1 Hzea Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. & e 6 i(ki ' ■ r? 1 ■ ■ ■vz bei schrill inei seit .schiie iss* cbeli: eilhaftM er M z<'\ besonderen WahlkÜrpern und 25 Abgeorducle, die Duvd) allgemeine Wahlen zu iväblcn sind. Ter Großherzog ernennt außerdem vier Abgeordnete auf Lebenszeit. Für Medlenburg-Ttrelu; werden nn5 besonderen nenn, ans allgemeinen Wahlen sieben Abgeordnete gewählt und ein Abgeordneter voin Großherzog ernannt. hs- 1»A'- t *> vom allgemeinen Bebauungsplan. Erfreulicher Weise regen sich in neuester Zeit die Interessenten imb öfter als sonst hört inan im Nate dec Stadt von den Stadtvätern davon reden, dass uns ein groß- zügiger StadtbebanungSplan not tue. Tas ist. in der Tat ein Punkt, unter dein Gießen seit 30 Jahren leidet. Immer wurde ntir Stückwerk geleistet und lucim man sich die neuerdings festgesetzten Baufluchtlinien ansieht, so staunt man, wie das immer und stets nur gerade die paar Meter sind, welche gerade für einen geplanten Neubau in Frage lammen. Tas gilt ganz besonders für die innere Stadt rind noch mehr für die v c r n a ch l ä ss i g t en S t a d t t e i l e i m W e st e n und Norden von der mittleren Linie (Seltersweg — Walltorstraße). Diese Kurzsichtigkeit ivird sich gewiß noch einmal schlimm rächen; denn was vor 20, 30 Jahren mit geringem Auf- wand zu macheil gewesen iuärc, das stößt jetzt auf allerhand Widerstände, die dem kurzsichtigen Vorgehen der letzten Jahrzehnte entspringen. Aber auch heute noch ist es nicht zu spät. Wir haben im Innern der Stadt eine Menge von Baracken (Häuser fann man das nicht mehr nennen), die es nicht mehr lohnt, an die Kanalisation anzuschlicßen und deren Fall und Erwerb für die Stadt unschiver zu erreichen wäre. Hier muß jetzt eingesetzt werden imb ein allgemeiner Bebauungsplan muß den Beteiligten klipp und klar zeigen, daß sie in einigen Jahren, wenn sie vor dein Neubau stehen, sich anders einrichten müßten. Es ist im Stadtrat mit Recht darauf hingewieseu worben, daß gerade die Unsicherheit, wie es werben wird, der Spekulation Tür und Tor öffnet, imb daß es gut ist, ivcnn vor aller Oefsent- lichkeit diese Fragen verhandelt werden, damit 9iicmanb Gelegenheit hat, Kenntnisse, die ec auf Hintertreppen zugetragen erhielt, spekulativ auszubcuten. Opfer solcher Spekulation sind in Gießen schon mehr als genug zu finden. Andererseits will man auch jetzt offenbar gerade da nicht Herangehen, wo es am allcrdingcndslen Not tut. Wenn z. B. der Plan diskutiert wird, eine große Straße von der oberen Frankfurter Straße im weiten Bogen um die Stadt hinter den Kasernen herum (zur Marburger Straße vielleicht?) zu führen, so ist da wohl in erster Linie der Gedanke verführerisch, daß damit ein ganz neues Bebauungsgebiet erschlossen würde und schließlich wäre es die Konsequenz des alten Fehlers, dec unserer Stadt Gießen einen abschculigen Bahndamm gegen die Lahn hin vor die Nase setzte. Sollte es da nicht doch immer noch wünschenswerter sein, die leidige Aahnfrage im Sinne der Sommer'schen Pläne etiva zu lösen? Aber hier liegt einstweilen doch wohl noch Utopien. Warum greift man nicht fest hinein ius Wespennest imb sorgt für bie Oeffnung unb Lichtung der inneren Stadt? Wie kann man dulden, daß im Neuenweg ein Herd der abscheulichsten luftverpestenden Gerüche konserviert wird? Wie darf die Stadt das alte Rcatz'sche Anwesen aus der Hand geben, statt um dieses und das Pnlizeiamtsgrundslück einen zentral gelegenen Komplex zu