nicht auf der Basis der enväijnten VennögenSsteuer festgestellt werden, die Summe würde also darauf hinaus- lau।en, daß die Bundesstaaten eine einheitliche Vermü geitsfteucr erheben und oieie in der Form von Matrikular beitragen an das Reich avliefenn Tie Beschwerde btt deutschen floloniftcn in $aifa, Aus Intervention des deutschen Vertreters luegcti Beschiv erden deutscher Kolonisten in Haifa ist den deutschen, in ihren Diensten stehenden Bauern nunmehr gestattet worden, daß sie in den ungefähr 25 Kilometer von Hälfa entfernten, neuerworbenen Landdistrikten Umelamcd und Beilam die Vestel- lungsarbeiten ungehindert fortsetzen. Tie türkischen Gendarmen sind zu rü äderns en; auch die Fortsetzung des begonnenen Baues von Wirtschaftsgebäuden ist gestattet worden. Von türkischer Seite wuroe zur Rechtfertigung des ergangenen Befehles vorgebracht, daß die Deut- schen in den genannten Orten Eigentumshaw'Utngen vorgenommen haben, bevor die grnnobuchamtliche Erwerbung der Grundstücke durch sie stattgesunden hatte, w-ogegen von selten der deutschen Vertretung geltend gcn> cht wurde, daß die Vornahme der A u s l a , s u n g s f o r m a l i t ä t, entgegen den Verträgen, seitens der Grand bvchbehörde verweigert worden ist. Wahlreform in Ungarn. Bei den politi>u-en ^^c^rvLu^p,äugen in Budapest wurde von allen Parteiführern die Notwendigkeit des Weiterbe stehens der Koalition betont. Die neue Wahlreform soll noch im Frühjahr vor den Reichstag gelangen und zwar in Verbindung mit der Revision der Hausordnung zur künftigen Verhütung der Obstruktion. Ferner ist die Regelung der Bankens rage beabsichtigt, von der Minister Kossnth erhofft, sie werde int Sinne einer selbständigen ungari.chen Notenbank gelöst werden, während Wekerle betonte, er werde keiner Bestrebung Widerstand leisten, wenn dadurch die finanzielle Situation des Landes nicht erschüttert werde, jedoch ketnes- wegs persönliche Hindernisse bereiten. Politisch« Tagesscha«. Neue Steuerpläne. In den letzten Wochen sanden bekanntlich Besprechungen der deutschen F i n a n z m i n i st e r mit dem Staatssekretär des Reichsschatzamtes in Berlin statt, lieber diese Besprechungen wird aus guter Quelle mitgeteilt: Um den von allen Finanzministent vertretenen ablehnenden Standpunkt gegen eine Reichsvermögenssteuer formell zu wahren, soll eine solche Steuer und zwar in der Höhe von Va pro Mille als bundesstaatliche Steuer allen Bundesstaaten vorgeschrieben werden, es soll ferner dabei bleiben, daß die Bundesstaaten das Reichsdesizit durch Matrikularbeiträge zu decken haben. Die Verteilung der Matrikularbeiträge soll aber nicht mehr nach der Bevölkern ngsza hl, sondern nach der Steuer- kraft der Bevölkerung erfolgen. Diese Steuerkraft soll Jur gifiiialheiilLli Ka der s. Das Januarheft der „Preußischen Jahrbücher" enthält einen aus der Feder des Herausgebers Prof. Dr. H. Delbrück stammenden Artikel zum Prozeß Moltke-Harden, der sich besonders mit den persönlichen Motiven in dem Treiben des Herrn Harden beschäftigt. Es heißt einleitend darin: „Schon sind alle seine literarischen Freunde in Bewegung gesetzt, sich für seine persönliche Ehrenhaftigkeit und die Kleinheit feiner Gesinnung zu verbürgen, und wenn er verurteilt werden sollte, wird man alles tun, um zu verbreiten, daß er ja vielleicht objektiv unrecht gehabt, subjektiv aber doch im guten Glauben gehandelt habe. Eiile ^ieihe von Schriftstellern haben bereits für ihn Zeugnis abgelegt und Herr Björnstjerne Björnson hat vor ganz Europa erklärt, S^err Harden sei ein Mann, der imstande sei, für feine Ueberzeugungen den Scheiterhaufen zu be- fieigen." Demgegenüber erinnert Delbrück daran, daß Herrn Harden in den „Preußischen Jahrbüchern" wie an anderen Stellen wiederholt tinwahrhairigkeir nachgewiesen mürben ist und zwar Unwahrhaftigkeit sowohl in Bezug aus seine Gesinnungen wie aus behauptete Tatsachen. Delbrück schreib, dann: Herr Harden hat gleichzeitig seinerzeit an verschiedenen ©teilen für und gegen den Fürsten Bismarck geschrieben: er hat in Tönen tiefster Trauer in einem bismaräircunoUchen tilau feinen Abgang bedauert und in einem bisrnaräscindlichen tilau gelingt nber „daS System der Korruption, das sich m beinah dreist.gjähciger Gewaltherrschaft in Teu.schland ausgebildet" habe. Er l;-i ia..n gleichzeitig dem Fürsten Bismarck und bt.n „tio.* Kwriy" feine Dienste angeboten. u.r hat in Briefen, Die er veröffentlichte, um Gegner zu bekampicn, ben Text geändert uni) ein unrichtiges Datum angegeben. Er hat in den Tonen höchster sittlicher Entrüstung einen Mann, der gegen ihn ausgetreten war, einen Verleumder genannt, und nachher stellte sich heraus, daß die abgeleugucte Tatsache doch wahr gewesen war. Er verdient daher auch jetzt keinen Glauben, wenn er behauptet, daß er bei seinem Vorgehen gegen den Fürsten Eulenburg und ben Grafen Moltke einen politischen Zweck verfolgt habe. Es ist schon deshalb ausgeschlossen. u-eil Herr Harden eine polnische Ueberzcugnng überhaupt nicht hat und in seiner Wochenschrift in all ben Jähren seiner Tätigkeit irgend ein positives politisches Ziel nientals angcstrebt oder auch nur gezeigt hat. Es ist uiuoahr, daß er um einer sittlichen Reinigung willen seine angeblichen Enthüllungen gemacht hat, denn u. selbst hat zugestanden, daß ihm diese angeblichen Tatsachen bereits seit fünf Jahren bekannt gerne] en waren. Es ist auch cqb er die angegriffenen Herren als angeblich anormal empfilmende Menschen für ungeeignet gehalten habe, an ein» sl ustreichen Stellen zu stehen, denn er selbst hat noch vor einigen Jahren in seiner Zeitschrift (Bd. 41 S. 334) erklärt, angeborene oder erworbene Homosexualität mindere den persönlichen Wert nicht. Er • verdient feinen Glauben, wenn er angibt, daß er den Aussagen der Frau von Elbe getraut habe, denn er selbst hat im feiner Zeitschrift wiederholt (Bd, 42 S. 524; Bd. 44 S. 344) in der schärfsten Weise die Unzuver- läififgkeit solcher weiblicher Aussagen hervorgehoben, und er ist kein lwrmloser Schösfenrichtcr, sondern wenn er will, ein recht sä-arfil.utiger Psycholog. Er hat auch ganz genau gchnißt, waS er tat, wenn er die beiden Herren mit seinen Anschuldigungen angriff, denn er hat, als der „Vorwärts" in dieser Weise .'Ä:upp aniiagte, das für eine Gemeinheit erklärt. „Ein Feier- tagj,treffen für Radikalismus und Skandalismus. Das Geiindel entblödcte ' sich nicht, Krupp als Verwüster kraprififcher Sittsamkeit hinzu stellen. Ta§ mußte wirken. Den Vorwurf, den deutschen Namen im Auslande geschändet zu haben, konnte der Günstling des mächtigsten Polentaten nicht auf sich sitzen lassen." Weshalb also hat Herr Harden den ganzen Feldzug gegen den Fürsten Eulenburg und den Grasen Moltke gemacht? Irgend ein politisches, irgend ein höheres Akotiv gibt es für ihn nicht; was ihn erfüllt und treibt, ist die S e n s a t i o n, durch die er groß geworden ist und von der er lebt. Er ist der Mann, der sich nicht gescheut hat, das Unglück seiner im Grabe rulienden Eltern in die Oeffentlichkeit zu zerren, um einen Vorwand für die Aenderung seines Namens (er hieß ursprünglich Isidor Wittkowski) zu haben. Seit die Welt weiß, was schmutzige Ware an ihm für einen guten Abnehmer hat, tragen ihm die gekrankten Existenzen, die geschiedenen Frauen, die Doll- hardt und Genossen das Material massenhaft iuS HauS. Von Zeit zu Zeit wird daraus etwas heranSgcsucht und dem Publikum ein Gcriast serviert. $fl eS sehr pikant, so werden die W.n- düngen so genommen, oaß man den eigentlichen Sum ableugnen kann, die Doppelsinnigkeiten aber so oft wiederholt, daß auch der Unaufmerksamste sie schließlich versteht. Juristisch dergleichen äu fassen, bleibt ja immer schwer, wie wir es jetzt gesehen haben. Unter allen Umständen ist, wie wir ebenfalls gesehen haben, ein Prozeß auch für den Kläger eine furchtbare Prüfung, eine wahre Folterqual. Die Gefahr, der sich diese Art Journalistik aussetzt, ist also keineswegs sehr groß. Frechheit ist noch lauge nicht Mut. Daß gerade jetzt Fürst Eulenburg an die Reihe kam, mag damit zusammenhängen, daß Herr Harden eben eine neue, höchst wertvolle Freundschaft geschlossen, die sich an dem Fürsten Eulenburg zu rächen wünschte. Schwerkranke zu verhöhnen ist dazu auch eine seiner Liebhabereien, und das letzte Ziel seiner Pfeile landen wir nur noch höher zu suchen haben; er weiß ganz genau, wen er im tiefsten Herzen kränkte, wenn er seine Freunde vor aller Welt in den Schmutz stieß. — Zu dem kriegsgerichtlichen Verfahrengegen die Grafen Lynar und Hohenau erfahrt die tios,ischc Zeitung, daß die Untersuchung b.s.