‘77ektrotechnik’ Brick« Nr. 283 Drittes Blatt Dienstag, 1. Dezember 1908 158. Jahrgang Erschein! täglich mit Ausnahme bc8 SonnkagS. I die Lehrer sind heutigentags die berufenen Führer bei diejcn Bestrebungen. N.'tatisnSbnick und Verlag der Drühksschm Unwersuäis - Buch» und 6temb ruderet, R. Lange. Gießen. ** Kaiser Panorama. Wie bekannt, unternahm der Kaiser mit seiner Familie eine Reise nach dem Mittelmeer, um seinem, auf der herrlichen Insel Korfu belegenen neu erworbenen Schloß Achilleion den ersten Besuch abzusiatten. Dem Hof.ie,erunten Fuhrmann ist es gelungen, eine Serie von Aufnahmen dieser Reise und vom Schloß Achilleion selbst her,retten zu lassen, die in dieser Woche in hiesiger Fi.iale, Kirchcnp.atz 9, ausgestellt sind und wohl zu den schönsten gehören, die das Baiser- Panorama zu bieten vermag. Man sieht nicht nur das Schloß mit seiner inneren originellen, die verschiedensten Slilarten un^as.enden Ausstattung, sondern auch die herrlichen Gür.en mit ihrem zauberffch schönen Ausblick aus das Meer und die.fernen Berge Albaniens. Nicht unerwähnt Tie „Gießener Zamttlenblötter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sieden" zweimal wöchentlich. Die „randwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. parlamentarische». Handlungsgel) ilienwüniche an den Reichstag. Der Tculschnalionale Hanblungsgehilfen-Berband m Hamburg hat dem Reichstag eine umfangreiche Denkschriil unterbreitet, worin er m a. die reichsgeiehllche Einführung der völligen Sonntagsruhe für das Handelsgewerbe, ebenso die Einführung des reichsgeietzlichcn 8-Uhr-Ladenschlusses und eine ebensolche Regelung der Ärbens-eit in den Kontoren befürwortet. Ferner verlangt der Verband die Schaffung einer Handelsanfsichtsbehörde (Handelsmspekloren), die Einführung eines Erholungsurlaubes und die Regelung der Vorschriften über die Mittagspause. Insbesondere verlangt der Verband auch eure reichsgesehliche Regelung der Arbeitszeit der weiblichen Angestellten iiii Handelsgewerbe. Es ist als sicher anzunehmen, daß wenigstens ein Teil dieser Anträge zum Gesetz erhoben wird. Redaktion, Expedition und Dnickerei: bckmk- straße 7. Expedition und Verlag: es® 5L Redaktion: 112. rel..AdruAnzeigerGieben. Eichener Anzeiger Genera!-Anzeiger für Gderheßen Ans Stadt und Land. Gießen, 1. Dezember 1908. ** Dorf museen. Abgeordneter Köhler-Langsdorf schreibt uns: Ich habe soeben der ersten Klaffe unserer Volksschule Mauerbrocken des RömerkastellS, das vor 2000 Jahren auf meinem Acker in Bcttenhausener Gemarkung bestanden hat, zu ihren Sammlungen, die ich früher schon in mancherlei Gestalt anzuregen begann, überreicht, als ich noch Bürger- meister meiner Heimatgemeinde war. — Man wird fragen: Warilm aber sollen wir das wissen, die das gar nicht angeht? die es vielleicht gar nicht interessiert? Ich sage, es geht Alle an, die noch mit ihrem Herzen an der alten Heimat und ihrer Geschichte hängen. Denn ich möchte alle Freunde der Volkskunde und heimatlichen Geschichte bitten, Alles zu sammeln, was in den letzten beiden Beziehungen als wichtig erscheint und Dorfmuseen etnzu- richten unter dec Obhut verständiger Volksschullehrer. Denn gerichtsrat Theobald, Amtmann Dr. Krapp, Amts- gerimtsrat Dr. Müller, Pfarrer Waitz, Pfarrer Schlosser, Frl. Waitz, Frau Prof. Berger und Frl. v. Biegeleben ein prooi,arischer Ausschuß gebildet, der geeignete Vorschläge im Sinne des Antrags v. Hessert machen soll. Dbg. Stadthagen (Soz.)k Jetzt haben wir Anträge gestellt, die die Bescheidenheit selbst sind, die nur das heute schon Durchführbare wollen, und auch die lehnen Sie ab. Ter Staatssekretär hat ganz recht, der Zentrumsantrag ist undurchführbar. Dbg. GieSbertS (Zentr.) k Ueber daS, was praktisch möglich ist, werden wir unS Wohl mit den Herren Sozialdemokraten niemals einigen. Tie soziale Gesetzgebung kann nur festlegen, waS durch die Praxis bereits als durchführbar erwiesen ist, und den Achtstundentag haben nicht einmal die Berliner Maurer erreicht. Tie bürgerlichen Parteien haben einmütig die Widerstände überwunden, die sich der gesetzlichen Einführung deS Zebnitundentages für Arbeiterinnen entgegen^ gestellt haben. Weshalb also setzt der bittere Streit um die zwei Stunden Samstagsarbeit? Tie Frage hat eigentlich nur eine prinzipielle Bedeutung, weil durch Annahme unserer Anträge die lleberzeugung ausgesprochen wird, daß die verheirateten Frauen eines größeren Schutzes bedürftig und würdig sind. Selbst eine große Zahl von .Handelskammern bat sich Dafür ausgesprochen. Gang unverständlich ist mir, warum Parteien, die in der Kommission dem Antrag auf ausgedehnteren Wöchnerinnenschutz zugestimmt haben, jetzt vor einem Augenzwinkern deS Staatssekretärs umgesallen find. Tie ungeheure Kindersterblichkeit in der sächsischen Textilindustrie spricht eine deutliche Sprache. Sächsischer Gesandter Graf Vitzthum von Eckstadt: Die hohe Kindersterblichkeit in der sächsischen Textilindustrie umfaßt wesentlich nur uneheliche Kinder, beweist also für die hier diskutierte Frage die Unterscheidung zwischen verheirateten und unverheirateten Frauen so gut wie nichts. (Widerspruch im Zentr. und bei den Soz.) Dbg. KulerSki (Pnle): Man muß den Arbeitern auch Wohltaten aufdrängen, die unverständigen Arbeiter vom Segen Des Arbe-terschutzes