Nr. 206 «ex «letzener Anzeiger erschein» täglich, außer Sonntag». - Beilagen: viermal wöchentlich Gtetzener/scnnllienblätleri «roetmal loöcfientLKteis« hlottfUrdenttrelrGiehen {Dientilaq und Freitag); aroeimnl monatl. Land» wtrtfchaftstche dettfragen Fecntprech - Anschlüsse; iüi btc Redaktion 112, Verlag tu Expedition 51 8breDt tüt «epeschenr «DArtflct (ßteycn. lnnai|tnt oon AnzetgeM toi bte Tagesnummer Ml oormtltag» 10 Uhr. Erstes Blatt 158. Jahrgang Mittwoch 2. September 1908 Meheim Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Rotaflon$öni(! un- Verlag -er vrNhpschen Nnw.'Vnch. mtö StefnöratfereL 9. fenge. Re-aMon, LrpevMon unö Druckerei: Zchulftratze 7. VezugSpretlr monallich75Pf., viertel» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post ML. L.— oiertcl* jährt. ausfchl. Bcsicllg. ZerlenpretS: lokck.lbPf^ uuSwätts 20 Psenntq. Becantwortttch für den politischen Teil: E. Anderson; s. Feuilleton und ,tBcrmi(d)tc5* P. Wulko; tüt ,ciaö| u.Ünnb- und.Gerichts-» saal": E. Heb; lür den 9bueigenteil: H. Beck. Zedarrbetrachtungen. ES läuten die Glocken, es wehen die Fahnen und lodernd steigen die Freudenfeuer gen Himmel. Wieder einmal wird der Gedenktag an die Schlacht von Sedan gefeiert. Andächtig lauscht die Jugend auf die Kunde von dem glorreichen Siege bei Sedan. Der Jüngling reckt sich stolz empor, als rüste er sich zu trotzigem Waffengange, ja der kleinste Schulbube trägt den Kopf höher und ihm blitzen die Augen, wenn er mit schallender Stimme singt: „Deutschland, Deutschland über alles!" So steht uns Aelteren der Tag des SedanfesteS in Erinnerung. Daß bei der heutigen Jugend nicht mehr d i e Begeisterung herrscht, wie in den ersten Jahren nach dem großen nationalen Ereignisse, ist begreiflich. Und es ist gut, daß nicht mehr durch rauschende Festlichkeiten die Begeisterung künstlich erhöht wird. Auch im Interesse eines guten Einvernehmens nut unseren westlichen Nachbarn, das in jüngster Zeit erfreuliche Fortschritte macht, ist eine äußerliche Betonung deS Festtages möglichst zu vermeiden. Man soll geschlagene Wunden vernarben kaffen und sie nicht immer wieder von neuem aufreißen. Es wird trotzdem dafür gesorgt werden, daß der jetzigen und kommenden Generation bte Bedeutung dieses TageS für Deutschland u. die Begeisterung erhalten bleibt, sowohl durch die Eltern, als auch im Unterricht und beim Militär. Wir haben ja gerade jetzt einen vorzüglichen Prüfstein dafür gehabt, daß die Begeisterungsfähigkeit in dec Gesamtheit des deutschen Volkes noch nicht erloschen, sondern noch kräftig und ursprünglich vorhanden ist. Bei Gelegenheit des Unglücks, das Graf Zeppelin mit seinem lenkbaren Luftschiffe während der großen Dauerfahrt ereilte, loderte an allen Ecken und Enden die Begeisterung in den deutschen Landen auf. Der Unglückstag des Grafen Zeppelin sollte zugleich sein höchster Ehrentag werden. Wie die Zeitungen die Hiobspost brachten und fast gleichzeitig zu Sammlungen für den Neubau eines Luftschiffes aufriefen, kamen Alle mit ihren Gaben, Hoch und 9hebrig, Klein und Groß. Es bedurfte feiner Scnsationsmacherei und keiner Neklame. Die einfach gemeldeten Tatsachen und die Aufforderung genügten, sie lösten bei allen das gleiche Empfinden aus: das deutsche Voll wollte dem Grafen Zeppelm sichtbar seine Anerkennung und seinen Dank dafür auSdrücken, daß er trotz der vielen Hinderniffe in aller Stille sein Lebenslverk siegreich zum Ziel geführt hat. Das Volk hat das Werk als eine nationale Großtat und den Erfinder als einen seiner großen Geister kennzeichnen wollen. Deshalb sollten auch ihm die Sammlungen direkt zugehen, und aus den» Empfinden heraus wurden alle Sonderwünsche von einzelnen Gruppen mit Recht bei Seite geschoben. Eine solche Volkskundgebung wirkt ganz besonders hcrz- crqiiickend in einer Zeit, wo uns Fälle, wie Hau, Eulenburg, Voigt mit ihren widerlichen sensationellen Begleiterscheinungen und Auswüchsen ganz besonders herabstiinmen. Wodurch kommt es, daß solche Fälle, die wahrlich die Kehrseite von Großtaten bilden, wie ein Feueckörper mit langem Schweif and übelriechendem Dunst über unser Land streichen? Einen großen Teil der Schuld trägt die Sensationspresse, die bc- iilüht ist, hinter der berüchtigten amerikanischen .gelben Presse* nicht allzuweit zurückzubleiben. Dann giebt es aber auch viele untätige und sensationslüsterne Leute, die der niedrigsten Gattung von Tages- und Woche-Zeitungen bei einem solchen Treiben Vorschub leisten durch Zusendungen, alberne abgeschmackte Einfälle, wie solche z. B. gelegentlich der Entlaffung Voigts zu Tage traten. Einer liebevollen, auSgeschmückten Wiedergabe dieser absurden Albernheiten wird in der Nadau- preffe natürlich der breiteste Raum gewährt. Die allgemeine Begeisterung für Zeppelin, diesen edlen, ernst strebenden Mann, hat aber doch gezeigt, daß Wucherungen, wie die eben erwähnten, den Kern des Volles nicht treffen. Wir wollen hoffen, daß noch viele Marksteine wie Sedan, Bismarck, Zeppelin unsere Jugend erfüllen und begeistern und die Oberflächlichkeit und Lust am Sensationellen dem gesunden Kern des Volkes fernhalten. Die Beruhigung Marokkos. In Marokko scheint sich in den letzten Tagen nichts geändert ah haben. Die erwarteten Zusammenstöße sind ausgeblieben, doch rechnet man auf franzüssicher Seite nach wie vor mit der Atöglichlcit solcher Zusammenstöße. Eine Note der „Agence Ha- vas" erklärt, daß die algerische Grenze gegenüber Udschda genügend bewacht sei, trotz der Truppenkonzerttrabron bei Bn Denib. Gegen 20 OOU Mann, von den Reserven abgesehen, hätten die Grenze bcjetzt, so daß man für alle Fälle gerüstet sei. General d'Amade telegraphiert vom 31. August, daß im Schaujagebiete nach wie vor Ruhe herrsche. Mogador und Marrakesch bleiben der Sache Abdul Asis treu. Wie General Ligy telegraphiert, zeigte die Harka bisher keine Anzeichen eines beabsichtigten Angriffs. Ein Erkundigungszug bis 3V- Kilometer über die Poften hinaus wurde unternommen und einige Kanonenschüsse abgegeben. Die franzüs. Abteilung kehrte sodann rn das Lager zurück. Sie wurde anfangs vom Feinde verfolgt, der sich dann aber ebenfalls zurückzog. Abdul Asis gab sich vor einigen Tagen den Anschein, als wenn er seine Lage noch nicht für so verzweifelt und aussichtslos falte, aber jetzt ist er offenbar wieder in Lethargie versunken. Nach Pariser Meldungen wird der Pachthof Alvarez, worin Abdul Asis Quartier genonrnten hak, von keinem französischen Militärposten bewacht. Abdul Asis soll auch nicht beabsichtigen, das Vorgehen der Franzosen zu stören, und so lange dort zu bleiben, bis sein Schicksal endgültig geregelt ist. Man glaubt auch, daß er feine neuen Anstrengungen gegen Muley Hasid unternehmen werde; er besitze