-er gegen Hohenau irgend e> was, was zu seiner Verurteilung führen könnte, nicht ergeben habe. Auch gegen ben Grafen Lynar scheint bish.r nichts .fest, gestellt zu sein, oas zu scnier Bestrafung, unter Umständen wegen Beleidigung, ausveichen könnte. Stuttgart, 2. Jan. .Bei der heutigen Gemeinderatswahl, die zum ersocumale nach der Verhältniswahl itattianb, wurden bei ftarßer Wohloclnligung gcwa.hU : drei Na- twnalliocra.e, ein Konservativer, ein tivlföyartcilcr und vier Sozialdcuw traten. B i e 1 c i c l ö, 2. Jan. Anläßlich der Trauerfeier der Beisetzung dc§ W.rklichen Gel-eimcu Rates Dr. Hinz* V c t e r jlaggicn össemlichc Gebäude und vie.e Piivalhäuicr auf HmbiiiUst. Die Süu)t batte am Bahnhof bcslorte Banneruiastcn und mr dem Trauerhauie Oberwallstrave 14 einen Traucrbal- dachin errichten lassen. Auf dem Wege von dem Trauerhaus nach dem JohamiiLiru-dl»s waren die brcnnenöm Laternen um- iLrt. Aus'dieser Sirene bildeten Krieger- und aitbcie Vereine Opalier. Unt 2.15 Uhr tcaf bet Kaiser in Gencralsuniform, mit bem Band dcS Schwären Ad.ers über dem Mantel, und -Iniuz Heinrich mit Gefolge, darunter auch General v. Kessel, eut. Auf. d.r Fahrt zum Traucrl>'use wurde dec Kaiser von einer givbvn 9Neu>chcnmcnge chrsurchiSovll begrüßt. Vor dem Trauer.,au,i! wurde der Kaiser bu\\ Herrn v. Ditsurth empfangen. Unter Gesang und Glvaenürnicn wurde nach dcc TrauerfeieL der Sarg auf ben_ ßciu/einüagen gel-ooen. Der Katur schritt mit dem Prmzen Hcmeich ein Stück Weges Himer dem Leichenwagen und bestieg dann e.n bereitstehendcs Auwmobil, begab sich naa) bem Bamu-df und versten Bielesc.b bald nach drei Uhr. Tie Aukan-t M Kaisers in Berlin (Lehrter Bahul-of) erfolgte um 9.15 Uhr. Rußland. Die Zarin ist von iyvem Krankenlager wieder auf» aestanden, jedoch bisher noch nicht ausgefayren. Die erste Ausfahrt i,t für die rusfjfchen Weihnachtstage in Aussicht genommen worden. — Die „Voss. Ztg." meldet aus Petersburg: Die Polizei verhaftete 19 Personen, die in dem Verdachte stehen, einen Anschlag gegen die Kaiserinmutter geplant zu haben. — Die im Prozeß wegen des Wiborger Aufrufs verurteilten 167 Mitglieder der ersten Duma haben einhellig beschlossen, die K a s s a t i o n S k l a g e einzureichen. — Am 1. Junuar wurde von der Polizei tn einem unbewohnten Hause in der Nähe von Petersburg ein ganzes Waffen- und Spreng st osflager entdeckt. — In Chabarow wurde eine revolutionäre Verbindung ausgehoben und gleichzeitig eine große Menge von Dynamit und Bomben vorgefunden. Derrtiehes Neich. Berlin, 2. Jan. Das Kronprinzenpaar ist heute nadjmittag um 3,20 Uhr nach S t. Moritz abgereist. — Der Neujahrs-Empfang der kommandierenden Generale braclue vor aUem bis Ucbeiraschuiig, daß die Ansprache an die Offiziere, die nach manchen Meldungen allgemein erwartet wurde, vvm Kaiser nicht gehalten wurde. Ter Kaiser er fehlen anstatt um Vs 1 Uhr, wie die Ansage lautete, erst um 1 Uhr, gefolgt von sämtlichen Prinzen des königlichen Hauses. Gencrawbeist von Hahnke brachte baS Kaiserhoch aus. Tann spielte die Kapelle „Herl Dir nw Siegerkranz". Als> bann nahm ber Kaiser, der blühend auösah, die Meldungen entgegen und unterhielt sich nur kurz über die letzten Vorgänge in der Arm« und begab sich bann sofort mit den Prinzen hinaus. — Wie dem B. T. von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, dürfte Graf Moltke sofort nach der Urteilssällung im Prozeß Harden reaktiviert rveiden. Der Kaiser beabsichtigt, ben Grafen Dtollke durck) eine ganz befonbere Ehrung anS- zuzeichnen und ihn auf . einen der höchsten militärischen Posten zu berufen. Es soll sich babei unt eine Stellung in der unmittelbaren Umgebung des Kaisers handeln. — Die Mrddeutsckse Allgemeine Zeitung meldet, daß bet bisherige kaiferlche Generalkonsul in Kalkutta, LcgationSiat Gras von Quadt-Wykradt-Jsny für ben durch die Ernennung besGel-eimen Legatiousrats Sernmrich zum Unterstaatsfek.etar im auswärtigen Amt frei geworbenen Posten bcs kaiserlichen Gesanbtcn in Teheran in Aussicht genom- m e n ist. Der neue Gesandte wirb sich in ber allernächsten Zeit auf feinen neuen Posten begeben. « Erstes Blatt 1S8. Jahrgang Freitag 3. Jamrar 1908 er|d)emt täglich, außer (Ä DezugspretS: SonnlagS. - Beilagen: “ monatlich75Pi.,viertel- viermal wöchemlich jfl AA AA jährlich Mk. 2.20; durch Stehener§amUienb!ätter; £18^. uSt Abhole- u.Zweigstellen zweimal wöchentl.Ureis. M s-M M W O V H W M d W r M M W W > M M M R W monatlich 65 Pf.; durch blatt für den Kreis Gießen M M M l " M W V W W W .'U^ W diePost Mk.2.-viertel- sgWlvnvIlvl «IliVlUVlsaa für die Redaktion 112, fyJF Verantwortlich MW- General-Anzeiger für Oberheffen WWZ Larwij ne von Anzeigen V I 6 II m Land" und »Gerichts- Mi NotatlonsdruS und Verlag der vrkhl'schen Unis.'vuch' und Steindruckerei. R. lange. R-daltton, Expedition und Druckerei: Schnlstratzs 7. lL°lsj-g,nieu^H.^Beck! Patentanwälte. Durch das Gesetz über die Patentanwälte vom 21. Mai 1200, in bem die Verhältnisse dieses für ben gewerblichen Rechtsschutz so wichtigen Vertreterstandes zum erstenmal eine reichS- gefetzliche Regelung gesunden haben, ist bekanntlich auch eine besondere Ehrengerichtsbarkeit vorgesehen. Zuständig ist in erster Instanz das Ehrengericht, in zweiter Instanz der Ehrengcrichlshof. Ta eine Patentanwaltlnmmer zurzeit noch nicht besteht, so hat das Gesetz bestimmt, daß vo.n Reichskanzler für jedes Jahr im Voraus zwanzig Patentanwälte zu bezeichnen sind, von welcl>cm für jede Spruchsitzmig die erforderliche Anzahl von Beisitzern ausgclost wird, Die Liste wird gebildet, nachdem Vertraucnspcrsonen aus dem Kreise der Paleilt- amväüe angehört worden sind. Den Patemamvälten steht in den ehrengerichtlichen Kollegien, in denen sie nach gesetzlicher Vorschrist die Mehrheit bilden, das Organ zur Verfügung, durch bas ihnen der gebührende Einfluß der Slanbc»fitte ae- loahrleistet ist. Tie Teilnahme an biefer Gerichtsbarkeit bildet dabcr für den ticrm’cneii eine wichtige und ehrenvolle Aufgabe. Wie mir hören, wird die Liste für das Jahr 1008 in den nächsten Tagen in der üblichen Weise bclaiuu gemacht werden. Srtzrrrrg Oer 5ia0tücror0i:ctcn» Gießen, 2. Januar. Anwesend: Oberbürgermeister Mecum; tieigeordnete Keller, Georgi, Heyligenstaedt: Stadtverordnete Tr. tiiermer, Bcück, Tr. Ebel, Eichenauer, Emmelius, Faber, Gabriel, Grünewald, Dr. Gulfleisch, Habcnicht, Tr. Habcrkorn, Haubach, Heichelheim, Helfrich Helm, 5)uhn, Jann, Jughardt, Krumm, Leib, Mer, Iwos, Lrbig, Petri, Plank, Schaffstaedt, Simon, Troß, Wallen-« felö, Tr. Wimmcnaucr, Winn. Einziger Gegenstand der nichtössentlichen Sitzung ist die Einführung der neu- und wiedergcivählten Stadtverordneten^ Oberbürgermeister Mecum leitet sie mit folgender Ansprache ein: _ M. H. In der ersten Sitzung des neuen Jahres heiße ich Sie von galt;.cm Hcr^n in die,«m Saale roU.dämmen; r-'r allen auch die Herren, deren Amts^eic mit dem vcriwfsencn JahrL ablief und die das Vertrauen der Bürgerschaft wiederum zu dem hohen Ehrenainie eines Stadtverordnnen berief, sowie die, welche von unsren Mitbürgern zum ersten Male in un;er Zivile- gium entmnbt wurden und von denen wir überzeugt find, daß sie ebenso wie