überzeugen. Dem sozialdemokratischen Antrag stimmen wir zu. Abg. Schack fWirtsch. Vg.): Der Staatssekretär hat nicht mit den Augen gezwinkert. (Heiterkeit.) Als das Zentrum sich in der Kommission von der Berechtigung der Bedenken der braunschweigischen Konserven- industrie hinsichtlich der Nachtarbeit Der Frauen überzeugte, ist e$ doch auch nicht vor dem Augenzwinkern des braunickweigischen Gesandten umgefallen. Um auf die sozialdemokratischen Anträge und die Rede des Herrn Stadthagen einzugehen, schätze ich meine Zeit und die des Reichstags zu hoch em. Weiterberatung Dienstag 1 Uhr. Schluß Uhr. stimmen. Für die Verkürzung der Arbeitszeit muß das Verhältnis unserer Industrie zur auswärtigen maygebenb sein und auf jede Industrie gesondert Rücksicht genommen werden. Schema- tische Gleichmacherei wäre vom Hebet. Unsere Industrie bat auf dem Weltmarkt schwer zu kämpfen, das Erwachen deS Ostens, deS japanischen Volkes, bereitet ihr neue Schwierigkeiten. Man kann auch nicht ohne weiteres unsere Verhältnisse mit denen anderer Länder vergleichen. — Der Redner bekämpft den freifinnigen Antrag und empfiehlt den Vermittlungsantrag des Zen. trums, der alle Bedenken hinfällig mache. Die verheiratete Fabrikarbeiterin ist daneben noch HauSsklavin; so können Weiber zu Hyänen werden. Sorgt die Arbeiterin nicht für den Haushalt, so treibt sie den Mann in die Schänke; das mag im Interesse der Finanzreform sein, aber nicht der Familie. Die Zukunft des Volkes ist in Gefahr. Die Industrie sollte da nicht nur an male- riefle Interessen, sondern auch an diese idealen Gesichtspunkte denken. * materielle Interessen bestimmen zu^lasscn, hat e5 für die sächsische Industrie nicht erst bedurft. Sie weiß den Wert der idealen Güter wohl zu würdigen. Der KommissionSbcschluß würde zur Folge haben, daß verheiratete Arbeiterinnen als weniger beliebte Ar. beiter aus den Fabrikbetrieben entlassen werden. Die Einschränkung der Arbeit der verheirateten Frauen ist natürlich auch uns erwünscht, wenn sie ohne Schädigung der Industrie möglich ist. Aber es cpbt a^ch Fälle, in denen die Beschäftigung der verheirateten Arbeiterinnen im Interesse der Arbeiterfamilien selbst nicht entbehrlich ist, zum Beispiel wo die Frau vom Manne getrennt lebt, wo der Mann aus Trunkenheit oder Arbeitsscheu sich nicht um die Familie bekümmert, wo er invalid oder krank ist, wo er a'S Saisonarbeiter vorübergehend ohne Arbeit ist. Ter Antraa Fleischer ist unannehmbar. Die Behörde kann nicht bestimmen, ob die VorauLs»tzung in dem bestimmten Falle betriebstechnisch gegeben »st. Begnügen Sie sich mit der Regierungsvorlage; sie bringt ja eine Verbesserung der Arbeits- Verhältnisse für sämtliche Arbeiterinnen, auch für die verheirateten. Abg. Schmidt-Altenburg (Rp.) spricht in gleichem Sinne. Hoffentlich werden wir mit der Verkürzung der Arbeitszeit nodi unter den Zehnstundcrtag herunter, kommen, aber wir dürfen nicht zu rasch vorgehen. Ich bedauere lebhaft, daß diese zweite Lesung so überaus schnell vorgenommen worden ist, sonst hätten wir vielleicht noch manche praktischere Formulierung finden können. (Sehr wahrl) Dbg. Henning (Kons.): So sehr wir geneigt sind, für die Arbeiterinnen humane Bestimmungen zu treffen, dürfen wir ihnen doch nicht Wohltaten a u f d r ä n g e n . die sie selbst nicht wollen. Man kann unS nicht den Vorwurf der Inhumanität machen, wenn wir dem Antrag Ablaß zustimmen. Dbg. Schack (Wirtsch. Vg.)k Der Antrag auf Einführung des Achtstundentages entspricht nur dem Reklamebedürfn»s der Sozialdemokraten — ein geeignetes Objekt für die neue Reklamesteuer. (Heiterkeit.) Nach oen Darlegungen bc5 Staatssekretärs und der anderen Herren sind wir seht mit der Streickung der Sonderbeflnwmmgen für Arbeiterinnen, Die ein Hauswesen zu besorgen haben, ein- verstanden. Deutscher Reichstag. 172. Sitzung, Montag, ben 30. November. Am Tische des BundeScatS: Wermuth, Dethmann- Hollweg, Caspar. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten. Der Schuh der Arbeiterinnen und jugendNchen Arbeiter. Die Kommission für die aroße Gewerbenovelle hat den Abschnitt der Novelle, der mit ücksicht auf das Inkrafttreten der Berner Arbeiterinnenschritzkonb.'nüon bis zum Ende dieses Jahres vom Reichstag erledigt sein muß — ArbcitSvcrhältnisse dec gewerblichen Ar' i ter innen und jugendlichen Arbeiter — in zwei Lesungen durchberaten und diese stehen jetzt als selbständige Bor- läge zur zweiten Lesung im Plenum. KommissionSbericht- erstatter ist Abg. Dr. Pieper (Zentr.). § 137 enthält die Bestimmungen über die ArbeitSdaner de ^Fabrikarbeiterinnen. Als Fabrik im Sinne dieser Bestimmungen sollen gelten die Betriebe, in denen in der Regel mindestens zehn Arbeiter beschäftigt werden. Die <5 o» zialdemokratcn beantragen statt zehn Arbeiter schon fünf zur Grundlage deS Fabrikbegriffs zu machen und dabei auch die außerhalb der Fabrikstätte Beschäftigten mitzurechnen. Nach den Kommissionsbeschlüssen betragt die Höchstarbeitszeit zehn S t u N/d e n , an den Vorabenden der Sonn- und Festtage acht Stunden. Für Arbeiterinnen, die ein Hauswesen zu besorgen haben, lvird die Höchstarbeitszeit am Sonnabend auf sechs Stunden festgesetzt; diese einschränkende Bestimmung will ein An'trag der Freisinnigen, Dr. Ablaß und Genossen, streichen; ein