p SKi ®1 Samstag 14. März 1908 Zweites Blatt Nr. 63 Erscheint «igNch mit Ausnahme des Sonntag». General-Anzeiger für Dberhesten des ihofstra’“” sich nicht Etats. angenomerledigt. 158. Jahrgang Die „Sietzener $amillenblättct“ werden dem „Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das '.Xreisblatt fflr den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „randwirtschastlichen Seit* fragen" erscheinen monatlich zweimal. Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchaa Unioersitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. il u arge: icrtu-lonnenldE els vorrW i I Köhler, cmstr., Redaktion, Expedition utib Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion:S^112. Tel.-AdruAnzeigerGießen. EtzO.- Mriutel 3Ä> cikise lichläuchc LA IWCB -M PLuchr« Deutscher Uesehstag. 121. Sitzung, Freitag, den 18. Mäpz. Am Bundesratstisch: Bethmann-Lollweg, Wermuth, Caspar, K>. Jonquiöres. Präsident Graf Stolberg eröffnet die 'Sitzung LM 1 Uhr 15 Min. ReichSamt des Innern. (Siebenter Tag.) lie Beratung wird beim , Gesundheitsamt". Abg. Dr. Nügenverg (Zentral .. Aolonkalvahneir. Der Bundesrat geneh>nlgte rund 1450 Kilom. Eisen bahnen in den deutschen Schutzgebieten. wäre, die Paradevorschriften zur Durchführung zu bringen. Es wird nicht besser werden, bis nichtArbeiterkontrolleure eingesührt worden. Der oberschlesische bergbauliche Verein hat sogar vor einiger Zeit seine Mitglieder ausgefordert, die Vor- Derrtsehes Reich. Berlin, 13. März. Der Kaiser leidet an einer leichten Erkältung und hütet das Bett. Anlaß zu irgend welchen Besorgnissen liegt nicht vor. — Wie die „Voss. Ztg." hört, ist der frühere Gouverneur von Deutsch-Ostasrika, Graf Götzen, gestern zum preußischen Gesandten in Hamburg ernannt worden. — Der „ReichSanz.i nie(bet: Der Direktor im Reichs- postamt, Franck, ist zum Unterstaatssekretär im Reichspostamt, der Geh, Oberpostrat und vortragende Rat im ReichS- postamt, Gra nz ow, zum Direktor im Reichspostamt ernannt morden. Osnabrück, 13. März. Der Staatssekretär deSReichs- fchatzamts teilt der „Osnabrücker Zeitung" mit, daß die von Berlin aus verbreiteten Nachrichten über eine angeblich beabsichtigte Erhöhung derPortosätze fürDruck- fachen jeder Begründung entbehren. Abg. Graf Carmer (kons.11 spricht sich für eine Herabsetzung der FleischbeschaugeLiihren aus. Die ganze Frage müsse einheitlich geregelt werden. Die Kosten der JnlandSfleischbeschau sollte der Staat übernehmen. / Abg. Schellhorn (natl.) frggt an, ob der Entwurf des neuen WeingesetzeS ttoä? in dieser Session kommt. Abg. Drühne (Soz.) bedauert die unzulänglichen WohnungSverhältnifle in den Ziegeleien und fordert Maßnahmen gegen den übermäßigen SchnapSgenuß der Ziegeleiarbeiter. Die Arbeitszeit der im Hleischergewerbe beschäftigten Gehilfen sei viel zu lang, die Woh- snungsverhältniffe seien geradezu jämmerlich. Unerhört sei es ge- ,radezu. wenn von einzelnen Agrariern, wie eS in Schlesien der Kall gewesen sei, die Schweine mit Kadavern gefüttert werden. Abg. Bruhn (Refp.) r>j# fi-feii*'1® einverstanden erklären. Der Antrag wird gegen bie Stimmen der Rechten men und die Etatsforderung wird bewilligt. hiermit ist der Etat des Neichsamts des Innern Schluß 11V» Uhr. Nächste Sitzung morgen 11 Uhr: Heine fordert «ichsgesetzliche Regelung des H e b a mme n tS e se n Er begründet ferner einen Zentrumsantrag, wonach die Kosten der amtlichen Schlachtvieh- und Fleischbeschau den Bundes- Maaten zur Last fallen sollen. Heer usrS HLotte. Berlin, 13 Niärz. Waa; neueren Nachrichten aus Assuan macht die Besserung im Befinden des Kriegs - m i nisters v. Einem erfreuliche Fortschritte. Der Minister wird voraussichtlich bis Anfang April in Asiuan bleiben. — Prinz Joachim Albrecht von Preußen, zurzeit als Major kommandiert zum Oberkommando der Schutztruppe, hat um seinen Abschied gebeten. Stuttgart, 13. März. Der frühere württembergische Kriegsminister, General v. Sie inheil, ist gestorben. imH 15 Pffl. V r Flascht J Äifcv Fr. Sete stmitrake U * Abg. Hu6 (io?.) Wir haben eine Fülle von bergpolizeilichen Unfallverhütungsborschriften, denen es aber an lebendigem Geist fehlt. Darum kommen immer noch die schwersten Unglüclsfälle vor. Die furchtbaren Unfälle auf den Zechen „Borussia" und „LucaS" konnten leicht verhindert werden, wenn auch nur der Versuch gemacht worden leizi# PM difft-M--- 5**V tatercM Rom, 13. März. Der italienische General de GiorgiS, der Oberbefehlshaber der internationalen Gendarmerie in Maze- donien, ist plötzlich a e st o r b e n. Paris, 13. März. Der Kolonialminister teilt auf Grund eines TelegrammeS aus Franwsisch-Westairila mit, daß die Eingeborenen ‘ von Borkou das Gebiet der Azbinfas geplündert haben. Tie Aiisrührer griffen hieraus eine französische Abteilung unter Befehl des LeumantS Rouard, nach Ai'ma unterwegs, an. Der Leutnant halte 26 mit Gewehren bewaffnete Begleitmannschaften bei sich. Ter Feind wurde mit großen Verlusten zurück- geschlagen. Petersburg, 13. Marz. Wie verlautet, hat der Z a r eS abgelehnt, die Adresse des Verbandes des russischen Volkes enlgegenzunehmen. Auch ein Empfang der Kongreß- delegierlen würde abgelehnt. 'Petersburg, 13. März. Nach hier eingelaufenea Meldungen errichteten die Japaner in beschleunigtem Tempo große Militärlazarette in Liaojang und Tjelin; ebenso sind in der Al a n d s ch u r e i eine große Anzahl japanischer Krankenpflegerinnen eingetroffen. Eine Bestätigung dieser Nachrichten steht noch aus. ________________ ÄM ;?Nt| an I "erw, | üHlkr unb tu»' Ksi htä lch, M AI fchriften der Behörden zum Schutze der Arbeiier nicht zu beachten. (Hört! hört!) Die Berufsgenossenschaften lassen es an Kontrolle kehlen. Staatssekretär v. Bethmmm-Hollweg antwortet dem Vorredner auf dessen Ausführungen über mangelhafte Handhabung der Sicherheitsvorschriften, das sei Sache der preußischen Verwaltung. Wenn Vorredner behaupte, daß die Grubenvorstände in Schlesien vom Syndikat zur Außerachtlassung von polizeilichen Anordnungen anfgefordert seien, so werde er selbst sich darüber mit dem preußischen HandelSminister in Verbindung setzen. Wenn seine eigenen Vorschläge über die Wahlen zu den Arbeitskammern nicht Beifall fänden, so werde er sehr gern bereit sein, auf brauchbare andere Vorschläge einzugehen,, damit in den Gutachten der Arbeitskammern auch wirklich die Ansichten der Arbeiter zum Ausdruck kämen. Hebet die Bedeutung der Arbeitskammern als gutachtliche Instanzen überhaupt denke er jedenfalls doch viel besser als der Abg. Naumann, feinen neulichen Aeußerungen zufolge. Ein Gesetzentwurf, wie ihn Graf Carmer gewünscht, betr. Reorganisation des ganzen Versicherungswesens, Reform der ganzen Versicherungsgesetzgebung, sei auSgearbeitet. Aber es bedürfe wegen der Schwierigkeiten der Sache noch umiassender vorsichtiger Nachprüfung. Wenn aber Graf Carmer eine Herabsetzung der Altersgrenze für Bezug von Altersrente von 70 aus 65 Jahre gewünscht und gemeint habe, das dadurch entstehende Erfordernis könne durch Vereinfachung der Verwaltung beschafft werden, so erwidere er, die Verwaltungßkosten betragen 16 Mill., während die Herabsetzung der Altersgrenze