ihre älteren St»Legen die von ihrer Amtsführung gehegten Erwartungen erfüllen werden. Zu unserem Bedauern vermissen wir^zwei verdiente Männer in UEftixr Mitte. D^e Absicht, nach der Sitzung am 12. Dezember noch eine Sitzung vor Jahres,'chluß zu hallen und in dieser von den beiden ölt een uns zu verabicheden, ist durch äußere Umstände vereitelt worden. Es jci mir deShalo gestaltet, das, was vor Jabrcs,chluß hätte geichchen foLx>:, heute nachzuhslen. Herr Andreas Keller hat, ferner schon vor längerer Zeit geäußerten Absicht ent,brechend, eme Wiederwahl abgeler-nt, und Herr Philipp Euler hat bei der Ergänznngswahl Iciocc nicht die nö.ige Zahl Stinmien auf sich beixiirigt. Herr Keller hat unserem KoUegium 18 Jahre hindurch, Herr Euler 9 Jahre lang angehört, tieibc haben sich nicht daraus beschränkt, in diesem Saale ihrer Pflicht zu genügen, sondern auch durch eifrige Arbeit in ben Deputationen und Kommissionen, denen sie an gehörten, und auch außerhalb dieses Hauses stets zunv tiefen der Stadt gewirkt. Was die Stadl ihnen ürrbanEt, wissen wir alle, und eS wäre müßig, mvllte ich ihre Verdienste im Einzelnen hier schildern, tiesonders dankbar sind wir ihnen aber dafür, daß sie mit dem Erlöschen ihrcS StadtverordneieivmandatS nicht auch ihre Pflichten gegen die Stadt als erloschen ansehen, sondern bereit sind, auch ferner* hin uns mit ihrer Erfahrung und ihrem Rat zu unterstützen. Wenden wir uns nun von der Vergangenheit zur Zukunft, sa können w.r dieser zwar ohne besondere oorge, aber nicht ohne jedes Bedenken entgcgcnfeljen. Ansck-einend befinden w.r unS im Beginn einer Perrvde dcS wirtschaftlichen Rückgangs, die ja nach der außergewöhnlichen Anspannung der Industrie in ben letzten Jahren mit Sicherheit zu erwarten ist. Die städtischen Finanzen haben sich in ben letzten Jahren nicht ungünstig ge* Haltet und unsere Werke arbeiten mit größeren Heber schlissen als früher. Aus der anderen Seite sind aber auch die Anforderungen in fortwährendem Steigen begriffen, dem d.;s Anwachsen dcS Steuersoll nicht Schritt halten kann. Die Gehälter der Beamten und Lehrer, die Außvendungen für Verzinsung und Tilgung unserer Schulden fordern immer größere Mittel, und wir haben in den nächsten Jahren noch bedeutende Ausgaeen vor uns, die sowohl die tictrieosrechnnng, wie die tiermogenä» rochnung stark in Anspruch nehmen weiden. Ich hege aocr die Hoisuung, daß wir auch einige ungünstige Jahre ohne allzugroße Schwier^gLitcn überwinden; das setzt jedoch voraus, daß wir, der bewährten lieberlieferung getreu, in aLcn finanziellen Angelegenheiten die nötige Vov! icht beachten, und die Überschüsse der letzten Jahre als diotgwschen für schwerere Zeiten aufheben. Äiit denk Wunsche, daß unsere Stadt auch in dem eben begonnenen und ben folgenden Jahren sich immer weiter gedeihlich entwickeln und zu intimer größerer Blüte gelangen möge, beginnen wir die Arbeiten der neuen AnilSperiode. Sodann verweist der Vorsitzende di.e wiedergewahlten Stadtverordneten Gabriel, Dr. Winimenaner, Dr. Ebel, Schafsstaedt, Leib und Löber mit den früher geleisteten Eid und verpflichtet sie erneut darauf durch Handschlag. Stadtv. Grünewald (der bekanntlich bet Versammlung schon früher angehört hat) beansprucht biesclbe Art ber ticr- pslichtung nnc die wieder gewählten Stadtverordneten und bejaht die Frage des Vorsitzenden, ob er sich durch ben früheren Eid noch gebunden fühle. Hierauf wird er auf dieselbe Art verpflichtet. Sodann wurden die neuen Stadtvv. Dr. tiiermer, Habcnicht, Plank, Simon, Troß und Winn vereidigt. Tcr Taiupfer „®ie{jen". Der V o rsitz,ende gibt Kenntnis von einem Schreiben, der Werkt Vulkan in tiegqad, worüt Mitteilung von der Taufe rehte5 neuen TrnnpferS des Norddeutschen Lloyd auf den Namen „Gießen" gemacht und gleichzeitig ein Bild davon übersandt wird. Die Taufredc hielt Geh. Ncgierungsrat Dr. Will-Char- lottenburg, ein geborener Gießener. . Für die Zuschrift, das Bild und btc Wahl Gießens als Nmnengeberin spricht die Versammlung besten Dank aus. Eine „elektrische" Frage. Direktor N a p p m a n n wendet sich an die Stadtverordnetcn- dersammlung mit dem Ersuchen, den Preis für den elektrischen Strom, den er bei den kinematographischen Vorführungen braucht, gleich beni zu Kraftzivecken verwendeten zu berechnen, anstatt, wie dies seither geschehen ist, die höheren Lichtpreche anzusetzen. Tas Gesuch geht an die zuständige Deputation. * In dernichtöfientlichen Sitzung wurde die Bildung der Kommissionen und Deputationen vorgenommen Gewählt wurden: Baudeputation: Haberkorn, Haubach, Hcyligenstaedt, Jughardt, Orbig, Petri. F i u a u z k o m m l s s i o n: Dr. Biermer, Emmelius, Heichelheim, Leib, LooS, Lchaffstaedt, Wallenfels. „, „ „ , Deputation für das G a s-, Wasser- u. Elekt r.-W e r k : Georgi, Eichenauer, Haulmch, Heichclheun, Heyllgeustaedt, Hiihn. Iuristijche Kommlssion: Georgi, Herstigeustaedl, Keller, Dr. Biermer, Dr. Gutfleisch, Grünewald, Dr. Schäür. Land-- u n d f o rst w. Kommission: Faber, Helfrich, Huhn, Löbcr, Simon, Dr. Wimmcnauer. S ch l a ch t h a ii s k o ni m i s s i o >i: Dr. Haberkorn, Helfrich, Krunmr, Tros;, Kiiell, H. L. Sach Schlörb, Schneider. Schuldeputation: Georgi, Heichelheim, Jann, Krunim, Löbcr, Schasfstaedt. Sozialpolitische K o m m i s s i o n: Dr. Biermer, Dr. Ebel, Dr. Gulfleisch, Heyllgeustaedt, Huhn, Krumm. Deputation für den Arbeitsnachweis: Emmelius, Faber, Plank Winn, Cchrütfetzer Hensel, Lackierer Alitsen, Eljendreher Krüger, Schreiner sJ)lännd)e. V ers ch l u ß k o m nris f io n: Habenicht, Heichelheim, Jughardt. - Marktkommission: Brück, Faber, Helfrich, Jughardt, Orbig, Plank. Pferde markt-Kommlssion: Brauereibesitzer Bichler, Weinbändier Schwan, Gabriel, Heflrich Troß, Universitäts-Stallmeister Creutzburq, Rent,:er H. Emmelius, Ingenieur Gutmann, Rentner D. Heil, HoflohnkutscherHuhn, Kreis- vetermärarzt Knell, Schlachthoidirektor Modde, Polizc:amtman>l Remhart, Oberstleulnam K. Schmidt, Hauptmann A. Schröder, Kani- mann L. Sundhcim, Apotheker Schwieder. Einqrlartierungs-Kommission: Bruck, Faber, Helfrich, Huhn, Leib, Löbcr. W l r t s ch a f t s k o m m i s s i o n: Gabriel, Habenicht, Jughardt, Lelb, Orbig, Winn. U r k u n d S k o m m i s s i o n: Mitglieder: Helfrich, Jughardt, Simon. — Ersatz: Eichenalrer, Helm, Leib. Theaterkommifsioii: Georgi, Haubach, Heichelheim, Hcyligenstaedt, Landgerichts- direktor Bücking, Musikalienhändler Ehallier, Prof. Dr. Fromnte, Schafsstaedt. Kommission für Brenn material: Heyligenstaedt, Löber, Schafsstaedt. Armen depntation: Brück, Jann, Löber, Troß, Walleiisells, Pfarrer D. Schlosser, Pfarrer Schwabe, Dekan Bayer, Polizciamtmann Reinhart, Professor Dr. Stamm. BerkehrSko ni Mission: Eichenauer, Gabriel, Grüiiewald, Habenicht, Helm, Krumm, Leib, Wmn. Schulvorstand: Georgi, Heyligenstaedt, Dr. Ebel, Orbig, Prof. Dr. Fromme, prakt. Arzt Dr. Bötticher. Kuratorium der höheren uild erweiterten M ä d ch e n s ch u l e : Mitglieder: Georgi, Jann. — Ersatz: Emmelius. ,.