Zentrumsantrag, Dr. Fleischer und Genossen, will die Beschäftigung bis zu acht Stunden auch für diese Arbeiterinnen g-statten, so weit betriebstechnisch davon die Weiterarbeit anderer Arbeiter abhängt. Die Nachtarbeit von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens wird verboten, eine einstündige Mittagspause und eine tägliche ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden borge- schrieben. In Kokereien und zum Transport von Materialien bei Bauten dürfen Arbeiterinnen nicht verwendet werden. Die Sozialdemokraten beantragen das Verbot der Nachtarbeit in der gleichen Weife mich für die jugendlichen Arbeiter. Statt des Zehnstundentages beantragen sie den N e u n st u n d e n- t a g, als Ueberteitung zum Achtstundentag, der am 1. Jan. 1012 in Kraft treten soll. Mit dem Arbeiterinnenschutz ist ein Mutterschutz berbun- den. Nach dem Kommissionsbeschluß dürfen Arbeiterinnen vor und nach ihrer Niederkunft im ganzen während acht Wochen nicht beschäftigt werden. Ihr Wiedereintritt ist an den Aus- weis geknüpft, daß feit ihrer Niederkunft wenigstens sechs Wochen verflossen sind. Die Sozialdemokraten beantragen DaS Beschäftigungsverbot für zwölf Wochen ftnd Freihaltung der Arbeitsstelle. ..><■ r Abg. Manz (Fr. Dp.): Im übrigen sind wir mit den KornmissionSbefchlüffen einverstanden, aber die tief einschneidende Bestimmung über den Fünfuhrschluß am Sonnabend für Arbeiterinnen, die ein Hauswesen zu besorgen haben, bitten wir dringend zu streichen, denn das kann die Industrie nicht vertragen. Ohnedies reduzieren wir die S(r« beitSzeit schon um sieben Stunden in der Woche, und eS ist die Frage, ob in der Zeit her niedergehenden Konjunktur die Industrie so leicht eine' entsprechende Erhöhung deS Stundenlohnes wird eintreten lassen können. Eine weitere Verkürzung der Ar- beitSzeit würde also die Arbeiterinnen selbst schädigen. Das muß auch den außerhalb der Industrie Stehenden einleuchten, daß die Betriebsform einheitlich fein nmß, man nicht einen Teil der Ar- Leiterinnen acht und den anderen nur sechs Stunden beschäftigen kann. Dazu kommt bei uns in Bayern noch die Schädigung durch die vielen Feiertage; es ist mißlich, daß wir noch eine Reibe Feiertage zweiter Ordnung haben. Seit Jahren ist unfere Industrie bei der Regierung vorstellig'geworden, und diese hat auch mit den kirchlichen Behörden Fühlung genommen, um eine gleichmäßige Produktionszeit für Deutschland herbeizuführen; vor einiger Zeit hat aber der Kultusminister bekannt gegeben, daß die Verhandlungen ergebnislos verlaufen sind. Dbg. Schmidt-Berlin (Soz.): Spät genug greift die Gesetzgebung ein. Denn der Zehn- flundentaa ist zum größten Teil in der Praxis schon durchgeführt, und wo Tarifverträge bestehen, zumeist eine kürzere Arbeitszeit. Die Mitrechnung Der außerhalb der Betriebsstätte Beschäftigten soll verhindern, daß die Schuhbestimmungen durch Heranziehung der Heimarbeit umgangen und Die Heimarbeit ausgedehnt wird. Die Forderung des Achtstundentages werden totr immer von neuem erheben, bis wir ihn durchgesetzt haben. Abg. Dr. Fleischer (Zentr.): An den Achtstundentag, so erstrebenswert er ist, ist zurzeit nicht zu denken; der Antrag ist rein agitatorisch. Auch wenn der Reichstag einstimmig Dafür ist, der Bundesrat würde doch nicht zu- ' ' Dbg. Dr. Stresemann (Natl.)^ Glanben Sie wirklich, daß durch den Zentrmn?an>mg das erreicht werden soll, die Idealisierung der Ehe und deS Familienlebens? Auf der anderen Seite aber ist es sicher, daß der Vorredner die Schwierigkeiten der Durchführung dieser Maßregel weit unterschätzt hat. Die Differenzierung der SIrbcitPflctt* toirb die verheirateren Frauen zu unbeliebten Arbeite- rräften in der Industrie machen. Ebbe und Flut wechseln im Wirtschaftsleben naturgemäß aber in Zukunft wird die verheiratete Frau doppelt schwer unter einer ungünstigen Wirt- sckaftSkonjunktur leiden. Dabei ist die Zahl der verheirateten Fryuen in der Industrie sehr groß, in der sächsischen Industrie 84 Proz. aller in Fabriken beschäftigten Frauen. Die Meinung der verheirateten Arbeiterinnen selvst über dieses Vorrecht ist sehr geteilt. Ware die Beratung dieses Gesetzes nicht so rasch' gekommen, so hätten wir wahrscheinlich manche Petitionen aus den Kreisen der verheirateten Arbeiterinnen selbst gegen ihre Sonderstellung erhalten. (Zustimmung bei den Natl., Lachen bei den Soz.) Verheiratete Frauen zu beschäftigen, ist übrigens nicht, wie ein ZentrumSrcdner gesagt hat, eine Eigenheit der protestantischen Fabrikanten; auch die katholischen Arbeitgeber haben die Fabrikarbeit der verheirateten Frauen als Notwendigkeit anerkennen müssen. Ein konfessioneller Unterschied besteht da wirklich nickt. (Heiterkeit und Zustimmung.) Meine politischen Freunde verschließen sick keineswegs gegen die große Bedeutung des freien Sonnabendnachmittags. Gerade deshalb haben sie es so lebhaft bedauert, daß untere Anregung in der Kommission, die Arbeitszeit auf wöchentlich 58% Stunden festzusehen, keinerlei Gegenliebe gefunden hat. Dadurch hatten die Arbeitgeber eine gewisse Latitude und die Arbeiterinnen den ganzen '.reien Sonnabendnachmiftag erhalten. Trotzdem dieser Antrag abaokebnt worden ist, wollen wir der Annahme der ZebnstnndentagSbestimmuna keine Schwierigkeit machen. K r i m m i t