einen Mehrbedarf von einigen 30 Millionen bedeute I Hierauf Vertagung bis 8 Uhr. Schluß 6*i Uhr. (Abendsitzun g.) Berlin, 13. März. Abg. Behr end (wirtsch. Vgg-) meinte, die kleinbäuerlichen Kreise seien entschieden gegen eine Beseitigung der kleinen U n f a l l r c n t e n. Bezüglich des neuen Status für die Knapp- schastsvereine habe der preußische Handelsminister eine nochmalige versickerungstechnische Prüfung angeordnet. Abg. Wieland (Vp.) verteidigte die Berufsgenossenschaften gegen die Unterstellung gesetzwidrigen Verfahrens durch den Abgeordneten Spue. Hieraus wurde die Debatte geschlossen und die Resolution Findel mit großer Mehrheit angenommen, ebenso das Kapitel pyysikalisch-techniiche Reichsanstalt und nach kurzer Debatte das Kapitel Kanalamt. Beim, Kapitel Aufsichtsamt für Privatversicherung wies Abg. Wehl (Nationallib.) darauf hin, daß die Privatversicherungsgesellschaften einen Tarisverband gebildet hätten, der bezwecke, die Interessen der Gesellschaftm auf Kosten der Versicherten zu fördern. Das Aufsichtsamt für Privawersicheruny müsse die Gesellschaften strengstens überwachen. Das Kapitel wird bewilligt. Bei der Forderung von 16 000 Mk. als letzte Rate für die Aufdeckung des römischen Limes spricht Abg. Steindl (Zentrum) seine Freude über den Fortgang der Arbeiten aus. t „ , .., . Zur wissenichaftlichen Bearbeitung der Ergebnisse der Südpolar-Expedition werden 16000 Mk. gefordert. Abg. Psundtner (Freis. Volksv.) spricht seine Freude über die Expedition aus, bie wesentliche wissenschaftliche Erfolge zu verzeichnen habe. Bei den Kosten über die Unfallstatiftik wünscyt Abg. Will-Straßburg (Zentr.) eine besondere Statistik alle fünf Jahre, um eine übersichtliche Klassifizierung der einzelnen Unfälle nach ihrer Dauer und ihren Folgen zu erhalten. Bei der Forderung 75 001 Mk. als letzte Rate für die Ho h- königsburg begründet Bohle (Soz.) den ablehnenden Siand- punkt seiner Partei. , , . t Abg. Pfeiffer (Ztr.) sprach fern Bedenken aus, daß nicht doch noch eine weitere Nachforderung sich ergeben werde. Di- Forderung wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und des Zentrums bewilligt. Unter den anerkennenden Worten aller Redner werden für die Entschädigung deS Grafen Zeppelin und die Erwerbung der beiden Luftschiffe 2 150 000 Mk. einstimmig be- folfrnnW kommst! ß Frank»1 [ Telel« । K fich für eine schärfere Handhabung der Desinfektions- mungen aus. Staatssekretär ». Dethmann-Hollweg: SS find mir keine Fälle belärmt, daß Schweine mit Kadavern gefütert wurden. Die Sache wird aber geprüft werden. Das Hebammenwesen eignet sich nach meiner Ansicht nicht zu einer allgemeinen reichögesetzlichen Regelung. Diese ist Landessache. Auf die Anfrage des Abg. Schellhorn bezüglich des Wein. gefetzeS kann ich folgendes erwidern: Ich habe Anfang Dezember v. I. erklärt, daß ich hoffte, daß das Weingesetz in wenigen Wochen publiziert werden könnte. Zu meinem Bedauern ist dieser Termin hinausgeschoben worden. Ich kann aber heute, und wie ich hoffe, mit großer Zuversicht, die Hoffnung aussprechen, daß ich i n wenigen Wochen in der Lage sein werde, den Wein, gesetzentwurfvorzulegen. Einige Tage später werde ich dann den Weingcsetzentwurf auch noch veröffentlichen laffen. Ich hoffe damit den Wünschen des Hauses auf Veröffentlichung der- artiger Entwürfe Rechnung zu tragen. (Beifall.) Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Abg. Kobelt (b. k. Fr.): Fch bebaute lebhaft, daß es mir nicht möglich ist, die scharfen sozialdemokratischen Angriffe gegen das Fleischergewerbe zurück, zuweisen. (Beifall.) Abg. Hengsbach (Soz.): 'v'='-' Auch ich bin durch die Arbeit der Blockmaschine ums Wort gekommen. (Gelachter beim Block, lärmender Beifall bei Zentrum imb Soz.) . Vizepräsident Dr. Paasche: Trögen Sie sich, -s teilen mit Ihnen noch 12 Redner das jhidje Schicksal. (Heiterkeit.) Die Zentrumsresolution, die die Kosten der Fleischbeschau den Bundesstaaten zur Last legt, wird angenommen. Eine Resolution Dr. Rösicke (B. d. L.) verlangt eine kundcsratSvcrordnung, die die Abgabe von Essigessenz zu Spesie- >,wecken aus den Fabriken verbietet, und die den Kleinhandel mit kssig und essigsäurehaltigen Flüssigkeiten einschränkt. Die Resolution wird durch Hammelsprung mit 131 gegen 104 Btittnneii angenommen. — Damit ist das Kapitel „Gesundheitsamt" Beim „Patentamt" befürwortet Abg. Junck (natl.)' üne Reform unserer gewerblichen Schuhgesetzgebung und eine Herabsetzung der Patentgebühren. Ter Redner weist darauf hin, daß England, welches den A u s. sührungszwang im Jnlande eingeführt habe, diesem rückwirkende Kraft gegeben habe. Es sei zweifelhaft, ob diese rück- mrküide Kraft mit dem internationalen Vertrage, namentlich mit «r Brüsseler Zusatzakte vom 14. Dezember 1900 vereinbar fei. Abg. v. Damm (wirtsch. Vgg.) empfiehlt eine Vermehrung der Zahl der etatsmäßigen Beamten im ^^Utamt. Der Redner bittet um eine Regelung der Frage des ^chts der Angestellten an ihren Erfindungen und fordert eine Herabsetzung der Gebühren. Abg. Frhr. v. Gamp (freikons.) Bedenken gegen eine Herabsetzung der Gebühren, wodurch die würde ^e^^rlastung des Patentamts noch erheblich verstärkt werden Unterstaatssekretär Wermuth: r .Was unser patentrechtliches Verhältnis zu England anlangt, Pi ""ch auf einen Hinweis auf die Erklärung des Herrn Llaatssekretärs, die er vor einigen Tagen abgegeben hat, be- MSNken zu dürfen. Die Frage unseres Verhältnisses zu England und ote Frage des Verhältnisses des englischen Gesetzes zu den Be. ^mmungen der internationalen Paientunion sind so überaus flwierig und bedürfen eingehender Verhandlungen mit der eng. J$cn, Negierung, daß ich in diesem Augenblicke noch nichts Be. slmmtes Voraussagen kann. Abg. Dove (freis. Vgg.): cin Angestellter etwas erfunden hat, so gilt er auch rr *>er Erfinder; eine Aenderung der Gesetzgebung ist a rr €rfotbcrli(ij. Eine Herabsetzung der Gebii.'.^.'n iii im Hffcrcr gesamten Industrie notwendig. Kapitel wird bewilligt. Beim .Reichsversicherungsamt" führt KT™, M>g. Irl (Ztr.) g über die Ijatie Bestrafung der Handwerker bei kleinen 93er# d n gegen die Bestimmungen der Versicherungsgesetze. müsse endlich von den hohen Versiche- -unSSbeitragen entlastet werden. la - . . . Abg. Findel (natl.) ^Resolution seiner Partei, wonach bas Gewerbe-Un- Rcf>erHn^eJn-L0i92c,c^ ,ba^n aogeändert werden soll, daß die Per. ietielinf^ ?UJ b*e Gesamttätigkeit aller Handelsgeschäfte auS. !etrKpntoltbrn ü' s°^eit sie mit Lagerungs. und Beförderungs- Ha^dels^gjster °^nC Rücksicht auf eine Eintragung in L-i. ^9- Graf v. Carmer (kons.) steiwill^A^"^ bet Unfallversick^rung auf Personen, die bei ^bai?SnhCPraUn9§arte'ten täti8 sind. Eine Herabsetzung der v°hl btt SV8 bon 70 auf 65 Jahre sei notwendig. Die Met um nS.Jur* fuincn müsse vermehrt werden. Der Redner Um Unteritutzung der vaterländischen Frauenvereine. Aus Stadt und Land. Glesien, 14. März 1908. •* Tageskalender. S t a d t t h e a t e r: Somitag nachmittag 3'/, Uhr:Die verzauberten Frösche (Kinoeroor- stellung): abends 71/. Uhr: Robert und Bertrani. A n l ag e mu s i'k (Volls-Llonzert) um 12 Uhr