konsolidieren? — Em Platz, wie geschaffen für die zukünftige Bürgermeisterei, Rathaus!! Wahrlich, von der rechten Großzügigkeit ist da nicht viel zu merken! Waruni hat man uicht längst das Wcber'sche Anwesen (Kracheburg) erworben? Nun kommt die elektr. Bahnfrage und Oberbürgermeister Mecilm hat ja in Aussicht gestellt, daß sie sehr bald vor das Plenum kommt. Ist hier nicht erst recht ein gründlicher Stadtbebauungsplan für die innere Stadt die erste und dringendste Voraussetzung?! Wie will inan die Stadtengen: Riäns bürg, Markt straße, evtl. Sonnenstraße bezwingen? Glaubt man wirklich hier einen Verkehc in beiden Richtimgen zu ermöglichen? Durch solch enge Straßen, in denen jede Stauung 311 den bedenklichsten Folgen führen kann? Wer hat es nicht schon miterlebt, daß unser altehrwürdiger Omnibus die Randsteine dcS Trottoirs abgefahren hat oder gar halbwegs über dasselbe fahren mußte? Ohne die größten Gefahren ist hier zweifellos dec Verkehr nur in einer Richtung für die Elektrische möglich. Die Seltersweglinie mag zum Bahnhof durch die Mänsburg gehn, vom Bahnhof durch die Sonncnstraße—Lindcnplatz. Aber wie wird es mit der Linie Bahnhofstraße—Marklstraße— Schulstraße rc.? Es wird doch Niemand glauben wollen, daß man die Bahnhofstraße wiederum, wie schon bei vielen anderen Gelegenheiten als Stiefkind behandeln darf? Unb boch hat diese Linie einstiveileu keinen anderen Weg als durch die Marktstraße, deren Engpaß noch gefährlicher ist, als die Mänsburg. Wie kann hier daran gedacht werden, in beiden Richtungen zu fahren? Oder soll hier die Elektrische von Dienst!eilten geschoben unb mit der Klingel begleitet iverben, rvie nimi es vor einigen Jahren noch in Haniburg währcnb ber Bahnhofsumbauten bei den Zügen aller Richtungen hatte? Aber ivie hier helfen? Ta hilft keine Vogel Straußpolitik! Es muß endlich eingesehen werden, daß ein Durchbruch in dem Stadtteil stattfinden muß, der zwischen Bahnhofstraße— Marktstraße—Walltorstraße und den Anlagen gelegen ist. Hier muß im Bogen eine genügend breite Straße durchgeführt werden, die den einen Zug der Elektrischen aufzunehmen vermag. Unb biefer Durchbruch würbe auch mit einem Gewinkel von Baracken aiifräuinen, dessen Entfernung ...... ’ J Nr. 112 Erstes Blatt 128. Jahrgang Mittwoch 13. Mai 1908 Der Siebener Anzeiger ’ erscheint täglich, außer AI v Bezugspreis: Sonntags. - Beilagen: v ürgg monatlich75Pf.,oiertel- Dtermal wöchentlich JSJ a. Ak M A A. A A A A jährlich Mk. 2.20; durch AflAltAI» II1» A Mewlv nv llvi AlnviQvis™ ßernsprech-Anschlüße: U M iSä XqZ "W "V auswärts 20 Pfennig. für die Redaktion 112, WM Berank wörtlich MM General-Anzeiger für Oberhessen WM w oXütaoTio u")" Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen UnIv.Guch- und Stelndruckere«. H. Lange. NedaNion, Srpedltion UN» Druckerei: rchttlslratze r. angerechnet. Tie praktische Ausbildung vollzieht sich an verschiedenen Tienststellen, am längsten bei einer Oberpost-1 direktion. In jedem Semester hat der Referendar eine schriftliche Arbeit abzuliesern. Nach Beendigung der Lorberei- tungszeit kommt die Assessorprüfung vor dem beim Reichspostamt eingesetzten Ober-Prüfungsrat. Auch in diesem Schlußexamen spielen die Nationalölonomie und die Finanzwissenschaft neben den posttechnischen Fächern die erste Rolle. Nach den der Prüfungsordnung beigegebenen Aus- führungsbestimmungeu erstreckt sich die staatswirtschaftliche Prüfung auf folgende Gegenstände: Grundlagen der Volkswirtschaft, Handels-, Verkehrs- und