her ich mstes 'Weh s, Wohlfahrts- - Lotterie heben Schutgctitte W ,er ebne Abzug»"»- 366 ^tW„r‘ * iüd 86^ ' Iß MS«, einlii^ SSZ "06 3E5 »:Z 1000 -- 20 500 -- 000 200 - 20000 iflO 2uuuu 50 -- 30000 0 = 90000 10 = 90000 Freitag 14. FeDrrmr LVt)8 m VezngSprekS: monallich75Pf., vierteljährlich Dtk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich tzö Pf.; durch diePost Alk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Vestellg. Zerlenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderjon; i. fteuifie- ton und v'^ermischtesE P. Wiltko; für ^Sladt u. Land" und „Gerichts- saal": (£, Hetz; für den Anzeigenteil: H. Beck. Nr. 38 Erstes Blatt 158. Jahrgang Der Eichener Anzeiger —ä V *L, erscheint täglich, ctiifjer W ve/’X V* 4 tf"!) WGletzenerAmerg für Die Redaktion 112, MU General-Anzeiger für Obecheffen U Emm°I"iauhr° Notationrdrück und Verlag der vrKHI'schen Univ.-Vnch- und SteindruSerel. rr. Lange, «edaltlon, Sxpedltisn und Druckerei: Schnlstratze i. Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten. Der prerchisch-heMche Zollverttag von <828. Zmn 14. Februar. Die heillose Sonderinteressenwirtschaft, die den Wiener Kongreß von 1815 leitete, hatte der deutschen Nation glücklich einen Staatenbund gebracht. Statt nationaler Einheit, Fortbestand partikularistischer Souveränitätsgelüste. Statt Erleichterungen, zunehmende Erschwerung im Verkehr und Handel durch lästige Plackereien und übertriebene Kontrollen verkel-rter und toller Zollorgan isa- tionen. Hatte doch Preußen allein sechzig und mehr Zollsysteme und Tarife und ebensoviel Zollschranken und Zollgrenzen innerhalb seiner eigenen Gebiete. Und nicht besser sah es in den übrigen deutschen Staaten aus. Äe einheimische Industrie, durch die vorausgegangenen Kriegsjahre fast lahm gelegt, war der Ueberschwemmung des Marktes durch die nur wenig zollbelasteten britischen Fabrikate nicht gewachsen. Durch die Einführung eines neuen Zollgesetzes im Jahre 1818, das den Zoll und die Verbrauchssteuern von ausländischen Waren und den Verkehr innerhalb der einzelnen Provinzen ordnete, erwies Preußen seinen Landen erst die Wohltat einer freieren Bewegung des Handels. Die durch dieses neue Gesetz bedingte Verschärfung der Grenzkontrolle und Unterdrückung des seither üppig blühenden Schmuggels riefen natürlich überall Entrüstung gegen das verhaßte Preußen hervor. Redliche Bestrebungen einzelner Handel- und Gewerbetreibender aus verschiedenen Teilen Deutschlands zu einer allgemeinen Zollvereinigung während der Jahre 1817 und 1819 hatten nur wenig Erfolg; der selige Bundestag versagte. Man hatte in Deutschland noch nicht gelernt, für das Wohl der Ml- gemeinheit seine Sonderinteressen zu opfern. Die Karlsbader und Wiener Konferenzen von 1819, besucht von den Bevollmächtigten der einzelnen Regierungen, sowie die Verhandlungen in Darmstadt von 1820—23, wie ferner die Tagung in Stuttgart im Jahre 1825 führten zu keinen einigenden Ergebnissen und zeigten nur, wie wenig Verständnis für nationale Bedürfnisse auch auf dem Gebiete des Handels und der Industrie vorhanden war. „Daß vor einem großen Zwecke kleinliche Sonderinteressen verschwinden müssen, daß bei einer freiwilligen zweckmäßig konstituierten Vereinigung der Einzelne keineswegs seine politische Selbständigkeit verlieren, sondern nur an Geltung gewinnen könne, von der Erkenntnis dieser Wahrheiten zeigt sich in allen diesen Verhandlungen auf Seite der meisten Regierungen kaum eine Spur." Unterdessen hatten Württemberg und Bayern ihre früher begonnenen Verhandlungen wieder fortgesetzt, die zu der w ü r t t e m b e r g - b a h e r i s ch e n Z o l l v e r e i n i - gung vom 18. Januar 1828 führten. Baden, das Großherzogtum Hessen und Nassau lehnten den Beitritt ab. Der Gedanke, eine große allgemeine Zollvereinigung im Norden ins Leben zu rufen, hatte zur Zeit wenig Aussicht auf Verwirklichung, wenn er auch bon Preußen nie ausgegeben wurde, allerdings nur unter dem Gesichtspunkte, daß ihm eine unbeschränkte Oberleitung eingeräumt werde. Und ein solches System konnte den kleinen Staaten wenig zusagen. Während in Hessen die allgemeine Stimmung mehr zum Anschluß an Bayern und Württemberg neigte, hoffte die Grvßherzogliche Regierung mehr von Preußen. Schon im Sommer 1827 wurde der hessische Staatsrat Hofmann nach Berlin gesandt, um geheime Verhandlungen anzuknüpfen. Eifrig wirkte die österreichische Partei in Darmstadt den Bestrebungen der Regierung entgegen, und es galt daher, die größte Vorsicht zu üben. Anderen Höfen erschien der Entschluß, sich an Preußen anzuschließen, eine Preisgabe ihrer souveränen Würde. Der Mainzer Handelsstand sprach sich in verschiedenen Eingaben an die Regierung entschieden für den Anschluß an Preußen aus. So fragte der Darmstädter Hof, obschon er von Bayern und Württemberg durch alle möglichen Höflichkeitsbezeugungen viel umworben wurde, vorsichtig in Berlin an. Preußen konnte sich von dem kleinen Staat, der kein zusammengehöriges Gebiet besaß, nur wenig versprechen. Hessen grenzte nur an drei Stellen an preußisches Gebiet. Nahm Preußen Hessen in seinen Zollbund auf, so hatte es nur ein größeres Grenzmeilengebiet zu Ttber«- Moselgebiete konnte man die Konkurrenz der rheinhessischen Weine fürchten. Daher äußerte sich auch der preußische Finanzrat Maaßen entschieden gegen die Aufnahme Darmstadts. „Doch siegte die Diplomatie über Finanzpartei." Der Minister Eichhorn sprach sich in wärmster Weise dahin aus, einen bedrängten Staat, der srcy an Preußen wende, nicht abzuweisen. Bald ivar auch der einflußreiche Finanzrat Motz für die Sache gewonnen. Ver ihm war ausschlaggebend, wenn Darmstadt aufgenom- men sei, würden Kürhessen, die thüringischen Staaten uno das Königreich Sachsen nachfolgen. Motz schrieb am • Januar 1828 an den Minister des Auswärtigen: „Ich und wünsche, daß .Hessen-Darmstadt, dessen Finanz- derlegenheit bekannt ist, und welches hier die richtige Medrznt findet, damit den Anfang'mache, und die anderen Regierungen bald nachfolgen werden." Am 17. Januar »ctren die Einzelfragen erledigt, so daß der Minister Eichhckrn dem König Friedrich Wilhelm III. am 24. Januar eingehend berichten konnte. Der Abschluß der Verhandlungen führte zu dem preußisch-hessischen Zollvertrag vom 14. Februar 1828, zu jenem denkwürdigen Vertrag, „der in Wahrheit die Verfassung des deutschen Zollvereins feststellte." Die tvichtigsten Bestimmungen des preußsich-hessischen Zollvertrags sind folgende: 1. Mle Erzeugnisse des einen Staates erhalten freien Eingang in den andern. Eine einzige Zollinie umfaßt beide Staaten. 