überhaupt keine Mittel dazu. Einiges Aufsehen erregt unzweifelhaft überall eine Mitteilung der offiziösen „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", worin es heißt. „Wie wir erfahren, hat die Kaiserliche Regierung durch ihre Vertreter den Negierungen der Signatar möchte von Algeeiras mitteilci' lassen, daß die Kaiserliche Regierung angesichts der neuen Lage in Marokko die Signatarinächte darauf Hinweisen zu sollen glaube, daß die rasche Anerkennung Mulch Hafids im Interesse der endlichen Beruhigung der marokkanischen Verhältnisse liege." DaS ist unzweifelhaft richtig und eine rasche Entschließung der Mächte ist dringend zu wünschen. Deutschland vor allem kann es nicht, zugeben, daß die Ungewißhett der Lage so lange sortdauert, bis etwa die Franzosen Marokko pazcfiziert oder, richtiger gesagt, annektiert haben. In diesem Sinne ist es zu wünschen, daß bie Anregung der deutschen Regierung auf fruchtbaren Boden fallen möchte. Man wird auch in Paris zu der Einsicht kommen müssen, daß die Anregung der deutschen Reichsregierung nur aus dem ehrlichen Wunsche entstanden ist, den Frieden zu erhalten. Der Friedenstoast des Kaisers in Straßburg hat übrigens iw Paris einen ausgezeichneten Eindruck gemacht. Von den Preßstimmen verdient diejenige des „Petit Paris ien" besonderes Interesse. Das Blatt schreibt: In dieser Stunde, wo sici) in Marokko und int Orient schwere Fragen ausdrängen, ist es uns nicht gleichgültig, aus dem Munde Kaiser Wilhelms zu erfahren, daß er keine neuen Konflikte Hervorrufen und den Horizont nicht wieder verdunkeln wolle. Der Straßburger Toast erfolge in einem kritischen Moment der internationalen Politik, und für dieses i'Nal muß man der glücklichen Eingebung 5tai|er Wilhelms Ehre bezeugen. Mkines Feuilleton. W. T. B. meldet aus Berlin, esse enlgeaensehen kann. — Sardanapal. iUöarx bv5 yss Eitel ____!_______ 1___ zu versichern, daß ich nur aus Interesse für die Kunst und die Liebe zum Reisen handle und vor allem als Dank für den genußreichen Tag, den ich in Ihrer Stadt und deren Ausstellung verlebt habe. Genehmigen Sie usw. usw." Dem Wunsche des Brieffchreibers um Uebersendung von Material ist natürlich umgehend entsprochen worden. — G-roßherzog und Bvlksschullehrer. Der Lehrer 6eint. Wcrl 6 von Kastel scheidet in den nächsten Tagen aus dem Schuldienste auf die Dauer von drei Jahren aus, um seine musikalischen Studien am Dr. Hochschen Konservatorium zu Frankfurt a. M. zu vollenden. Hiermit oeMigen sich die früheren Zei- tuugsmeldungen dieser Art. Auf Verwenden S. K. H. des Grotz- Herzogs sah sich das MinistercuM des Innern unterm 28. August dieses Jahres veranlaßt, Werls zum Zwecke seiner weiteren musi- folifcfan Ausbildung ein ansehnlick-cs Staatsstipendium zu bewilligen. Äcaßgebend für diese Irnli'cfaibuug der Regierung waren die zahlreichen, sehr günstigen Urteile der bcbentenb|tcn Kapazitäten auf musikalischem Gebiete unserer Zcü über die jüngsten Kompositionen des jungen, erst 21 Jahre alten Künstlers. , Sehr anerleunenb fbrachen »ich u. a. aus besonders Howperndirektor Mottl-München, Uiiuicr-itatßpcdfeiior Tr. Max -Reger-Leidig, Hof- operndireklor Felix Weingar tu er-Wien und Professor Mendcls- fohn-Dannftadt. Werls beabsichtigt, als Spezialirudium üisbe- joobere die Kompositionslehre und Musikdirektion. zu betreiben. — Ter Verbrauch an Kapellmeistern ist in den letzten Jahren recht groß an der Frankfurter O p e r. Als Ersatz für Hugo Reichenberger, der nach Wien ging, und für Rothwell, der krankheilshalber feine Frantfurter Stellung gar nicht angelreten, dirigierte S ch i l l i n g - Z r e m j e n auf Engagement. Und er dirigierte nach zwei fnappen Verständigungsproben, so daß begründete Aussicht auf das Engagement eines Künstlers vorhanden ist, welcher der Schule Atolll'S alle Ehre macht imb auch öcr Empfehlung Richard Strauß' würdig ist. Der neue Marin am Pult lcuete eine Aufiützrung der .Meistersingers Er zeigte sich deut gewaltigen Werk musilalifch und künstlerisch gewachsen, das merkte mau an der Sicherheit, mit welcher er phrasierte und an der Art, wie er die Verbindung zwischen Bühne und Orchester zujammenhielt lind wie er seine Ausfassmigen zum Aufdruck zu Dringen juchte. Es glückte nicht alles, da'ur war es ein xebut, aber die Vo'jtelluug nahm einen so glücklichen Verlauf, daß man den weiteren Leistungen des jungen Tirigenten mit großem Jnler- — Sine neuentbedte Oermanengöttin. Von dem Abgeordneten Köhler-Langsdorf erhalten wir folgende hoch- -interessante Zuschrift: Sie schreiben in der gestrigen Nummer, daß cs neben unserer germanischen Göttin Freya eine gleichgestellte Göttin vaern gegeben habe, die der Eeres zu vergleichen wäre. Ich darf dazu wohl bemerken, datz im Wetterauer Dialekt noch heute die schriftdentfche „Ernte", als „Earn ' erscheint und gesprochen wird. Die Mundarten beionders wlchcr Bollöstämme, wie des hessisch-ftäntisch-chattischen, die ihre Wohnsitze feit Jahrtausenden nicht gewechselt haben, bewahren m solchen Wörtern, die stets inmitten ihres Gebrauch- standen .vielfach die Ursprache. — So gibt es viele unterer Wettcr- auet Dialektwvrter, die in ganz ähnlich verbleibender Aus,prache über z B das Gotische bis zum Sanskrit gehen. (Siehe das vortrefflich' Buch: „Christus ein Inder?") — Hessische Landesausstellung. Man schreibt uns ans Darmstadt: Ter Ausstellungsleitung gefan neben autzer- ordenllich zahlreichen Zeitungsreferalen aus ^eutichland und> bem Ausland auch interessante Zuschriften von auswärtigen Per onlich teilen zu welche der Ausstellung einen Besuch abstatteten und ihre Eindrücke der Ausstellungsleitung dirett zur Kenntnis bringen wollen. So schreibt der Ausstellungsleitung cm hoher Zustiz- b e a m t e r aus Newyork, der jungit im Automobil nach Darmstadt kam aus P ar is, 27. 2lltgust: ., . „Bei meiner Autoreise durch Dcuftchland fatte ich auf dem Wege nach Baden-Baden die große Hreude, »Kg interessante und äußerst lchrreiche Ausstellung m Darmstadt zu sehen. Dieser Besuch ist einer der größten ^nustr meiner ganzen Europareise gewesen und ich bedauere, datz| id) ruft über mehr freie Zeit verfügen konnte, um he Der •T^jtclUmg yt widmen Ihre Ausstellung ist zu gut, mn. nicht ledernmmrä Interesse zu verdienen, kaufende meiner reifenden ~anbvUu wären nur zu froh, etwas mehr davon zu wmen. Las e mutigt mich. Sie zu bitten, mir aur meine Stollen JKuenu rnjer die Ausstellung zugchen zu lassen, damit ich Iw ui den englllch- amerikanischen Leitungen durch Artikel daraus aufmertswm machen kann. Ihre W o h n u n g s k u n st beionber» jollte oex allen Amerikanern Anklang finden, weil, einexi eigenart gen Efaratter hat und sehr hüdscg durchgefuhrt ist. Attt d^.m vor züglichen Hotel in Ihrer ^labt und allem m allem, was vor geboten wild sollte Darmstadt eui ,ehr, l^r angehender. \ "»j pern.