in der Süd- Anlage: S p i e l p l a n: 1.Ouvertüre zum Lustspiel „Franz Schubert von Suppe; 2. Amoureuse-Valse von Margis; 3. Introduktion aus der Oper „Traviata" von Verdi; 4. Nibelungen-Marsch von Sonntag. Bauer'scher Gesangverein: Volkskonzert (44. Stiftungsfest) Somitag nachmittag 5 Uhr in der neuen uni- versitätSaula. Sängerfest der mitteldeutschen Vereinigung des Ehrist- l ich en Sängerbundes nachmittags 3V, Uhr in der Turnhalle des Turnvereins. Ütachseier abends 8'/. Uhr im gleichen Lokal. Verein der Freundinnen junger Mädchen: Tee- Abend Sonntag abend 6'/, Uhr im Kaiserhof. Bund der technisch-industriellen Beamten: Vortrag des Ingenieurs W. Müller am Samstag abend 8“/4 Uhr im Eaiö Ebel: Die soziale Bewegung und die technischen P r i v a l a n g e st e l l t e n. Gefells ch ast für soziale Reform: Sonntag vormittag 10% Uhr im Neuen Saalbau Vortrag vo,i Prof. Dr. S l i e r - S o m l o aus Bonn : „Dringende Reformsragen der deutschen Arbeiter-Versicherung. Al i l i t ä r k o n z e r t unserer Regimentsmusik Sonntag nach mittag 41/. Uhr im P h i l o j o p h e n >v a l d. Kolosseum: Täglich abends 8 Uhr Vorstellung, Soimtags außerdem Frühscl-oppentonzert und Nachmittagsvorstellung. 5t i n e m a t o g r a p h e n - T h e a t e r: Programmwechsel. K a i s e r - P a n o r a m a: Programmwechiel: Griechenland. Montag, 16. März, vormittags 91/« Uhr, Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Reinhardshain, Rlid^ingshausen, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitersham in Griinberg. Hieran anicklteßend: Losziehung der in Grünberg zur Musterung gelangten Militärpflichtigen. "Justizpersonalien. Der Landgerichtsrat Franz Nuß in Ntainz wurde zum Landgerichtsdirektor ernannt. •• Auszeichnung. S. K. H. der Großherzog haben dem Senatspräsidenten bei dem OberlandeSgericht Hermann Schäfer bei seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zum'Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmutigen verliehen. •* Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weiterstadt und die mit einem evang. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Södel. ** Hinterbliebe nen-Versorgung der Volksschullehrer. Dia Vorstände des Laudes-Lehrervereins unb der Ludwig- und Aliee-Stistung haben entsprechend den Beschlüssen der Versammlungen zu Langen und Friedberg, an das Großh. Ministerium des Innern ein Gesuch, betr. die Hinter- bliebenen-Deriorgung der Voltsschullehrrr, gerichtet, das in der Bitte gipfelt, das Großh. Ministerium wolle dem Antrag der Abgg. von Brentano, Dr. Schmitt und Genossen vom 19. Dezember 1905 entsprechen und möglichst bald veranlassen, daß das Gesetz über die Lehrerwitwenkasse mit Wirkung vom 1. April d. Js. dahin geändert werde, daß die Witwen- und Waisengelder für die Volksschullehrer nach den gleichen Bestimmungen bemessen werden, wie es für die Hinterbliebenen der Zivilstaatsdiener der Fall ist, bezw. künslia geschehen wird, und daß dabei allen jetzigen Mirgliedern der Lehrerlvitwcnkasse der ihnen durch ihre Zugehörigkeit zu ihr erworbene Anspruch auf das nach Art. 6 des Gesetze- vom 21. Juli 1900 zu gewährende Witwengell als Atindestanspruch gewahrt bleibe. •* Scharfschießen. Vom 16. bis 21. März hält das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 Schießübungen mit scharfen Patronen in dem Gelände zwischen Alten- Busecf—Daubringen—M ainzlar — Treis a.d.Lda. — Climbach — Beuern — Großen-Buseck — Alten- Buseck ab. Geschoffen wird von der Straße Alten-Buseck — Daubringen aus in der Richtung nach Osten an den genannten Tagen von 9 Uhr vorn», bis 3.30 nachm. DaS Schießgelände wird mit Posten abgesperrt. Die Straßen, außerordentlichen Etat werden 20 Millionen gefordert als zweite Rate zur Erweiterung des Kaiser Wilhelm-Kanals. Abg. Spethmann (sreis. Vpt.) beantragt die Einsetzung einer Kommission zur Prüfung des Planes einer aus privaten Mitteln zu schaffenden Kanalverbindung der Eckernförde r B u ch t mit dem Kaiser Wilhelm-Kanal. Staatssetretär v. B e t h m a n n - V o l l w e g kann sich nicht Am Bundesratstisch: v. Bethmann-Hollweg. Der Präsident eröffnet die Sitzung um,8 Uhr 20 Min. Bei der fortgesetzteti Beratmig des Etats des Reichsamts des Innern, beim Kapitel „Reichs-Versicherungsamt" bemängelt Abg. M u g d a n (frs. Vp.) dielangeDauerderProzesse, die aus Ueberlastung des Reichs-Ver,icherungsamts zurückzuführen sei. Viele Klagen der Arbeiter könnten durch freie Aerztewahl beseitigt werden. Die Abschaffung der Unfallrenten bis zu 20 Proz. würde inhuman sein. Redner sprach sich sodann prinzipiell für die 5)erabsetzung der Grenze auf das 65. Lebensjahr aus. Lie die oben angeführten Orte miteinander direkt verbinden, sind ungefährdet. Besonders wird darauf aufmerksam gemacht, daß keine Holzsammler sich in den gefährdeten Waldungen aufhalten dürfen. ** Die Aushändigung der Kriegsbcordcrungen erfolgt zwischen dem 10. und 25. März. Wohnungsveränder- ungen sind deshalb sofort dem Bezirksfeldwebel zu melden. Reservisten, Landwehrlcutc u. s. m., die nicht zu Hause sein können, haben jemand mit der Empfangnahme der Kriegsbeorderung zu beauftragen. (Die amtliche Bekanntmachung wird in der Montagsnummer veröffentlicht.) — Die Schweinefleischpreifc werden nach einem gestern gefaßten Beschluß der Schweinemetzgcr von Montag ab herabgesetzt werden. Der Abschlag beträgt bei fetten Stücken 6 Pfg. und bei mageren 4 Pfg-, sodaß ein Mittelpreis von 68 Pfg. für das Pfund zu bezahlen ist. Auch die beiden, gangbarsten Wursisorten (Leber-und Blutwurst) werden billiger. Das Pfund kostet statt 70 Pfg. in Zukunft nur 64. Pfg. • . . • • Eine Klage wegen Beamtenbelcrdigung ist, wie wir erfahren, gegen den Jnstallationsmeister i. P. Wille eingeleitet worden. Es handelt sich um die bekannten Vorwürfe gegen den Betriebsleiter Stolte. • * Finanzbeamten-Verein. In den letzten Tagen hat sich hier ein Finanzbeamtenverein gegründet, dein alle in der Stadt Gießen wohnhaften und beschäftigten Finanzbeamten, die die Prüfung für die mittleren Stellen im Finanzfach bestanden haben, beigetreten sind. Zweck des Vereins ist: Hebung des Standesbewußtseins, Pflege der Kollegialität und der Geselligkeit. Die Veranstaltung von musikalischen Abenden und Vorträgen sonstiger Art läßt für die Zukunft manche gemütliche und angenehme Stunde erhoffen. Als Vereinsabend ist der Mittwoch Abend festgesetzt. Das Vereinslokal befindet sich im Restaurant zum Andres. * • Kunstverein. In dec Gemälde-Ausstellung am Brand ist seit 8 Tagen wieder eine Anzahl Bilder neu zur Ausstellung gelangt und zwar Aquarelle von W. Hert- ling-München, Oelgemälde und Radierungen von P.Wein- iho Id-Leipzig und A. Kohlschütter-Dresden. Da die jetzige Ausstellung sich immer noch regen Besuches zu erfreuen hat, so bleibt sie auf Wunsch noch weitere 8 Tage (bis einschl. 