2. Die inneren Konsumtions steuern bleiben für jeden Staat bestehen. Bei dem Uebergang der akzisepflichtigen Objekte wie: Wein, Branntwein, Bier, Essig, Tabak, der mahl- und schlachtsteuerpflichtigen Gegenstände, von dem einen in den anderen Staat wird eine besondere Steuer erhoben. (So z. B. von Darmstadt nach Preußen: vom Brcmntwein 61/2 Reichstaler auf die Ohm, 25 Silbergroschen von der Ohm Bier, Tabak (roh oder verarbeitet) 1 Rt. auf den Zentner, 4 Rt. 20 Sgr. auf die Ohm Wein.) 3. Das Großherzogtum Hessen tritt hinsichtlich der Zollangelegenheiten in vollständige Gleichheit mit Preußen. Jede Regierung erhebt den Zoll nach einem gleichmäßigen Tarif an den Grenzstationen. Die Zollverwaltungskosten werden auf gemeinschaftliche Rechnung übernommen. Der Ueber- schuß aus den Einnahmen in .Hessen-Darmstadt und den westlichen preußischen Provinzen wird nach Maßgabe der Kopfzahl zwischen beiden Staaten geteilt. — Künftige Handelsverträge, durch welche die Interessen des Großherzogtums und der westlichen preußischen Provinzen berührt werden, werden nur unter Mitwirkung der Großherzoglichen Regierung abgeschlossen. — Das Hinterland wird dem westfälischen Provinzialbezirke, Wetzlar der hessischen Zollverwaltung angeschlossen. — Preußen ernennt einen Rat bei der Zolldirektion in Darmstadt, Hessen einen Rat bei der Steuerdirektion in Köln. — Der neue Zollvertrag soll bis zum 31. Dezember 1834 dauern und dann, sobald keine Kündigung erfolge, aus weitere 6 Jahre verlängert werden. In Hessen zeigte sich bald der Segen des neuen Zollvertrags. Allerdings war die Stimmung im Lande über das neue Handelsabkommen 'sehr geteilt. In den Kammern klagte man über den „Löwenvertrag", „den Preußens Schlauheit der hessischen Unschuld auferlege." Dagegen stattete der Handelsstand in Mainz und Offenbach der Regierung in warmen Worten den Dank ab für die segensreiche Wirkung der neuen Zolleinrichtungen. In Offenbach war unter diesem Einflüsse ein schwungvoller Meßverkehr entstanden, „der im Ledergeschäft das reiche Frankfurt überflügelte". Zur Förderung des Verkehrs und Handels wurde von Preußen-Hessen eine große Straße von Paderborn über Biedenkopf nach Gießen gebaut. Die Ausfuhr aus Hessen stieg in kaum geahnter Weise. Die Produkte stiegen im Werte: Tabak von 4 auf 11 fl. der Zentner, Wein um 36—40 Prozent, Getreide, Oel, Branntwein 10—15 Prozent. Die seit Jahren lagernden Weine waren bald bis auf das letzte Fuder verkauft. Die Zolleinnahmen betrugen im Oktober 1828 allein 65 000 fl. Nach dem amtlichen von der Regierung vorgelegten Berichte vom 4. Mvember 1829 belief sich der Wert der vom 1. Juli 1828—1829 nach Preußen exportierten Landesprodukte und Fabrikate auf 3198431 fl. Von dieser Ausfuhr wäre vor dem Vertrage ein Einfuhrzoll nach Preußen von 871429 fl. zu entrichten gewesen, die nun erspart waren. Weiter war zu berücksichtigen, daß nach den früheren Verhältnissen ein solcher Msatz gar nicht möglich gewesen wäre. In den ersten 16 Monaten des neuen Systems hatten die großherzoglichen Zollkassen etwa 400 000 fl. mehr eingenommen als früher. Die Künde von dem Abschlüsse des preußisch-hessischen Zollvertrags fiel wie ein Donnerschlag in den süddeutschen Verein. König Ludwig von Bayern schalt offen auf den Verräter Hofmann und scheute sich nicht zu äußern, Preußen habe den Prinzen Emil von Hessen mit 400 000 fl. bestochen. Dem Auslande war der preußisch-hessische Verein ein Dorn im Auge. Im Verein mit Frankreich suchte Holland die Spannung zwischen Süd und Nord nur noch zu vergrößern. Der Staatsrat Hofmann begab sich nach Abschluß des Vertrags von Berlin nach Kassel, um den Kurfürsten zum Beitritt zu bestimmen; denn der Großherzog von Hessen hatte die Erwartung ausgesprochen, daß sein Kasseler Vetter ihm folgen würde. Bei dem persönlichen Charakter des Kurfürsten und der geschworenen Feindschaft gegen Preußen konnte man sich nicht wundern, daß Kurhessen fern blieb, obschon es nur im anderen Falle gewinnen konnte. Die Furcht vor dem überwiegenden Einfluß Preußens barmte die kleinen Staaten so sehr, daß sie für die Idee eines a l l g e m ein en d e u t s ehe n Zollvereins vorerst nicht zu haben waren. Die Zerrissenheit und Zerfahrenheit in nationalen Dingen sollte fid> nur noch weiter zeigen. So kam es, daß auf Sachsens Betreiben ein drittes Glied sich zwischen den preußisch-hessischen und württembergisch-bayerischen Zollverein einschob: d e r m i t - teldeutsche Verein. Nur ein Band des Nordens mit dem Süden konnte den mitteldeutschen Verein sprengen. Am 27. Mai 1829 wurde die Brücke über den Main geschlagen, und Bayern und Württemberg in den preußisch- hessischen Verein aufgenommen. Um so fester stemmte sich der mitteldeutsche Verein, bis er erleben mußte, wie ein Glied nach dem anderen von ihm auch abbröckelte. Ter Umschwung der politischen Lage in Deutschland, wie sie die Julirevolution 1830 brachte, stürzte das alte System in Sachsen, Hannover und Kürhessen. Jetzt mußte eine Verständigung kommen. Der deutsch-national gesinnte Finanzrat Motz sollte den vollständigen Sieg seiner Ideen nicht erleben; er starb 1830. Am 25. August 1831 waren die Unterhandlungen mit Kurhessen soweit gediehen, daß dieses den Anschlußvertrag an den preußisch-hessischen Verein unterzeichnete. Sachsen und die thüringischen Staaten folgten 1833 nach; 1835 und 1836 wurden Baden, Nassau und die freie Reichsstadt Frankfurt in den Zollbund ausgenommen, der seit dem 1. Januar 1834 den Namen deutscher Zollverein führte. So war der allergrößte Teil Deutschlands auf 8000 Quadratmcilen wenigstens auf dem Gebiete des Handels und Verkehrs geeint. Die Marksteine waren gesetzt, die die Richtung für eine politische Einigung Deutschlands geben konnten. —e—> C§rgesTekcrtt. Studentcridemonfirallonelt in München. Gegen den Professor Bardenhewer, den Ordinarius der neutestamsntlichen Exegese in München, der in seinem Kolleg den Professor Schnitzer lebhaft angegriffen hatte, kam es vorgestern abend zu großen Demonstrationen seitens der Studentenschaft. In gewaltigen Scharen hatten sic sich in und vor dem Hörsaal 13 eingefunden, so daß Bardenhewer vorzog, mit einigen seiner Hörer den Saal 6 aufzusuchen. Die Studenten drängten ihm nach trotz heftiger Gegenwehr seitens der Schüler Bardenhewers. Laute Pfuirufe, Hoch Schnitzer, Pereat Bardenhewer erschollen. Nach einiger Zeit erschien der Rector magnificus, Professor Dr. Endres, und suchte die Studenten zu beruhigen. Er hielt folgende Ansprache: Meine lieben Kommilitonen!. Ich ersuche Sie, von ferneren Kundgebungen abzustehcn. Eine derartige Angelegenheit läßt sich nicht vor dem Hörsaal erledigen. Ueberlassen Sie das weitere dem aka-, demischen Senat. Sie dürfen überzeugt fei’-, daß dieser die Interessen der Mitglieder des Lehrköw zu schützen wissen wird. Die Studenten antworteten mir lauten Hochrufen auf den Rektor. Professor Bardenhewer verließ, von einigen seiner Hörer begleitet, die Universität. Dio Demonstrationen setzten sich noch aus der Straße fort. * Unruhen in Bombay. Gestern abend ereigneten sich in Bombay ernste r uhen. Anläßlich des Moharremfestes entstanden zwischen den mohammedanischen Sekten der Sunniten und Schiiten Streitigkeiten. Es scheint, daß die Polizei am Nachmittag mehrere Mitglieder der Sunnisekte verhaftete, deren Freilassung der Pöbel verlangte. Ms diese verweigert wurde, schleuderte die Volksmenge Steine gegen die