^euenLaue^ ä£nSen för gen Mann x uf Lunsch auch abgu o-rau Louis Reitz Ss r*.3L D„ 9ieub.i'. (4922) i8s£kH h^rant ®e9^i KS. PSSßQ n» 'lÜWnfe 'oiel ober Är'KS' 'ÄOÜlSlT -RWL ’ncbt. VerkäDli: A Stellung per ff .Bnetten unter >)h'.0'/r^ ip. des Gießener fe-, junges 8ürgenn-'- :own u. Hausarb. Der::' steife per 1.2kl. am lic Zeinen Herrn. Geh.L-» 4u-G.I.2VBurg!^ SÄ ■ Mlcruiaun, Bleiche tnd. phil.Ä SchrifÜ. Angeb. U.M - iiehener Anzeiger etb. über einzelne Positionen des Etats als auch den zuletzt gcinnchten I ^' •U\L°C 5°1 ‘° bi ' i "u^.nwkiamK? SotWIa« bcr Griten Anmmec ab. S.t «..«chu» «r "«*««« SÄÄ» n üb'? bic SaH»'. >.n Kummer beharrte aus der ^,ung des Antrags Glas,mg, so ^artn bat bier den ^Endl ng n bevoircduete Siclluno der bau eine weitere BermrUelnng im Berctch: des ^nrtratwantrages Wen -^m« «pl^etberatung die Haupts.niu bilde, t.i'r C rfb-.t inmi.-r mib her 7X-3rmu.t?nnta h:r 9t 'merunasvorlaae Jivviilii stuunnci, ui i u ___ . Wr.ihnnr poütäjcbc fiaflwfdjaa genügt haben, eine ent- ICUincs ScuiUsSon, — Der 100. Todestag der Frau Rat iourbe in Frankfurt durch eine Reihe pietätvoller Veranstaltungen begangen. Jin freien deutschen Hochstift schilderte der ve- annte Goetheforscher, Gymnasiardirettor Biese (Neuwied) »ie Beziehungen von Fran. Aja zu ihrem Sohn. Der Verband Frankfurter Frauenvererne veranaltete^ eine für die 'Schuljugeitd bestimmte Feier, bei der die Schriftstellerin Leonie Meyerhofs-Hildeck ein Lebensbild dec Gefeierten entwarf. Die Schülerinnen der städtischen obligatorischen Ford- 7iildungsschulen begingen den Tag ebenfalls dura) eine Gedenkfeier. Tie Gesellschaft für ästhetische Kultur verunstaltete gestern im Palmengarten eine Ausführung von Goethes Schaferspiel „Tie Laune des Verliebten und von ‘feinem Singspiel „Die Fischerin" mit der Originalmusri von Corona Schröter. Tie wohlgelungenett Vorführungen wurden von einem zahlreichen Publikum mit vielem Beifall ««usgenommen. — Heimatschutz. Tast es mit dem gestern ver- lisfentlichten Erlaß der preußischen Ministerien über Heimat- -jchuh allein nicht getan ist. beweist folgende Einsendung nn die „Franks. Ztg.": „Mehr Heimatschutz für den :3 esterwald wird von allen beteiligten Kreisen gefordert, ijumat die stark zunehmende industrielle Erschließung selbst 7Äe Orte nicht mehr schont, die eine Fülle geschichtlicher ksx» nncrungen in sich bergen. So ist bereits der Bla-msberg Vci Fricthafen, dessen Kuppe die uralte weit ins Land iügende Basilika der Blasiusiapetle krönt, durch Anlage ^inev .Steinbruchs verunziert. Die benachbarte, sagen- 2erühmte Tornburg, die Fundstätte des „ewigen Eises", xerfällt dem gleichen Schicksal. Der dritte im Bunde ist für ein „blinkerlitzchen" erklärt._ ,,___< - Redner schließt bei dieser catbfafle nut der .yoniumn, baß die Einführung dcs direkten Wahlrechts, an dessen Zuslandc- konnnen man seither in Hessen stets gezweifelt l-abe, doch noch möglich sein werde, wenn in sachlicher Wene die L-ayrheir über drcsc Angelegenheit in alle Volssir.i>c getragen werde und eine objektive, nicht von der Parteischablone beherrschte Beurteilung gefordert wird. I c de ns a l lS fcrcs P s l ich 1 c inc s 1 cb c n reu ndes des direkien Wahlrechtes, an de ff em Zustandekommen in ehrlicher Weise mitiuarbeitcn. tätssteuer Protest einzulegen. * Die französisch-spanische Note über die Aucrkennung Maley-Hafids ist gestern im Auswärtigen Amte zu Berlin überreicht worden. Sie stellt zunächst die Forderung aus, daß die Frage der Anerkennung von Muley Hafid nach denjenigen Grundsätzen gelöst lverden soll, nach denen das Einvernehmen der Mächte in der marokkanischen Frage seit Algeciras sich gebildet hat und aufrecht erhalten worden ist. Frankreich und Spanien l>ibcn in Betracht gezogen, daß ihre besonderen Interessen in Marokko sie dazu bc.nmnten, den anderen Regierungen Vorschläge zu machen. Bei oer For« mulierung dieser Vorschläge haben sie es jich zur Richtschnur genommen, daß die Anerkennung des neuen Machsen einzig und allein von der Erlangung von Garantien abhängig gemacht werden müsse, die gemeinsam für alle fremden Interessen gegeben würden. Tiefe Garantien sollten sein: Bestätigung der Algeciras-Alte, Billigung der zu ihrer Anwendung getroffenen Exelutivmaßrcgeln, insbesondere der Rechte, die Frankreich und Spanien zur lieber« wachung der Einfuhr von Waffen zur See übertragen sind; ferner Bestätigung aller anderen Verträge und Verpflich« tungen des Machsen gegenüber den fremden Regierungen, des diplomatischen Korps, sowie gegenüber Privatpersonen-, drittens Uebernahme der Lerantwortlichleit für die Schuld den des Machsen, während die Schutdsorderungen von Privatpersonen später geprüft werden sollen. Ferner Be- stätigutlg der Vollmachten der Entschädigungstommission in Casablanca, sowie Uebernahme der Verantwortlichkeit fiii die Bezahlung der Entschädigungen durch den neuen Sultan. Amtlicher und ausdrücklicher Widerruf des Heiligen Krieges durch einen scherifischen Brief an die Städte und Stämme und sofortige Inangriffnahme der notwendigen Maßregeln zur Herstellung der Sicherheit in der Umgebung der Häfen und auf den in das Innere führenden ^Hauptstraßen. Falls diese Garantien gegeben sind, lönnte Mulan yafib als Sultan amtlich anerkanilt werden, wobei die Mächte jich das Recht Vorbehalten, unmittelbar von dem neuen Sultan die Regelung derjenigen Fragen zu fordern, die ihre eigenen In- -creffen berühren, im beioaderen, was Frankreich und Spanien betrifft, die Wiedererstattung ihr.r militärischen Ausgaben und die Bezahlung von Entschädigungen für die Ermordung Angehöriger ihrer Nationen. Ferner heißt es in der Note, daß es angemessen sein würde, wenn der neue Sultan für einen standesgemäßen Unterhalt von Wdul Asis Sorge trage. Schließlich empfiehlt sie den Beamten von Abdul Asls dem Billigleitsgefähl Mulay Hafids. Bekanntlich hatte die deutsche Regierung bedingungslose Anerkennung. Muley Hafids vorgcschlagen. bcr Giften jianrmct und bcr Formulierung der Regierungsvorlage nicht möglich erschien. 2er nunmehr seitens des Ausschüsse? der ferflen Kammer gemachte Vorschlag oetrifft daher nicht die Budget- beruhtng, Lei welcher der Zweiten ZGmnicr ihre bevorrechtete Stellung gejichcul ist, sond-.ru den Artikel 75 der Verfassung, indem er iür die Amvendung dieser Vcrsassungsbcstimmung Zwci- drittei-klMajorität verlangt. Jene Vorichrist handelt von.dem Zu- stanbekommen eines Gesetzes, über welches eine Uebcrcinirimmung jwifdien den Kammern mdjt zu erzielen war. Der jetzt beliebende Artikel 75 der Verfassung sieht vor, daß die Regierung einmal emen drrart-g avgelehnlen Gcsellesvorschlag -urücknehmcn, aber auch die Stimmen zusanrnenzählen kann, neelche fuv und wider die A.mai-me in beiden Kummern abgegeben wurden. Tie Regierung kamt sich bann, wie cd in der Verfassung heißt, „nach der sici) bann ergebend-m Stimmenmehrheit für und gegen bic Annal/me entfck-ciden." Die Erste Kamme.