22. d. M.) ausgestellt. Erst dann wird ein vollständiger Wechsel der Gemälde vorgenommen. Kunstfreunden, die die jetzige lAusstellung noch nicht gesehen haben, sei daher ein baldiger Besuch aufs angelegentlichste einpfohlen. "Christlicher Sängerbund. Am Sonntag, 15. März, nachmittags 723 Uhr, feiert die Mitteldeutsche «Vereinigung des »Christlichen Sängerbundes deutscher Zunge" in der Turnhalle ihr Iah resf est. Dieser Sängerbund, der 1879 in Elberfeld gegründet wurde, ist eine im Sinne der evangelischen Allianz geschlossene Verbindung von aus dem Grunde der heil. Schrift stehenden Gesangvereinen. Er umfaßt nach der letzten Statistik 827 Chöre mit 19 522 Mit- ' gliedern, welche Zahl sich im Laufe des Jahres 1907 noch vermehrt hat. Zur mitteldeutschen Vereinigung gehören etwa 70 Chöre aus dem mittleren Deutschland. Wie aus dein Programm ersichtlich, wird ein Pofaunenchor mitwirken und es werden 4 Solostücke mit Harmomumbeglcitung zum Vortrag kommen. Im ganzen sind 16 Lieder vorgesehen. Freunde eines guten, christlichen Gesanges seien hiermit auf dieses Fest aufmerksam gemacht, zumal der Eintrittspreis niedriger gestellt ist, als bei anderen derartigen Veranstaltungen. ** Aus großer Zeit. Am nächsten Donnerstag und «Freitag gelangen hier in Verbindung mit ^chlachtemnusik unserer Regimentsmusik 80 Kolossal-Kriegsgemalde aus dem deutsch- französischen Krieg zur Anschauung, wozu Rezitator Müller aus Hannover den verbindenden Text spricht. Auch Bilder aus den Südwestasrita-Kämpfen werden gezeigt, lieber die eigenartige Veranstaltung, die jedenfalls große Beachtung verdient, äußern sich auswärtige Zeitungen sehr günstig. So schreibt z. B. ein Magdeburger Blatt: Der dritte Teil des Programms brachte den deutsch-französischen Krieg 1870/71 in Wort, Musil und Bild. Rechts des Orchesterraumes ist eine große weiße Leinwandfläche in Rahmen gespannt, ihr gegenüber am Saaleingang der elektrische Spiegelapparat angeordnet, der die nach befanmen Original- geyrälden großer Meister entworfenen Kriegsszenen in schönen, klaren Konturen auf der Leinwand erscheinen läßt. Wächrend der Fixierung der Bilder ertönt entsprechend gedampfte Musik. Deklamator Müller spricht den in 22 Abschnitte gegliederten Text mit gutem Ausdruck und wohlklingender (Stimme. Sein Vortrag wurde wiederholt von lautem stürmischen Beifall unterbrochen. Das anwesende, zahlreiche Publikum, dem die Großtaten des unvergeßlichen Krieges in solch anschaulicher und packender Weise vorgeführt wurden, zeigte jubelnden Enthusiasmus. " Besitzwechsel. Das Haus des verstorbenen Tcmz- und Fechtlehrers Röse in der Weidengasse ging für 16 000 Mk. in den Besitz des Schreinermeisters Christoph Wagner über. Der Fechtsaal soll zur Werkstätte, der Tanzsaal zur Wohnung verändert werden. Das Haus wird noch mancher Gießener Dame, sowie Musensohne in langer Erinnerung bleiben. Mit der Umwandlung schwindet wieder ein Stück alter Burschen- herrlichkeit. •• Ihre silberne Hochzeit feiern morgen Faktor Hermann Elle und feine Ehefrau Katharine, geb. Bauer. ** Maßregeln gegen Feuersgefahr. Wie die Darmst. Ztg. erfährt, hat das Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, an sämtliche unterstellten Direktionen, die Kuratorien der höheren Bürgerschulen und die Kreisschullommissionen eine Verfügung erlassen, wonach dafür Sorge zu tragen ist, daß in allen Schulgebäuden während der Unterrichtszeit alle ins Freie führenden Türen, auch die für gewöhnlich von der Schuljugend nicht zu passierenden, unverschlossen bleiben. Wo man das Verschließen seither für notwendig hielt, um das Einschleichen Unbefugter und Diebstähle zu verhüten, soll versucht werden, diese Zwecke auf anderen Wegen zu erreichen. Wo sich in Schulhausern noch Türen finden sollten, die nach innen öffnen, soll deren Aenderung unverzüglich angeordnet werden. Ferner sollen geeignete Bestimmungen darüber getroffen werden, in welcher Weise und in welcher Reihenfolge die Schüler beim Ausbruch eines Brandes das Schulhaus zu verlassen haben. △ Ettingshausen, 12. März. Sämtliche Orte an ’ber neuen, im Bau begriffenen Bahnstrecke Lich—Grünberg haben jetzt die Einführung der Feldbereinigung beschlossen, die gleichzeitig mit dem Bahnbau hergestellt wird. Es sind dies die Gemeinden Queckborn, Münster, Lich, Ettingshausen, Ober- und Niedcr-Bessingen. (!) Inheiden, 12. März. Eine Mahmurg an alle Eltern ist em bedauerlicher Unfall, oer sich vor einigen Tagen hier ereignete. Beim Spielen verletzt, ein Knabe einem m.raben durch einen S t e in murf so sehr das Auge, bai, m ii-ng in der Klinik zu Gießen fast 14 Tage in Anbruch nahm. Glück- licherweiie ist die Sehkraft nicht sehr gemindert.. - Friedberg, 13. März. Dem schönen Brauche, daß die Lehrer, die gemeinsam das Seminar besuchten, in späteren Jahren Zusammenkünfte abhalten, wollen auch die Friedberger 1883 er in diesem Jahre huldigen. Borgeschlagen wird, die Zusammenkunft am Dienstag ober Mittwoch nach Ostern in Friedberg zu veranstalten. X Dorheim, 13. März. Heute starb hier die Tante des Chefs des gräflichen Nauses Solms-Rödelheim und Assen- heim, die G r ä f i n M a t h i l d e zu Solms-Rödelheim und Assen- heim, geb. Prinzessin zu Salm-Horstmar. Die Gräfin war am 21. August 1827 geboren, sie heiratete 1862 den Grafen Friedrich, der ihr 1883 im Tode vorauSging. Nachkommen sind keine vorhanden. O Laubach, 13. März. Der langjährige Fleisch- beschauer Phil. Heinrich Stotz wurde wegen seines hohen Alters, 78 Jahre, von seiner Stellung dispensiert. An seine Stelle trat Gemeinderatsmitglied Hch. Christian Jochem II. — Für die beiden städtischen Bullen wurde bei der gestrigen Versteigerung der ansehnliche Erlös von 1066 Mk. erzielt. Käufer war Metzger Duchard von Lauterbach. x Groß-Fell da, 13. März. Der hiesige, frühere Färber, ein Mann in den 70 er Jahren, hat sich gestern erhängt. Er befand sich in recht guten Vermögensverhältnissen; das Motiv seiner Tat ist unbekannt. § Aus dem Vogelsberg, 13. März. Die ersten Lerchen zeigen sich im Felde- auch bemerkte man die ersten Kran ich züge nach dem Norden ziehen. Trotz diesen Frühlingsboten hat der Winter abermals sich in einen Wintermantel gehüllt; der Schnee liegt im oberen Vogelsberg geschlossen. ak. Vom Vogelsberg, 10. März. Seltene Genüsse wurden in letzter Woche den Bewohnern einiger Orte geboten. Auf Anregung der Ortsgeistlichen veranstalteten zu Gunsten des Ob er hessisch en Vereins für innere Mission die Herren Pfarrer Schwabe und Pfarrassistent Becker aus Gießen Lichtbildervorträge über das heilige Land und das Leben Jesu in den Orten Stumpertenrod, Groß-Felda, Windhausen und Ermenrod. Die in allen Orten zahlreich erschienene Gemeinde nahm die tiefgehenden Vorträge und farbenprächtigen Bilder, die in höchster Vollendung zur Darstellung gebracht wurden, mit großem Beifall auf. Die durch freiwillige Gaben erzielten Ueberschüsse kommen dem obengenannten Verein zu Gute. In Stumpertenrod hielt noch Pfarrer Schwabe im Kriegerverein, dessen Mitgründer und Ehrenmitglied er ist, einen sehr interessanten und lehrreichen Vortrag mit Lichtbildern über Deutschsüdwestafrika, dessen kulturelle Bedeutung für uns schildernd. Allgemein hort man den Wunsch, daß der Ober- hessische Verein für innere Mission im nächsten Winter gleich genußreiche Stbenbe uns bereiten möge. sd. Darmstadt, 13. März. Auf der Landstraße zwischen Eberstadt und Darmstadt stieß gestern abend ein aus Der Bergstraße kommendes