Gewerbcpolitik, Münz-, Maß- und Gewichtswesen, Papiergeld, Wechsel, Bankwesen, Staatseinahmen, Steuern, Zölle; Staatsausgaben, Staatskredit, Staatsschulden, Staatspapiere, Etats-, Kassen- und Rechnungswesen. Tiefe Gegenstände umschreiben beinahe die gesamte Nationalökonomie und Finanzwissenschaft. Tie Jurisprudenz fehlt im Assessorcxamcn, mit alleiniger Ausnahme des Staats- und Verwaltungsrechts, das hier, im Gegensatz zum Referendarexamen, Berücksichtigung findet. In der schriftlichen Prüfung ist von allen Universitätsfächern die Nationalökonomie das einzige, das in Frage kommt. — Das sind im wesentlichen die Grundzüge der neuen Prüfungsordnung. Sie erscheint als eine wohldurchdachte und zweckmäßige und dürfte zur Hebung der Ausbildung der zukünftigen höheren Postbeamten wesentlich beitragen. Auch ohne Ressortegoismus wird man anerkennen müssen, daß in keiner anderen Prüfungsordnung für höhere Beamte das Fach der Nationalökonomie eine so energische Berücksichtigung gefunden hat, wie in der vorliegenden. Immer mehr bricht sich eben der Gedanke Bahn, daß die Volkswirtschaftslehre ein unentbehrlicher Faktor in der Beamten-Aus- bildung ist. Unsere Darmstädter Regierung sollte aber nicht zögern, diejenigen Maßnahmen zu ergreifen, die notwendig sind, um auch an unsere Ludoviciana Poststudierende zu ziehen. Gießen ist ein Verkehrsmittelpunkt besonderer Art und sehr geeignet für die Beobachtung des staatlichen und merkantilen Verkehrslebens. Die Nachbarschaft von Frankfurt, der Bank- und Handelszentrale eines mächtigen Bezirks, vergrößert das hier gebotene Beobachtungsfeld, das erheblich lehrreicher als das von Königsberg und Straßburg sein dürfte, ungemein. _____________________ Neuordnung der mecklenburgischen Landesverfassung. Im Goldenen Saale des Schweriner Schlosses sand gestern vornnuag 11 Uhr öic Erö sj n u u g ö e y außerordentlichen inecklenburgischen Lanbl a ges stall. Dem Thron gegenüber hatten etwa 450 Mitglieder der Ritter und Landschast sick) ausgestellt. Lings von dein Throne standen, die mecklenburgischen Staatsminister, die Slaalsräte und die Kommissäre aus Mecklen- bnrg-Strclitz, der Geheime Rat von Oertzen, die Allnisterialdirek- toren, der Oberkirchenralspräsident Giese und Geheimer Kabinetsrat v. Wickede. Um 11 Uhr trat von dem Thronsaale aus unter großem Vortritt der G r 0 ß h e r z 0 g begleitet von dem Erbgroßherzog von Mecklenburg-Strelltz, dem Prinzen Heinrich der Niederlande, dem Herzog Paul Friedrich, dem Herzog Johann Albrecht, sowie den Prinzen Heinrich XXVIII. und XXVII. nebst Gefolge m den Saal. Ter Großbeizog nahm am dem Throne Platz, während sick) die übrigen Fürstlichkeiten und die 'Anwesenden rechts von dem Throne und hinter ihnen das Gefolge ansstellten. Nunmehr verlas der Großherzog die ihm von dem Staatsminister Grafen v. Basi'cwitz-Sewctzow überreichte Thronrede, die folgendes besagte : „Zn einer bedeutsamen Tagung, zu Verhandlungen Über die Reform der bestehenden Landesversammlung, berief ick; Sie im Emvernehmen mit dem Großherzog vyn Mecklenburg-Strelitz hierher. Wie schon mein in Gott ruhender Großvater die sJloi- wendigkeil anerkannte, daß angesichts der veränderten Verhältnisse zu dem Deutschen Reiche imd der eigenen staatlichen Entwicklung die bestehende Verfassung eine Aenderung erfahren niiiß, so bin and) ick) ani Griind eigener Beobachtungen und Erfahrungen zu der Ucberzengnng gelangt, daß eine Renordmmg der Landesverfassung