s ch a u hat zu so erbitterten Kämpfen und zur Bildung so großer Arbeitgeberorganisationen nur geführt, weil die Arbeitgeber sich mit Recht sagten, baff eine solche Reste- hing der Arbeitszeit nicht für einen einzelnen Jnbustrieort mög- lick sei. Freilich wird es keinesfalls immer unmöglich sein, die Arbeitszeitverkürzung durck Jntensiläissteigerung auszugleichen. Deshalb lehnen wir ein Eingehen auf den sozialdemokratischen Antrag ab. Schon so bedeutet die Vorlage ein Hinausgehen Deutschlands über die Berner Konvention und einen erblichen Fortschritt für die deutschen Arbeiter. (Beifall bei den Soz.) Staatssekretär v. Dethmann-Hollweg: Lian kann, wie ich, ein überzeugter Anhänger jeder Maßregel sein, die das Familienleben des deutschen Arbeiters zu heben geeignet ist, man kann auch lebhaft wünschen, daß den verheirateten Frauen Die Sonnabendarbeit so verkürzt werde, daß ihnen ein umfassenderer Genuß der Sonntagsruhe ermöglicht wird, als das bisher der Fall ist, und kann doch der Ansicht sein, daß die Verhältnisse nicht genügend geklärt sind, um nach dem Beschlüsse der Kommission zu einer. Differenzierung der verheirateten und unverheirateten Frauen zu gelangen. Wie schwer die einschlägigen Verhältnisse zu beurteilen sind zeigten mir schlafend die Reden, die in der Kommission und hier gehalten worden sind und der Wandel in der Haltung großer Parteien des Hauses. Deshalb möchte eS mir ratsam erscheinen, jetzt von diesem Schritte abzusehen, her so außerordentlich tief in die Verhältnisse der Industrie und deS ArbeiterstandeS eingreift. Der neue Zentrumsantrag erkennt an, daß Die KommiffionSbeschlüsse nicht in allen Zweigen der Industrie durchgefuhrt werden können, aber er erweckt auch mancherlei Bedenken, vor at-m Das, daß der Arbeitgeber, der verheiratete Frauen am Sonnabend länger als sechs Stunden beschäftigen will, mit Sicherheit erst durch den Strafrichter erfahren kann, ob er das tun durfte. Ich bitte Sie daher, im gegenwärtigen Augenblick gemäß dem Anträge Ablaß. Stresemann von der an sich durchaus wünschenswerten Einschrän- lung der Sonnabend-Arbeit verheirateter Frauen abzusehen (Beifall.) Sächsischer Bevollmächtigter Graf Vitzthum von Eckstäbt unterstützt die Ausführungen deS Staatssekretärs und deS Abg. Stresemann. Der Mahnung, sich nicht nur durch Rücksichten auf bereits meist buraj oie Ge,e^geou.lg er^euigi juw. J.t der Diskussion wies Oberstaatsanwalt v. Hessert daraus hin, daß mit der Dom ersten Redner erwähnten Einführung von Jugendgerichtshö,en eigentlich nichts besonders Neues ßejdjünen werde; es lasse sich schon jetzt etwas ähnliches erreichen, wenn die betreffenden aburteilenden Richter auch zugleich zu Vormundschr g". Dr. Petersen ist Direktor des großen Hamburger Waiienhauses, dem äOOO Zöglinge, darunter nur ein Drittel Waffen, angehören. Weiter besprach der Redner das Referat des Pa,tors Siebel in Bethel, der mit seinen ca. 3000 Zöglingen reiche Erfahrungen, namentlich über Zwangserzwyung in Familien auf dem Lande machen konnte, und das Referat des Prälaten Werthmann-Freiburg, des Vorsitzenden der Eharitas- Bereinigung. Ws Weitzer Reditrr, gab Amlmanii Krapp --------------------,uu;lullCu™ im toejentlu^n eine Antwort aus mehrere, von Frauen- möge auch die in nächster Nähe von Korfu liegende Insel veremen gestellte Anfragen und Wunsche, die in Hessen I Pontikoniji sein, die eine ausfallende Aehnlichteit mit tej )ie AbandrrMder ! bereits erfolgten itteic-auils MW -en wir nachmecü rt Strait getretenen nis zum Anlkiteu tu au, wclwe.dss und eine Mentcv jung otät fül “es (»leioerbeö »p icutliugc crio scu vcun ne m dtrieill „nb üe Eelelle»' irh das Handwerk ? wai-rcud cm ober IN avntuver iejes GeieöcS ua-b 90,5re"»*iim UM Jnvrc »•'S..»- »! .derif»ren ! FabrsPorl i| irwaren | bekannten Böckllnschcn ,/^oteninsel" besitzt und eigenartig schön wirkt. Ten Schluß der Serie, deren Besichtigung ganz besonders zu empfehlen ist, bilden verschiedene Svenen vom Aufenthalt der Majestäten auf Deck der „Hohenzollcrn" sowie in den Häsen von Syrakus und Pola. ** Kolosseum. Ter heutige Abend bringt vollständigen Programm wechsel. Im Mittelpunkt steht der italienische Verwandlungslünstlcr r i ■, ,1 o , der bisher im Carl-Sulz-Theater in Hamburg mit großem Erfolge austrat. Frizz» bestreitet bei seiner Vielscitigteit als Soloschauspieler Mimiker und Blitzverwandler den größten Teil des Abends allein. Er arbeitet etwa IV2 Stunden lang und bezieht dafür natürlich eine ganz hübsche Gage. Außer ihm werben aber noch eine Reihe guter Spezialitäten wie ein guter Komiker, eine akrobatische Tänzerin usw. auftreten. Mit Rcksicht auf den starken Fremdenverkehr jetzt vor Weihnachten, hat Direktor Rappnrann, der jetzt nur noch das hiesige Etablissement leitet, besondere 'Sorgfalt ans die Zusammenstellung des neuen Programms verwandt. ** Zur Berufswahl unserer Töchter. Was soll ich werden? Ei, kaufmännische Angestellte, imd zwar? nicht Verkäuferin, sondern Kontoristin! In keinem andern! Berufe, als dem kaufmännischen, kam: man nod). kurzer Vorbereitung so leicht Geld verdienen und vorwärts-' kommen! Das ist eine allgemein verbreitete Ansicht. —' -So urteilen aber nur Leute, die nicht genau orientiert sind. Bei dem heutigen Massenangebot von weiblichen Arbeitskräften im