Automobil mit einem aus Darmstadt kommenden Wagen zusammen, sodaß das Auto in den Straßengraben stürzte und sich vollstäuddig überschlug. Die beiden Insassen, eine Dame und ein Herr haben nur kleine Beulen erlitten und konnten durch daß zerbrochene Fenster in das Freie gelangen. Der Chauffeur wurde zur Seite geschleudert und kam ebenfalls mit dem Schrecken davon. Das Auto ist stark beschädigt und vorerst unbrauchbar. Die Herrschaften setzten ihre Reise mit der Bahn fort und ließen das sJluto zurück. Df feu bad), 13. Mürz. Die Stadtverordneten habe# sich n. d. Off. Ztg. nid)t dazu entschließen können, den von der Verwaltung des Kaiserhofs beampruchten Zuschlag von 40 Prvz. zu leisten. Dieser Zuschlag wäre für Die Stadt gleichbedeutend gewesen mit einem weiteren Opfer von 132 000 Mk., während der Realwert zum heutigen Kurse von etwa 46 nur 151800 Mk. beträgt. Ganz abgesehen davon, daß^ ein derartiges Geschäft einen spekulativen Charakter trägt, die Stadtverordneten also für den Fall der Zuschlagszahlung denselben Fehler begehen würden, den ire Herrn Bürgermeister Dr. Düllo aus der Transaktion zum Vorwuri gemacht haben,' bietet die augenblickliche Geschäftslage des Kaiser-Unternehmens nach dem letzten Verwaltungsberichte kaum eine Gewähr, dafür, daß sich in absehbarer Zeit die Ver- hälrnisse der Hotelgefeitschaft bessern werden. Die Stadtverordneten haben deshalb gestern vormittag in einer nichtöffentlichen Sitzung beschlossen, die im Besitz der Stadt befindlichen Kaiserhof-Aktien im Betrage von 3 3 0 7 0 0 M k. zu einem den heutigen Kursverbältnisien angemessenen Preise zu verkaufen. Ter Verkauf ist gestern perfekt geworden. Nimmt man beim Verkauf den heutigen Tageskurs (46) an, so beträgt der der Stadl aus der unglüoielig.en Transaktion ermach- sende G es a m ts ch a d en ungefähr 180000 Mk. — Zu dem Selbstmord K ö n i g s ist nod) zu berichten: Gegen Direktor König hatten fid) viele Verstimmungen geltend gentachr. Na- mentlid) war die Eigenmächtigkeit, mit Der er Die Kostenanschläge für die neue Gasanstalt weit überschritt, getadelt worden. Tie lleberschreitung wird insgesamt 500 000—600 000 Mk. betragen. Die Qualität des Gases wurde immer funechter und das alte Werk war nidit mehr imstande, den Ansprüchen zu genügen. Der Gasdirektor führte den Gasmangel auf die Einrichtungen des Gaswerks zurück, das an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angelangt sei. Seit längerer Zeit war das städtische Gaswerk an die Drucklnftleitung^ angeschlossen. König hatte angegeben, daß die Druckluft zum Schmiedefeuergebläfe und zum Ausdrücken von Ammoniakwaffer gebraucht werde. Ta der Zähler dieser Druckluftleitung vielsack) versagte, hatte man ein Pauschale für die Entnahme von Druckluft vereinbart, die 24 Mk. kosten sollte. Dieses Pauschale wurde aber weit überschritten. Die Summe wuchs bis zu 1000 Mk. an. Es stellte sich heraus, daß Direktor König, um dem Bedarf an Gas besser entsprechen zu können, dieses durch Druckluft zu vermehren versuchte. Das war die llrsache, warum das Gas schlechter wurde. Direktor König hat diese Manipulationen seit Jahren betrieben. Diese Tatsachen führten gestern abend in der Versammlung der Stadtverordneten zu einer Besprechung über das Verhalten Königs. Die Debatte war noch im Gang, als ein Diener Die Nachricht von dem Selbstmord des Direktors König in den Saal rief. Die Versammlung hob die Sitzung sofort auf. W. Wißmar, 13. März. Die feit Jahren lebhaft erörterten Trinkwafferverhältnisse unserer Gemeinde werden in allernächster Zeit endgültig gelöst. Es schwebten nämlich Verhandlungen wegen Anlage eines Pumpwerkes, an das auch die Gemeinden Krofdorf, Gleiberg und Vetzberg angeschlosfen werden sollen, sonst wäre die Wasserleitung schon im vorigen Sommer vollendet worden. Nach einem Gutachten stehen bei der hiesigen Wasserversorgung mit natürlichem Druck in trockener Zeit nur etwa 60 cbm täglich zur Verfügung, während in Wirklichkeit gerade eine doppelte Quantität verlangt wird. Alle 4 Gemeinden würden alltäglich mindestens 390 cbm verbrauchen, was jedoch die Quellen im „Aschbachtal" nicht zu liefern vermögen. Mil Beginn gelinder Witterung wird das Rohrnetz innerhalb der Dorfstraßen gelegt. v?. Wetzlar, 12. März. Das Steuerjahr geht zu Ende, . Steuersätze für das Rechnungsjahr 1908 werden . flgelegt. Für unsere Stadt wurde beschlossen, 200 Proz. Umlage von Grundsteuer, 200 Proz. von Ge- baudesteuer, 200 Proz. von Gewerbesteuer und 155 Proz. von Einkommensteuer zu erheben. Viele Kreisgemeinden gingen seither sogar über 200 Proz. Staatseinkommensteuer hinaus, nämlich Aßlar-Altenstädten 210 Proz., Steindorf 225 Proz., Bechlingen-Hohensolms 250 Proz., Bellerdorf 275 Proz. und Oberlemp sogar 300 Proz. Bei Realsteuern kommen mehr als 200 Proz. überhaupt nicht vor. Die kleinste Gemeindesteuersumme hat Bermoll mit 291,73 Mk. lieber 10 000 Mk. Gemeindesteuer erhoben Aßlar-Altenstädten (13 306 Mk.), Ehringshausen (12 012 Mk.) und Krofdorf- Gleiberg (10 878 Mk.). — Als eine recht unliebsame Einführung wird die Kreissteuer empfunden, die auf den Erwerb von Grundstücken und von Rechten sich gründet und vor allem den kleinen Mann empfindlich trifft. Frankfurt, 13. März. Gestern abend wurde in ihrer Küche im Hinterhaus, Kölnerstraße 14, die 73jährige Witwe Marie Teschauer bewußtlos aufgefunden. Vermutlich handelt es sich um einen Raubanfall, bei dem die Frau durch einen Schlag betäubt wurde. Aus einer Kommode fehlen 75 Mark. Als Täter gilt ein junger Mann, der vor einigen Tagen ein Zimmer gemietet hatte und seit gestern verschwunden ist. Die Frau ist noch nicht vernehmungsfähig. Gießener «trastammer. )( Gießen, 13. März. Ein verhängnisvoller Schuß. Jrn vorigen tOiionat vertrieben sich einige junge Burschen zu Altenbuseck dadurch die Zell, datz sie durch ein Luftloch in den etaU des Landwirts Sch. warfen. Dessen 17 jähr. Sohn Ludwig Karl, der dieses vorn Fenster aus sah, forderte sie aus, dies zu unterlassen, andernfalls er am sie sch letzen werde. Ta die Burschen ihren Unfug fortfetzten, führte Sch. feine Drohung aus und schotz mit einem sog. Terzerol nach den Burschen, wobei Der Ibjcihrigc Bäckerlehrling Hch. S. von mehreren Schrotkörnern getroffen mürbe, von denen ihm eins in das linke Auge drang. Er mußte sich in die Klinik begehen, wo festgestellt wurde, daß das Schrot körn seinen Weg in das Innere des Augapfels genommen hat Der Vater des Verletzten stellte Strafantrag gegen Sch. und bie Sache wurde dem Schöffengericht überwiesen. xjtad)bem der Sach> verständige festgestellt hatte, datz die Sehkraft auf dem verletzten Auge verloren ist, mutzte das Gericht, da Körperverletzung naa; § 224 vorliegt, die Sache an die Strafkammer verweisen. Hic: wurde festgestellt, daß der Verletzte zurzeit nod; in ärztliche: Behandlung steht; die Sehkraft des Auges ist verloren und e» steht zu befürchten, datz, da das Schrotkorn im Innern des Auges inmitten einer Blutung sitzt, eine Entzünoung ciniriti, und bann das verletzte Auge im Interesse des gesunden gciuM entfernt werden mutz. Wenn das Auge auch verheilen sollte so ist eine Gebrauchsfälligkeit