■■■■■ ■■■■ " —....... । - । । n.i ii — Aus Stadt und Land. Gießen, 3. Jan. 1908. Gedenket der hungernden Vögel! ** Eine Ehrung Professor D. Stamms. Das 'Großh. Oberkonsistorium hat unterm 12. Dezember v. I. an den Präsidenten der eoang. Landessynode, Prof. D. Stamm in Gießen, der am 15. Dezember seinen 70. Geburtstag feierte, folgendes Glückwunschschreiben gerichtet: Hochgeehrter Herr Präsident! Am 15. d. Mts. begehen Sie einen Dag, der allen, die Ihnen persönlich oder amtlich nahe stehen, eine willkommene Gelegenheit gibt. Ihnen chre Glück- und Segenswünsche darzubringen. Wenn auch wir uns den Glückwünschenden anschließen, so möchtet: wir bei dieser Veranlassung nicht verfehlen. Ihnen die Wertschätzung und dankbare Empfindung auszusprechen, womit wir Ihre Tätigkeit als Präsident der Evangelischen Landessynode von dem Tage an begleitet haben, an dem Sie, nach bereits langjähriger ersprießlicher Mitarbeit «n der Synode, dieses hohe und verantwortungsvolle Amt übernahmen. Insbesondere sind wir wie die ganze Landeskirche Ihnen schuldig, die selb stv er leugnende Hingebung, mit der Sie den mit dieser Stellung verbundenen Pflichten jederzeit zu genügen bestrebt gewesen sind, die Selbständigkeit des Urteils, die ruhige Klarheit und den sicheren Takt, mit denen Sie die Verhandlungen der Landessynode geleitet und auf der Höhe weiterer Ziele und vornehmer Gesichtspunkte erhalten haben, mit herzlichem Dank anzuerkennen. Möge der treue, Gott, dem Sie an so hervorragender Stelle zu dienen bemüht sind. Ihnen beim Eintritt in ein neues Jahrzehnt eines arbeitsreichen Lebens die Kraft und Freudigkeit erhalten, um auch hinfort der Landeskirche Ihre wichtigen Dienste zu leisten, und möge Er Seinen Segen zum Wollen und Vollbringen geben! Großherzogliches Oberkonsistoriunr. * * Erledigt sind: 2 in# evang. Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Raunheim und die mit einem evang. Lehrer zu besetzende 5. Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Nidda. * * Oberjägermeister. S. K. tz. der Groß Herzog haben den Hofjägermeister Forstmeister Walter Freiherr ban der Hoop zum Oberjägermeister ernannt. * * Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Am 5. Nov. wurde Regierungsassesfor Wilh. Rahn zu Worms zur Rechtsanwaltschaft bei der Kammer für Handelssachen zu Worms und dem Amtsgericht WormS zugelassen. ** Landesbauge werk schule. S. Jä H. der Großherzog haben den Architekten Ruö. Gg. Ernst Blaum zu Tarmstadt zum Hauptlehrer an der Landes- LaugewerLschule zu Tarmstadt ernannt. ** Großjährigkeitserklärung. Am Montag fand nach der „Tarmst. Ztg." in Roßla die Feier der Großjährigkeitserklärung S. D. des Fü r st e n I o st C h r i -- füan zu Stolberg-Roßla statt, erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses und der hessischen ersten Kammer. Tas Recht des Fürsten vertrat bisher in der hessischen ersten Kammer S. E. Graf Kuno zu Stolberg- ** Hessische Landes-Hypothekenbank. Der vorläufige Bericht über das zu Ende gehende Geschäftsjahr kann ersreulichcrweqe feftstellen, daß sich der Obligationen- Umlaus um rund I8V2 Millionen auf Mülwnen Mr, der 2 a r l c h e n s b e ft a n d um rund 21 Millionen auf 90,4 Millionen $it. erhöht hat. Für die Oblrgatwnen hat der hchtschc Staat die Zinsgarantie übernommen: sie stehen damit tm Rang von Staatsrentenpapieren und sind münoelsicher ui allen d^itfchen Bundesstaaten. Das Institut, mit rein gemeinnützigen Aufgaben, untersteht staatlicher Leitung. Die Vorstandsmitglieder und Beamten der Bank sind Großh. Staatsbeamte. An Hein 9 Mül. Mk. betragenden Betriebskapital ist der Staat nut 92 Proz. beteiligt; der Rest befindet sich in den Händen von Kommunal- Verbänden und kommunalen Sparkaßen-Anstalten. .pctüate tit» teiligung ist ausgeschlossen. Die Ausleihungen fmb gesetzlich auf das Großherzogtum Hessen beschränkt. Die Obligationen sind eingeführt an den Börsen zu Berlin, Frankfurt a. 1Je., München und Leipzig, woselbst auch die neuesten Emisfwnen zur dkotiz gebracht loerden sollen. „„ . m , ** Tie Luftschiffahrt in Rußland. Von sehr geschätzter Seite schreibt man uns: Tie Luftschifsernachricht in per Nr. 1 kann ich ziemlich sicher aufklären. Gemeint ist zweifellos Professor P ö s ch e l, Rektor dec Fürstenschule St Afra m Meißen. Sie sehen daraus, daß Gurliltsche uub andere Vorstellungen von den ftubenhockerischen und gegenwartfremden Philologen doch nicht ganz zutreffend sind. Ter Leiter der alt- berühmten und streng humanistischen Anstalt bringt es sehr wohl fertig, dem militärischen Luftschiffwesen (nicht nur dem Spocr) nebenher wichtige Dienste zu leisten. "Aus dem Bureau des S t a d t t h e a r e r s wird uns geschrieben: Ain Sonntag Nachmittag findet zu Volks- preiscn eilte letzte Aufführung der „Ehre" statt, in der Fraulein Sylva die Alma und Direktor Stcingoetler den Grafen ^.rau spielen lueiben. — Ter Sonntag abend bringt bei kleinen Preisen „Die Orientreise" den übermütigen Schwank von Blumen- tbal und Kadclbtirg. Das lustige Stück behandelt bie Abentetter, die aus dem Uebet'faU eines Orientexpreßzuges resultieren, und dürste besoiiders heutzutage da ja das Bandenwesen bei den interessanten Rationen des Orieitts ivicder flori rt, auf verständnisvolle Heiterkeit zu rechnen haben. ** Bei der jetzigen Kälte frieren die Wasserleitungen leicht ein. Wir empfehlen deshalb sorgfältige Beachtung der vom städt. Wasserwerk wiederholt gegebenen Anleitting zum Osfenhalten der Leitungen. "Tas neue Theater. Drei Jahre lang hatte ein Dienstmädchen aus der Gegend von Alsield einer Herrschast in der Lndwigstraße treu gedient, es mußte znm Jahreswechsel die Stelle auigeben, weil ihre Eltern sie mehr in ihrer 9lä()e in Als elb haben wollten. Ter Tag des Scheidens kam immer naher und die Herr- fchast merkte, daß der Abschied dem Mädchen recht nahe ging. Am letzten Tage schivamm Bettchen in Tränen und war von ihrei Hausfrau uicht zu beruhigen. Ta nahm sie am Rachmittag der "Dienstherr ins Gebet, er tröstete sic mit dem Gedanken, daß sie iDren Eltern naher sein iverde und daß doch die Dienstherrschaften m Alsfeld auch Menschen waren, bei denen sie es gewiß gut haben ivürde. Aber dieser Zuspruch bcivirkte das Gegenteil, deml unter erneutem Träneuerguß klagte Betlcheu: „Aber m Alsfeld ist doch kein neues Theater wie in Gießen, wo ich doch jede Woche wenigstens einmal hingehen durfte. S. Watzenborn- St etnberg, 2. Jan. Zum Weih- nachtsfeste sind uns wieder, wie in früheren Jahren, von dec Direktion des Braunsteinbergwerkes durch Direktor Dr. Esch, sowie auch von der Fernie'schen Verwaltiing in Gießen durch Direktor a. D. Pascoe recht ansehnliche Unter» stützilngen für hülfsbedürftige Bergmannsfamillen zugegangen. Ebenso sind von den genannten Herren und weiterhin von den Hcrxen Rinn u. Kloos in Heuchelheim und Kommerzienrat Heyligenstaedt m Gießen namhafte Beträge zur Einrichtung der hiesigen Krankenpflege st ation gespendet worden. Allen gütigen Gebern herzlichen Dank! Grün berg, 2. Jan. Heute sind 25 Jahre verflossen, daß Fräulein Balser an den hiesigen Schulen atsJndustric- l e h r e r i n tätig ist. x Beltershain, 2. Jan. Ein Rekrut der 3. Komp, vom Inf.-Regt 168, aus dem Elsaß gebürtig, der in Butzbach diente, fuhr über Neujahr mit einem Kameraden von hier nach Beltershain in Urlaub. Am Neujahcstag abend blieb ec bei Gastwirt Hach hier über Nacht, und sagte, er wolle am 2. Jan. mit seinem Kameraden wieder zur Garnison zurückkehren. Als man heute morgen nach ihm sah, war er verschwunden und hatte einen Sonntagsanzug des Wirts sowie dessen Ueber- ziehe unrd Hut mitgenommen. Seine Uniform mit Seitengewehr und Mütze fand man nachher im Walde nach Rein- l-ardshain zu. Ter Elsässer ist demnach desertiert. Die zuständige Gendarmerie wurde sofort benachrichtigt. Schotten, 2. Jan. Das fünfzigjährige Dienstjubiläum feierte heute in körperlicher und geistiger Rüstigkeit unser allvcrehrter Geh. Regierungscat Schönfeld. Wir wünschen dem um das Wohl des Kreises und des ganzen Bogels- bergcs hochverdienten Beamten und Mcnschensieund noch viele Jahre ersprießlichen Wirkens. X Wal lern Hausen b. Nidda, 2. Jan. Das Neujahrsfest wurde hier mit einer schrecklichen Bluttat begangen. In einer Wirtschaft entstand ein Streit, in dessen Verlauf ein Tienst- knecht einen Stich bekam, daß ihm das Eingeweide herausdrang. Dec Verletzte wurde noch in der Nacht auf Anordnung des Arztes in die Klinik nach Gießen verbracht. Ms Täter wurde ein in Nidda ansässiger, aus Ostpreußen kommender Arbeiter und ein Bahnarbeiter von auswärts verhaftet. Tie Ursache des Streites war, wie gewöhnlich, der Trunk. -t- Friedberg, 2. Jan. Die Gäste der Herberge zur Heimat, deren Zahl mit Eintritt der rauyenJahreszeit sich erklärlicherweise