens auch, wie zu allen anderen Ber- anstallungen Gäste willkommen sind, ist nachni. 21/., Uhr im großen Saale des Hotel Trapp, wo D. Grimberg-Straßburg über „den Einfluß der inneren Mission auf die Auffassung von Pfarramt und Gemeinde" reden wird. Rach einem Feslgottesdienst in der Burgkirche (Festprediger: Militär- oberpsarrer Konsistorialrat Falk-Frankfurt) findet abends politische Tagesschau. Die Ministerkrisis in Oesterreich. Die fortdauernden blutigen Zusammenstöße zwischen Deutschen und Tschechen in ganz Böhmen und die Ohu- einen schwachen und l-äßlichen Körper für belfer hält, als einen kräftigen und schönen. Es kann wohl nur darauf ankommen, vor einer Hinaufsetzung des Leiblichen über daS Geistige uns zu be.vahren und ferner bei der Pflege dieser Dinge etwaige, sittliche Schäden fernzuhalten. Leichter drängt sich das Lüsterne in der literarischen und bildnerischen Erzeugung neben das Aesthetische. Hier das Echte von dem Uneeilten zu scheiden und dieses fernzuhalten von unserem Volke ist sehr wichtig. Auch in Veranstaltungen zur Pflege der Nacktkultur, Schönheitsaoende usw., kann stch gewiß ein falscher Ton einschleichen; aber hier dürfte es verhältnismäßig leicht sein, die Sonderung vorzunehmen und die üblen Ansätze auszuscheiden. Mütvorsührungen. Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht die „Nat.-Ztg." einen sehr beherzigenswerten Artikel über die Vorstellungen der „Schönheit", die vielfach heftig angegriffen werden, ohne daß man immer sachlich geblieben wäre. Wir geben den Aufsatz, der sich durch Ernst und Verständnis ans- zeichnet, im Auszug wieder. Die ZentrumSjraktion des preußischen Abgeordnetenhauses hat eine Interpellation eingebracht, die sich gegen die Nacktvorführungen richtet. Nun wird die Erörterung dieser Dinge von neuem einsetzen. Sie war auch sachlich keineswegs erschöpft. Leider hatten auch liberale Blätter Urteile veröffentlicht, die niait von Kenntnis und Verständnis, sondern von geistiger Gebundenheit zeuaten. Hier soll nicht die Forderung ausgestellt werden, die öffentlichen Aufführungen in Berlin, die den Anlaß zu der Erörterung gaben, müßten in der bisherigen Form bestehen bleiben. Den Einzelfall können wir überhaupt nicht als das Wichtigste betrachten. Hier fesselt das Allgemeine. Wir wollen gern zugeben, daß die Schönheitsbestrebungen und der Schönheitskuttus übertrieben iverden können. Höchste uns Menschen Zugängliche sind sie nicht. Diese Bestrebungen werden es wohl nie an Wert aufnehmen können mit den rein geistigen und religiösen. Aber deshalb muß doch gegen das Schiese und Falsche, das in der Behandlung der Frage zutage getreten ist, sehr entschieden Einspruch erhoben werden. Man hat das Vorgehen gegen bie Berliner Schönheitsabende unter die Stubrit oe5 Kampjes gegen den Sck)mutz gebracht. Nun, noch höher als die Schönheit steht wohl gerade nach Meinung dieser Kritiker daS sittliche Gebot. Dazu gehört auch die Forderung der Gerechtigkeit. Sie sollte von Leuten, die als Vortämpfer der Sitt- macht der Regierung, die äußerst bedrohliche Lage in Böhmen zu ändern, haben bekanntlich das Kabinett Beck gründlich erschüttert. Wie die „Neue Freie Presse" meldet, haben aestern bie üorbereitenben Schritte zur Lösung ber Minister- krisis begonnen. Ministerpräsident Frhr. v. Beck hatte Besprechungen mit den Abgeordneten Chiari, Lueger und Groß. Für den Fall der Neubildung des Kabinettes durch Frhrn. v. Beck, spricht man von ber Ersetzung bes Ministers Geß- mann burch den Prinzen Alois Liechtenstein, von bem Eintritt bes Präsibenten bes Abgeordnetenhauses Walbkirchner und von ber Heranziehung eines Mitgliedes des Herrenhauses. Wenn die Lösung ber Krise bis zum 7. November nicht gelingen sollte, würbe der Zusammentritt des Neichs- rates verschoben werden. . Pobelausschrritungen in Hongkong. Nach telegraphischen Meldungen aus Hongkong hat dort am Sonntage ber wohl organisierte chinesische Pöbel 26 chinesische Warenhäuser geplünbert, die mit japanischen Waren handelten. Ein großes Polizeiaufgebot trat in Aktion und ungefähr 250 Personen wurden verhaftet. Bei dem Zusammenstoß gab es auf beiden Seiten Verwundete. Bei den gestrigen Ausschreitungen des Pöbels, die sich gegen japanische Läden richteten, bei denen die englische Polizei eingreifen mußte, wurde der Führer ber englischen Polizeitruppen von ber Menge angegriffen. Mehrere indifche Polizisten wurden verwundet. Die Zahl der Verhaftungen beträgt 250. Da weitere Ruhestörungen erwartet werden und die Erregung groß ist, patrouilliert bie Polizei durch bie Straßen ber Stabt. Tie Chinesen halten heimlich Ver- sammlungen ab. — Prozeß Max.Halbe -Freksa. Der Prozeß des Schriftstellers Halbe gegen den Schriftsteller Fr e