Handelsgewerbe wrrd es angesichts der herrschenden ungünstigen Geschäftslage immer schwerer, eine gut bezahlte Stellung zu erringen und rasch vorwärtszukommen, besonders aber in der Kontorbranche. Den Eltern oder Vormündern, die ihre Töchter oder Mündel den kaufmänui-1 schen Beruf ergreifen lassen wollen, sei es daher ans Herz. gelegt, sich vorher an bie Kaufm. Vereine der weiblichen Angestellten zu inenden und sie zu Rate zu ziehen. Diese sind auf Grund ihrer Erfahrungen am bestell dazu imstande, praktische Ratschläge in bezug auf die Berufs-Wahl und -Vorbereitung zu erteilen. Tie verbündeten Kaufm. Vereine für weibl. Angestellte mit mehr als 15 000 Mitgliedern in 329 Städten des Zn- und Auslandes lassen es sia) besonders angelegen sein, die ÄLädchen und deren Angehörige unentgeltlich zu beraten. Angeschlossene Vereine befinden sich in Augsburg, Braunschlveig, Breslau, Bromberg, Kassel, Köln a. Rh, Darmstadt, Dresden, Düsseldorf, Elbing, Flensburg, Frankfurt a. M., Freiburg i. Br., Gießen, Grandenz, Halle a. S., Hamburg, Heidelberg, Insterburg, Stiel, Königsberg i. Pr., Leipzig, Mainz, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart, Tilsit, Zweibrücken. •• Eine Bierstatistik. Nach der amtlichen Statistik für das Braugewerbe und die Bierbesteucrung in Hessen sind im Jahre 1907 21 5 2 4 hl Bier weniger herg estel lt worden als im Jahre 1906. Diese nicht unerhebliche Abnahme des Bierverbrauchs im verflossenen Jahre ist 511111 Teil auf den kühlen, regnerischen Sommer de§ Jahres, andernteils auf den Niedergang im gewerblichen Leben und auch teilweise auf den steigenden Einfluß der Antialloholbewegung zurückzuführen. Krankheiten, Arbeitseinstellungen, Arbeiterentlassungen, die Ergebnisse der Ernte, sowie die Preise der Materialien haben auf den Bierverbrauch 1907 einen wahrnehmbaren Einfluß nicht ausgeübt. In den weinbautreibenden Gegenden soll ein billiger Land wein wieder mehr zur Geltung gekommen sein und auf den Bierverbrauch beschränkend eingewirkt haben. Die Einfuhr von Bieren aus den süddeutschen Staaten in Hessen betrug 67 740 hl, etwa 1570 hl mehr als 1906, was namentlich darauf zurückzufi'ihren ist, daß eine größere Brauerei in Mannheim eine hessische Brauerei kaufte, den Betrieb cin- stellte und deren bisherige Kundschaft mit Bier aus Baden versorgte. Die Einfuhr von Bier aus dem ZollauSland ist von untergeordneter Bedeutung und bezieht sich nur aus Pilsener Bier. — Der Zustand der Brauereien in Hessen ist im allgemeinen als geslind zu bezeichnen; das Bier kann fast durchweg bekömmlich und wohlschmeckend genannt werden. AuL einem Doppelzentner Malz wurde im Durchschnitt 5,4 hl fertiges Bier gezogen, mindestens 4,4, höchstens 6 bl. Der Alkoholgehalt bewegte sich wie früher zwischen 3 und 5 Proz., im Durchschnitt 3,5 Proz. Dte Durchschnittspreis für ein hl Bier betrug bei der Abgabe aus Brauereien für das gewöhnliche Schank- und Lagerbier 16—18 Alk,, für besser emgebraute sog. Exportbiere 18—19 Mk. Im Hauptsleuer- anitsbezirk Darmstadt wurden 317 150, im H. St. B. Offenbach 126 799, Gießen 245 891, Mainz 659 585 und Worms 270 603 hl Bier gewonnen, ** D c r verlorene Svbu. Am Samstag' abend gegen 8 Nhr kam -u dem Besitzer öeS Kinematographen, der gerade am Eingang seines Etablissements stand, ein Herr und machte Mitteilung, daß er seinem 9 jährigen Buben um 1 i-3 Uhr 15 Pfg. gegeben habe, um in den Kinomalographen zu gehen und daß der Junge seit dieser Zeir vcrschwurwcn. sei. „Ach ängstigen Sie sich nur nicht," meinte der Besitzer des Tlieater lebender Bilder, „Ihr Svhna-m ist hier bei mir gut aufgehoben. Es ist gerade Vor- jühnrng und da ists drinnen int Rouvtz dunkel; gehen Sie nur hinein, wenn die Pause ist, wird der Raum hell erleuchtet uiu) da werden Sie den Zungen schon finden. Und so war es auch. Vergnügt hatte der Knabe für 15 Pfg. ton Nachmittags Uhr bis Abends 8 Uhr im Kinematographcn ausgeharrt un^cr wäre vermutlich bis zum Schluß sitzen geblieben, ohne an Älter und Mutter und an dos Abendessen zu denlen, wenn er nicht geholt worden wäre. Der Vater aber erklärte schmunzelnde „Avun ich den Zungen einmal WS sein will, unt Ruhe int Haus zu haben, weiß ich letzt, wo ick) iljn hinschicke." ** In Amerika verstorbene Hessen. Frau Marie/Schöberlc in, geb. Grün, aus Rüüdingshausen, 33 Jahre alt, zu Faruhamoilte, Iowa. — Frau Kath. Fuchs, geb. Frey, aus Gabsheim, 59 Fahre alt, zu New York. — Frau Elisabeth Heitre l aus Schornsheim, 80 Jahre alt, zu Menöota, Ist. — Mickstrel Müller aus Bingen, 63 Jahre alt, zu Chicago. — Frau Elisabeth Schelius aus Gießen, 92 Jahre alt, zu Jesstrsonville, N.-V- — Valentin Aiß 1 er aus Eich, 87 Jahre alt, zu Liverpool, N.