»irßiitler. tios ude tis a«/t 10.- an. jestattet, ü* lii 12. ***** lomuois rumenten >r L Söhn«» itige Zahlung!* lar-BabaU. Ms i $t* 73 Lieferung, aiiilä Ivlsi bulJJ1(w> ie! iii*c Lj*: »«$>> US* iePll. SS®;® MAS »Berlin- . oder [IIJ t*e ^Siehever Zamiliendlatter- werden dem ,Ünaeiger‘ viermal wöchentlich betgelegt, das ^UreudlaN fflt den Kreis Gießen" zweimal Wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Sett- fr«$eB" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schal« straße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion:S^ll2. Lel.-AdruAnzeigerGleßen. gesetzes genommen. Herr Küssing, Prokurist der Filiale der Landgr. Hess. Landesbank, führte dazu aus, daß das zurzeit bestehende Gesetz die kleinen Bankgeschäfte zu gunsten der Großbanken außerordentlich geschädigt habe. Die Novelle bringe durchaus nicht alle die in Börsenkreisen gewünschten Derbesserungen, man müsse jedoch wohl oder übel die Verbesserungen, die der Entwurf bringe, begrüßen, da zurzeit nichts besseres zu erreichen sei. Im einzelnen wurde § 54 Absatz 1 Satz 2 beanstandet, da er geeignet ist, auch fernerhin unlauteren Geschäftselementen die Erhebung des Disferenzeinwandcs zu ermöglichen. In § 54 Absatz 2 Ziff. 1 ist die Fassung zu unklar. Zu § 55, „es ist nicht einzusehen, warum sichere, an deutschen Börsen nicht notierten Wertpapiere und gute Hypotheken nicht als Sicherheit zügel assen werden sollen"» Ruch längerer Besprechung Aus KtsrSI lutö Land. Gießen, 14. Febr. 1908. ** Fernsprechanlagen. Im Interesse möglichst frühzeitiger Inangriffnahme der Arbeiten zum weiteren Ausbau der Fernsprechanlagen ist es erforderlich, daß die Anmeldungen neuer Fernsprechanschlüsse späte st ens bis zum L März den Kaiserlichen Telegraphenanstalten vor- liegen. Verspätet angemeldete Anschlüsse, die infolgedessen außerhalb des Bauplans nur mit Mehraufwendungen (z. B. durch besondere Entsendung einer Vaukolonne usw.) herzustellen sind, werden in dem laufenden Bauabschnitt nur dann ausgeführt, wenn die Antragsteller zu den entstehenden Mehrkosten einen Zuschuß von 15 Mk. leisten oder wenn diese Mehrkosten den Betrag von 50Mk. übersteigen, hen wirklich aufgewendeten Kostenbetrag erstatten. ** Von der Schule. Die jungen Lehrer, die erst am 25. Januar das Lehrerseminar in Friedberg absolvierten, haben bereits Verwendung im Schuldienst gefunden und doch konnten iroch nicht alle Lücken gefüllt werden. Auch in unserem Kreise sind einige der jungen Lehrer zur Verwendung gekommen, so z. V. in Burkhardsfelden und Treis a. d. Lumda. Außer verwaisten Lcyrerstcllen gibt es in unserem Kreise auch noch Orte mit überfüllten Schulklassen. Wegen des Lehrermangels mußten sogar beschlos,ene neue Lehrerstellen — z. B. in Heuchelheim — bisher zurückgestellt werden. •* In Amerika verstorbene Hessen. Charlie Wickenheiser auS Horchheim bei Worms, 51 Jahre alt, zu Newyork. — Georg Ehrhart aus Brcmdau, 64 Jahre alt, zu Allegheny (Pa.). — Frau Christina Mayer von Ober-HilberShciin, 