lj a endete mit einem für den Beklagten Freksa demütigenden Vergleich. Frekia nimmt mit dem Ausdruck des Bedauerns die Beleidigungen gegen Halbe zurück, trägt sämtliche Kosten und die beschlagnahmte Broschüre wirb vernichtet. Ten Vorsitz in bem Prozeß führte ber ans bem Eulenburg-Prozeß bekannte Oberlanbes- gerichtsrat Mayer in München. — HansThoma hat sich entschlossen, seine sämtlichen Aufsätze unb Reden vereinigt mit manchem Ungebruckten — barunter eine Ikeihe von Gebichten — als Buch erscheinen zu lassen. Das Werk, das unter dem Titel „Im Herbste des Lebens" mit Buchschmuck des Verfassers im Verlag Süddeutsche Monatshefte erscheinen wirb, enthäslt an erjter Stelle bie autobiographischen Aufzeichnungen des Künstlers. — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Ter n n v e r |l a n d e ne Ai an n, Wolzogens dreiatnae Komödie, erzieölie bei der Uraufführung im Wiesbadener Residenztheater lebhauen Beifall, wurde icdoch nach dem zweiten und dritten Au energisch medergezischt. Der geistreiche Dialog unb die teilweise inic'.i’iicuu angelegten Figuren vermochten nicht, über geradezu und ihviijdie Situationen Hinwegzuhelfen. — Tie Internationale A u stell u n g für a n g e w a n d i c Elektrizität in Ai a r- feilte, ani der ungefähr 35 deutsche Firmen vertreten warer^ wurde heute geschlossen. Tas 2 efizir beträgt übee 1 Million. Die Reichrfinanzresorm. Hz. In ber heute in ber „Nordd. Allg. Ztg." fortgesetzten Veröffentlichung der Begründung der Reichsfinanzreform wird Die formelle Neuordnung behandelt. Es heißt darin: Die Erschließung genügender Deckungsmittel kann allein einer Wiederkehr ber finanziellen Schwierigkeiten nicht vorbeugen, wenn bamit nicht eine formelle Regelung Hand in Hand geht. Insbesondere ist es notwenbig, bas Verhältnis zwischen bem Reiche unb den Einzel st a a t e n auf eine gesunbe Basis zu stellen. Aus ver- schiebenen Erwägungen l)eraus ergab sich jolgenbe formelle Neuregelung: Anstelle ber zurzeit bcsteheuben, in il>ren Erträgen schivankenben Ueberivei,imgssteuern tritt der aus dem handel mit Branntwein gewonnene Reinertrag. Dieser ivird in zunächst feststehender Höhe von 220 Millionen Marl den Einzelstaaten überwiesen unb entsprechen!) bie Summe bet Matrilularbeiträge angefcht. Alle sonstigen bisher den Einzelstaaten überwiesenen Steuern verbleiben unter Berücksichtigung ber besonberen Regelung für bie Stempelabgaben auf Wettrennen bem Reiche. Nur bei ber gesamten Besteuerung von Erbfällen werben bie Einzelstaaten burch Belassung eines Teiles vom Betrage für die Verkürzung bisheriger Einnahmen entschädigt. An ber nach bem Gesetze vom 30. Juni 1906 festgesetzten Zahlung bis zu 40 Pfennig auf ben Kopf ber Bevötterung von den Bun- besstaaten an bas Reich über ben Sollbetrag ber gebeckten Matrilularbeiträge hinaus soll nichts geänbert merben. Neben diese Belitung tritt nunmehr noch eine weitere Zubuße ber Einzelstaaten an bas Reich. Der Höchstbetrag wird in Verbindung mit der bisherigen Höchstbelastung mit Rücksicht auf die Schwankungen des Reichsbebarfes nicht ein für allemal, fonbern periobisch burch Gesetz festgelegt. Um ber häufigen Wieberkehr anbers nicht vermeidbarer Störungen vorzubeugen, wird bie Festsetzung ber oberen Grenze von 5 zu 5 Jahren unb als Höchstlumme ber Gefamtzubuße für das nächste Jahr fünf ber Betrag von 80 Pf g. pro Kopf ber Bevölkerung vorgeschlagen. Die enuäljntc Festsetzung ber Matrikularbeiträge bedeutet so zugleich eine wesentliche Stärkung für die Stellung der Reichsfinanzverwaltung. Diese vermag den Anforderungen ber einzelnen Verwaltungen nur bann mit Erfolg entgegenzutreten^ wenn sie sich barauf berufen kann, daß ihr bie erforberlichen Mittel nicht zu Gebote stehen. Jnbem nunmehr durch die für bie Schuibausnahme sestgestellten Grunbsätze eine Abschiebung ber Ausgaben auf Anleihen burch bie Festlegung ber Matrikularbeiträge unb die Abwälzung auf die Finanzen ber Bundesstaaten behindert wird, muß ber Grundsatz „keine Ausgaben ohne Deckungen" in Zukunft befolgt werben. Nach ber vorgeschlagenen Regelung werben somit nur noch zwei Verbinbungen zwischen oen Finanzen des Reiches imb ber Einzelstaaten bestehen: 1. Die Matrikularbeiträge, für welche bie Einzelstaaten in bem ihnen überwiesenen Reinertrag aus bem Zwischenhanbel mit Branntwein Deckung finben unb 2. eine bezüglich bes Höchstbetrages periodisck)er Festsetzung unterworfene Pflicht zur Zahlung von ungebccttcn Mairikularbeiträgen, bereu Höchstbetrag für bas nächste Jahrfünst auf 80 Pfennig aus den Kops der Bevölkerung vorgesehen ist. lässig abgestempelt würden. Hätte es etwas derartiges bis heute noch nicht gegeben, so würbe man wahrscheinlich genau bie gleichen Einwänbe gegen bie öffentliche