- empfanb es als einen Gewaltakt, das; diese Bestimmung der hessischen Verfassung, welche im übrigen in feiner der deutschen Versafsnngsurkundcn enthalten ist, gegen sie angeivender tverben könne, da schon jetzt die Zweite Kammer den Mitgliedsland der Ersten Kammer bedeutend überwiegt. Die Regierung batte daher vorgeschlagen, daß bei dem wichtigen Falle der Durchstimmung eines solchen Gesetze? nicht eine Zufalls.najorilät, sondern eine b-efonbere Mehrzahl, nach ihrer Vorlage z.vei Drittel cntfdjciben sollen. öivcucn atumiiici uu im ....... - - ■ ... Der Führer der sreistnnigen Partei hat sogar bet bcr -Ö-. raünir in der letzten Sitzung dieses Landtages bic Frage, ob -ti.nunutci- ober Zweidrittcl-Maioritüt bei Artikel 75 zur 'Jlnroenbiutg komme, Ta diese Bestimmung der Verfassung, wie aus den Verhandlungen des Jahres 1820 hervorgeht, als ein Mittel gegen bic Zweite Kammer geplant ist unb bis jetzt nur in einem einzigen Falle gelegentlich der Strafprozsßorbnung gegen die Ztveite MammiT im Fahre 1865 angeivcnbct wurde, darf cs wohl fraglich erscheinen, ob diese Versassungöbestimmung immer ein Schutzmittel für bic Zweite Kammer bar stellen kann. D i e V o r s ch r i s t ist zunächst nicht c in Vollsrecht, sondern lediglich e i n R e ch t b c r 3i c g i e r u n g , b e u n d i e R e g i e r u n g hat die Anregung desAbg. Glässing, beiden Kammern das Recht -u z u s pre ch en, o ic Durchstimmung z u verlangen, a u s b r ü ct l i ch s ü r u n a n n e h m b a r erklärt und nach :me vor das Recht für sich in Anspruch genommen, über die Anwendung dieser Vorschrift allein zu entscheiden. Die sämtlichen Redner der Zweiten Kammer, insbesondere auch, der Abg. Sa)mitt von Mainz, haben ausdrücklich anerkannt, daß bcr Artikel 75 der Verfassung der Regierung bas Recht gibt, un.er einigermaßen günstigen Umstünden eine starke Mehrheit der anderen Kammer zu vergewaltigen und diese Vergewaltigung bangt drohend ebenso wohl über dem Haupt der Zwesten Ivie über dem der Ersten Stammer. Hiernach ist durchaus die Ansicht derer verstLndlich, daß diese VerfassungLbestimmung im Falle einer energischen vsaktischan >e7idung direkt illiberal erscheint und verdiene, beseitigt zu werden. In der Tat kennen, insbesondere auch die süddeutsche Versassungsurkunde feine ber- arstge Vorschrift. Ter Ausl'chuß der Zwesten Kammer schloß sich i^tad) dem rlntrag des Abg. Glässing an, tvonach anstelle der Zweiorittel-Majorität eine solche von Dreifünstcl-Majorität vorgeschlagen wird. Die Erste Kammer bestand auf dem Vorschlag bcr Regierung, also ans der Ausnahme der Zweidrittcl-Majorttät. Da ein Volksreclst nicht in Frage steht unc> der Artikel Ta der Verfassung sei. Bestehen desielben nur ein einziges Mal gegen die Zweite wummer angciocnbct wurde, hat bcr Ausschuß der Z,veilen Klammer fick) nunmehr für verpstichtet gehalten, bic[e seitens des Ausschusses ber Zweiten Kammer angenommene Grundlage dem Plenum der Zwesten Kammer vorzulegen. Ter Ausschuß der Zweiten Kämmer glaubte die Verantwortung ablehnen zu sollen, da mit einem Wbriiche ber Verhandlungen die Einführung des direkten Wahlrechts für absehbare Zeiten gescheitert ist. Die Zweite Kammer hatte bereits durch das Gesetz vom Jahre 1872 erreicht, dal, die sechs, seitens des Adels zu wählenden Ad- gcorbneten der Zweiten Kammer beseitigt wurden. Mit ber Einführung des uiu'ucn Wahlrechts wird ein berechtigter Wunsch des Volkes erfüllt nno die Bevormundung durch die Wahlmänner beseitigt. Da nach der Regierungsvorlage bic städtischen Mandate vermehrt werden sollen, jauch str der Ersten fttamrer den 17 Standes- herren 23 berufene Afttglieder gegciuibcrtrcten, sollte ber Ernst bei Situation in dem gegenwärtigen Augenblick wohl eingeschätzt werden. Dieser Sachlage enispricht auch) bic in bcr letzten Sitzung bcr Stammetn dura) den sozialbemokraliich-fteifin'nigcn Antrag her- beigefübrle Erörterung. Der Antrag Glässing wurde als ein Fortschritt bezeichnet, auch seitens des 2. L?ort- führerS des Zentrums, des Abg. Schmitt zu Mainz. Auch bcr Vertreter des Bauernbunocs crfLirtc: Wenn nnr in dieser Frage etwa- erreichen wollen, so müssen wir politisch fing handeln! — ES ist daher nicht verstäitdlich, aus welchen Gründen die Glässing über die hessische Vahlrechtsvorlage. In Darinstadt hat Da Glässiitg aus bcr Versammlung der hessischen Vlationalliberai-.n Landcspartei sehr eingehend bic hessische AahlrechNSvvrlagc beleuchtet Er führte aus: Nachdem bic erste Wahlreä-tsvorlage an bcr Wahllieiseinteilung gescheitert war und überhaupt, nicht mcljr an die Erste Kammer gelangte, sei zu bcr westen Vorlage bcr bekannte Initiativantrag von 21 Mitgliedern idämmer gestellt woroen, rooitaa, im wescnll.chcii ein. -ltnchstcllnng beider iüantmem bei ber Budgctbetatung unter Ausschluß ber Durchstimmung verlangt ivurbe. Ter Artikel 110 ■)cb Lerfassimgsnrkunde sollte ben ivlgcnben Zusatz erhalten: „Auch (.esetze über bstekte und indirekte Staatsst.mcrn, sowie Gesetze ilKr o-cmeinbcst-mern sollen nie anders als mit Eni ivilligung bcr fc.ioen Mummern beschlossen werden." Auch bas Ministerium üiotl-e stabe bei dieser Sau>lagc int Jahr 1905 er klart, eine neue Vorlage könne nur cingcbradjt iverben, wenn l-enluäck-st die OninMaga: zu einer Verstäirdigung geiunben würben Die neue WahlrechtSvorlage vom 29. April 1907 habe eine t'lcn i-xamng ber hessischen Verfassung als Voraussetzung für das direkte Wahlrecht vorgcschlagen, welche bic Zweite Kammer, insbesondere auck) der Führer ber nationa lli beraten Partei, Herr Tr. Osann, als n n a n n e b m b a r bezeichneten. Dem Jnstiatioanlrag .»er Dtitglieder bcr Ersten Kammer würbe in ber neuen Vorige insofern teiüveise entsprochen, als bic Regierung den Vor- ichlag oicseö bubgetrechtlichm Antrages annahm, der bei Meinungs- icrschicoenh i!en über bic Höhe ocs c.uzustcllenbcn Wckrages ge- nacht uxre. Im übrigen hatte bic Regierung bei Art. 67 den Vorschlag gemacht, daß sie das Finanzgesetz nebst dem Haupt- wranschlag auch rn bcr Gestalt annehmen könne, wie biese sich eus ben übeveinstimmerrden Beschlüssen der beioen Kammern ergebe. Es sollte ferner ber Regierung bas Recht zugesprochei' -jetben, ber bcr Durchstimmung des Budgets bic Abstimmung aber einzelne Positionen zu verlangen, hinsichtlich beren eine )lernungsoerschicdmhcit iwd) bestehe. Diese Vorschläge bcr Neuerung kamen bett Anträgen ber Ersten rdammer immerhin in -altem erheblichen Platze entgegen, roenn auch m erster Linie licht der Ersten Kammer, sondern der Regierung eine Erweiterung Irrer Rechte hiernach zugebacht war. Tie erste Beratung dieser Erläge in der Kvmm.r betraf bic Frage ber Geschäftsbehand- ’uug, ergab jebod) auch eine Aussprache zur Sache. Hiernach würbe bic Vorlage als unannehmbar bczcichilct und -igleirf) beschlossen, daß die Ausschüsse beider Kammern fich nach .'brtikel 26 der Geschäftsordnung über die Wuhlrechtsvorlagc bk- aiehmen sollten. Tie nunmehr stattgefunbenen gemeinschaftlichen Sitzungen ergaben, baß, wie bereu» bekannt, verschiedene Herren ■uh ben Initiativantrag oer Ersten Mannner zurückiamen, während owohl dieser wie bic Vermehrung bcr Rechte bcr Regierung ntenS