für die weitere gedeihliche Entivickeliing des Landes erforderlich ist. Noch entbehrt ein Drittel des Landes jeder Ver- trelniig auf dem Landtage, nod) sind weite Kreise der Übrigen Bevölkerung von der Teilnahnie an der Erledigung der wichtigsten sie berührenden Landesangelegenheiten aiisgeschlossen. Wir erkannten es für unsere landesherrliche Pflicht, das Unserige zii tun, um die Landesverfassung den bezeichneten Fordcrnngcn anzupassen. Tie Jhiieii ziigehenden Vorlagen berücksichtigen die Ansorderungcn der Gegemvart, indem sie sich aut der Grundlage der eigeiiartigen Verhältnisse Mecklenburgs weiterbauen und damit Fürsorge treffen, daß eine Erschütterung der inneren Verhältnisse des Landes diirch grimdslürzende Aendernngen vermieden wird. Für d i e s e G e s e tz e S v 0 r l a g e n sind folgende H a n p l g e s i ch t s p n n k l e grundlegend gemacht: ' Einführung einer Repräsentalivverfassung dnrd) die Bildimg einer neuen Landesvertretung zur Hälfte alis gewählten Vertretern als Körperschaften des öffentlichen Rechtes von dem Bestände der bleibenden Ritterschaft und Landschaft, im übrigen aus einigen von den: Landesherrn 511 ernennenden Abgeordneten und aus gewählten Vertretern, welche zum klemereu Teile von einzelnen Beriifsstäiideii, im überwiegenden Teile aber durck) allgemeine, in- dircNe Wahlen unter Trennung von Stadt und Land und unter Abstufung des Wahlrechts nach Bildung und Besitz zu wählen sind; das Recht der neuen Landesvertretung auf die Zilstmunung zii jedeni Landesgejetzc, sowie zur Feststellung des Voranschlages für deii Staatshaushalt und aui Einsicht der Rechnungen desselbeii, Condertmgen des landesherrlichen Vermögens m das dein grobherzoglichen Hause verbleibende Hansgul und 'n das mit seinen Einkünften dem Staate zu überiveisende Tomammn, Ver- einigiinqcn deS nicht dem Hansgule vorbehaltenen landesherrlichen Vermögens mit demjenigen des Landes zum Slaatsvermogen. Ucberlragung der auf beiden Vermögensmaßen ruhenden Verbrnd- lichkciten auf den Staat und Ausbau der Verfassung der eoangelisch- lutherischcn Landeskirche auf synodaler Grundlage. Meine Herren von der Ritterschaft und Landschaft, die Beratung dieser Gegenstände, welche eme durchgreifende Umgestaltung all überkommener Einrichtungen bedeutet, ist eine schwere Aufgabe, welche der Großherzog von Mecklenbnrg-Strelitz und ich Ihnen zu stellen beschlossen haben." Nach der Verlesung wurde em Hoch auf den Großherzog aUi35Saim)tueda§ der Staatsminister die Landtagspropositionen, unb die Herren begaben sich hierauf zur Beratung in den Sitzungssaal. Nlecklenburg-Lchwerm wird in Zukunft nach der Versajsungs- vorlage 63 Abgeordnete haben, und zwar 38 Abgeordnete, die von H! t-M i Ä 502 18 8Ü' 5 72 W 1 >212 «W U1ÜJ 1 514763» - I »miusm 1 822 51!! Ü- | M [Utol 55W ’<■«'] 2 sj1:1 !4TS2 158B‘I 8Ui® iS SM IkA 107 505 51 ö A 166®«*. 484 5!< *!'. ’ 64 751 ” 12 sl1 hx 0 5;1 $ol 5! 221^.; 3 *** t ® -st? flP* '7 ZD- U «V* a -f.j v*. ich W W W I in» 1 Em neues akademisches Studium. Von Professor Dr. M. Bicrmer. In Universitätskreisen ist die Tatsache, daß ein neues akademisches Studium eingeführt lverden soll, fast ganz unbeachtet geblieben. Auch die Regierungeii der Universitäts- fiaaten haben sich bis jetzt zu der Sache nicht geäußert. Der 1 . Buchner aus Darmstadt, Generalkonsul Mappes aus Frankfurt a. M., als K'orpsbezirksdelegierter der freien Krankenpflege beim 18. Armeekorps und andere mehr. Die Absperrung hatte die