Ausstellung bie)er Kunstwerke erheben, wie jetzt gegen bie Schönheitsabenbe. Man kommt schwerlich zu einem richtigen Urteil, wenn man sich bas nicht klar macht. Man kann aber logischerweise nicht die Theorie ausstellen, daß bie Nachbilbung in Marmor unb Erz schön sei, daß jeboch bas Urbilb, ber menschliche Körper, der außer ber schönen Gestalt, noch Bewegung unb inneres, auch geistiges Leben hat, der Schönheit nie teilhaftig fein können^ Täte man es doch, so erhöbe man Menschenwerk über des Schöpfers Werk. Daß im Rahmen ber ästhetischen Erziehung und weiter im Rahmen ber Leibespflege die Nacktheit eine angemessene Stelle habe, erscheint uns unbestreitbar. Aesthetisch wünschenswert ist doch nicht ber Zustanb, daß Mäbchen mit Brillen auf der Nase unb verkümmerten Gestalten im Museum vor ben Gipssiguren ber Götter unb Göttinnen stehen, sich vom Professor bie Schönheit dieser Körper vordemon- ftrieren lassen unb bann, selbst ein B-ilb ber körperlichen Unschönheit unb Entartung, unfähig, die Schönl)eit draußen in der Natur recht zu empfinden, mit Wissen bepackt nach Hause schleichen. Oder wenn Jünglinge mit flacher Brust und schmalen Schenkeln zu ben Athleten ber griechischen Kunst mit Forschermiene ober mit sanften ästhetiichen Emp- finbungen ausschauen. Schönheit soll boch nicht nur als Wissen ober sanftes Empfinben ausgenommen werben, son- bern will gelebt sein. Daß in unserer geistig angestrengten Zeit bie Leiblichkeit nicht vernachlässigt werden darf, wird neben mancherlei Sport auch bie Nacktkultur eine Nolle spielen. Unter ben Kleibern vegetiert bas Häßliche unb Schwächliche leichter fort. So könnte burch Anblick nackcer Schönheit unb bie Gewöhnung, sich selbst bem Anblick auszusetzen, in ben Großstabttinbern ber Trieb gepflegt weroeu, sich körperlich wieder hinaus zu arbeiten. .Tas ist unter unseren badenden Kindern teilnwi.se ja auch tatsächlich der Fall. Die <,ieb.) Nr. 25« Erstes Blatt 158. Jahrgang Dienstag 3. November 1008 Der Gleyeaer Snzelger ä Ve-ugSpretZr erschein» täglich, außer monatlich7bPf., viertel- Sonntag». - Beilagen: J A a Eg ▲ A ▲ A. A fährtich Mk. 2.20; durch siss-säi^a.-*AMAtt A-H HI MAAf nAMsr«ss =^ÖWnCHCl ZlUwlUvl »trlfchaktltche Zettfragen Jy W M Bi Wr ly ▼ auswärts 20 Plenntq. Yernfprech - Antchtuffer N W ß i3 Verantwortlich tüi bie Redaktion 112, M a _ a •• ze < ** für ben politifchen Tetl, MM General-Anzeiger für Gberhesien WW tot die ragesnunnner Rofofiottsbnid und Verlag der vrühl'fchen Unlv.'vnch' und sietndrnckerel R. Lange. Redattlon, Expedttton und vruckerel: Schlllfiratze r. oiHLtflCnte?i:6,f)kl bis vormittags iU Uhr. _______0 n , _________ Das sind so natürliche Gedanken, daß sie von alten werden von jener Seite für unsittlich und schmutzig erclärt! anerkannt toerben r . Guter jo sptt ■ iiliitifchen toerben, wenn sie nicht durch das Herkommen als zu- anschauung huldigt **tc doch eigentlich memanb, daß er gi/, Uhr em Fannlienabenb im oaalbau statt, wo D. Stamm-Gießen, D. Schäfer.2lltona unb DirektorTenbt- GodeSberg reden werden. Am folgenden Tag wird die öffentliche Hauptversanimlung vorm. 9 Uhr in der Burgkirche gehalten, wo über Krüppelfürsorge und Kepplerbund vcr- lanbelt werden wirb. Wir werden über die Tagung berichten. ** Die Wanderhaushaltungsschule für den Kleis hat unter Leitung von Fräulein Mutschler aus Gießet ihre Tätigkeit wieder anfgeiiomnicn. Der erste Kursus wurde in Utphe vorige Woche eröffnet. Es beteiligen sich zwanzig Frauen unb Mabchen. Auch anbere Orte des Kreises haben ich bereits um einen Kursus gemeldet. ** Die Eroberung der Lüft ist die Bilderserie betitelt, bie in dieser Woche im ,,Ka i s er»P a no r a m a'^ ausgestellt ist. Mr ueh.iien hier als Zusclmuer teil an bem Füllen Der BalwnS ber Mititär-Luftschisfcrableilnng, steigen bann mit in bie Lüste unb beschauen uns die Erbe aus *20 bis 1600 Metern Höhe. Schon mancher bat sckion ben Wunsch gehegt, einmal mit in Exic Lüste ju steigen; hier ist ihm im Geilte die Gelegene heit geooten und zwar ohne jede Gefahr unb ohne grobe Gcld- ll.sten. . Wir lernen hier aber auch ben Drachnballon, ferner Zeppelins Ballon nebst Experimenten auf dem Bodensee, Santos Dunwnls Acroplan, die Pariser Lustschisic La Patrie unb La Ville de Paris, sowie oas lenwai'e französische Luftschiff Baulx llmncn. Die Bilderserie ist wiebcr sehr interessant. Interesse Dürfte bie Mitteilung erwecken, daß dem Besiver der Zentrale des Kaiser-Paiwramas in der Berliner 'Passage auf der internationalen Ausstellung zu Paris ber große Preis für seine herrlichn Glas- Steroos zuteil geworden ish Das Archiiv in der Passage hat über 100 000 Glas Stereos am Sager. * Gießener Dolksbab. Im Oktober wurden 9856 Bader verabreicht gegen 8143 