Polizei, durch die zwei Polizeibeamte ernstliche Verwundungen erlitten. Der Polizeikommissar und die anderen europäischen Offiziere machten daraufhin von ihren Schußwaffen Gebrauch, töteten vier Personen und verwundeten mehrere. Auch Militär wurde aufgeboten. Die Ruhe wurde schließlich wieder hergestellt. — Nach einer zweiten Meldung sollen bei den Unruhen fünf daran; Beteiligte getötet, vierzig verwundet worden sein, und zwar von diesen zwanzig schwer. Man glaubt, daß andere getötete und verletzte Per,onen durch ihre Verwandten beiseite geschasst wurden. Tas Eingeborenenviertel ist ruhig und verlassen. Die Truppen biwakieren in der Nacht in den Straßen. Ter Papst und die orientalische Kirche. Der „Osservatore Rvmauo" verösfentlicht die Rede, die der P a p st gestern beim Empsaug des Komitees zur Hundert- jahrfeier des heiligen Ehrysostomus gehalten hat. Der Papst drückte den Wunsch aus, daß alle Völker des Orients in die Gemeinschaft der römischen Kirche zurückkehren möchten. Er zählte alle Handlungen des Wohlwollens gegen den Orient auf, die seine Vorgänger bis auf Leo XIII. getan, und erklärte, er sei beseelt von dem Wunsche, alles zu tun, was möglich wäre, um die falschen Gedanken und Vorurteile zu zerstreuen, die die verhängnisvolle Trennung hervorgerufen hätten. Der griechische Ritus stände zu Rom in hohen Ehren. Er flehe zu Gott, daß die orientalischen Völker die Obergewalt des einen höchsten Hirten der gesamten Kirche anerkennen lernen möchten. Schließlich erteilte der Papst den Anwesender und allen Katholiken des Orients den Segen. Deutsches Nerch. Berlin, 13. Frbr. Der Kaiser wohnte heute vormittag im Herrenhause der Sitzung des Landwirt schäfts- ratcs bei, in der Geheimrat Koch über Maßnahmen zur Forderung der Viehzucht in Teutsch-Südwestafrita und zur Bekampsung der asrikanischen Viehseuchen Vortrag hielt — Tein Präsidenten des Deutschen üandwirt- s^aUsrats ist gestern abend mich folgendes Telegramm des Reichskanzlers pursten Bülow zugegangen: . „Schmerzlich bedauernd, meinen altgenwhntcn Platz nicht emnehmen zu können, danke ich herzlich für die freundliche Begrüßung. Meine Aroeit Tür die deutsche Landwirtschaft habe ich getan, tue ich und werde ich tun, weil ich glaube, damit eine meiner vornehmsten Pflichten gegen das deutsch Volk zu erfüllen. auch in ihren Verhandlungen bekundete Ve- reitwilligkeit der Landwirtschaft, ihre erstarkenden Kräfte inj den Dienst großer neuer sozialer und wirtschaftlicher Aufgaben zu stellen, ist dafür mein beiter Lohn und zeigt mir aufs neue, daß ich auf dem rechten Wege bin. Reichskanzler Fürst Bülow." . — Am gestrigen Abend waren die Mitglieder der mit der Vorarbeiten des Projekts für eine Automobil- rennbahn imTaunus betrauten Kommission vom Kaiser empfangen worden. Ter Monarch erteilte der vorgeschlagenen Strecke O b e r u r s c l — G r ä f e n w i e s b a ch seine Zustimmung. — Wie aus parlamentarischen Kreisen berichtet wird, dürfte auch die R c i ch sb e a m t e n-V or l ag e in etwa drei bis vier Wochen fertig gestellt sein und dann dem Reichstage zugehen. Ueber die Art, wie die Mittel für diese Gehaltsaufbesserungen aufFubringen sind, soll zwischen den verbündeten Regierungen und den Parteien eine Vereinbarung bereits getroffen worden sein. Tie Vert.agung der Reichsfinanzreforni bis auf den nächften Derbst soll endgültig beschlossen worden sein. Frankfurt a. M., 13. Febr. M i t t e l d e u t > ch e r Arbeitgeber-Verband fürdasBaugewerbe. Am Mon- tag, Tienstag und Mittwoch die,er Woche haben zwischen dem Mitteldeutschen Arbeitgeberverbande für das Baugewerbe und dem Zentralverband der Maurer Deutschlands, dem ^entralver- band christlicher Bauhandwerker und Bauhülfsarbeiter Zeutsch- laiids, dem Zentralverband der Zimmerleute und verwandter Berufsgenossen Teutschlands, dem Verbände baugewerblicher Dülfsarbeiter Teutschlands Verhandlungen betr. Abschluß ei ne s n eue n T a r if-V er tr ag s stattgefunden. ane Verhandlungen wurden am Mittwoch mittag abgebrochen, um Mitte Äiärz roieber ausgenommen zu werden. Ausianv. Wien, 14. Febr. Zu der Reise Kaiser Wilhelms nach Korfu, die im nächsten Frühjahr stattfuidet, meldet die „Zeit", der Kaiser werde die R e i s e in W i e n a u f k u r z e Zeit unterbrechen, um dem Kaiser Franz Josef zu seinem Regierungs-Jubiläum persönlich seine Glückivünsche aus- ^^P^ersburg, 13. Febr. Der Gehilfe des Ministers des Auswärtigen, G u b a sr o w, ist verabschiedet worden. An seine Stelle tritt der russische Gesandte im Haag, Kammerherr Tscha - r h k o to. Aus s.asr utio &ano. Gießen, 14. Febr. 1908. Aus der Sitzung der Stadtverordneten. Die gestrige Sitzung unserer Stadwerorüneten-Ver- samntlung wies wiederum eine recht reichhaltige Tagesordnung auf, trotzdem die sonst den breitesten Raum^ein- nehmenden Bauangelegenheiten diesmal ganz fehlten. Statt dessen standen heute hauptsächlich Schula n gelegen- heiten auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung. Von dem erfreulichen Wachstum unserer Stadt legt der Umstand Zeugnis ab, daß alljährlich neue Klassen geschaffen werden müssen, um der wachsenden Schülerzahl oerecht zu werden. Diesmal wurden nicht weniger als s e ch s K l a s s e n neu geschaffen; an der höheren Mädchenschule wurden zwei, an der erweiterten Mädchenschule eine und an der Volksschule je eine Knaben- und Mädchenklasse geteilt. Much die Hilfsklasse, die jetzt von 42 Kindern besucht wird, soll in zwei Klassen geteilt werden. Erfreulich war die Einmütigkeit, mit der diese Aenderungcn gutgeheißen und die dafür erforderlichen immerhin nicht uuoeträchtlichen Mittel bewilligt wurden, denn die Aufwendungen für die Schule gehören zu dem wertvollsten, was die Stadt ihren künftigen Bürgern und Bürgerinnen bieten kann. Daß aber nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch die Bewohner unserer Universitätsstadt den Wert einer guten Schulbildung zu schätzen wissen, beweist die Mitteilung des Oberbürgermeisters, daß trotz der beträchtlichen Erhöhung des Schulgeldes die Schülermnenzahl in der höheren und erweiterten Ätädchenschule sich für da-> kommende Schuljahr abermals wesentlich erhöhen wird. Die Beratung der neuen Satzung über die Dienstverhältnisse der städtischen Beamten, 'die in der nichtöffentlichen Sitzung erfolgte, führte in der öffentlichen Sitzung zu einer lebhaften Besprechung über die Beteiligung der unmittelbaren städt. Beamten an den Kommunalwahlen. Stadtv. Dr.Bier- mer führte dazu aus, daß in den mit der Vorberatung der Ordnung beauftragten Kommissionen die Anregung gegeben worden sei, eine Bestimmung aufzunehmen, die diesen Beamten mehr Zurückhaltung in der Ausübung ihres aktiven Wahlrechts auferlegc. Er glaubt nicht, daß eine juristische Form zu finden möglich wäre, die diesem Wunsch entspreche, ohne die Rechte der Beamten zu kürzen, hakt cs aber für selbstverständlich, daß sie sich von fe!6)t die dieser- halb wünschenswerte Zurückhaltung auserlegten. In sehr temperamentvoller Weise trat Stadtv. Grünewald