bes Ausschusses ber Zweiten Kammer nach wie vor als nawnehmbar dezeiä/net wurden. Nachdem zunächst bcr Abg. von ■’drcntaiw Vorschläge gemacht hatte, würbe Dr. Glässing seitens 1» Ausschusses mit ber Formulierung neuer Vorschläge betraut, "diese Vorschläge gipfeln in der bedingungslosen Ablehnung des Initiativantrages bcr Ersten Kammer, ixr Vermehrung ber bi echte lei Regiernng unb in bcr Erhaltung der bevorrechteten Stellung "er Zweiten Mamnicr bei Beratung des Budgets. Dagegen war s durch den Umfang des Etats bebingt und Dient zur Geschäfts- Erleichterung beider Kammern, wenn die seither widerspruchslos g ftattctc Hebung anerkannt wurde, daß jede Kanrmer für sich 3bcr die einzelnen Teile des Haupivoranschlagcs beschließt und LaS Eogcbnis ihrer Beschlüsse der anderen miltcilt. Diese Hebung l urbe zunächst in den Vorschlag des Arbg. Glässing.ausgenommen. Bum Vcrst.indnis deS Vorschlages sei bemerkt, daß schon in der cregennurrtigen Verfassung in Artikel 67 bic Zweite und Eic Erste Kammer zu einer vertraulichen Besprechung durch ihre Ausschüsse zusammenzutrelen haben u. cS hier nach gcrabezu als eine »uiurgemäßc Hebung erscheint, wenn auch bas Resultat bcr Be- -hlüssc zu Den einzelnen Positionen des zwei stattliche Lände »mfassenben Budgets von Kammern zu Kammern mUgcteiit wird. Der Ausschuß der Ersten Kammer lehnte auch diese Vor- 'fhläge zunächst ab und verlangte daS weiter gehende Recht, über ilie einzelnen Positionen abzustimmen. Dies würbe wiederholt non dem Ausschuß bcr Zweiten Kammer abgelehnt. Nach sangcren Verhandlungen wurde schließlich der von dem Abg. Glässing gemachte Vorschlag seitens des AussckmsscS ber Ersten Kammer ific amiehmbar erklärt, wenn biesem Vorschläge iolgenber Zusatz Ueigejiigt wurde: Bei der Beschlußfassung über Erhöhung, der in timt Änlommensteuergesctz und dem Vermögenssteuergesetz gc- acbcneit Eiichcilsskuer itze um 5 Prozent und mehr, sowie bei der Beschlußfassung über Ausnahme von 2ln!el)-n oder über Vcr- üus-erung ober Belastung von Domänen, auch wenn sie in Ber- Imbmig mit ber Besäüußsassung über ben Hauptvoranschlag ersolgt, iebari es bcr Zustimmung beider Kammern. Ter "Ausschuß ber Zweiten Kmnmcr lehnte einmütig sowohl bas Recht dcr Mftimmnng Zur NeichSfinanzreform. Rur ganz allmählich sickern die Einzelheiten über bic RcichSfinanzresornl burch und gelangt n fo zn allgemeiner' Kenntnis. So crsührt man jetzt näheres über die geplante Wehrsteuer. Wie jetzt verlautet, soll dem der Wchrsteueu ’ugrunbe liegende Gedanke in Verbindung mit dcr Gestaltung der Erbschaftssteuer in ber Weise Rechnung getragen tucrccn, daß von ben Nachlässen derjenigen männlichen Personen, bic ihrer Militärpflicht nicht genügt haben, eine entsprechend höhere Erbschaftssteuer erhoben wird. In der Lundesratssitzung am nächsten Freitag, in der die Reichs- finanzrcsorm cingedracht werden wird, wird bcr Reichskanzler Fürst Bülow den Vorsitz fuhren. Die Finanzmmistcr der Einzelstaaten durften in der Sitzung gleichfalls anwesend sein. Tic Vorlagen werden zunächst den zuständigen Bundcsr;atsausschüsscn überwiesen werden. 'Nach Dein Beispiele anderer Kommunen haben nun auch die Stadtverordneten von Schöneberg beschlossen, beim Bundesrat und Reichstag gegen die iEinsührung einer Gas- unb Eletlrizi- || iiinnr i.rwiieaen—an«n i— i I ‘5er zwischen Watlmcrobe unb Westerburg belegcnc Bergkegel der Wettersburg. Tie Spitze dieses Basaltkegels bietet die großartigste Rundsicht im Westerwald, die im Süden bis zum Feldberg reicht. Wenn auch die wirtschaftliche Erschließung deS Westerwaldes im Interesse der bisher nur auf den spärlichen Ertrag ihrer kleinen AckernRrtschaften angewiesenen Bevölrerung lebhaft zu begrüßen ist, so sollten doch durch rechtzeitiges Eingreifen berufener Stellen die geschichtlichen und landschaftlichen Denkwürdigkeiten erhalten bleiben." — Ein neues Bild des Groß Herzogs von Hessen. Im Kunstverlag Hermann nnöckel zu Frankfurt a. M. ist ein Bildnis S. K. H. des Großherzogs erschienen, das eine Falsimilenachbildung der von dem bekannten Kunstmaler Adolf Bcyer-Tarmstadt nach dem Leben gezeichneten Kohlezeichnung ist. Wie wir hören, sand diese F-aN'imilenachbtldung den Beifall S. K. H. in so hehem Maße, daß er sich bereitwillig st entschloß, seinen Namenszug unter das Bild zu setzen und die Herausgabe des Kunstblattes in dieser Form gutzuheißen. — Kleine Kun st chronik. Nachdem die Bahnpolizei ben Vertrieb sozialdemokratischer Zeitungen aus den badu- schen Bahnhöfen zuläßt, ist nun der „Si mp l izt s s im u s" das einzige vom Bahnhosbuchhandel ausgeschlossene Blatt. — William F. Vilas, der befanntc Politiker hat ein Vermächtnis in Höhe von 120 Millionen der Universität von Mslonsin vermacht. — Professor Edmund Kretschmer, der Komponist der vor Jahren oiel aufgeftchrlen Spern „Die Fottunger" und „Heinrich der Löive", ist im Alter von 76 Jahren in Dresoen gestorben. Außer den beiden erwähnten Bühnenävevken fanden „Schön-Rotraut" und „Der Fuichtting"' beifällige Aufnahme. Deutsches Reich. Die Reform ber Arbeiter Versicherung ist; im Entwürfe fertiggestellt. Sie soll bem Reichstage sofort vorgelegt werden und zusammen mit der Witwen- unb Watsenversicherung am 1. Januar 1910 in Kraft treten. Staatssekretär Dernburg ist von seiner süd-« westafrikanischen Reise gestern nachmittag in Berlin wieder eingetroffen. Elektrisierung von Staalsbahnen. Tie, bayrische Staatsbahn hat jetzt ein Projekt zur Elektrik sierung aller Staalsbahnen im rechtsrheinischen Bayern auf Grundlage eines Kraftwerkes mit Talsperre am WalchenM see aus gearbeitet. Aehnliche Projekte sind bekanntlich auch in Preußen ausgearbeitet. Der preußische Landtag soll am 20. Oktober im Weißen Saale d:s königlichen Schlosses zu Berlin durch/ eine Thronrede erösfnet werden._______________ AurLan). Tas dänische Parlament soll am 28. d. M. zu* jamm en treten. ■fö7] Mündige, saudrrft M Millen«eiudiL,- ÄbersWi- Nr. 217 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchenllich (BiefjciHr^amilienblätier; zweimal wöchenll.Arclr- blattfürdenrrreisSieben (Dienstag und Freilag); zweimal monnil. Landwirtschaftliche Seüfragtn Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Vertag u. Expedition 51 Adresse Hit Depeschen: Anzeiger «ießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Erstes Blatt 158. Jahrgang Dienstag 15. September 1908 Bezugspreis: 30| O monatlich7bPf.,viertel- /I ItiM AM=I1 x/lllrll'V#' ▼▼ Iv 1VBxl▼ ▼ E5äS: m ‘ö / Verantwortlich miT M für den politischen Teil, Geveral-AnMger fvr Gberhrffen MH Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, LrpediLton und Druckerei: Zchulstrahe 7. ^eigeuteü^'p. Beck! rlm Ö>Y‘ iörbc u. Studie weck- . bill. gciiocht. »arlbier, Selterswegd^ FriitUse nimmt no$ fc in, SclierSwe^lvack, erteilt UuterriLl - Ufl gebra unb 0w»<‘- Schrill!. SlnfleNeg ndieGeschiistsit.d.