im September 1908 und 9176 im Oktober 1907 ober im Durchschnitt pro Tag 318 Bäder gegen 271 im September 1908 und 266 im Oktober 1907. Ter Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 4430 Manner, darunter 1104 zu 10 Psg., „ 1271 Frauen, , 220 „ 10 , Wannenbäder I. Sil.: 221 Männer, 80 Frauen, „ II. , 719 „ 502 , Brausebäder I. v 838 v 179 „ , II. „ 1208 v 244 , Dampf- und Heißlustbäder sowie Masiage zufammen 14o Manner, 19 Frauen. Tie Personenwage wurde von 240 Personen benutzt, das Bad von 4 Personen besichtigt. * Gießener Kohlenbezugs-Verein. Der Verein zählte am Schluß bes Rechnung.Wahres, Enbe Juli 1143 Mitglieber (ber augenblickliche Stanb beträgt 1200) ca. 200 mehr als im Vorjahr. Umgesetzt würben 1907/08 84 400 Ztr. Brennmaterial ober ca. 100 000 Mark. Die den Mitgliedern berechneten Einzelpreise stellen sich wie folgt pro Zentner: sttußkohlen Winter 1.19 Mk., Sommer 1.17 Mk. Anthraeittohlen Winter 1.67 Mk., Sommer 1.66 Mk. Anthra- eit-Eiformbriketts Winter 1.11 Ml., Sommer 1.10 Mk. Braunkohlen-Briletts Winter 0.78 Mk., Somn er 0.79 Mk. Die Aerwaltungskosten betragen pro Zentner 3 Psg. Die Hauptversammlung sindet im Januar k. Jah.es statt. ** Der vom Gern Hard schen Zither - unb Mandoli n e n ch v r am letzten Sonntag veranstaltete Z i t h e r musikalische Unterhaltungsabend batte sich eines guten: Besuches ju erfreuen. Tas abwechselungsreiche Programm, das eine 'jjtcnge gut zum Vortoag gebrachter Musil- und Gesangs- nummern enthielt, sorgte dafür, daß die Zuhörer bie emzelnew Darbietungen bis zum Schluß mit besonderem Interesse verfolgten, und nach jeder Nummer wohlverdienten Beifall svendeten. Besondere Emrähnung verdient: „Ein Dvrffest", charakteristisches Tongemälbe von P. Höfl, sowie das Gesangsterzett ,,2ie Nachtigall", Volksweise, außerdem die beiden vierstimmigen Tiroler Lieder mit Zitherbegleitung „Andreas Hofer" uni „Darf i's Mandl liab'n (P. Rosegger), komponiert von Hirsch. x Mainzlar, 1. 9tot> Ter Geflügelzüchter- verein Allendorf und Umgebung hielt heute nachmittag in der Bingelschcn Wirtschaft dahier seine Herb st - versammlung nb, die ziemlich gut besucht war. Nach Erledigung verschiedener Bereinsangclegenheiten wurde von einem Mitglied ein sehr anregender Vortrag gehalten über die Frage: Ist die Geflügelhaltung gcwiimbrmgend? Redner beantwortete die Frage, gcsu'is.t ans nach eigener Erfahrung genau ausgestellter Tabellen im bejahenden Sinne und empfahl besonders dell Landwirten, die ihrem Geflügel, besonders ben Hühnern, freien Auslauf biet»* rönnen, das Balten eines großen Geflügelhofcs aufs angelegentlichste. Ter Vortrag fand die ungeteilte Zustimmung der An- wesenden. Tic nächste Verfanlmlung findet int Januar in Treis a. d. Lda. svatt. Da solche Verfamnilungen und Vorträge für jeden Geflügelzüchter sehr lehrreich find und die mannigfachsten Anregungen geben, sollte kein Landwirt versäuinen, dem Geflügelzüchterverein feines». Bezirks beizutreten. 8 Burkl) ards, 2. Nov. Schon öfters haben Touristen die an der Gemarkllngsgrenzc Burghards—Kaulstos, einige Schrille abseits der .ureisslraße stehende „L u t h c r l i n d e" für einen aus der Zeil Luthers herrührenden Baum gehalten. Tent ist nicht so. Tic Linde ist ein Erinnerungszeichen der 300 jährigen Jubelscier der Reformation un Jahre 1817 und wurde aus Anregung des damaligen Pfarrers .Mceberger int uachfmgenoen Jahre gepflanzt. Während der Rcparalur der hiesigen Kirche int Jahre 18a8 wurde unter der Linde der Sonnragsgottesdien,t gehallen. Eine Tafel mit entsprechendem Pcnnert wäre an diesem Baume sehr angebracht. fc. Friedberg, 1. Nov. Tic Hauptversammlung des lan dw. Bez irksvereins F riedderg sand fyeutc nachmittag hier int Hotel Trapp frall. Geh. biegie» rungSrat Feh eröffnete um 4i/i Uhr die zahlreich besuchte Versammlung, trug die Rechnung snr das aogelaufenc Geschäftsjahr und den Voranschlag für das lommendc vor und erteilte nach ihrer Genehmigung dem Leiter der hiesigen landw. Winterschule, Oelonomieral Spies, das Wort zu dem Vortrag: Bedeutung und Umfang des Unterrichts in den landw. W i n t e r s ch u I e n. Der Referent führte aus: Ein großer Teil der Landwirte in hiesiger Gegend, besonders die, die kaum über die heimatliche Ftur htuaus- getommen und die, die mit eigenen Leuten die Wirtschaft betreiben — das sind die, denen es gut geht — halten es nicht für nötig, ihre Söhne die Winterjchnle besuchen zu lassen. Sie sind einer Weiterbildung durchaus abhoio, im Gegensatz zu der sich auch im dicsscltigen .Meise immer mehr ausbreilcuden Sozialdemolratie. Fachkeunutis uud Weiterbildung hat heutzutage auch der tlxiuste Landwirt nötig, um vorwiirts zu loinmcn. Tic Winterschule repetiert zunächst in der nntersten Stufe das in der .Bollsschule Gelernte, führt die Schüler in die Ehemie'. und Physik ein. In der oberen Abteilung wird Verwallungslehre, landw. Rechnen, Tierzuchtlehre, Getreidebau usw. gelehrt. In diesem Jahre ist die untere Abteilung von 32, die obere von 23 Schülern besticht. Ein Bestich für die hiesigen überaus günstigen ivirtschastlichen uni) Verkehrsverhall uisse ein minimaler genannt werden muß. Tas Doppelte an Schülern müßte vorhanden sein, wenn die Landwirte der Wetterau da-.