67 Jahre alt, zu Gacnar (Ja.). — Joh. Gerlach aus Nieder-Wcisel, 52 Jahre alt, zu Raja (Cal.). ^TieAnsteckungsgesal-rderDiphtheritis wird vielfach auf dem Lande nicht in der gebührenden Weise beobachtet. Man sagt entschuldigend, daß ja der erste F-all des Auftretens der Krankheit auch meist ohne Ansteckung erfolge. Wie sehr dagegen diese Seuche ansteckend wirkt, zeigt folgender Fo.ll. In einer Familie verstarb ein Kind an Diphtherie. Der Vater desselben begab sich tags nach dem Sterbefall in ein anderes Haus. . Dort setzte ich ein fünfjähriges Mädchen auf den Stuhl, den der, Mann benutzt hatte. Äne halbe Stunde später zeigten sich bei diesem Kinde die Symptome der Krankheit. Aehnliche Fälle gibt es genug. ** Friedberg, 12. Febr. In der letzten Sitzung der Großh. Handelskammer zu Friedberg wurde Stellung zu dem Gesetzentwurf betr. Aenderung des Börsen- Stimmungsbilfr aus dem preuh. Abgeordnetenhaus. Berlin, 13. Febr. .„Zehn Tage hat die „Debattenkontingentierungs-Kvm- ^Pston", vulgo Seniorenkonvent dem Abgeordnetenhause für Bewältigung des Kultusetats eingeräumt. Zwei tQ9e sind von dieser Zeit verstrichen, und auch der be- ^"tztertste Bewunderer parlamentarischer Beredsamkeit wird ,1110)1 leugnen können, daß der zweite Tag ein verlorener ^ar. Denn er brachte, rimd heraus gesagt, nicht einen neuen Gedanken, sondern nur eine Aufwärmung der Debatten, die wir vierundzwanzig Stunden vorher gehört. Jniö was tags zuvor mit Verve und Elan von den Sprechern Äer, einzelnen Parteien vorgebracht war, das kam jetzt nur matt _ und abgeblaßt heraus. Der Nationalliberale Gchiffer begann den Reigen mit einer Wiederholung der Darlegungen, mit denen sein Fraktionsgcnosse Dr. Fried- £ag£> zuvor die Geister zum Aufeinanderplatzen ge- vracht hatte. Und er schwächte die Wirkung der Friedberg- M» Rede, die in der Fehdeerklärung an den Minister lag, GerLchtsSaal. fc. Frankfurt a. M., 12. Febr. Tos kommt vom Namenstag, kann der Re'ervift Theodor Greve sagen, der von 1901 bis 1903 bei der 6. Komp, des 87. Regiments in Mainz mente. Am 9. November vor. Jahres hatte er Namenstag, unb _jur tferer ^^s Tages taufte er sich einen so gewaltigen 9cau)a), das; er am Vkontag, 11. November, auf der Kontroll- venammlung in Neheim noch betrunken war. Und da be- gmg er allerler Dummheiten. Beim Verlesen stellte er sich mcht zur Abteilung, sondern dahinter und schwätzte mit einem Bekannten,, der mit der Kontrollverscrmmlung nichts zu tun ljatte. Aus die iyrage des Kontrolloffiziers, ob er zur Kvntroll- veriammlung gehöre, erwiderte Greve: Nee, nix tau maken! möge er den Platz verlassen, befahl ihm nun wiederholt der Offizier. Aber Sjerr Greve blieb stehen, antwortete auf m:age, wer der Andere sei: Tat is min Kalfakter.' und sagte r>r i Offizier: „Tu Lump hast uns nix to seggen Obendrein warf er dem Vorgesetzten noch eine recht unhöfliche Einladung an den Kopf. Kurz bevor sich der Rcservemann ??? Luxemburgische schlagen wollte, nahm ihn die Militärbehörde am W-ckel