zu heben pflegt, stellen in diesem Winter sich zahlreicher ein, als in der entsprechenden Zeit- veriode des Vorjahres. Zu der seit mehreren Jahren in tiefer Weise üblichen Bescherung am Ch r ifta b end, der eine Feier unter Leitung eines Geistlichen mit einer Ansprache, Gesang von Weihnachtsliedern und Begleitung des Posaunenchors vorausgeht, hatten sich diesmal von den Bewohnern der Landstraße 72 Teilnehmer eingefunden. Sie erhielten eintägige Verpflegung und ein Nachtquartier, Kleidungsstücke, soweit die Mildtätigkeit solche gestiftet und soweit Einzelne Bedarf hatten; ferner erhielt jeder ein Paar neue Socken, Konsekt, 3 Zigarren, Aepfel, Nüsse il dgl. Am folgenden Mittag verließen sie in zwei großen Trupps die Stadt, 34 zogen die Stütze südlich in der Richtung nach Frankfurt, der Rest marschierte nördlich auf der Straße nach Gießen zu. Merkwürdig mischen sich da die Menschen, Jünglinge, Scanner und weißköpsige Greise, aus fast allen Gesellschaftskreisen, vom Baron herab bis zum ärmsten Taglöhner, aus den Zwischenstufen der verkommene Akademiker, der herabgekommene Äauimann, oer gesunkene Handwerker, entgleiste Existenzen verschiedenster Art, die Urbilder Maxim Gorkischer Geftalten; dann noch, in mehr legaler Sphäre, der wandernde Handwerksbursche und der aus der Walze be- sindliche, ehrlich arbeitsuchende Fabriker. Wie schwer, diesen weiten Unterschieden in der Unterstützung gerecht zu werden, belsend, aber ohne Förderung des Bohemetums, — ein Problem, fast nicht lösbar. R.-.B. Darmstadt, 2. Jan. Heute nachmittag ^5 Uljr ereignete sich auf dem Maui-Neckac-Bahnhof ein schwerer Eis enbahnunf all. Der 28jäl)cige verheiratete Bahn- arbeiter Müller aus Seeheim war beim Ueberschreiten der Geleise zu Fall gekommen und wurde in diesem Moment von einem cuisahcenden Rangierzug ersaßt und zermalmt. Ec starb auf dem Transport zum Krankenhause. — Am Reu- jahcstage gegen 6 Uhr abends versuchte sich auf dem hiesigen Marktplätze ein 28 Jahre alter Schneider au? Wisn mit Lysol zu vergiften. Ec wurde in bewußtlosem Zustande aufgefunben und in daS städtische Krankenhaus verbracht. Offenbach, 2. Jan. Jü der heutigen Stadtverordnetensitzung nahm Bürgermeister Dr. Dullo Bezug auf seine am 16 .Nov. in der Beleihungsange- legenheit erlassene öffentliche Erklärung und betonte, daß einige Wendungen unglücklich gewählt seien, es ihm aber ferngelegen habe, die Stadtverordneten falsch zu informieren. Er habe im guten Glauben gehandelt. Die Anträge auf Gewährung einer Teuerungszulage an die Beamten und Lehrer für 1907, auf Errichtung von elf neuen Schulstellen an den hiesigen Schulen re. wurden an die Ausschüsse verwiesen. (Frkf. Ztg.) M-.acburg, 31. Dcz. In der gestern abend abgchaltenen Versammlung des Liberalen Volksvereins wurde als Kandidat zum Landtag für den Wahlkreis Marburg Prof. S ch ü ck i n g ausgestellt. üZ Kirchhain, 1. Jan. Der Händler K. Ronimi von Ätiederwaid wollte gestern abend hier seine Töchter von einem Tanz abholen und fuhr mit einem Schlitten, in welchem sich außer ihm noch ein junger Kaufmann befand, durch die Stadt. In der Nähe des Niarklplatzes fiel dec Schlitten bei einer scharfen Drehung um und ging in Trümmer. Ronimi wurde herausgeschleudert, erhielt eine klaffende Kopfwunde und blieb bewußtlos liegen. Der rasch hinzugezogene Arzt stellte Gehirnerschütterung fest. Der ebenfalls im Schlitten befindliche Kaufmann konnte sich durch einen Sprung reiten und kam mit dem Schrecken davon. Das Befinden des Verletzten ist nicht daS beste. Weilburg, 31. Dez. Der Minister des Innern hat die von den einzelnen Kreisverwaltungen beschlossene Wirtsckaftskonzessionssteuer nicht genehmigt, oa diese eine allzu große einseitige Belastung einzelner Erwerbszweige darstelle. Der Kreistag des Ober- mhnkreises beschloß daher die Einführung einer Umsatzsteuer von 1 Proz. Frankfurt a. M., 2. Jan. Die am 17. v. Mts. von einem Reisenden auf 'dem Bahnhof Offenbach erfolgte Anzeige, er sei während der Fahrt von Fulda nach Frankfurt a. M. imEilzug 14 unterwegs von Mitreisenden beraubt worden, entbehrt nach dem Ergebnis der gepflogenen Erhebungen jeder Begründung. U. a. ist feftgeslellt worden, daß der betreffende Reisende einen Teil der ihm angeblich geftohlenen Sachen bereits vorher in Fulda versetzt hatte. Von der Staats- anwaltschast ist demgemäß das Ermittelungsverfahren eingestellt worden. — Uebec ein Familie ndrama, das sich im zweiten Stock des Hauses Mittlerer Hasenpfad 16 in Sachsenhausen zugetragen hat, wird der Frkf. Ztg. berichtet. Die in jenem Hause wohnende 54 Jahre alte Witwe Mathilde Deibel, geborene Zeiß, aus Nassau wurde seit einigen Tagen mit ihrem 26 Jahre alten Sohn Wilhelm-, der als Kaufmann in einem hiesigen Geschäft angestellt war, vernüßt. Als man gestern die Wohnung öffnete, bot sich den Eintretenden ein entsetzlicher Anblick. Frau Deibels lag tot auf dem Bett mit einem Schuß in der rechten Schläfe und der Sohn lag schwer verletzt auf der Erde, so daß keine Hoffnung mehr besteht, ihn am Leben zu erhalten. Er trägt am Kopf ebenfalls eine Schußwunde und ist völlig bewußtlos. Der Revolver lag auf dem Zimmerboden. Wer die Schüsse abgegeben hat, ist iwch nicht aufgeklärt. Man vermutet, baß beide beschlossen haben, gemeinsam in den Tob zu gehen. Man glaubt, daß sic die Lat am Silvefterabcnb zur Ausführung brachten. § Frankfurt a. M., 2. Jan. Am 5. d. Mts. feiert! Direktor Adam B rch t sein 25jähriges Jubi-- läum in den Adlerwerken vorm. H. Kleyer. A. Brecht wurde geboren am 12. April 1859 zu Eppingen (Baden) und trat am 5. Januar 1883 in das damals rasch aufblühende Velozipeügeschäst von Heinrich Kleyer ein. Hier anfangs als Buchyalter beschäftigt, wurde er bei dem schnellen Wachsen des Kleyerfchen Geschäftes im Jahre 1886 zum Prokuristen ernannt. Bei der Umwandlung der Adler-Fahrradwerke in eine Aktiengesellschaft am 5. Juli 1895 wurde Adam Brecht als Direktor in den Vorstand gewählt. Brechts Verdienste beim Emporblühen der Adler- iv er Ec liegen im Gebiete des Finanzwesens und der Ver« waltung. Universitäts-Nachrichten. Profesior Hoffa t- Gestern uachin. um 41/, Uhr erhielten wir folgendes Telegramm: Berlin, 2. Jan. Professor Albert Hoffa ist tu Köln auf der Rückreise von Antwerpen nach Berlin gestorben. Geh. Atedizinalrat Professor Dr. Hoffa stand auf der Höhe seines Ruhmes. Er war in Richinond am Kap der guten Hoffnung geboren, fmölerfe in Marburg und Freiburg, wurde 1883 Assistcni an der chirurgischen Klinik in Würzburg, habililkerle sich dort 1886 und wurde 1897 Prosessor. Sen 1902 wirkte er in Berlin. Prof. Hoffa war em hervorragender Orthopäde. Er war in Begleitiing seines Assislenlen Dr. Glüßner am Weihnachtsabend zu einer Konsultation nach Antwerpen gereist. Schon auf dem Wege dahin machten sich bei ihm Herzschnierzen, Beklenunungen und Angstgefühle beinertbar. In Antwerpen besserte sich der Zustand etwas. Geheimrat Hofsa lag dort fast zwei Tage zu Beit. Er stand in ärztlicher Behandlnng und konnte dann die Rückreise an- treten. Der Weg nach Berlin sollte in tiirzen Strecken zurückgeleqt werden. Am 27. Dezember wurde Köln erreicht. Hier ver- jchlimmerte sich der Znftand wieder derart, daß Professor Aiatthes zugezogen wurde, der die Ueberführung des Patienien in das Augnsiahospital veranlaßte. Bald machten sich Zeichen bedenklicher Hcrzfchwache geltend, und nun ist Geheunrat Hossa verschieden. Die ärztliche Diagnose lautete auf Verkalkung der Kranz- gefaße des Herzens und fand m der Obduktion vollkommene Be- Itätigimg. 4,ie Leiche wird nach Berlin ubergeiührt, wo am Samstag die Beerdigung ftattfiiidet. Hossa starb un 49. Lebensjahre. ., - Ter frühere Professor der Physik an der Technischen Hochschule m Eharlottenburg, Adolf P aalzow, ist gelt 0 r b e n. u Ergebnisse der IuvaLldenvetstcherung für oas Jayr 1906. qi dem Reichstage ^gegangene Nachweisung umfaßt die 1lDaIlbekl1ur|-lct)Cr^lUQ^anftalten und 9 zugclasstnc Kässtnein- firföm?1' rmi Jahre 1906 auf Grund des Jnvalibrn-Bec- ircherungsgesetzes bestanden. npfrt™?9QQ4<^ ^l^erungSträger besaßen am Jahresschluß ius- roW ^orltandsmitgliedcr. 