> richtige Verständnis dafür besäßen. Wenn gesagt wird, in Hessen führten die landw. Winterschulen die Lernenden zu wenig in die Praxis ein, so hat dies eine gewisse Berechlignltg, brauche aber die Landwirte nicht zu bestimiuen, deshalb .h-re Söhne der Schule, fernzn halten. Wünscheitstvert allerdings sei cs, wenn in Hessen, Ivie in Bayern, Württemberg und Baden diese Schulen mehr mit der Praxis in Verbindung gebracht würden. .Tahin müssen wir wirken und streben. - Im Anschluß an diese Versammlung fand die H a ti p t v e r s a m m l n n g -des Bezirkszuchtverein .. für Si»inten taler Vieh ebensalls unter dem Vorsitz des Geh. Regierungsrat Fey statt. Das Landwirtschaftstaiumer.-Mitgiieo Hensel Dortelweil sprach über die holländische Viehzucht und schilderte die immensen Leistungen des Viehes in Friesland. Dr. m teeberger - Södel reoete der Simmentaler Zucht das Wort, die der Holländer kaum nachstehe. Beispiele führte er an, so eins aus Gießen, wo in der Oekonvinie von Bichler genaue Kontrolle über die Leistungen ein Jahr lang geführt nwirbe, die ergebe, daß die Simmentaler die Holländer im Fettgehalt geschlagen haben. Auf Leistung zu züchten, dus sei die Quintessenz. Zuchtinspekt. S ch n- a r z - Gießen hat 3 jährige .Durchschnittsleistungen von zwölf Simmenialer Kühen ausgestellt — es waren tticht durchaus prima Stücke—, uitd zwar in Angersbach, >vo seit Jahrzehnten dieser Schlag ein» geführt ist. Tas Resultat war überaus günstig. Das Simmentaler Rind zu einem guten Gebraucysrind heranzubilden, das müsse in Oberyessen das Streben der Landwirte sein. Der Vorsitzende teilte sodann mit, daß die LandwirtschaftSkammer neue Satzungen über die Tätigkeit der Zuchtvereine ausgestellt habe. Die Frage ist insolge- desscu aufgetreten, ob der Zuchtverein weiteroestcyeil solle. Tic Versammlung beschlo,; das Weiterbeftehen. Hieran knüpfte sich eine längere Diskussion. Zuchtinspettor ischwarz plaibicrte für Errichtung einer Vertan,sver- milllungsstelle für Vteh in Friedberg. Oekouomierat Spieß sprach sich gegen die vielen Schauen der Land- wirtschaftslammer aus. Bürgermeister F a u e r b a ch -Okar- ben schloß sich dem Vorredner an und wandle sich gegen die Landwirlschastölammer im allgemeinen, die eine überflüssige Institution sei und üiel zu wünschen übrig lasse. Hensel- Dortelweil meinte, die Bezirk'aus schaffe der MQmmcr seien entbehrlich. Hierauf wurde die Vorslauds- wahl üorgenommen. Der Vorstand besteht künftig aus: Vorsitzender Geh. Regiernngsrat Fey, Stellvertreter Oclv^ nomierQt Spieß, Beisitzer: ureisvetcrinärarzt Zinser, Mol kercidirektvr Bopp-Neichelsheini uud Bürgermeister Mvschc- rosch-Burg-Gräfenrodc. Univerfttäts-rrachrichteir. )( Marburg, 1. Nov. Der Lehrkörper der Universität iebt jid) im lausenden Semester aus 114 ordentlichen und außerordentlichen Professoren und Dozenten zusammen. Dazu loinnit noch em Universitäts-Musik» und ein Zeichenlehrer. Die Zahl der studentischen Korporationen und Ver- «inigungen betragt 28, dazu kommen noch 10 freie Vereinigungen und die Freie Studentenichast, die sich gestern abend, nüwdem sie ein Jahr lang suspendiert gewesen, wieder ausgetan hat. — U e b er die Aus,, et) ich im ärztli ei, e n B ernt sind in der letzten Zeit vielhub Erörterungen in der Presse anpc» stellt worben. Tie Aerzte weisen nut den großen Ueberftnß bin, wahrend große Krantenkassenoerbände, die au einer ivcttcrcn Zu nähme der Aerzteivaht cm, wenn mich nicht berechtigte , so doch für den Sachkundigen begreifliches Interesse haben, neuerdmgo znin Studium derAledizin aussordern. Zu diesem Kampf der .''a'iiuinaen sei auf zwei geiuicbtifle Stimmen bmgewienn. denen >n.u . . uügende Vertrautheit uud fachliches Urteil ivobl kann, abu > kann: der Direktor im Kaiserlichen |tah|tiid)cn v:ntt, :;a11< Reg.