dock) ausgeschlossen. Der Angeklagte, der über das Vorkommnis sehr erschüttert war, glaubte nid)i„ datz es möglich sei, mit sold) einem winzigen Instrument solches Unheil anriditen zu können. Hierzu bemerkte oer bezüglich bcc Schußwaffe vernommene Sachverständige, daß von den Laiar die Wirkung der Schußwaffen häufig unterschätzt wird. Es wov ein Zufall, daß das Auge getroffen wurde, an einem bekleideten Körperteil wäre ein Schaden nicht entstanden. Da Die Schroi- törner in Den Kleidern stecken geblieben wären. Wenn auch bcu Angeklagte den eingetretenen Ersolg nicht gewollt hat, so mußte bodp Vorsatz angenommen werden, da zur Erfüllung des § 224 cs genügt, wenn der Angeklagte das Bewnßtsem gehabt hat, cs könne ein folcher Erfolg eintreten. Und datz dieses der Fall roai, stand für das Gericht fest, da der Angeklagte die Waffe schon irüber geprobt hatte und ihm so viel geistige Fähigkeit äugetraut wurde, daß er den Erfolg hätte voraussehen können. Tie Sochc wurde angesichts der Jugend des Angeklagten und den Umftani, daß er gereizt worden war, milde aufgefatzt und ans einen Monat G.cfangnis erkannt. Tie Waffe mürbe eingezogcn. Tas gestohlene Hypothekengeld. Im Herbst 1906 ftaico Der x i-. u l c i ü> e r g c b ü I f c 3." F. $. aus Gora Rußlanb- als Dienstknecht in Beienheim. EincL Abenbs entfernte er sich heimlich mit einer Anzahl Kleidung: stücke seiner Mitknechte und einer Uhr. Einige Tage spät» kam er durch Nieder- W ö l l st a b t. Er ging durch die offen stehenden Türen in ein Haus, das gerade bezogen wurde, mic ilahm aus einem Vertilow, in dem der Schlüssel steckte, das tin-- zuvor auf Hypothek erhobene Geld, mit Dem die Geichäftsleui« ausbezahlt werden sollten, in Höhe von 1321 Mk., während da Frau sich in einem Nebenranm befand und den Geschäftsleuten Anleitungen gab. Als am anderen Tage das Fehlen des GeldM bemertt wurde, war der Dieb scho'n über alte Berge. In Dielen Winter nun wurde er, nachdem er das Geld in Westpreutzen bunt: gebracht halte, wegen einer Straftat in einer Wirtschaft zu Rend; bürg verhaftet. Er nannte sich, wie auch in Beienheim ' find in, bis er seinen richtigen Namen zugab. Da er bei Dm Einlieferung in das hiesige Arresthaus den falschen Namen bei-, behielt, erfolgte neben oer Anklage wegen Diebstahls auch 'Jir klage wegen intellektueller Urkundenfälfcksung. Er war geständig, doch konnte nicht angenommen werden, datz er sich der Tragwev«: und der Bedeutung des zuletzt genannten Vergehens bewußt roar, weshalb in dieser Beziehung Freispruch erging. Wegen Der Tick-< stähle wurde er zu zwei Jahren und sechs M o n a t cm G esängnis verurteilt. ___ l] Marbu r g, 13. März. Fortwährend beschäftigen M bald hier, bald dort die Gerichte mit den in den Wirtslokalitäter ausgestellten Automaten, pente stand vor der hiesigen Straf- fammer der Händler S. au§ Bieber, der tn einer dortigen Wir-? «chaft einen Z i g a r r e n a u t o m a l e u, bei dem das Geldsü-- zivischen 33 Stiften durchfallen muß, auigefleUt haue und desho.llt loegen verbotenen Glücksspiels vom Gladenbacher Gericht -r. drei Ai ark Geldstrafe verurteilt worden war. Tas Geriaci fck)loß sich der Ansicht des Angeklagten, daß es hierbei nur auf tu Geschicklichkeit des Spielers anfonunc, nicht an, sondern meuuez, daß es stets auf den Zii'all ankomme. Aus biej&m Grunde bestes das erstinstanzliche Urteil zu Recht. Bartenstein, 13. März. Das Schwurgerickil verurteilte den herrschaftlichen Diener Heinrich K o r n, bisher w Prenßisch-Willen bei Tonmau, wegen Mordes, begangen an dva Scheuermädchen Alane 9lcumann 'm Pranerfchilten, z u in T o tu und wegen Aiordversuchs an dem Kinde Marie Nenmaim z»l zebu Jahren Zuchthaus. Loi^lon, 13. März. Das hiesige Schivurgericht verudeiM? den der Spionage aiigeklagten Cr o p ii zu 2 Jahren Gl - fängnis und 10UO Franks Geldstrafe. Von den Mitaiigeklagiu^ erhielten Farget 18 Atonale Gefängnis und 1UUU Franks, B l a m 1 Jahr und 500 Franks, Andre e 6 Atonale und 300 Fraicki Geldstrafe. Außerdem ist den Verurteilten während der Saun von 5 Jahren der AisienthaU in Frankreich verboten wordeu. Ein deutsches Torpedobvot uutergegaugen. Wir erhielten gestern um 3 Uhr nachmittags folgend» Telegramm: Cuxhaven, 13. März. Tas Torpedoboot „S. 12‘ ist nachts 2 Uhr von einem Dampfer bei dem Clbfeuerschiff^ gerammt worden und gesunken. Der leitende Ataschinist W ertrunken, bie übrige Besatzung gerettet. Das gesunkene Boot lehrte mit dem Torpedoboick yS. 25" von einer Uebungsfahrt zurück. Die Besatzutz; wurde von dem Torpedoboot „8. 25* und denn Rettungsboot des Feuerschiffes ,(Silbe 4" gerettet bis den Ataschinisten Homburg. Dieser befand sich seiner Kabine, als der Bug des Dampfers „Großmann" Torpedoboot gerade an der Stelle traf, wo sich die Maschinist^' ' tabinc befand. Da das Boot sofort sank, war cS nicht niiW lich, den Maschinisten zu reiten. /1 Am, -bcssischel W. 2ic S: aOai ftatt :di Mche Äu M wirb bi 1Ä tritt die 5 «V He ll.a.L Äa,Raltt Bey Stuttgart, ho WamWbk ^&i^inbemr tm 1. Apri % (MH” * Sn DMtru lverdv »SItmlf ei Hi öeipsig Miulbts Lugo £ in geordneten M nritgrt-ilt t ist auch die ! Hunden. Es Sei Mülhcir ,hochil>lst'ier t : gj 9^ Äch'chM | Zn Lunn sti< tz-z Illtoviobi Jnimi'en tvurd tot, die übri ^Moiv-Zi 2 Ä Beinen ein < infolge ein GL ■A» w M Wr LS ■ -7. emg kant fiy»1 ■ Än Ästdi lAüi-dllsiniMl *^mg der kur ■j. M bis 1 a“ tetainofj schreit J“!tig vonvü Abin W acht bi “JB Ernst u von '• sc°te er i't, auf es, ftr bie Ah ' ^kines Gen cingelrai des 'w: Ws ' M Tasso i Tajser P^tt Tai auf bi? c M den CK ■ vieren .. Ä W’«« .»'S VernrstzcL-tes. n' der vor £ ahig. Im Rolotow-Zirkus in Brüssel wurden 3 Künstler, welche ib il fuhr, infolge eiltet Unfalles schwer verletzt. Professor Albin Müller erbaut. Abschluß, der Ausstellung ruch Osten erfolgt durch das Architekturgcb-äude. BW, B’Vs 1711 Bu/a CbaulZenrkurse. Hl en Vorgeyens, yerrn Panzer, ga giert hätte. Mit diesem Ver- * Ein ebenso merkwürdiger wie ergötzlicher ; aqro, eß ist, nachdem er sämtliche Instanzen durchlaufen, soeben l )r dem Newyorler Appellationsgcricht zu Ende geführt wor- _n- es handelte sich um die Entscheidung der Frage, ob das Bein mer Frau mehr wert ist und demzufolge höher bezahlt werden ust als das Bein eines Mannes. In diesem besonderen Falle - bürte das weibliche Bein einem Frl. Noakes, einer neunzehn» Jv; _ k:* allen Sports huldigte, uHs männliche Bein dem Chauffeur besagter Dame, einem " "' ‘ - "r,! ca------- «-•-----i Auf einer in einzelnen Losen versteigert. Gießen, 13. März 1*308. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. Trautwein. Spitiim auf die Bühne zu treten. Tiefe Verpflichtung hatte ihm bin Titel eines General-Intendanten mit dem Range eines Ktzl. o.chrimrats eingetragen. Mehr als zwei Jahre vergingen. Ta ubm ein junger Fürst und lud Herrn von Possart ein, auf seiner Tosbiihne int Tasso den Antonio zu spielen. Der Münchener Hof empfiehlt billigst L. Häuser, Eiseuhandlung. 