-A — John Roth aus Bobenhauscn, 75 Jahve alt, zu Baleimore. ----- Bad Nauheim, 27. Nov. Heute fand hier die General-Versammlung deL Eleonorh osptzes, G. in. b. H., statt. Der von den Geschäftsführern erstattete Bericht gab ein sehr erfreuliches Bild der überaus günstigen Entwicklung deS Hospizes. Die ersten Gäste trafen schon Ende März vor der eigentlichen Eröffnung ein, und noch heute sind solche da, obwohl die eigentliche Saison bereits längst geschlossen ist. Auch für Januar liegen bereits wieder Anmeldungen vor. Unter diesen Umständen wurde beschlossen, das Haus den ganzen Winter über offen zu halten. Durch die Nähe bc§ konitzkystiftes, in dem im Winter die Bäder abgegeben werden, ist das Haus zur Ausnahme von Wintergästen besonders geeignet. Dementsprechend ivar auch das finanzielle Ergebnis sehr befriedigend Sic Gesellschaft kann, nachdem sie ihren sämtlichen Verpflichtungen nachgekommen ist, dem zweiten Geschäftsjahre, das künftig nut dem 1. Januar beginnen soll, mit gutem Mute entgegensehen. Die Hauptsache aber ist, daß, wie festgestellt wurde, der rechte Geist im Hause waltete, und die Gäste sich alle darin wohl und heimisch fühlten. Dem Leiter des Hauses, Herrn Armin Hanke, und seiner Frau wurde daruin auch der wohlverdiente Dank für ihre ausgezeichnete Geschäftsführung ausgesprochen. § Dom oberen Vogelsberg, 30. Nov. Gegenwärtig gehen hohe Wagenladungen mit Christ bäumchen nach den verschiedenen Bahnstationen, um nach Frankfurt a. M., Wiesbaden verfrachtet zu werden. Tie Bäumchen werden von Händlern aufgekauft und mit 28—30 Pfg. das Stück bezahlt. Man lese den Gießener Anzeiger größte und reichhaltigste Tageszeitung Oberhessenr mtt de« Beilagen „Zamilienblätter", „Landwirtschaftliche Zeltjragen" und dem Kreisblatt für de« Kreis Gießen, j Auslage über 15000 Expl. | Alle Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschäfts« stelle öes Gießener Anzeigers nehmen Bestellungen auf den; Gießener Anzeiger entgegen. X Nidda, 29. Nov. Bedeutende Fortschritte hat chon der Bahnhofumbau gemacht. Die Erdarbeiten zur Vorbereitung de§ Bahnkörpers gehen ihrem Ende entgegen, eine Ueberführung an der Ausfahrt nach Ranstadt ist fast vollendet und der Tunnel für den Weg nach Salzhausen ist nn Bau begriffen. Auch mit der Herstellung dec Unterführungen zu den einzelnen Bahnsteigen wird jetzt begonnen. Der seit Erbauung der Wetterauer Bahnlinie Nidda—Friedberg entstandene ungeahnt starke Personen- und Güterverkehr )üt den Umbau des Bahnhofs erforderlich gemacht. Die Arbeiten dauern noch etwa einJahr. Gegenüber dem Stationsgebäude sind zwei große Beamtenwohnungen entstanden, die am 1. Oktober bezogen wurden. Marburg, 28. Nov. Ein Tnmknrsus soll im ommenden Jahre hier zur Fortbildung im Turnen und in der Erteilung von Turnunterricht, sowie zur Ausbildung von Lehrern und Lehrerinnen in der Leitung von Volksund Jugendspielen abgehalten werden. Der Kursus wird etwa 8 Wochen dauern und an Mittwoch und Samstag Nachmittagen statlfinden. Zur Teilnahme an dem Kursus sollen nicht nur Lehrer und Lehrerinnen, sondern and) Schulinspektoren, Geistliche usw. zugelasscn werden. Tie durch ne Erteilung des Unterrichts entstehenden Kosten tverden vom Kreise und der Stadt Marburg bestritten. Tie den Teilnehmern entstehenden Kosten müssen diese selbst aufbringen, sofern nicht die betreffenden Gemeinden sich bereit finden lassen, diese Kosten zu übernehmen. — Marburg, 30. Nov. Vor kurzem wurden von der Stadtverordneten - Versammlung die umfangreichen Erweiterungsbauten des städtischen Gaswerks genehmigt, mit der Ausführung soll sofort begonnen werden und wurden die Fundamentierungsarbeiten in Höhe von 40000 Mark der Firma „Lolat Eisenbeton-Aktiengesellschaft, Düsseldorf, Filiale Gießen" übertragen. Gerichtsda«z. R.B. Darmstadt, 28. Nov. Tas Oberlandesge- r ichl entschied als letzte Instanz in einer für S>unbcfreunbe betrübenden Sache. Für Bad-Nauheim ist nach gemeinsamer Arbeit mehrerer 'Belforden eine Verordnung zustande gekommen, durch die jebe Störung, ja sogar das Anbcllen sremder Personen durch Hunde, verhindert werden soll. Ein besonderer Abschnitt bedroht den mit Strafe, dec einen Huird in die Badepaül's, städtischen Anlagen und auf den Bahnsteig mitninnnt, wenn er ihn nicht an einer kurzen Leine führt. Auf Grund dieser Vorschrift wurde tinent Herrn ein Strafbefehl auf 3 Mark zugestellt, der sich batte rasieren lassen, durch die Anlagen ging und dabei von seinem vicriüßigen - 2) 168 (- L) 174 (- 2) 168 (- 2) 174 (- ) 174 (- 2) 172 (- ) 171 (- 4) 167 (- 1) 170 (+ 1) 178 (4- 1) 165 (— ) 158 (+ 1) 16Q (- ) 171 (- ) 170 (- 2) 160 (+ 5) 170 (- 1) 168 (— 4) 175 (- ) 165 (- 2) 172^ ,(- ) 172'/, (- 180 (— ) 175 (- 172V. ,(- ) 172', (— 1821/ ) 185 (- 185 (— ) 175 (— 166.75 (- 0.50) Alk. fandet — Zur Sage am Eiscnmnrft Nach den verschiedensten Berichten ist die Lage immer noch verworren und unklar. Die reinen Hod'vfemperle müssen nach wie vor beträchtlich unter dem Herstellungspreis verkaufen. Die zeitweise außerordentlichen billigen Angebote in Roheisen, sind nun vom Verbrauch benutzt worden, um sich auf niedere^ hinaus tzii versorgen, teilweise auch für das ganze nächste Jahr und unter Umständen so, daß aud) die Mengen für dieses reichlich geschützt ivvrden sind: damit sind die unbequemsten Bestände zunäd'st, allerdings mehr bet den gemischten Werken nbgeswßcn worden, und die Preisbalmng ist ivieder fester. Ganz vereinzelt zeigt sich aud> schon die Neigung zu weitsichtigerer Versorgung in Walzware; sie bezweckt indes wohl tcisivesie mehr die äußeren Preise hrmuszuholen: ausschlag- gebend für das Frühj-rhr wird fein, in wieweit das rcid)Iid)cr vorhandene Geld dann eine wirkliche Besserung in dem so nnrf^ tigern Baugewerbe mit sich bringt. — Für .Halbzeug bat der Absatz sich weiter verstärkt, aus oem Stabeisenmarkt herrschen jedoch un> erfreuliche Verhältnisse. ______________________________ Spielplan der vereinigten grantfurter Stadttheoter. (Opernhaus. Donnerstag den 3. Tez.'): „®ic Habanera/ Hierauf: „Karneval in Venedig." Freitag den 4. Dez. geschlossen. Samstag den 5. Dez.: ,©amfon und Talila." Sonntag den 6. Dez., uachm. halb 4 Uhr: „Mignon." Abends 7 Uhr: „Primaballerina." 