und spundete ihn ein. Tas Kriegsgericht verurteilte ihn wegen Achtungsverlctzung und Beharrens rm Ungehorsam vor versammelter Mannschaft sowie wegen Beleidigung emes Vorgesetzten zu sechs Monaten Gefängnis. ~ $xi $]aIie Onh in Stumperkeirrod mit Herrn Johannes ©tcui in Grotz-Jelda. n . Horben: Frau Elise Koch, geb. Weigel, in Büdinaen — grau Lma Hirsch, geb. Buch, in Friedberg i. H. - Herr Andreas Rlll, «?,^ajn^aUcv i'l Marburg. - Frau Käichen'Lche.ck & ^„^Ir,‘£,bcr9' “ ®e", eiumpf in gfomrob. - Johannes ^enz in ^rledberg^^auerbacb _ »err Helüich III, Fürst!. Unteriürster i. P, m Hchnarimd^ -Ei Kaufmalm Georg Drullmann in Wetzlar. " 3 QU‘ ab, indem er seine Partei gegen die Absicht verwehrte, den Minister zu Fall zu bringen.F-riedbergs Rede war eine Fanfare, Schiffers Rede eine Chamade gegenüber dem neuen Herrn im Kultusministerium. Warum dieser Zweiklang aus den Reihen derselben Partei? Warum geht man erst forsch ins Zeug, wenn man am nächsten Tage klein beigeben will? Wundern sich die Nationalliberalen dann noch, wenn man sie auf der Rechten wie am Rcgierungsllsche als quantitö negligeable ästimiert? Die Rechte, die am Mittwoch angesichts des Vorstoßes Friedbergs bei aller Entschiedenheit in der Betonung ihres Standvunk.es doch sich sorglich gehütet hatte, die Nationalliberalen allzu sehr zu reizen, zog aus Schiffers Rückzug sofort die taktischen Konsequenzen. Ihre Redner, insbesondere Herr Winckler, schlugen den Nationalliberalen gegenüber spornstreichs einen hochfahrenden Ton an, und auch Herr Holle und seine Leute traten zuversichtlicher aus als unter dem Eindruck des Friedbergschcn Kampfpäans. Erst die Freisinnigen Fischbach und Eassel stimmten die Debatte wieder einigermaßen auf den Ton des ersten Tages. Aber da auch sie neues von besonderem Belang nicht vorzubringen hatten, gelang es ihnen nicht, den Eindruck zu beseitigen, den die verwässerte Spaltung der Nationalliberalen bei allen Parteien erzeugt hatte. Vielleicht bedeutet der Verlauf der Donnerstagsdebatte eine Lehre für die Nationalliberalen: Die Lehre, daß sie die parlamentarische Macht, die Herr Schiffer ihnen vindizierte, voll nur dann besitzen, wenn sie in Kultus- wie in allen anderen Kulturfragen mit der entschiedenen Linken am selben Strange ziehen. Darm respektiert, dann fürchtet man sie da, wo ste respektiert und gefürchtet werben wollen. Geben sie sich pflaumenweich, so geht Freund und Feind über sie zur Tagesordnung über. Der politischen Uebel größtes ist die Halbheit. Ein paar Zentrumsredner, die Herren S t u l l und Porsch, kamen noch zu Wort; sie waren etwas schärfer dem Minister gegenüber als am ersten Tage Herr Dittrich. Kein Wunder: In dem Moment, wo Herr Holle der nationalliberalen Gefahr glücklich entrückt zu jein fasten, konnten seine Freunde vom Ze.rtrum die Sekundantenrolle aufgeben und ihre Sonderwünsche stärker zur Geltung bringen. Früher als sonst vertagte sich das Haus, das vorder Kultusdebatte noaj die Vorlage wegen der