1 KneMM,ijfyt>e“ Maschinenbau.Elektrotechnik. I eCnniKUm mngen Automobilbau, Brückenbau. Auttst und WLs?en?chafr. — HessischeLandcsausstellung Darmstadt. Man sctreibt uns: Tie Eröffnung der Ausstellung Darmstadt findet cm 2 3. Mai statt. Das nach den Plänen von Professor Olbrich i ibaute städtische Ausstellungsgebäude, das den Werken der freien .timst dient, wird bis Ende März fertiggestellt sein. Am 9. und Ld. Mai tritt die Aufnahme-Jury für Malerei und Plastik zu- ienttnen, die u. a. aus Prof. Dir. Back-Darmstadt, Prof. Bantzer- Dresden, Maler Beyer-Darmstadt uitb den Prof. Bracht-Dresden, s'-abich-Stuttgart, SdocI] cher-Tarmstadt, von Hofmann-Weimar und .Iruysch-Tarmstadt besteht. In dem Hauptausftellungsgebäude wer- i>m die Wcißbinderarbeiten zu Ende dieses Monats ebenfalls fertig, «rauf vom 1. April ab die innere Einrichtung erfolgt. Für die Anlieferung der kunstgewerblichen Einzelgegenstände ist die Zeit -~nn 15. April bis 15. Mai bestimmt. Während die festen Villen und die Arbeiterwohnhäuser nunmehr ihrer inneren Einrichtung eckgegengchen, schreiten auch die Arbeiten an der Restaurations- cmlage rüstig vorwärts. Diese wird nach den Entwürfen von Ä möglich ist, aus Wiedersehen!" Tas überraschte, denn ein Ertrag, hieß es, hindere ihn für alle Zukunft, jemals wieder im und 6-cltig Stacheldraht, Spanndraht, Drahtkrampen re. «gz sowie sämtliche Gartengeräte 3g Kleine Tageschronik. In Gvtsta vergifteten sich ein Mann und eine un- vterheiratete Frau mit Cyancali. Bei den Toten wurden 800 M. g funden. Im etnemt Briefe wurde der Wunsch ausgesprochen, verbrannt zu werden. In Hamburg wurde das Mitglied des Stadttheaters Raoul r«n Arnaulf erschossen aufgesunden. Die Gründe sind unbekannt. ' ' In Leipzig erregt das plötzliche Verschwinden des Schuldirektors Hugo Gerber Aufsehen. Ter 53 Jahre alte Herr lebte in geordneten Verhältnissen. Er hatte seiner vorgesetzten Behörde mitgeteilt, daß er auf sein Amt verzichte. Mit ihm zusam- rrm ist auck) die Zehverswitwe Hedwig Tittmann verschwunden. Es tonnte bisher nicht ermittelt werden, wohin sich das Paar gewendet -hat. Bei Mülheim an der Ruhr fand ein 23 jähriger Mann irn Hochwasser der Ruhr seinen Tod. Wupper, Sieg, Ahr intb Nahe überschwemmen weite Strecken Landes. In Turin stieß ein mit drei Herren und vier Tümen be- ic?tcs Automobil mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Die Insassen wurden herausgeschleudert. Zwei Damen waren ioiort tot, die übrigen Insassen wurden schwer verletzt. , MMhrs-WldkMÄ in Gieße«. früheren Jahren beabsichtigen mir auch bei dem am ..umvoch, den 1. Slpril stattftndenden Pferdemarkt eine Giehen, den 13. März 1908. Großh. Bürgermeisterei. ■— _______ I. B.: .Steiler. ,nb Mtink, Än; vermutlich i " die F^. Nil,: , t , Pferdeschau mit Prämiierung AniQr speziell für im Privatüestü befindliche Reit-, -ripi sUnö Arbeitspferde,- dieselben können unter dem Reiter, ein-, ^in vierspännig auch im Geschirr vorgeführt werden. mnh ^jmniicrung beginnt vormittags llx/s Uhr, die Vorführung r hono.. svöücr-i-'tlun0 vormittags 12Vs Uhr in dem hierfür vorge- Pramiterungöring. -arayrend der Vorführung findet Konzert statt. ^nm«isU9cn nur Ehrenpreise zur Verteil,mg. iber^,lulltßCtmctitcrct eine nochmalige Verpachtung des a>nrp»,ctoir£cI H umfassend den städtischen Walpdistrckt Zeinewald, fconfw . öen Gemarkungen Annerod, Oppenrod, Steinbach, von dem Weg von Annerod nach Haufen, etwa 21a °t0B Im Wege der öffentlichen Versteigerung am 12 ■ofluve m AeiiprrE. •- r Lqtjljfafl jü/V A tn Jeifflj®; i r'iebflahls g* ig. I er sich ö« üiO; M d lechs gab für diesen besonderen Fall die Erlaubnis. Aber dieses Auftreten müßte eine Ausnahme bleiben. Wer Koburg hatte doch das Zugeständnis. Was in Kvburg recht ist, das ist in München billig — sagten sich die Freunde. Uno ’>ie leichtbegeisterte Jugend ging mit Eifer an die Arbeit. Wressen kamen zustande, und man bat ihn und die Leitung drr MünchLner. Hoibühne,. noch einmal in Ddünchen aufzukrcken. Indessen hat bisher die neue Ser» wattung noch keinen Bescheid der Oeffenklichkeit gegeben. — Esperanto. Eine von Paris ausgegangene Meldung, daß auf Anregung des Dresdner Polizeipräsidenten Köttig h-er- vorragende Vertreter des Polizeiwesens die Kunstsprache Esperanto als eine internationale Polizeiverkehrsspräche in Erwägung zu ziehen gedenken und l)aß sonwhl bei der Pariser als auch bei den Tvesdner Polizei und anderweck praktische Versuche damit gemacht werden, wird vom Tresdner Polizeipräsidenten bestätigt. Ohne sich irgeirdwie der Hoffnung hinzugeben, daß das Esperanto jemals die Völkersprachen beeinträchtigen oder gar beseitigen könnte, ist man in Dresden lediglich der Ansicht, dadurch den internationalen Verkehr der Polizei- und Kriminal- behorden auf diese Weise vereinfochien zu können. WaS das Latcm den Gelehrten, das müsse das Esperanto den praktischen Pvlizei- leuten und Kriminalisten sein. — Der Rechts beistand des Berliner Hofkapellmeisters Felix Weingartner gibt Wer einen Konflikt Weingartners mit der Königs. Generalintendanz folgende Darstellung: Das 12 000 Mk. betragende Gehalt Weingartners als Leiter der Sinfoniekonzerte war in monatlichen Raten zahlbar und wurde bisher stets an die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank für Weingartner eingezahlt. Als dre am 31. Januar fällige Rate nicht bezahlt wurde, ersuchte W. um Zahlung innerhalb drei Tagen. Dieser Brief blieb unbeantwortet, woraus Weingartner telegraphisch und brieflich seinen Vertrag löste. Hieraus erwiderte die Intendanz erst, daß sie die Vertragslösung nicht anerkenne, da sie vertragsmäßig zu Abzügen berechtigt sei, im Falle Weingartner die Konzerte nicht dirigiere, welcher Fall am 7. und 21. Januar eingetreten sei. Luch sei Weingartner verpflichtet, fein Gehalt bei der Theaterhauptkasse abzn- holen. — Von zuständiger Seite wird bemerkt, daß diese Schilderimg den tatsächlichen Verhältnissen nicht entspreche. Seitens der Generalintendantur ist das Kontraktbruchverfahren gegen Weingartner beim Buhneu-Schiedsgericht eingeleitet worden. — Das Ende des Münchener Tonkünstler- Orchesters. Wir lesen in mehreren bayer. Zeitungen folgende Erklärung: „Das Münchener Tonkünstler^Orchester hat, nachdem es vorher bereits Meinungsverschiedenheiten mit der Kritik und mit seinem Chef durch die terroristischen Mittel der öffentlichen Demonstration und des Kon- Holzveesteigerung* Versteigert werden Freitag, 20. l. Mts* aus den Domanial- walddiurckten Lempcl, Dvruergruno und Rabcnpsubl der.J-orfi- roartei Baumgarten und Rcblocv der Forsttvartel Groffeu-Lmdeu: Stamme, Kiefer: 1 St. 11. Sei. — 0,/9 Fm., 16 St- 141. Kl. = 10,96 Fm., 23 Sl. IV. Kl. = 14,75 Öm-, 40 St. V. StL = 12,81 tyui.; Lärwc: 1 St. IV. Kl. = 0X54 Fm., 5 St. V. Kl. = 1,71 Fm.,- Fichte: 2 St. lll- Sil. - 3,27 Fm., 14 St. IV. Kl. = 12,28 Fm, 200 St. V. Kl. = 60,64 Fm.: Dcrvflaugern,Fichte: 41 S^,I.Kl. -- 4,06 Fm., W&t. II. Kl. =3,04 8-111.; Rurrfcheuer, Kiefer: bp 'Jtm. (3,5 m lang): Nutz- reisig, Flchte: 136 tiim. tn Schichten, zu Bauuwmhlen und Gerufi- itonotiVd™^r: 491 9hn. Siefcr, 16 Rm. 8i»le, 2 Stm. äBeiStanne Knüppel: 49 Rm. Eiche (2^ m lang, im ^ranzenwald), 69,9 Rm. Kiefer, 2 Rm. Fichte. . . „„ Reisig: 760 Eichenwellen (410 tm Franzenwald», /720 Kiefer- wellen (300 un Franzcnwald), '^70 Fichienwellen. Ltöcke: 5 Rm. Eiche, 139,7 9hn- Stteter, 44V Nm. Fichte. Das tut Franzenwald und Rabenpfuhl, auch form zerfireut sitzende Holz wird nicht oorgezeigt. . . Stach Beendigung dieser Berckeigerung, werden weiter au?