^auLe fand i>aute in G Auch in der englischen Presse wird die Rede des Kaisers ist Straßburg vollständig abgedruckt und lebhaft tommentiert. Allgemein wird anerkannt, daß die kaiserlichen Worte eine deutliche Absage an Lord George enthalten, auch an die nnverani- wörtlichen Friedensschwärmer, die eine allgemeine Abrüstung verlangen. Deutschland hat den chrlicheii Wunsch, den Frieden zu erhalten, aber cs kann sich nicht selbst seiner Machttnittel entblößen, so lange das Verhalten anderer Machte, wie -. B. das jetzige Frant- reichs in Marokko, den Steint zu allen möglichen Cricgeriicfan Verwickelungen in sich trägt. E. A. politische Lage-sehott. Tas Defizit bei Jahres 1907. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Ergebnis des Reichs- fauyfalto im Etatsjahr 1907. Der Etat des Auoivartigenj Amts erforderte eine Mehrausgabe von 1195 000 Mk. Die Aufwendungen für Gesandtschaften und Stonhdatc überfchritteir dvn Etatsansatz um 552 000 Mk. Als Vorschuß für die geschädigten Deutschen in Casablanca waren 275 000 Mk. forderlich, 172 000 Mk. anläßlich der zweiten Haager Friedenskonferenz. DaS Reichsamt des Innern verzeichnet Mchrausgaben von 91-1000 Mk. Die Wiederherstellung der beschädigten SJuit- schijfhalle in Manzell am Bodensee, sowie des beschädigten Luft- saiisscs erforderten 110 000 Mk. Für das Reich-? Heer nmt ein Mehrbetrag für fortdauernde Ausgaben von 9 819 000 Mk., für einmalige Ausgaben von 812 000 Mk. erforderlich. Zu beit Mehrausgaben tritt eine Wenigereinnahme von 361000 Mk. hinzu, so daß das Gesamtergebnis beim Reichs Heere sich gegen den Etat um 10180000 Mk. ungünstiger stellt. Die Ma rine- verwaltnng schließt mit einem Mehraufwand für fortdauernde Ausgaben, des Pensionsfonds von 5 395 000 Mk., der einmaligen Atisgaben von 94 000 Mk. ab. Durch den Rückgang von Einnahmen ist das Gesamtergebnis: eilt Mehraufwand von 1 971000 Mk. Bee dem Fonds des Reichs sch atzamts beziffert sich die Mehrausgabe auf 4 721000 Mk. Das Re i ch s k o l o ni a l- amt erforderte Mehrausgaben von 146 000 Mt. Die Ver- waltung und Verzinsung der R ei ch s schuld fchlost mit einer Mehrausgabe von 1074100OMark ab. Der allgemeine P e n s i o n s f o n d s ergab eine MinoerauSgabe von 2 530 000 Mk., der Reichsinvalidenfonds eine Mehrausgabe von 687 000 Mk. Bei dem unter den einmaligen Ausgaben angesetzten Fonds zur Gewährung außerordentlicher ein» maliger Beihilfen an Beamte blieben 1 444000 Mk. nn- verwendet. Die Neichspoft-Telegraphenvertvaltung überschritt die einmaligen Ausgaben um 630 000 Mk. 3m ganzen werden bei den in Betracht toniinenben Fonds die Mind. rausgaben von den Mehrausgaben um 33 178 000 Mk. überschritten. Tie Einnahmen, an Verbrauchsabgaben für Branntwein- und Aiaisch- bottichstener überfliegen den Voranschlag um 6 405 000 Mk. Da- geger ölieben die ll.bcrweisungen ans dem Ertrag der Reichs» stempelabgaben für Wertpapiere um 13 514 000 Mk. hinter dem Voranschlag zurück. Mehr er träge brachten die Zölle- 4-1380 000 Ml., die Zigarettenfteuer 1 207 000 Mk., die Salzsteuer 2 524 000 Mk., die Schaumweinsteuer 424 000 Mk., die Brausteuer 2 028 000 Mk., der Spielkartenstempel 101 000 Mk., die Wechselstempelsteuer 2 920000 Mk., der Frachturlund^-'iistempel 1996 000 Mk., die statistische Gebühr 179 000 Mk. Gegen den Voranschlag zurück blieben: die Tabaksteuer um 234 000 Mk., die Zuckersteuer um 201000 Mk., dieFahrkartensteuer unr 11196000 M k., die Automobllsteuer um 1373 000 Mk., eis Vergütungen an Mitglieder von Aujsichtsräten um 5 672 000 Mk., die Erbschaftssteuer um 9 736 000 Mk. Bei der Brennsteuer wurden 2 606 000 Mk. mehr verausgabt als eingenommen. Die- Reichsdruckerei erzielte einen höheren lleberschuß von 441000- Mk. Der Postetat blieb hinter dem Voranschlag um 24 a02 000 Mk., die ReichSeisenbahiwerwaltung nm 3 257 000 Mk. zurück. Die Einnahmen aus dem BanÜvesen stellen sich höher gegen den Etat um 17 518 000 Mk. Die Ausgleichsbetrüge für öie. nicht allen Bundesstaaten gemeinsamen Einnahmen blieben hinter, dem Etatsoll um 4 087 000 Mk. zurück. Der Gesamtfehlbetrag beträgt 13843000 Mark. Ausland. Tie Festsetzung des O st e r f e st e s wird Ende der Woche auf dem internationalen Handelskammer-Kongreß in Prag be- Fricdrich, der Prinzessin Viktoria Luise, bet rironprinzessin von Griechenland, des Prinzen Georg von Grieck-enland u. a. die Erftaussührung der großen historischen Pantomime „^aroanapal" statt. Tas Werk, das unter Anlehnung an Taglicksis Ballet von dem bekannten Orientalisten und „Bibel und Babel"-Antor Professor Friedrich Delitzsch verfaßt ist, wurde vom Publikum beifällig aufgenommen. In ben beiden Pausen hielt der jbaiser, Eercle und empfing zahlreiche Assyriologen des In- und Auslandes. Ter Vorstellung wohlii-.n u. a. bei, der Verfasser Professor Delitzsch, die Professoren Bezold, Andre, Hommcl, sowie Haupt, Zastrow, Hilpert (Anierika-, Schfidt (Dwiemark-, Paterfvli 'England), Tieu-lefah (Frankreich-, Mahler (Ungarn). Der Kaiser verlieh dem Generalindendanten v. .Hueljen den Ktonenorden 1. Kl., dem PwAsor Delitzsch den Roten Adlerorden 3. Kl. mit der Krone und der Schleife. • • , ,r — Zeppelin auf der Bühne. Em Münchener ecfaift- steller hat den Versuch gewagt, den kühnen Eroberer der Lüfte und bas tragische Schicksal seines Werkes dramatisch zu gestalten. Toch fanbelt es sich bei diesem Versuche weniger um eine Dramatisierung der Tatsachen; der Held erscheint, wie schon der Titel „Zeppelin auf dem Olymp' besagt, im Rahmen eines phantastischen Spiels. Tas Stück wird demnächst an die Bühnen versandt. Hoffentlich ist es besser als jener Einakter, der im Stuttgarter Friedrich-bautheater oon einer gastierenden Gesellfchast gegeben wird, betitelt „Graf Zeppelins Lustjchiffahrt". Ter Verfasser dieses blöden 'Machwerkes, das als „wahres Schauspiel" bezeichnet wird, hat, jo lagt ein Stuttgarter Rezensent, klug getan, sich nicht zu nennen. — Eislauf im Sommer. Am Montag abend rourbe der Berliner Eispalast, eine Schöpstmg des Berliner Architekten Hentschel, unter zahlreicher Beteiligung eröffnet. Tas Gebäude, das in modernem Barokstil erbaut ist, umfaßt, außer der 2000 Quadratmeter großen Eisfläche, im 2. Stockwerk eine ver- jchwenderisch ausgeslattete Anstalt für Körperkultur, die u. a. einen Trainterraum, einen Kinderturiijaal und Bäder enthält. Die Leitung liegt in Händen einer Gesellschaft. — Kleine Ehron11 aus Kun;: und Wissenschaft. Aus London wird gemeldet: 10 Abgeordnete werden im Unter- Hause einen Gesetzentwurf einbringen bett, das Verbot der V i v r j e k t i o n in Laboratorien. Gleichzeitig wird eine Gcsell- l'ajajt errichtet, welche die Interessen der Aerzte in Die Hand nehmen wird und den Gesetzentwurf bekämpft, indem lic nut bte großen Vorteile hinweiit, die durch die Vivisettion für die Acenichheu erzielt worden sind. handelt werden. £5 beliebt die Absicht, den Vorschlag deS KLHere.