Dampsfähr- verbindung S a ß n i tz - Trclleberg an die Kommifsion verwiesen hatte, um am Freitag weiter Kultursragen zu erörtern. Der Samstag bleibt sitzungssrei, und so wirb sich die Kultusdebatte noch über die nächjte Woche hinausziehen. wurde die Beschlußfassung ausgejetzt. — lieber die Revision des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs erstattete Referendar Becker Bericht über die am 23. Januar abgehaltene Kommissionssitzung. Nach eingehender Besprechung nimmt die Kämmer zu dem Gesetzentwurf folgende Stellung: Tie Handelskammer erkennt wiederholt die Notwendigkeit eines weiteren Ausbaues des Gesetzes zur Bekänipfung des unlauteren Wettbewerbs an. Sie ist der Meinung, daß die Ausstellung eine-.; Generalklausel mit Rücksicht auf § 826 B. G. B. nicht mehr ge-> boten ist. Sie erkennt an, daß der Gesetzentwurf in der Bekämpfung d.r durch das seitherige Gesetz bereits getroffenen Arten des unlauteren Wettbewerbs wesentliche Verbesserungen bringt, dagegen kann sie die Zweckmäßigkeit der zur Regelung des Aus- verkausswescn vorgesehenen Bestimmungen, in denen sie den Schwerpunkt der 'Neuerungen erblickt, in wesentlichen Punkten nicht anerkennen. — In § 1 ist das Wort „besonders" überflüssig und nur geeignet, eine allzu enge Auslegung zu begünstigen. Zu § 5 Absatz 1 wird mit Rücksicht auf die Versckstedenheit der Anschauungen,, was nach Handelsbrauch als gegen die guten Sitten verstoßend anzusehen ist, der folgende Zusatz für notwendig erachtet. „Vor Erlaß derartiger Verfügungen sind Sachverständige aus dem Handelsstande zu hären." Tie Kammer hält es für geboten, daß im Gesetz klar und verständlich zum Ausdruck gebracht wird, daß die Bezeichnung „Kvnkursausverkauf" nur angewendet werden darf, wenn "nd solange sich die Masse tatsächlich in der Verfügungsgewalt des Konkursverwalters befindet. Ter Zwang zur Angabe des Ausvertäussgrundes in den öffentlich. Bekanntmachungen ist kein geeignetes Mittel zur Bekämpfung d s Ausverlaufswesens. Wie mit Recht von den Interessenten) betont w.rs, ist für die Kauslust der i^ruitu, aus dem ausverkauft wird, gleichgültig. Tie Kammer hält daher an der Ansicht fest, datz die geeignetsten Mittel zur Bekämpfung des Ausverkaufs- unweiens d.e gesetzliche Abgrenzung und Festlegung des Begriffs Ausverkauf und das Verbot der Anwendung des Wortes AuÄ- vwmuf für alle sonstige Fälle ist. Tie Handelskammer schlägt daher vor, an Stelle das § 9 des Entwurfs eine Bestimmung treten, zu lassen, wonach die Bezeichnung Ausverkauf nur bei Geschäftsauflösung oder gänzlicher Aufgabe bestiimnter Warengattungen angewendet werden darf. Auch an einer Begrenzung ixr -Lauer des Ausverkauf ist festzuhalten. Die Bestimmung, ein Verzeichnis dw auszuverkausenden Waren einzureichen, ist unzweckmäßig. Zu 8 10 ist der folgende Zusatz zu machen: die nachträgliche Beifügung von Waren, die vor Beginn des Ausverkaufs festgeläuft, aber erft nach Beginn des Ausverkaufs abgenommcn woroen sind, und deren Bertäuf ist nicht als Nachschub