'Diontag den 7. Tez.: .Der fliegende Holländer." Dienstag den 8. Tez.: .Die Habanera." Hieraus: ^Karneval in Venedig." Mittwoch den 9. Tez.: Abonnements-Konzert. Schauspielhaus. Mittwoch den 2. Dez.*) : „ZohanniSseuer." Dornierstag den 3. Dez., abends halb 8 Uhr: „Ein Sommernachtstraum." Freitag den 4. Tez., abends halb 8 Uhr: „Maria Stuart." Samstag den ö. Tez.: „Der Heine Landprediger." Sonntag den 6. Tez., nachmittags 3 Uhr: „Die Liebe wacht." Abends 7 Uhr: .Ter kleine Landprediger." Montag den 7. Dez.: .Ein Soimnerilachts- trauin." Dienstag den 8. Dez.: „Johannisseuer." Mittwoch den 9. Dez.: „2er kleine Landprcdiger." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Meteorologische rveovachtungen der Station Gießen. Höchste Temperatur am 29.—30. Nov. — 4- 0,4® C. Niedrigste , . 29.-30. Nov. = — 0,8° C. November Dezember 1908 Barometer aui 0° reduziert ^.empernuir der SllÜ Absolute Feuchtigkeit Nelative Feuchtigkeit c - *€ vQ 8 Windstärke Wetter 30. ' 2” 7603 M)3 4.3 92 SSW 2 Nebel 30. 9” 760,4 -0,1 4,4 96 SSW 2 1. | 7’® 760,0 -t-0,8 4,5 92 SSW 2 r Der Fischer mit dem großen Dorsch auf dem Rücken P das Garantiezeichen für die echte Scotts Emulsion, und nur diese ist nach dem Scottschen Verfahren heraestellt. Da es aber viele mehr oder wenige minderwertige Nachahmungen gibt, deren Verpackung der echten Scotts Emulsion täuschend ähnlich nachgemacht wird, so achte man Beim Einkauf genau auf unsere Fischerschutzmarke und weise alle diese Nachahmungen zurück. 9hrr echt mit bitftr Markt—dtwAilcher — dem ©cranlit- idtfcen btt Scott» lchku Lrrl-chreLLt. 2i 1) 1) ) 5) «M- ! ui (- ) 208.50(4-026) Pans 0.30), Chicago ,9-°0 (- 3.75), (- 2.25), Mo, Wb i«6ü6,V9 Ä* '""°chi«i sich L-W-Ü nur ®etteibt an. “A ».b< ^°uvoche in Sfllet lo6 \ 160 161 -1 1°8 >- 2, 174 (- 174 (- 172 (_ 167 (- }»(+ h8 (J. 171 (1 160 (+ 9M Ibo (- 2) verschjedenflen » unfiar. Die lich unter dem tenilicfen bil ’-iuiijt worden, ■i/e auch für )dß auch die damit sind ehr bei den ishültung ift die Wägung erweckt indes :n; anMag- )oä reichlicher dem so mich- hat dec Absatz chen sei»ch um iWHM itrfl/ Hieraul: iossw. Samstag ig den 6. $tj., Primabailnmd ’ TitiMz dm Venedig.' Mw Donnerstag den träum.' Freitag " Eamstag den eil 6. Tez, nach- 7 Uhr: ,Ter t Sommernachls- * Alittwoch den bs um 7 Uhn »lugen "l ' Wett« t Dorsch Webel echte ;n Versag ober w* uns« Ken ** ptf * »«n 6ci11 nie« Ke biese^ 8 vv L,? o o CO 'S' o, 3 C = ct S o* n D CD cn o sr >Xb >o er 5 !Z er es* L er er T- ut> cd er va K CT p « c t?§ S 3*0* 5 S co er' 3 X Les' —, CT «u ® 2. 3 er« a>2ofi er — ” ■*SS ÄS' ZF er e <3* 2 ™ iS ’o P !S ff 3 2 ct® 795 (V)= X CS ct s -— cd 3 » — —• C 's" S" " 2 ^As O er HS- & 2 a 2 2 SuoS WZ .. r» •Du 8«. 2.z KZM er ” s ’^S’cr “*’ecc —5o 686* er» 3= = #» s- O a! -Xe es "2: e"« | 6) es 3 — a. s- s CT ©3 Ö~ « CT S* ° o iS' ZD o s ' 2 e f3.gU s *“ 9* er cd 2- 2.Z" 2 » Z.2Z «u X s .Ecs er Cu r- Us« s®' — cu 212 ««So cd e 3 2 ’S k^§r o" 3* CD to WÄZL M 2 «j — O: CT K- P5 s" 2 X* ® — •& QD»r 1 AZ §• 16 5 r E *-t ro CO « o ZA WZ.' 'Do 8 ja r» H -Sol1- 3 2 & 3 E01 S- — ä ™ es er^CR® 3 'Do ZZ 2 CT - 3 H => 2. O-» 5--2 er 2. cs SS- i-f S r»"5 3" C" ^cy= o;. " 2’-3??o 3 C 5 2. 3. 3 ■CT^- re W» s - S. s, 2. - ,=;5=:® " e 2 33 o S; ^^22? to_ & g 33* F5b CO Q 2 k) « s;S? sf-2. er — e> s 3 0 3 Q 3 r. , CT. K»: t?='3 '' ■x" <25 5 o = = 3. b?o,7 •=- ^2 2 ™ =cs s 3‘ L. S er 3 3; Z-M er s 3 n- er —. ° 3 S- n - — >S-' --. 'cd 5J §> 2^ qx1 =* 3* CD e, CT 3 es e, " CD CT Uv 3 O er —- CD '-*’ 3 §4.-2. B>s' 7d r- 2 s o*Z?D y» LZZ. -D CD CT ' 3 >$u ^2 8 ATZ- UV Uv c c d" v> —o s er » » 2. CT« er CD »> E 3 e r> sr =5 Ö D Uv 'a* ■ co .<2 K 6 ■ CT 8 O1 3- s - o = ® S'rB 5 c ^.o *4 2 © <*D r~* Q p 3 CO^ O-ro ~' 2 2 5- >Jo 3 3- — er s " 3 P er 5* I? ck ! C: 2 2- OD ■ ■&sr ■- s» •O r> s •■ g- = Kc c/ X ro O -er o | « CT 3 ® L 2 -2x<^ s c'f- 3 e ' - cd" S er " CD 3 y §■ cd'cD e 2 — D: 3 22.X* ZLSs 6)^ Ito 2. 33 S'e 31 S o = er 5 CD »■ 3 ” - er tc* o X s l' Cf* Wer KZZ 3 er 3 3 öc£ct 3 2 s CT 3 ‘ - 2 S 8" E'E er -d CD _—■ 1—. > — cOE S^L — E o> ~ §»§§ o* 7*" <$o E CD s er §7 £> 3 -- <7. e> D 2 O" 3 CT 2 2 ' E2 Z^s 2 <■- '!>», 3 CT CT r> — — t3 D =5 2* CT E 2 "E1. 3 o •** E’o = 9° M Z 3 3 cci : AZ- a-'5' -WZ fctfj =?3 e 5 E 3 2 *--■ 3-2.2 3 .j2S «■' 3 «• es CD e. -J CD Hf c — n d aas- -D Ht CD H-' —f CD to £SS-= a ® _ HC ---ZZ 2 ct CT D c/, e. E es 2 X-D, 3 §^3 (5) ■_ 2 5ffi « ; 2.-" 2; er S* 3 CT Uv CD CT^CT. 2 (9^2^ « s|B ifsS-q -CT C- ct^CT s - e OCTZ. Z E's 2sc' 'S? 2. r-t-S- — 3» ?ssffZ 2 e--.*3 Öo „ 2 CO 3 O X x SifäiS-! =rs» s ' 55= S" »Z8 2.3 D 3 3 CT e " Sr<§€" ct> er <-: 3 c *D —> 2 = CP -:Ä >» tO 5. CT — O O X3 2. s - " >CT = Or CT 7- CTO CO O' Giessener Konzert-Verein Das böhmische Streich-Quarte Drittes Konzert Kammermusik-Matinee am Sonntag den 6. Dezember 1908, VOX’Xnitrta.gS 11 XXhz* in der Neuen Aula. i» Telephon 355 Ludwigstrasse 40 Ludwigstrasse 40 Preislagen. «781 Grosser Weihnachts-Ausverkauf 12__ 12.50 678M MU ft ■ an Große Auswahl in Tanzschuhen in allen Preislagen. Ferner empfehle mein reichhaltiges Lager i. Gummischuhen 10.50 7.50 8.50 . . J. Brahms .A. Bvoräk L. van Beethoven Herren von 3 Mk. an, Damen von 2 Mk. an ScMwareita Z^, BerMäeairdt Schuhmachermstr. Schulsir. 