Äe^. WljtUhr^ -onniag morgen vecknt Sl1 rVer ana tolischen Dahn ist gestern der Gene- talftreit proklamiert worden. Freiheitsbewegung derAegypter. Tic Sic- berherstellunq der Konstitution in der Türkei hat auch in den Aegnptern die Sehnsucht nach konstitutioneller Freiheit erweckt. In Genf hat gestern nachmittag eine Ver- fammlung von Delegierten der Vereinigungen von Acgvp- lern stattgesnnden, die Europa bewohnen; es wurde be- Ichlosjen, an Sir Edward Grey ein Telegramm zu senden, um gegen die Okkupation Aegyptens durch 15*11 gtandzuprote stieren und die jo f artige Räumen ng Aegyptens zu verlangen Ferner wurde beschlossen, auch an den Khcdioen ein Telegramm zu senden, ihn von dem Telegramm an den englischen Minister des ^Auswärtigen zu unterrichten und ihn .zu bitten, die Verfassung AegyptcnS wieder herzustelten. Zozialdemokralijcher Parteitag. S. u. H. '.'Nürnberg, 12. Sept. AlS Einleitung deS sozialdemokratischen Parteitages sanden 'gest,nm und heute Sitzungen der 5. Konferenz der sozialistischen Frauen Deutschlands statt. Man bcbattierie •fibrt Rcuorganislation der Genossinnen, Hierzu lag sollender Vorschlag der Bcnraucnsperson vor: Jede GciwsslN ist vcrp'lichl.'l, der )enufrah)drtii Paeteiorganlsation ihres Ortes beizutrcten. Politische Sondcrorganliülwncn sind den Frauen nicht gestattet, lieber das Fortbcltehen besonderer FraucnbUoungsvcr.lne entscheidet die Organnation dr einzelnen Orte. D.c Mitgliedschaft an solchen Bevcmen enthebt die «Genossinnen nicht der Derpflich- tung, der sozialdemokratischen Parteiorganisation an zugehoren. lln- abbängia von den Bereinsabenoen der Männer sind tut die weiblichen Mitglieder Zusammen fünfte einzurichten, die für die theoretische und praktische Schulung der weiblichen Mitglieder dienen. Die weiblichen Mitglieoar sind im Verhältnis zu ihrer .iahl im Vorstände vertreten: eS must diesem mindestens eine njencfiin angehören Den weiblichen Mitglieoern des Vorstandes liegt ej ob, die iwtwcndige Arbeit unter dem weiblichen Proletariat in llet’cremft'.nnnunfl mit dem gesamten Vorstände zu betreiben. DaS Zenttalburnru der OZcnoßiniien bleibt bestehen. Die Vertreter der «Genossinnen werden dem Parteivorstand angeglic- bett Im allgemeinen herrschte in der Debatte lieber(■infhmmung darüber, dast die Frauen zwar künstig bat politischen Parteiorganisationen bei tret en sollen, daß aber die Frauen konsercn^n nach wie vor nicht zu entbehren seien, zur Vorbereitung der .Arbeiten deS Parteitages, und daß überall dort, wo c3 angängig «scheint, die Frauen- rmb NtädchcnDildungsocrcinc bestehen bleiben. Bei der Abstimmung wurden die von der Vertrauensperson vor- geschlagenen Leitsätze zur Neuorganisation der Genossinnen angenommen. — Zn der Nadnnittagvsitzung wurde die sozialistische Erziehung der Jugend belxmbch. Klara Set- Tin bat zu diesem Thema, eigentlich vielmehr nur zu einer llntcr- vbteilung dieses Themas, nänuich zu der Jugendorganisation, in der „Gleichlwil" Leitsätze Dcröncntiirtn, die einen Umfang von inicht weniger als 20<) Druckzeilen haben. Ferner bat sic eine Resolution ausgearbeitet, die, obwohl die Nedezeit für die Bc- orünbung von Anträgen auf nur 20 Minuten festgesetzt ist, doch den llmiang von 75 Druckzeilen hat, und in der cs u. a. heißt: Ttnt Ziel und Dosen der sozialistischen Zugendbttvcgung entsprechen können ihre Au,gaben am erfolgreichsten in besonderen 8ugetidorga n isat ion . . welche di schulentlassenen Kblichen Pwletarier beider Geschlechter aufilchmen und volles der Selbstverwaltung und Sclbstecstimmung besitzen, deren Leitungen jedoch Vertretern des gcimrkschtitlich unb politisch organisierten Proletariats mit beratender Stimme zur Seite stehen. Tie politisch» und gewerkschaftlich a OrganisaUoucn des Proletariats sind verpflichtet, die sozialistische Jugendbewegung mora lisch uub materiell in weitgehender Seife zu unterstützen. i Die Leitsätze und die Resolution von .'Hara Zetkin wurden bhne Debatte angenommen und dem Part ei vor stand als Nkaterial ssin Zietz, daß alle n Iidien Oseiwssen vcrpslichtet werden sollen, ihre weiblichen oa bniliimmitglieder der Lvnaldemokratie -uzusühren, wurde eben falls ohne Erörterung angenommen. <5.u.£>. Nürnberg, 14. Sept. Der sozialdenwkralische Parteitag begann heute seine geschäst- Hüben Vcrhaiidlungen in der großen Fcsthallc dcS „Velodroms", ouidzbem die Städtische Feschalle int Luttpoldhain nur für die gestrige Begrußungdieier zur Verfügung gestellt war. Pünktlich nm 9 Uhr eröffnete der stündige Vorsitzende der Parteitage, Reichs- tagvabg. Paul Singer, mit müder, leiser .Stimme die Vcr« handliuigcn. 9iach längeren Begrüßungsansprachen trat man in die gc- IFBreuiim. En gedachte zunächst abfällig der „^'«ksoilbungs- llpostel" unb „zweiielhaitm Politiker" vorn Sdstage Eugen iKubtad unb Max Kirschs Die breiten Bettelkummen dieser Männer waren nidits hir bai VoH, das von dieser „Bildungs- dufelei" teilten Vorteil hatte. Tic Pwletarier mußten selbst die BttduntzSarbeit in die S?anb nehmen unb ex* ist ihnen gelungen, Teuta Erfolge zu erzielen. Redner wendet sid) dann gegen die 3d)unbLiteratur unb bespricht habet be'anders die neue Bibliothek von 21 u g u ft schert Uebcrall dort, wo Scherl Mil seinem „Bibliotdedvagen" heruinkoinme, sollte man die Arbeiter durch nlugb.utfer e.ufkluren, daß sic sich nicht daran beteiligen. (Lebh. Beifall.) Zu Beginn her .'.'achnnttogssttzmig lag folgende Resolution tzur ötagc der B ud gc l b e w il l i g ii n g Voit: „Ter Parteitag b.-fL:tigt von neuem die Resolutionen von Bremeii und Dresden, bu ouOji'rc.tan. daß Cki Staat, solange sjqc füu oi den iMinbcu der besitzenden Waffen Lvimbet, ein Organ tZNaslenHerrschaft darsteUt ur.b ein Mittel zur Niederhaltung Irr besitz losen BolkSklassen 5:lbct. daß btt politische Ausgabe deS pwletarnchen Älcifmtanu*^ die Eroberr'ng der Staatsgewalt durch Uebaarinbung der Gegner ist, daß rede Politik des Entgegenkommens an die bestehende 31»cts- unb GesellschastSordnung abgelehnt werden rttuß Ms nrttreninge, Folge dieser grund- mtzlichen Auffassung und angesichts her Tatsache, daß die Ge- lamtabttannrung über das Bürget als Derrrauensootum für die ''iegitruna au;; -faf,: werben muß. in lebtSt gegnerischen Regierung ta-J Staatscwdget bei her 6M5.amtcLitJHnn:ng zu verweigern, es s i denn, baij die ^ttldmung deSselüen durch unsere Genossen die Annahme eines nie die Arbeiter klasse ungünstigeren Budgets xirr Folge haben würde Die BenTilltgung des Budgets in den fanbtcqcn von Württemberg, Baden uno Bayern ist daher unvereinbar mit den Resolutionen von Lttbeck und Dresden. Die Perweigerunq des DukgetS entspricht vollkommot der Älaiten- laqe der besitzlosen Bolksmassen, die eine uiwersöbnltche Lpw fttion gegen die bestehende, dem rnrpitaliSmus dienende Staats- getralt notwendig macht. Die arbeitende jttasse immer wieder nactdrückliM darüber auszuklären, ist eine unerläßliche Ausgabe unserer agitatorischen Aioeu." Unterzeichne ist diese Resvlutwn vom Parteivorstande und der zlontrollkotmntssion. Eine weitere, von Molkenbuhr vorgelegte Resolution zu dem Thema: Sozialpolitik und der neue LurS besagt: „Durch die nartelldtldung und die Gründung von Berufs- genossen sdxt st en sind pme