Mainzer Feuerwehr vorgenommen. Außerdem waren noch erschienen die Feuerwehren von Kastel, Kostheim, Mombach und Weisenau. Pünktlich um 2 Uhr begann hinier dem ehemaligen Rheinwr gegen den Bahndamm zu das Anlegen der Verbände an etwa 60 Soldaten vom 117. Infanterie-Regiment, inzwischen hatte die Mainzer Kolonne den Hauptzeltenbau errichtet. Nachdem die Verwundeten auf Tragbahren, Bollerkarren, Möbelwagen und den verschiedeiiartigsten Beförderungsmitteln, Toppclfahrräder 2c. aufgeladen waren, erstatteten Kvlonnensührer dem Kolonnenarzt Meldung. Der Zeltbau wurde sodann abgebrochen und die Verwundeten nach dem Kriegslazarect in den Hof der Röm- HAdschen Fabrik gebracht. ■ Von dort aus erfolgte die Verladung d.r Verwundeten in den Hilsslazarettzug. In dem Zug befanden sich 17 Güterwagen, die von den Kolonnen mit den Syftemen Liilxwciler, Grund, Kaiferslautern, Porr, Hamburg und Dr. Hunsdiecker ausgerüstet waren. Der Hilfslazarettzug suhr hierauf nach der Ingelheimer Aue nach dem dort aufgeitellren großen Lazar.ttzeL. Unterwegs wurden . den Verwunderen durch Schwestern Erfrischungen gereicht, die auf der fahrbaren Feld- iuche hergestellt waren. s.'iad) Ausladung des Hilfslazarettzuges fand die Speisung der Verwundeten und Begl^lmannschasien statt. Tic Verwunderen wurden hierauf in die Schilfslazarette am Rhein gebracht. Es waren Tampfvoote, Schleppkähne und sonstige Fahrzeuge vorhanden. Die Mainzer harren offene Kähne zu Lazaretckchiffen eingerichtet; ganz Befonderes aber leisteten die Mannheimer. Mit ihrer hierfür be,onderS gefchulicn Abteilung bauieit ]ie aus rohen Breitern und Leisten die Betreu, wozu jedesmal fünf Minuten notwendig waren. Damit richteten ]tc einen Kvhlentahn zu einem SchifiSlazarerr cm. Auf einer Seilbahn und mit dem Musterkrahnen wurden die vervundenen Soldaten mit ihren Tragbahren m die Schiffe verladen und dort gebettet. Damit war die brillant verlaufene Hebung beendet, die ganz besonders auch den Kolonnen, die nicht an Flüssen wohnen, die Gelegenheit geboten halte, den Samtärs- dienjt bei Schifssverladungen auszuüden. Gouverneur von Goßler sprach in seiner Kritik den Kolonnen Anerkennung aus für ihre ernste Pflichtersüilung, deren Wert für den Krieg gar nicht hoch genug anzuschlagen Kl Auch einige, von reicher Er- laljrung zeugende yiatichläge wußte der Gouverneur in feine Anfprache ciuzuslechten. Gießener LlrafLannner. -(Gießen, 12. Mai. Unüberlegt. Ter 14jährige Schneiderlehriin O. V. aus Schwcickarts- hauseu erhielt von seinem Meister in Nidda 200 Mk. zur Einzahlung auf d.r Post. Nach feinen Angaben hat er 10 Mk. von dem Gelde verwren, weShalb er die ihm mitgcgebenc Postanweisung aus 10 Mk. weniger abänderte und dann versuchte, das Geld einzuzahlen. Der Beamte wies die geänderte Anweisung zurück mit dem Bemerken, es möge eine neue Anweisung ausgestellt werden. Ter Junge fertigte ohne Wissen seines Meisters eine auf 190 Mk. lautende Anweisung an und zahlte das Geld ein. Den Posteinlieserungsschein änderte er aus 200 Mk. ab und behändigte ihn feinem Meister. Nachdem die Gendarmerie durch das Ortsgespräch Kenntnis von dem Vorfall erhalten und Anzeige erhoben hatte, erfolgte gegen den Jungen Anklage wegen Urkundenfälschung. Meister und Lehrer schilderten- den Angeklagten als einen sonst braven, aber etwas beschränkten Jungen, von dem sic annahmen, er würde die Tat nicht verübt haben, wenn er gewußt hätte, daß er sich dadurch strafbar machen würde. Ta unter diesen