im Sinne dw,er Doi-ichnft aufzufassen. In § 21 ist in Satz 4 an Stelle des Wortes „lann" das Söort „ist" einzusetzen. Der Handelskammer ist von berufener Seite mitgeteilt worden, daß beabsichtigt sei, das seitherige Bahn* Hofsgebäude der Station Bad-Nauheim um- z u b a u e n und daß nicht, wie es aus künstlerischen, wirt- schaftlichen und betriebstechnischen Gründen verlangt wer« den muß, ein Neubau erstellt werden soll. Die Kammer beschloß in einer dringlichen Eingabe an das Ministerium der Finanzen dahin vorstellig zu werden, daß das ursprüngliche Projekt des vollständigen Neubaus zur Ausführung kommt. kl! Ober-Ohmen, 12. Febr. In unserer Gemeinde leben zwei Männer, die zu den ältesten Leuten zahlen; es sind dies der 94 Jahre alte Heinrich Müller und der 90 Jahre alte I. F. Diehrlam. Beide Greise sind noch körperlich und geistig rüstig. Der letztere war bis in sein hohes Alter hinem em erfahrener und viel begehrter Heilgehilfe; erst seit 10 Jahren nötigte ihn die Bürde des Alters, diesen Beruf niederzulegen. P.-A. Darmstadt, 12. Febr. Laut einer von der Königl. preußischen und Großh. hessischen Eisenbahndirektion in Mainz erlassenen Verfügung wird für die Gegenstände, welche auf der hessischen Landesausstellung ausgestellt werden, unverkauft oder unverlost bleiben und an die'Aussteller zurückgehen, die übliche frachtfreie Rückbeförderung unter näher bezeichneten Bedingungen auf sämtlichen preußisch-hessischen Staatsbahnen, der oldenburgischen Staatsbahn und den Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen gewährt. Die Verwaltungen in Ludwigshafen, Darmstadt S. E. G, Karlsruhe, Stuttgart, Nürnberg und Dresden sind mittels abschriftlicher Mitteilung dieser Verfügung ersucht, gleiche Vergünstigung zu gewähren. ..... । । III—BWMM SümmlmgriM aus dem Reichstage. Berlin, 13. Febr. Der Poftetat. Es ist eine freundliche parlamentarische Sitte, daß am Jubeltage der hundertsten Sitzung die Schriftführer den Tisch des Präsidenten mit Blumen schmücken. Ein herrlicher Strauß von Marechal Niel Rosen und duftendem Flieder prangte auf dem Platze des Grafen Stolberg, heute bedeutungsvoll nicht nur einen Abschnitt der Tagung bezeichnend, sondern auch für ihn persönlich ein Angebinde zum hundertsten Sitzungstage seiner Präsidentschaft. Auch die Tribünen zeigten ein ungewohntes Bild. Während sie sonst von einem Publikum besucht sind, das sich zumeist aus Provinzgästen der Reichshauptstadt zusammensetzt und in dem besonders die Damenwelt stark vertreten ist, waren sie heute den dienstfreien Berliner Beamten des postgewaltigen Herrn Krätke reserviert, die vom Briefträger bis zum Postrat wohl jede Beamtenklasse dieser weitverzweigten Verwaltung vertreten und sich persönlich von dem Eifer überzeugten, mit dem sich die Abgeordneten ihrer Interessen annehmen. Und an Eifer lassen es die Redner aller Parteien nicht fehlen. Sie erweisen eine erstaunliche Kenntnis der vielgcstalteten Verhältnisse einer jeden einzelnen Kategorie des