für die unbedingte Wahlfreiyeit der städtischen Beamten ein, ebenso nach ihm die Stadtvv. Dr. Ebel, Troß, Krumm und Eichenauer, während von anderer Seite Stadtv. Dr. Biermer verschiedentlich Unterstützung fand. Aus den unbefangenen Zuhörer machte die ganze, ziemlich lebhafte Erörterung übrigens, den Eindruck, daß im Grunde genommen der beiderseitige Standpunkt in dieser Frage ziemlick) der gleiche ist, denn niemand wollte die Wahlfreiyeit der Beamten antasten. Diese Stellungnahme entspricht wohl auch der Ansicht der im großen und ganzen liberalen Gießener Bürgerschaft. Tag überhaupt über die Sache gesprochen wurde, hat feinen Grund in einzelnen unerfreulichen Erscheinungen des Wahlkampfes bei den Stadtverordneten- wahlen. Wenn weiter die beabsichtigt gewesene Begründung eines Beamtentonsumvereins nachträglich von verschiedenen Seiten abfällig beurteilt wnroe, insbesondere von den Stadtvv. Eichenauer und Löber, so ist das nur begreiflich zu finden. Denn auch hier muß der Grundsatz gelten: „Leben und leben lassen." UebrigenS sind die Beamten, die eine solche Gründung ins Auge gefaßt hatten, inzwischen selbst wieder von dieser Absicht abgetommen und es ist zu hoffen, daß die Debatte über diefe Angelegenheit dazu Beitragen wird, das gute hier bestehende Verhältnis zwischen Beamten und Bürgerschaft auch für die Zukunft zu erhalten. — Schließlich ,ei noch erwähnt, daß für die Ausstellung des Gast w ir tev er eins 100 Mk. für Ehrenpreise bewilligt wurden. Weshalb der weiteren Aw- regnng des Gastwirtevereins, daß die städtische Haushal- tnngsfchule sich an der Kochkunstausftellung beteiligen möge, keine Folge gegeben luuröe, ist uns nicht recht verständlich. Es hatte der Volkstümlichkeit dieser nützlichen Einrichtung nichts geschadet, wenn sie bei der Gelegenheit weiteren Kreisen einen Einblick in ihren Betrieb gewährt hätte. * Aus dem städtischen Vermattungsbericht für 1906. IV. Ter Krci^-Arbeitsnachweis führte im Jahre 1906 ein ziemlich beichauiichss Dasein, cs war nur ein Angebot von dem lurocitsnachweis Hungen zu verzeichnen, das eine Stellenvermittelung nicht zur Folge hatte. Dagegen hat der stadtiiche ArbLitsnachweis eine reajt segensreich hnt>ii entwickelt ' ic Zahl der angebotenen ctdicn rst gegen das 2 .-rjahr um 2~1 die Zahl der Arbeitsuchenden um 14b uiu die Zahl u.c u. mutt len Stecken um 78 gelegen. Tas Baugewerbe wt m Angedol, Nachfrage und VermitteUing am stärksten beteiligt. Tie stärkste Inanspruchnahme fand im Monat Mai statt (102 Vermittelungen). Mangel war hauptsächlich an guten häuslichen Dienstboten, doch ist auch hier eine Besserung eingetreten. Nach wie vor läßt die Lehrlingsvermittelung zu wünschen übrig. Tie Lohnbewegung der Schneider hat auf den Arbeitsnachweis einen nennenswerten Einfluß nicht gehabt. Auf 100 Arbeitssuchende kamen 165 (1905: 161) offene Stellen, von 100 Arbeitssuchenden wurden 60 (61) in Stellen gebracht intb von 100 offenen Stellen wurden 37 (38) besetzt. Gemeldete Arbeitsstellen waren 1731 (1460) vorhanden. Nachfragen nach Stellen gab es 1050 (902). Besetzt wurden 634 (556) Stellen. Beim Wohnungsnachweis gab es 100 Angebote, 165 Nachfragen und 25 Vermittelungen für Wohnungen und zehn Angebote, 8 Nachfragen und eine Vermittelung für unmöblierte Wohnungen. Gegen 1905 gab cs insgesamt 10 Angebote, 17 Nachfragen und 13 Vermittelungen mehr als im Vorjahr. Tie Zahl der von der Stadt zu verwaltenden Stiftungen hat sich erireulicherweise um 2 vermehrt: Tie Kommerzienrat Wilhelm Gail'sche Stiftung des Feidel'schen Hauses, das als Nebengebäude für das Grofch. Absteigequartier im Alten Schloß dienen soll, im Wirte von oOOO Mk. und die Rentner Ludwig Bücking'fche Stillung von 50000 Mk. für die Unterhaltung der Büamg'ichen Grabfrcktte und Unterstützung einer armen wür- d.gen Famllie. , Die hie, igen Krankenkassen (Ottskrankenkasse, 12 Be- triebsiranientckisen uni) eine Jnnungsttaliteiiiasie) Ijatien am 1. ^anuar ö40u männliche und 2ou2 lveiolutze, äulammen 8298 Niit- gueber, sie stiegen aus 99,3 Mitglieder am 1. Juni und hat.en am 1. Dezember deren 8634. Es tarnen 4128 Ertrankungsiaile mit 81 663 Kraucheitsiagen, sowie 66 Sterbe^alle vor. Die u.in- nahm-en betrugen 2ola93,7u 9Jit, iXirant^r 203Ul/,02 Mk. Beitrage. Die Ausgaoen beliefen sich aus 233 0d8,24 Mk., dar- unitr iur ärztlia-L ioeyQitbtuug 41 < 1<,29 Mk., für Arznei und sonitige Heilmittel 2.2 oUa,7d Mk., |ür ^iraniengetoer 10/ 866.94 Mk., für Unterstützungen an Wöchnerinnen 9486,07 Mk., für >steraegr£1>ee ub29,42 Mk., ]ür KUr- und Vcrpikgungswiien an Kranienanstallen 9233,05 Drk., für Eriatzleistungen an Tritte, iur gewährte Krankenunterstützungen 23/2,42 Mk. und für Ver- waltungsausgaorn 2L-32<,6Ü luit. Tas Vermogeii lämtlny-.r Kasien betrugt 2a< uUl,18 Mk. Tie Beitruge stecken iay für das yjtitgiieö aus 22,1/ Mk. dura/schniittich, die urziiioL Dvyandliiiig^aus 4,ab Mk., Arznei aus 2,46 Mk., Krankengeld aus 11,<8 Mk., Sterbegeld aus 0,b4 Mk., Kur- und Verpuegnugsiosten au, 1,01 Mk. und d.e Vcrioalwngskdsiien aus 2,33 Mr. * * Tageskalender litt Freitag, 14. Febr.: Stadttheater: Die Zwillings)u.)we',rer. Strang 8 Uhr. — Flott en verein: Lichibttder-Vortrag des Herrn M. Liebscher aus Siegen: Deutschland über See. Avenos 8V2 Uhr im Hotel Einhorn. * * Nach" dem Orient. Major Heuer vom Infanterie-Regiment Küiser Wilhelm nimmt auf persönliche Einladung S. M. des Kaisers an der am 19. Febr. in Genua beginnenden Orten kreise des Dampfers „Moltke" der Hamburg-Amerika-Linie teil. * * Dem Landestulturrat Dr. Klaas, dcssetl Ruhestandsversetzung wir in der Donnerstagsnummer meldeten, widmet die „Darmst. Ztg." folgende anerkennen- beit Worte: Landeskulkurrat Dr. Adolf Klaas wurde im Jahre 1880 in hessische Dienste berufen, um aus Grund der in seiner vorhergegangenen Tätigkeit gemachten Erfahrungen an der Verbesserung der Landesknlturverhält- nisse Mitzuarbeiten. Auf Grund der von Dr. Klaas damals gemachten Vorschläge sind eine Reihe gesetzgeberischer und verwaltungsrechtlicher Maßnahmen, vorab auf dem Gebiet des Feldber ei uigungs wesens getroffen worben, die in ganz hervorragender Weise den Interessen der Landeskultur dienten und insbesondere der Lanowirtschaft treibenden Bevölteruiig reiche Vorteile brachten. Durch wissenschaftliche und prakttsche unermüdliche Mitarbeit an dem Verfolg der gesteckten Ziele hat er sich ganz hervorragende Verdienste erworben. Wenn Dr. Klaas jetzt, nach einer in Hessen verbrachten Dienstzeit von beinahe 28 Jahren im Atter von 72 Jahren in den verdienten Ruhestand tritt, so darf er, der mit einem großen Teil unseres hessischen Bauernstandes jahraus jahrein in persönliche Berührung gekommen ist, die Ueberzeugung mitnehmen, daß ihm auch fernerhin die Wertschätzung aller derer erhalten bleiben wird, die mit ihm zusammen gearbeitet haben und bei dieser Gelegenhett Einblick in den reichen Schatz an Kenntnissen und Wohlwollen nehmen konnten, womit er allen an ihn heranirereuden Anforderungen gerecht zu werden verstand." ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Es sei darauf aufmerksam gemacht, baß die Vorstellung von „Dieb" am nächsten Sonntag nachmittag, die zu kleinen Preisen ftattfinbet, die letzte des spannenden Werkes ist. Die Aufführung des Werkes hatte sich bis jetzt nach Darstellung wie Ausstattung allgemeinsten Beifalls zu erfreuen. Auch für die bekannte Rädersche Gesangsposse „Robert und Bertram", die am Sonntag abend in Szene geht, ist besonderes an Ausstattung geschehen, z. B. der dreistöckige Gefängnisbau, die Flucht der „lustigen Vagabunden" im Luftballon auf dem Volksfest u. a. m., sind eben nur int Rahmen des neuen Hauses zu arrangieren. * * Kolosseum. Eine besondere Ueberrasck/ung bietet das Kolosseum vom 17. Februar ab, nämlich eine internationale Damen-Ringkampf-Konkurrenz um eine Prämie von 1000 Mk., zu der sich eine bedeutende Anzahl Vertreterinnen des schwachen Geschlechts gemeldet haben. Die Direktion teilt mit, daß das Sporlskleid der Ringerinnen bequem und durchaus dezent ist. Als Ringerweste ist die griechisch-römische bestimmt und bei der größeren Beweglichkeit und Gewandtheit der Damen dürsten sich bei dem Kampfe ungleich interessantere Momente ergeben, als bei dem hier bekannten Herren-Rmgsport. Vor Beginn der Kämpfe treten hervorragende Künstler auf. Das Resultat der Kämpfe geben wir täglich bekannt. * * Die Taunus-Ä uto mo bilrennstrecke ist vorn Kaiser genehmigt too-tiben. Am Mittlvoch waren die Mitglieder der mit den Vorarbeiten des Projektes für eine Automobilrennstrecke im Taunus betrauten Kommission vom Kaiser empfangen worden. Ter Monarch erteilte der vorgeschlagenen Strecke Oberursel» Gräfenwiesbach seine Zustimmung. An der Besprechung nahmen teil der Minister des Innern von Moltke, der Minister für die öffentlichen Arbeiten Breitenbach, der Chef des Generalstabes v. Moltke, Regierungspräsident v. Meister-Wiesoaden, Landrat v. Marx-Homburg, Geh. Kommerzienrat v. Friedländer-Fuld, Gras Sierpswrff und Dr. Levin-Stölping. Der Vorsitzende der Kommission, Geh. Kommerzienrat v. Friedländer-Fuld, hielt einen Vortrag über die vorliegeiwen Pläiie und kam schließlich aus das ausiichtsvollste Projekt zur Rennstraße, die sich bon Oberursel nach Gräfenwiesbach erstrecken soll, in ausführlicher Weise zu spreck)LN. Ter Kaiser entschied sich denn auch für dieses Projett. Die Ausführung wird nun in erster Linie von den in Betracht kommenden städtischen und Probinzialbehördcn abhängig fein. * * Prämiierung. Bei der hiesigen Berbands-Aus- stellung des Verbandes oberhessischer Geflügelzuchtvereine hat Aktuar Pfaff in Lauterbach für einen Zuchtstamm Brahma-Hühner einen 4. Preis erhalten. - -- W i e s e ck, 13. Febr. Alljährlich mit dem Frühling nimmt auch der vor drei Jahren gegründete Lahn- Dün sberg-Turnerbund erneut seine Tätigkeit auf. 12er diesialwige Bundestag führt die Vereine Sonntag, 23. Februar, nach Bieber. Daselbst wird u. a. auch der Tag der Bundesfahrt bestimmt, die nach dem am Fuße des Dünsbergs gelegenen Fellingshausen gelegt wurde. Gleichzeitig gedenkt der dortige Turnverein sein Fahnen- weihfest zu feiern. Das Bundesfest sindet am ersten Juli- Sonntag zu Rodheim a. d. Bieber statt. -er. Hlein-ßinben, 12. Febr. Der Gabelsberger S t e n 0 g r a p h e n - V e r e i n hat auch in diesem Winter wieder rege Tätigkeit entfaltet. Der nn Oktober v. Js. begonnene Unter- ridjtsfurfus geht jetzt seinem Ende zu, doch wird beabsichtigt, auch in den ©onunevmonaien durch von Zeit zu Zeit abzuhaltende Llebungsfiunben den Teilnehmern die ivcitevc Ausbildung zu ermöglichen.' Nächsten Sonntag ocvanftaUet der Verein im Saale der „Deutschen Eiche" eine Kappetisitzimg mit Preisschleßen und Tanz, die nach den getroffenen Vorbereitungen einen schonen Verlauf zu nehmen verspricht. (S. heutiges Inserat.) 1. Allend 0 rf a. d. Lahn, 12. Febr. Bei der am Montag hier vorgeuornrnenen Jagdverpachtung fiel die hiesige Jagd wieder au den früheren Pächter, Herrn Groß aus Gießen. Es wurde ein Mehrerlös von 85 Mk. gegen den seitherigen Ertrag erzielt. ? W a tz e n b 0 r n, 14. Feör. Der im verflossenen Juhre gegründete Turnverein „Gut Heil" hält morgen Samstag abend in seinem Vereinslokal, zum goldenen Löwen, sein erstes Vergnügen ab, bestehend in komischen Vonrägen, Konzert und Tanz. X H 0 l z h e i m, 11. Febr. Für unsere Jagd, die seither zum Prei,e von sechshuuoert Mark im Besitz einer hiesigen Jagdgesellschaft war, wurde von einem .Herrn aus Frankfurt, der schon ein angrenzendes Gebiet gepachtet hat, 1400 Mk. geboten. Die Genehmigung ist noch nicht erfolgt. — Dem Schulamtsaspirant K. März von hier, der int vorigen Monat die Abgangsprüfung zu Friedberg bestand, wurde die Verwaltung einer Lehrerstelle zu Brauer- schwend übertragen. ctz Friedberg, 13. Febr. Der Seminarlehrer i. P. Will). Schwarz ist vorgestern in Frankfurt a. M. gestorben. Er hat lange Jahre am hiesigen Lehrerseminar gewirkt und trat 1896 in den Ruhestand, worauf er nach Frankfurt verzog. Sein Geburtsort ist Büdingen. Gambau), 12. Febr. Gestern abend gegen 11 Uhr brach bei Joy. Sommer (Uutergasse) Feuer aus, dem durch rasches Eingreifen der Feuerwehr glücklicherweise nur die Scheuer des Genannten zum Opfer fiel. Heute vormittag weilte 11. d. Butzb. Ztg. bereits der Untersuchungsrichter hier. Unter dem dringenden Verdacht der Brand- sti|tung wurde Maurermeister Balth. Sommer (der Sohn des Obigen) verhaftet und in das Butzbacher Haft- lokal abgeführt. Nieder-Ofleiden, 12. Febr. Das hiesige jahrelang gutgehende Bergwerk, das unserer Arbeiterbevölkerung gute Verdienste brachte, arbeitet zurzeit den Tag nur noch vier Stunden. Statt seither 3—4 Mk. den Tag, werden nur noch 1.20 Mk. verdient, was bei den teueren Zeiten recht bitter empfunden wird. Z Deckenbach, 13. Febr. Gestern machte der ledige Ortsbürger und Schlossermcister Linker durch Er^ hängen seinem Leben ein Ende. Er ist erst 36 Jahre alt und war früher ein tüchtiger und fleißiger Geschäfts-« mann, hat sich aber leider seit einigen Jahren dem Trünke ergeben und sein Geschäft vernachlässigt. ctz Alsfeld, 13. Fevr. Freudig vegrüßt wird es hier und in den Nachbarorten, daß jetzt endlich das langLige- ftrebte B a h n p r 0 j e k t A l s f c l d - N i e d e r - A u l a greifbare Gestalt angenommen hat. Das Eisenbahnkomitee für den Bahnbau hielt unter dem Vorsitzenden Grünewald hier eine Versammlung ab, nachdem wenige Tage vorher eine Zusammenkunft der Gemeindeverkreier der in Betracht kommenden Orte stattgefunden hatte, an der auch Vertreter des hessischen Ministeriums tcilnahmen. Staat und Gemeinden erklärten sich bereit, das Gelände kostenlos zu stellen, der Forstsiskus will außerdem zum Bahnbau 100000 Mk. zahlen, weil er großen Wert auf die Durch- fchneidung des Waldgeländes oei Schwarz legt, Hier zwischen Schivarz und dem Auerberg östlich von Alsfeld ist die Erbauung eines 300 Mder Hingen Tunnels erforderlich, um vorn Jossa tat in das Schwalmtal bei Berfa zu gelangen. Die neue Bahn führt 22 Kilometer