42 Hilfsarbeiter der Borstäiibc, 020 üusichußniUgtieder 364 Kvntrollbearnlc, 2 Rcnienftellcn, 124 2440 besondere MarkcnDerkaussstetlen und etwo «sc-o mit der Einziehung der Beiträge beauftragte Stellen. h -..y11 -wochenb ei trägen wurden bei den 31 Invaliden- ?.Cnl!?rcUfn9öan|tattcn rund 640 Millionen Stück verwendet, die ?rlos von 156 544 529 Mack ergaben. Hiervon entfielen. Arbeiter, russischer oder österreichischer Staatsangc-i Hörigkeit rund Milliouien Wochenbeiträge im Werte von 473 883 13 S81 k4?L-rE--ng°n betrug bie Einnahme aus 'HP^,,bCI(Zltn:c<6"ufa das Jahr 1906 wurden 135193 Jientcn als im Jahve 190b zugcgangen behandelt, nämlich a frieslanb) such drei Personen, ein nzeige: Am 26. Dezember wurde Herr August v. Schönebeck, Major beim Stabe des Dragoner-Regiments König Albert von Sachsen (Ostpreußisches) Nr. 10, von fremder Hand erschossen in seiner Wohnung ausgesunden. Das Regiment verliert in ihm einen Stabsos.izier, mustergülrig in jedem Dienstzweige, das Offizierkorps ein allvereyrtes und geliebtes Mitglied, der Kommandeur seine beste Stütze. Sein Andenken wird in hohen Ehren gehalten werden. Im Namen des Offizierkorps: Graf von der Groeben, Oberst und Regimentskommandeur. eAanöei. Zulassungen zur Frankfurter Börse. Zugelassen wurden 30 Millionen Mk. 4 proz. vor dem 1. Januar 1918 nicht rückzahlbarer Pfandbriefe Reihe 13 der Temschen Hypo- thekenbank in Meiningen. — Die Zweigstelle der Bank für Handel und Industrie beantragt die Zulassung von 5 Mill. Mk. 4 proz. Anleihe der Stadt Offenbach. Privatwechsel--Zinsfuß. Der Rückgang des Privatdiskonts hat schon an der Montagsbörse keinen rechten Eindruck mehr gemacht. Er erklärt sich zunächst daraus, daß die Wecküel- käuser bei dem jetzigen Satz naturgemäß sehr gern langsichtige Wechsel hereinnehmen, während anderseits das Angebot von Wechseln stark vermindert ist, da die Geldnehmer mit langsichtigen Entnahmen bis zum neuen Jahr warten wollen. Unter diesem Zusauunenwirken muß der Diskontsatz heruntergehen, zumal sein Stand in letzter Zeit doch nur als ein durch die Verhältnisse hervorgerufener Ausnahmesatz gelten konnte. Es wird sich nun darum handeln, wie die Rückzahlungen an die Reichsbank den offenen Geldmarkt beeinflussen werden. Wie ein Berliner Korrespondent der „K. Z." von erster Bankseite hört, sind die Geldbeschaffungen seit dem letzten Lage der vergangenes Woche erheblich gestiegen, so daß die Bank zweifellos mit riesigen Summen in Anspruch genommen wird. _ Namentlich auf Lombaro.rechnung haben große Entnahmen stattgefunden. Ties mag auch mit an der Zurückhaltung der Börse während der letzten beiden Tage schuld gewesen sein. — Die a in e r i k a n r > ch e Krise in deutscher Bele u ch t u n g. In dem Jahresbericht der Hamburger Handels- kammer wird die amerikanische Krisis kurz ivte folgt geschildert: Es ist zu hoffen, daß es sich in Teulschlcind nur um ein Wetler- leiid)ten des jenseits des Meeres sich auslobenden Gewillers handelt, denn im großen ganzen erscheint die Lage nicht nur unseres (des deutschen) Handels, sondern auch der Industrie mib der Schiffahrt als gesinid. Wenn die nicht mir den deutschen, sondern allen eurooäijchen Aicirkten letzt durch die krisenarligen Verhältiiisse aufgedrungene Zurückhaltung uiid em niedrigeres Niveau der Preise dalnn führen, den für die _ flüssigen Umlauismittel zu groß geworbenen Bestaub an Wechseln wieder herabzumindern, so wird das un Interesse einer baldigen Koniolidalion der wirlscha-tlichen Verhältnisse sreudig zu begrüßen se.n. Ebenso tute die privaten Unternehmer jetzt täglich die Erfahrung machen, daß Geldmarkt und Koiijlliiktur ihnen Zurückhaltimg an'erlegen, jo sollen auch die Kommillieii, die lich zumeist nur um die Beobachtung der gesetzlichen Formalitäten küniinern, und im übrigen ihren Kredit Uir unerichöpflich halten, ihre Unternehmungen zügeln, insbesondere wo es sich nm den Erwerb von Privatunternehmtiiigen oder um eme nicht sogleich euiträgliche Festlegung von Geldern handelt. So wird aitch dieser Wendepunkt in der Kurve unseres Wirljchaus- lebetlS hosfemlich bald ohne gewaltsame Störungen überwunden werden. _____ — auf hem Eise beim Schlittschuhlaufen eingebrochen und ertrunken. — In Starkrade ist eine Anzahl Personen auf dem Eise eingebrochen. Zwei Mädchen und ein Knabe wurden als Leichen gelandet. In Paris sinb infolge der Kälte mit Schneefall vier Personen erfroren. Auch aus anderen Teilen Frankreichs kommen Nachrichten über plötzlich eingetretene große Kälte, die argen Schaden angerichtet hat. il a. ein großer und 16 kleine Brillanten, Rubine, Türkises und 137 Saphire. Kleine Tageschronik. In dem in der 9Uihe von Coburg gelegenen Dorfe Weischau vergiftete der begüterte Landwirtssohn Fischer feine 17 jährige Geliebte, die sich in gesegneten Umständen befand, mit Nitrobenzol. Der Mörder redete dem Mädchen ein, daß cs sich 'um ein Heilmittel handele. Er wurde verhaftet. Zwischen B r i x e n und Klausen an der Brennerbahn: ein großer Felssturz ; beide Geleise wurden demoliert. Von dem Nachts fälligen Personenzug enigleisten die Lokomotive und sechs Magen. Einige Passagiere wurden verletzt. Ter Ver-- kehr ist gestört. Am 30. Dezember wurde in Neapel eilt spanischer M ö n ch samt seiner Geliebten und deren Bruder kubamscheu Polizisten übergeben und nach Kuba eingeschisft. Ter.Mönch, ein gewisser Gonzalez, hatte IV2 Millionen unterschlagen. Aus Ajaeeio auf Korsika wird gemdbet, daß dort der Priester Coresolt, das Haupt der dortigen schismatischen Gemeinde, bei einem E i n b r u ch s b i e b st a h l e in eine katholische Kirche von Gendarmen abgesaßt und ins Gefängnis abgeführt wurde. Tes großen englischen Gelehrten Lord Kelvin Vermögen von nahezu einer Million Lstr. geht an die Witwe über, ausgenommen 5000 Lstr., die für wisseuschastliche Zwecke der Universität Glasgow vermacht worden sind. Man meldet auS Paris: Heue de Tollegrand-Perigord, Prinz von Sagan, hatte mit dem Deputierten Grafen Castell an e auf der Straße einen heftigen Wortwechsel, der zu Tätlichkeiten führre. Vor dem Polizeitommissar wurde jestgestellt, daß mit den tätlichen Beleidigungen der Graf begonnen habe. Als Ursache wird ein Gerücht bezeichnet, das mit der beabsichtigten Wleberverheiratung bir geschiedenen Gräfin Castellane, geb. Anna Gould, zusammenhängt, als deren künftiger Gatte der Prinz von Sagan gilt. In Newyork ivurde ein italienischer Verbrecher namens Silviestro verhaftet. Er hatte in Fondi in der Provinz Rom eine Hütte angezünbet, in der seine bildhübsche Braut wohnte, die ihm den Abschied gegeben harte. In den Flammen fanden fünf Personen ihren Tod, da der rachsüchtige Liebhaber mit gespanntem Gewehr jeden Fluchtversuch der Bewohner verhinderte. Nach einer Meldung aus St. Johns auf New-Braunschweig ist der Dampfer der Canadien Pacific Linie feit 25 Tagen überfällig. Er befindet sich auf der Fahrt von Antwerpen nach Amerika, und da bisher über seinen Verbleib keine Nachrichten eingelausen sind, befürchtet man, daß er samt seiner Besatzung und 400 Passagieren untergegangen ist. Als in Goch am 1. Januar ucr Sohn des Ehepaares Au- stoots seine Eltern wecken wollte, fand er den 72 fahrigen Vater tot auf und die 79jährige Mutter dem.Sterben nahe. Die alten Leute hatten in dem kleinen Schlafzimmer die ganze SrerschrsfQaL. Freiburg, 2. Jan. Tie Strafkammer verurteilte den Schneider Josef Erzberger, der wiederholt unter Miß- brauch des Namens seines Bruders, des NeichstagSabg. Erzberger, Betrügereien und Diebstähle begangen hatte, zu zwei Jahren zwei Monaten und einer Woche Gefängnis, sowie zu fünf Jahren Ehrverlust. . N