-Rak Dr. Zacher, hebt nn Resormblatt für 'Arbeite.r^rin-eru (Nr. 19, 1908) die UebctfüHung des ärztlichen Berrüs als Grund für die Notlage des ärztichen Standes ausdrücklich hervor. Zu der fllcuben Anfsassnng gelangt mau durch die neuefte Veroßenl- lichung des bekannten MedizmaüStatistikcrS Dr Friede. Prmzmg, der in der „Deutschen medizinischen Wochenschrift" seine durch anrtliche Zahlen gestützte Beweisführung mit den Worten tchlieut: .Ich kanu nicht umhin, das harte Wort auSzuIprcchen, das; ich es für leichtsinnig halte, den Abiturienten das Alcdizinitudium wegen eines angeblich eintretenden Aerztemangcfs zu empfehlen " Ein enische.dendes Wort z»i der Frage, ob Aciztcmangcl oder überstnß vorhaudcu ist, spricht sä)ließlich die Statistik der UrnverNtaten, nach ivelcher die Zahl der Medizmstudierenden in den letzten 3 Jahren um mehr als 3G Proz. zugenommen hat; das Ergebnis dieser Vermehrung >vird sich in den nächsten Jahren etwa vom Jahre 1913 ab, empfindlich bemerkbar machen. Angesichts dieser Tatsache und jener gewichtigen Urteile maßgebender Sachverständiger können den aus Lirankenkassenkreijen hervorgehenden Versuchen, trotz des zurzeit bestehenden und nachweislich für die nächsten Jahre zu erwartenden Ueberflusjes an Aerzten den Abiturienten das Studium zur Medizin als aussichtsvoll zu emptehlen, sachliche Beweggründe rvohl kaum noch Aiigcbilhgt werden. Das DttßverhällniS z>v>schen 9tachirage uird Angebot int ärztlicheli Bern' ist schon zurzeit so groß, daß zum Beispiel allein durch die Stellenvermittlung des arzitichen wirtschaitlichen Verbandes im letzten Jahre mehr als 20U0 fange Aerzte nach geeigneter Beschönigung suchten. Sport. — Fußball. Vergangenen Sonntag spielte die 2. Mannschaft des Gießener Fußballklubs o o n 19 0 0 gegen die 1. Mannschaft des Marburger Fußballklubs Germania. Nach recht mäßigem Spiel konnte die Gießener Mamüchait das Spiel mit 4:2 Toren behaupten. Gutes leiüete nur der Mittelläufer, der Stitrnr spielte unter ieder Kritik. QUaiburg ging nut Ester m den Kampf und korruie größtenteils das Spiel offen halten. Tic Deckung ist das beste der 'Maimschaft. <ßcrid?tsiaaL K el, 1. Nov. Auf Beru'iing des Gerichtsherrn verrirteilte das O b e r k r r e g s g e r i ch t der Hochseeflotte dte Matrosen T h i e u c und Trtchiischer wegen vorsätzlicher Zerstörung von Tienltgegcnltänben zrt vier Jahren imb die 'Matrosen H eck rmd S ch ui i d t loegeit Beibilie zu drei Jahrerr Geiäitgnrs. Drei Matrofen ivurben freigesproche>i. Die Verurteilten batten in der Nacht zum 26. Jnni d. Js. m Ponta Teigaba auf dein Linienschifs „Zahringcii" die dritterläuser zerjchniUen, wodurch für dte Boots- inaunschait Lebeiisgeiahr entstehen fonnte. verttrischtes. * Exzellenz Altyvf, alS Stammgast. Man schreibt der „Wicsbad. Ztg." von befreundeter Seite: Friedrich Althoff, dem jepl, nach feinem Tode, eine gerechtere und verdientere Beurteilung zuteil geworden ist als iu seinem Leben, war nicht nur in dem, was seines Wesens Stärke ausmachte, als Charakker, ein Mann von besonderer, eigener Art, auch in den kleinen Gewohnheiten des täglichen Daseins ging er feine Wege für sich. Ein Original, und gänzlich unbekümmert um Die Meinung der lieben Mitmenschen. Althoff verlehrte Jahrelang in einer bclannlen Weinstube der Friedrichstraße, in der Rühe der Straße Unter den Linden, dem „Rüdesheimer". Daß er hier Stammgast war, erfuhr die Welt ja übrigens durch icitic denkwürdige Kneiperei, mit der Stndentenabordnung, die er eingekaden und mit einem — recht billigen — Schaumweine bewirtet hatte, ohne daß es ihm gelungen wäre, die jungen Herren dadurch friedfertiger zu flimmen. Wenn Althoff den „Rüdesheimer" besuchte, fo geschah dies gewöhnlich zu später Nachmittagsstunde, nachdem die Mittagsgäste die Weinstube verlassen hatten und sie fast leer war. Sein „Menü" war beinahe immer das gleiche: eine dicke Suppe, Schellfisch und ein einfaches Stück Fleisch. Wodurch Althoff sich aber von anderen Gästen unterschied, war, daß er die zweite Hälfte seines Diners selbst mitbrachte, nämlich Kuchen, Obst und ein winziges Fläschchen Kognak. Den Kuchen kaufte er, bevor er den „Rüdesheimer" betrat, gegenüber bei Aschinger, uitb das Obst, das in Zeitungspapier chigciuidclt zu sein pflegte, stammte schwerlich aus einem Delikatessengeschäft ersten Ranges, — eher schon von einem Obsliwagen oder aus einem Fruchtkeller. Diese Vorräte packte er, wie wertvolle Schage, sorgfältig kwr der Mahlzeit auf seinem Tische aus. Ein Meister in der Kunst des Essens tonnte Althoff kaum genannt werden, und so band er sich denn auch, um kleinen Unglückssällen vorzubeugen, stets, wenn die Suppe tarn, die Serviette nach der Väter Art ums Kinn. Mau entsinnt sich, daß er dies einst auch auf einer Seefahrt, zu der der Kaiser ihn geladen hakte, an Bord der „Hohenzollern" tat, uno daß der Kaiser ihn ironisch fragte: „Wann, Sie wollen sich wohl rasieren lassen?" Manchmal lub Althoff sich Bekannte, Professoren oder Räte seines Ministcruuns an seinen Stammtisch. Dann ging es auch nicht luxuriöser zu; nur, daß größere Provisionen bei Aschinger und beim Obstliefc- raiiten entnommen wurden, und