Umständen nicht angenommen werden tonnt;?, daß der Angeklagte bei Begehung der Tat die zur Erkenntnis der Strafbarkeit erforderliche Einsicht besessen hat, mußte Freisprechung erfolgen. Gleichzeitig wurde bestimmt, daß der Junge ]einer Familie überwiesen wird. Raufbolde. Im Januar ds. Js. kamen einige junge Leute von Leusel nach Alsfeld, um sich in einer Wirtschaft bei einer Tanz- belustigung zu vergnügen. Tie Taglöhner W. und I. M. aus Angenrod rempelten die Leute mehrfach au, so daß sich diese veranlaßt sahen, das Lokal zu verlassen. Ter als maufbold be- tannte, wegen Gewalttätigkeiten vielfach bestrafte W. M. ging den Leuten nach und schlug dem einen auf der Straße mit feinem Stock auf den Kvps, so daß eine blutende Wunde entstand und er zum Auswaschen der Wunde in eine Wirtschaft gebracht wurde, wo sich auch die übrigen Burschen ans Leusel hinbegaben. Alsbald erschienen auch hier die Brüder M. und trieben ihre Rohheiten weiter. I. M. ohrfeigte einen anderen Leuseler Burschen und schlug ihm an, den Mund, daß das Blut lief, während fein Bruder W. ihm dabei behilflich war. Auf erfolgte Anklage verurteilte das Schöffengericht den W. M. unter Berücksichtigung des Umstandes, daß er aus purer Rauflust dem einen eine so schwere Verletzung zugefügt hat, die er zuvor mit den Worten angekündlgt hatte: „Henle muß noch einer dran glauben und wcnns 10 Jahre Zuchthaus gibt", zu drei Monaten Gefängnis, während es bezüglich des anderen Vorfalls, wo er mit seinem Bruder den anderen Burschen gemeinschaftlich mißhandelt hat, mangels ausreichender Beweise zum Freispruch gelangte. Den I. M., der zweimal wegen Körperverletzung bestraft ist und ohne Werkzeug geschlagen hat, ließ das Schöffengericht mit 14 Tagen Gefängnis durchkoinmen. Beide Angeklagte erhoben Berufung und forderten Herabsetzung der Strafen, da die Sache gar nicht so schlimm gewesen sei. Ta auch die Staaisanwalt- fck)ast sich ihrer Berufung angeschlossen haue, wurde den Angeklagten mehrfach geraten, nch niic dem Urteil zufrieden zu geben. Sie waren aber nicht dazu zu bewegen, so daß die Sache erneut ausgerollt werden mußte, bei der sich ergab, daß W. M. sich an d.r Mißhandlung des zweiten Burschen ebensalls beteiligt hat; auch nahm das Gericht an, daß bezüglich des I. M. nicht nur einfache, sondern schwere Körperverletzung vorliegt, wenn er auch kein Werkzeug benutzt bat. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde die Strafe des W. M. von 3 auf sechs M 0 n a t c und die des I. M. von 2 auf sechs Wochen Gefängnis erhöht. Falsche Wechsel. Dem zu Roth am See m Württemberg geborenen, in Homberg a. d. Ohm wohnhaften Schreinermeister F. K. sind drei WechKlfälschungen zur Last gelegt. Er war früher in Frankfurt a. M. als Geselle befchafugt, wo ec spater ein Geschäft gründete, das er aber wegen Zahlungsschwierigkeiten ausgeben mußte. Nach seinen Angaben war dieser Umstand nicht auf fein luxuriöses Leben, wie ihm zum Vorwurf gemacht wurde, lonbcrn auf Verluste, die er bei einem zahlungsunfähigen Bauunternehmer erlitten hat, zurückzuführen. Er machte sich dann in Homberg ansässig, wo er auf den Namen seines geiftig zurückgebliebenen Bruders mit einem Schreinermeister aus Merlau ein Kvmpagniegeschäft betrieb, so daß er nur als Geschäftsführer fungierte. Nachdem sein Kompagnon sich von ihm getrennt hatte, erhielt er von Frankfurt aus einen größeren Auftrag, den er zum Teil nicht ausführen konnte, da es ihm an Geld mangelte. In seiner Not fälschte