- Tirektor- der Berliner Sternwarte, FLrüer, anzunebmen -nd Ostern auf den dritten Sonntag nach dem Fiühiahrs-Aeaiunoktinm, dem 21. März, fefUuleaen. Zusammen st ob-wischenTeutschenundTschechen. In Henffchau kam eS gestern nacht *u einem blutigen Streit zwischen tschechischen So tollsten uno Deutschen. Iie Tschechen überfielen die n^s Witkonntz iurüdtebrer.c--:-. Deutschen, die dem gegen sie eröffneten furchtbaren Steinbombardement unterlegen träten, wenn nicht Al Gendarmen mrt gefälltem Saionett gegen die Angreifer loSgenangen wären, <6troa 30 Deutsche sind verletzt, darunter 10 sttzver Tschechen und Franzosen Auf Grund einer Einladung bet traget StadtratS ha: juh eine Deputation des Pariser Stadtrate- tunt Besuch an gemeldet, und dürste in dieser Bvche in Prag eintreffen. Heiligsprechung Pius IX. Dor der Kongregation der Riten wird gegenwärtig der Prozest wegen Heiligsprechung deS Papstes Pius IX. verhandelt. G«en dir Heilig, orochung trat nun die Homilie ryalcanieri beim Präsidenten der Kvngregatwn in aller ?ronn Widerspruch erhoben, weil angeblich Pius IX. „unter Mitwirkung de- Kardinais Antonelli uno anderer Untergebener \id, in ioiderrechtlichcr und verbrecherischer Weise die «rideikommi-gütcr der Familie angeeignet habe". Diese Besitzungen haben einen Wert von 30 Millionen Lire. Die angebliche Beraubung soll in die Jahre 1849 bi- 1865 fallen. Dor den bür- gewichen t Berichten Rom- ist diese Angelegenheit bereits seit 1900 anhängig gemacht. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland sind gestern mit ihren Kindern an- Pelcrhof auf der Pacht „Alexandra" nach Kronstadt abgercut 3n mxmuaht gingen sie an Bord der Pacht „Standart", um die Reise nach dem iinnländischeu Meerbusen aniu treten. Die Unabhängigkeit Aegyptens. Dem „Daily Ex« Drei/' wird ouj» Alexandrien gemeldet: Askhooke, der Führer b.r koptischen Nationalisten, veoösfenllicht ein Parteiprogramm, in dem die Unabhang ig keil Aegypten- unter britischem Schub verlangt wird. ES wra zu erwarten, baß die Vorgänge in der Türkei un nahen Orient nicht ohnoWirkung bleiben würden. (Droste überraschende Umwälzungen erschnnen durchaus nicht ausgeschlossen. An» Stadt und Land. Gießen, 2. September 1908. * * StaatSminister Dr. Ewald ist von seinem Sommerurlaud auS der Schweiz znrückgekehrt und hat die Leitung der Staatsgeschäfte wieder übernommen. • • LandeSauSschuß der hessischen Zentrumspartei. Morgen, 8. Sept., findet in Mainz eine Sitzung des Landesausschusses statt, in der über den Wahlaufruf und den bevorstehenden Parteitag beraten werden soll. Eine LandeSkomitec-Sitzung findet am Parteitag, den 20. September, vormittags 11 Uhr statt. • • Pfarrpersonalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den evang. Pfarrer Ioh. Schneider zu Neckarsteinach auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt. "Uebertragen wurde dem Lehrer Hch. Kiefer zu Klem-Welzheim eine Lehrerstellc an der Gen,cindeschule zu Hechtsheim: dem Lehrer Johs. Wachter zu Finthen eine Lehrerstelle an der Gemeindcschule zu Ober-Olm. ** G eschwo re n e n l i ste. Zu der am 28. September beginnenden SitzimgöpcrivDc dcS Schwurgerichts wurden nachstehende Lanptgeschwvvcnen auSgelost: 1. Dr. Emil Heuser, Obcrbib- liothckar in Gießen, 2. Karl Adolf Möhl, Mevger in Gießen, 3. Gustav Schwarz, Kaufmann in Gießen, 4. Karl Fromme, Professor in Wic&cn, 5 Ernst Ludwig Sack, NLetzger in Gießen, 6. 3obannet Bindenwlo, Landtvirt in Kestrich, 7. Phllipp Leopold Ramspeck, Knusmann ui Alsfeld, 8. Ioh. Fricdr. Helm, Wein- Händler in Gießen, 9. Philipp Heinrich äwnrad Aindccker, Metzger in Friedberg, 10. Jakob Schimpf, fitiufmann in Butzbach, 11. Georg Heil IIL, Landwirt in Hartershausen, 12. 3cbann Karl Simon, । Landwirt in Zell, 13. Wilhelm M engel, StationS^Assistent a. D. in Gießen, 14 Zol>mineS Heinrich Schäfer, Müller in Burkhards, 15. Otto Hohenodel, Uhrniacher in Bilbcl, 16. Wolfgang '.Witter- maier, Professor in Gießen, 17. Hennann Wießlcr, Kaufmann in Butzbach, 18. Johannes Fiscl-er III., Landwirt in Nieder-Mörlen, I 19. Dr. Adolf Hansen, Professor in Gießen, 20. Kvnrad Swing III, Landwirt in Burg-Gemünden, 21. Heinrich Engelbert Emil Schneider, lianDttnrt in Herbstein, 22. Hermann Heller, Landwirt in Llch, 23. Johannes Tränker, Landwirt und Roämer in Cucrf, 24. Heinrich Psasf, X'anbivirt in 86eitcrsham, 25. Hein rid) Zwicker I., Rccluter in Rinderbügen, 26. Wilhelm Bollmüller, Skinbanblcr in Lauterbach, 27. Georg Otto Herbst, Landwirt in Altenburg, 28. Eleorg Reckenter, Kuufmann in Schotten, 29. Philipp Dirlamm, tianbivirt in Kuichen, 30. August Kilbinger, Sattler In Gießen Der Verband der Krankenkassen und der Gemeinden als Träger der Krankenversicherung im Groß- herzogtilm Hessen hält nm 20. September seine dritte ordentliche Mitglieder-Versammlung im Hotel ,zur Krone* in Al »seid ab. Auf der Tagesordnung steht neben Geschäftsbericht und RechnungSablage, sowie der Vorstandswahl ein Eintrag auf anderweitige Regelung der Hebegebühr für die Einziehung der Beiträge für die Invalidenversicherung (Res. Harth-Darmstadt), ferner die Jürsorgekasse für die Beamten und Bediensteten der Landgemeinden und flommunaloerbände (Ref. Klappner-Darmstadt) unb: die Gebührenordnung für Aerzte (Res. M ü n ch-WormS). .Nach der Beratung findet un Hotel ,jiir Kroneein gemeinschaftliches Essen statt, zu dem Stadtrechner Bing-AlSfeld Anmeldungen entgegen- nimmt. ** Frachtgut!» e »ettelung. Die übeisäbligen und fehlenden Güter hüben schon voil jeher eine große Belästigung jur die Eisenbahndienstitetten nne für Die Verkel-rireibenden. 