Uniemchmeroraanisationen gestärkt worden, die ihre Spitze gegen die Interessen Oer Angestellten und Arbeiter richten. Tic butgetlid)tn Parteien, die in den letzten Jahren eine Anzahl sozialpolitischer Anträge gestellt Haden, haben weder die Fähigkeit iwch den Sillen, die ut diesen Anträgen gestellten Forderungen ourd>zusuhren. Tic Regierung bat durch die neuesten Ennoürse offen behmbet, daß sie n.cht gewillt ist, eine Sozial- palitif zu treiben, die den S.ocrstand b o Zentralverbandes Deutscher Industrieller hervorrust. Angesichts aller dieser trrschei- imngctt wird' cs m?hr al«3 je notwendig, daß jeber Arbeiter bet Gewerkschast seines Bcruses angehört und daß ebenso eine energische politische Agitation inncrjjalb wie außerhalb deS Parla- mcnis zur schleunigen Turchsührung der inbczug auf die Ar'oeitcr- vcrfichcrung gestellten Forderungen ent'altet wird. Es ist ferner zu fordern uic Schaffung eines einheitlichen ArbeitrrrechtS für alle gegen Lohn befchäfttgten Personen, sowie Schutz der staatsbürgerlichen Rechte, der Freizügigkeit unb endlich Vorschriften für sogenannte D?ohlfahtiseinrichkungcn, wodurch eine Kontrolle ermöglicht unb das Eigentumsrecht der 'Jütgefldken unb Arbeiter an ben gezahlten Beitrügen sichergestellt wird. 33 000 Mk. ftnb allerdings an die Zentralkasse zu ivenig abgeführt worden, lieber die Drnchaltnisse in Baben war eine Kontrolle nicht möglich. Die Babischen Genossen haben sich auch^aus diesem Gebiete ein Schweigegebot auserlegt. (Heiterkeit.» Sie sagten sich: Der Vorstand kann lange warten, bis wir ihn in unsere ^öpfe gucken lassen. Auch die Lübecker Gettvssen st hen auf dem Boden des Schweige- gebotS. Die Mitteilungen über die Parteipresse such tn diesem Jahre nicht so günstig rote im vorigen Jahre. (Hört, Hört.) Eine ganze Reihe Don Btöttern haben Verluste an Abonnenten gehabt. Im vorigen Jahre Ixitten nnr einen Zuwachs von 301000 Abonnenten, in diesem Jahre nur von 11 500. Redner ist der Ansicht, daß die ?drt der Zeit daran sckmld sei. Er schließt: Wir müssen aber endlich Weiterarbeiten an dem Ausbau unserer Presse. Dafür kann uns kein Opfer zu groß fein. Den Bericht bet Kontrollkommission erstattete Genosse Küben-BerliN. Er erklärte, daß die Geschäfte in völliger Ordnung warm, unb berichtete bann über verschiedene Beschwerden wegen Nichtaufnahme oder Ausschluß and der Partei. 11. a. ist ein Genosse in Büdingen ausgeschlossen ivorbcn, weil cx. an einer Ovation »' ur ben nationalliberaten Reichstagsabgcordneten Grafen Oriola teilge- nommcn hatte. Der Redner wies alsdann auf die Notwendigkeit hin, den Wiedereintritt in die Partei zu erleichtern uiti> gedachte zum Schluß deS plötzlich verstorbenen ReichstagSabg. Ehrl)ardt. — Auf Antrag Haafc (Königsbergs wurden bnraui alle Anträge über die Iugendorganiiatlon — c5 sind deren ctlva 25 -- einer Kommission von 1 < Mitgliedern übermiefen. Nicht genügende Unterst itzung sand ein baond-er Antrag, einen fVar* tei-Kunstauöschutz zu wäjrlm, der aus drei literarii'chm unb drei musikalischen SachverstänbiHen bestehen soll unb dem musikalische und literarische Erzeugnisse auS Gcnoffmkreisen zur Prüfung unterbreitet werden sollen. In der Aussprache über ben Gesdxistsbericht führte Rosa Luxemburg aus: Es ist bedauerlich, daß die Parteischule nicht einer ernsten, verständigen Kritik gewürdigt wird. Ich stand der Gründung skeptisch gegenüber, auS attfldiorenein Konservatismus. (Heiterkeit.) Jetzt sehe id) ein, daß hier etwas Großes und sehr Gutes geschaffen worden ist. Rosa Luxemburg kämpft dann wieder in tvrsönlichster Weife gegen die Revisivnistm an, diesmal gegen Ä*uvt Eisner um> Tr. s.UZaurcn- drecher. Sic erntet dafür bei den norddeutschen Genossen lebhaften Beifall, bei dm fübbeutitben Geiwsfen Hriterkeit.1— Plauer «Nürnberg) und Braun (Königshera' bespreck)cn Mißstände in der Parteiprejic und bedauern die Verbreitung vvit Lchwindelut- f erat en. Ein junger, ehemaliger Parteischüler, wandte itd> gegen die Ausführungeit Tr. Maurenbrechers in der Presse uno erklürtc, Leuten, bic ben Linksliberalen Gefolgschaft leisten, müsse man ba 3 Handwerk legen. — üürt Eisner führt daraus auS: Es ist aber keine schöne Erziehung der Parteischule, wenn sich junge Parteischüler hin stellen, unb mit Aplomb tun, als ob sic mit bcr Wissenschasr ber Iahr(wnberte ausgerüstet, und alS ob sie Marx und Lassalle gleidyvcrttg feien. In einem halben Jahr kann niemand so iveit kommen, daß er Lehrer in der Partei wird, selbst wenn man den 'Jhimberger Trichter zu Hilsc ninrmt Wir müssen die Massen elementare Bildung einheitlich beibringen, denn eS sehlt ihnen oft noch an den primitivsten Begriffen Wie find denn unsere Führer groß geworden? Sie habe» ein Leben der Arbeit hinter sich. iLebhaster Beifall.) Clara Zetkin verlangt, day in der Parteischule auch die Geschichte des Sozialismus gelehrt werde. Lehrend müsse gelernt werden. DaS gelte auch von der Parteisdmle. Der Genoisc Maurenbrecher habe euren Artikel gegen die Parteischule in der „fcih'e" geschrieben, einem Blatte, das die Sozialdenwkraten aus- einandcryctzm will. Wie fiebe cs da mit ban Dresdner Beschlüsse, daß Genossen nid)t an bürgerlichen Blättern Mitarbeiten bürsten? Aber ircilidj; , Al.e Liebe rostet nicht" unb „Cn «Dient touiours ä fei prcmtöreS arnours Solche Leute, wie Matucnvrcdter sollten nn ü.imnun1ein der Theorie sttzm, ftül lernenb unb sid, zur Erkenntnis burdiarbeitcn, statt daß |ie sich unterfangen, die fozw- listische Auffaffung revidieren zu wollen (Ledh. Beifall und Hoc!rufe auf Clara Zetknr) Tr. Lensch von der „leipziger Volks-citung" crtUirt: Die Mitarbeit bc4 ivcnoffm Maurcnbrecbcr in bcr „Hilfe" wirö kommentiert durch bic 2atfadtf, daß 'Jlau- mann zu Maurenbrecher sagte, als er zu unserer Partei kam: Geh bin unb wirke im natwnaliomica Sinne. Maur-nbrecher bat als ehcmailoer Theologe bas Kamel des Glaubens durch das Nadelöhr Vernunft treiben wollen. (Heiterkeit.' — Darauf wurde die Diskussion gcsdüossm. Dann erstattete die BiarrbatSprüfungs?ommis)ion ihren Bericht, wonach 312 Delegierte unb 27 RcichSlagSabgeordnetc mit Stimmrecht anwesend sind. Um i Uhr admbS wurden die Verhandlungen auf Dienstag früh vertagt 2lus 5tnO>t und Land. Gießen, 15. Sept. 1908. — Landtags wählen. Das Zentrum roirb im Landtags- Wahlkreis Dieburg-Groß-Umstadt den Rechtsanwalt Lüft - Darmstadt als Kandidaten auf. stellen. — Die Nationalliberalen Vereine nominierten zu Landtags-Kandidaten für Darmstadt den bi8- hecigen Abgeordneten Dr. Osann unb Gläjsi ng. " Ordens Derlei Dem Intendantur Sekretär bei bcr Intendantur trmeetorpö iu Frankfurt am Main Wilhelm $ic v r (einem Sohne des hier wohnhaften Oderbahnasfift. M. Red? ist das Ritterkreuz 2. Kl. mit Schwertern des Berbien'tordens Philipps be- Grvßnnlngen von S- SL H dcrn Großherzog von Hessen verliehen worben • • Stabil hrater-Gpi eit 1908/09. Di» diesiährige Spielen rotrb am Freitag. 