er Wechsel über 300, 250 und 150 Mk., von denen er zwei einem Hornberger Kaufmann und einen seinem Bäcker, die beide Forderungen an ihn hatten gab und sich den Ueberschuß herauszahlen ließ. Er gab die Fälschungen zu, berief sich aber darauf, daß ihm fülliges GeD verweigert worden sei und er dem Drängen der Arbeiter, die ihren Lohn forderten, nicht länger widerstehen konnte' Während der Kaufmann zum Teil betrogen ist, konnte sich der Bäcker an Mobilien schadlos halten. Es wurde ilrkundensälschung im einheitlichen Zusammentreffen mit Betrug sür.vorliegend angenommen und der Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten verurteilt. Pfandveräicherung. Der vorhergehende Angeklagte hat ein Urteil dcs Schöffengerichts, nach dem er wegen Pfandveraußerung zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden ist, angefochien. Es war ihm zur Last gelegt, eine Anzahl Baumstämme im Werte von 500 Mk., die wegen einer Forderung von 504 Mk. gepfändet waren, dadurch der Verstrickung entzogen zu haben, daß ei sie verarbeitete. Er focht das Urteil an, indem er bestritt, von Pfändung Kenntnis gehabt zu Jjabcii; eine Mitteilung darüber fei ihm nicht gemachc worden, auch habe er keine Pfand- Zeichen gesehen. Ta auch für das Berufungsgericht kein Zweifel bestand, daß der Angetlagle trotz Kenntnis von der ordnungsmäßigen Pfändung das Volz veräußert hat, mußte das Urteil seine Bestätig u n g finden. Märkte. fc. Frankfurt a. Al., 12. 'Mai. Heu- und Strohmaikt. Angefahren waren heute vormittag 15 Wagen Heu, 2 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Alk. 3.30—3.50, für Suoh Mk. 2.50—2.6U, Maschmcnstroh Mk. 0.00—0.00. Alles per 50 kg. Infolge der nassen Witterung iuar das Geschäft lustlos und fchleppend. Tendenz flau. k. Frankfurt a.M., 13. Mai. Schiveineinarkt. (Crg.- Tel. des Gieß. Anz.) Zinn Verkaufe standen 1310 Schweine. Bezahlt wurden: für Schweine 1. Qual. 63—64 Pfg., Lebendgewicht 49,5 bis 50,0 Pfg.; 2. Qualität 61—62 Pfg., Lebendgewicht 48,5—00 Pfg., 3. Qual. 54—58 Pig. Geschäft gut tem Uebersland. Mai Welter 19,08 6 12. still 13. Höchste Niedrigste 11. Verantw. für Feuilleton u. Vermischteck: I. V.: E. A n d c r s 0 n. 90.90 | Elektriz. Lahmeyer 4-6 Uesterr. Goldrente 3% Portugiesen Serie 1 3% 88.40 193.80 154.60 94.80 61.10 13,0 11,1 16,6 13,7 70 93 96 . 135.30 . 174.60 . 138.60 . 198.2a . 220 00 . 111.00 -r 20,8 0 C. + 12,9" U. 9" 735 742,7 741,2 Harpeuer Bergwerk Lauraliütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . « . 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Anlangskurse. 123.00 1 IU.2j 207.50 195.UU 109.50 200.00 2Uba5 94.70 100.25 162.20 124.20 232.20 61.00 62 70 94.75 87.50 95.20 150.00 49.20 85.50 65.40 96.00 4>2 °/0 russ.ytaatsaid. 19Ua 4>$u,'o japan. btaatsanleihe 4?0 Uouv. Türken von 1903 Metevrvlvglsche Beovirchtungen der Statiorl Gießen. TeSe^oaiiscirae erachte des Giessener Anzeigers, nntgeteilt von der Bank lür llaudel Temperatur tun 11. bis Portugiesen „ 111 12. Mai = 12. „ = LsvhWg elepler Berogarierolii nach Mass. Erstklassige Verarbeitung. Tadelloser Sitz. Grosses Stofflager. J. Pfeffer, Marktplatz. Werkstätten für Handwerkskunst Georg Ehrhardt & Söhne Möbel-Fabrik Darmstadt Feldbergstraße 36 (hinter dem Hauptbahnhof) Etablissement für gediegene vornehme Wohnungseinrichtungen : ! Besichtigung der » ! Ausstellung fertiger Musterräume der mustergültigen Fabrikationsan läge erbeten. 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