großen Beamtenheeres, wie sie nur durch die sorgsame, bis in jede Einzelheit gehende Information durch die Organisationen der Beamtenschaft selbst ermöglicht wird. Aber gerade dieser Verkehr der Beamten mit den Abgeordneten ist dem Staatssekretär ein Dorn im Auge. Man merkt es der liebenswürdig jovialen Erscheinung des Herrn Krätke nicht an, mit wie zähem Eigenwillen er seine selbstherrliche, bei aller gebotenen Rücksicht auf die Disziplin doch etwas gar zu patriarchalisch anmutende Auffassung von seiner Stellung „seiner" Beamten festhält und sich durch keinerlei Hinweis auf verfassungsmäßige Rechte, ja auf die Interessen seiner Verwaltung selber im geringsten beirren läßt. Daß mit den Beamten auch die überwältigende Mehrheit des Reichstages diesen H>errenstandpunkt verurteilt, darüber haben ihn auch in diesem Jahre die Verhandlungen der Budget- kommisfion nicht in Zweifel gelassen. Heute kam es in den Reden der Abgg. Singer und Kopsch noch einmal zu einem scharfen Ausdruck, und der 33eifall zu den Worten des freisinnigen Redners kam aus allen Teilen des Hauses bis weit in die Bänke der Rechten. Als Wortführer der Deutsch konservativen hatte der Abg. Dr. Dröscher die Struktur des Beamtenkörpers der Post- und Telegraphenverwaltung in allen seinen Teilen Revue passieren lassen und dabei namentlich die in einer Denkschrift den Reichsboten übermittelten Wünsche der höheren Beamten dem Chef der Verwaltung ans Herz gelegt. Dabei machte er sich zum Sprachrohr der mancherlei Bedenken, zu denen die zum Frühjahr angekündigte Wiedereröffnung der höheren Beamtenlaufbahn in den beteiligten Kreisen Anlaß gibt; in dieser Beziehung gab Herr Krätke beruhigende Erklärungen. Naturgemäß wird die Neugestaltung der höheren Beamtenlaufbahn in der weiteren Aussprache einen Hauptpunkt bilden; heute wurde sie im übrigen nur kurz gestreift, da sie für die freisinnige Volkspartei der Abg. Eickhoff besonders behandeln wird und das Interesse des Abg. Singer sich auj die Unterbeamten konzentrierte. Er brachte, damit den Freisinnigen zuvorkommend, den bekannten Fall des Postvertrauensarztes Dr. Schellen- 6erg zur Sprache, den sein sozialdemokratischer Stimmzettel bei der Reichstagswahl in Wiesbaden seine Stellung gekostet hat. Der Rechtfertigungsversuch des Staatssekretärs mißglückte auch heute. Im übrigen drehte sich die Debatte auch vielfach um das wirtschaftliche Leben berührende Fragen, wie die Schlußzeit der Paketschalter und die in Aussicht stehende „Reform" der Fernsprechgebühren; diese unterzog insbesondere Herr Kopsch einer gründlichen Kritik. Eine berechtigte Zurückweisung erfuhr der Redner der sozialdemokratischen Partei, als er, wie schon früher einmal, mit der unbewiesenen Behauptung kam, seine Parteigenossen seien nicht sicher gegen eine Verletzung des Dienstgeheimnisses durch die Beamten der Reichspost. Nicht nur der Staatssekretär erklärte das für eine Phantasie and eine leichtfertige Behauptung, gegen die er seine Be- imteu energisch in