durch yessisches und 11 Kilometer durch preußisches Gebiet; sie führt von Alsfeld ins Tälchen der Eifa nach dem Dorfe Eifa bis zum Auerberg, dieser Höheuzug erfordert einen Tunnelbau und bei Schlvarz tritt die Bahn ins Jossatal, von hier führt sie nach Eulersdorf, Grebenau, H a t t e n r 0 d e, B r e i t e n ü a ch, 9t i e d e r -> I 0 s s a O ber- Jossa, H 0 f S 0 l m s bis N i e d. - A u l a und H e r s f e l d. Man hofft, daß schon im Sommer mit dem Bahn bau begonnen werden kann. § Gedern, 13. Febr. Der hiesige Kriegerverein führte unter Direktors Fiori bewährter Leitung im Saale des Gasthauses „zum Löiven" das vaterländische Festspiel „Der deutsch-französische Krieg von 1870/71" mit Dichtung und Wttisik auf. Es waren 27 Bilder in vier Abteilungen, die dem zahlreich erschienenen Publikum vor Augen traten, und die Darsteller — etwa 60 an der Zahl — ernteten ungeteiltes Lob. x O r t e n b e r g, 12. Febr. Zu unserer größten Freude findet der Delegiertentag der Kriegerkameradschaft H a s s i a den 20. und 21. Juni d. I. in unserem Städtchen statt, und es wird alles aufgeboten, um den Delegierten und sonstigen Freunden der Kriegervereins- fache den Aufenthalt hier so angenehm als möglich zu machen. Auch für Gasthofs- und Freiquartiere wird in ausgiebiger Weise Sorge getragen. (sd.) D a r m st a d t, 14. Febr. (Tel.) In der gesttigen nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung wurde das Gesuch der hiesigen sozialdemokratischen Zeitung wegen Ueberlassung der städtischen Inserate nach längerer Debatte mit 21 gegen 13 Stimmen abgelehnt. In der Debatte wurde lebhafte Klage über die verletzende Tonart des Blattes geführt. Am 1. April soll eine Neuregelung des städtischen Jnseratenwesens erfolgen. h- Biebrich, 13. Febr. Hier wurde der Referendar Freiherr von Zedlitz aus Wiesbaden unter der Beschuldigung, sich gegen Kinder vergangen zu haben, verhaftet, aber nach näherer Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt. Braunfels, 13. Febr. Der Dachdecker Friedrich Menzinger hier hat eine Flugmaschine erfunden, die eine epochemachende Neuheit sein soll. Das Pateitt der Maschine ist bereits anerkannt, die Detail^läne. liegen dem Kriegsministerium vor. achte der ledige r durch Er- erst 36 Jahre iger Geschäfts- '.n bem Triuike "arlehrer i. P. rt a. M. ge. Lehrerseminar voraus er nach Ingen. gajm U Uhr uer aus, dem ticherweise mir 2l. heute vor- tmtersuchungs« cht der Brand- Sommer (der "uhdacher haft, s hiesige fahre- Arbeiterbevöl- erzeit den Tag Mk. den Tag, ei den teueren . wird es hier oas Umgang /Hula greis- ahnkomitee für Grünewald hier ge vorher eine n Betrachtkam- auch Bertreter Staat und de kostenlos t zum Äahnbau aus die Durch- legt. hier zM' von Ätsseld ist en Tunnels ilmtal bei Seck Kilometer durch iches Gebiet; I« nach dem M erfordert einen ,hn ms M* Grebenau, >.ossa Lber- unD öersseld- em Bahnbau to Kriegervernn mg M Saale dk- 1870/^i6 ilöer inDier ® Hitum »«* zahl - «"* ? « in ,-boten, aß 1 aarti«1 ** * Si i’SlS sreuregelunv .--»S nter der )en,vÄ gesetzt chdeöec S ichence iei"l6loill|fei KE W .?*btI a™ Ä U"9 fiel *t, h-rr, 5 bvn 85 Mx, Iah« um ^rgen 5 ^ldenen ,enb lN komi- l9b- die seither einet hiesigen onsJrank. gepachtet hat, > nicht erfolgt hier, der im Edberg bestand, iu Brauer« Geriehtsfaal. — DieHerrcuFortbildungsschüler. Das Schöffen- aerichl 5" Lampertheiin hatte sich dieser Tage mit drei Fort- bilduttgsjchülern zu beschäftigen, die sich als hervorragende Radaubrüder dem Lehrer gegenüber erwiesen hatten. Jeder von ihnen erhielt u. n. wegen fortgesetzten schrillen Pfeifens in und vor dem Schulhause drei Wochen Hait. Einem davon, der das Schulbaus trotz wiederholter Aufforderung des Haupllehrcrs nicht verlassen wollte, wurde eine Zugabe von sechs Wochen Gefängnis zuteil, ein zweiter erhielt wegen Bedrohung des Lehrers vier Wochen Gefängnis, ebenfalls als besondere Zugabe. Mannheim, 14. Kehr. Vor dem hiesigen Kriegsgericht fand gestern die Verhandlung gegen den Vizefeldwebel Peter Pleck von der 9. Kompagnie dcö Mannheimer Grenadier-Regiments statt, der, wie berichtet, seine Abteilung am Tage nach Kaisers Geburtstag statt zum Dienst in eine Wirtschaft geführt hotte. In der gestrigen Verhandlung gegen Pleck wurde der Angeklagte, der seit 10 Jahren im Dienst ist, ju einer Gefängnis st rafe von 3 Monaten und einem Tage verurteilt Es wurde sestgestellt, daß sich die Untergebenen mehrfach geweigert hatten, in die Wirtschaft zu gehen, und daß ftc nur dem bestimmten Befehl des Vizefeldwebcls Gehorsam geleistet hatten. Sie verneutten die Frage, ob ihnen bekannt gewesen sei, daß sic Befehle nicht ausführen durften, die Strafbares enthielten. „ ...... Köln, 14. Febr. Vor dem Kriegsgericht stand der Sergeant Jean Greve vom 40. Jnf.-Regt. in Aachen, bei dem bei einer Spind-Revision eine sozialdemokratischeA gr- tations-Broschüre gefunden wurden war. Tas Gericht erkannte wegen Ungehorsam gegen einen Tienstbefehl auf s e ch s Monate Gefängnis unter Freisprechung von der Anklage der Betätigung revolutionärer und sozialistischer Gesinnung. Breslau, 12. Febr. Tas Kriegsgericht tu Reche hatte den Kanonier Johann Hofmann vom 52. Jnsanterie-Regl- ment wegen Beleidigung, Widerstandes, tödlichen Angriffes und Gehorsanisoerwelgeiung zu d r e i I a h r e n u u d v ie r M o u a leu Gefängnis verurteilt. Auf die Berufung des Angeklagten erkannte das Oberkriegsgericht des 6. Armeekorps am völlige Freisprechung, nachdem MilitärärztlicheSachverständige begnt- achlet hatten, daß Hofmann als Nervenkranker durch die Wirkung des Alkohols sich bet Begehung der Tat in einem krankhaften Zustande des Geistes befunden habe. Universitäts-Nachrichten. — lieber die Freiheit der Hochschullehrer hat der bahr. Kultusminister v. Wehner eine höchst seltsame Auffassung im bapr. Abgeordnetenhause zum Besten gegeben. Er erklärte, daß in einem geordneten Staatswesen niemand absolute Freiheit habe und daß auch Hochschullehrer sich der Gesamtheit utiterordnen müssen. Tie katholischen Theologiepvofessoren unterständen (im Gegensatz z. B. zu Württemberg. D. Red.) der Autorität des Bischofs und Abweichungen vom kathol. Dogma durch Theologieprofessoren schlössen die Lossagung von der Kirche und entsprechende Maßnahmen der kirchlichen Autoritäten in sich. Das Urteil über die Rich-igkeit der Lehre stehe nur der kirchlichen Autorität zu. Die Hochschulprofessoren seien der staatlichen Disziplin unterworfen. Im Falle Schnitzer habe der Nuntius die Hilfe des Staates noch nicht in Anspruch genommen. Jedenfalls wird der Fall streng nach der Verfassung und dem Gesetze, erledigt, wenn ein staatliches Einschreiten nötig werde. — Die Ausführungen des Ministers wurden vom Zentrum mit lebhaftem Beifall ausgenommen, begegneten bei den Liberalen aber selbstverständlich starkem Widerspruch. — Aus München kommt heute die Nachricht, daß Professor Dr. Schnitzer für den Rest des Semesters b e u r l a u b t ist und feine Borte f u n g e n bereits eingestellt hat. Wie