2 Oktober, mit Schillers ^Jungfrau von Orleans" eröffnet werden. Abonnernenirncloungen werden vorläufig noch auf ter Bürgermeisterei. Zimmer Rr. 1\ entgegengenommen. Am Mittwoch, 23. Sept., beginnt die Ausgabe der Abonnemente im Theater biireau und findet täglich von m bis 1 Uhr statt. Von diesem 3fitpunhc ab mcrbfii weitere Anmeldungen zum Abonnement nur noch im Theater burcau angenommen. — Schlußüb un gderFcuer wehren Die dcide, freiw. Fruerwedren hielten am Sonntag in Gememschaf-. mit ber freiw. Sa n i tüts kolonne ihre Schluß, ü b u n g ab. Um 2’ 4 Uhr fand in i^egennxiri ber verrat Gkheimerat Dr. Brr,den Beigeordn. Keller und Heyligr«. staebt, Branddirektor Trader, Poli^.ciamtmann Reinhart unb einiger Stadtverordneten fine Paradeanfstellung mit Tciatl- Übung an den einzelnen Geräten auf OSwaldSgarten stat: Hierauf fand eine Al^nnieruiig nach ber alten Älini! statt. Dein Brandangrifs lag folgende Annahme zugrunde: „In dem 3. Obergeichoß der alten Klinik .Mittelbau- itz Feuer auSgebrocheu, das infolge der ofsenstehenden sienster durch Zugluft angefacht, sich mit großer Gejchwindig»»» über ben größten Teil des ^schönes durch da» Treppen Im u; nach dem Deck boden verbreitet. *Ti? Rauchentwicklung ist j0 stark, daß das gaire Treppenhaus total verqualm: ist. Den tut 1. und 2. Obergeschoß befindlichen Kranken ist es y. lungen, über die Treppen hinweg in das Freie zu gelangen, während von ben Insassen dcS 3. Geschosses nur noch et» Teil bis nach ben nraukenzimmern des 2 Geschosses vor. bringen konnte Tic im Hause zurückgebliebenen Kranken erscheinen, soweit fic nicht durch RauchCinatmung oder duiL im Gedränge erlittene Verletzungen bewußtlos geworben sind, an den nach der Liebigstraße zu gelegenen Fenstern und erwarten Rettung durch die Feuerivehr. — Tie Meldung lautet: „Großfeuer m der Liebigstraße, Menschen- leben in GefahrES wird infolgedessen bic i^f.imtfturt» wehr gerufen unb auch die Sanität.'fotoiine alarmiert Wahre nb die Fruerwehr die Bekämpfung deS Brandes, fonne die Rettung der Menschenleben mit allen zu Gebote flehen- ben Mitteln aufnimmt, richtet die Sanuatskolonne in der alten Brracke einen Verbandplatz ein. Die Mannschaften ber Feuerwehb unb SanitätSlolviine bringen in bas Hau; ein, beförbern die auf ben Treppen unb in den Zimmern angetroffenen Perfonen in das oltic, von wo au» dieselben durch Mitglieds: der Sanitätskolonne nach dem Verbandplatz gebracht werden. Daselbst wird ihnen der 'Jtoiberbanb angelegt, um weiter transportiert werden zu können. Ta der größte Teil der Feuerivehrmaiinschaften in erster Lünzum Retten bcr gefährdeten Perfonen verwendet werden mußte, hat iuzwischen das Icuer den ganzen Dachstuhl in Flammen gesetzt. ES ist nun Aufgabe der Feucnvehr. bad Feuer zu dewältigeu, und ein Weitergreiseu zu verhindern." Das Heranrücken bcr einzelnen Löschzüge mi: bcr Sanitätskolonne kann als sehr gelungen bezeichnet werben, ebenso die vorgeuommeiicn flinken Rettiuigsarbeiten der Leiter- und Stcigcrmaiinfd)afteit beider Wehren. Xtr Sanitätskolonuc hatte ebenfalls ihre Aufgaben rasch erledigt und verbrachte ihre 'Itotimten nach dem platz, der von ben Spitzen bcr Behörden und dm sonstigen bic unter der Leitung dcS Braudiuspektor.- Wigaubl /Lzl*. nahm einen muftcr jültij < Sauitätsmcnnschaflen unb Feuerwehren angetreten roait», Geheimerat Dr. Breibcrt hervorhod. Er sagte u. a ; ^it- bcjonbcrc sei cs zu begrüßen, daß diese gemcinnutzigni Korporationen, Feuerwehr und Sanitätskvlonne, zu solchem Hebungen sich vereinten, und gab seiner Neberzeugung Äu^- druck, oaß auch im «Ernstfall ihre rasche HU sc nicht aut- bleiben werbe. Bei bcr Fa m i 11 c u feier in S.cinSGarten begrüßte der Kommanbant bcr Gießener Wehr die anioefen- ben Stadtverordueteu unb Veriroter der auoivärtigee Wehren, worauf Stadtv. Loo- Worte der Anerkennung über den Verlauf der Hebung zollte. Sodann nahm Brant- birektor Traber die Verteilung der von der Stabt verliehenen Diplome für 15jährige Dimstzcit vor Bon der Gai Ischen L6ehr erhielt Heinrich Luibenstruth, von d<: Gießener Emil Noll, Karl Euler, Hugo Nitzsche, Üouti Ockel, Albert Donau, Baltliaiar Amet und Geora Hofmann die Auszeichnung. Tie vom »> Vinzialausschuß den Ieuerivehrcn verliehenen Ticnstaö- Zeichen erhielten für 2-jährige Dienstzeit Hart Bender, Karl Schmidt, Heinrich Lehrrnund und Adolf Vogt: für lOiährigl Dienstzeit: Otto Harig, Emil Koch, Entil Malkomesius unf Fritz Reuling. • • Die Zwetschenkuchenzeit hat begonnen und da« mit eine Zeit der F"ude und bcö AergerS für unsere Bäckermeister. Eine Zeit ber Freude wegen der Backgroschen, bu nur getrübt wird durch den Aerger über die verspätet oder in vielen Fällen überhaupt nicht geschehende Rücklicsernn- der entliehenen Kiichenbleche. Da die in vielen Iälle» nur absichtslose Nichtablieferimg auch slrasrechtlich oerfolgd« ist, sollten alle Ha»iSfrauen für die pünktliche Abl,efetuaß Sorge tragen und sich nanientlich nicht nur auf die Dienstmädchen verlasien. . ° Oberhessische ?! ebenbahnen. Am 22. Aug dieses Jahres wurde durch Entschließung S. x. H des Großherzogs der Frankfurter Lokaldahn-Akttcngeftllschast die iLonieiiion für den hessischen Teil der projektiert« elctlrifd)€!i Straßenbahn von Heddernheim nach ^onidmß erteilt. Die Bahn, zu bereit Baukosten der hessische Staat den übltchen Zuschuß leistet, berührt die hefsischen Ctit Nieder- unb Ober Eschbach. • • Die Tlaul- und Klauenseuche ist auSgcbroch« in Bruck (Iürstenfeld), Reg.-Bcz. Oberbayern, am 11. 6er«. Bad-Nauheim, 11. Sept Bct der heutigen Staotverordnetenwahl wurden folgende gewählt: Kaufmann E. Lentz mit 526 Stunmcn, Hotel- besitzcr Netter 449, Schlosserrncister Pauli 33-i, Ockonom Breidenbach 317, Bauunternehmer Stamm 310, Kaufmann Müller 310 unb Weißbmdernteistcc rUmkerfuß mit Stimmen. § Ruppertenro d, II. Sept. Zählen Gttvitter :m September an unb für sich zu ben Ausnahmen, so fmd solche bet bcr gegenwärtigrn ivctt unter der normalen liegen ben Temperatur um so auffallender. Nachdem am vcr- gestrigen Vormittag das Thermometer bis auf 7 tyrab 3t ge:unten, hatten mir am Nachmittag ein heftige» G.-witter nm Bald raube des in nächster Nähe unseres OrtcS gelegcncn Waldes „Buchsche^ fuhr bcr Blitz in eine alte Tanne. Der Schlag tarn io überraschend, daß man tm Or:c allfeiti erschrocken auffubr. Aus dem Wege, an dem Du- getroffene Tatrne steht, schritt gerade zur Jeu des Einschlagens eine omicivtag ben 17. Sept. >ept.: .Anna Rarenina l Ankang, wenn nicht oiibcr-* bcniertt. abenb* um 7 Uhr. 'abchemiL n n ?< Dessen und den Danksagung Gießen, Wieseck, den 15. September 1908. 07669 Familie Weiss Etwa 30 Eiwcii-Zder 5447 Grossen-Linden. den 15. September 190S Jakob Maternus (5442 derart, daß feine Kleider er blutüberströmt in das von sind im Verlaus von 5 Tagen 337 Personen erkrankt und 86 gc ->nlb 4 Uhr: -i’lontog den 21 Bei der Rasenbleiche bewirkt lediglich der Sauerstoff der Luft (Ozon) das blendende Weiss und den frischen Geruch der Wäsche. Das Gleiche wird erreicht durch einfaches Kochen der Wäsche mit Augil, welches ebenfalls Ozon entwickelt, hierdurch die Wäsche gleichzeitig reinigt, bleicht und desinficirt. Vollständig selbsttätig I Kein Reiben! Kein Chlor! Absolut unschädlich und gefahrlos l Neueste Erfindung! Überall erhältlich. Alleinig. Fabrik Jos. Müller, Seifen- und chemisch- techn. Fabrik, Limburg a. d. Lahn. * DienStag den 22. Ec; . Lorn andern Ufer/ Mittwoch den u.