Schutz nahm, auch der Abg. Kopsch iegte Verwahrung ein gegen diese verwerfliche Art, durch äne haltlose Verdächtigung das Ansehen der deutschen Post- verwaltung und Beamtenschaft vor dem Auslande herab- zusetzen. Nr. 38 Drittes ME 158. Jahrgang Freitag 14. Februar W08' (M4)etm tSglich mit Ausnahme des Sonntag?. T A aa aa. a T M Rotationsdruck und Verlag der Br ühl'ichen ffi ZMM O Or WÄ If y IF Universitäts-Buch- und ©temöruefereu VJlvfjVllvl 4llljviyVl —— General-Anzeiger für Oberhessen «E I •c 9 e> 53 o u ■xs «L» <5 1h< ' s CZj Vekanckmachung Tüchtige Erdarbeiter finden b. Bahnbau Grünberg Ltch auf sofort Beschäftigung. Meldung bei den Schacht- ineistern Bücher und Haöig auf der Baustrecke bet Lich. LZ ö - ’S ä Gieren, den 12. Februar 1908. Grofiherzogliche Verwaltung der chirurgischen Universitäts-Klinik. Privat-Weiß näh- nnrb erteilt und werden Schülc« rinnen jeberseit angenommen. Preis pro Monat (t Mark. Auch werden JLehrinäidchen Die Zahl 976] Während der Mitglieder betrug Ende 1906 1907 gingen zu Beiköchin gesncht Für die Küche der chirurgischen UniverfitätS-Klinik in Gießen wird zum alsbaldigen Eintritt eine Beiköchin gesucht. Dieselbe muß ordnungsliebend und im Kochen bewandert sein. Meldungen unter Anschluß von Zeugnissen sind alsbald Leistiingsfinttigsteii.biHigsteBeziigsquelletüralleScliiEliwareii liessen, Bafrmiwfst^asse ZI r- \i > \'v- 151 2 149 c O--5 19 "? - M) 2 .'S'd^ » r r ab Stand der Mitglieder Ende Konsum-Verein, e. G. in. u. Deutsche u. französische ©SagSSSCj Niedert der Liqucure von Erven Lucas Bels, in- und ausländische Rum. Arrak. Punsche, in grosser Auswahl bei Sari Schwaab, Hoflieferant. [OT4 Geschliche Gtscllcnprüfung Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden im Monat März und April statt. An derselben können alle jungen Handwerker aus Gießen Heuchelheim, Wieseck, Altcn-Buseck, Beuern, Großen-Buseck, Burkhardsfelden, Hausen, Watzenborn-Steinberg, Leihgestern, Langgöns, Großen-Linden, Klein-Linden, Annerod, Trohe teilnehmen, deren Lehrzeit spätestens am Schluß der Prüfungen beendet ist. Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars (bet dem Unterzeichneten erhältlich) bis zum 16. Februar d. Js. an den unterzeichneten Ausschuß zu richten. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mark und ist nut der Anmeldung an den Unterzeichneten einzusenden. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Ablegung der Gesellenprüfung u. A. als Vorbedingung für die Anleitung von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erforderlich ist, ihre Ber- sämnis daher später empfindliche Nachteile im Gefolge hat. Gießen, den 8. Februar 1908. IklMsungslürsschutz des OltrgewkrbkverkillSGieße«: Traber. d10/. Aktiva Warenvorrat Kassenvorrat Debitoren i>rmi 4». Schott, ^udwigsir.6, ltz Bessere -mverleihen indem Spesialßchb. von Kairnbuck, 918) Äanzleiberg 9. Spezial- Unternehmen, wie es untenstehende Firma ist. Vr-dMch 1 garantiert rein, empfiehlt 1 46R|______ULI Fätichbach. _ Prima frische echte irnnlsniter MM prima neue gutkochonde Me ii. kleine Linsen empfehle billigst. 