10. Telcph. 435 Alleinverkauf der weltberühmten Haisia-, sowie Gotz- manns Normalstiefcl HostcgoS und Aristokrat. - FHROG-RAMM 11. Quartett op. 51 No. 1 C-moll..... 2. Quartett op. 105 As-dur..... 3. Quartett op. 18 No. 4 C-moll . -- taplelie BadeßioFichtungen = für Gas- und Kohlenfeuerung. - und FelrQleumheizßtei - Gaskochherde verschiedener Systeme in allen Mk. 6 — , 8.50 Grosse Auswahl in modernen Beleuchtungsgegenständen wie Lysters • Zugampeln Tischlampen für Gas und Petroleum. Apparte Neuheiten in Tulpen. Empfehle als besonder» preiswert: ; Damen-Schnürstiefel in Chevreaux r ' von Damen-Schnürstiesel in Chevreaux und Boxcalf mit Lackkappen Damen-Schnürstiefel, Chevreaux, Lackkappe» und Derby-Schnitt Rahmen-Arbeit , Herren-Box-Schnürstiefel Hcrren-Boxcals-Lchnürstiesel Herren-Boxcals-Schnürstiefel, Derbyschnitt Rahmen-Arbeit Herren-Chcvreaux-Schnürstiefel, Lackkappe, Hassia, Rahmen-Arbeit J. Thörner Telephon 355 "Eintrittskarten.1 l- Platz Mk. 5.—, U. Platz Mk. 4.-, III. Platz Mk. 3. , IV. Platz Mk. 2.50, -f -----Stehplatz Mk. 2.—. Studentenkarten Mk. 1.—. KL Partitur-Ausgabe sind in der Musikalienhandlung des Herrn ERNST CHALLIER (Rudolphs Nacht), Telephon No. 071, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter RITTER und abends an der Kasse zu haben. ------- OelTr.nng des Saales 10' . Uhr. ------- ‘Das vierte Konzert Vokalquartett: Eva Lessmann, Agnes Leydhecker, Richard Fischer, Hess van der Wyk findet am 10. Januar 1909 statt. (Gültigkeit haben blaue, rote und rotweisse. Karten, ungültig sind gelbe Kan.'n. Patent- ftite-ta|N „Metamorph“ ist ein Tisch mit eingebauter Wäschemangel. Beim * Gebrauch wird die Mangel durch einen einfachen Handgriff aufgeklappt, nach dem Gebrauch verschwindet sie völlig in dem Tisch, so dass der Tisch zu jedem beliebigen Zweck verwendet werden kann. Alleinige Anfertigung für den Kreis Giessen durch den Lizenzinhaber Job, Lenz, Schreinermeister Frankfurterstrasse 123. Telephon 732. Ausgestellt in den Schaufenstern der Firmen Brüder Schmidt, Seltersw.83 u. F riedr. Krogmann, Babnhfstr.3O. Blteeliiiiwlriitoei!!! Im Stricken sowie Anstricken von Strümpfen empfehle ich mich angeleqentNchst. 4,8 Strickgarne (teste Qualitäten) habe stetS vorrätig. Preise billigst. Ernestine Höpfoer Roonstraste 32, n. Sile-Sitttt per Pfund 58 Pfg. reines [6312 Schweineschmalz per Pfund 68 Pfg. . L. Stelnhliuscr a ■03, M '' ft': 3*^ Vaillant’s Wand - Gas - Badeöfen „Geyser“ und automatische Heisswasserapparate O. R.P. engem. Grösste und bedeutendste Specialfabrik für Gas - Badeöfen. Verkauf nur durch die In- stallationsgeschäfte. — Kataloge kostenlos. Joh. Vaillant tit ___________ Rcmsihsid ÄM"4Äiii^ii®iä8fin1Är im «■ Pftanzen-ButtCt=Margarine PALMOMA z A-L-A-A HfSSSSS O ' i W 5-chk - E I gleicht im Husfehen, Gefcbmack und Geruch der j betten Butter; bräunt und fchäumt wie diele; ift \ gänzlich frei von tierifeben Fetten und nicht zu ver- I wechfeln mit gewöhnlicher Margarine. Preis 90 Pfg. das Pfd. Palmona bietet eine wertvolle Ergänzung zu unterem allgemein beliebten Palmin für Braten, Saucen etc. und zum Brotaufftrich. H. Scblinck L Cie. • Mannheim , Alleinige Produzenten von Palmin und Palmona. IVO PUHOHNY. mein ti in i 11 n iei■i■■■■iwiia wnm .Ma——■ Brei Tropfen | Ka Die s o beliebten echten Nürnberger Lebkuchen aus der ältesten Lcbküchncrei von Georg Goetz, Nürnberg empfehlen zu den billigsten Preisen öebrüähr Adami Müusbnrg 14. 16763 machen das schmirfz-gste Mete!! spiegelblank i Man x-c.'..tnse iliwuaUJEncx*. m Haschen zu 10 bis .A) Pfg. k*. Fabrik: Lrtbszanski & Co., ?'■ Berlin NU. 18. uiv-'.s £ .... »rtreter ae.sr.cU. £> Walltorstrasse Nr. 17 6607 Tuchhandlun^ gegr. 1827 Permanente Ausstellung aller Geräte für die Landwirtschaft. W. Rosenthal 333~ Reparaturen an Maschinen jeder Art werden in meiner Werk« stlltte prompt und billigst aasgeführt. S [cu/u Jelle? Schulze, -»>>.!., Fernsprecher 218 'Viehfutter-SchnGll- dämpfer Kessel öfen Kartoffelquetschen Kartoffelwaschmaschinen Kartoffel- Sortiermaschinen Rübenschneider Fulierschneidemasohin. Liebigstrasse 13 Kuranstalt Michelstadt L Odenwald. San.-Rct Dr. Gigglberger l^önterkuren für Nervöse, Blutarme. Rheumatiker, Erholungsbedürftige. S?/lt Wiiter-Oiterzeuie für Damen, Herren u. Kinder in langjährig erprobten Qualitäten. Prof. Dr. Jaegers Normal-Hemden Normal-Jacken und -Hosen (cM/tt MaCCOhemden mit farbigen Einsätzen Handschuhe Wollene Jagdwesten,Sweater,Leibbinden, Kniewärmer, Strümpfe und Socken. Grösste Auswahl. — Billigste Preise. = — für Herren- undDamen-Hleider la. deutsche und englische Waren in allen Preislagen, Neuheiten in farbigen and weissen Westenstoffen Ein grosse Partie Rester passend zu Herren- u. Knaben-Anzügen. Preislage: 3. 4, 5, 6, 7. 8 Jlk. . . zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen. ----- Lomes Treff & Co. Schrotmühlen 1 Hdföi quetschmaschinen Oelkuchenbrecher Pulzmühlen Trieure Jauchepumpen Jauchetässer Dezimalwaagen Vieh- und Fuhrwerks- waag^n etc.