= geboten das beim Forsthcrus Baumgarten angemllene Obttbaumholz und zwar 7 Rm. Ovftbaumknupoel, 1030 Wellen Obstbaum- und Eichenrelfig, 2 Rm. Ovfidaumstöcke. . Weitere Auskunft durch den Großh. Foritwart Menges zu Forsthaus Baumgarten. , ,,, Beginn der Versteigerung vorm. 9‘/3 Uüt am ^ochnlttvnnkt der Sandkautenschneije und der Gteßen-Stelnberger Kreisstrwye (Tempel 24). „ B Gießen, 13. März 1908. . Großh. Oberförsterei Schiffenberg. LtDiWex ArdkliMKihrvck ®kp* Gnrlenstraftc 2, Zimmer 2. Es können eingestellt werdeu: a. bei hiesigen Arbeitgebern: , ■ 1 landwirtschaftlicher Arveiler, 1 Schuhmacher, 4 Schneider, 1 Schreinergeselle, 1 jüngerer Kellner, 4 Bauschloyer, 3 Steinbrecher, 3 Lauffrauen, 3 Dienstmädchen, 1 Küchenmadchen, zO Zigarren- bezw. Wickelmacher, 1 Zigarrensorliererin, 1 Putzfrau, 1 Arbeiter, 1 landwinschaftliche Arbelternt. Lcbrlingc: 1 Buchbinder gegen Vergütung, 2 Drucker, 1 Färber, 1 Tapezierer, 1 Sckckosser gegen Vergütung, 1 L-chreuter, 1 Koch, 1 Schuhmacher, 1 Lehrmädchen. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 Kellner, 1 Vauichlosser, 1 lmidwirtzchacklicher Arbecker, 1 Schreiner, 1 jung. Schneider, 1 Friseur. ~ Lehrlinge: 1 Spengler, 1 schmied, 1 ^ajremer. Es suchen Ärveit: B"/» 2 landwinschastü Arbeiter, 1 Glaser, 1 Heizer, 1 Buchbinder, 2 Schlosser, 2 Kellner, 1 Schreiner-, 3 Weißbinder, 1 Ataimuien- nrbeitcr, 7 Arbeiter, 1 Packer, 1 Hausbursche, 2 Hausdiener, 1 3ettintggträgerin, 1 Lauffrau, 1 Putzfrau, 1 Haushälterin. WllstgMM ’cv jejunben: 15 Im Rolotow-Zirkus in Brüssel wurden 3 Künstler, welche mch vcihülen .. r:dt den Seinen ein Gerüst feskhalten, über welches ein Automo - bloiieu. Lkk h ging burdl d" : bejogen Msjel W-> )?m mc j21 M., MlL. ,b den Wtita j rtllütlsAl' WohilliWMgWeis l8iejje». «s m-.> ■ 8 4mw.lvn° .?aus zum Alleiitbewohneu, 2 Wohnungen von 6 ,r Wohnungen von 7 Zimmern, 2 Wohnungen von 4 52’ b Wohnungen von 5 Zimmern, 9 Wohnungen von ;; SSE’',,.;4* .^umingcn von 3 Zimmern, 2 Wohnungen von 1 Jerkjwtt! "abcu'1 Wohnung von 1 Zimmer, 8 mobl. Zimmer, miclctt a^'ucht: 30 Wohnungen von 1-8 Zimmern. [BW, traktbruches zu entscheiden versucht hat, die großgedachten Pläne für die Gestaltung öer musikalischen Vorträge auf der Ausstellung München 1908 durch Herbeiführung einer völlig ungerechtfertigten Sperre über die Ausftellung zu Fall gebracht. Obschon die Sperre vom „Allgemeinen Deutschen Musikerverband" zum Zwecke von Verhandlungen der Ausstelluugsleitung mit dem Münchener Tonkünstler-Orchester formal auf gehoben wurde, so haben doch die Berichte über diese Verhandlungen gezeigt, daß faktisch die Sperre noch weiter bestand und sofort wieder ausgesprochen worden wäre, sobald das Musikkomitee nicht das ganze Münchener^Tonkünstler-Orchester oder doch seinen Hauptbestand, einschließlich des Wortführers feines ungesetzlichen Vorgehens, Herrn Panter, als Ausstellungsorchester env ° suche, eine ihrem Wesen nach rein künstlerische Frage durch (Äwaltmittel zu lösen, wie sie nur üt Lohnftreitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitern möglich sind, hat sich oas Münchener Tonkünstler-Orchester selbst außerhaw der künstlerisch zu beurteilenden musikalischen Vereinigungen gestellt. Durch seine, in verschiedenen Punkten unrichtige und gänzlich einseitige Darstellung seines unerhörten Vorgehens in der „Deutschen Musikerztg." hat es außerdem in die übrigen deutschen Orchester Verwirrung getragen, die geeignet ist, das kunfüerische Musikleben Deutschlands aufs schwerste zu bedrohen. Tie Unterzeichneten würden sich als mitschuldig ansel)en müssen, wollten sie ein Orchester unterstützen, das sich gegen die Gebote der guten Sitten so stark vergangen hat, und das selbst ofsensicytlich die materielle Frage einzelner MitglicDer über die allgemein künstlerischen Interessen stellt. Sie erklären, daß 1 ilüö ., uii) j 1 -3 , iüv 1 er«i|*y in Leu ■£ ■ vor der 'E .. > dn deill ^ lobcnb^^^; Ä •öcii ; bi«i6,n ÜSW‘ . LI tC 1 .n- 13. My. ; iwze Äwt- I lähr. Lohn < | Ttc sic aui, dc. 2 a die Z22 M ‘hung aus i W wobei bet cottörnern I ic drang, de, datz das 6:= '(els genomunt ;• gegen 5dl. Nachdem 'm t aus dem lotpcrbcrlegmij i; iter Detrocijtn fc h noch in iu;5z ist ueilpun bJi rn im Entzünsung (k ffe nach wie vor der auf ordentlrcyern Wege betriebenen Besserung der materiellen Lage der deutschen Orchester- nrusiker 'jede Hilfe leihen werden, sehen sich, jedoch im Interesse des deutschen Musiklebens imb~ besonders im Hinblick auf die Gefährdung und Schädigung der Jnteresfwi unserer Münchener Kunst und der Ausstellung 1908 gezwungen, die redaktionellen Ankündigungen und die kritischen Beurteilungen aller Veranstaltungen, an denen das Münchener Tvn- künstler-Orchester beteiligt ist, bis auf weiteres einzu- stelle n/' Airchttche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Freitag den 20. März, abends 8 Uhr, wird Missionar ©fei im JohanneLsaal einen Vortrag über die Mission auf der Gold- i'iftc und in Togo hallen. Hande!. — Konkurs Siegmund Friedberg, Berlin. In der ersten Gläubigerversammlung des Konkurses bezisscite der Konkursverwalter, da die Bücher unordentlich s^'ührt sind, schäp- zungs.oeise die Passiven auf 4 Mill. M., die Aktiven auf nur 54 631 M., darunter bar, Reick)sbankfaldv und Effekten 39 142 M., in Vergleichen eveiit. Differenteinwänden etwa 8000 M, Nach Befriedigung der Angestelllengehälter und der sonstigen bevorrechtigten Forderungen von 43 000 M. bleiben 11 600 M. gleich 1/2% Kvnknrsquote. Höchstenfalls 40000 M. können vielleicht noch bei Tebitor7n erlangt werden. Die Angabe, die Mutter des Kritars werde 1 Mill. M. zuscküeßen, sei unzutreffend. Ter Aufbau des Geschäfts sei so unsolide geivesen, uni> der Jahresverbrauch Friedbergs so hoch (etwa 200 000 M.), daß der Zusammenbruch jräher oder später kommen mußte. j lüJW ‘’JsoÖF 11 6ik., Gänse pr. Pfd. 00—00, Enten pr. Stück 1,80 dis 2,20 Alk., Lchsenfieisch pr. Pfd. 80—88 Pfg., Kuh- uud 9iindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg^ Schweinesteijch pr. Pfund 66—80 Pfg., Säuveiuefleifch, gesalzen, pr. Pfd. 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 64—84 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.00—7.00 Mk., Zwiebeln pr. Zlr. 5,00—6,00 Ack., Wlilch per Liter 20 Pfg^ Weißkraut per ^Ltuck 0- 00 Pfg., per Zentner 2)lf. 0.00—0.00. — Aepfel per Ztr. 10—25 Mk., Birnen per Ztr. 10—25 Mk. Nüsse 100 Stück 40—00 Pfg., per Ztr. 0—00 Alk. Alarklzeu von 8—2 Uhr. le. Frankfurt a. Ai., IZ.März. Heu- unD Strohmarkt. (Org.-Tel. d. Gieß. Anz.) Angeiahren waren 6 Wagen Heu, 2 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Aik. 3.50—3.60, für Stroh Mk. 2.40—2.50, Maschuien-Laugstroh Aik. 2.10—0.00. Alles für 50 kg. Tendenz ruhig. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesieu am Sonntag den 16. Vlärz 1908: Meist trüb. Schnee. Temperatur wie heute. 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