die „Allg. Ztg." hort, hat Professor Schnitzer fein Urlaubsgesuch freiwillig und spontan eingereicht und zwar im Bedürfnis nach Ruhe und Sammlung und mit Rücksicht daraus, daß seine eigentlichen Hörer durch das kirchliche Verbot von feilten Vorlesungen fern- gehalten werden, so daß nur Neugierige und solche sich ein.imDen, die ihm ihre Sympathien bezeugen wollten. (Vgl. auch den heutigen politischen Teil.) Acar bürg. Wie wir hören, hat der ordentliche Professor der neutestamentlichen Exegese Dr. theol. Johannes Weiß m Marburg einen Rm in gleicher Eigenschaft an die Universität Heidelberg als Nachfolger von Proi. A. Teißmaun erhalten. In Kiel starb der Krankenhans-Direktor Prof. Dr. Ferd. Petersen am 13. d. Mts. Kun ft und Wissenschaft. — Die Gesellschast für Verbreitung von Volksbildung, die es sich angelegen sein läßt, gute Bücher in weite Kreise des deutschen Volkes zu bringen, bildet z. Z. im preuß. Verwaltungswesen den Gegenstand sich sortivährend widersprechender Beurteilungen. Weil man in dem Katalog der Gesellschaft auch Namen findet wie Häckel, Darwin, David Friedrich Strauß, sowie die vortrefflichen, von uns wiederholt empfohlenen „Religionsgeschichtlichen Volksbücher" von Schiele, zu deren Mitarbeitern auch unser Prof. Dr. Krüger gehört, erließ der Vorsteher der Regierungsabteilutig für Kirche und Schulwesen in Liegnitz, ein Theologe, eine Verfügung, wonach die Gesellschaft „neuerdings eine der christlichen Lehre und christlichen Kirche entgegengesetzte Stellung" einnehme. Tie Regierung haltet siey Demnach für verpflichtet, „vor der Unterstützung ihrer Bestrebungen durch Zahlung von Beiträgen und durch Entnahme von Büchern oder sonstwie zu warnen". Ter Lieguitzer Regierungspräsident zog indes bald darauf diese Verjugung zurück. Der neue preußische Kultusminister aber, Dr. Holle, hat nun in der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses wieder den Präsidenten desavouiert. Er erklärte, daß die Aufhebung der ersten Verfügung ohne seine Mitwirkung er» olat sei. Das kann nur bedeuten, daß er die Aufhebung nicht billige. Also ordre, contreordre, desordre! Der Minister eignet sich die Ansichten des frommen Abteilungs- chess von Liegnitz an: früher seien die Bücher der Gesellschaft farblos gewesen, und heute seien sie es nicht mehr. Und da die Gesellschaft aus Reichsmitteln Unter- tützung erhalte, habe sein Amtsvorgänger deren Bücher empfohlen; aber diese Empfehlung könne nur dann erfolgen, wenn die Bücher „in jeder Beziehung tadellos" seien. Und er sei in Erwägungen darüber eingetreten, ob es nicht angezeigt erscheine, die Befürwortung der Bibliotheken der Gesellschast zurückzuziehen. Dabei verfährt die Gesellschaft heute unter dem Vorsitz des nationalliberalen Neichstagsabg. Prinzen Heinrich Schönaich-Caro- lath genau so, wie zu der Zeit, wo ihr aus Reichsmitteln unter Zustimmung des Bundesrats eine Unterstützung im Etat zugebilligt wurde, die sie noch gegenwärtig bezieht. Die Liberalen Preußens werden nun Die Erwartungen, die sie Holle entgegenbrachten, unb die sich durch die Berufung" der Professoren D e i ß ma n n und 2 r e w s nach Preußen zu bestätigen schienen, um ein Erhebliches herabsetzen mü|)en. Es wird interessant sein, zu erfahren, welche Schriften der Kultusminister Holle als „tadellos" ansieht. Vermischtes. "Berlin, 13. Febr. Tas Fallissement des Bank» Hauses Friedberg zieht immer weitere Kreist und hat gestern Alt mehreren Verhaftungen geführt, unter denen eine große Sen- jalion hervorzurufen geeignet ist. Ter langjährige Syndikus des flüchtigen Bauklers, der Rechtsanwalt beim Kämmergerlcht, Hugo Caro, ist gestern abend verhaftet und nach dein Polizeipräsidiuin überüihrt worden. Während der tagelaiigen Unlerjuchnngeu, die mit Hilie (Soros vorgenommen wurden, stieg der Verdacht auf, daß der Rechlsauwatt keine euuvandfreie Rolle iii diefer Angelegenheit gespielt habe. Tas gestrige mehr als zehnstündige Verhör bat dein Verdacht weitere Nahrung gegeben. Kruumalkommissar Müller hat nun auf Gruud des § 314 Abs. 1 des H.-G.-B. und wegen des Verdachts der Beihilfe zum betrügerischen Bankerott Earo iestgeuommen. Ter § 314,1 betr. Bilanz-Verschleierung. Als SyndikliS der Automobil-Zentrale fall sich Caro dieses Vergehen haben zu Schulden kommen lasjen. Alan nimmt an, daß Caro von den faulen Geschäften Friedbergs gewußt hat. Cs haben gestern und heute noch verschiedene Vernehmnngeii und Verhaftungen siattgefanden. So ist die gemeinsame Geliebte Friedbergs und Bohns, eine unter dem Namen B a 11 h a u s e 1 s e und B ri ll a n t e n e l fe bekannte Schöne der Halbwelt, f e st g e- n o in m e n worden. Sie hat ohne weueres ihre wertvollen Schmuck' fachen, die sie von den beiden zum Geschenk erhallen hat, herausgegeben und so die Blasse um einen ganz erheblichen Wert ver- inehrt. Ferner wurde eine Frau B., die m recht engen Beziehungen zu B. gestauden hat, unter dem dringeudeu Verdachte der Be- güustigung festgeuoinmeu uud in das Untersuchungsgefängnis über- iührt. Wie weiter nutgcteilt wird, ist Friedberg mit feiner aus Hamburg verschwundenen Mutter und Bohn zusammen in London gesehen worden. Tie Beziehungen, welche Friedberg und Bohn zu galaiiteu Tameukreisen hatteu, decken einen immer größeren Kreis der Schönen auf, denen bis in die letzten Tage große Summen geopfert worden sind. Anträge auf Koukurseröffnuug sind von verschiedenen Seiten wieder eingebracht worden- Der Verwalter wird morgen tue Masse übernehmen, da jetzt auch Kommerzienrat Schacht aus Würzburg, einer der Hauptgläubiger der Friedberg- jchen Unternehmungen, sich für em Konkursverfahren erklärt Hal. — Als heute voruiiilag der Monteur Gruber euie» Straßenbahnwagen in voller Fahrt verließ, wurde er von einer Automobil- droschke überfahren, so daß er mit der Stirn aus den Straßendauim aufschlug uud sich eine Gehirnerschütterung zuzog, an deren Folgen er an der Un'allstelle verschied. — Ter Bl a l e r Fritz Wilden Hagen, der vorgestern unter der Be- schuldigring der Schamoerletzung gegenüber Frauen und Mädchen verhauet worden war, ist nach seiner Vernehmung bei der Polizei wieder f r e i g e l a s s e n worden. ^Er behauptet, er habe nur, um sich abzuhärteu, eine Kneipkur in Steglitz iinieriiommen, bei der er unter dem Mantel nur ein Trikot trug. Tie Polizei riet ihm, feine Abhärtungen im eigenen Interesse euizustellen. Kleine Tageschronik. Ter Groß Herzog von kveiuiar oc schieb das Gnadengesuch des zu drei Monaten Gefängnis verurteilten Rittergutsbesitzers Brauns, bar den Kunstmaler Schultze mit seinem Automobil totgefahren batte, aojchilugig. Durch eine m Fusch «.Salzburg) niedergegangene Lawine wurden vier P e r f o n e n getötet und mehreie verletzt. Zwei Leiche« wurden geborgen. Infolge u n g e h e u r en Lebensmittel-Wuchers und der dadurch verurjachieil Hungersnot ist in den unteren Schichlen der Bevölkerung ui Budapejt der Hungertyphus epidemisch auSgebrocheu. Die Spital-Leituug sowie die Behörden verweigern angeblich jede