a ch t Ofen und Licht brennen lassen. Auf dem Hammrich, zwischen Tjaklegec und Breinermoor (Ost- Mann und #üei Frauen, Vor sieben oder acht Jahren verhandelte man — gleichfalls im Nordosten der preußischen Monarchie — einen Prozeß mit ähnlichem Hintergrund. Ein Gutsbesitzer war ermordet worden und man zieh die Frau und deren zweiten Mann und früheren Liebhaber der Schuld. Damals begegnete man in einem großen Teil der Presse dem Versuch, das ostelbische Junkertum für die Mordtat verantwortlich zu machen. (Was um so falscher war, als es sich nicht um eine Nitkcrgutsbesitzersamilie handelte, sondern um die Inhaber eines Bauerngutes.) Leidenschaften sind an keine Kaste, feine gesellschaftliche Schicht gebunden. Sie sind auf den Höhen der Gesellschaft leider ebenso heimisch wie in ihren Niederungen, und hüben wie orüben gibt es Menschen, die sich nicht zu bändigen lernten; Denen Selbstdisziplin und sittlicher Wille zerbrachen, wenn oie Wogen einer heißen Leidenschast über tynen znsammen- ichlagen. Vielleicht ist das Menschenlos und dann bliebe dem Chronisten nichts anderes als mit melancholischem Bedauern ausmerken: so ist das Leben. Vielleicht aber gäbe es doch eine Möglichkeit, dergleichen Tragödien einzuschränten, wenn alle sich endlich gewöhnen wollten, den Räuber am häus- ächen Herd zu disfanieren und gesellschastlich zu ächten. Heute umstrahlt ihn in gewissen Kreisen die Gloriole des urschen Kerls, und dieses Irrlicht hat schon manchen in ucn Sumpf geführt. Manchen, der von Haus aus eine liebenswürdige und ritterliche Natur war. Und der nur schuldig wurde, weil die andern es „ja auch tun" und .veil er der schleichenden Feigheit solchen Tuns sich über» paupt nicht bewußt wurde. bereits gemeinschaftlich in einem Badeort ohne■ Wissen des Gatten. Wie jetzt verlautet, hat v. Göben auch am Abend des Mordes den Versuch gemacht, sich ein Alibi zu sichern. Vor der Ausführung der Tat waren )ie Jagdhunde des Majors, die gewöhnlich in dem Schlafzimmer des Majors lagen, nach vorn gebracht worden. Nach der Tat begab sich Herr v. Göben nach Hause und ging zu Bett. Hauptmann v. Göben schreibt im Alleinsteiner Militärgefängnis seine südafrikanischen Erinnerungen. Die Nachforschungen nach der angeblich von ihm in den Fluß Alle geworfenen Schußwaffe sind in vollem Gange. Die Verhandlung gegen den Hauptmann v. Göben wird bereits in den nächsten 14 Tagen stattfinden. In der „Nordd. Allg. Ztg." finden wir folgende Todes- Die Tragödie von Allenstein. Der unglückselige Hauptmann v. Gäben hat, wie wir ' gestern meldeten, am Silvesterabend, ein umfassendes Geständnis abgelegt; um dieselbe Zeit ist auch die verdächtige und schwer kompromittierte Frau des Getöteten in die Untersuchungshaft abgesührt worden. Trotzdem sieht, man nod) nicht recht tlyr; vermag die Motive nnd die psycho- . logischen Zusammenhänge noch nicht zu überblicken, kann jedoch bereits ziemlich sicher entscheiden, daß es sich Wohl um einen- Mord handelt, nicht um die fache Tat eines Ueberraschten, seiner Sinne nicht ganz Mächtigen. Frau Toni v. Schönebeck wurde einst in einem Wucher-Prozeß genannt, in dem mehrere Offiziere als Zeugen aufzutreten gezwungen waren. Einige die,er Herren waren durch den Aufwand, den sie als Verehrer der schonen und lebenslustigen Frau machten, in die unangenehme Lage gekommen, sich an Wucherer wenden zu müs,en, um sich über Wasser zu halten. Frau v. Schönebeck war mit Offizieren in bürgerlicher Kleidung wiederholt in Berl'in in vielbesuchten Weinlokalen. Sie ist die Tochter des verstorbenen Patentanwalts Richard Lüders m Görlitz. » Fran v. Schönebeck ist nach Ansicht ihres Hausarztes schwer hysterisch und Morphinistin. Ueber das Geständnis des Hauptmanns v. Göben können nähere Angaben noch nicht gemacht werden, da die Verhandlungen über die Mitschuld der Frau v. Schönebeck noch schweben, v. Gäben will nach seinem Geständnis die an sich vorbedachte Tat in einem an Wahnsinn grenzenden Zustande von Liebesraserei begangen haben. ’ , Frau Toni hatte Verehrer schon in früher Jugend, und tum Manne bekam sie nicht den, den sie sich_ gewünscht hatte. Das mag wohl auf die Gestaltung ihrer Ehe den un» günstigsten Einfluß ausgeübt haben. Völlig entfremdet waren sich die Ehegatten seit einem Vorfall, der schon mehrere Jahre zurückliegt, v. Schönebeck kehrte damals unerwartet von einem Jagdausslug in demselben Augenblick zurück, als ein junger Offizier seine Wohnung verließ. Seitdem hatte er mit seiner Frau kaum noch eine äußere Gemeinschaft. Es scheint, daß alle ldiejie Dinge die Geistesgesundheit des Majors beeinflußt haben und daß Hauptmann v. Goeben sich berufen fühlte, seine Frau von ihm zu befreien. Daß er von langer Hand etwas geplant hat, geht daraus hervor, daß er sich in einem Allensteiner Laden eine schwarze Larve gekauft hatte. Diese wurde von Kriminalkommissar Wannowskt in oer Wohnung des Hauptmanns saft ganz verbrannt rn der A,che gesunden und beschlagnahmt. Ter Major erwachte als v Göben beim Einsteigen durch das Fenster Geraufch machte. Wahrend er aus den Eindringling anlegte und vergeblich abdrückte, erhielt ex den tödlichen Schuß Die be,a)lagnahm- ten Briefe deuten auf ein gemeinschaftliches Vorgehen des Hauptmanns und der Majorsfran. v. Goeben schrieb zwar vorsichtig, aber d.och so, daß Fran v. Schönebeck ihn verstand und Bescheid wußte. Hauptmann v. Göben gehörte seit ungefähr neun Monaten dem masurischen Feloartillerie-Regiment Nr. ,3 an. Er ist eine schlanke, aber nicht besonders sympathische Erscheinung. Dem Offizier-Korps näherte er sich1 nur toemg, dagegen war er bei seinen Untergebenen sehr beliebt. Das unerlaubte Verhältnis zwischen den beiden schuldigen entspann sich bald, nachdem v. Gäben nach ^lenstem verätzt worden war. Eine Zeit spater lebten die Beiden 'Mordtaten. In der Provinz Hannover sind in 1 Der Silvesternacht drei Morde verübt worben. In Hannove.i ’ cibjt wurde am Reujahrsmorgen in ber Straße Rotzmühte 1 die geschiebene Fran bes Reisenben Schulze mit burchschninener Kehle ■ evmorbet awgemuben, ohne baß es bisher gelungen ist, beit Täler ■ u ermitteln. In Tehrenberg bei Hameln würbe der Knechi Schröder mit burchschninener Schlagader und schweren Verletzungen am Halse tot ausge'nuden. Der mutmaßliche Täter, cinSchmiede- neselle aus Ällberiussen, würbe verhallet. Ter dritte Worb hat sich m der Heide ereignet. Jäger sanden bei Bispingen die Leiche eines jjionncs von etwa 40 Jahren mit einer Schußwunde im Rücken. — In Berlin ist wieder einmal, jedoch diesmal erst mehrere Wochen nacl) geschehener Tat, em Ai 0 rd enlbeckt worden. In einem Hause der Memelerstraüe wurde der greise Tischler Jeskes, Der seit dem 19. Dezember nicht mehr gesehen wurde, ermordet in icinev Wohnung auigefimben. - Berlin, 2. Jan. Ein neues M o t 0 r l u s t s ch i s f wurde heute mittag von ben in Berlin anweienben tommandierenben Generalen besichtigt. In ber Gonbel nahmen Platz als Führer Hauptmann von Sperling, Dbermgcnienr Bnsenach und Prinz R u p p r e ch t v 0 n B a y e r n. Tas Lnitschiff stieg auf, mmioDerterie über bem Schießplatz, veränderte die Höhenlage, beschrieb allerlei Kurven mib kam bann nieder zu Boden, worauf an Stelle bes Prinzen General v. Bernharbi bie Gonbel bc|tieg. Nachbem bas Lustschisf von neuem gclmibet hatte, trat es einen Ausflug über Berlin an, von bem es erst m ben Nachmitlagsstunben heimkehrte. — Jin Schlosse B e 11 e u 11 e kam heute Feue r aus. Im Schlaf, zimmer beS Prinzen mib ber Prinzessin Eitel <>■ r i c b r i d), bie im Schlosse weilten, war eine Garbme m .stammen anfgegongeii; bas Feuer sprang bann au, ben Fußbaben uber. Auf Beucht beä Prinzen ivurbe bie Feuerwehr alamiert Tas Feuer würbe in kurzer Zeit beseitigt. Als Ursache bes Branbes i|t bie Ueberheizung eines OienS aiiznsehen. * Eine Familie nkata str ophe hat sich am Silvesterabend in dem Dorfe