1460 i August Wttuenfcls, ! Marktplatz 15. Telephon 390. empfehlenswertesten ist es, falls Sie Schuhe benötigen uns aufzusuchen, wo Sie mit der Grössten Kulanz bedient werden. &14/3 •n 'S Daher wende man sich im Bedarfsfälle an ein Grösseres Der Direktor. Der Rechner. Ter Lagerhalter. Johs. Hantel. Ph. Pur III. Gg. Aiuhl 11. W® MM frisch ciiigctrofren. [64 A. KoÄ Aachs. Schulftraße 10- Keinen Bienen- &4zKla«£ aPÜotqib | 4,8 ! 4,2 I 3,7 1 Ö«S a3(l riuvasaulJ^ -F6.1 — 0,4 i— 2.2 1 jaaiSuqai oO* juv raiaiuoiüß r-_co_o_ O Tfr iO •r. ia io Februar 1908 M® L" eo co jK, d> Passiva. l4L 4524.66 Aufgenommene Kapi- 924.15 talien 1800.— 3385.27 Mitgliederguthaben 1472__ Reservefonds 1345.04 Betriebsrücklagc 1345.04 Dividenden 2872.— 8834.08 8834.08 9 4 3 a z -c - o Sä ß *6 <^r w o> w <*3 u <3 3 W S ■c* -e> a LS Ä* ■jqjdog |Jn6n]g »nß kavM auiuqaß 'Ct'-'O 2. £ m< *“ ®VO e S sä ® - sä £ ü 8? S *-* S £ £ä22. — ■— o — c «ix. JO i- -s jqidoS Z iJhßniB 5 ä p«' 2 e 2 V2,^j- sr " o O X Ti CD’ — " e ■—. 2 iM CD £j <2 _ V c-.L^' xSü ;=-g-jo. CD C .K<--> .. ft» O 3 £3 IN — or> '^r v w £ ift c — ft» DO ft» .2 — « — ’." JO — ä2 -Q «—ge. TD e — =5,3 2 ~ ft» ■'■ O Jiidß .= &SUE o aüiuqag •“ aonitüß t- sO eS'- ■s g S ’S 1 B ^2 o 'ö - 2 E P7- »-♦.— CD 2 JO «O "ft» -u?£^ — CD Z'LZ = äe£ £2 = ^ — C — c 2 jo 1 d •7-^» as< ■-' .qgäS jo e 2 6) c <-> — 2 ft> •»- 2 •— tr£ - 2 — 2 o i> x L-x 2 S ä £fe-v c CD— = 5'4* V CDX> CD T3 :y — "ft „ *£ CD S .2 2 _ ©«s MchRtz. tzrdarvener mbau Almberg' nt Belästigung. >i den Schacht« cher und chabig strecke bei -ich. Die Bauleitung. u. französische gstac, er Liqueurevou Lucas Bels, [ ausländische iieupej rrak. Punsche, ir Auswahl hei Scbwaab, flieferant Or*:S& in den' von fy kck ^neryOUl? ^SL $.90Mk-. ienzu£il!?-< W sGL ■feH u**< ar» b? @W© c o 2 — 'Zs C7> CDO 2 s o wOX o- XD C jo ,2 d Eve 2kP 1- 20 - e. CD ._ TO KZ^ o — o ___~ ÄS — >^<= - ZLZ oi — ä rXD V 5 = 6? o CD . 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Je jo ,T jo ßst-j.q — £ E — E o 5L -— " — 2 e = 5JÄM8? oö.U JO e — cd ^22.519 oft O C O CD C CJ S tv <21 Z c> o § c ©5 3 - 3-Mcp ? 5 trcD a vü g Fffö* CP 5 Dl! g tSoCS» CÖ g CD a ooq ■ 2. 15U O'ft® 3 3 — cd 5 "5'e >3 3,2 ro 3 £ <-i W n>" fc? ro" 3 ® 2.3 3 3 <2 3 2 5 S-^3 & e ~»cS 3 » 3 C n ",h- 3 p, »Sv SB® ?Q ß • co : e' d E: cv 3 5 er 3.« ro 3 (P cr-p' X cb a CO <Ö»CP cd 3 ,-iSd 2 P G sp«3' er co cd (Ö}CD ■<2'3’3 D C 2d,? .'3’ = MN« cs » 3 «.CD CD »SV Q “■ aG> -: *?° z; 3 S'3’2 2 2.» 2 o C3« Ö2S Lo Z 2 d er* ro A rt öB OC CO Qi Qi CI 3 co 3 (St O ■p> »SV Sil ISO A P 2 Ö3 S ©2. £§*? 0 §y Qi Cö CO Cb «v d,?ö :-Ö2 !• §.». 3 -g®2> § <5»2. TS V rs «y 3 d »Sv 3 ?P = □ Ö 'SV a 2 D 3 Uv' 3 3 e> öft « <3 -- ao X*D P Die Men Böhmen 3 P CD I» <5D P3 SST K g « 3« Z?§6) § et §2 . »so - : iM Alch" trienni jpitllt d wn Alg ldch-ünj und Vie gegen w. )teG Hamlin! 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