die Kuchett teilte er mit eigener Hand aus. Bei diesen Gelegenheiten ereignete sich stets ein kleines Jnteremezzo, das zu humoristtsch ist, als daß man es, trotz eines etwas heiklen Beigeschmackö, ganz verschikveigen möchte. Althoff tuar gewohnt, nach dem Essen still und allein, bei Zigarre und Zellung, auszuruhen. Das führte er auch -hier durch. Seine Gäfte merkten mit einem Male, das; er verschwunden war, und warteten ö, 10, 20, 25 Minuten ängstlich auf ihn. Pünktlich nach einer halben Stunde kehrte er frohgemut in ihren Kreis zurück. Aus iueldjetn fernen Plätzchen er aber, um vor jeder Stö- ruug sicher zu sein, gemütlich seine Zigarre geraucht und seine Zeitung gelesen hatte, — das entzieht sich aus gewissen Gründen näherer Andeutung. * T u r ch H ö H i d) t c i r g c ft o r b c ii. Der seltene Fall, daß ein Mensch das Opfer feiner Höflichkeit wird, ereignete sich am ^arnstag in Paris. Dortselbst befand fick) der Reisende, Paul Duvillier im Laben eines Fri,eurs, als ein weiterer Kunde eintrat und den üblichen „Guten Tag" wünschte. Duvillier, der gerade rajicrt wurde, erwiderte den Gruß, durd) die Bewegung beim Sprechen glitt jedoch daS Mesfcr des Friseurs ab und durchschnitt ihm die Kehle. bedenklichem Zustand lieferte man bas Opfer seiner Höflichkeit in das Spitak ein, doch schon nach kurzer Zeit verschied Duvillier infolge Verblutung. Trotzdem den Fri- feur nadi Aussage von Augenzeugen leine Schuld trifft, murbc er dennoch wegen sahrlaßiger Tötung einslwellen in Haft genommen. Ein gleich tragt,d)cr klnglucksfall dürfte bisher kaum bekannt sein. Der Korkzieher als Lebensretter einer Muli. Eine einem Tischlermeister in Hcinzendorf gehörige Kuh verfchlnctte cine im^Hose liegende Koh.rübe uiid war in Eefayr, zu ersticken. Schon sollte die Ktih notgesckilachtet werden, als der Bauerngutsbesitzer Robert Kühn, der von dem Vorfall .venntnis erhallen hatte, erschien und mit einem Korlcnziehcr in wenigen Minuten die tief in den Schlund Der Mui) swende Rübe zum Vorscln:iu brachte; darauf konnte da-.- Tier wieder dem Stall zugeführt werden. , *.1' 1,c- ’-'dd., Herr Tolior, das rechte Auge meines • e - 111 vcVi ciuziingel. Was ioll ül, dagegen tun?" — ‘ 11 III * * * * !,u » sagen Sie ihr, sic solle ntcku mehr handel. " D i c ß e n c r B r a u n st e i n b e rg w e rk e vorm.Fernie Tic vom Grubcnvorstand beschlossene Ausbeute benagt pro Kuxe 50 Mark für das abgelausene dritte Quartal und nicht 1,50 'Mark. Markte. Gießen, 3. November.Marktbericht. Ans hentigem Wochen« mailte kostete: Bnitcr pr. Pfd. 1.00—1.10 'Mk., Hühnereier 1 ot. 8-9 Big., Käse pr. St. 6—8 Pf., Stäiemattc 2 St. 5—6 Psg., Erbsen p. Pfd. 18—24 Pia., Linsen p. Psd. 25—40 Psg., Tauben pr. Pr. 0,80-1,00 Nik., Hühner pr. St. 1,00—1,60 All., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk„ Gänse vr. Pfd. 00—00, Einen pr. Stück 1,80 bi-j 2,20 All., Ochsen fletsch pr. Pfd. 78—86 Psg., Kutz- und 'Rindsleisch pr. Pfund 74—76 Psg., Schwemeslcifch pr. Pfund 68-80 Psg., Sclnocineflcifch, gesalzen, pr. Psd. 84 Psg., Kalbfleisch vr. Pfd. 70—80 Psg., Hammelfleisch pr. Pfd. 60—80 Psg. Kartoffeln pr. lOO Kg. 5.00—5.c>0 Alk., Ziviebeln pr. Ztr. 5,00—6,0» Alk., Milch per Liter 20 Psg., Weißkraut ver Ltück 10-15 Pig., per Zentner All. 2.50-3.00. — Aepiel per Ztr. 5—8 Alk., Birnen per Ztr. 5—10 Alk. Nüsse 100 Stück 40—00 big., per Ztr. u—00 Alk. Zwctfchen per Zentner 4,00—6,00 Alk. Marktzen von 8—2 Uhr. Spielplan der vereinigten Sraniiurter Stadtthroter. W per r.i) aus. Mittwoch den 4. Nov., abeiiue halb 8 Uhr: „Ein Walzer» tranm " Donnerstag beit 5. i)lov. *): „Ton Inan." Freitag den 6. Nov. gefchlosjen. ‘ Samstag den 7. Nov., abends halb 8 Uhr: .Lohcngim." Sonntag den 8. Vlov., nachm. halb 4 Uhr: „Ein Walzeriraum." Abends 7 Uhr: „Ler Freischütz." Aloukag den 9. Vlov., abends halb 8 Uhr: „Die luftigen Ubcibec von Windjor." Tnmstag den 10. 'Jlon.: „Earmen.- Alittwoch den 11. Nov.: 2. Abonnement-Konzert. Schauspielhaus. Mittwoch den 4. 9lov. : „Dte Journalisten." Tonnerstag den 5. 9lov., abends halb 8 Uhr: „Tte i/icbe lvacht." Freitag den 6. Nov., abends halb 8 Uhr: „Tie Liebe wacht." SamStag den 7. Nov.: „Othello." Sonnlag den 8. Nov., nachmittags halb 4 Uhr: „Alt-Heidelberg." Abends 7 Uhr: „Hnfarensieber." Alontag den 9. 9lovember: „Was ihr wollt." Dienstag den 10. Nov.: „Maria Stuart." Alntwoch den 11.Roo.: ..Der Hiitteu- besitzer." Donnerstag den 12. Nov., abends halb 8 Uhr: „Wallensteins Lager." Hiciauf: „Tie Piccolomini." Freitag den 13. Nov., abends halb 8 Uhr: „WallenstemS Tod." ') Ainang, wenn Nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Kirdjlidjc Nachrichten. Socuigllifüje tiemeinöc. Mittivoch bett 4. November, abends 8 Uhr, im Iohannesjaal: Vcrfammlnng des Frnitenvcreins der Johannesgemeinde. Teleloanisctiö ^ursticyüC-ate des (xiesscnei Anzeigers, nntgetcili von der Hank Itlr Handel und Industrie. Hiessen. Fraiikturtcr Eör*»e. 3. November. 