5iqcr liebetstmid, der hauucsöchtlch äno der mangelhaften '^eichiuing der Güter bertvrgebt, erreuUt gen ähnlich während des gesteigerten Herbstverkedrs seinen Höhepunkt Konnte man sich daran gewe.men, bte allen Becetletungen sauber -u entfernen und die neue Be- »eitel img vonchrift-n^ißig autruilcn, so wäre viel unnötige Arbeit und Schreiberei eriuxit Tie iLiseiwahndirektionen haben daher zur (ünid)r.:nfung dieser Unzuträglichke'.len ihre Beamten angewiesen. schlecht Ober man.ielb'iil bezeichnete Guter »uniduiipfifcn, oder bte vor beschrieb, iie Bezeichnung gegen Erhebung der tartr- mäßigen t'^bubr mudzuloten Ber manchen Ci nenl'abnbtrcftion»- begirfen sind nencrbtngö sogenannte Signierfahnen einge- fubrt wvrven, die zum Selbftfoftenprvi? abgegeben locrben Sie sind besonder» .ui Beieichnung Der »"üter geeignet, an Denen |id) n.rch tbrer Beschaffend :t ote Sigiü rang ulst echt anonngen laßt ' Beft tjivechsel. Das Etabltsicment .Windhof 11 für 110 000 Mk. an den Restaurateur Loeberv aus Horst in Westfalen verkauft toorden. Die Uebernahme soll sehr bald erfolgen. •• Inserate sind nicht an die Redaktion, sondern an bte Expedition zu richten. Die Redaltivn Hal nut dem rAuzeigenletl nichts iujuu. Tggcgcu wolle mau redaktionelle Mitteilungen nicht an die Expedition, sondern an die Redaktion schicken, damit unliebsame Verzö .erungen vermieden werben. Alle für die Zeitung bestimmten Manuskripte müssen au8 technischen Gründen nur auf emer Seite des Papier- beschrieben sein. Tie Schritt muß deutlich fein; besonders deutlich müssen Namen und Zahlen geschrieben sein. " Kolosseum Eine ..broedxlung in Dem uollch n Ba- rieteprogramm bietet du-mal ba? .notosseurn mit brinet englischen Seniatwl'^Trtcktip-Burleske „Eine Nacht trn Selb nm Order kl ub" von Tr. Fr. Feroinand, Die Gütern abeno vor sehr gut besuchtem Haufe »um erstenmal aufgc'übrt wurde Zn der trotz ihrer offenbaren Geschmacklosigkeit immerhin mit Ec schick unb Humor Der fertigten, manchmal etwaS^ schalen unb auch veralteten Satire finden sich einig: gelungene Szenen unb gangbare Schlager, Die von dem Publikum mit starkem Beifall aus- Qcnomnu n wurden. Die Typen Der freiwilligen und unfreiwilligen LelbstmordkanDioaten sind mitunter recht gut gezeichnet und Die verschiedenen „Ehrenmänner tragen manchen gut beobachteten Zug Tie Vorführung sstbst kann man als recht gelungen bezeichnen, wenn auch l/rcr unb da ellvas gar zu dick ausgetragen wurb: Ihn*- sehr lobenswerte Leistung zeigt: uns Dr. Ferdinand selber als Sherlock Holmer. Den wir als tuten sehr guten Schauspieler schätzen (er gastierte hier vor ein paar Fahren mit einem allerdings recht mangelhaften kleinen Ensemble in Steina Saalbau mit Sven Langes Drama „Der Verbrecher", er scheim also besondere- krinnncllcs Interesse zu haben, nnb der wirklich großartige MomeMe hatte, die vom Publikum stürmisch applaudiert wurden. Nächst ihm ist Angelo Höf le al» Bankier ivibson erwähnenswert, der in spiel und Mimik eine durchaus angenehme unb zutreffende Note aufwies. Seniger geltet uns Herr Adalbert (4 a r e i d als Präfiocnt deS Selbst- uurocrfüibd, der mit einziger Ausnahme des 3. Aktes recht matt blieb und feine ganze, kühl überlegene Rolle zu sehr ins stvnvcntionell-Spicßbürgcrlichc zog. EtivaS mehr <^or,che und Sllbstübcrhebung durfte wohl am Platze fein. Tie Gbargen waren durchweg gut besetzt, und auch das Enschuble'piel ließ nichts zu wünschen übrig, wenn man von einigen Uebertreibungcn, die sich aus der ganzen Art des SnlckcS aber leicht erklären unb entschuldigen lassen, absieht und nur den Gesamteinoruck un Auge bebält Air sind überzeugt, daß weitere Ausführiingen lcbhast.il Zuspruch finden Dürften, umsomehr, da Sherlock Holm« leider immer noch aktuell ist. -h. Lich, 1. Sept. Die seit einigen Togen vermißte Kunigunde Konrad ist heute als Leiche aus der Wetter gezogen worden. Die Unglückliche, die das elterliche HouS nach vorauSgegaugenen Zerwürfnissen verließ, wird als braocS, fleißiges Mädchen geschildert. X Treis a. d. Lda., 30. Aug. Ein einem hiesigen Händler gehöriges Rind, das heule morgen mü ber Eisenbahn nach Giet>n zum Bichmarkt befördert werden sollte, bekam unterwegs Frci- heitsgelüste und sprang kurz hinter unserem Torf, gewiß auch angczogen von der bei dem nassen fetter üppig oa'tcbjnocn Weide, seiner Fesseln, die offenbar nicht besonders fest waren, nicht achtend, aus dem in voller Fahrt begriffenen Zuge. Zu feinem Unglück oder auch Glück blieb es in einem Stachelürahtzaun bangen, wo cs von binjukommcndcn Landleutcn befreit unb feinem Eigentümer ,ugeführl werden konnte. Äußer einigen vom Stachel- draht herrühreiiden kleineren 28undcn trug e.- b inerlei Verletzungen davon. Nächsten Sonntag, dem Sonntag nach dem 2. Scptnnber, wird hier, schönes Wetter vorausgesetzt, das herkömmliche Z u- a c n b f c ft unter ber üblichen Beteiligung der Schuljugend, aller Vereine ber ganzen Bevölkerung am Fuge des TotenvergcS auf dem sog. „Busch" gefeiert. B. Ällendors a. d. Lumda, 1. September. Am Sonntag nachmittag wurde m unserer Kirche cm Mission 8 - Fest gefeiert, das von NtissionSfreundcn von Nah und Fern so zahlreich besucht war, daß unsere gewiß geräumige Kirche die Menge der Andächtigen kaum zu fassen vermochte, und noch aus den benachbarten Häusern Stühle und Bänke geholt werden mußten, um den Erschienenen für Sitzgelegenheit zu sorgen. Pünktlich um 2 Uhr begann der Gottesdienst, in welchem Pfarrer Ehringst a u S - Bielefeld bte eindrucksvolle Festpredigt hielt, die den Zuhörern die Pflicht zur MissionSarbcit ans Herz legte, weil die Not der Heidenwelt es erfordere, die Liebe der Christen cS verlange und die Stärkung des eigenen Glaubens cS erheische. Nach ihm berichtete Pfarrer Fliedner- Marburg, der lange Jahre Pastor an dem deutschevangelischen , sogenannten Syrischen Waisenhause in Jerusalem war, über die EoangelifationSarbeit im heiligen Lande. Als dritter Redner sprach Missionar Judt-Barmeu. Ec gab interessante Schilderungen auS seiner 30jährigen VlissionStätigkeit im jetzigen Teutsch-Südwestafnka, besonders verbreitete er sich über Land und Leute des südlichen Teiles unserer Kolonie, die Hottentotten. Tie am Schlusie des Festes für die Heidenmission erhobene Kollekte betrug ungefähr 115 Mk. Auch wurden für etwa 30 Mk. Missionsschriften verbreitet. FC. Butzbach, 1. Sept. Ter sumpfige Teil des hie- sigen Exerzierplatzes wird focbcn durch Strafgefangene aus der Zellenstrafanstalt entwässert. Tie Arbeiten dauern ca. 3 Wochen. R.-B. Tarrn ft abt, 1. Sept. Heute wurde das Jubiläum der Chemischen Fabrik von E. Merck festlich begangen. Bei der akademischen Feier am Vormittag waren neben dem Personal atich d.e auswärtigen Vertreter der Firma aus Berlin, Hamburg, Wien, Brüflel, London, Paris, Alailand, Petersburg, Moskau, Vkexiko :c. zugegen. 9iamenS der Großst. Regierung überbrachte Dtinister Tr. Braun herzliche Glückwünsche, wöbe» er darauf hinwieS, daß Geh. Kommerzienrat Dr. Louis Vlerck bereits zum lebenslänglichen Mitglied der Ersten flammet berufen worden sei, während der Grobherzog Med.