“ Komödie 10 Pfd. Mk. 2.20 4908 Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schreiner Liarl Schreiner Familie Auerswald fünft Bahnhof Hofgüll. Muschenheim. volver auch auf den Schutzmann über ihn her und bearbeitete ihn in Fetzen Vom Leibe hingen und Äefängnis eingeliefert wurde. ♦♦ Kleine Mitteilungen trür die vielen Beiveise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir aus diesem Wege alle» unfern herzlichen Tank. / Eamr , nachn Simson versteigert werden. — Zusammenkunft im Ort. Bersrod, den 14. September 1908. Großhcrzogliche Bürgermeisterei Bersrod Reuschling. 16. Eeptbr.: Z u in c r ft e n Üll a l e m 4 An'jügen von Henry Bernstein. Heute und morgen (Bu/8 ticrflciid) 45 Psg. Tchweinesleisch 4 t Pia- Du/| Eifer, Beigeordneter. Kleine Tagcschrontk. Voraussichtliche Witternug für Hessen am Dlitlwoch den 16. Eeplembcr: Heuer und trocken. Morgens Nebel, nachts kalt. Südliche Winde. Nachbarstaaten. Ter Kassierer der Filiale des Hilfsarbeiter- Verbandes in Oberursel 1, Valentin Darnborn, ist nach Anters ch lag ung des ganzen Kassenbeslandes verschwunden. — fllus Furcht vor Strafe hat sich der elfjährige 2 o h n Les Schreiners Wilhelm Dietrich von I d ft c i u , der feit dem n. Ceplbr. vermißt wurde, in einem Teiche bei Idstein ertränkt, ".lm 11. September fand man nach Trockenlegung des Teiches die Reiche bc3 Knaben, nachdem man vorher feine Mütze auf dem Wasser schwimmen gesehen hatte. — In Ahausen, Kreis Ober- llchn, beging der Maurer Stroh kurz vor seiner standesamtlichen ‘ Lrauung Selbstmord. _______________________ Spiclplnn der vereinigten ^rantjurter Ztaüttheater. Schauspielhaus. Obftverfteigerung. Samstag, de» 19. Lcpt., nachmittags 2 Uhr wird das Obst der Gemarkung Arnsburg versteigert. — Zusammen- imfon.- Vtttlwoch den 23. Skpt.: Fälle taelaliwsl ö387J emp stehlt E. Ludwig Sack, Walltorstr. 4 Obftversteigerung Dienstag, den 22. Lcpt., von vormittags 91/. Uhr in, soll das Gememde-Qbsl zu Bersrod, bestehend in viel 'ilepfcl, darunter auch ziemlich Tafelobst, Birnen und Zwctschcn Danksagung- Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben, unvergesslichen Gatten, unseres guten Vaters, Bruders, Schwagers und Schwiegervaters Dienstag den 15. Sept.'j: ,To»guato Tasto. Tie Nabenstemerin/ Abends 7 Uhr: Märkte. fc. Frankfurt a. M., L>. Lcpt. Heu- und Strohmarkt. (Tel.). Ungefähren waren 6 Wagen Heu und 2 Wagen Stroh, die bei lebhafter Nachfrage rafch verkauft wurden. Bezahlt wurde für Heu Alt. 3.0U—3.30, für Stroh Alk. 2.30—2.40. senden; icfi. Die Schnelligkeit, mit der sich die C h o l e r a verbreitest, ruft bei allen fanitalsärztlichen Organen und der Stadtverwaltung Petersburg eine erklärliche Erregung hervor. Bisher Neue Kartoffeln Perle v. Erfurt, zu den billigsten Hanket, | Neuen Baue 7. Telephon 612. Obftverfteigerung. Im Anschluß an die Versteigerung in der Gemarkung Arnsburg, kommt das Obst der (Gemarkung Hofgüll, bestehend in 140 Bäumen besten LLirtschasts- und Tafelobstes zum Ausgebot. di5/ Hofgüll. Hoffmann. trin zugezogener Zigeuner gab wegen Differenzen beim Äferdehandel auf offener Straße zwei Schüsse aus seinen o/cgircr, den Schlächtcrgesellcn Schäser, ab. Hicr.iuf flüchtete »er Zigeuner in ein Haus und versteckte sich auf dem Boden. Son kräftigen Fäusten heruntergcholt, legte er seinen Rc- an, die Menge fiel aber Lydwig Weiss 1! Ziegeleibesitzer sagen wir allen, besonders dem Verein Bürgerklub Grossen-Linden und dem Gesangverein Germania innigen Dank. Musik. — „2 iebc und Freundschaft^, so betitelt sich eine neue Komposition für Pianoforte von Hermann Metz, die soeben bei E r n st E h a l t i c r in Gießen erschienen ist. Sic interessiert vor allem durch die Eigenart, mit der das Thema diirchgeführl ist, das Thema der Liebe und Freundschaft, daS höchste Seligkeit und liefsien Scelcnschincrz in sich schließt. Diese Komposition, die beiläufig auch leicht spielbar ist, verzichtet auf billige äußere Effekte, sie sucht vielmehr durch liefe Innerlichkeit und Zartheit des Empfindens zu wiiken. — Die Neue Bach-Gesellschaft veranstaltet vom 3. bis 5. Oktober in Chemnitz das 4. deutsche Bach-Fest. Literarisches. — Tie Standorte des deutschen Reichs Heeres :n i t 911 in c e-E inteilung und Verzeichnis der Regimenter nach dem Stande vom 1. Okwber 19c 8. Leipzig F. A. Berger. Do:- ioeben in ti. Ausgabe erschienene, sehr übersichtliche Heftchen berücksichtigt alle am 1. Oktober einlreicndcn Veränderungen und ist als sehr ziiverlässiges und praktisches OrientierunaSinittel von Behörden und Frei-.'.den der Armee anerlanut. Für Besitzer der Rangliste bildet es eine willkommene Ergänzung Grinst und Wificnfdmfl An der Pariser Großen Oper ivird in diesem Winter zum ersten Male 29agners ö t t e r d ä m m e r u n g' in Szene gehen und zwar in der Münchener Einrichtung. Tie Sammlungen für den Gedenkstein, den Freunde und Verehrer des Dichters Wilhelm v. Polen; in Lberkuuewalde errichten, haben 1750 Mark ergeben. Der Dresdener Bildhaucr Arnold Kramer ist nut dem Entwurf deS Porträtmcdaillons bealiflragt worden. Eine neue (S r d c b i t i o n nach Spitzbergen bereitet für das Fahr 1910 Professor d e Geer in Stockholm vor. Die 15. Tagung des Deutschen Länge r b u n b c 5 wurde am Sonntag in Berlin eröffnet. ES sind 51 Bünde mit 160 Stimmen vertreten. »Bei uns da örnbcii." Frei lag den 18. Sept.: .Egmonl. tag ben 19. Sept.: „Simfon.e Sonntag den 2.0 Sept. Handel. ** 4 proz. S ch n l o v e r f ch r e i b u n g der staatl. Kreditanstalt des Herzogtums Oldenburg von 1 9 08. Die Darmstadter Bank, Fohannesslr. 1 hier, nimmt alS o tijicllc Stelle Anmeldungen bis zum 21. Sept, zum Kurse von •J9!,4 Proz. entgegen. Ta die Anstalt eine rein staatliche ist, so ist die Anleihe den Staatsanleihen ebenbürtig und daher mündelsicher. I Lindenfels Hotel Odenwald g Perlo des Odenwalds Pension M. 4.50 bis 5.— Bes. A. Vogel W “"hc eb » i,n". I ir"“i»8tinVieh*l beauiite[(iihAni)Qr! v-1 nach sJ’^len t *! itbcXS °lten ’äS eas-.fi ZW S?e61ie®tf 'ucheinatüiunq oder ^Egstraße, SRenft^ ffien die GesL^ 'ivloilne alarmiert. L ung des Brandes, t Een zu Gebote s ' ^itdtdfolonne in Die Mannst ine bringen in das s- Eu und in den Zim^ eie, von luo aus dien onne nach dem Berds M ihnen der Mtvai: 1 Werden zu können.; nnschaften in erster L 'soncn verwendet irr den ganzen DachstL .Ausgabe der Zeuem- in Weitergreisen zu * einzelnen Löschte» - gelungen bezeichnt!