Auskunst. In Petersburg wurde im Zentrum der Stadt ein durch Messerstiche schwer verwundeter Mann fast besinnungslos gesunden. Es war Dr. Rujsanow, der Privatsekretär des Grotz- sürsten Nikolai Nikolajewitich. Die Nachforschungen der Geheim- polizei blieben cinftiucuen ohne Erfolg. Russanow wurde von zwei Unbekannten überfallen. Arbeiterbewegung. R. B. Darmstadt, 14. Febr. (Tel.) Tie Lohntarif» Verhandlungen zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Baugewerbe haben bisher zu feinem positiven Resultate geführt. Die Arbeitgeber, die durch den Bttttel-- üeutschen Arbeitgeberverband für das Baugewerbe vertreten waren, blieben bei ihrer Forderung des lOstündigen Arbeitstages unb des Stundenlohneö von 46 Pfg. für Maurergesellen in Tarrn- ftabi. Die Arbeitnehmer verharrten auf der Einführung des v^stündigcn Arbeitstages und von 55 Pfg. Stundenlohn für Tarmstadt. Die Verhandlungen werben in vier Wochen wieder ausgenommen werden. Svort. . „ Newyork, 12. Febr. Heute vormittag traten sechs Automobile, darunter ein deutsches mit drei Teilnehmern, eine Wettfahrt nach Paris via Behring st raße in Gegenwart) einer zahlreichen Menschenmenge und einer großen Anzahl von Automobilen an. handel. '"Darmstädter Bank. Die Bilanzsihung der Darmstädter Bank finbet am 14. März statt. Neue ZweigniederlassiUigeu errichtet die Bank demnächst in Sangerhausen und Quedlinburg. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 14. Febr. Heu- und Strohmarkt (Qrg.-Tel. d. Gieß. A>iz.) Angeiahren waren 8 Wagen Heu, 3 Wagen -L-troh. Bezahlt wurde für Heu Alk. 3.30—3.bO, für Stroh Mk. 2.40—2.70, Maschinen-Langstroh Mk. 2.10—0.00. Alles für 50 gk. Tendenz flau. Voraussichtliche Witterung für Hesse» am Samsiag den 15. Februar 1908: Teilweise heiter, morgens Nebel. Meist trocken. Nachts Frost. Westliche Winde. Origtual-9raytineL0uugen« Berlin, 1-4. Febr. Die sr.avtt)erorsNi.^euverfammlung nahm gestern fast einstimmig einen Antrag an betreffeno schleunige Jnangri ffnahme städtischer Not- stanDsarbeiten. als Mittel gegen Die A r b e i t. s l o s i g - feit Die Höhe ber bewilligten Summe sür diesen Zweck beträgt 700000 Mk. München, 14. Febr. Der Bamb erger Erz-i b i s ch o s verbot in einem Brief an ben Abgeordneten Pfarrer Granbinger biesem jedes Zusammengehen mit den Liberalen in der Schulfrage nachdrücklich. Paris, 14. Febr. Die in Fez wohnenden Algerier haben sich an ben Generalgouverneur von Algerien wegen Schutz gegen bic Anhänger bes Scheiks Kitani gewandt, von denen sie bedroht werden. St Etienne, 14. Febr. In Gegenwart einer Kommission von Artillerie-Osstziereii unb Armee-Kontrolleuren fanden gestern Versuche mit einer neuen Mi- trailleüse statt, bie zur allgemeinen Befriebigung verliefen. Das neue Geschütz gestartet, in ber Minute 650 Schüsse abzugeben. T>e ^chießvorrichtungen sind äußerst einfach. Tas Laben ber Geschoße erfolgt in Streifen von 25 Geschossen. Besonbers hervorzuheben ist, baß ber Er- finber Die Frage Der Ueberhitzung vollstänDig gelöst hat. Die anwesenDen Osjiziere enlarten bas neue Geschütz für vollkommen. Newyork, 14. Febr. Die Arbeitslosigkeit iw N e w y o r t unb anderen Großstädten ber Bereinigten Staaten wachst täglich trotz aller An,ireiigungen ber Wohltätig- keits-Gejellschasten. Zn Newyork sind m i n b e st e n s 10000 Frauen unb Kinder dem Hungertobe nahe. Die Magistrate der meisten Städte fajreiten zu 9!ot- ftandsarbeiten, um den Arbeitslosen Gelegenheit zum Verdienst zu geben. Tetefomsche Kursbericnte des Giessenei Anzeigers, nutgeteilt von der Bank tllr Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 14. Februar. 1.15 Uhr. 3Reichsanleihe . . 92.70 3% do. . . 82.80 d>6% Konsols .... 92.75 do 82.80 o>j% Hessen . . . . . 91.75 3Ji% Oberhessen . . . 92.00 4y0 Uesterr. Goldrente. 99 20 4l/8 % Uesterr. äüberrente 99.60 4^o Ungar. Goldrente . . 94 30 4)$ Italien. Rente . . . 104.30 8-v Portugiesen tierie 1 62.60 3% Portugiesen „ 111 62.90 4>äo/o russ.btaatsanl. 190o 94.40 4/äu/0 japau. Staatsanleihe 88.70 4>o Uonv. Türken von 1903 96.00 Türkenlose 14u.3ü 4% Gnech. Mouopol-Anl. . 49.50 4% äussere Argentinier . 86.60 o°/0 Mexikaner .... 65.80 4-L% Chinesen .... 96.30 Aktien: Bochum Guss 198.50 Buderus K W 112.00 Tendenz: schwach. Berliner Börse, 14 Cauada E. B 142.00 Darmstadter Bank . . . 126.00 Deutsche Bank .... 236.10 Dortmunder-Union C. . . —.— Dresdner Bank .... 137.20 Tendenz: still. Blektnz. Lahmeyer . . . 127.00 Klektnz. bchuckert . . . 105.50 Escüweiler Bergwerk . . 205.70 Gelsenkirchen Bergwerk . 184 00 Hamburg-Amenk. PaketL 119.00 Harpener Bergwerk. . . 198.50 Laurahütte ..... 216.00 Aordd. Lloyd . , . . . 106.40 Ubeischles. Eisen-Industrie 96.00 Berliner ilandelsges. . . 159.25 Darmstädter Bank . . . 126.30 Deutsche Bank .... 235.90 Deutsch-Asiat. Bank . . 139.50 Diskouto-Komiuandit . , 174.90 Dresdner Bank .... 138.26 Kreditaktieu 202.10 Baltimore- und Ohio- Elseulahu 80.70 Gotthard bahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 25.80 Uesterr. Staats bann . . . 144.50 Prince-Heuri-Eisenbahu . 116.00 . Februar. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . , —■ uaiuaiiutte 216.20 ..ombarden E. B. ... 25.70 Aordd. Lloyd —.— i drkenlose ..... 146.60 Das ist aber doch em scheußlicher Zustand! Der Hals ist mir wund, der Husten auält mich unb doch 7® will ber Schleim ficy nicht lösen; mir tun die Glieder weh unb felvst nachlS laßt ber Hünen nur feine Ruhe. — So »3 ist's mir neiuiaj gegangen und ich haue ratrflia) Angst, es für könnte was Gmüimaes werben. Da fino mir nun Fays echte Sodener Mineral-Pastillen dringend emviohlen worben und was fall ich öir sagen, nach zwei Tagen war alles wie weggevustet und ich tütjlte mich piidclwoyl. Versuch s TL 33 auch einmal, bie Schachtel kostet nur 85 Pfennig und ist überall erhattllch. hv^/« Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Alfred Ortenbach. TodeS-Anzeige. Gestern abend verschied unser lieber Gatte und Vater Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom Friedhof aus statt. , , , , , , Blumenspcndcn dem Wunsche des A erstorbenen gemäß dankend verbeten. Danksagung. Für bie vielen Beweise herzlicher Teilnahme während ber Lranthett unb bet bei Beerbigung unseres lieben Cntschlasenen, sagen wir allen unseren herzlichsten Tank, befonberen Dank ber Schwester AL Rink für ihre aur opfernde Pflege. 984 Familie Röhrsheiur. Obenhausen, ben 14. Februar 1908. Wetzlar, Düren, Mainz, Haiger, den 13. Februar 1908 Justus Roll nach langem, schweren Leiben. Die trauernden Hinterbliebene» Gießen (Kaiser-Allee 32), 13. Februar 1908. Die Beerbigung finbet Sonntag, 16. b. Mts., nachm. 21/; Uhr von ber Kapelle bes neuen Friebhoss auS statt. 978 Statt besonderer Anzeige. Heute mittag 12 Uhr verschied sanft im 89. Lebensjahre unser lieber Vater, Schwiegervater, Grossvater, Urgrossvater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Georg Orlenbach. •y, M. M M | ' V.: ' - ' ,-e;- i • Für Jäger! 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