Velmead bei Fleed in Hampshire abgespielt. In Velmead tötete der Major Henry Coat es Philipps s ei ne Schwieger m utter und verletzte deren Rechtsanwalt durch Növolverschüsse lebensgefährlich. Ter Täter hatte sich im Burenlrieg glänzend ausgezeichnet. Er wurde im vorigen Jahre von seiner Gattin geschieden. Im Dezember vorigen Jahres drang er in ihr HauS ein und machte einen vergeblichen Versuch, seine Gattin und sich selbit durch Leuchtgas zu töten. Er wurde hierauf vor Gericht auf ein Jahr verpflichtet, den Hausfrieden , seiner Frau nicht zu brechen. Das versprechen war am Silvestertage abgelaufeu. ?lm Abend waren die Niutter seiner Gattin, Mrs. Suchte und ihr Rechtsanwalt Smith als Gäste amvcsend. Als um Mitternacht Mrs. Philipps die Haustür öffnete, sprang der Major aus dem Gebüsch plötzlich auf sie zu und drang in das Haus em. Hier zog er einen Reiterrevolver hervor und feuerte der Mutter der Mrs Philipps ins Gesicht und dem Rechtsanwalt Smith in bie Hüfte Der Revolver war mit dehnbaren Kugeln geladen. Tie beiden Attackierten stürzten sofort benmßtlos nieder. Mrs. Philipps rannte schreiend davon und sprang in einen Schrank unter der Treppe. Ter Mörder folgte ihr nach und schrie: „Dies ist deine letzte ChanceEr ergriff die zu Tode erfchrollene ^rau, hielt ihr den Revolver vor das Gesicht und feuerte. Seltfamer- weise ging die Kugel fehl. Mrs. Philipps stürzte ledvch bewußtlos nieder, und der Major jagte sich eine Kugel durch den Kops. Er blieb sofort tot. Die ganze Schreckenstat ereignete stch im Handumdrehen. Ter Diener, welcher eben mit einem brennenden Silvesterkuchen in den Flur trat, sah zu 1 einem Entsetzen bay Blutbad. Mrs. Philipps blieb gänzlich unverletzt. * Einbrecher und Diebe. Aus dem Gefängnis in Prag floh vor ein paar Monaten der Einbrecher Wasmski, nachdem er den Gesangenaufseher Kautzfl) niederge- ■ schossen hatte. Er wurde aber in Lemberg in der Wohnung eines Messinggießers beratet. Es bedurfte zehn Personen, um ihn zu fesseln Wasinski entkam aus dem Senibcrgcr Gefangenhaus mit seinen Zellengenossen Schwarzer und ^zhptur seither , sanden in vielen galizischen Städten verwegene Diebstähle statt. Wasinski gesteht einige Einbrüche zu, leugnet aber den Mord an ’ Kautzkh. Nun verdächtigt man ihn auch eines Einbruches un ' Kalusser Steueramt, wo 50 000 fronen geraubt wurden. — ' Als d i e b i s ch c W e l t r e i s c n d e entpuppen sich Alexander Lu- ' pascu und Nanette Michalescu aus Jassy, Berliner PerlenduPe, 1 bie in Czernowitz fcftgciwuuncn wurden. Beschlagnahmt sind 111 885 Invalidenrenten, 12 569 Krankenrenten und 10 739 Altersrenten im durchschnittlichen Jahresbetrage Von 162,88 Mark, 1 163,29 Mark und 160,80 ALark. Beitragser st att ungen wurden im Jahre 1906 festgesetzt: bei 153 224 HeiratSsällen, 710 Unfällen und 32 827 Todesfällen, wobei sich der durchschnittliche Betrag auf 37,70 Mk., 78,46 Mk. und 80,41 Mk. stellte. Auf diese reichsgesetzlichen Entschädigungen wurden allein zu Lasten der 40 Versicheruilgsträger, also ohne den Anteil des Reichs, im Rechnungsjahre 1906 102 651 360 Mark gezahlt, und zwiar air Renten 94 215 214 Mark, an Beitragserstattungen 8 436145 Mark. Die hierzu noch tretende Leistung des Reichs belief sich auf 48 757 607 Mark. , Für das Heilverfahren wurden' 13 468 262 Mark auf- gciDenbct: hierbei sind die Von Krankenkassen, von Trägern der Unfallversicherung und von anderer Seite gezahlten Kösten- zuschüsse in Höhe Von 3 478 139 Mark bereits in Abzug gebracht. Der obige Betrag umsaßt u. a. die Unterstützungen an Angehörige der in Heilbehandlung genommenen Versicherten in Höhe von 1 157 239 Mark. Darüber hinaus wurden aber noch weitere 754 162 Mark gewährt. T-ie gesamten Ausgaben für JnValidenhauspflege beliefen sich auf 690 563 Mark. Hiervon wurden durch Einbehaltung der Renten der Pfleglinge 153 719 Mark erstattet und ,durch Zuschüsse Von anderer öcite 29 089 Mark ersetzt, so daß den Versicherungsträgern eine Reinausgabe Von 407 751 Mark erwuchs. An Verwaltungskosten ihrer I) an pt wurden 15 863 753 Mk ausgegeben, was aus 1000 Mk. der Einnahme aus Beiträgen eine Ausgabe von 93 Mark, auf 10J0 Mark per gesamten Ausgaben eine solche von 119 Mark bedeutet. Auf die einzelnen Arten verteilen sich die überhaupt als Verwaltungskosten aufzufassen- den Aufwendungen so, daß Von 1000 Mark auf die allgemeine Verwaltung 582 Mark, auf die Kosten für die Einziehung der Beiträge 154 Mark, auf die Kosten der Kontrolle 97 Marl und auf sonstige Kosten 167 Mark entfielen Insgesamt haben fich un Jahre 1906 die Einnahmen auf 214 583 183 Mark, die Ausgaben auf 133 597 752 Mark beziffert, so daß sich ein Vermögenszuwachs von 80 985 431 Mk. ergibt. Am Schlüsse dos Jahres 1906 belief sich das Vermögen der Versicherungsanstalten und der für die reichsgesetzliche Versicherung bestimmte Teil des Vermögens der Kasseneinrichtungeu aus 1 318 525 631 Mark, wozu noch der Buchwert der Jnventarien nrit 5 096 435 Mark tritt. Von 1000 Mark Vermögen waren 18 Mark im Kajsenbestande vorhanden, während 936 Marl in Wertpapieren und Darlelfen und 46 Mark in Grundstücken angelegt marrm Die durchschnittliche Verzinsung des in Wertpetpiereu und Darlehen angelegten Teiles betrug 3,53 v. H. des Ankauss- preiscs. — Kleine K u u st ch r 0 uik. In der Tonhaüe zu Mü nd) en, in ber bas K a i m - 0 r ch e sl e v konzertierie, kam es am 2. b. Ri. zu einem höchst peinlichen Sluitrnt. 9!ach bem ersten Satz bei c-dur-3mfome von Beelhoven erklärten bie Musiker plötzlich open latip, nicht mehr weiteijpielen 511 wollen, wenn nicht bet 9)1 nsik- r e 5 e n i e n t ber „9)1. 9t 91 ”, Rnbols Loius, ben Saal verlasse Es erhob fid) baraui ein arger Xumult, währenb hohen fiel Louis ans bem Saale entfernte. Tas Publikum nahm zum Ten für, zum Teil gegen ben Kritiker Stellung. Nachbem allmählich wieber Ruhe emgetveten war, konnte bas Konzert zu Ende geführt werben. Jebe 9tuninier wurde stürmisd) apvlaudiert. e>ienencc 'ibetievoicmt. voraussichtliche Witterung für Hessen am Samstag den 4. Jcwuar >908: Foridauer beS Fraftwitterung. Keine Aendernna. OrigSttaL-OrahtincLSrrngett. Venedig, ... Jan. .Tie wegen Mr,reeS ui Untersuchungshaft befindliche Gräfin Tarnows la unternalim einen Selbstmordversuch, indem sie sich mit dem Bettuch zu erhängen versuchte. Dies wurde jedoch rea)tzeitig bemerkt und die Gräsin gerettet. c Triest, 3. Jan. Seit 24 Stunden wütet hier eine furchtbare Bora, welche großen Schaden anrichtete. Tie Arbeiten im Freihafen mußten eingestellt werden. Ein Wächter wurde vom Slurin ins Meer geschleudert und ertrant. Auch in der Stadt wurden mehrere Personen zu Boden geworfen und verletzt. _. Bukarest, 3. Jan. In der Petro le nmgrube Airg» viste wütet ein großer Brand. Bislfer wurden drei Tote und vier Verwundete geborgen. Man befürchtet noch weitere Menschenv.riuste. Barcelona, 3. Jan. In der Nobadorstraße wurde eine neue Bombe gefunden, die nod) unschädlich gemacht wvben konnte, bevor sie explodierte. Paris, 3. Jan. Eine hier weilende junge Russin namens Lurtu bot sich erschossen, aitgebhcb weil ihr ooin terroristischen Komitee die UcVertvagimg einer gefährlichen Atijiion verweigert wurde, um bie sie gebeten haue. Sie ist bie -rechter eines reichen russischen Kaufmanues imb mußte wegen Teilnahme an einem Romplot, bas entbetft würbe, au5 Rußlanb flüchten. Niir noch kurze Zeit! Nur noch kurze Zeit! MWWZ Schuhwarenhaus ö V*/1 entnommen werden. Giessen, Bahnhofstrasse 5'3 Neu-Anmeldungeu werden auber an oben- HF i) 2) 3) Wärmstaschen, gu machen. gut verzinnt, billigst [7U D7i 85 | Verschiedene | Nur noch 4 Tage. Nur noch 4 Tage. Deseäi S abgegeben. 76 Raab, Rechtsanwalt als 2__:_____1 . B M Laufmädchen für 2—3 LormitlagSstund. gesucht. 11 frankfurter Str. 103, yart. A Sehomsleio- Aufsatz Phomx bester Schutz gegen GönS. 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