^ stinken Rettunasar^ sten beider Wehren: ihre Aufgaben raji mten nach dem Skr.. Hörden und den for.' irbc. Die ganze llc njpeftor-j Wigandt. f, 11X15 auch, nadjb< «ehren angetreten fc. )b. Gr fagte u. a.:., laß diele gemeimi^ anitätstolonne, zu so!: seiner llcberzeugung t. :c rasche Hilfe nicht l n feier in Steins tu- ießener Wehr die am: rtteier der ausroöinx Sport mtö Spiel. O FußbalL Vergangenen Sonntag batte der Gießener Fußballklub von 1900 seine erste Mannschaft nach Offen b^ach geschickt nveckS Erledigung des Retourspiels gegen den •'•-•-f'cv Fußballklub 1899. Tie hiesige Mannschaft konnte nm .. .. al von 5:4 Toren daS Feld als Sieger verlosten. Obgleich die l>>e- sige Mannschaft meistens ihren Gegner cuischließt, kann sie doch wenig erzielen, da die Zusammenarbeit und die nölige Energie diesmal fast völlig fehlt. Die Hmterrnannschaft war teilweise Ersatz. Ostenbach beschränkt sich größtenteils aus die Verteidigung und zwar lehr erfolgreich. Ter Tormann wehrte verschiedene scharfe Bälle von Gießens Mittelstürmer sehr schön ab. □ Klein-Linden, 14. Sept. Ein Dauer-Preis- renn e n hielt gestern der hiesige Radsahrverein ab. Den 1. Preis erhielt Fritz Linker, 2. Fr. Jung, 3. Heinrich Fink, 4. Wilhelm Bernhardt, 5. Gastwirt Lamm. — Der Deutsche Ski-Verband wird seine diesjährige Vertreter-Versammlung am 3. und 4. Oktober in TJüneben lischerseits gegen Deutschland gehegt wird. Frau vorüber. Sie sah den Feuerftrahl vom Himmel zucken, gewahrte einen bläulichen Rauch aufsteigen und den Schwefelgeruch, kam aber mit dem Schrecken davon. x Groß-Eichen, 15. Sept. Ein hiesiger Familienvater bestieg vorgestern nachmittag einen Birnbaum, um die Birnen zu schütteln. Ganz unerwartet stieg ein Gewitter auf, und ein Blitzschlag erfolgte in dem Mischen hier und Ruppertenrod gelegenen Wald. Durch den Blitz erschreckt, lies; der Mann den Ast gehen, woran er sich sesthielt, und stürzte in die Tiefe. Durch den Fall zog sich der Mann so schwere Verletzungen im Rückgrade zu, daß er in die Klinik nach Gießen verbracht werden mußte. X. A tz b a ch , 14. Sept. Einen höchst traurigen Anblick gewähren zurzeit unsere Kohlfelder. Sie haben auszcrordent- üch unter dem Raupenfraß gelitten. Ta jetzt die Raupen zu ihrer Verpuppung einen Schlupsirnnkel aufjuchen, so gilt es, fortgesetzt gegen sie den Kamps aufzunchmen. Zu Taufenden rann man sie beobachten, wie sie an Gebäuden emporklettern. Es ist eine auffallende Erscheinung, daß die Kraut- felder bei Häusern am meisten heimgesucht wurden. --- Wetzlar, 14. Sept. Gestern nachmittag brach auf Klo ste r Altenburg ein Brand aus, der'durch zwei vierjährige mit Streichhölzern spielende minder verursacht wurde. Sie steckten eine Feldscheucr an, in der sich etwa 200 Wagen Getreide befanden. Rasch verbreitete sich das Feuer und eine halbe Stunde dauerte cs, da stand der ganze obere Hof — 5 große Gebäude umfassend — in lichten Flammen. Zwar tonnte mit knapper 9u)t noch das Vieh gerettet werden, alles andere aber, vor allem die gesamten, in den verbrannten Gebäuden aufgestupelten Erntevorräte, auch der Hausrat dcr Bewohner verschiedener Gebäude war verloren. Die Ausbreitung des Brandes ging mit so rasender Geschwindigkeit von statten, daß manche von den Hausinsassen nur noch Zeit harten, ihr nacktes Leben zu retten. Daran konnte weder die sofortige emsige Ret^ tungstätigkeit der Hofbcwohner, noch die mit anerlennens- iverter Geschwindigkeit von Oberbiel, Braunfels, AlbShausen, Steindorf und Wetzlar herbeigeeilte Hrlfe etwas ändern. Glücklicherweise fand das Flammenmeer, dessen Anblick zeitweise einen großartigen Anblick gewährte, einen träftigen Widerstand, als es die Brandmauer erreichte, die das große Wirtschaftsgebäude von den übrigen Gebäudeteilen des Hofes scheidet. Zwar war das Feuer schon über die Brandmauer hinübergesprungen, aber hier bewährte sich der Schutz durch die anwesenden Feuerwehren, die — die Braunfelser voran — mit Eifer arbeiteten, vortrefflich. Es gelang, dem weiteren Brande endlich Einhalt zu tun. Zmmerhin wurde cs zwischen 9 und 10 Uhr abends bis die Gefahr als völlig gebrochen angesehen werben konnte. [] Marburg, 14. Sept. Als in Dilschhausen gestern ein Einwohner seinen Hausgarten betrat, fand er dort zu feinem Schrecken die Leiche eines Mannes aus dein Nachbarort Allna. Der Betreffende hatte sich dorthin gesetzt und war vom Tode ereilt worden. — Gestern sand hier der Herbstgautag des 3. Gaues der deutschen Notorfahrer-Vcreinigung statt. fc. Frankfurt a. M., 14. Sept. Eine berüchtigte Taschendiebin, die Näherin Rosa Wagner von hier, die kürzlich erst dem Großh. Landesznchthaus Maricnschloß bei Butzbach nach vierjährigem Aufenthalt wegen Taschen diebstahls den Rücken gekehrt, wurde gestern auf dem Iux- platz dabei abgefaßt, wie Jie einem Mädchen vom Lande das Portemonnaie mit 38 Pfg. aus der Tasche eskamotierte. Sie kam in Haft. h. Fulda, 14. Sept. Eine Schießerei verursachte mitten in der Stadt einen starken M e n s ch c n a u f l a u f. ftovbcn, eine Person ist gesundet, 250 liegen im Hospital. Die Stabt befindet sich bereits in Verlegenheit, da nur 300 Betten vorbereitet sind. Gestern nahm der Bürgermeister eine Revision der Cholerakuratorien vor und stellte große Nachlässigkeiten fest. Einzelne hatten noch gar keine Tesinsekkionsmittel angeschnst't, andere feine Aerzle und keine Räume zum Unlerbringen der ttranken beschafft. In einer allen Zic^^lhütte Mischen Rondors und £>ai- ningen (Rheinland) ist am Sonntag morgen die entkleidete Leicve eines Mannes nufgviunbeit worden, der mit Lfnüvpeln erschlagen norden istr In der Hütte halten 8 bis 9 Personen übernachtet, die angaben, sie seien überfallen worden. Ein gewisser August Friedrich, der schwer verwundet im .‘tranfenbanfc liegt, gab an, er habe seine Legitimationspaviere bei dem Kümpfe in In der städtischen Schützenburg zu Solingen ist nm Samstag die bis zum 27. d. Mts. dauernde Ausstellung für Säuglings- und Kinderpflege im Namen der üaiserm durch den Kabineltsrat v. Behr-Pinnoiv eröffnet worden. In der Billa des Generaldirektors Baltin in Hamburg ist ein Einbruch verübt worden. Tie Einbrecher brachen von neun Orden die godenen ftronen ab und . stahlen zahlreiche Sachen. Im Raxgebiet, in Steiermark und Kärnten gingen Schneestürme nieder. Die Schutzhäuser sind vereist. In Sl. Gallen sank die Tempewtur auf 2 Grad. Das Alt- steingebirge ist überlchneil. Auf der Reise mrch it‘i|fingen wurden einem Engländer für 200000 Mark Juwelen aus dem Koffer gestohlen. Für die Wiedererlangung fint> 2000 Mark Belohnung ausgesetzt worden. Btattermeldungen zufolge ist in Ka u th bei Pilsen Franz Joses, Gvachvon Stadion^Stadion-Thamhausen gestorben, mit dem das Haus Siadton int Mannesstamm erloschen ist. , Ter englische Dampfer Seartau Princ ist bei den Rocas- Jnseln (Süd-Ämcrika- gesunkcm. Der Kapitän und 6 Matrosen sind gerettet. Die übrige Mannschaft ist wahrscheinlich ertrunken. Der Dampfer ist am 14. ?lugust aus Newyork abgegangen. Ter Deuisch-Amerikanische Nativnalbilnd in Philadelphia Inb sämlliche Deutschen des Landes einschließlich der DeMsch-Schweizer und der Deutsch-Ocsterreicher zur Feier der Gr n nd ft ei n l e- g n n g für das anläßlich) des 225 jährigen Jubiläums der deutschen Einwanderung am 6. Oktober zur Errichtung gelangende P a st o r i u s - T e n k m a l nach Germantown. 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