-Rot Tr. E. Merck das Ehrenkreuz deS Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen habe. Ramenü der Stadt gratulierte Oberbürgermeister Morneweg, namens der Technischen Hochschule Rektor Prof. Walde, namens der Handelskamnicr Bankdirektor ParkuS, namens des VeicmS deutscher Cbennker Prof. Dr. LepsiuS u. s. f. Eme Abordnung der Arbeiterschaft überreichte den Jubilaren prächtig auSgestaricte Adressen. Rach ber Feier sand unter großen Zelten eine Bewirtung deS gesamten, zirka 1500 Köpfe starken Personals statt. Am Abend veranstalteten die Beamten noch einen FestkommerS. sd. Tann Habt, 1. Sept. Von den fünf auS ber Landesirrenanstalt Philipphospital bet Hofheim auSge- brochenen Verbrechern wurde schon am 2lachmittag einer in dem Anstalt-'sttüni un Felde bei WolfSkehlen von Landleuten entdeckt und m die Anitalt zurückgebracht. Es ift ein gewisser Lhltg, der strafrechtlich nicht venolgt roub und auS anderen Gründen zur Becbachtung feiiKö GeisteSzustandeL m der Anstalt anfgenommen war. Er war nur mit H^mo und Hose bekleidet und hatte außer den Hausschuhen den üblichen langen, blau und weiß gestreiften Krankenmantel an, der fast bis zur Eide reicht. .Wahrscheinlich haben die andern Audbreche. auch feine andere Kleidung nnd n..d ohne Kopfbedeckung. Aus, Rosenberger und Haawig i;i noch cm gewisser Leiser flüchtig, der von der Staatsanwaltschaft Gießen verfolgt wird, sowie endlich der Schlosser Becker au- TamifiaM, der vor einiger Zeil in einer Wirtschaft ,OrteS. Die neue Schule ist zu 70- bis 80 000 Mk. veranschlagt. )( Aus dem Streife Marburg, 1. Sept Infolge des unnufbörlitbtu Aegenwctters find die Landwirte ün b.eugcn sirci'c in arge Bedrangm- geraten Hafer und Ae»ze» ftebt überreif auf Dem Felde unb kann nicht geerntet werden Vielfach hort man, baß der Hafer wieder und) zu wachsen beginnt. Auch für di^ Grummeternte ivärc fchones sonniger Wetter erwünscht, ebenso für bte S pä tkar tof sctn, die KBt Feuchtigkest genug haben. Die Gemüsefelder baden, sehr unter ber Raupenplage ui leiden Tic A e p f c l e r n t e- lallt in buiem Zähre verhältnismäßig gut auS, in Den A»cde- rungcn gibt» auch tüchtig Zwetschen, doch hat der sturnuvmb in den letzten Tagen in Den Obstpflanzungen oftmals Schaden angerichtet X Schlüchtern, 1. Sept. Am vergangenen Sonntag, wurde dahier ein Kaiser WilHelm- und Krieger- Denkmal feierlich eingeweiht. dtachmlttag« 2 Uhr sandi em Feslzug, an dem sich 33 Kriegervereine, die hiesigem Schulen und Behörden rc. beteiligten, statt. Am Denkmal hielt der Vorsitzende deS KreiS-flricgeroerbandeü, Amtsrichter; HengSdergcr, die Festrede. Das Denkmal besteht au« einer Bronzebüste deS Kaisers Wilhelm L, die auf einem einfachen, ober künstlerisch hervorragend gestalteten Gramt- sockel ruht. Schöpfer des Denkmals ist der Bildhauer (iiml Caner in Berlin, em Sohn unserer Stabt. Eine nn TenM mal angebrachte Tafel zeigt folgende Inschrift: .Dem An-, denken an feine 1870/71 zur Verteidigung bet Vaterlandes auSgezogenen Kameraden, gewidmet vom Kriegerverein. Schlüchtern, 30. August 1908.' fc. Frankfurt o. Di., 1. Sept. Ein Transport von» Ochsen, der auf dem hiesigen Schlacht- und Viehhof emtras, wurde beanstandet, da von Seiten deS Tierarzte» bei einem Stück Maul- und Klauenseuche konstatiert loorbea war. Um der Ausbreitung der Seuche entgegenzutreten,, wurde polizeilich bie Abschlachtung des Transporte», un ganzen tki Stück Großvieh verfügt und die Absperrung^ eines Teils des Viehhofs für das Publikum angeordnet. Der Transport kam aus Württemberg. X Hanau, 2. Sept. Im Schloßgarien schoß sich gestern abend ber wegen Unterschlagung von 600 Mark steckbrieflich verfolgte 22 jährige Kaufmann Scheffer au» Stuttgart zwei Kugeln in den Kops und wurde schwer verletzt m das Krankenhaus gebracht. tc. Fulda, 1. Sept Drei Zigeuner, von denen einer dringend Dtrbäditig ut, den Gendarmerie Wachtmeister Schenk aus Flieden durch einen Schuß tödlich verletzt zu beben, sind iu bat Anit-gcrichtSgesängnis in Neuhof eingeliefert »vorden. Be» denl einen. Den man als Den Täter im Verdacht hat, lanö man zwei Revolver, zahlreiche Patronen, einen Hirschfänger, zwei Messer unt einen Legitimatwntzjchein, auf den uordmachcr und IN unter Fran^ Lsagncr, wohnhaft in Emuiekhosen, laut mb. Aus Nassau, 1 Sept. Das Dispertal, das mit zu den lanCidMitliü) schönsteii liiert bev iaunu» gehört, ift finfihd) gefährdet Es sott dort eine Talsperre errichte» werden, die Vorarbeiten sind so u>nt gediehen, daß eine Wasseruhr aufgefielt, werden konnte, die bte Wasser der Wisper un» feiner Nebenbäche registriert. Ta- Wispertal wird im Sommer von Taufenden von Fremden besucht. Auch die Kurgäste von Wie-baden, Langenschivalbach und Schlangenbad unternehmen gen 3pa.uetgängc in das ronianti'che Wispertal. Tie Industrie aber bat bekanntlich für Romantik kein Interesse, sie fordert schon seit Zadrcn die Wifpertallperre, Die nunmehr infolge bei Binder Wiesbadener Handelskammer zur Tatsache Line „gctraumt€" Näudcrgejchichte. Heber eine seltsame Begebenheit, die einen interessanten Fall au- dem Reiche des lieber)umlidm behandett, beruhtet da- Sturtganer Neue Tagblatt: Jim 15. 'Jtuguft wurde uns auS Dem 'Xm:.vbcramVbc|trf Stuttgart von einem UebcdaU gemeldet, den gpu ün i’bebüidl lauernde Spießgesellen auf einen achstäprigen Knaben nach beiiea Liigabe am dein Wege uir Schule au^ubetrn. Die Cfbdroen Haden sofort teengfir Untersuchung tinaeleiiet. liefe Nachforschungen haben nunmehr ein große Wahrscheinlichkeit dafür erqeben, daß der Knabe, dec adui-.brigc Psarr.-rsohu Max Teufel von fcemnai, die ganje ilLniL>ergeid tih.c munden oe>n-. geträumt hat Der mit der Untenuchuni ovtraute 5-tationofjmmanbaMl hatte -unächst die Mutter des Knaben tKninruncn und diese erklärte bei dem Bertzor etwa folg ndeS: Am 14 Jul: nachmitlag» l^i Uhr ia ihr Sodn auf dem ^8egc zur Schule noch Hohenheim unirrbalb xemnat Ix. der Rarn-bachvruckc von >roet bundxu in daB Ge'. u ch geschleppt, dort entkleidet und dann ,nr.e ü.ftbct unb den Schulranzen bur.j v.in. Der Jbiabe habe aber km Geld bei sich gebaut, auch nichts zu essen nnb nur feine Bücher im Schutwn>en getragen. Tu- Burschen Hillen den lieberallracn ein«- Lrunde It-gcn lassen, unb ihn dann durchgevrügelt und schließlich nielK-i -r.-..rlafj.ii. so Dau ter ÄT.atf rft um 3», Ut: m die «bj.. kam. Ter Knabe haoe Hauiabschüriungen an den .Armen und an tzen o.-MSgi gctzgbt, Vevouich^^n, bte IcrcherW Schöne Waschseilftützeu und Früh Obst enwfiehll 07232 ft. <8ertb, Landmannstrabe 11. Ä Iwiebkl-Kuchen. 07236 Wild. Lange, Neustadt 47. Gänse Enten gar. leb. Ank., 6 Mon. alt, vollkommen ausgewachsen, vollsedrig, fleisch, schlachtreif. 10 St. ca. 8 Pfd. schwere Gänse 30 Mk.; 18 schwere Enten 27 Ätt. hvu/, Streisand, Tzieditr Schlesiens! Hühneraugen und Hornhaut entfernt in kurzer Zeit Radikal per Fläschchen 50 Pfg. Germania-Drogerie Carl Seibel. 5043 allen Ratten bringt sicher Rellcia- Rattenkuchen. Haustier. unschädL 6 mal präm. Mehr. 100 Anerk. 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Zahlreiche Schisic flüchteten in die Häsen. — Tas englische Segelschiff „Amazone" ist an der Küste von Wales gescheitert. 