1.15 Uhr. 3>ä °/o Ileichsanleihe . . 94.25 do. . . 84.15 °/0 Konsols .... 94.45 056 do 84.60 5>io/o Hessen 92.60 3>au/0 UberUesseu . . . 91.Lü i Ucsterr Goldrente. 98.00 4'/8/o Ucsterr. öilberrente 99 üü 4^o Ungar Goldrente . . 92.80 4y0 Italien. Rente . . . —.— 3 z'o Portugiesen Serie 1 57 60 dj>6 Portugiesen „ 111 59.30 4 XA°/0 luss.blantsanl. 190.» 97.10 "/0 japan. Staatsanleihe 91.20 1 ;0 Uonv.lüikeu von lUuü 9U.9u lürkenloso 140.00 1% Griech. Jflouopol-Anl. . — 4% äussere Argentinier . 86.50 ov/„ Mexikaner . . . 63.30 i •/! v/0 Chinesen .... 97.10 Aktien: Bochum Guss 212 70 Buderus E. W 111.50 Tendenz: fest. EJektnz. Lahmeyer . . . 119.50 Elektnz. Schlickert . . 120,50 Eschweiler Bergwerk . . — Gelsenkirchen Bergwerk . 186.40 Hamburg-Amerik. Paket! 108.60 liarpener Bergwerk. . 192.00 Laurahütte 192.40 Aordd. Llujd . . . . 85 4Ü Ubcischlcs. Eisen-Industrie 97 00 Berliner iluudelsgcs. . . 16550 Darmstädter Hauk . . . 126 30 Deutsche Bank .... 237.70 Deulseii-Asiat Bank , . — Diskontu-KominauaiL . . 177.60 Dresdner Bank .... Uo.tiÜ Kredituktieu.....1j9.00 Baltimore- und Ohio- Eisen Lahn 100.80 Goituardbahu — Loniuord. Eisenbahn . . 22.30 ucsterr. 8laaisbaim . . . 147 40 1 rince-tieun-Eisenbahn . 122.00 berliner Ittirse, 3. Canada E-B...... 175.00 Darmstädter Bank . . . — Deutsche Bank Dortmunder-Union C. . . 57.40 Dresdner Bank . . . 145 50 Tendenz: fest. November. Anfangskurse. llarpeuci Bergwerk. . . 191.00 Laurahütte 192.40 i.oinbardeu E. B. ... —.— Nordd. Lloyd 85.00 1 lirkeidose —.— Das Beste ist stets das Billigste. Wie für jedes bekannte und eingeführte Präparat, so wird auch für SeottS Emulsion eine Reihe von mehr oder lveniger minderwertigen Rachahnmngen geboten. Hierüber laufen täglich 5tlageu bei uns ein, zumal nach Gebrauch dieser Nachahmuugeu der gekvünschte Erfolg ausgeblieben ist. Deshalb sollten alle Eltern, die es gut mit ihren Kleinen meinen, uwhl überlegen, ob es nicht vorteilhafter ist, das iu allen Fallen ve- lvährte Origiualpräparat Seotts Emulsion g zu nehmen, und ob sich nicht auch hier der Spruch bestätigt: das Beste ist stets das Billigste. Mau verlange daher ausdrücklich: Scotts E m u l ji o n mit unserer bekannten nebenstehenden Fifcher- scheu Dert-dreuSI fchUtzMarke. p*/e J ellsclinft.-«rhuine, ’-'-uwg. l>:btkur. il i nderbomittclle.) WintPrklir für lt rnnkc. Wurme geschützte Lage am III ter r.UI IUP Südubh- d, rounus. Behngl. cingcricht. kL An-’. NpczIuUictliiiisCiilt. Contr.Heix. Prospi franko Dr. M. Schiilrc-liixlileysN. NervonarzL fl?” Sanatorium Hofhelm im Taunus, iuutü u. Bi L *varuu zu b3 i 2flr.aa»MaiMiir~-7>äa 1 -a ein- Kmgia Mär! ttteM 3 Db/h MN" bedeutend herabgesetzten Preisen. Schuh-Haus L. Süss Telephon 434. 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Indem ich der Gesellschaft den Dank de§ Verein? auS» spreche, empfehle ich auf Grund der bestehenden Vereinbarung unseren Mitgliedern die Versicherungsnahme bei der Aachen, Münchener Feuer-VersicherungS-Gesellichaft. Bisher wurden den landmirtschaflllchen Vereinen deS Grobherzogtums von der gen. Gesellschaft Mk. 183211,87* findet. Zuschlagssrüt 3 Wochen. Gießen, den 31. Oktober 1908. Großh. Kulturinspcttiou Gießen. F. V.: H. S t e i n b a ch. ^vuntrsverstergerrmS. Durch den von mir beauftragten Gerichtsvollzieher Seipel kommen im grobe» Saale von Steins Garten (Neuer Saalbau) die Reslbesläude der H. Bucs'schcn Konlucümasse Mittwoch den 4. November 1908, ab 10V» Uhr vormittags zu Versteigerung. Hierbei insbesondere: ca. 205 Wiener Stühle, taxiert zu 375 Mk.; ein In der letzten Zett sind Ihnen diese beiden Worte wiederholt ausgefallen, ohne daß Sie vielleicht die genügende Aufklärung darüber erhalten haben. „Coffein" ist der Bestandteil des Kaffees, der die bekannte Wirkung auf Lerz und Nerven bedingt und dadurch veranlaßt, daß alle Lerzleidenden, Nervösen, Kranken, Kinder und alte Leute Kaffee nicht vertragen können. Dem „Kaffee Lag" coffeinfrei ist dieses Coffein entzogen, sodaß jedermann wieder zu seinem altgewohnten Kaffeegenuß, auch in stärksten Auf- güffen, zurückkehren kann. Man beachte: „Kaffee Lag" coffeinfrei ist wirklicher Kaffee, der von den besten Plantagen Zentral-Amerikas und Brasiliens bezogen wird. überwiesen. Friedberg, den 2. November 1908. Schlcnkc, Präsident de? landw. Vereins für Oberhessen. werben Sie sein über die hübsche Geschcnkbeilage bei dem Beilchen-TeiienptUver „Goldperle“. Zedes Pater enttiaU ein reizendes Geschenk. 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