26 Rttmn von der 28 Mann starken Besatzung sind SU Grunde gegangen. — Aehnlicl)e Rtclduirgett liegen aus England vor, wo gestern und vorgestern heftige Regen stürme wüteten. Cs sind viele kleinere Scknfisunsälle vorgekommcn. Die Nußkohlen, AiUhracitkohlen, Union - Briketts, Coks, Brennholz, empfiehlt [4813 J. Happel, Holzhandlmrg, Müvlgasse 30. «Äü bem * benj^1 teil* äsüh^ll- MO IW Dann yUIU r. B >; r^W,,dtn& Danteinschnitten ähnlich sahen. — Daraufhin würde der in Stonqat bei seinem Großvater weilende, angeblich überfallene Schüler Max Teufel verhört. Er hat dabei unter anderem ausgesagt: Als er vor etwa vier Wochen, es werde der 14. Juli gewesen sein, nachmittags zwischen l\x und 2 Uhr zum Besuch der Realschule von Kemnat nach .Hohenheim gegangen sei, seien nach Ueberschreilen der Ramsbachbrücke zwei Handwerksburschen an ihn herangekommen. Der eme habe ihn gefragt, wem er gehöre, der andere, wohin er gehe. Er habe den beiden Personen Auskunft gegeben, dann sei er an den Armen ergriffen und in das etwa 50 Meter weit entfernte Weidengesträuch an dem Nams bachuser gezerrt worden. Dort hätten die Burschen ibn niedergeworfen, mit einem Strick die Füße und mit einer zwmlich ftorten Schnur die Ipänbe bezw. die Arme gebunoen. Während er in dieser Zeit geknebelt und auf dem Boden ^gelegen habe, durch- suchten die beiden Leute seine sämtlichen Taschen und den aus dem Rücken besindlichen Schulranzen. Da er auster Lehrbücher und einem Taschentuch weder (Veld noch andere (vegenst.rnde besessen habe, so hätten ihm die Burschen nichts weggenommen. Während die beiden Angreiser ihn durchsucht l aben, sei der Ober förster von Hohenheim mit einem Hund aus ber Richtung von Hohenheim gekommen. Als die Burschen diesen sahen, hätten sic den Knaben geknebelt liegen lassen und seien in der Richtung gegen den Plieninger Wald geflüchtet. Der Oberförster habe den Fliehenden seinen Hund nachgehetzt und dieser soll, wie der Obcrsörstcr sagte, vtnem der Burschen die Hose zerrissen Ijabcn. Der Oberförster habe dein Knaben die Stricte und die Schnur gelöst und ihn srcigelasscn. Ter Knabe konnte nur eine mangelhafte Beschreibung her Angreifer geben. Er schätzte sie auf 20 bis 25 Jahre alt und hielt sie für Handwerksvurfchcn. Der gleichfalls vernommene Oberförster von Hohenheim sagte Lus, baß ihm von dem ganzen Vorfall niäü das Geringste bekannt sei und er könne sich nickst denken, wie der Knabe dazu komme, zu sagen, er habe ihm die Fesseln an den fänden und Hüben gelöst. Wenn er die beiden Burschen überrascht hätte, so hätte er zrvciscllos seinen Hund auf sie gehetzt: und dann sofort der Staatsanwaltschaft bezw. der Polizei Bericht erstattet. Der Knabe habe zu ihm kein Wort von der ganzen Angelegenheit gesprochen. Auch zwei Lehrer machten die Aussage, daß der Zlnabc weder zu spät in die Schule gekommen sei, noch den Vorfall ihnen gegenüber erwähnt habe. Ein Landjäger fragte dann den Knaben selbst, ob er die ganze Sache nickst etwa nachts geträumt habe und den Traum dann den anderen Schülern erzählte, worauf der Knabe erwiderte, daß dieses wohl der Full sein werde. Ter verhörende Landjäger erklärte es sür unmöglich, auf den Knaben einzuwirken, die Wahrheit zu sagen, da dieser bald weine, bald lache. — (Der kleine Herr scheint in früher Jugend schon das £>eer der psychologischen Rätsel vermehren zu wollen.) 'Ter Köpenkck-R i e l. Wegen des ,T>nurtmann§ von Köpenick* ist es in der A : e r n a t i o n a l e n 21 r t i ft c n - löge zu scharfen AuScinandc. . gungen gekommen. Tas polizeiliche Verbot des öffentlichen Au'tretens Wilhelm Voigts m Berlin und Budapest wurde durchaus gebilligt. Jeder elnliche Artist muffe sich weigern, mit einem alten Zuchthäusler gemeinsam auszutreten. ES setze daS Ansehen der VarlStöbühnen nur herab, wenn man unsaubere Elemenle zu Sensalionsnummeni mache und als Lockspeise sür das Publikum benütze. Es set lies bedauerlich, das; ein alter Logenbruder, der (Äatte der Sa- Ha re t, sich nicht schäme, den .Impresario' des Hauptmanns von Köpenick zu spielen. Infolge dieser Vorwürie ist dieser Herr, namens Jka Rose, aus der Internationalen Artistenloge ausgetreten. — Wilhelm Voigt hat sich ;etzt einen Sekretär zugelegt, durch den erden Blättern Mitteilen lagt, erstens, das; er schon wieder 1200 Bettelbriefe bekommen habe, zweitens, daß er nut einem amerikanischen Impresario einen Vertrag abgeschloffen habe, wonach er gegen ein Honorar von 50 000 Mk. eine aus 6 Monate berechnete Tournee durch die Vereinigten Staaten antreten werde. (Es ist wirklich bedauerlich, daß der Rummel immer noch kein Ende erreicht hat, und das Vorgeheit der Internationalen Artistenloge mutz mit aufrichtiger Genugtuung bemerkt werden. D. Red.) Kleine Tageschrontt. In Treptow-Tollensee bei Berlin bedrohten zwei Schwerzer den Gutsbesitzer Laue mit einer Axt, worauf dreier den einer' durch einen Schutz niederstreckte. Der andere wurde leicht verletzt. Jr» Lands berg a. d. W. warfen sich vor einen Aug ein allerer und ein jüngerer Mann, anscheinend Vater und Sohn. Beide wurden von dem Zuge furchtbar verstümmelt. In Wiesloch (Baden- wurde ein Landwirt bei Berührung eines herabhängenden Drahtes der Cberftromleitung getötet. Leine Iran erlitt erhebliche Brandwunden. Zwei Kellnerlelirlinge, die seit einigen Tagen verschwunden waren, brachen in das Geschäftslokal chres Hotels in Gera ein und stahlen 500 Mk. Als die Verbrecher sahen, daß sie verfolgt wurden, jagte sich jeder eine Kugel in den Kopf. Schwer verletzt wurden beide ins Krankenhaus gebracht. Der wegen Unterschlagung von 15000 Mk. steckbrieflich verfolgte Bankbeamte Meier aus Hamburg erschoß sich nach seiner Verhaftung auf dem Bahnhose Eutin. Der Zahlmersterafpirant Schnackenburg vom 31. Inf.-Regt. Altona erschoß sich. Er soll umfangreiche Unterschlagungen begangen haben. Der 19jährige Mediziner Robert Ehrhart, Sohn des Reichsrates Ehrhart aus Ansbach, wird seit der Hochtour, die er über das Kaiserjoch-lÄrieskops unternahm, vermißt. Eine ausgesandte Rettungsexpedilion kehrte erfolglos heim. Es besteht keine Hoffnung, Ehrhart, der wahrscheinlich während des letzten Hochgewitters abgestürzt ist, lebendig aufzufinden. Zahlreiche Lawinenstürze erschweren die Rettungsarbeiten. Vor Preiskretscham (Oberschlesien) stürzte ein Automobil, in dem sich der Ingenieur Mildner und drei veislliche befanden, eine Straßenböschung hinab. Alle Insassen wurden erheblich verletzt, der Chauffeur lebensgefährlich. In Mailand entdeckte die Polizeibehörde in der lithographischen Anstalt Cartocchnica Jtaliana eine großartig eingerichtete Banknotensäls cherwerkstätte. Die Direktoren, der Werkmeister und 40 Arbeiter wurden feftgenommen. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Ter neue belgische Gesandte am persischen Hose Emanuel Caweiiit wurde aui der Reise nach Teheran in Baku (Kaukasien) beraubt. Aus dem Wege durch die Stadt zum Schiffe wurden er und seine Familie von mehreren Räubern überfallen. Mehrere Schüsse wurden abgegeben, und c5 brach eine Panik unter den Passanten aus. Während dieses Tumultes wurde ein Teil des Handgepäcks des Gesandten geraubt. In V l a z n i (Kroatien) überfielen mehrere Serben den Steuerexekutor Alekadie, zerhackten seinen Körper und warfen die Leichenteile auf den Bahnkörper. In Serajewo wurden bei einer großen Feuersbrunst tuns Wohuhäiiser und mehrere Nebengebäude eingeäschert. Vier Personen sind dabei tätlich verunglückt. Mehrere Feuerwehrleute und und Polizeibeamte erlitten bei den Rettungsarbeiten Verletzungen. In Wen Ham in Massachusetts wurde bei dem General- poftineifter und ehemaligen amerikanischen Bolschaster in Petersburg, Meyer, eingebrochen und Schmucksachen, Geld und Wertpapiere in Höhe von über einer Million ge ft ob len. Die „«er, von denen mc *h"5 Ä«S5 : Tal!per w SÄ öj&s Griginal-Drahtmel-ungetr. Brest, 2. Sept. Trotz der Anwesenheit von Gendarmen ans Bord des deutschen TampscrS ,Tom Eorpitz" bauern; die Unruhen fort. Es kam sogar zu einem Messerkampst zwischen Meutereril und dem dem Kapitän treu gebliebenen Teil dec Viaunschafteii. Jnfolgedcsscii beschloß der Aiariitepräsekt, der Sache enp Ende zu machen, indem 12 Meuterer zwangsweise gelandet wurdeii/ — An der Küste ivic auch im Innern des Festlandes herrscht ein furchtbarer Sturm. Zahlreiche Telegraphenleitungen sind zerstört, viele Dächer abgcdeckt ober beschädigt. Im Hafen lausen viele Fahrzeuge, Schiit; siichend, ein. Rian ist auch ohne Nachricht über den Dampfer der Polarexpeditiori Ehareots. Paris, 2. Sept, lieber die Unterhandlungen zwischen F-rank- rcid) und Spanien hinsichtlich ber Bedingungen für eine eventuelle Anerkennung Mnley Hafids teilt der Petit Parifien mit, daß die Anerkennung bereite im Prinzip außer Frage stehe. In Tanger fall ein Brief eingecrossen fein, der einen Ausruf des neuen Sultans an Europa enthält, worin Muley Hafid ausführliche Erklürungen über den LUgeciras-Vertrag abgibt. Diese Erklärung Muleh Hafids hätte unbcrEcnnbar einen großen Werl, leider habe aber weder die französische noch die spanische Gesandtsck;ast bisher offiziell von dem Jmhalt des Schreibens Sfcmitnte erl-alten. Die sranzösifck)-spanisck>en Besprechungen würden in kürzester Zeit beendet sein. Es sei keineswegs davon die Rede, daß die Kabinette von Paris und Madrid als Mandatar Europas auftreten. Beide Reichte würden sich darauf be- schränlen, das Programm der Garantien festMlegen, die Rtuley Hafid zur Unterzeichnung vorgelegt werden sollen. Dieses Programm werde aber erst gültig fein, wenn es durch die übrigen 3igimtarmäd)te genehmigt ist. Paris, 2. Sept. France Militaire meldet, durch die Trnppenführer sei bekannt gemacht worden, daß Freiwillige sich für Casablanca melden könnten, die dort als Backer, Schmiede usw. Vettvendung finden könnten. In Udscha ist M u -* l c y Hafid als Sultan proklamiert worden, ohne daß die französischen Autoritäten dagegen ciitgcfd)ritten wären; cä‘ war nur verboten, daß Europäer sich an dieser Proklamierung beteiligten. Heute (BVe Ochsenfleisch Pfd. 58 Pfg. Ziehung 15. u.16.Septbr.19O8. 5 Gothaer eld-Lotterie 3337 Geldgewinne u. 1 Prämie „ft it f etc" enthält keine Milch und ist daher ein vorzügliches yiäbrmittel für Shnbcr, die nur vorübergehend oder überhaupt keine Ättlch vertragen können; daher die hervorragenden Erfolgei bei Brechdurchfall, Darmratarrh, Diarrhöe re., wo Milch und Milch enthaltende 9tahruugsmittel zu meiden sind. «n. l-s- 8' ^1. "»ich, J ?*- haben f)Qri bif bVl 'N'n! d°° ' i "9 °°» hi»*’ ??‘tn » dm'mem, Sta. ^“Tblutjen b(gtlc' ®'tJBoUenbeng b,c ’"b« beginn der Ecü- e>n Stück .Alt-Rod, ,Qlte schule zu ben £ "eue Schule ist 8X ^Sept. Jnsolge ßanbtüute im bieiigm. W1 und «ßei5en. w kann nicht geerntet lüiebtt fusch zu eLeJ.n.l,£ wäre fchöm; "-patkartoffcln, emu,efelder habend Die ckepsclciiue ut aus, m den Niete« lwt der Tnmmvmd uigen oftmals schaden Vertreter: 5087 Hermann Burkhardt Gießen, Ebelstrasse 3- in Portsmouth eintreffen sollte, war zwölf Stunbcn überfällig, was große Beunruhigung hervorries und veranlaßte, daß mehrere Schiffe zur Hilfeleistung ausgesandt wurden. Inzwischen hat ber Dampfer seine Passagiere gelandet. — Auch auf dein Kontinent hat das Unwetter mannigfachen Sckzaden angerichtet. In Brüssel herrscht seit zwei Tagen ein orkanartiger Sturm, der zahlreickse Betriebsstörungen verursackst hat. Die telegraphischen und telephonischen Leitungen haben schover gelitten. Auf den Boulevards uiü> im Stadtparke sind zahlreiche Bäume etlüvurzelt worden. * Der F-ischermeister Ernst, der befturnte Hcutptbe- lastungszengc im Prozeß Eulenburg, soll, nach der „Deutsch Ztg.", infolge der Auftegungen, die ihm der Prozeß bereitete, vom Verfolgungswahnsinn befallen worden sein. Jede Aussicht auf eine Wiedergenesung des bedauernswerten ALannes sei ausgeschlossen. Ernst sei nach Ueberzeugung der Aer^te unheilbar wahnsinnig, und tönne auch für einen nochmaligen Eulenburg- Prozeß nicht mehr in Betracht kommen. Ob die Meldung richtig ist, lassen wir dahingestellt. chloßg-lt'N IN agung «» °°° W ufmann un6 würbe Ich« W Brennholz Kurz geschnittenes Schwartcnholz ü Ztr. Mk. 1.25 liefern frei ins Haus 5120 Tchubccker u. Bcchthold Zimmergeschäft und Sägewerk Tchiffenbergertat NB. Bestellungen werden auch Neuenweg 42 II angenommen. Schöne ital. Zucht n. Legehühner liefert seit 30 Fahren gut u. billig. Geslugelhoi Becker, Weidenau Sieg 57. Preisliste mit Abbildung kostenl. 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Nachdem die feit einigen Monaten durch einen AnSschlutz, dem Vertreter der bestehenden vier Rohetfensyndikale angeboren, gep'logenen Verhandlungen znr Bildung eines a 11- gemeinen deutschen RoheisensyndikateS zu einer Verständigung über einen Vertragsentwurf bereits geführt batten, hat in der letzten im Juli abgehaltenen Sitzung der Ausschuu bc- chloffen, diesen Entwurf den bisher ablehnenden Hochofenwecken zur Kenntnis zu unterbreiten, und von deren Teilnahme die 29ei- lerifibrirng der Verhandlungen abhängig zu machen. Mit Brief vom 20. August d. I. hat nach der „Köln. Ztg."daS Eisenwerk Kraft m Kcatzwick diese Teilnahme abgelehnt. Infolgedessen hat der Ausschuß seine Tätigkeit eingestellt. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 2. Sept. Schweinemarkt. (Crg.- Tel. des Gieß. Anz.) Zum Verkaufe nauden 2053 Schweine. Bczadlt wurden: für Scinveme 1. Qual. 69—70 Pig., Lebendgeivtcht 56,0 bis 00 Pfg.; 2. Qualität 68—00 Pig., Lebendgewicht 54,5—00 P'g., 3. Qual. 02—68 Pig. 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